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Nr. 48.

Mittwoch, den 13. Juni 1928.

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Fußball.

Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

20 Jahre VfB. Gießen.

Mit einem gutverlaufenen Kommers in seinem Klubhaus auf dem Waldsportplatz leitete der VfB. seine Jubiläumsfeier­lichkeiten am Samstagabend ein. Daß sich der Kreis der VfB.­Freunde an diesem Abend recht gut verstand, zeigte die Zeit des heimgangs.

Auch den auf dem Felde der Ehre gebliebenen ehemaligen Mitgliedern gedachte man in einer sehr würdigen Gefallenen­Gedenkfeier am Som tag Vormittag, wozu sich eine recht an= jehnliche Freundesschar am Gedenkstein auf dem Sportplatz ein­gestellt hatte. Mit einem Choral leitete man die eindrucksvolle Feier ein, dessen Echo laut in den Kronen des lauschenden Wal­des widerhallte, was dem Gedenken an unsere Gefallenen noch ein besonderes Gepräge gab. Herr Pfarrer Lenz- Gie­jen ergriff dann das Wort zu der in die große Stille schallen­den Gedenkrede, eren tiefer Sinn wohl allen noch nachklingen wird und wollen wir stets der Rede zugrunde gelegte Worte ge­denken: ,, Arbeiten zum Wohle des Volkes und Vaterlandes und sei es auch mit dem Opfer unseres Lebens." Als äußeres Zeichen legte dann Herr Albold einen Ehrenkranz an dem Gedenkstein nieder und mit dem Liede Ich hatt' einen Rame­raden" endigte die weihevolle Stunde.

*

Der Nachmittag stand im Zeichen der Jubiläumsspiele, die alte VfB.- Freunde auf den herrlich gelegenen Waldsportplatz loaten. Es herrschte ein recht reges Treiben schon, als die Jugendmannschaften des VfB. und von Herborn sich zum fried­lichen Wettspiel auf dem Play tummelten. Bis zu dem Liga­treffen war die Zuschauerzahl trotz der gerade nicht freundlichen Witterung auf ca. 600 angestiegen, die gespannt dem Haupt­treffen und zum Teil dem darnach stattgefundenen sehr inter­essanten Alters- Herrenspiel beiwohnten.

Die Spiele:

VfB. Liga Weglarer SV. Liga 2: 2( 0: 2). Das Jubiläumsspiel brachte ein verdientes Unentschieden den beiden Mannschaften, denn keiner der beiden konnte man ein Plus geben. Der Kampf wogte hin und her und ie Torchancen waren auf beien Seiten die gleichen. Wetzlar hatte seine Mann­schaft bedeutend verjüngt, was nur zum Besten gelungen ist und erwies sich diese dadurch als eine wesentlich schnellere. Die Gie­gener machten einen ermüdeten Eindruck.

Bevor der Schiri Kunze- Gießen das Ligaspiel anpfiff, über­seichte für den Weglarer Sportverein Herr Barth den VfB.ern einen Freundschafts- Blumenstrauß mit Worten weiteren guten sportlichen Zusammenarbeitens, worauf Herr Overbeck den Gästen ein Bild als Andenken an dieses Jubiläumsspiel über­gab. Dann gab der Schiri das Spiel frei und folgende Mann­schaften hatten sich diesem gestellt:

ViB.: Bingel; Kreß, Schneider II.; Bergner, Hausrath, Balser, Schneider 1., Lehrmund, Böttiger, Henrich, Hammes.

W. SpB.: Petri; Benner I., Benner II.; Volfmar, Gunia, Nell; Hertstein, Bigi, Flick, Wünsch, Zimmermann.

Die Mannschaften begannen systemlos und konnten sich nicht recht finden, ganz besonders die Playmannschaft. Nach Verlauf einer Viertelstunde brachte der Halbrechte Wünsch der Gäste seinen Verein in Führung, indem er aus einem entstan­denen Gewühl vor dem Tore kurz entschlossen schoß. Dem Torhüter Bingel war es nicht möglich, diesen Ball zu sehen, da ihm die Aussicht völlig versperrt war. Jetzt versuchten die VfB.er den Ausgleich zu erreichen, ließen aber nach einigen Minuten wieder merklich nach. Ein Vorstoß der rechten Wet­larer Seite brachte den Ball zu dem einwandfrei abseitsstehen­den Rechtsaußen( Hertstein), der im Alleingang dann das zweite Tor für Wetzlar in der 25. Minute erzielt. Bis zum Schluß der Halbzeit war ein gleichmäßig verteiltes Feldspiel, bei dem mur vereinzelte gefährliche Durchbrüche noch stattfanden, wobei sich aber dann die Torwächter bewährten.

