Mittwoch, den 21. November 1928
sprochen werden kann. Trotz dieser weitgehenden finanziellen Unterstützung durch den Verband sozialer Baubetriebe war der Zusammenbruch vieler Bauhütten nicht aufzuhalten. Daß bei diesem Zusammenbruch auch die Geldgeber der Bauhütten in starkem Maße Verluste erlitten haben, dürfte unzweifelhaft sein.
Hierbei sei kurz wegen des allgemeinen Interesses die Tatsache gestreift, daß bei Zusammenbrüchen von Bauhütten verhältnismäßig hohe Rückstände bei den sozialen Versicherungsanstalten zu verzeichnen sind. Hieraus ist zu schließen, daß die sozialen Baubetriebe bei diesen Instituten weitgehendes Entgegenkommen fanden und lange Stundungen erhielten.
Es muß abgewartet werden, ob für die Zukunft mit weiteren Zusammenbrüchen sozialer Baubetriebe gerechnet werden muß. Die Bestrebungen des Verbandes sozialer Baubetriebe ge= hen unzweifelhaft dahin, die bestehenden Bauhütten zu festigen und Zusammenbrüche zu verhindern. Hierzu macht er einmal große Anstrengungen, durch strenge Kontrolle und Rationalisierung der Betriebe die Produktivität zu heben, andererseits ist durch Schaffung der„, Dewog" eine Ursache für viele Zusam= menbrüche in Fortfall gekommen, nämlich die Uebernahme der Finanzierung von Wohnbauten durch die sozialen Baubetriebe; drittens liegt für die sozialen Baubetriebe nicht mehr die Notwendigkeit vor, Arbeiten um jeden Preis hereinzunehmen, um bei den verschiedensten Bauherren, besonders bei Behörden, eingeführt zu werden.
Inwieweit ist eine Sondervergütung für die Ueberlassung einer Wohnung und Aufgabe eines Geschäftes zulässig?
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* Vereinfachung im Postscheckverkehr. Das Ausfüllen der Ueberweisungen und Ersatzüberweisungen im Postscheckverkehr ist dadurch vereinfacht worden, daß das Reichspostministerium in Zukunft zuläßt, das Gutschrift- Postschecamt abgekürzt ſtatt mit dem vollen Namen zu bezeichnen. Voraussetzung ist dabei, daß die in den Verzeichnissen der Postschecktunden bezeichneten Abkürzungen angewendet werden und daß sie deutlich geschrieben sind. Für das Postscheckamt Frankfurt a. M. gilt die Abkürzung Ffm.". Auf den für die Barauszahlung bestimmten Poſtſchecken und Zahlungsanweisungen muß auch künftig der Bestimmungsort voll ausgeschrieben werden.
* Vom Wochenmarkt. Durch die Neueinrichtung eines Marktlaubengebäudes ist es erforderlich, daß die seither in der Marktlaubenstraße untergebrachten Marktbeschicker( mit Ausnahme der Marktlaubenpächter) während der Bauperiode in der Senkenbergstraße aufgestellt werden. Die Sentenbergstraße ist daher an Wochenmarkttagen während der Wochenmarktzeit für den Fuhrverkehr usw., wie die übrigen als Wochenmarktplatz benutzten Teile, durch aufgestellte Tafeln gesperrt.
Die Auslegung des Paragraphen 49a des Mieterschutzgesetzes durch das Reichsgericht ist ständig darauf gerichtet, die Entschädigung für die Ueberlassung von Räumen in mäßiger Höhe zu halten. Nach Paragraph 49a a. a. D. verwirkt Strafe, wer für die Ueberlassung von Räumen an eine andere Person einen Mietzins oder eine sonstige Vergütung verlangt, annimmt oder sich versprechen läßt, die unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse als unangemessen anzusehen ist. In einem bestimmten Falle führte das Reichsgericht u. a. aus, eine Vergütung, welche über die Umzugskosten hinausgehe, tönne feineswegs gebilligt werden. Wenn der Paragraph 49a a. a. D. von der Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse spreche, so können dabei lediglich persönliche oder sachliche Verhältnisse in Betracht kommen, welche in irgendeine innere Beziehung zu der Ueberlassung der betreffenden Räume gebracht werden können. Ueberlasse jemand Räume an einen anderen, und verfolge er die Absicht, sich ein neues Geschäft zu kaufen, so habe er keinen Anspruch darauf, daß derjenige, welcher die betreffende Wohnung übernehme, einen Teil der Aufwendungen ersetze, welche nötig seien, um ein neues Geschäft zu kaufen oder zu pachten. Der Wille des Gesetzgebers gehe dahin, die Abfindungen sollen sich gleichmäßig in angemessener Höhe bewegen. Es sei gesetzwidrig, die Abfindung in einzelnen Fällen erheblich zu steigern.( 3. D. 979. 27.)
