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Mittwoch, den 12. Dezember 1928.

Lofales.

* Behördlicher Einkauf in Warenhäuser. Um dem hartbe= drängten kaufmännischen und gewerblichen Mittelstand eine fühlbare Hilfe zuteil werden zu lassen, beantragen die Abg. Dr. Werner und Böhm( Dnatl.), die Regierung zu ersuchen, Einkäufe der Behörden in Zukunft nicht in Warenhäusern, sondern nur noch in leistungsfähigen Geschäften des Mittel­standes zu gestatten.

* Wann ist eine Straße ausreichend beleuchtend? Das Oberlandesgericht Darmstadt hat in einer Streitsache hinsicht­lich der Straßenbeleuchtungspflicht ein Urteil gefällt, aus dem hervorgehoben zu werden verdient: Als beleuchteter Ortsteil fann eine Straße nur dann angesprochen werden, wenn die Beleuchtung derart ist, daß der Lenker des Fahrzeuges auch mit abgeblendeten Lichtern seinen gesetzlichen Verpflichtungen ge= nügen, namentlich aber die Fahrstraße auf mindestens 20 Me­ter genau und deutlich übersehen kann.(§ 4 Abs. 1 3iff. 5 d. Kraftfahrzeugordnung.)

* Ein neuartiger Bildungskursus für Lehrer an Volks­schulen und höheren Schulen soll in Verbindung mit dem Phy­siologischen Institut der Universität eingerichtet werden. Der Lehrgang wird sich mit Stimmphysiologie und Stimmbildung beschäftigen. Zweck& des mehrtägigen Lehrgangs ist: 1. Förde= rung des Musik- und Gesangsunterrichts, 2. Spracherziehung und 3. rythmische Erziehung.

* Die Generalversammlung des Hessischen Landjungend­bundes fand hier am Sonntag unter starker Beteiligung statt. Die Tagesordnung brachte die Wiederwahl des Vorsitzenden Robert Schmidt- Steinheim, Georg Albfeld- Hellhof und Kreuter Grünberg im engeren Vorstand und K. Rühl­Schotten als 2. Bundesvorsitzenden durch Zuruf. Dem Gedan­ken der Bauernhochschule wurde zugestimmt, aus gegebenen Gründen aber die

Kreiſen beschlossen. hhaltung von Führerkursen in einzelnen

Zur Förderung der sportlichen Ausbildung

ist eine Lotterie beabsichtigt. Der Siedlungsfrage und dem Austausch von Bauernsöhnen wurde große Beachtung geschenkt. 1929 findet in Hungen das 10jährige Gründungsfest des Bundes statt. Ein Bundesschießen wird in Echzell abgehalten.

* Bei der Landesausschußsizung für Leibesübungen in Darmstadt nahm Staatspräsident Adelung, der mit Mini­sterialrat Glückert und Schulrat Hassinger vom Ministerium für Kultus und Bildungswesen der Einladung zur Sigung gefolgt war, die Gelegenheit war, einigen um die Pflege der Leibes­übungen in Hessen verdienten Männern als Zeichen der staat­lichen Anerkennung besondere Ehrenurkunden zu überreichen. Unter den Geehrten befindet sich auch unser Mitbürger, Herr Wilhelm Will, der schon über 50 Jahre in Verein, Gau und Deutscher Turnerschaft auf allen Gebieten der Leibesübungen, von der Erkenntnis ihres hohen Wertes überzeugt, seine Hilfe eingesetzt hat. Vom

* Für Megger, Wurst- und Fleischwarenhändler. Polizeiamt wird uns mitgeteilt, daß die Verwendung von eiweißhaltigen Bindemitteln tierischen und pflanzlichen Ur­sprungs zur Herstellung von Wurstwaren verboten und nach dem Lebensmittelgeset strafbar ist.

Aus Rab und Fern.

Vom Vogelsberg. Der Versand der Weihnachtsbäumchen hat seit einigen Tagen auf den Stationen unseres Gebirges eingesetzt. Ueberall sieht man Waggons mit Christbäumen, die in die großen Städte verschickt werden.

Laubach. Der Bürgerverein veranstaltete eine Protest­versammlung gegen die Umschaltung des Stromnetes von 127 auf 220 Volt. In einer Entschließung wird das Ueberlandwerk Oberhessen aufgefordert, alle Kosten, die durch die Umschaltung entstehen, selbst zu tragen.

