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Nr. 51.

efrist wurde bis

Samstag, den 23. Juni 1928.

Jahresversammlung des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen desDeutschen Reichsfriegerbundes..Kyffhäuser".

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Gesamtvorstandssigung.

Am 5. Mai ds. Js. fand eine gemeinsame Gesamtvorstands= izung des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhin­terbliebenen des Deutschen Reichstriegerbundes Kyffhäuser" und der Landesgruppe Preußen statt. Staatsrat Dr. Quard begrüßte zunächst die Anwesenden, besonders die zum ersten Male hier erschienenen Vertreter der Saargruppe und erteilte alsdann dem geschäftsführenden Vorsitzenden des Verbandes, Kamerad Major a. D. Goedice, das Wort zum Punkt 2 der Tagesordnung: ,, Besprechung der Tagesordnung für den Reichs­vertretertag am 6. Mai 1928". Eine eingehende Aussprache fand über die dem Reichsvertretertag vorzulegende, vom geschäfts­jührenden Vorstand beantragte Aenderung zur Sagung des Ver­bandes statt, die bezweckt, den Organen des Verbandes, vor al­lem dem Vorstande, einfachere und klarere Formen zu geben. Es wurde beschlossen, die vom Vorstand beantragte Aenderung der Vertreterversammlung zur Annahme zu empfehlen, die Zahl der Beisitzer jedoch von 12 auf 15 zu erhöhen.

Zu Punkt 3 der Tagesordnung, Organisationsfragen", wies Kamerad Goedicke darauf hin, daß auf eine genauere Aus­jüllung der Stärkenachweisformulare von seiten der Krieger­vereine hingewirkt werden müsse, da der Verband sonst nicht in der Lage sei, alle in unserer Organisation vorhandenen Kb. und Kh. restlos zu erfassen. Das bereits oft behandelte Thema Doppelmitgliedschaft" wurde wieder eingehend erörtert. In dieser Beziehung versage häufig noch die Aufklärung in den Kriegervereinen. Im Laufe der Zeit müsse der Zustand der Doppelmitgliedschaft jedenfalls beseitigt werden.

Kamerad Goedicke geht dann auf die Antworten zum Rund­schreiben 5 ein, welche ergeben, daß aus praktischen Gründen Lehrkurse nicht von der Zentrale aus, sondern bei den Landes­und Provinzialgruppen abzuhalten seien, daß die Durchführung von Siedlungsunternehmungen Aufgabe der lokalen Stellen des Verbandes sei, und daß von der Errichtung einer gemeinsamen Sterbekasse Abstand zu nehmen sei. Der Vertreter der Grenz­mark teilte noch mit, daß dort für Siedlungszwede Land zu sehr niedrigen Preisen zu erhalten sei, und bittet die Vertreter der anderen Gruppen, dies etwaigen Siedlungslustigen mitzuteilen, da die Niederlassung Deutscher an der polnischen Grenze zur Stärkung des Deutschtums ein Gebot der Notwendigkeit sei. Bon der Provinzialgruppe Hannover wurde angeregt, im täglichen Verkehr als Bezeichnung unseres Verbandes den Namen ,, Kyff­häuserverband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebe­nen" anzuwenden.

Reichsvertreterversammlung.

Am 6. Mai ds. Js. fand in Berlin die 7. Reichsvertreter­versammlung statt. Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Staats­Tat Dr. Quard, begrüßte zunächst die Anwesenden, insonderheit den Herrn Präsidenten des Kyffhäuserbundes, General der Ar­tillerie von Horn, sowie die Vertreter der Behörden, unter de= nen u. a. Ministerialrat Jacobs vom Reichsarbeitsministerium, Obermagistratsrat Dr. Liebrecht von der Hauptfürsorgestelle Berlin und Dr. Ulrich, Leiter des Evangelischen Hauptwohl­jahrtsamts, erschienen waren.

Exzellenz von Horn dankte hierauf dem Vorredner im Na­men der Versamlung und erklärte, daß er auch fernerhin dem

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den Landeskriegerverbänden darauf dringen werde, daß diese auch weiterhin die für den Verband nötigen Mittel zur Verfüg­ung stellen.

