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Samstag,

Samstag, den 7. Juli 1928.

Rofales.

Sonntagsgedanken.

Früh um vier Uhr erwache ich und höre der Vöglein Mor­gengruß. Glocken läuten den Sonntag ein. Mich zieht es hin­aus in Gottes Dom zum großen Sonntags- Gottesdienst. Die Natur befindet sich in ihren höchsten Tagen des Werdens. Ein großes Freigeschenk gibt sie uns. Eine ganze Schöpfung liegt da, als wäre sie soeben aus der Wunderhand des Allmächtigen hervorgegangen. Einen Riesendom hat er uns gebaut, auf daß wir seine Herrlichkeit erkennen und ihn preisen.

Gießener Zeitung"

* Verbesserungen im Postverkehr. Wie der Reichspoſtmini­ster dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost mitgeteilt hat, haben jetzt alle geschlossenen Landorte wieder eine tägliche Bestellung. Von Einzelwohnstätten( Abbauten) werden im ganzen nur 0,6( im alten Reichspostgebiet nur 0,1) Prozent-- tener als einmal werktäglich belaufen. Von Ende Mai 1927 bis Anfang Juni 1928 sind 1824 neue öffentliche Sprechstellen eingerichtet worden. Bei allen Fernsprechvermittlungsstellen ist jetzt mindestens von 8 bis 20 Uhr ununterbrochen Dienst.

Viele wandern durch diese Hallen wie Blinde und nehmen alles hin wie etwas Alltägliches und wundern sich nie über die Wunderwerke Gottes ringsum, deren die ganze Welt ja voll ist. Offene, klare Augen aber finden überall Erfreuendes und Be­glückendes. Die entdecken, wenn auch das Herz noch mitsucht, überall Schönes, Neues, Großes auf den Fluren am Sonntag, bei der Arbeit am Alltag, in der Welt der Technik und Künste, bei den Blumen im Feld und unter dem Laubdach des Waldes, ja selbst in der Nacht, wenn die Wunder aus fernen Welten Lichtgrüße uns senden.

So wandere ich weiter durch den Morgen des Sommer­Sonntages bis hinauf auf den Berg, wo ein Kirchlein in stiller Einsamkeit all die Sonntagswanderer einladet.

Nr. 55.

Aus Nah und Fern.

Wieseck. Als der Arbeiter Karl Valentin während der schweren Gewitter Dienstag abend gegen 11 Uhr mit seinem Fahrrad sich auf dem Heimweg nach Wieseck befand, wurde er kurz vor seinem Hause vom Blitz getroffen und zu Boden ge­schleudert. Während ein Begleiter von ihm unversehrt blieb, stellte sich in der Wohnung des Valentin heraus, daß er durch den Blitzschlag die Sprache verloren hatten. Aerztliche Hilfe vermochte bisher nur, den Mann soweit wiederherzustellen, daß er leise flüstern kann.

* Das hiesige Kreisveterinäramt macht soeben eine Neue­rung für den Gießener Vichmarkt bekannt, die für den Vieh­handel von weittragender Bedeutung ist. Es teilt mit, daß jetzt für alles auf den Gießener Viehmarkt aufgetriebene Vieh die Impfung gegen Maul- und Klauenseuche eingeführt ist, wodurch die Abhaltung der Märkte von Seuchenausbrüchen in der Nach­barschaft völlig unabhängig gemacht wird. Die ankommenden| Tiere werden unmittelbar nach dem Ausladen geimpft. Dadurch fällt die von den Vichhändlern bisher immer sehr bitter emp­fundene Sperre der Märkte, wenn irgendwie in der Umgegend ein Seuchnfall auftritt, in Zukunft fort. Die Märkte können nun ungestört stattfinden.

Und von allem, was mein Auge vorher sah, sprach eben dort ein Priester und benutzte diese Welt der Wunder, diese Tage der Vollendung, um die Sonntagswanderer emporzuführen zu den Höhen des Glaubens an den Schöpfer, der den Menschen diese irdische Welt mit all ihren Herrlichkeiten gab, damit sie ihn erkennen und finden. Der Sonntagsschreiber.