Lokales.
* Ernannt wurde am 25. Oktober der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Nidda Josef Dapper zum Justiz inspektor bei dem Amtsgericht Gießen.
* Fahrplanverbesserung der Reichsbahn. Ab Sonntag, den 25. November, wird der Personenzug 713, wie im Sommerfahrplan, Sonn- und Feiertags von Frankfurt a. M. bis Gießen durchgeführt. Frankfurt a. M. ab 21.45 Uhr, Friedberg an 22.50 und ab 23.06 Uhr, Gießen an 24 Uhr. Werktags fährt dieser Zug bis Butzbach.
* Gesangskonzert in den Kliniken. Der Gesangverein ,, Eintracht"-Steinbach, unter der Leitung seines Chormeisters Karl Sommer- Wagenborn, bot am Sonntagvormittag den Patienten der Nerven-, Chirurgischen- und Augenklinik eine freu dig begrüßte Abwechslung in den schweren Tagen der Krankheit. Der Verein sang in den drei Kliniken mehrere stimmungsvolle Chöre, die den starken Zauber des deutschen Männergesangs offenbarten, in bester Weise. Die Patienten, wie auch die Verwaltungen der Kliniken sprachen den Sängern und ihrem Leiter herzlichen Dank für die schöne Sonntagsgabe aus.
* Kein Heim ohne Fernsprecher. Die Deutsche Reichspost rechnet wegen der am 1. Januar eintretenden Ermäßigung der Fernsprechgebühren mit einem starken Zugang neuer Anschlüsse. Sie macht in ihrem Amtsblatt bekannt, daß die Anmeldungen auf Neuanschlüsse zum 1. Januar schon jetzt entgegengenommen werden. Der Fernsprecher ist ein stets bereiter Diener und ein gutes Heilmittel gegen die Einsamkeit. Wer einen Fernsprecher besitzt, kann zu jeder Zeit, wie es ihm beliebt, mit seinen Freunden und Bekannten in Gedankenaustausch treten. Droht Ge= fahr, ist ein Unfall oder Krankheit eingetreten, so kann er rasch die Polizei, die Feuerwehr, den Arzt am Fernsprecher rufen und sicher sein, daß in wenigen Minuten Hilfe zur Stelle ist.
An den Gräbern unserer Gefallenen im Westen.
* Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen. Der Zeichenfursus für das Metallgewerbe beginnt am 25. Novmber. Ein Einführungsfurfus in die Mathematit soll bei genügender Beteiligung für einen Werktagabend eingerichtet werden.
Aus Rah und Fern.
Nr. 92
Offenbach( Kreis Wezlar). Die Aussperrung im Ruhrgebiete wirkt sich auch in unserer Gegend aus. Die hiesige Grube ,, Rotland" hat am Dienstag den Betrieb stillgelegt, da die Besitzerin, die ,, Gute Hoffnungshütte"( Oberhausen), in der Aussperrungszone liegt. Es sind dadurch etwa 150 Mann von Osfenbach und Umgebung arbeitslos geworden.
4. Reichstagung der Evangelischen Voltsgemeinschaft. In der Badestadt Bad Nauheim fanden sich am 17. und 18. November die Mitglieder aus Hannover, Sachsen, dem Rheinland, Baden, Hessen- Nassau und Hessen der Evangelischen Volksgemeinschaft zur Reichstagung zusammen. Die öffentliche Versammlung am Abend wurde von dem Vorsitzenden Weidner eröffnet. Den ersten Vortrag hielt Lehrer Greb über„ Schulpolitik". Lic. Dr. Römer- Leipzig sprach über„ ,, Evangelische Partei und Jahrhundert der Kirche". Der Redner wies die Notwendigkeit einer evangelischen Partei nach. Am zweiten Tage sprach der Kaufmann Müller- Frankfurt- Sossenheim über„, Unsere Kommunalpolitik". Nachmittags sprach Pfarrer Hamburger über„ Die Kontordatfrage".