Kamerad Kemper- Kreuznach überbrachte die Grüße der Ka­meraden aus dem besetzten Gebiet und wies auf die Schwierig leiten hin, unter denen die Gruppen dort noch immer zu leiden

"

Gießener Zeitung"

haben. Er bittet um ideelle und finanzielle Unterstützung sei­tens des Verbandes und versichert, daß die dortigen Kameraden uns auch weiterhin die Treue halten werden, wenn auch die Besatzung noch so lange dauern würde.

Kamerad Goedide erstattet alsdann den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verband sich auch in dem ver­flossenen Geschäftsjahr in günstigster Weise weiterentwickelt hat. Er berichtet über die Tätigkeit der Reichsgeschäftsstelle, die Zah­len und die Erfolge der Rekurse, der Ein- und Ausgänge, sowie über die Organisation und die Tätigkeit in den einzelnen Län­dern. In Braunschweig, Lübeck und Bremen ist den Satzungen des Bundes noch nicht entsprochen und noch keine Kb.- und Kh.- Organisation des Bundes geschaffen worden. Er streift weiterhin das Verhältnis des Verbandes zu den anderen Kb.­und Kh.- Organisationen sowie die Hauptereignisse in den ein­zelnen Arbeitsgebieten während des abgelaufenen Geschäfts­jahres.

Der Schatzmeister Kamerad Mascherred erstattet hierauf den Finanzbericht..

Es folgt ein außerordentlich fesselnder, warmherziger Voc­trag des Leiters des evangelischen Hauptwohlfahrtsamts Dr. Ulrich über das Gebiet der Wohlfahrtspflege. Der Vortragende gibt einen Ueberblick über das Zusammenarbeiten der öffent­lichen und freien Wohlfahrtspflege unter Berücksichtigung der Fürsorgepflichtverordnung und der Reichsgrundsätze und erläu­tert, wie sich die Wohlfahrtspflege von der Säuglings-, Jugend­und Mütterpflege bis zur Greisenpflege auswirkt. Hierbei wer­den auch das Gebiet der Wohnungsnot, die besonders erschüt­ternd auf das Familienleben, die Grundlage des Staates, ein­wirkt, die Kleinrentnerfürsorge, die Gefangenenfürsorge und die Fürsorge für die vagabundierende Jugend gestreift. Die freie Wohlfahrtspflege verfügt über 600 000 Betten mit 90 000 Pfle= gern bezw. Pflegerinnen. Der Vortragende schließt seine Aus­führungen mit dem Hinweis, daß die Wohlfahrtspflege, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll, sich einstellen muß auf die seelische Not des Volkes. Der Geist der freien Liebesarbeit müsse be­ruhen auf Liebe und Barmherzigkeit.

Kamerad Goedicke referiert sodann eingehend über die Neu­crungen im Versorgungsrecht. Er bespricht die einzelnen Ge­biete der Versorgung, besonders der Witwenversorgung und erläutert, was durch die letzte Novelle zum Reichsversorgungs­gesetz erreicht ist und worin sie uns enttäuscht hat. Aus diesen bisher unerledigt gebliebenen Forderungen und unter Hinzu­nahme einer Reihe von neu auftauchenden Problemen müsse noch im Laufe dieses Jahres ein neues Forderungsprogramm geschaffen werden. Hierzu bemerkt Ministerialrat Jacobs, daß das Reichsarbeitsministerium auch weiterhin gute Beziehungen zu unserm Verbande pflegen werde. In der Versorgungsgesetz­gebung sei jetzt ein gewisser Abschluß eingetreten, die Gesetze müßten sich erst auswirken und es müsse der Zukunft überlassen werden, im Einvernehmen mit den Kriegsopferverbänden neue Gesetzesvorschläge zu machen.

Es folgen dann Borträge der Kameraden Wenzel über die

neue Novelle zum Verfahrensgesetz mit besonderer Berücksi hti­gung der Rekurseinschränkungen, sowie des Kameraden Dr. Ebert über soziale Fürsorge, Steuervergünstigungen für Kb. und Kh. und das Schwerbeschädigtengesetz.

Zu Punkt 7 der Tagesordnung werden die vorgeschlagenen Sazungsänderungen angenommen. Desgleichen werden zu Punkt 8 die vom Vorstand vorgeschlagenen Persönlichkeiten einstimmig zu Vorstandsmitgliedern gewählt, darunter Kamerad Jhrig= Darmstadt.