* Ernannt wurde der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen, Anton Roth, im Einvernehmen mit dem Herrn Mi­nister für Arbeit und Wirtschaft zum geschäftsführenden In­spektor beim Arbeitsgericht zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1928 ab.

* Der deutsche Dorfkirchenverband hält seinen Dorfkirchen­tag am 25. und 26. Juli hier ab.

Ettingshausen. Hier schlug der Blitz in die Kirche. Größe­rer Schaden wurde nicht angerichtet.

Lich. Die schon längerer Zeit mit der Postbehörde geführ­ten Verhandlungen über den Neubau eines Postgebäudes wur­den zum endgültigen Abschluß gebracht. Das neue Postamt wird mit einem telephonischen Selbstanschluß verbunden. Mit den Ausschachtungs- und Fundamentierungsarbeiten soll sofort begonnen werden.

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Wölfersheim. Bei Neuarbeiten auf dem Hefrag- Gelände stürzte Donnerstag der Montagearbeiter Claus von Villin­gen von einer Eisenkonstruktion ab. Dabei erlitt er schwere Schädelverletzungen, denen er bald darauf erlegen ist. tag übernommen.

* Waldbrandgefahr. Wir nehmen Veranlassung, im Hin­blick auf die infolge der Trockenheit bestehende erhöhte Brand­gefahr für die Wälder die Waldbesucher und darunter beson­ders die Raucher und Touristen immer wieder nachdrücklichſt auf die Bestimmungen des Artikels 36 des Forststrafgesetzes hinzuweisen. Es ist nach diesem verboten, mit unverwahrtem Feuer oder Licht, also brennenden Zigarren, Zigaretten, Pfeifen ohne Deckel, den Wald zu betreten, im Walde brennende wie auch glimmende Gegenstände wegzuwerfen oder unvorsichtig zu handhaben und im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben Feuer anzuzünden. Insbesondere ist vor Abkochen der Touristen im Walde zu warnen. Ebenso ist das Abbrennen von Wald­flächen oder Grundstücken, welche an Waldungen grenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde verboten. Wer einen Wald­brand wahrnimmt, soll, wenn die sofortige Unterdrückung des Brandes nicht gelingt, so schnell als möglich den Ortsvorsteher oder die Ortspolizeibehörde der nächsten Gemeinde benachrich­tigen. Hierbei sei auch erwähnt, daß jeder auf Aufforderung der Forst- und Ortspolizeibeamten zur Hilfeleistung bei den Lösch= arbeiten verpflichtet ist, sofern er der Hilfeleistung ohne erheb= lichen Nachteil Folge zu leisten vermag.

* Polizeibericht. Der in der Nacht zum 29. Juni ds. Js. ausgeführte Gartenhauseinbruch auf dem Nahrungsberg hat seine Aufklärung gefunden. Fast sämtliches Diebesgut konnte dem Geschädigten wieder zugeführt werden. Als Täter wurde der Installateur Friedrich Knörr aus Hatzfeld ermittelt der am 4. 7. in Gießen festgenommen werden konnte. Ferner ist be­kannt geworden, daß Knörr in hiesiger Stadt mehrere Zech­betrügereien begangen hat. Geschädigte werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen.

* Fundsachen. Das Verzeichnis über die im Monat Juni 1928 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Weidengasse Nr. 5, ein­gesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefor. dert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten bei Fundbüro während der Dienstſtunden gelten zu machen.

Worms. Der Parteitag der Demokratischen Partei in Hes­sen ist für Sonntag, den 30. September, in Worms in Aussicht genommen. Zur Vorbereitung des Parteitages wird am 2. Sep­tember in Frankfurt a. M. eine Landesausschußsizzung abge­halten.

Darmstadt. Der neue Provinzialdirektor Gebhardt, seither Kveisdirektor in Friedberg, hat seine Dienstgeschäft am Diens­

Weilburg. In der Nacht zum Donnerstag drangen Ein­brecher in die Ortskrankenkassenräume ein und stahlen hier, da sie den Tresor nicht aufbrechen konnten, eine Anzahl Medika­mente. Dagegen entwendeten sie aus dem Geschäftszimmer des Rechtsanwaltes Dr. Wiens einen größeren Geldbetrag und eine erhebliche Menge von Briefmarken, eine Anzahl Stempelmar­fen und das Notariatssiegel des Anwalts. Schon vor einigen Wochen war ein Einbruch in das Krankenkassengebäude ver­sucht worden.