Lollar. Der 38jährige L. R. von hier wurde seit Sonntagabend vermißt. Durch Ortseinwohner wurde Montag nachmittag eine Absuchung des Lumdabaches vorgenommen, wobei die Leiche gefunden wurde. Ob Unfall oder Freitod vorliegt, muß erst die Untersuchung ergeben.
Hungen. In den letzten Tagen wurden in der Nähe der Provinzialstraße Hungen- Nonnenroth die von dem oberhessischen Denkmalspfleger Professor Helmte- Gießen und dem Bergwerksdirektor Schiffmann- Hungen im Sommer begonnenen Ausgrabungen fortgesetzt, wobei man ein bisher unbekanntes Grab aus der mittleren Hallstattperiode, also um die Zeit 800 v. Chr., erschließen konnte. Es wurden dabei aufschlußreiche Funde gemacht.
Von Regierungsrat Richard Falck, Mainz. Mit Erlaubnis des Verfassers bringen wir den in der Tagespresse schon erschienenen Artikel nochmals im Auszug. Daher beschloß vor einigen Monaten die Bezirksgruppe Mainz des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge durch Augenschein sich ein Bild über einige etwa in Frage tommende Friedhöfe zu verschaffen, um Unterlagen für die Wahl eines Patenfriedhofs zu gewinnen. Zwei Reisen von dreitägiger Dauer, an denen jedesmal vier Mitglieder der Bezirksgruppe teilnahmen, wurde unternommen. Sollte bei jo knapp bemessener Reisedauer eine größere Anzahl von Friedhöfen besichtigt werden, so war dies nur mit Auto möglich. Zu jeder Reise wurde in dankenswerter Weise von Mitgliedern ein Auto kostenlos zur Verfügung gestellt.
Bellersheim. Nachdem der Gemeinderat die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt hat, ist nun auch in der hiesigen Fortbildungsschule der hauswirtschaftliche Unterricht eingeführt worden, was von der Einwohnerschaft mit Freuden begrüßt wird.
Gegen den Alkoholmißbrauch.
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Privat
Der Deutsche Verein gegen den Alkoholismus, dieser Zusammenschluß der gemäßigten Alkoholgegner Deutschlands, hielt vom 4. bis 7. November 1928 in Münster i. W. seine 39. Jahresversammlung ab. Im Mittelpunkte der Beratungen stand der Kampf gegen den Alkoholismus auf dem Lande und in Industriegebieten. Zur ersten Frage sprach u. a. Med.- Rat Dr. Dohrn, Hannover. Eine Entschließung fordert neben planmäBiger Aufklärung durch Schule und Kirche, vor allem Förderung des Milchverbrauchs und der gärungslosen Früchteverwertung, Unterstützung der ordentlichen Gastwirte und dergl. Industriefrage behandelten u. a. Med.- Rat Dr. Schröder, Oberhausen, Universitätsprofessor Dr. Többen, Münster, Dozent Dr. Sartorius, Münster. Arbeit gegen den Alkoholismus bedinge hier auch unermüdlichen Kampf gegen die Wohnungsnot. Die Haupttagung begleiteten mehrere Konferenzen und Son= derversammlungen. Die Verkehrskonferenz brachte umfangreiche neue Statistiken über ,, Unfälle und Alkohol" und forderte Aufblärung der Eisenbahnbeamten wie der Kraftfahrer, Berüdsichtigung der Alkoholfrage bei den Prüfungen der Kraftfahrer. Einen Höhepunkt bildete die Studentenversammlung mit dem Vortrage von Universitätsprofessor Dr. Stählin, Münster i. W.: ,, Alte und neue Formen akademischer Geselligkeit." Die Versammlung war einig in der Forderung der Abschaffung des Trintzwang im akademischen Leben.
Bad Nauheim. Eine eindrucksvolle Schubert- Gedenkfeier veranstaltete am Sonntag der Bildung.sverein in der Turnhalle. Die Gedenkrede hielt Schulrat Hassinger- Darmstadt, der meisterhaft Leben und Werk des großen Liederfürsten würdigte.
Friedberg. Den Erstickungstod fand am Montag abend ein in der hiesigen Zuckerfabrik an einem mit Rübenschnitzeln und Wasser gefüllten Waschbassin beschäftigter Arbeiter.
