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Samstag, den 21. April 1928.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Im Tal, wo die Sonne Wiesen und Wald zum ersten Male tüßt, sind die Vöglein heimgekommen und üben und proben in abgerissenen Trillern das große Lied zum Frühlingsfest, die 3weige tragen schon hier und dort die kurzen, grünen Kinder­kleidchen erster Jugend; Schneeglödchen läuten das große Er­wachen ein, dort sprengt ein Strauch die braunen Knospenhüllen und behängt sich mit Silberperlen, und hier heben neugierig die ersten Blümlein ihre Köpfchen. Von Tag zu Tag schlägt der große Frühlingsmaler eine neue Seite in seinem Bilderbuche auf. Und jedes Blatt zeigt von des Schöpfers Spur und je mehr wir darin lesen, lehrt es uns glauben, hoffen, lieben

Frühlingstage sind die gewaltigen Prediger des Lebens und der heiligen Freude. Ja, Frühling ist Leben, Freude und Wahrheit. Die Herzen auf, die Fenster auf! Laßt Sonne und Frühling herein! Der Macht dieses neuen Lebens müssen wir uns hingeben mit ganzer Inbrunst, damit wir erfaßt werden von seinem göttlichen Strome, durchsonnt werden von seiner föstlichen Wärme, durchatmet von seiner reinen Luft. Unsere Seelen müssen wir eintauchen in diesen göttlichen Strom. Je tiefer, desto größer ist unsere Freude, unser Glaube und unsere Liebe zu dem Wunder der Schöpfung. Mit deinem Mitmenschen gib in Liebe von der Fülle dieser Freude ab. Wo dann Liebe und Freude ist, wird die Hoffnung nicht fehlen. Das ist dann die beglückende Erfüllung der Lebensgesetze. Solches Leben wird sich behaupten und bejahend allen Tod und alle Nacht überdauern.

Die Herzen auf! Laßt Sonne und Frühling herein! zum neuen Schuljahr.

Das alte Schuljahr ist vorbei. Dem einen der Schüler hat der Osterhase die Versetzung und wohl auch ein Paar Schnee­schuhe beschert, den anderen ist das Frühlingsblümlein erfroren und sie bleiben sitzen. Man darf das nicht zu tragisch nehmen. Die in der Schule die Letzten waren, werden oft im Leben die Ersten. Man denke nur an Liebig, Jbsen und die vielen ande ren. Man überlege sich aber einmal, falls man schulpflichtige Kinder besitzt, ob sie in die richtige Schule gehen. Wer seine Kinder nicht genügend zu kennen glaubt Kinder sind noch schwerer zu enträtseln als Erwachsene-, ziehe die Experimen­talpsychologie zu Hilfe. Man soll ein Kind natürlich seinen Anlagen entsprechend ausbilden. Das humanistische Gymnasium schickt sich nicht für alle.

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Neben den Versetzten und Sitzengebliebenen marschieren die Entlassenen, um einen Zoll größer. Sie fühlen plötzlich, wie der Wind um ihre Nase weht. Sie merkén plötzlich, daß es lebende Menschen gibt, die für sie sehr viel wichtiger sind als der selige Odysseus. Sie erfahren plötzlich, daß im Leben der Fleiß weniger gilt als der Erfolg. Es gibt auch unter ihnen viele, die in falsche Bahnen gedrängt werden und sich nicht wohl fühlen. Gewiß, es irrt der Mensch in seinem dunklen Drange und findet sich meist doch irgendwie zurecht. Wer zum Journa­listen oder zum Induſtriekapitän bestimmt ist, wird endlich meistens dennoch Journalist oder Industriekapitän.

Aber mancher wird auch gar nichts. Oder unglücklich. Den­noch hat jeder eine Gabe und das Talent zum Glück. Mit Hilfe der Experimentalpsychologie lassen sich die Veranlagungen, die Gaben finden. Diese Wissenschaft ist wie die Wünschelrute, die zu den unterirdischen Quellen herniederzuckt. Wir können es uns in dem armen Deutschland auch gar nicht leisten, daß viele an falscher Stelle eingesetzt werden. Es werden aber viele an falscher Stelle eingesetzt. Sonst herrschte mehr Lebensfreude. Sonst würde noch mehr und Persönlicheres geschaffen.