Kostenlose Auskunft erhält jeder Steuerzahier kommenden Montag im Café Leib nach dem Vortrag des Herrn Oberregie­rungsrat Ka del. Es empfiehlt sich, wer über Einheitsbewer­tung, Grund- und Gewerbebesteuerung von diesem berufenen Herrn vom Landesfinanzamt Darmstadt Auskunft haben will, seine ausführlichen Fragen vorher auf Papier zu notieren und den Zettel beim Eintritt in den Saal in den dafür aufgestellten Kasten zu werfen. Der Name des Fragestellers wird nicht ge­nannt und auf diese Weise auch Dritten nicht bekannt, von wem die Fragen sind und für wen die Antworten gelten. Herrn Ober- Regierungsrat Kadel ist es lieb, wenn er recht viele Fragen Steuern ,, behafteten" Bürger mögen kommen, selbst wenn sie vorfindet, gern beantwortet er dieselben. Also, alle mit diesen ihre Steuererklärungen schon abgegeben haben. In Steuerange­legenheiten fann man bekanntlich nie genug hören, zumal hier die seltene Gelegenheit geboten ist der kostenlosen direkten Be­lehrung fürs eigene Haus und Geschäft. Herr Oberregierungs­rat Kadel schreibt über seinen Vortrag:

* Wagenschilder. Aus polizeilichen Gründen besteht schon seit längerer Zeit die Vorschrift, daß bespannte Pastfuhrwerte auf der linken Seite des Fuhrwerks oder an dem Geschirr des linken Zugtieres mit einer deutlich lesbaren, unverwischbaren Ausschrift versehen sein müssen, die den Vor- und Zunamen, so­wie den Wohnort des Fuhrwerksbesitzers( Firma und Wohnſik) angibt. Diese Vorschrift wird besonders von Landwirten viel­fach nicht beachtet. Um Strafe und Kosten zu vermeiden, emp­fiehlt es sich dringend, die vorgeschriebene Aufschrift, wo sie noch fehlt, schleunigst anzubringen.

Rheinfrankens geschichtliche Entwicklung.

Und solang Du das nicht hast, Dieses: Stirb und werde! Bist Du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde. Goethe.

Frankfurt a. M. Das Frankfurter Schwurgericht verurteilte am Mittwoch den früheren Bahnbeamten Wichmann, der in der Nacht zum 1. März ds. Js. aus wirtschaftlicher Not seine drei Kinder gemeinsam mit seiner Frau und dann seine Frau erwürgt hatte, zu acht Jahren Gefängnis.

3wed hat dieser Vortrag solange, als das Veranlagungs­verfahren läuft, sogar noch nach Zustellung der ersten Ein­heitswertbescheide. Diese werden erst gegen Herbst heraus­tommen. Durch den Vortrag jezt vor dem 15. Juli fönnen die Anregungen noch vor der Abgabe der Erklärungen be= rücksichtigt werden. Selbst nach Abgabe der Erklärungen können noch ergänzende Angaben gemacht werden..." Der Besuch dieses Vortrages kann darum für jedermann vor­teilhaft werden.

Berlin. Der deutsch- amerikanische Gesangverein Arion­Brooklyn, der sich auf der Reise zum deutschen Sängerfest in Wien befindet und auch in München und Nürnberg singen wird, fand bei seinem einzigen Berliner Konzert am Dienstag vor allem mit seinen Volksliedern stürmischen Beifall.

Warum ewig in Miete wohnen?

Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J. für das Geld, das man sonst jährlich an Miete zahlt, lich ein freies Eigenbeim schaffen kann. Unkündbares Baugeld schon zu 4% 3ins. Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sparers in kürzerer oder längerer Zeit, u. U. schon in 1', bis 2 Jahren, zum Eigenheim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben.

Jeder Familie ein Eigenheim!

In 3 Jahren an 2286 Bausparer 36,7 Will Nmt. zugeteilt.