Nach dem Wechsel rafften sich die Gießener auf und drück­ten in einer feinen Manier, so daß in der 12. Minute der zwei­fen Hälfte der erste Erfolg für Gießen erreicht wurde. Jetzt wurde es lebhafter bei den Mannschaften. Wetzlar machte ver­weifelte Anstrengungen, um den Sieg besser zu befestigen. Doch Gießens Tormann klärt durch weiten Schuß und der Sturm jagt nach vorne. Ein kurzer Kampf mit der vorzüglichen W.­

Verteidigung und Böttiger jagt Nr. 2 für Gießen auf das Tor. Der Tormann kann ihn nur noch auf der Linie erwischen, muß aber sehen, daß er bereits schon innerhalb der Torgrenze war. Der Kampf wird jetzt offener und läßt an Spielfreudigkeit nach, so gehts dem Ende zu, bis der Abpfiff durch die Luft schrillt.

Gießens Mannschaft hat recht schwache Stellen und sind Aenderungen angebracht, so ist Balser nicht auf dem passenden Platz. Auch Hausrath spielt als Mittelläufer zu nervös. Der Sturm spielt zu einseitig, vergiẞt in den geeignetsten Fällen die linke Seite. Die Läufer sind oft zu überhastig und auch die Verteidigung muß noch mehr Ruhe gewinnen. Der Tormann zeigte gutes Rönnen.

Bei Wetzlar gefiel ganz besonders die Verteidigung. Die Gebrüder Brenner leisteten ganz hervorragendes, denn war die Situation gefährlich, so waren sie zur Stelle und klärten auf. Der Wetzlarer Tormann hatte viel Glück. Die Läufer konnten gefallen, während im Sturm noch das gegenseitige Verstehen zu wünschen übrig läßt. Was die Gesamt- Mannschaft anlangt, so muß sie vor allem dem hohen Fußball Valet sagen, dann wird auch das Gesamtspiel flüssiger werden.

Der Schiedsrichter Kunze, der vom Platzverein war, und hierdurch einen sehr schweren Stand hatte, konnte sehr gut gefallen.

BfB. A.-H. W. SpB. A.- 5. 1: 3.

In einem ruhigen, echt kameradschaftlich ausklingenden Spiel, fonnte man die Alten Herren auf dem Rasen sehen, wie sie ihre alten Ligakniffe probierten, ohne sich weh zu tun na­türlich und ohne dem anderen Schaden zuzufügen. Wenn sie auch nicht mit dem Tempo der Jüngeren Schritt halten können, so war dies Spiel doch noch besser, als manches Ligatreffen, denn es lag Jdealismus darinnen, der uns heute so sehr not­wendig ist.

VfB. 2. Herborn Liga?( 1: 2)

Das Spiel stand nicht auf dem gewohnten Niveau und ver­lief sehr flau. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Herborn lebhafter und konnte den Kampf sehr überlegen gestalten. Auch nach dem Wechsel lag Herborn in Front und lief gegen Schluß sogar zur guten Form auf. Die Herborner Mannschaft wir in ihrem Aaufbau den Gießenern überlegen und verstanden sich die Leute auch besser. Nur der Tormann ließ manchmal seinen Mund spazieren gehen und wurde 10 Minuten vor Schluß sogar nach vom Platz verwiesen. Dagegen sah man in der VfB.- Mann­schaft vor allem ein recht lustloses Spiel. Besonders fiel der Halbrechte, spätere Mittelläufer, Euler, durch sinnloses Spiel auf, dem das Ballnachlaufen, wenns auch nur drei Meter waren, absolut nicht zusagen wollte. Auch der rechte Läufer, Boger, dürfte seinem Können etwas mehr Ausdruck verleihen. Der Schiedsrichter konnte nicht immer gefallen.

