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Nr. 39..

Samstag, den 12. Mai 1928.

ihm Frühlingsfreude und Frühlingshoffnung ihren Einzug ge­halten, und als wäre ihm neue Jugend verliehen worden.

Mögen sich alle deine Hoffnungen erfüllen, du lieber Bie­nenvater, möge nach den schlimmen Fehlernten und Hunger­jahren doch endlich einmal wieder eine Zeit kommen, wo alle deine selbstlosen Bemühungen um das Wohl deiner Bienenlieb­linge reichlich Selohnt werden, eine Zeit, in der der Honig fließt. Möge aber auch endlich das deutsche Volk erkennen, daß es die heimische Bienenzucht durch Verwendung nur deutschen Honigs unterstützen und die oft fragwürdigen Honigprodukte des Auslandes, selbst wenn sie noch so verlockend angepriesen werden, ablehnen sollte.

Die Gabe der Heimat ist und bleibt die edelste und beste Gabe. Ernst Günther.

Lokales. Sonntagsgedanken.

Nun bricht es mit aller Macht aus allen Zweigen. Der Mai ist da, die Sonne hat die Erde zu neuem Leben erweckt. Gottes Garten steht in schönster Pracht. Es trillert die Lerche in die Lüfte und trägt ihr Loblied empor zum Herrn der Welt; im Busch singt die Drossel mit und Blumen und Blüten blühen ihrem Schöpfer zu. Tal und Höhen gleichen einem Blüten­meer, überall ein Sprossen und Grünen, ein stürmend Drängen weit und breit. Und Gottes Sonne wirft ihren schönsten Glanz über die blühende Welt.

Maiensonntag!

Der Schöpfer ruft dich in seinen Garten, damit du lesen fannst in seinem Buche, das er mit eigener Hand geschrieben hat. Jedes Blatt zeigt von der ewigen Güte Spur und lehrt uns glauben, hoffen und lieben. In diesem weiten hohen Tempel ist ewiger Gottesdienst, wige Anbetung. Das Vöglein im Busch, die Lerche im Aether, die Blumen im Hag, der schweigende Wald sie alle stimmen und lingen zusammen zu einem ewigen Loblied des Schöpfers.

Und du Mensch darfst da nicht fehlen.

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Gießener Zeitung"

* Ernennung. Die Gerichtsassessoren Friedrich Guter­muth aus Großen- Linden und Dr. Karl Haag aus Schlitz wurden unter Uebernahme in die Reichsfinanzverwaltung zu Regierungsassessoren ernannt.

* Im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nach Artikel 48 des Hessischen Gesetzes, die Presse betreffend, vom 1. August 1862 und§ 73 Abs. 2 der Hessischen Ausführungsverordnung zur Ge­werbeordnung Drudschriften ohne Unterschied, ob dies gewerbs­mäßig geschieht oder nicht, nur an solchen Stellen öffentlich an­geschlagen oder angeheftet werden dürfen, für die das Polizei­amt ausdrücklich seine Genehmigung erteilt hat. Zuwiderhand­lungen werden bestraft. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Anheften oder Anschlagen von Druckschriften an ver­botenen Stellen eine Sachbeschädigung im Sinne des§ 303 des Strafgesetzbuches darstellt und Zuwiderhandelnde daher auch aus diesem Grunde bestraft werden können. Die Polizeiorgane sind angewiesen, im Falle von Zuwiderhandlungen unnachsicht­lich Strafanzeige zu erstatten.

Die heiligen Blätter der Natur strömen gerade im Maien über vom Lobpreis der Schöpfung. In diesen blühenden Gar­ten wurdest du Mensch am letzten Schöpfungstage als Gottes Meisterwerk gestellt. Rühme dort mit allen Geschöpfen des Ewigen Ehre.

*

Jugend mert auf!

Morgen ist der Muttertag! Sorgt, daß er ein Freude­bringer für alle Mütter sei! Und vergeßt nicht der armen, einsamen und franken Mütter!

*

* Bon der Universität. Der Privatdozent für Bürgerliches und Römisches Recht an der Universität. Dr. Georg Eißer, hat den an ihn ergangenen Ruf als außerordentlicher Professor an der Universität Tübingen angenommen.

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* Aus dem Hess. Sängerbund. Der Bundessängertag des Hessischen Sängerbundes findet am 28. Oktober in Gießen statt. * Die Fleischermeister von Hessen und Hessen- Nassau tagten Sonntag in Bad Wildungen. 66 Innungen sind in dem Ver­band zusammengeschlossen und zählen 3765 Mitglieder. Eine große Mehrheit beschloß die Lehrzeit der Lehrlinge von 3 auf Jahre zu erhöhen und die Fleischergesellen erst zur Prü­fung zuzulassen, wenn sie mindestens 5 Jahre Geselle waren.