Ruppertsburg. Hiesige Schulkinder sammelten in voriger Woche für die„ Gießener Studentenhilfe" in unserem Dorfe 15 Zentner Kartoffeln.
Ziel der ersten Reise war die belgische Provinz Luxemburg. Sie war in den ersten Tagen des Krieges das Vormarschge= biet unserer heimischen Truppen, der 21. preußischen und 25. hessischen Division und von Teilen des 18. Reserve- Korps ge= wesen, die dort auf den Feind gestoßen waren und ihn unter beiderseits furchtbaren Verlusten geworfen hatten. Am 10. Mai ging die Reise von Mainz über den Hunsrück, Trier, Lugemburg, Arlons nach Neufchateau, mitten in jenes Kampfgebiet. Dieses stellt eine schöne Landschaft dar, in der sanfte Höhen und grüne Täler, Wälder und Wiesen einander ablösen. Nur wenig Feldbau ist zu finden, da der Boden steinig und dürftig ist. Noch am Abend des ersten Tages konnte der auf einem Bergvorsprung schön gelegene Kriegerfriedhof von Malonne besichtigt und an seinem Denkmal ein Strauß frischer Blumen als Gruß der Heimat niedergelegt werden. Durch eine aus Schiefer aufgeführte Mauer führt eine Treppe zu dem erhöhten einfachen Denkmal, um das im Halbkreis die Gräber liegen. Eine Fichtenhecke umgibt den Friedhof, auf dem 112, meist den Res.
Inf. Regtn. 80 und 87 angehörige Deutsche und 280 französische Krieger ruhen. Am folgenden Tag wurden die übrigen, ähnlich schön gelegenen und ausgestalteten Friedhöfe der Gegend besucht. Zunächst der von Orgeo- Biourges, an der Straße Neufchateau- Bertrig gelegen, der in verhältnismäßig gutem Zustande war. Die auf dem Friedhof beigesetzten Deutschen ge= hörten meist zu dem Res. Inf. Rgt. 80 und den aktiven Inf. Rgtn. 168, 87, 88, 80 und 81, ein Teil der Toten war vom Friedhof am Croisement de la fleche hierher umgebettet worden. Außerdem ruhen hier noch 215 Franzosen. Sodann wurde der besonders schön gelegene Waldfriedhof Jehonville les sapins 80, 81, 88,
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Einkommensteuerpflicht von Vater und Sohn als Mitunternehmer im Handwerksbetriebe. ( Eine neue Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 8. 8. 1928 VI A 782/28).
Der Steuerpflichtige hat geltend gemacht, daß sein 39 Jahre alter Sohn im Geschäfte( Schneiderei) mitarbeite und namentlich während seiner langen Krankheit die Arbeit allein verrichtet habe. Das Berufungsgericht hat diese Darlegung als richtig unterstellt, ohne die naheliegende Möglichkeit in Betracht zu ziehen, ob der Sohn im vorliegenden Falle, namentlich auch im Hinblick auf das hohe Alter des Steuerpflichtigen und dessen be= schränkte Arbeitsfähigkeit, nicht als Mitunternehmer anzusehen u. daher der erzielte gewerbliche Gewinn zwischen Vater u. Sohn entsprechend zu verteilen ist. Daß ein solches Verhältnis hier anzunehmen ist, dafür spricht vor allem, daß es in Handwerkerfreisen nicht üblich ist, daß Söhne in einem Alter von demjenigen des Sohnes des Steuerpflichtigen unentgeltlich im Geschäft des Vaters arbeiten. Gegen die Annahme einer solchen Gewinnbeteiligung kann auch nicht das Fehlen besonderer Abmachungen geltend gemacht werden, wenn, wie hier, die Beteiligten in einem näheren verwandtschaftlichen Verhältnis stehen und die Hausgemeinschaft miteinander teilen. Es kann sehr wohl eine Beteiligung am Gewinn in der Form verabredet sein, daß der Sohn am gemeinschaftlichen Haushalt teilnimmt, ohne für den ihm gewährten Unterhalt eine Vergütung entrichten zu müssen.
