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Samstag, den 22. Dezember 1928.

die noch nie erreichte Zahl von 41 000 Badegästen wird bis zum Ende des Jahres überschritten werden. Die Zahl der verab­reichten Bäder zählt 438 600.

Ermenrod. Von einem Pferde geschlagen wurde der hie­fige Landwirt Musch. Dem Mann wurden mehrere Rippen am Rüden und am Brustbein eingeschlagen. Eine Ueberfüh­rung in eine Klinit tonnte wegen der Schwere der Verlegun­gen noch nicht erfolgen.

Vom Vogelsberg. Eine Bürgermeister- und Vertreterver: sammlung für den ganzen Vogelsberg soll nach Neujahr abge= halten werden. Es sollen alle Wünsche und Erfahrungen der Be­völkerung, besonders Verkehrswünsche zur Sprache gebracht wer­den. Auch die Kreisdirektoren aus Schotten, Lauterbach und Büdingen werden zu der großen Versammlung erwartet.

Offenbach. Oberbürgermeister Granzien nimmt, wie das ,, Offenbacher Abendblatt" in Erfahrung bringt, sein Rüd­trittsgesuch wieder zurück. Bekanntlich hatte der Derbürger­meister vor, sein Amt mit dem Direktorenposten einer Frank­furter Siedlungsgesellschaft zu tauschen.

Darmstadt. Zur Vorbereitung des 2. Hessischen Sänger­bundesfestes, das in der Zeit vom 12. bis 15. Juli 1929 in Darmstadt stattfinden soll, fehlt es dem Hessischen Sängerbund zur Zeit an Mitteln und er ersuchte deshalb das Stadtparla­ment um die Gewährung eines Vorschusses in Höhe von 3000 Mart. Die Rückzahlung soll bestimmt spätestens bis Ende Mai 1929 erfolgen. Die Bewilligung eines unverzinslichen Dar­lehens im Betrage von 3000 Mark wurde bewilligt.

Worms. Wie wir erfahren, werden ab 1. Januar Worms und das umliegende Gebiet von der Zuständigkeit des fran­zösischen Kriegsgerichts in Landau abgetrennt und dem Bereich des Kriegsgerichts Mainz unterstellt.

Wiesbaden. Der Besuch der Kuranstalt hat auch in diesem Jahre wieder beträchtlich zugenommen. Vom 1. Januar bis

6. Dezember wurden von der amtlichen Stelle im städtischen Verkehrsamt insgesamt 153 792 Besucher gezählt. Die interna­tionale Bedeutung Wiesbadens als Heilbad beweist seine hohe Fremdenziffer für den Auslandsbesuch; so wurden in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Oktober dieses Jahres 38 766 Ausländer gemeldet. An erster Stelle stehen die Amerikaner mit 12 190.

Die Koblenzer Verhaftungen.

Koblenz. Die durch die in den letzten Tagen vorgenom menen Verhaftungen aufgerollte Affäre zieht immer weitere Kreise. Vorgestern ist wieder ein Beamter des Reichsvermö gensamtes von den Franzosen vernommen und dann in seine Wohnung gebracht worden, wo er seitdem unter militärischer Bewachung gehalten wird. Eine Anzahl anderer Beamter ist von den Franzosen bereits zur Vernehmung vorgeladen. Da die französische Staatsanwaltschaft den deutschen Behörden

., Gießener Zeitung"

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teine Mitteilung macht, ist der wahre Grund für das Vor­gehen der Besatzungsbehörden bis jetzt nicht zu erkennen. Man weiß nur, daß die hiesigen Verhaftungen mit der Mainzer Affäre in Verbindung stehen.

Köln. Im Wintersemester 1928-29 zählt die Universität Köln 5412 eingeschriebene Studierende. Hiervon haben 5235 Studierende Vorlesungen belegt, 177 Studierende sind beur­laubt. Es gehören hiervon zur Wirtschafts- und Sozialwissen­schaftlichen Fakultät 1980 Studierende, zur Rechtswissenschaft­lichen Fakultät 1532 Studierende, zur Medizinischen Fakultät 386 Studierende, zur Philosophischen Fakultät 1514 Studierende. Außerdem haben 637 Gasthörer, 189 Studierende der Univer­sität Bonn und 37 Studierende der Musikhochschule Köln pri­vate Vorlesungen belegt, so daß die Gesamtzahl der Hörer 6275 beträgt. Von den eingeschriebenen 4650 männlichen Stu­dierenden entfallen auf das Rheinland 3277( darunter 1099 Kölner), auf das übrige Preußen 987, auf das übrige Deutsch­land 292, auf das Ausland 94; von den 762 weiblichen Studie­renden auf das Rheinland 575,( darunter Kölnerinnen 248), auf das übrige Preußen 130, auf das übrige Deutschland 39, auf das Ausland 18.

