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Nr. 41.

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Samstag, den 19. Mai 1928.

jassen des Wagens Verlegungen davon, zum Teil Knochen­brüche der verschiedensten Art, Schnittwunden von den bersten­den Fensterscheiben, oder mehr oder minder heftige Prellungen. Insgesamt wurden von 30 Wageninsassen 26 in Mitleiden­schaft gezogen, nur vier blieben unverletzt: Abgesehen von den drei Schwerverletzten konnten die übrigen Verletzten nach ihren Wohnungen in Treis zurückfahren. Der große Omnibus wurde vollständig zertrümmert und bildet einen wüsten Trümmer­haufen. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß die Brems= Dorrichtung an dem Wagen nicht in Ordnung war und in dem tritischen Augenblid versagte.

Kirchberg. Die Evangelischen Kirchengesangvereine des Defanats Gießen halten morgen Sonntag ihr diesjähriges De­fanatskirchengesangvereinsfest ab. Die firchliche Feier findet hier in Kirchberg statt, während die Massenchöre von etwa 400 Sänger und Sängerinnen in der alten Burgrunie des Staufen­bergs selbstgewählte Chöre vortragen.

Laubach. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Welt­friegs unserer Stadt wurde dieser Tage aufgestellt. Das von Bildhauer Arnold- Beuern gefertigte Denkmal soll am zweiten Pfingstfeiertag eingeweiht werden.

Es

Aus dem Odenwald. Durch die Presse ging jüngst die Nachricht, die Burg Breuberg, die in gemeinschaftlichem Besitz der fürstlichen Häuser Löwenstein- Wertheim- Rosenberg und Erbach- Schönberg ist, solle demnächst veräußert werden. wurde auch berichtet, die Burg soll an eine katholische Ordens­gesellschaft verkauft werden. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist dieselbe Nachricht unzutreffend, und kommt ein Verkauf der Burg zur Zeit nicht in Frage.

Michelstadt. Vom 4. bis 23. Juni findet hier ein Lehrgang für Turnlehrerinnen unter der Leitung des Oberreallehrers Klöß statt. Meldungen bis zum 23. Mai an Oberstudiendirek­tor Lauteschläger- Darmstadt, Karlstraße 2.

Dillenburg. Ein schwerer Unglücksfall hat sich im Städti­schen Krankenhaus zugetragen. Beim Bedienen des Wasch­tessels wurde das Hausmädchen Guth aus Frohnhausen durch ausströmendes heißes Wasser derart schwer verbrüht, daß nach furzem Schmerzenlager der Tot eintrat. Ein zweites Mädchen erlitt ebenfalls Verletzungen.

Frankfurt. Gestern konnte, abwesend von Frankfurt, Ober­bürgermeister Dr. Landmann, seinen 60. Geburtstag be­gehen. Derselbe hat seit 1916 für Frankfurt auf verschiedenen Posten gewirkt, seit 1924 als Oberbürgermeister, und sich viele Sympathien erworben.

Vermischtes.

St. Bürokratismus.

In Oberndorf a. N. bekommt ein Vater von seinen Kindern aus Amerika zum Namenstag eine Salami- Wurst geschickt. Die Wurst ist da; der glückliche Vater bekommt von der Post den Bescheid, daß die Wurst auf dem Zollamt liege, aber wegen Fleischeinfuhrverbots aus Amerika entweder verbrannt werden oder wieder nach Amerika zurückgehen müsse. Und so wird diese weitgereiste Wurst, nachdem man den strahlenden Emp­fänger gewissermaßen mal dran riechen ließ, wieder über den großen Teich schwimmen, wenn der Beinahebesitzer Gegner der Feuerbestattung ist. Das Gesetz will es.

Ein Spaßvogel bei der Arbeit. Folgendes Geschichtchen ist tatsächlich geschehen und zeigt, was auch in einer Großstadt noch alles möglich ist. Am Sams­tagabend gegen 11 Uhr erschien an der Kreuzung Kaiserstraße Neue Mainzerstraße in Frankfurt a. M. ein Mann im elegan­ten Sportanzug und Pullover, einen Pickel geschultert und eine aftertümliche Stallaterne in der Hand. Nach umständlichen Feststellungen an den Schienen der Straßenbahn setzte er seine Laterne ab und begann in aller Ruhe das Holzpflaster aufzu­reißen. Die Züge der Straßenbahn ließ er mitunter halten, Autos fuhren in elegantem Bogen um ihn herum und bald

Die Sängerfahrt nach Wien.

und

,, Gießener Zeitung"

Wimpfen, die Stadt mit der schönsten Silhouette.