VfB. 1. Jugend

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Herborn 1. Jgd. 5: 2.

Die Herborner Jugend schien gewillt zu sein, ihre Fähig­feit als erste Jugend unter Beweis zu stellen. Sie lieferte den Gießenern ein durchaus ebenbürtiges Spiel und die VfB.er siegt­ten nur verdient so hoch durch ihre Schußfreudigkeit vor dem Tore. Was dem Zuschauer besonders Freude machte, war das ruhige und sehr faire Verhalten in dem recht lebhaften Spiel. Der Schiri war gut.

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SpVgg. 1900 Gießen 1. Dillenburg 1. 4: 2. Schlechter Besuch, schlechtes Spiel und ein noch schlechterer Schiedsrichter waren die Merkmale. Man war längere Zeit im Zweifel, ob die 1900er gewinnen wollten. Einige Spieler versagten vollständig oder spielten lustlos, da der Schiedsrichter dem unschönen Spiel feinen Einhalt gebot. Einen Elfmeter für Gießen wertete der Schiedsrichter als Erfolg, der Ball hatte aber in Wirklichkeit die Torlinie nicht überschritten. Zu loben ist bei 1900 der Ersatz, der sehr eifrig spielte. Technisch war Dillenburg jederzeit unterlegen, bester Mann war der Tor­wächter, der recht schwierige Sachen hielt; zu tadeln ist das un­faire Spiel des rechten Verteidigers.

SpVg. 1900 Gießen 3. Nanzenbach 1. 1: 1. Die Gäste stellten eine gut disziplinierte Mannschaft. VfR. Limburg 1. Jgd. 1900 Gießen 1. Jgd. 2: 1( 2: 1). Die Jugendmannschaften beider Vereine lieferten sich ein flottes Spiel, das im ganzen genommen, überlegenes Feldspiel der Hiesiigen zeigte. Der unentschlossene Sturm nutzte aber manche Torchancen nicht aus, und der Torwart der 1900er zeigte erst in der zweiten Halbzeit gute Leistungen. Die beiden Tore

Olympisches Fußball- Turnier.

Uruguay und Argentinien spielen 1: 1.

Die Frage nach dem Gewinner des Olympischen Fußball­Turniers wird erst am Mittwochabend beantwortet werden önnen, denn im Endspiel am Sonntag trennten sich die Mann­haften von Uruguay und Argentinien nach 120 Minuten gran­diofen Ringens mit einem Unentschieden von 1: 1. Es war ein wirklich großer Kampf, dem wieder über 40 000 Zuschauer bei­wohnten, obwohl es bis kurz vor Beginn des Kampfes regnete. Leider trug aber die Mannschaft von Uruguay genau wie vor en auch heute einen Mißton in den Kampf. Sie spielte von der zweiten Halbzeit ab, als Argentinien deutlich über­legen wurde, recht unfair, traf aber diesmal auf einen Schieds­richter( Mutters- Holland), der der Situation stärker gewachsen war. Nasazzi und Fernandez( beide Uruguay) mußten Ver­warnungen einstecken und sich sagen lassen, daß sie bei der näch­ten Unsportlichkeit vom Platz gestellt würden.

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Argentinien hätte das Spiel gewinnen können, denn seine Mannschaft spielte nicht nur den besseren Fußball, sie hatte auch diarchweg mehr vom Spiel. Ihr faires und schönes Spiel trug der Mannschaft die Sympathien des Publikums ein. Leider wear der Sturm bei aller Kunst nicht durchschlagskräftig genug. Jm dieser Beziehung hatte der Angriff der Uruguayer ein Plus. Geanz ausgezeichnet waren auf beiden Seiten die Hintermann­schaften.