Mainz. Die Mainzer Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sigung beschlossen, ein Wohnungsbauprogramm von 1500 Wohnungen mit möglichster Beschleunigung zur Aus­führung zu bringen, und zur Ausführung, die insgesamt 20

Die Schlacht vor Paris.

Als zu Beginn dieses Jahres der erste der die Marne­schlacht schildernden Bände der Schriftfolge*) erschien, wurde in seinem Vorwort als Ziel der gesamten Darstellung eine eingehende und sorgfältige Erforschung der taktischen Kampf­lage, eine Entwicklung des Verlaufs der Schlacht in allen Einzelheiten, hinabgehend bis zur Kompagnie und Batterie. und eine vergleichende Kritik der Lage auf beiden Seiten in der Stunde des Abbruchs des Kampfes angegeben. Nur da­durch werde sich ein Urteil bilden lassen, ob das Ringen an der Marne tatsächlich an den entscheidenden Stellen mit einem Siege der deutschen Waffen geendet hat, der nur von der Obersten Heeresleitung nicht erkannt und ausgenutzt worden ist, oder ob die französische These! der Abbruch der Marneschlacht erfolgen mußie, um die deutschen Armeen vor einer offenkundigen Niederlage zu bewahren.

Nachdem nunmehr der letzte Band des Marnedramas" ( ,, Die Schlacht vor Paris", Verfasser Hptm. a. D. Dahlmann, bearbeitet von Archivrat Stenger) erschienen ist, wird man zu­geben müssen, daß das beabsichtigte Ziel durchaus erreicht worden ist. Auf Grund vorzüglicher Unterlagen sowie nicht zum wenigsten durch die hier zum erstenmal erfolgende Angabe der Verluste während und der Gefechtsstärken unmittelbar nach der Schlacht ist ein Bild von hervorragender Klarheit entstan­den. Daß dies ohne quälende Längen und unter glänzender Herausarbeitung der großen Zusammenhänge gelungen ist, bleibt besonders hervorzuheben.

Darüber hinaus aber tann feinem Zweifel unterliegen, daß durch die Marnebände die Frage, ob die deutsche oder die

*) Schriftfolge Schlachten des Weltkrieges", herausgege­ben im Auftrage des Reichsarchivs. Bo. 22-26 Das Marne­drama". Mit Bd. 26. ,, Die Schlacht vor Paris" liegt die Dar­stellung der Schlacht nunmehr abgeschlossen vor. Verlag Ger­hard Stalling in Oldenburg.

,, Gießener Zeitung"

Millionen Mark erfordert, zunächst als erste Rate 6 Millionen Mark zu Lasten des Wohnungsbaufonds zur Verfügung zu stellen.

Wezlar. In Kinzenbach wurde. am Montagmittag der Maurermeister Hofmann von einem einstürzenden Kamin er­schlagen. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder.

Ungetreue Beamte.

Mainz. Der Verwaltungsinspektor der Stadtkasse, Kloh, ist seit einigen Tagen flüchtig. In der Kassenführung wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Die Höhe der Unterschlagungen soll 100 000 Mark erreichen. Genaues über die Höhe der Unter­schlagungen fehlt noch. Der Geschäftsführer der Genossen­schaft zum Einkauf verbilligter Lebensmittel der Telegraphen­beamten und-arbeiter hat der Kasse 12 000 Mark unterschlagen. In Oppenheim wurde in der Reichsbahnkasse ein Fehlbetrag von 10 000 Mark entdeckt. Der mit der Kassenführung betraute Bahninspektor wurde seines Dienstes vorläufig enthoben. In der Spar- und Darlehenskasse Dexheim wurde bei einer Revision ein Fehlbetrag von 25 000 Mart festgestellt. Bei einer Prüfung der Gemeindekasse in Drais wurde ein Fehl­betrag von 20 000 Mark festgestellt.

Gegen die Ausdehnung der Zwangsversicherungen.