Hand auf's Herz! Wer kennt Wimpfen?

Malerisch liegt das Städtchen auf der Berghöhe, seine Türme als Wahrzeichen und Wächter überragen alle Bauten und die Berge des Hintergrundes. Weithin künden die festen Bauten Macht und Stolz; himmelragend steigen die gotischen Türme der Stadtkirche empor, über diese hinweg schauen der Blaue Turm, Dominikanerkirche die Zwiebelkuppel der der Rote Turm, selbst die Arkaden der Kaiser­pfalz wollen nicht zurückstehen, wenn es gilt, die alten Herrlich­keiten zu zeigen. Allenthalben findet man reizvolle Brünnlein, Giebel, Höfe, Ecken, Mäuerchen und Türme, die das Auge er­götzen, prächtige Kreuzgänge lassen in ihrer stolzen Ruhe etwas von der Mystik mittelalterlichen Klosterlebens erahnen und die von der Mustik mittelalterlichen Klosterlebens erahnen und die mit dem Kölner Dombau begonnene prächtige Stiftskirche zum Wimpfen im Tal ist ein vielbesuchtes Schaustüd gotischer Bau­kunst. Was Wimpfen außerdem so anziehend macht ist seine prächtige Lage, das anmutige, das Auge nie ermüdende pano­ramaartige Bild, das sich vom Bergesrand, insbesondere der Terrasse des Mathildenbades, meilenweit darbietet. Das Auge ruht auf dem lachenden Neckartal mit den Schlangenwin­dungen des von Schiffen und Flößen, Ruderern und Paddlern belebten Flusses und auf einer offenen Aue, hinter der in all­mählicher Erhebung das ehemalige Deutschordensgebiet empor­steigt. Stromaufwärts sieht man am Fuße des nahen Berges Wimpfen im Tal als römisches Kastell gegründet- an der Jagst hinauf Duttenberg und Schloß Heuchlingen, Jagstfeld und Kochendorf mit seinem Hochschlosse, dem vielbesuchten Salz­bergwerk und die Neckarkanalschleuse; weiter hinauf Neckarsulm mit seinen alten Mauern und Türmen, vom Scheuerberge über­ragt. Darüberhin schweift der Blick in das Weinsberger. Tal und nach dem Heilbronn beherrschenden Wartberge mit seinem beknopften Turm.

Flußabwärts bilden Heinsheim, auf das Kirche und Schloß Ehrenberg herabbliden, mit Offenau auf dem anderen Ufer den Vordergrund. Ueber dem das Städtchen Gundelsheim verdecken­den Hügel scheint das alte Deutschherrnschloß Hornegg heraus, darüber herein ragt der Michelsberg mit seinen Weinpflan­zungen( Himmelreicher) und der Kapelle und aus der Ferne her winkt die graue Ruine Hornberg, in der die Ritterrüstung des Göz von Berlichingen an seine Kämpfe in der Umgegend

sammelte sich eine ansehnliche Menschenmenge an, die diesem fleißigen Menschen bei seiner Arbeit zusahen. Auch ein Schupo­Mann näherte sich und gab seiner Verwunderung Ausdruck, daß diese Arbeiten zu so später Stunde noch ausgeführt wür­den. Klar und deutlich setzte ihm unser Mann auseinander,

daß um 12 Uhr seine Kollegen tamen und mit dem Schweizer,

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der Schienen beginnen würden. Nach getaner Arbeit setzte er sachgemäß die Holzklötze aufeinander, stellte seine Laterne da= rauf und verschwand. Erst später begriffen die Zuschauer und der Hüter des Gesetzes, daß ein Spaßvogel sie zum Narren gehalten hatte.

Gesetzliche Miete. Irrtum über Friedensmiete.

