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Nr. 14

Mittwoch, den 15. Februar 1928.

In der Runde der Meister

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gab es eigentlich nur Ueberraschungen. Hatte man in Mann­heim einen offenen Kampf zwischen dem SV. Waldhof und sei­nem Gast Eintracht Frankfurt erwartet, so wurde durch den 7: 2- Sieg der Gäste doch jede Voraussage auf den Kopf gestellt. Eintracht Frankfurt muß nunmehr ernsthaft in Rechnung ge­stellt werden. Die Mannschaft hat jedenfalls durch ihr Schuß­vermögen, im Verein mit frappanter Schnelligkeit den 10 000 Mannheimern restlos imponiert. Die SpVg. Fürth hat in ihrem fünften Kampf gegen Stuttgarter Riders, der mit 1: 1 unentschieden endete, nunmehr ganze 4 Tore geschossen und hat wieder einmal nach der negativen Seite überrascht. Stuttgart, das besser geworden ist, scheiterte lediglich an der Fürther Hin­termannschaft. In Saarbrücken enttäuschte Saarbrücken nach der angenehmen, die Gäste Wormatia Worms nach der unan­genehmen Seite, wenn das Treffen auch mit 2: 0 für Worms endete.

Bayern München Eintracht Frankfurt

Sp. Vg. Fürth

Wormatia Worms

Karlsruher F. V.

Stuttg. Kiders

S. V. Waldhof

F. V. Saarbrücken

Spiele

Tore

19: 6

17: 7

Bunkie 8: 2 7: 3

4: 1

7: 3

10:15

7: 5

10:15 12:11

7: 5

6:17

7:28

6: 6 1: 9 0:10

51056165)

5

Die Trostrunde brachte in Abteilung Südost München 1860 die nicht unerwar­tete Niederlage gegen VfB. Stuttgart, der von Spiel zu Spiel besser wird. Die 1860er sind nunmehr relativ auf dem vorletz­ten Platz gelandet. Das 2: 1 des SC. Freiburg gegen den 1. FC. Nürnberg, den deutschen Meister, wird zu Unrecht als Sensation gewertet. Bisher vermochte noch kein Gegner in Freiburg zu gewinnen. Darüber hinaus ist die Vermutung vom Rückgang des Meisters zur Gewißheit geworden. Wacker ist damit erklär­ter Favorit der Abteilung. In Karlsruhe ereignete sich die un­glaubliche Tatsache, daß Phönig mit seiner Reserveelf mit 6: 1 gegen Wader München unterliegen mußte, da seine erste Elf komplett streikte. Man darf auf das Nachspiel gespannt sein. In Gruppe Nordwest erfocht Mainz 05 den erwarteten Sieg über Borussia Neunkirchen mit 5: 2. Rot- weiß erlitt eine zu denken gebende Niederlage mit 2: 3 gegen Ludwigshafen 03, das nun­mehr auf dem 2. Platz steht. Neu- Isenburg und VfL. Neckarau trennten sich unentschieden mit 2: 2.

**

Endspiele um die südostdeutsche Meisterschaft.

Der Endlampf um die Fußball- Meisterschaft des Südost­deutschen Verbandes wurde am Sonntag durch die acht Bezirks­vertreter aufgenommen. Jm allgemeinen gab es die erwarteten Ergebnisse, nur ein Spiel brachte eine Ueberraschung: Preußen Zaborze, der Meister von Oberschlesien, konnte Rottbus 98 mit nicht weniger als 5: 1 Treffern schlagen.

*

Um die A- Klassen- Meisterschaft.

Dillenburg Niedergirmes 2: 3.

-

"

Gießener Zeitung"

Leichtathletik.

Zwischenrunde um den DSB.- Handball- Potal.

Die beiden am Sonntag ausgetragenen Zwischenrunden­spiele um den Handball- Pokal der Deutschen Sportbehörde nahmen den erwarteten Ausgang. Süddeutschland blieb in Darmstadt über Westdeutschland 6: 4( 4: 2) siegreich, während in Halle Brandenburg über Mitteldeutschland mit 10: 6( 5: 5) Treffern siegreich bleiben konnte. Die beiden Sieger tragen am 25. März untereinander den Endkampf um den Pokal aus. Der Austragungsort ist noch nicht bestimmt worden. Süddeutschlands Sieg.