Der Reichsausschuß der deutschen Mittelschicht, dem neben dem Reichsverband des deutschen Handwerks der Reichsschutz­verband für Handel und Gewerbe E V., die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, der Zentralverband deutscher Haus­und Grundbesitzervereine E. V. und das Schußkartell Deutscher Geistesarbeiter angeschlossen sind, wendet sich mit nachstehender Erklärung an die Oeffentlichkeit:

Als Freunde einer rechtverstandenen und zweckmäßig ge= stalteten Sozialpolitik erheben wir entschieden Einspruch da­gegen, daß die für die Arbeitnehmer geschaffenen Versicher­ungen und Schuhmaßnahmen auch auf Bevölkerungstreise aus­gedehnt werden, deren besondere Eigenart und Lebensbedürf­nisse dadurch nicht gefördert, sondern geschädigt werden.

Schon die Forderung, die Versicherungsgrenzen der Kran­tenversicherung bis zu 6000 Reichsmark Jahreseinkommen zu erhöhen, hat die betroffenen Kreise lebhaft beunruhigt, weil

Feine Weihnachts­Gebäcke

nach Dr. Oetker's bewährten Rezepten sind sehr beliebt und erhöhen die Festfreude.

250 g Butter,

150 g Zucker,

1 Päckchen Dr. Oetker's

Vanillin- Zucker,

Versuchen Sie bitte: Vanille- Gebäck:

Zutaten:

100 g Mandeln, 4 Eier, 500 g Mehl,

Päckchen Dr. Oetker's Backin- Backpulver.

Zubereitung: Butter und Mehl( dieses mit dem Backin gemischt und gesiebt) knetet man zu einem Teig. Das Eigelb, 100 g Zucker und den Vanillin- Zucker verquirlt man und arbeitet alles mit obigem Teig zu einer Masse, die sich gut ausrollen läßt, sticht kleine runde Scheiben aus, bestreicht diese mit Eiweiß, streut die in Spänchen geschnittenen Mandeln, die man mit 50 g Zucker gemischt hat, darüber und backt bei Mittelhitze. In Blechdosen aufzubewahren.

Für die Weihnachtsbäckerei werden ferner noch empfohlen: Punsch­kränzchen, Kleine Gewürzkuchen, Honigplätzchen, Christbaum- Fein­gebäck, Aachener Printen, Rumtörtchen, Gefüllte Biskuits, Weih­nachtsgebäck in Formen ausgestochen, Lebkuchen usw.

Die Rezepte sind in meinem neuen farbig illustr. Rezeptbuch, Aus­gabe F enthalten, aus dem Sie auch Näheres über den vorzüglichen Back-, Koch- und Bratapparat ,, Küchenwunder" erfahren. Das Buch ist für 15 Pfg. in allen einschlägigen Geschäften erhältlich, wenn nicht vorrätig, gegen Einsendung von Marken von

Dr. August Oetker, Bielefeld.

französische Auffassung richtig ist, einwandfrei im Sinne der ersteren geklärt worden ist. Hatten die früher erschienenen vier Bände im wesentlichen die Kampfereignisse der deutschen 2. und des rechten Flügels der deutschen 3. Armee behandelt und gezeigt, wie dort in den Mittagstunden des 9. September ein voller Sieg herangereift war, so bringt der jetzt erschienene letzte Band insbesondere eine volle Klärung der Lage bei Ab­schluß der Schlacht an den Frontabschnitten, die nach Ansicht der Franzosen für die deutsche Niederlage entscheidend waren, nämlich am rechten Flügel der 1. und in der Lücke zwischen der 1. und 2. Armee.

Nachdem am 5. September die dem rechten deutschen Heeres­flügel drohende, ungeheuere Gefahr klar zu Tage getreten war, hatte tatsächlich der Nordflügel der 1. Armee tagelang in schwerster Krise gestanden. Aber der Oberbefehlshaber der 1. Armee und sein Generalstabschef hatten der zähen Energie der Generale Galliéni und Maunoury den eisernen Willen ent­gegengestemmt, das Gesetz des Handelns unbedingt wieder zu gewinnen und die französischen Umklammerungsversuche mit ciner Umfassung des französischen Nordflügels zu beantwor= ten.