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* Die Zahl der deutschen Rundfunkhörer. Am 1. April 1928 betrug die Hörerzahl der Rundfunkteilnehmer 2 234 732. Das ist gegenüber dem Stande vom 1. Januar eine Zunahme von 224 890.

* Ausbau der städt. Straßenbahn. Das abgelaufene Ge­schäftsjahr der Straßenbahn erforderte wiederum einen Zuschuß von 15 000 Mark. Außerdem brachten die Neuanlagen, der Bau einer Schleifenanlage an der Volfshalle und die Einbauten von Um all­Weichen Kreditüberschreitungen von 65 000 Mark. mählich die Rentabilität der Straßenbahn zu erzielen und an=

Artikel 5.

Soweit die bis zu Zustellung des Steuerbescheids für das Rechnungsjahr 1928 sich ergebenden Ratenbeträge nach endgül­tiger Grund-, Gebäude und Gewerbesteuer, die nach Artikel 1 bis zur Zustellung des Steuerbescheids zu leistenden Voraus­zahlungen übersteigen, ist der Unterschiedsbetrag mit der näch sten nach Zustellung des Steuerbescheids fällig werdenden Rate zu entrichten. Soweit die bis zur Zustellung des Steuerbescheids für das Rechnungsjahr 1928 sich ergebenden Ratenbeträge an endgültiger Grund-, Sondergebäude- und Gewerbesteuer hinter den nach Artikel 1 bis zur Zustellung des Steuerbescheids ge= leisteten Vorauszahlungen zurückbleiben, ist der Unterschieds­betrag auf die nächste nach Zustellung des Steuerbescheids fäl­lig werdende Rate anzurechnen; ein etwa noch weiter über­schießender Betrag ist zu erstatten.

Artikel 6.

1. Der Minister des Innern ist ermächtigt, für das Rech­nungsjahr 1928 anzuordnen, daß die Gemeinden berechtigt sind, bis zur Zustellung der endgültigen Steuerbescheide die Grund­steuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbsteuer vorläufig nach den Besteuerungsgrundlagen für das Rechnungsjahr 1926 zu erheben. Die Erhebung einer vorläufigen Gewerbsteuer vom land- und Forstwirtschaftlichen Anlage- und Betriebskapital im Sinne des Artikel 7 Absatz 1 Ziffer 3 des Gemeindeumlagen­gesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. August 1920 hat zu unterbleiben. Die vorläufigen Steuersätze bei der Son­dergebäudesteuer dürfen für Gemeinde und Gemeindeverbände zusammen den Satz von 77 Reichspfennig je 100 Mark des Frie­denswertes nicht übersteigen. Eine Gemeinde darf die Steuer­werte des Grund- und Gebäudebesitzes mit höheren Ausschlag­sätzen als 15 Reichspfennig je 100 Mark Steuerwert der Ge­bäude und Baupläge und 30 Reichspfennig je 100 Mark Steu­erwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes nur dann belasten, wenn sie zusammen mit den Gemeindever­

,, Gießener Zeitung"

deren städtischen Anstalten weiteren Absatz zu sichern, regte man in Stadtverordnetenkreisen erneut die schon vor dem Kriege leb­haft erörterte Eingemeindungsfrage der drei fast mit der Stadt zusammenhängenden großen Dörfer Wiesec, Klein- Linden und Heuchelheim an.

Straßensperrungen,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. B., Gießen. Km. 35,7-32,6, im Straßenzug Herborn- Hachenburg, Dom 23. 4. bis 2. 5. 1928; Umleitung: Roth- Schönbach- Amdorf. * Der Provinzialtag der Provinz Oberhessen hält am 5. Mai seine diesjährige ordentliche Tagung ab. Die Sitzung iſt vor allem der Beratung des Voranschlags für 1928 gewidmet. Außerdem dürften noch andere bedeutsame Angelegenheiten vor die Abgeordneten kommen.