Die Hochburg des süddeutschen Handballs stellte trotz der nicht gerade freundlichen Witterung zum Pokalkampf Süd West 3000 Zuschauer. Dafür rekrutierte sich ja auch die süd­deutsche Mannschaft mit Ausnahme von zwei Leuten aus der Mannschaft des süddeutschen Meisters SV.- 98. Westdeutsch­land erschien mit einer Aenderung für Tepel- Barmen spielte Vossenkauf- Aachen in der vorgesehenen Aufstellung. Es war ein recht schönes, wenn auch nicht überragendes Spiel. West­deutschlands körperlich kräftige, gesetzte Mannschaft war sehr flink, wendig und schußfreudig, warf allerdings nicht so präzise wie der Gegner. Auch die Kombination war recht gut, wenn­gleich man mehr Einzelgänge als Kombination sah. Im Ge­gensatz zu ihrem Gegner setzte sich die süddeutsche Mannschaft aus schlanken, leichteren Leuten zusammen. Der beste Mann­schaftsteil war der Sturm, dessen Zuspiel aber nicht so gut wie gewohnt war. Im Wurf leistete der Angriff Gutes. West­deutschland griff energisch an und konnte schon in der 3. Minute durch einen Strafwurf des Halblinken Klein die Führung an sich reißen. Die Freude im westdeutschen Lager war aber nicht von langer Dauer, schon in der 5. Minute konnte Fiedler durch einen Doppelhänder den Ausgleich erzielen und kaum eine halbe Minute später hatte Fiedler, wiederum durch Doppelhänder das Führungstor geschossen. Es entwickelte sich jetzt ein schö= nes Spiel, bei dem Süddeutschland bis zur Pause fast durchweg leicht überlegen war. Jans und Werner konnten nach schönen Kombinationen zwei weitere Treffer für Süd buchen. Ver­schiedene andere Schüsse gegen das westdeutsche Tor gingen gegen die Latten oder wurden eine Beute des vorzüglichen westdeutschen Torhüters. Kurz vor der Pause konnte West durch seinen Mittelstürmer ein Tor aufholen. Nach der Pause hatte Westdeutschland mehr vom Spiel. Trotzdem war zunächst der Süden durch einen Strafwurf von Hennemann erfolgreich. Westdeutschlands Rechtsaußen holte auf 5: 3 auf, aber Henne­mann stellte durch Doppelhänder die alte Differenz wieder her. Schließlich konnte der Westdeutsche Klein das Endergebnis von 6: 4 herstellen. Süd erzielte zwar noch ein Tor, das aber vom Schiedsrichter Saalfeld- Plauen nicht gegeben wurde.

Die Nieder- Girmeser haben in Dillenburg einen bemer­fenswerten Sieg erkämpfen können, einen Sieg, der umso an­erkennenswerter ist, als die Dillenburger bisher auf ihrem Plaz noch ungeschlagen waren. Wie immer war bei dem Platz­verein der Sturm das Schmerzenskind der Elf. Er verstand sich nicht recht und konnte sich nicht durchsetzen. Wirklich gut war D.- Verteidigung, die die des Gegners übertraf. Im all­gemeinen war D. etwas schneller, dagegen hatten die Gäste tech­nisch ein kleines Plus, deren Sturm sich als ungemein gefähr­lich und angriffsfreudig erwies. Die drei Tore waren die notwendige Folge eines oft sehr flüssigen und durchdachten Kombinationsspiels. Aber auch die Hintermannschaft war sehr sicher. Der Kampfverlauf war während der 90 Minuten stän= dig offen.

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Berlins 10: 6 Erfolg.

Das Zwischenrundenspiel in Halle zog nicht weniger als 6000 Zuschauer an. Der beste Mann auf dem Plaze war der Torhüter der Berliner Elf, Gremsch. Ihm und dem An­griff konnten die Reichshauptstädter auch in erster Linie den Sieg danken. Das Spiel war bis zur Pause 5: 5 ziemlich ausgegli­chen, dann aber gewannen die Berliner die Oberhand. Von 10 Treffern des Siegers brachte Heine( Siemens) allein vier auf sein Konto.

*

Stettiner Hallensportfest.

1. Körnig- Charlottenburg 10,9 Sek., 2. Maliz- Berlin 11 Sek.. 110 m Hürden: 1. Troßbach- Berlin 15,6 Sef., 2. Langhals- Ber­lin. 1500 m Einladung: 1. Bolte- Hamburg 4:05 Min., 2. Schoe­mann- Breslau.

Dr. Peltzer in Amerika geschlagen.