Mit kühnem Entschluß hatten sie hierzu die südlich der Marne stehenden Korps weggerissen und in unerhörten Ge­waltmärschen nach dem entscheidenden Kampffeld von Ourcq geschoben, energisch alle irgendwie freizumachenden Kräfte aus der Etappe nach dem Nordflügel der Armee gezogen. Am Abend des 8. September war dank der hervorragenden Führung der 1. Armee auf dem rechten Flügel die Lage gesichert, am Vor­mittag des 9. reifte hier der deutsche Sieg. Die zur Umfaj= jung angesetzte französische 6. Armee fand sich bereits umfaßt, ihr Führer sah sich gezwungen, die Zurücknahme seines linken Flügels zu befehlen; er war in schwerer Sorge, ob seine Front dem Ansturm der Deutschen standhalten würde. So war ier ein voller deutscher Sieg errungen, und es ist eigentlich schwer verständlich, daß die Franzosen gerade die Lage des Nordflü­gels der Ourcqfront zur Stügung ihrer These heranziehen.

Nr. 98 Mittwoch, den 12. T

sie auf andere Weise zweckmäßiger sich für Krankheitsfälle sichern können und sich dagegen verwahren, daß Wohltat zur Plage gemacht wird. Bewährte freiwillige Einrichtungen wer den dadurch zerstört, die persönliche Verantwortung wird ge schwächt, der Wille zur Krankheit durch Zwangsversicherung unnatürlich gezüchtet, und endlich wird der lebenswichtige Be rufsstand der Aerzte und sein Vertrauensverhältnis zu wert: vollen Bevölkerungskreisen schwer geschädigt.

Meisterschafts Beide Gruppen Nor mit einer Ueberraschung hermannia Kaffel, leiste jeffen erbitterten Wider nia spielte wie nie, Ritelläufers ganz aus Das einzige Tor für K In der 2. Halbzeit wun hossen. Borussia Fulda ohen 6: 2- Sieg und befe Germania Marburg Die Ueberraschung der Göttingen 05 gegen He Nach dem Sieg der Göt lenführer S. C. 03 Raj gegeben. Aber die He ud tamen zu einem ve jftigte mit 5: 1 über G Endkampf erheblich. Die 6. C. 03 punktgleich we verliert.

Diese unheilvollen Folgen steigern sich zu einer ernsten Gefahr für den Mittelstand, für die gesamte Wirtschaft und das ganze Volksleben, wenn die Krankenversicherung und an: dere Zwangsversicherungen auf die wirtschaftlich selbständigen Volkskreise ausgedehnt werden. Wie jeder unnötige Ein­griff der öffentlichen Hand, so schädigt auch eine sinnwidrig gestaltete und ausgedehnte Zwangsversicherung die Selbstän keit weiter Volksschichten und damit eine unentbehrliche Schule der Verantwortung. Kaum eine Aufgabe erscheint aber gegenwärtig so wichtig für eine weitblickende Staatsverwal tung und Sozialpolitik, wie die große Aufgabe, die Zahl der Selbständigen als Kern einer starken Mittelschicht und eines gesunden Volkslebens zu erhalten. Auch verwahren sich die durch die neuerlichen Bestrebungen bedrohten Volkskreise mit allem Nachdruck dagegen, daß bei einer erweiterten Zwangs­versicherung der größte Einfluß, Aufsicht und Verwaltung, Be­rufsgruppen zufallen, von denen volles Verständnis für die eigenartigen Lebensnotwendigkeiten der gewerblich und gei­stig tätigen Mittelschicht nicht erwartet werden kann.

Aus diesen Gründen erheben die Vertreter des deutschen Mittelstandes por dem Zusammentritt des Reichstags ihre Stimme und fordern, daß die verantwortlichen Regierungen und gesetzgebenden Körperschaften, insbesondere die Reichs­regierung, Reichsrai und Reichstag, den gekennzeichneten ver hängnisvollen sozialpolitischen Bestrebungen nicht nachgeben, sondern zum Heile einer zweckmäßig gestalteten Sozialpolitik eine zweckwidrige, besonders auch den Mittelstand bedrohende Ausdehnung der Zwangsversicherungen entschieden ablehnen.

Neue Bücher.