ges angelegt und auf ihnen die in der Nähe gefallenen und zerstreut beerdigten deutschen und französischen Soldaten beigesetzt. Alle diese Friedhäfe tragen den Stempel deutscher Art und sind mit fünstlerischem Geschmack unter Verwendung reichlichen Blumenschmucks, Baum- und Strauchwerts angelegt. Die Lage ist durchweg schön, der Eindruck ein würdiger. Die einzelnen Gräber tragen meist kleine Grabkreuze aus Kunststein, die den Namen, Todestag und Truppenteil des Gefallenen angeben. Es berührte gar wehmütig, wenn man den Namen eines Freundes oder gar Mitkämpfers las. Als Todestag ist fast usschließlich der 22. August 1914 zu lesen, jener blutige Tag, an dem unsere Truppen ihre Feuertaufe erhielten und der Schnit
besucht, wo 104 Deutſche der Infanterie- Regime teine Friedhof ter Tod innerhalb weniger Stunden grausame Ernte hielt.
Feldart. 63, sowie 219 Franzosen ruhen. Der Ochamps- Chapelle birgt 63 Deutsche, darunter viele Angehörige des Inf. Rgt. 87 und Feldart. Rgt. 27, sowie 229 Franzosen. Der Friedhof Anloy- Bois, der etwa zwei Kilometer südwestlich von Anloy in einem Wäldchen auf der Höhe liegt, ist Ruhestätte von 373 Franzosen und 103 Deutschen, unter diesen viele Angehörige des Inf. Rgt. 116 und des Pion. Btl. 21. Der Friedhof Anloy- Bruyere enthält die Gräber von 360 Deutschen und 661 Franzosen. Auf den Grabzeichen sind u. a. die Inf. Rgter. 28, 83, 115, 116 und F. A. Rgt. 61 zu lesen. Durch Umbettungen hat sich die Zahl der hier Beerdigten auf zirka 1500 erhöht. In dem Friedhof Maissin I, in den man durch ein hohes aus Schiefer gemauertes Tor tritt ruhen 209 Deutsche( Inf. Rgter. 116, 117, und 118) und 171 Franzosen. Endlich der Friedhof Maissin II; ursprünglich lagen hier 343 Deutsche und 683 Franzosen. Im vergangenen Jahr wurden noch zwei Sammelgräber angelegt zur Aufnahme der Gebeine 3000 unbekann= ter Franzosen, die in der Gegend zerstreut in Einzelgräbern bestattet waren. Von den Deutschen sind 40 Mann in sechs kleinen Massengräbern beigesetzt.
Verglichen mit den französischen sind die genannten bel= gischen Sammelfriedhöfe klein zu nennen. Sie alle zusammen würden etwa einen französischen Sammelfriedhof abgeben. Das deutsche Generalgouvernement hat sie während des Krie
So schön auch die landschaftliche Lage und der Plan der Anlage aller dieser Friedhöfe ist, so muß doch leider gesagt werden, daß die Instandhaltung und der weitere Ausbau meist viel zu wünschen übrig lassen und Zeichen des Verfalles überall in Erscheinung treten. Die deutsche Kriegsgräberfürsorge und die deutsche Regierung haben Schritte unternommen, um eine bessere Instandhaltung der Kriegerfriedhöfe in Belgien durch die dortige Regierung herbeizuführen.
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Germania Fulda S. B. Neuhof beffen Hersfeld 5. V Alsfeld V Bebra
Die zweite Reise hatte ein Stellungs- und Großkampfgebiet in Frankreich, die Champagne zum Ziel. Am 16. Juni um 4 Uhr vormittags ging die Autofahrt von et von Mainz über Alzen, Kaiserslautern, Saarbrüden, Mez, hinein in die WoevreEbene auf Verdun zu. Ein Kilometer hinter Maizeray lag linker Hand an der Straße ein von den Franzosen neu angelegter Sammelfriedhof und zwar ein deutscher. Ein ganz anderes Bild wie bei den Kriegerfriedhöfen in Südbelgien, typisch für alle Sammelfriedhöfe in Frankreich, bot sich dem Auge. Eine große fahle, von Unkraut gesäuberte Fläche mit einem Wald von schwarzen Kreuzen, die Einzelgräber doppelreihenweise in Beeten zusammengefaßt, dahinter gewaltige Massengräber. Solche Sammelfriedhöfe veden in ihrem riesigen Ausmaße und ihrer Dede eine erschütternde Sprache.
Schluß folgt.
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