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Zu Punkt 9 der Tagesordnung Pressespricht Kamerad Goedide kurz über unsere den Landes- und Provinzialgruppen zugeleiteten Pressenachrichten und bittet, diese unverzüglich den in Betracht kommenden Zeitungen nicht erst den Untergrup­zuzuleiten. Diese Arbeit müsse bereits vorbereitet sein. Für unsere Versorgung- Fürsorge" bittet er überall noch mehr zu werben, besonders in den außerpreußischen Ländern, so daß nach Möglichkeit erreicht wird, daß jedes Mitglied unsere Zeit­ung erhält.

gen sei in der Nordsee. 19 deutsche Schiffe sind versenkt, der Rest flieht in die Elbmündung, wo sie nun eingeschlossen sind. Als genauer Schlachtort wird die genügend bekannte Dogger­bank angegeben. Von englischen Verlusten schweigt London. Es scheint aber, daß selbst dem englischen Admiralstabe dieser Schwindel denn doch zu stark oder noch nicht am Plate war; denn er erklärt, daß ihm von einer solchen Schlacht nichts be­kannt sei. Immerhin aber hatte das Ausland einige Zeit lang wieder die Freude eines englischen Sieges gehabt. Dieser Schaden wird aber wieder dadurch gut gemacht, daß Madrid am 8. kabelt: deutsche Telefunkenstationen der Nordsee gäben bekannt, daß bei Helgoland 37 deutsche Torpedoboote gesunken seien; allein auch den Engländern habe dieser Sieg 4 Schiffe ge= kostet. Dieser Sieg wird dann nicht wieder dementiert; die Fälschung mit der, deutschen Telefunkenstation" hatte die Sache schmackhafter gemacht! Der Verlust des Kreuzers ,, Amphion" wird zugegeben; England ist aber nach berühmtem Vorbilde leicht in der Lage, diesen Verlust wettzumachen. Es gibt offi­ziell in London bekannt, daß der Kapitän Foll vom ,, Amphion" nun als Ersatz das Kommando über den Faulkner" bekommen habe. Es ist dies ein Schiff, das für Chile erbaut war und nun kurzer Hand dem britischen Geschwader einverleibt wurde; ob es schon bezahlt war, ist leider nicht gesagt! Am 12 vernichtet dann der Kreuzer ,, Birmingham" das deutsche, U. 15". Endlich am 14. erklärt London offiziell, daß eine Seeschlacht in der Nordsee nicht stattgefunden habe. Leider wird hierbei nicht gesagt, welche früheren Meldungen durch diese lakonische Mit­teilung richtig gestellt werden sollen oder müssen. Im Ge­dächtnisse des Lesers bleiben aber die früheren Siege haften!

In Admiralitätskreisen sind schon Beratungen darüber im Gange, wie englische Torpedo boote am bequemusten den Rhein herausfahren könnten, um Köln, Mainz und die sonstigen an der Strecke liegenden wichtigsten Städte zu bombardieren. Da Rußland von der anderen Seite mit seiner Flotte kommt, so hat England von Norden her ganz leichtes Spiel. Zwei Schiffsdivisionen sollen sofort nach Kiel und Wilhelmshaven gehen. In den nordamerikanischen Gewässern haben wir nach Newyorker Kabel bereits am 5. die ersten Verluste. Von den deutschen dort kreuzenden Schiffen Dresden, Karlsruhe" und Straßburg" verlieren wir im Kampfe mit französischen und nglischen Kreuzern zwei, während es dem dritten gelingt, zu entfliehen. Bei Algier wird der Panther" gefangen. Trotz­dem muß am nächsten Tage schon die Lusitania" den englischen Kreuzer ,, Esser" um Hilfe gegen die deutschen Kreuzer an der nordamerikanischen Küste bitten. Am 6. kabelt Madrid, daß bei den kanarischen Inseln von englischen Kreuzern ein deutsches Kriegsschiff versenkt und ein anderes gefangen nach Gibraltar geschleppt sei. Asquith ist in London am 5. schon in der Lage, bekannt zu geben, daß die englische Flotte zwei deutsche Pan­jer versenkt habe, während es dem dritten nur durch eilige Flucht gelungen sei, sich zu retten. Asquith kann auch dem eng­lischen Volke die beruhigende Erklärung geben, daß den eng­lischen Kriegsschiffen offiziell der Funkspruch zugegangen sei Feindliche Flotte fangen oder zerstören!". Gleichzeitig ist in Mondschottland eine Seeschlacht im Gange, über deren Ausgang mam noch nichts wisse; Verwundete werden aber bei Cromarty ausgeschifft.( Vermutlich handelt es sich hier um die Tätigkeit deutscher Unterseeboot!) Recht schlecht geht es auch der, Em­den." in den argentinischen Gewässern. Nach Kabel aus Buenos Mires trifft dort vom englischen Lloyddampfer Highland" die Meldung ein, daß die Emden" in schwerverletztem, jammer­vol lem Zustande vor dem Kreuzer ,, Glasgow" fliehe. Auch in dens spanischen Gewässern scheint es uns sehr schlecht zu gehen; ichot sich doch Madrid am 7. offiziell genötigt, zu erklären, daß es nicht wahr sei, daß drei deutsche Kreuzer auf der Flucht vor englischen Schiffen in Vigo eingelaufen seien. Am 7. ist Lon­donn dann in der glücklichen Lage, dem staunenden Auslande zu labeln, daß die größte Seeschlacht der Weltgeschichte" geschla­