Das Frankenfüchslein und Hermann Löns. Roman in 7 Bildern von Cornelius Bauvens. 256 Seiten. Verlag Adolf Klein, Leipzig. S. 3. Preis schön in Leinen gebunden 7,50 M. Das vorliegende Buch, das uns in das gute Bürger- und Ge­lehrtenleben einführt, mit seinen Kämpfen, Streben und Vor­wärtsbringen, gehört in jede Biblothek. Es ist sehr spannend geschrieben, und wenn man es aus der Hand legt, hat man die Gewißheit, wieder einen Gewinn gemacht zu haben, auf den man in stillen Stunden gern zurückgreift.

Für Deutschland in den Tod.

Leben und Sterben Albert Leo Schlageters. Im Otto Stoll­berg- Verlag Berlin ist diese kleine Schrift erschienen, die von dem Leben eines Nationalhelden spricht. Wer Schlageter ist und welche Bedeutung er in der Geschichte des deutschen Volkes einnimmt, braucht hier nicht näher erörtert zu werden. Ein Leben, das sich restlos den Pflichten des Vaterlandes wid­mete und sich opferte für die Allgemeinheit, ist und bleibt ein Vorbild auch für die zukünftigen Geschlechter.

Schußwaffengesetz

mit Ausführungsbestimmungen, erläutert von Ministerialrat Schönner und Regierungsrat Salewski.- Das neue Schußwaffengesetz ist in guter Ausgabe erschienen und bringt alle wichtigen Bestimmungen. Die Anschaffung ist nur zu empfehlen.

Aufnahmen vom wandernden Berg in Lorch, die ein sel­tenes Naturschauspiel wiedergeben, sind in der neuen Nummer, ,, Die J. 3. 20" enthalten. Ferner sieht man da Bilder von der Sturmflut bei Sylt und von anderen wichtigen Ereignissen der Woche.

Ihr Wunschzettel? Warum wollen Sie sich darüber den Kopf zerbrechen, wo die Elegante Welt" Ihnen erschöpfende Beratung bietet? Kaufen Sie und studieren Sie eingehend das neueste Heft, das soeben als zweites Weihnachtsheft er­schienen ist. Ueberall für 1 M zu haben.

Daß das Wegziehen der südlich der Marne dem britischen Expeditionstorps gegenüberstehenden Teile der 1. Armee Echwierigkeiten zur Folge haben mußte, sobald der Gegner die sich ihm hier bietende Gelegenheit auch nur einigermaßen energisch ausnutzte, war von vornherein klar gewesen Daß diese Schwierigkeiten erst verhältnismäßig spät einsetzen, hatten die Deutschen neben dem Zögern der Engländer und des linken Flügels der 5. franz. Armee vor allem dem geschickten Ver­halten ihrer Heereskavallerie zu verdanken. Immerhin brachte der 9. dem linken Flügel der 1. Armee kritische Stunden. Aber auch hier zeigte sich die Führung der Lage gewachsen. Um die Mittagsstunde war nach dem Einsatz der deutschen 5. Inf.- Div. den über die Marne vorgedrungenen Engländern ein fester Riegel vorgeschoben, ja, es kann wohl durchaus angenommen werden, daß der Abend des 9. September die Deutschen wieder im vollen Besitz des nördlichen Marneusers gesehen hätte, wenn nicht durch das tragische Eingreifen der Obersten Heeres leitung die deutschen Armeen vor der Einbringung des geern teten Sieges zurückgehalten worden wären. Dieses Eingreifen der O. H. L. behandelt der Leiter der Schriftfolge, Archivrat Soldan, in einem besonderen Schlußkapitel, das an das ent­sprechende Kapitel im vorhergehenden Bande anschließt. Sol­dan lehnt es ab, den Ausgang der Marneschlacht als Schicksal zu bezeichnen. Die Schwäche der deutschen O. H. L. und die Führung der 2. Armee werden für den Ausgang der Schlacht verantwortlich gemacht.

Dieser letzte, mit ansprechendem Buchschmuck des Malers A Reich, München, und mit ausgezeichnetem Kartenmaterial ausgestattete Band rundet die auf einer außerordentlichen Höhe stehende Veröffentlichung Das Marnedrama" zu einem ein­heitlichen Ganzen ab. Hervorgehoben werden muß der über­raschend niedrige Preis. Der vorzüglich ausgestattete, 352 Sei­ten starke Band wird den Beziehern der Folge zu 3,90 Min Halbleinen gebunden geliefert.

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Sp. u. Sp. V. 2 Gerresheim

KISSNER

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