* Die ordentliche Jahreshauptversammlung des Verkehrs­bundes Oberhessen findet hier nächsten Montag unter Leitung von Beigeordneten Dr. Hamm statt.

* Vogelschutz. Es wird höchste Zeit, daß die Nistkästen nachgesehen und ausgebessert werden. Schadhafte Nistkästen geben Vogelfeinden, Kältewirkungen und Regengüssen Zutritt, wodurch die Jungen vernichtet werden. Schadhafte Nistkästen bewirken das Gegenteil von dem was sie sollen.

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Aus Nah und Fern.

Großzen- Linden. Der Landwirt Helm von Hörnsheim be­achtete eine kleine Wunde an der Hand nicht. In dieselbe geriet beim Streuen Kunstdünger. Es stellte sich Blutvergiftung ein, die nun den Tod des Mannes nach sich zog.

Bad Nauheim. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Jakob Shurman, ist hier zur Kur eingetroffen.

Friedberg. Ein Kaufmann wurde nachts vom Verfolgungs­wahnsinn befallen, der ihn unter eine Brücke der Nidda trieb. Nachdem er drei Stunden im Wasser gestanden, konnte man ihn zum Verlassen seines feuchten Standortes bewegen.

Alsfeld. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer letzten Sigung mit dem Voranschlag der Stadt für das Rechnungsjahr 1928. Die Rechnung schließt in der Betriebs­abteilung in Einnahme und Ausgabe mit rund 530 000 Mark ab. Der Umlagebedarf beziffert sich auf rund 123 000 Mark, so daß eine Steuererhöhung für das neue Wirtschaftsjahr nicht erfor= derlich ist. Der Voranschlag wurde unverändert angenommen.

Schotten. Die Leitung des neu errichteten Krankenhauses, das im Laufe dieses Sommers eröffnet werden soll, wurde dem Chirurgen Dr. Königer in Offenbach übertragen.

Schotten. In den letzten Tagen ging im Vogelsberg der­art starker Schneefall nieder, daß eine Schneedecke von 5 bis 8 Zentimeter zu verzeichnen ist.

Lauterbach. Im Anwesen des Landwirts Jäger in Ober­moos brach ein Schadenfeuer aus, das das ganze Anwesen in furzer Zeit einäscherte. Die Feuerwehren konnten nur mit Mühe die Nachbargrundstücke vor den Flammen retten. Als Brand­ursache wird Kurzschluß in der elektrischen Leitung angenommen.

Vilbel. Die Nidda und ihre kleinen Nebengewässer führen infolge der starken Regengüsse der letzten Woche erhebliches Hochwasser zu Tal. Weiterhin stehen die niedrig gelegenen Wiesen und vielfach auch schon bestellten Aecker unter den Was sern dieser Frühlingsflut. Besonders schwer leidet wieder die Landwirtschaft unter dem Hochwasser.

bänden an vorläufiger Sondergebäudesteuer den in Sat 3 ge­nannten Höchstsatz erhebt. Den Steuerpflichtigen ist über die Höhe ihrer vorläufigen Steuerschuld ein vorläufiger Steuerbe­scheid zu erteilen. Im übrigen finden Artikel 1 Satz 2 Absatz 1 Artikel 4 und Artikel 5 dieses Gesetzes, sowie die Vorschriften des Gemeindeumlagengesetzes, in der Fassung der Bekanntmach­ung vom 7. August 1920( Reg.-BI. S. 241), und der Verord­nungen, die Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1926 betreffend, vom vom 10. März 1926( Reg.-BI. S. 75) und vom 11 Oktober 1926( Reg.- B1. S. 318) entsprechende Anwendung.

2. Für die Kreis- und Provinzialsteuern finden die Vor­schriften des Absatzes 1 und des Gesetzes, betreffend die Kreis­und Provinzialumlagen, vom 28. März 1924( Reg. Bl. S. 178) entsprechende Anwendung.