Besonders schlecht ergeht es der Göben und Breslau". Am 5. ist Paris bereits in der Lage, zu melden, daß die ,, Bres­lau" vernichtet, die ,, Göben" aber gefangen sei; beide von fran­zösischen Schiffen, als die deutschen vor den Engländern fliehen mußten. Dieser Ruhm läßt aber wieder die Engländer nicht ruhig schlafen; und so muß Newyork am 7. der Welt bekannt geben, daß die ,, Breslau"( die vorher von den Franzosen ge= fangen war!) vernichtet und die, Göben", ein Schiff von 22 000 Tons von den Engländern gefangen sei! Ganz einig ist man sich aber über die Verteilung der Beute nicht; bei anderer Ge-|

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Nr. 51.

Zu Punkt 10 der Tagesordnung Anträge wird nach­stehender Antrag des geschäftsführenden Vorstandes einstimmig angenommen:

,, Mit Geist und Ansehen unserer Organisation ist es un vereinbar, wenn Vorstandsmitglieder oder Beauftragte für die Wahrnehmung besonderer Arbeiten, Vertretungen u. dgl. von den Verbands- und Vereinsangehörigen unmittelbar für ihre Tasche geldliche Leistungen( durch Kürzung an den Mitgliedsbeiträgen, Abforderung von Pauschbeträgen, Vor­schüssen u. dgl.) erheben.

Werden solche Leistungen ausnahmsweise einem Kame­raden zugestanden hierzu bedarf es des förmlichen Beschlus= ses der zuständigen Organe so hat die geschäftliche Abwick­lung durch die Vereinskasse bezw. durch den Kassierer zu erfolgen.

Die Vereine, Gruppen usw. sind gehalten, diese Grund­sätze strengstens zu beobachten und etwa noch bestehende Ab­weichungen binnen fürzester Frist abzustellen.

Zuwiderhandlungen haben unweigerliches Einschreiten der vorgesetzten Verbände zur Folge, welche sich von der Ein­haltung obiger Grundsätze von Zeit zu Zeit zu vergewissern haben."

Die den Ausbau der Versorgungsgesetze betreffenden An­träge werden dem geschäftsführenden Vorstand als Material für das künftige Forderungsprogramm überwiesen. Die An regung der Provinzialgruppe Hannover betr. Namensänderung des Verbandes s. unter Gesamtvorstandssitzung soll mit dem Vorstande des Kyffhäuserbundes besprochen werden.

Staatsrat Dr. Quard schließt hierauf die Versammlung mit einem Dank an die Teilnehmer und den geschäftsführenden Vorsitzenden in der Hoffnung, daß der Verband auch weiterhin gedeihen möge zum Wohle des Vaterlandes.

Das Reichsversorgungsgesez, Altrentnergesetz und

Kriegspersonenschädengeſetz.