* Vom Polizeiamt. Ein betrügerisches Brautpärchen! Vor einigen Tagen trat hier ein Brautpärchen aus Nürnberg auf, welches Stoffschwindeleien verübte, bezw. Bestellungen auf Maßanzüge u. Mäntel aufzunehmen suchte. Fälschlicherweise be= nutzten sie dabei Bestellbogen einer hiesigen Firma und erhoben von den Kunden Anzahlungen. Sie wurden festgenommen. Die Mannsperson ging jedoch flüchtig, konnte aber in Lich er­neut festgenommen werden. In letzter Zeit wurden 9 Per­sonen wegen verschiedener Straftaten, darunter auch steckbrief= lich Gesuchte, festgenommen. In der Nacht zum 10. Mai gegen 3 Uhr wurde hier in der Licherstraße einem Schneidermeister eine Erberscheibe( Schaufenster) mit einem Stein eingeschlagen und 6 Meter Anzugstoff gestohlen. Am 26. April nach 23 Uhr wurde in der Gartenstraße an dem Logengebäude eine blau­weiße Fahne aus dem Vorgarten von der großen Fahnenstange entwendet. Die Fahne wurde in beschädigtem Zustande im Schurgraben in der Ostanlage gefunden. Sachdienliche Mit­teilungen über die Täterschaft nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. In den letzten Tagen wurden in Gießen fünf Fahrräder entwendet. Marke Rübezahl, Fabrik- Nr. un­bekannt, Marke Saalburg, Nr. unbekannt, Marke N. S. U. Nr. 853 806, Marke Dürrkopp( neuer Halbrenner), Marke Hefra, Nr. 91 714. Vor Antauf wird gewarnt. Sachdienliches nimmt die Kriminalpolizei entgegen. In der bekannten Wechsel­affäre wurde noch eine weitere Person festgenommen.

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* Die chilenische konsularische Vertretung für den Volks­staat Hessen ist dem neuerrichteten chilenischen Konsulat in Bensheim übertragen.

Aus Nah und Fern.

Buzzbach. Im Hinblick auf die 150. Wiederkehr des Ge burtstages des Turnvaters Jahn im August dieses Jahres ha­ben die Stadtverordneten den Beschluß gefaßt, einen öffent­lichen Platz unserer Stadt Jahnplaz zu benennen.

Buzzbach. Wie uns zu dem Zusammenbruch des Bankge­schäfts Arnold Lappe weiter gemeldet wird, ist nunmehr auch der Prokurist der Firma, Herbold, von dem Untersuchungs­richter nach einem mehrstündigen Verhör verhaftet worden. Die Verluste der Bankkunden werden als außerordentlich um­fangreich dargestellt.

* ,, Schnabelhausen". Die Eisenbahnwagen- Kolonien an der Margarethenhütte ,,, Schnabelhausen" genannt, ist zu einem fleinen Dorf angewachsen und zählt jetzt 41 Wohnungen mit über 200 Einwohnern. Schnabelhausen ist mit Wasser und elektrischem Licht versehen und ist an die Kanalisation ange= schlossen. Der Eisenbahn- Heimstättenverein hat beschlossen,

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Münzenberg. Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung wurde die neue, fast 23 Zentner schwere Kirchenglocke, die nun­mehr den Platz der während des Krieges abgelieferten alten Glode einnehmen soll, und eine zweite Glocke, die umgestimmt worden war, vom Bahnhof feierlich eingeholt.

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Hilfsmaßnahmen für den Vogelsberg.

Schotten. Der hessische Minister des Innern stattete zu­sammen mit Ministerialdirektor Dr. Stamer dem Kreisamt Schotten einen Besuch ab und erklärte u. a., daß er allen be­rechtigten Wünschen und Bedürfnissen des Vogelsberges, dessen Bevölkerung zurzeit wirtschaftlich erheblich zu leiden habe, Rech­nung zu tragen bestrebt sei.

Schotten. Die große Imkertagung, verbunden mit bienen­wirtschaftlicher Ausstellung, ist auf den 28. und 29. Juli fest­gelegt.

Darmstadt. Die amtliche Pressestelle teilt mit: Unter dem Vorsitz des Finanzministers fand eine Besprechung über den Ausbau der Straßenbahn in der weiteren Umgebung von Darm­stadt statt. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß die Elektrische Straßenbahn Darmstadt- Jugenheim als ge= sichert gelten kann.

Neue Bücher.

Das Mai- Heft der ,, See", Monatsschrift des Deutschen See­Vereins, früher Deutscher Flotten Verein, Berlin, Matthäi­firchstraße 13, bringt neben Berichte über die Fortschritte der deutschen Handelsmarine sehr interessante Aufsätze.

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