II. Abschnitt. Artikel 7.

1. Die für das Rechnungsjahr 1925 zu entrichtende staat­liche Gewerbsteuer vom Ertrag, sowie die für die Rechnungs­jahre 1926 und 1927 zu entrichtende staatliche Gewerbsteuer vom Ertrag und vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital, ferner die staatliche Grundsteuer und Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1927 sind abgegolten durch die Zahlungen, die zu leisten waren auf Grund des Gesetzes über die Gewecb­steuer 1925 vom 31. März 1925( Reg.-BI. S. 41) und des Ge­setzes zu dessen Ausführung vom 26. Juni 1925( Reg.-BI. S. 81) in Verbindung mit den Finanzgesehen für die Rechnungs­jahre 1925( Reg.-BI. S. 129) 1926( Reg.- B1 S. 95) und 1927 ( Reg.-BI. S. 117), sowie auf Grund des Steuervorauszahl­ungsgesetzes vom 29. März 1927( Reg.-BI. S. 69).

2. Gegen die Anforderungen von vorläufigen Landessteu­ern und den Vorauszahlungen auf diese Steuern nach den in insoweit die Grundlagen Absatz 1 genannten Gesezen ist

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für die vorläufigen Anforderungen und die Vorauszahlungen als Rechtsmittelverfahren das nicht rechtskräftig feststehen

Nr. 33.

Rüsselsheim. Ein Flugzeug, das mit einer Opel- Sander­Rakete etwa 1-2000 Meter in die Höhe geschossen werden soll, befindet sich zur Zeit bei den Opelwerken im Bau.

Darmstadt. Generalmajor a. D. Frhr. von Preuschen legt als Kandidat zur Reichstagswahl sein Amt als Präsident der Kriegerkameradschaft Hassia nieder.

Darmstadt. Die Wiedersehensfeier und Denkmalsweihe des ehemaligen hessischen Leibgarde- Inf.- Regt. Nr. 115 findet vom 18.- 20. August 1. J. zu Darmstadt statt. Alle ehemaligen Leib­gardisten sind zu dieser bedeutungsvollen Feier eingeladen. Spenden zur Errichtung des Denkmals sende man an das Post­scheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 69 371 für ,, Bund der Hessischen Leibgardisten, Darmstadt".

Wetzlar. Eine neue Lahnbrücke soll in unserer Stadt an Stelle der schmalen eisernen Brücke zwischen Stadt und Bahnhof errichtet werden.

Frankfurt. Im soeben erschienenen Meßadreßbuch sind 1600 Aussteller aufgestellt. Sämtliche Ausstellungshallen sind besetzt. Mannheim. Das Vorstandsmitglied der Mannheimer Ge= werbebank, Direktor Roethinger, ist verhaftet worden, weil er ohne Wissen und hinter dem Rücken des Aufsichtsrates Kredite gab, Täuschungen vornahm und eine falsche Bilanz aufstellte. Die Gewerbebank sowohl wie die Mannheimer Beamtenbankt, deren Leiter Roethinger gleichfalls war, haben ihre Zahlungen eingestellt.

Frauenkongreß in Köln anläßlich der Pressa. Die Sonderausstellung Frau und Presse" auf der Pressa hat den deutschen Frauenverbänden Veranlassung gegeben, für den 26., 27. und 28. Juni einen Frauenkongreß nach Köln ein­zuberufen, zu dem auch internationale Organisationen einge­laden werden.

Neue Bücher.

Deutschland, Jahrbuch für das deutsche Volt 1928. Heraus­gegeben von Reichsminister a. D. Dr. Külz, erschienen in der Helingschen Verlagsanstalt, Leipzig, Preis in Leinen RM. 4.

Noch umfassender als das erste Jahrbuch 1927 ist das dies­jährige. Eine ganze Reihe namhafter Politiker, Wirtschafts­führer und Wissenschaftler bringen in furzen Abrissen etwas Wesentliches ihres jeweiligen Arbeitsgebietes. Der Schwer­punkt des Buches liegt aber darin, daß alle Abhandlungen ab­gestimmt sind auf wie Reichsminister a. D. Dr. Külz im Vor­wort betont die Erkenntnis: das Vorzeichen alles Wollens heißt ,, Deutsch" und der Generalnenner alles Handelns heißt ,, Volk". Unter den weiteren Mitarbeitern sind zu nen= nen: Prof. Dr. Lill, Präsident des deutschen Städtetages Dr. Mulert, Reichskunstwart Dr. Redslob, preuß. Minister Dr. Schreiber, Graf Kalkreuth, Carl Severing, Prof. Bonn, Mini­sterialdirektor Dr. Posse u. a. m.