Der Kampf war erst sehr zerrissen. In der 20. Minute er­zielte Petrone aus fast aussichtsloser Position das Führungstor. Argentinien blieb jetzt bis nach der Pause überlegen, konnte aber erst in der 7. Minute nach dem Wechsel durch einen schar­fen Schuß von Tarasconi den Ausgleich erzwingen. Argen­tinien drängte unter der lebhaftesten Anteilnahme des Publi­tums weiter, erreichte aber nichts mehr. Gegen Schluß der Halbzeit lag Uruguay wieder im Angriff. Auch in der Ver­längerung ereignete sich nichts mehr von Belang. Beide Hin­termannschaften kämpften mit größter Aufopferung und wußten alle noch so fein angelegten Angriffe zu scheitern zu bringen.

Italien schlägt Aegypten 11: 3( 6: 2).

Das Endspiel um den dritten Plaz des Olympischen Fuß­ball- Turniers hatte in Amsterdam ein nur geringes Interesse gefunden. Daran trug allerdings auch die Witterung schuld. Bis kurz vor Beginn des Spieles regnete es heftig. Darunter litt nicht nur der Besuch, sondern auch das Spielfeld. Die Spieler hatten auf dem nassen Boden kaum Halt, sie lagen fast mehr, als sie standen. Die 10 000 Zuschauer wurden auch sonst enttäuscht, denn Aegyptens ersahgeschwächte Mannschaft war nicht in der Lage, der guten, kampfkräftigen Mannschaft Jta­liens den erwarteten Widerstand zu leisten. Italien hat den dritten Platz des Turniers verdient errungen.

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waren zu halten. Der beste Mann der Limburger war der Mittelläufer.

BfB.-K. Marburg 4. Jgd. 1900 Schüler 2: 3.

Die Schülermannschaft der 1900er konnte in Marburg gegen die spielstarke 4. Jugend nach sehr guter Leistung einen schönen 3: 2- Sieg erringen.

VfR. Limburg A.- 5. SpVg. 1900 Gießen A.-H. 0: 3.

Was die A.- H.'s doch noch spielen können, zeigte man in Limburg, wo die ehemaligen Liga"-Kanonen sich so recht wie­der im Element befanden.

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VfR. Butzbach Liga Kiders Offenbach 2. 1: 3( 1: 0).

Sportfest in Großen- Bused am 10. Juni 1928. In der A- Klasse errang SpV. 1920 Heuchelheim den Pokal, in der B- Klasse BC. 20 Gießen.

Beim 100- m- Lauf gingen 3 Läufer in 12 Sek. zu gleicher Zeit durchs Ziel. Durch Los erhielt Otto Kreuder, Grünberg, den 1., Karl Erb- Daubringen den 2. und Fritz Stöckel- Grünberg den 3. Preis.

1. Preis A- Klasse Großer Pokal und Diplom, 2. Preis Diplom, 1. Preis B- Klasse Kleiner Pokal und Diplom, 2. Preis Diplom, 1. Preis 100- m- Lauf Becher und Diplom, 2. Preis Diplom, 1. Preis 4 mal 100- m- Lauf Becher und Diplom, 2. Preis Diplom. Die Veranstaltung selbst war gut organisiert und verlief alles zur größten Zufriedenheit der Beteiligten. Die Fußball­spiele dauerten ununterbrochen von 9% bis Uhr. Alle Spiele bis auf eins mußten mit Verlängerung durchgeführt wer den. Ein Zeichen, daß um die Preise gekämpft wurde. Pokale und Becher waren wertvolle Stücke und lohnte es sich wirklich, darum zu kämpfen. Um 4 Uhr war ein Festzug, daran anschlie= ßend gemütliche Unterhaltung mit Tanz.

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Spiele in der B- Klasse: Vorrunde: BC. 20 Gießen Daubringen 1: 0; Grünberg gegen Lollar 2: 0; Nieder- Weisel zog Freilos. Zwischenrunde: Niederweisel Grünberg 1: 0; BC. 20 Gießen Freilos.

Endspiel: BC. 20 Gießen längerung.

Niederweisel 2: 1( nach Ver=

Spiele in der A- Klasse: Heuchelheim Ettingshausen 2: 0; Daubringen Freilos. Endspiel: Heuchelheim Daubringen 4: 1.