Zur Römerzeit findet sich um Mosel, Saar und Nahe der Sitz der Treveri", den rechtsrheinischen germanischen Teil nah­men die Chatten ein; die Römer betonen erstmals den Rhein als Grenze, später den Limes, bei Rheinbrohl beginnend und zwischen Krotzenburg und Miltenberg längs des Mainz verlau­fend.

lich eine Scheidungsfcrmel für staatliche Interessensphären, wie der Kampf um die Hegemonie in Deutschland sie erkennen ließ, eine Zwistlinie der Vorherrschaftsproblematik.( Von der das Volk selbst nichts wissen will.) Denn die natürliche Wesensart von Mannheim und Köln, von Heidelberg und Bonn ist ähn­licher als die von Heidelberg und Karlsruhe, von Mannheim und Stuttgart, ja zwischen Heidelberg und Koblenz dürfte mehr Naturähnlichkeit herrschen, als zwischen Bonn und Duisburg, und sicher keine stärkere zwischen Koblenz und Elberfeld wie zwischen Darmstadt und Kassel, zwischen Heilbronn und Fulda. ( Auch die natürliche Wesensart von Aschaffenburg und Mainz ist ähnlicher als die von Aschaffenburg und Würzburg bezw. Nürnberg.) Die Mainlinie ist ein Schlagwort, das, wie die Landkarte weist, nicht einmal staatspolitisch einen Sinn errun­gen hat, denn der Main fließt quer durch bayerische( aber nicht bayrisch denkende oder fühlende) Ober- und Unterfranken und zerteilt Hessen; er ist gerade nur eine winzige Strecke lang die Grenze zwischen Hessen und dem preußischen( aber weder preu­ßisch denkenden noch fühlenden) Hessen- Nassau".

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Die Völkerwanderung bringt nach dem Rhein- und Main­gebiet die ,, Burgunder", von Oder und Weichsel kommend, und über Mosel und Maas vorstoßend; nördlich davon die ,, Franken"; über Holland und Belgien vorgehend; südlich die Alemannen", ins Elsaß eindringend. Während diese Volksstämme, die bis zum Weserlaufe sich ausbreitenden Kelten" nach Westen über den Rhein verdrängten, brachten die nachstoßenden Ost- Ger­manen auch jene zum Weichen über den Rhein.

Zu Beginn des 6. Jahrhunderts wird Rheinfranken zum überwiegenden Teil von den" Franten" eingenommen. Die ,, Thüringer" über Fulda und Mainviereck sich vorschiebend, nah men hierbei den südöstlichen Teil des rheinfränkischen Gebiets ein.

Die Klärung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern sowie jedwede Verwaltungsreform kann nur auf Grund einer durchgreifenden Flurbereinigung der historisch überkommenen wechselreichen Gemengelage unserer Länderterritorien mit ihren zahlreichen Gebietseinschlüssen erfolgen. Diese Flurbereinigung, die eine natürliche regionale Gliederung des Deutschen Reiches in seiner Gesamtheit zur Voraussetzung hat, beruht jedoch kei­nesfalls, wie vielfach fälschlicherweise behauptet wird, auf dem Zentralismus der Wirtschaft; auch ist keineswegs die Wirtschaft ausschließlich das Einteilungs- und Zweckprinzip. In der regio­nalen Gliederung ist somit nicht eine rein wirtschaftlich- technische Entwicklung zu erblicken; im Gegenteil ist hierbei gerade im kulturellen Sinne zurückzufolgern, daß die kulturelle Tradition eines Gebietes in ihrer Fortentwicklung in den bestehenden engeren wirtschaftlichen und Verkehrszusammenhängen sichtbaren Ausdruck ihrer zusammengefaßten territorialen Verbreitung findet. Stellt man nun die bestehenden Zusammenhänge und die vorliegenden Bedürfnisse, wie solche für Rheinfranken in zahlreichen Beispielen vorliegen, in ihrem Umfange und in ihrer inneren Verflechtung fartenmäßig fest, so erhält man ohne allen Zweifel auch das kulturell zusammenhängende Bild, wie ja auch die Wirtschaft dem Leben dient und nicht umgekehrt. Was Rheinfranken betrifft, so zeigt Professor Kuste( Köln) in einem Aufsatz über Der Rhein und seine Länder", wie der südliche Teil des Rheinlandes von der Mosel an seit dem Mit­telalter schon wirtschaftlich mehr mit Frankfurt als mit irgend einer anderen führenden Stadt verbunden war. Auch Prof. Arthur Blaustein( Mannheim) schildert in seinen südwestdeutsammensetzung und ihrer Stammesgebiete dauernden Verände­schen Betrachtungen dieses Wirtschaftsgebiet, zu dem große Teile der südlichen Rheinprovinz, Hessen, Hessen- Nassau, die Pfalz gehören und zu dem auch das Saargebiet sich zugehörig fühlt. Und Prof Hellpach( Heidelberg) erwähnt in seiner Politischen Prognose für Deutschland" hinsichtlich der vielumstrittenen ,, Mainlinie" u. a.:

Die nachstehenden Ausführungen legen dar, daß man auch in Beziehung auf die geschichtliche Entwicklung der Bevölke­rungseigenart, der Bodenständigkeit uff. an dem Begriff Rhein­Fränken" in seinem territorialen Umfange, bei Schaffung der neuen Selbstverwaltungsgebiete festhalten tann und muß, wo­bei zu betonen ist, daß die Grenzgebiete Ueberlappungsgebiete, nach beiden Seiten hin tendierend, darstellen. Hier können nur örtliche Entschließungen Platz greifen.

,, Die Mainlinie ist eine der seltsamsten Fiktionen, die ein Bolt innerhalb seines eigenen Organismus je aufgerichtet hat. Michts natürliches im Volkstum entspricht ihr, sie bedeutet ledig

Versuche, die unabweisbar notwendige Neugliederung Deutschlands allein auf stammesgeschichtlicher Grundlage durchzuführen, werden in praxi stets daran scheitern, daß die deutschen Stämme im Laufe der Geschichte hinsichtlich ihrer Zu­

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In dem Reiche der Franken nach 568 gehört Rheinfranken vollständig dem Gebiet ,, Austrasten" an, und nach dem Vertrag von Mersen 870 zum Ostfränkischen Reich".

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Zur Zeit der sächsischen und fränkischen Kaiser gehört das Gebiet um Mosel und Saar bis zum Rhein dem Herzogtum Oberlothringen" an, östlich davon dem Herzogtum Franken", woselbst im oberen Lahngebiet sich die Sessen" vorfinden. Auch in der kirchlichen Einteilung Deutschlands vom 11.- 16. Jahr­hundert umschließt das rheinfränkische Gebiet lediglich Teile der beiden Kirchenprobinzen der Erzbistümer Trier und Mainz. In der Stauferzeit, im ,, Römisch- Deutschen Reiche", gehört die Gegend um Mosel bis zum Rheint dem ,, Herzogtum' Nieder­Lothringen" an, um Rhein und Main dem Herzogtum Fran­ten", der nördliche Teil mit Hessen um Marburg der ,, Landgraf­schaft Thüringen" an.

rungen, Verschmelzungen und Verschiebungen unterworfen waren. Für Rheinfranken dem von Südwesten nach Nord­often als Querriegel über den Rhein sich hinziehenden Land­streifen engster Verbundenheit, zwischen Saarbrücken- Trier und Rassel einerseits, zwischen Koblenz- Siegen und Mannheim­Aschaffenburg andererseits läßt sich anhand historischen Kar­tenmaterials als eine wechselvolle und schicksalsreiche Entwic lung verfolgen, die sinngemäß auch für die meisten übrigen deut­schen Landschaften zutrifft.

Rheinfranten in Deutschlands Kreiseinteilung des 15. Jahr­hunderts umfaßt die Hauptgebiete des Oberrheinischen" und des Kurrheinischen Kreises", wozu noch Teile des ,, Westfäli­schen", des Fränkischen", und des Schwäbischen" Kreises hin­zukommen.

Ein verworrenes und zerfetztes Bild zeigen die berüchtigten

| Staatenkarten Deutschlands vom Ausgang des Mittelalters bis

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