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Geschäftliches.

Die Kunst des genußreichen Reifens will verstanden sein, soll die Reise Erholung und Bereicherung in ihrem tiefsten Sinne bieten. Solch eine Reise muß auch richtig vorbereitet sein; und wenn es auch zu den ersten Reiseregeln gehört, nie zuviel mitzuschleppen, so ist es ebenso falsch, schlecht ausgerüstet zu sein. Im ruhigen Gefühl der Wohlgepflegtheit soll man alle Abwechslungen mitmachen können, die die Reise bietet. Und dazu gehört nun einmal die richtige Kleidung für jeden Zwed. Man kann für jeden Zweck gewiß täglich dasselbe Kleid, man fann aber nicht das Sportkleid bei Tisch, das Straßenkleid am Abend usw. tragen. Also müssen die häusliche Näherei und die Singer Nähmaschine vor der Reise für die nötige Gar­derobe sorgen. Es dauert ja nur wenige Tage und tostet weni­ger Geld als man fürchtet: die ,, Singer" überwältigt, vom Mo­tor angetrieben, eine Unmenge Arbeit am Tage; ihre Spezial­apparate( deren einfache Handhabung in jeder Singer- Filiale fostenlos erlernt werden kann) machen mit billigsten Mitteln jedes Kleid zu einem Muster in Geschmack und Eleganz. So gehört die Arbeit der Singer" zu den wichtigsten Reisevorberei­tungen; sie hilft uns, die Genüsse der Ferienreise voll auszu­kosten.

Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen.

Berufungsverfahren nach den Vorschriften der Reichsabgaben­ordnung gegeben mit der Maßgabe, daß an die Stelle des Reichsfinanzhofs der Hessische Verwaltungsgerichtshof tritt. Der Beginn der Rechtsmittelschrift ist durch den Minister der Finanzen festzusetzen und öffentlich bekannt zu machen.

Artikel 8. Artikel 1 Absatz 3 des Finanzgesetzes für das Rechnungs­jahr 1927 wird aufgehoben.

Artikel 9.

Uebersteigt die Vorauszahlung an staatlicher Gewerbsteuer für 1927 die auf Grund des Gesetzes über die Gewerbsteuer für das Rechnungsjahr 1928 zu entrichtende staatliche Gewerbsteuer für das Rechnungsjahr 1928 um mehr als den 4. Teil derselben und mindestens um R.-Mt. 10,-, so ist die Vorauszahlung für soweit möglich durch 1927 in der Höhe des Unterschieds Anrechnung auf die laufenden Staatssteuern zu vergüten.

Artikel 10.

Die zuständigen Minister werden ermächtigt, die Vorschrif ten des Artikel 7 und 9 dieses Gesetzes auf die Erhebung der Gewerbsteuer durch die Gemeinden, Gemeindeverbände und auf die Umlagen anderer öffentlich- rechtlicher Körperschaften, für deren Umlagen die Gewerbsteuer den Maßstab bildet, ganz oder teilweise für sinngemäß anwendbar zu erklären.

Artikel 11.

Das Gesetz über die Grundsteuer der Gemeinden und Ge­meindeverbände für das Rechnungsjahr 1927 vom 27. Sep­tember 1927( Reg.-Bl. S. 189) wird aufgehoben. Artikel 12.

Mit der Ausführung dieses Gesetzes ist der Minister der Finanzen und, soweit Gemeinde-, Kreis- und Provinzialsteuern in Betracht kommen, der Minister des Innern beauftragt. Darmstadt, den 28. März 1928.

Hessisches Gesamtministerium.

gez. Adelung, gez. Kirnberger, gez. Leuschner, gez. Korell.