Fußballsperre und Deutsche Meisterschaft. Jm Spieljahr 1926-27 wurde die Vorrunde der Deutschen Meisterschaft bereits am 8. Mai 1927 ausgetragen; die beiden Zwischenrunden folgten am 22. und 29. Mai; das Endspiel fand am 12. Juni statt. Jm Spieljahr 1927-28 sollten die Teilneh­mer von den Verbänden bis zum 8. April 1928 gemeldet sein, weil die Vorrunde auf den 22. April vorgesehen war; den frü­heren Termin hatt der DFB. mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele in Amsterdam gewählt: man wollte vorher wenigstens die Vorrunde, vielleicht auch noch eine Zwischenrunde unter Dach bringen. Aber diese Absicht scheiterte an der Rückständig­keit der Meisterschaftsspiele in allen sieben Verbänden. Der Westdeutsche Spielverband, der uns am meisten interessiert, hat bis heute noch nicht den Tabellendritten der Bezirksmeister­runde ermitteln und dadurch auch noch nicht den dritten Teil­nehmer an der Deutschen Meisterschaftsrunde feststellen und melden können.

Nun ist aber schon für den Bereich des WSV. die Fuß­ballsperrzeit bekannt gegeben worden: sie beginnt mit dem 18. Juni und endigt mit dem 3. August. Am Sonntag, den 17. Juni können die Vereine also das Spieljahr 1927-28 noch mit einem Spiel beschließen und am Samstag, den 4. August das Spieljahr 1928-29 schon wieder mit seinem Spiel eröffnen, so daß also nur an sechs Sonntagen nicht gespielt werden darf. Ganz ohne Fußball wird allerdings diese Frist nicht verlaufen: Der DFB. beabsichtigt, wenigstens noch die Vorrunde der Deut­schen Meisterschaft im alten Spieljahr zu erledigen und hat da­für den 1. Juli ausersehen. Das Olympische Fußballturnier klingt nach den bisherigen Terminansehungen am 10. Juni aus; demnach bleiben dem WSV. noch der 17. und der 24. zur Fest­stellung seines dritten Vertreters. Wie verlautet, ist das rück­ständige Spiel Schalke 04 Schwarz- Weiß Barmen auch schon auf den 17. Juni angesetzt. Gewinnt Schalte, so hat es damit den dritten Platz der Tabelle und kann am 24. das Entschei­dungsspiel gegen Schwarz- Weiß- Essen, den Meister der Trost­runde, austragen. Verliert aber Schalke, dann müssen erst noch Kurhessen Kassel und Borussia Rheine um den dritten Ta­bellenplatz kämpfen; und wenn Schalte unentschieden spielen sollte, gesellt es sich als Dritter noch zu den beiden genannten Vereinen in dem Kampf um den dritten Platz. Dadurch würde sich das Entscheidungsspiel zwischen dem Sieger aus dieser dop­pelten, bezw. dreifachen Konkurrenz und Schwarz- Weiß Essen natürlich derart hinausziehen, daß am 1. Juli der dritte west­deutsche Teilnehmer noch nicht feststände, es sei denn, daß kurzer= hand ein Verein dafür nominiert wird( was aber wohl die andern zwei bezw. drei Konkurrenten nicht ohne weiteres zu­lassen) oder daß für die Austragung der Ermittelungsspiele auch Wochentage herangezogen werden( was für die Beteiligten eine vermehrte Anstrengung bedeutet, ganz abgesehen von der Frage, ob sie in der Woche ihre Spieler überhaupt in der nöti­gen Ausstellung zusammen bekommen.) Für die Kasseler Kur­hessen, den Vertretern von Hessen Hannover, wäre es natürlich am vorteilhaftesten, wenn Schalke verlieren oder unentschieden spielen würde; dann kämen sie noch einmal mit Borussia Rheine zusammen.

Vor der Abreise der deutschen Fußball- Expedition aus Am­sterdam am 5. Juni hielten Vorstand und Spielausschuß des DFB. eine Sigung ab, um über verschiedene Angelegenheiten zu beraten. Dabei wurde u. a. beschlossen, daß die Vorrunde der Deutschen Meisterschaft endgültig am 8. Juli ausgetragen werden soll, während die beiden Zwischenrunden und das End­spiel erst zu Beginn des neuen Spieljahres 1928-29 folgen. Es