In der bekannten Schriftenreihe Stilles Rechtsbibliother" ( Verlag Georg Stilke, Berlin NW. 7) erscheint in Kürze eine Textausgabe mit Anmerkungen dieser so bedeutenden Gesetze. Verfasser ist der auf dem Gebiete der Reichsversorgung in wei­testen Kreisen bekannte Oberregierungsrat Dr. jur. et rer. pol. Carl Arendts, Mitglied des Reichsversorgungs- Gerichts, beauf­tragt mit dem Senatsvorsitz. Der Verfasser hat hier aus der Praxis für die Praxis ein vorzügliches und an Reichhaltigkeit einzig dastehendes Werk geschaffen. Zusammenfassend in einem Band behandelt es die wichtigsten Versorgungsgesetze( RVG., ARG., KPSG.). wobei bereits die 4. Novelle zum Verfahrens­gesetz vom 17. 3. 1928 eingearbeitet ist, und enthält außerdem noch im Anhang das Verfahrensgesetz in seiner Neufassung nebst den dazu gehörenden Entschließungen und Regierungsvorschlägen. Das Buch bringt den neuesten Stand der Gesetzgebung vom 1. 4. 1928 und einen diesem entsprechenden vollständigen Ueber­blick über die Rechtsprechung. Solange der fast überall einge­führte, große Kommentar des Verfassers zum RVG., auf den übrigens an zahlreichen Stellen Bezug genommen wird, nicht neu erschienen ist, bildet das Werk jedenfalls einen geeigneten Ersatz dafür. Der Preis des ca. 550 Seiten starken Buches beträgt 15 RM1,

Neue Bücher.

Das Bayerische Hochland", illustrierte Zeitschreift für den Fremdenverkehr und Wintersport im Hochland und bayerischen Allgäu. Die Mai- Ausgabe befaßt sich in erster Linie in Wort und Bild mit dem Werdenfelser Land. Probenummern sind kostenlos durch den Verlag München 9 zu erhalten.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

legenheit werden wieder beide Schiffe von den Franzosen ge­fangen! In diesen Streit hinein meldet Rom am 8., daß man überhaupt nichts von den beiden Schiffen wisse, die vermutlich sich nach Desterreich in Sicherheit gebracht hätten. Der schnei­dige Durchbruch bei Messina darf der Welt natürlich nicht be­fannt gegeben werden. Am 14. meldet London den Verkauf der deutschen beiden Schiffe für 2 Millionen Pfund an die Tür­tei und protestiert später gegen diesen Ankauf bei der Türkei, ohne aber diesem Proteste einen nachdrücklichen Hintergrund zu geben. Trotz dieser vielen Siege gegen unsere Auslandskreuzer sieht sich nach Londoner Meldung vom 14. das Foreign Office auf Vorstellungen der Kaufmannschaft hin genötigt, die Ad­miralität um Schuh gegen die deutschen Kreuzer in Südamerika zu bitten, worauf das Marineministerium einen Schwarm eng­lischer Kreuzer zur Reinigung der südamerikanischen Gewässer aussendet.

Daß jeden Tag Scharen deutscher Dampfer und Segler auf­gebracht werden, soll nur kurz erwähnt werden, besondere Er­folge hat die russische Flotte in der Ostsee, die im übrigen aber von England keine Siege in die Welt gedruckt bekommt. Nur wenige Brocken fallen für die Franzosen ab. Die Beschießung von Libau, sowie den afrikanischen Häfen wird zugegeben.

Besonders unglücklich ist Deutschland zu Lande. Für man­gelnde sonstige Unterstützung entschädigt England Belgien durch Siege, die ihresgleichen suchen. Eine Rette andauernder Nie­derlagen schwerster Art kennzeichnet unsere westliche Bewegung durch Belgien; wir unterliegen uns durch! Besonders schlecht ergeht es überall den Ulanen! Kaum sehen diese belgische Ka­vallerie oder gar die ,, Garde civique", so sind sie nicht mehr zu halten und ihre Vernichtung ist nur der außerordentlichen Schnelligkeit der Belgier zu danken, von denen stets nur wenige die genauen Zahlen werden stets angegeben genügen, um ganze Regimenter aufzureiben. Jeder Zusammenhang, jeder Orientierungssinn fehlt diesen Ulanen; während die deutschen Heere geschlagen sich nach Deutschland und der Eifel zurückziehen oder übertreten müssen, treiben sich Ulanen weit hinter Namur, dicht an der Nordsee herum, wo sie natürlich leicht Beute der Belgier werden.

Schluß folgt.