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Köln. Im kommenden Frühjahr finden in Köln wieder eine Frühjahrs- und Herbstmesse statt. Die Frühjahrsmesse ist vom 17. bis 20. März, und für die Herbstmesse ist die Zeit vom 12. bis 15. September vorgesehen. Der Erfolg, den die Pressa in der ganzen Welt gehabt hat, wodurch die Bedeu­tung Kölns als internationales Wirtschafts- und Verkehrs­zentrum nachdrücklichst unterstrichen worden ist, wirkt sich bei der Frühjahrsmesse in einer stärkeren Beteiligung des Aus­landes aus. Es sind heute schon mehrere ausländiche Gruppen gesichert.

Nr. 101.

Staaten durch die Kriegsheer verfälscht war. Die Mehrheit des amerikanischen Volkes war in Wirklichkeit gegen den Krieg und lediglich in schamlosester Weise terrorisiert. Zahlreiche führende Persönlichkeiten, sogar solche angelsächsischer und französischer Her­kunft, kämpften unerschrocken in Wort und Schrift für die ge rechte Sache Deutschlands und sind auch jetzt noch unermüdlich am Werk und wirken dafür, daß das an Deutschland begangene Unrecht wieder gut gemacht wird. Ihnen Waffen zu liefern durch Sammlung aller Tatsachen, die der Aufklärung in Amerika dienen können, wird eine der wichtigsten Aufgabe der deutschen Wissenschaft und Presse sein.

Neue Bücher.

Münchner Dichterbuch. Das soeben herausgekommene Münchner Dichterbuch( Verlag Knorr u. Hirth G. m. b. H., R.-M. 4,80, geb. R.-M. 5.80) soll von dem Schaffen einer jün= geren, in München ansässigen Dichtergeneration Zeugnis ge­ben, die einmal für unsere Jahre der geistigen Neuordnung nach Krieg und Zusammenbruch wesentlich kennzeichnend sein wird. Diese Generation tritt schon heute in Wert und Leistung ehrenbürtig an die Seite der älteren. Das Münchner Dichter­buch ist ein wichtiges Dokument deutscher dichterischer Ent­wicklung und zugleich eine sehr reizvolle Auslese, ein Buch, das seinen Platz auf dem Tische jedes Freundes unseres deutschen Schrifttums behaupten wird.

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Die Erkenntnis bricht sich in Amerika Bahn, ausgabe des Zeitungskataloges der Ala Anzeigen- Aktienge­

daß die Vereinigten Staaten nicht nur ein schweres Unrecht, son­dern einen ebenso schweren politischen Fehler begangen haben, als sie durch den Eintritt in den Weltkrieg den wirklichen Ur­hebern des Krieges zum Siege verhalfen. Einer der verdienſt­vollsten Führer des amerikanischen Deutschtums, der Pastor Georg von Bosse aus Philadelphia, der zur Zeit in Deutschland weilt, schildert im neuesten Heft des Bundesorgans der Nationalen Einheitsfront, der Zeitschrift ,, Des Deutschen Vaterland", mit eindringlichen Worten den moralischen Schaden, den das ganze amerikanische Volk durch eine falsche Stellungnahme im Welt­frieg erlitten hat, wie es von den Friedensstörern Europas, den Franzosen und Engländern, mißbraucht und nachher an die Wand gedrückt worden ist. Pastor von Bosse zeigt uns aber zugleich, in welchem Grade die öffentliche Meinung in den Vereinigten

Ala Zeitungstatalog 1929. Soeben geht uns die neue 54. sellschaft für das Jahr 1929 zu. Sie gibt in der bekannten sorgfältigen Bearbeitung Kenntnis von den auch im verflos= senen Jahre zahlreich erfolgten Neuerscheinungen, Abgängen und Verschiebungen auf dem Gebiete des Zeitungswesens des In- und Auslandes. Gerade diese Angaben erfordern in je­dem Jahre eine vollständige Neubearbeitung, da die Zuver lässigkeit des Materials nicht in Frage gestellt werden darf. Im Vorwort ihres Kataloges sagt die Ala: Die Zeitungs­anzeige ist Lebensnotwendigkeit für jeden Geschäftsbetrieb." Treffender kann der hohe Wert der Zeitungsanzeige nicht um­schrieben werden. Dieses Wort von berufener Seite verdient daher besonders hervorgehoben zu werden.

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