Nach seinem eindrucksvollen Siege in New- York am 2. 2. startete der deutsche Meister und Weltrekordmann Dr. Pelzer am Freitagabend beim Hallensportfest des Jllionis AC- Chi­cago. Zu seiner eigenen großen Ueberraschung wurde er hier geschlagen. Das Rennen ging über 1000 Meter. Dem ameri­fanischen Meilenmeister, Conger, gelang es, Peltzer auf der Hallenbahn zu schlagen. Die Amerikaner schlugen wieder die­selbe Taktik ein, wie in New- York, d. h., ste versuchten Peltzer einzuschließen.. Pelzers Niederlage ist also weniger seinem Versagen seines Könnens oder einer tatsächlichen Ueberlegen­heit seines Gegners, sondern vielmehr der Taktik seiner zahl­reichen, gemeinsam gegen ihn laufenden amerikanischen Gegner zuzuschreiben.

Stettin, 12. Februar.( Drahtbericht.) Das von zahlreichen bekannten Leichtathleten aus dem Reich besuchte Stetiner Hal­lensportfest nahm einen interessanten Verlauf. Jm 1500- m- Laufen zog sich Böcher- Berlin 100 m vor dem Ziel eine Sehnen­zerrung zu, die ihn zur Aufgabe zwang. So kam der Hambur­ger Bolze zu einem leichten Sieg über Schoemann- Breslau, Sprintermeister Körnig- Charlottenburg gewann das 100- m= Laufen in der guten Zeit von 10,9 Set. Jm Hürdenlaufen war Troßbach nicht zu schlagen. Ergebnisse: 100 m Einladung:

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van Kempen- Frankenstein siegreich.

Jm Stuttgarter Sechstagerennen, das am 9. Februar endete, gab es in den letzten Stunden keinerlei Veränderungen der Posi­tionen mehr. Nachdem van Kempen- Frankenstein noch im Neunuhrspurt die höchste Punktzahl und damit die Prämie er­rungen hatten, wurden die drei mit fünf Runden Rückstand im Felde liegenden Paare Bauer- Schuler, Matton- Bragard und Kedzierski- Schwemmler aus dem Rennen genommen.

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Sieger wurden van Kempen- Frankenstein, 726 P. Eine. Runde zurück: Rieger- Junge, 526 P., Duray- Standaert 290 P. Zwei Runden zurück: Marcot- Blanc Garin 266 P. Drei Run­den zurück Behrendt- Manthey 141 P. Vier Runden zurück: Bossi- Klaß 258 P., Blattman- Remold 174 P.

Die letzten Spurts gestalteten sich zu einem großen Erleb­nis. Insbesondere van Kempen und Rieger zeichneten sich in ihren Spurts hervorragend aus.

*

Möller siegt in Dortmund.

Dortmund, 12. Februar( Drahtbericht.) Das interessante und abwechselungsreiche Programm, das am Sonntag von der Dortmunder Westfalenhalle geboten wurde, verfehlte seine An­ziehungskraft auf die rheinisch- westfälische Radsportgemeinde nicht. Im internationalen Fliegerkriterium behielt der deutsche Fliegermeister Fricke- Hannover in den drei verschiedenen Wett­bewerben mit insgesamt 22 Punkten Oberhand vor dem Jtalie­ner Mori( 20 Punkte), Oskar Rütt( 17) und Göbel- Dortmund ( 15 P.) Im Steher- Länderkampf Deutschland- Frankreich, der in drei Läufen ausgetragen wurde, errang der Opelfahrer Erich Möller einen glänzenden Sieg. Er gewann alle drei Läufe und siegte im Gesamtklassement vor Sausin- Frankreich, Dederichs­Deutschland und Bréau- Frankreich. Damit wurde auch der Länderkampf für Deutschland glatt gewonnen.

*

Breslaus Sechstagefeld komplett.

Die Zusammenstellung aller 13 Mannschaften zum 5. Bres lauer Sechstagerennen, das am 17. Februar beginnt, ist nun­mehr erfolgt. So starke ausländische Fahrer wie Girardengo, van Kempen, Binda, Grimm, Linari und Tonani sind mit deut= schen, zumeist Breslauer Fahrern gepaart worden, dagegen hat man die ausländischen Mannschaften Wambst- Lacquehan, Suter­Richli und Dewolf- Stockelynk nicht getrennt. Nachstehend die Starterliste: Girardengo- Rieger, van Kempen- Knappe, Binda­Tietz, Grimm- Junge, Linari- Seiferth, Tonani- Frach, Wambst= Lacquehay, Suter- Richli, Dewolf- Stocelynk, Kroll- Miethe, Eh­mer- Kroschel, Rausch- Hürtgen, Krollmann, Supinski.

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