Im Juni 1922 hatte ein Vermieter seinem Mieter erklärt, er beanspruche die gesetzliche Miete. Jm Einverständnis mit dem Mieter wurde der Mietberechnung eine Friedensmiete von 5000 M zugrunde gelegt, und demgemäß zahlte der Mieter auch vom 1. Juli 1922 ab seine Miete. Im Oktober 1925 stellte der Vermieter fest, daß die Miete für die betreffenden Räume am 1. Juli 1914 6000 M betragen habe, und infolgedessen for­derte er schriftlich entsprechende Nachzahlung für die Monate Juni Oktober 1925 und verlangte die Berücksichtigung der Dif­ferenz natürlich auch für die folgenden Monate.

Der Mieter hatte sich geweigert, dem Verlangen des Ver­mieters Folge zu geben. Das Kammergericht hat den Anspruch des Klägers für die Zeit vom Juni bis Oktober abgewiesen,

Die hess. Philologenschaft zur Frage der Pflicht­stundenzahl und Klassenstärke.

Die Teilnehmer an der 43. Hauptversammlung des Hess. Philologenvereins faßten am 20. April zu Worms einstimmig eine Entschließung zur Frage der Pflichtstundenzahl und Klas­

Nach Abschluß der Verhandlungen mit den beteiligten Reichsbahndirektionen und der Generaldirektion der österreichi­schen Bundesbahnen in Wien wurden die aus Hessen beantrag­ten Gesellschaftssonderzüge 4. Klasse zum 10. Deutschen Sänger­bundesfest in Wien wie folgt festgelegt: 1. Sonderzug Mainz- senstärke, und erhebt darin aufs neue schärfsten Protest gegen Darmstadt- Stuttgart- Ulm- Salzburg- Wien:

Mainz Hbf. ab 6,29 Uhr am 18. Juli, Darmstadt ab 7,14, Bensheim ab 7,37, München ab 16,20, Wien( West) an 3,21 Uhr am 19. Juli.

2. Sonderzug Damstadt- Aschaffenburg- Passau- Wien: Darmstadt ab 16,48 Uhr am 18. Juli, Babenhausen ab 17,22, Aschaffenburg ab 17,42, Würzburg ab 20,02, Nürnberg ab 22,55, Passau ab 3,40( 19.), Wien an 10,31 Uhr.

Die Rückfahrt des 1. Sonderzuges erfolgt voraussichtlich am 23. Juli, die des 2. Zuges am 24. Juli, Der 3. Zug für die Sänger aus Oberhessen wird ab Frankfurt a. M. gefahren. Die Verkehrszeiten für diesen Zug werden noch mitgeteilt. Ueber Die Fahrpreise von den einzelnen Stationen erfolgt ebenfalls noch nähere Mitteilung. Die Unterbringung des Hessischen Sängerbundes in Wien erfolgt, wie jetzt endgültig feststeht, in Wien selbst und zwar im 6., 7. und 15. Bezirk und einem Teil der Maria- Hilferstraße, rund um den Westbahnhof, woselbst auch die Ankunft der Sonderzüge erfolgt. Das Standquartier und das Geschäftszimmer des Bundes befindet sich etwa 5 Mi­puten vom Westbahnhof entfernt im Hotel Wimberger. Der Bund hat mit dem Hotel eine Vereinbarung getroffen, daß im Hotel und der dem Hotel gegenüberliegenden sog. Weinhalle ( die zu dem Hotel gehört) je 500 Personen, zusammen also 1000 Personen auf einmal verpflegt werden können. Weiter wurde vereinbart, daß in beiden Lokalen Mittagessen verab­reicht werden von 1 Schilling 50 Groschen= 90 Pfg., 2 Schil­ing 1,20 M, und 2,50 Schilling 1,50 M, Abendessen zu

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2 Schilling 1,20 M, so daß sich die Teilnehmer zu diesen festen Säßen verpflegen können. Weiter wurde vereinbart: 1 Krügel Lagerbier( ½ Liter) 42 Groschen

25 Pfennig.

die nachgerade unerträglich gewordene Ueberbürdung der Phi­lologen. Die erhöhte Pflichtstundenzahl mache sich um so fühl­barer, als der Unterricht in teilweise überfüllten oder kombi­nierten Klassen erteilt werden müsse. Der Hess. Philologen­verein stellt deshalb erneut die Forderung, die Pflichtstunden­zahl und die Klassenstärken herabzusetzen

25jähriges Bestehen des Hessenbundes.

Der Hessenbund rüstet sich, sein 25jähriges Bestehen zu feiern. Am 11. und 12. August soll diese Feier in Darmstadt, dem Gründungsort vor 25 Jahren, begangen werden. Nun­mehr hat auch die Jugend in ihrer Vertreterversammlung end­gültig über die Gestaltung der Feier beschlossen. Der Vor­abend soll nach vorangegangenem Fadelzug in eine machtvolle Kundgebung auf freiem Plaze ausklingen. Der Haupttag( 12. August) wird mit Chorblasen und gemeinsamem Festgottes= dienſt ſeine Eröffnung finden. Es schließt sich die öffentliche Feier mit den Begrüßungen der Behörden und Körperschaften an. Der Nachmittag gehört ganz der Jugend und soll von ihr und ihrem jugendlichen Können und Wollen in Spiel, Turnen, Gesang und Tanz gestaltet werden. Als bleibende Erinnerung an diesen denkwürdigen Feiertag des Bundes wird ein Festbuch herausgebracht werden, zu dem die Vorbereitungen schon getroffen sind. Es gibt einen Einblick zumeist in die gegenwärtige Arbeit des Bundes, wird aber selbstverständlich von seiner Geschichte zu uns sprechen und auch das Andenken der Gefallenen ehren. Als vorbereitende Zurüstung für das Verständnis veranstaltet der Bund für die Jugend ein Ferien­lager, das die Jugend hineinführt in die Gemeinschaft an seiner Arbeit. Den Ausklang des Jubelfestes bildet eine Führerwoche.

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erinnert. Gegen Norden schließt der Odenwald die Aussicht ab und gegen Osten und Westen begrenzen die Hohenloher Berge mit dem fernen Waldenburg- Löwenstein und dem Gebirgszug hinter Heilbronn unsern Blick.

Wahrlich ein idyllisches Fleckchen Erde, das den Geist einer stolzen Vergangenheit atmet und Stunden beschaulichen Ge­nießens gewährt.

Wimpfen am Neckar.

Mittelalterliches und an historischen Sehenswürdigkeiten reiches Städtchen im Neckartal, begrenzt von den Höhenzügen des Oden­waldes. Interessante Architektur, sehenswerte Bauten, Hohen­staufentaiserpfalz. Die Stadtsilhouette gilt als eine der schönsten Deutschlands. Im Sommer bietet die Beleuchtung der Silhou­ette und der Kaiserpfalz ein seltenes Schauspiel. Heilkräftige Sole der Saline Ludwigshalle; Solbäder im Mathildenbad. Jdyllischer Kurort und Stützpunkt für Wanderungen in das Neckartal. Berühmtes Salzbergwerk, dessen Besichtigung jeder­zeit möglich ist.

| dagegen für Recht erkannt, daß vom 1. November ab der Mie­ter den entsprechend höheren Mietzins zu entrichten habe. Die Geltung der gesetzlichen Miete ist durch eine abweichende Einigung nicht aufgehoben worden so heißt es in den Grün­

den. Der Vermieter hat in seiner anfänglichen Berechnung eine Friedensmiete von 5000 M zugrunde gelegt, und beide Par­teien haben sich demgemäß geeinigt. Ist dies aber der Fall, so steht es ihnen nach§ 19 des Reichsmietengesetzes jederzeit frei, von dieser Einigung mit sofortiger Wirkung abzugehen und zu fordern, daß die wahre Friedensmiete ihrem Mietver­hältnis zugrunde gelegt werde. Dieses Abgehen des klagenden Vermieters von der Einigung ergibt sich aus seinem Schreiben vom Oktober 1925. Der Vermieter ist sonach berechtigt, von dem beklagten Mieter den Mietunterschied vom November ab zu fordern, dagegen steht ihm ein solcher Anspruch für die be­reits abgelaufenen Monate nicht zu.( Kammergericht, 17. U. 3807. 26.)

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Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.