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Nr. 28.

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Mittwoch, den 4. April 1928.

Fußball.

Germania Fulda

-

,, Gießener Zeitung"

"

Surnen, Sport und Spiel.

BB. Gießen 4: 4.

Die Gießener Ligamannschaft weilte in Fulda und konnte ein Unentschieden herausholen. Der Sturm spielte ganz ver­jüngt und bewährte sich bis auf den Halblinken. Auf den halb­linken Posten gehört der jetzige Mittelläufer, der durch Post er­jetzt werden könnte. Für die nächsten Spiele wird die Mann­schaft wohl wieder in stärkster Aufstellung mit Bingel als Ver­teidiger antreten.

*

Steindorf Laubach 0: 2.( Aufstiegspiel.) VfB. Riederwald 1. Jgd.- VfB. Gießen 1. Jgd. 0: 7 ( 0: 1).

Gießens Jugend dominierte vor dem Frkfrt. Gol und war ihr Sieg wohl zu hoch im Verhältnis zur Frkfrt. Jugend­Technik ausgefallen.

Postsportverein Frkft. A.-H.- VfB. Gießen A- H. 4: 1. Borussia Frkft. A.-H. SpVg. 1900 Gießen A.-H. 5: 3.

-

*

Zwischenrundentampf um den DFB- Pokal.

Altona, 1. April.( Drahtbericht.) Das Ringen um die Teilnahme am Endspiel um den DFB- Pokal, das am 29. April in Breslau zum Austrag kommen soll, ist endlich entschieden worden. Das Glüd war auf Seiten der Noddeutschen, die nach zweimaliger Verlängerung durch ihren Mittelstürmer Horn das entscheidende Tor schießen konnten. Jm Pokalendspiel stehen sich also diesmal Nord- und Südostdeutschland gegenüber.

Der dritte Zwischenrundenkampf im Stadion der Stadt Altona wurde von den vorgesehenen Mannschaften bestritten. Das Experiment des Nordens, in diesem schweren Kampfe einen neuen Mittelläufer auszuprobieren, schlug fehl. Koch( Sper­ber Hamburg) wurde denn auch nach dem Wechsel durch Schütte ( Sarburg), der vorher Stürmer gespielt hatte, ersetzt und so­fort wurde auch das Spiel der norddeutschen Mannschaft besser.

Wie schon in den beiden voraufgegangenen Spielen in Al­tona und Duisburg, so wurde auch diesmal der Kampf äußerst hartnäckig geführt. Wie schon das Resultat von 1: 1 bei regu­lärem Spielende besagt, waren sich die Mannschaften ziemlich ebenbürtig. Man sah auf beiden Seiten schönes Können und größte Kraft- und Energieentfaltung. Nach leichter Ueberlegen­heit konnten die Westdeutschen Mitte der ersten Halbzeit einen schönen Vorstoß des rechten Flügels mit einem Torschuß Saden­heims abschließen. Zehn Minuten nach dem Wechsel verwan­delte Wiedmayer( Kiel) eine Vorlage von Koch zum Ausgleich. Nach hartem und wechselvollem Kampf blieb das Resultat so bis zum Ende der regulären Spielzeit und auch die erste Ver­längerung brachte keine Aenderung. Erst in der 136. Minute konnte der ausgezeichnete norddeutsche Sturmführer Horn ( HSV.) den entscheidenden Treffer erzielen. Spranger­Glauchau war als Schiedsrichter gut.

*

Süddeutsche Endspiele.

-

Bei der Fortsetzung der Kämpfe um die süddeutsche Meister­schaft und Vertretung gab es wieder eine Reihe von aussehen­erregenden Resultaten, die nur geeignet sind, die Spannung auf den Verlauf der weiteren Spiele zu steigern. In der

Runde der Meister

vermochte die SpVg. Fürth in Frankfurt nicht nur Revanche an der Frankfurter Eintracht für die Niederlage in Fürth zu neh=

Auf der Warte.

Der Spielverkehr der Lahnkreisvereine mit den Vereinen aus dem Kreise Südhannover( Göttingen, Münden, Einbeck, Northeim, Osterode) ist ganz eingeschlafen, seitdem die Bezirks­liga nicht mehr in einer Gruppe spielt. Man war daher voll­ständig unorientiert über die beiderseitige Spielstärke, als die Runde der vier Kreisligagruppenmeister begann. Zufällig mußte der Lahnkreisvertreter, VfB. Marburg, sein erstes Spiel in Northeim austragen; das war am 11. März. Marburg ge­wann in überzeugendem Stil, sodaß Karlos", der Berichter­statter aus Göttingen( jetzt Nachfolger von, Lebu bei der Kas­seler ,, AS3.") schrieb: Die Elf hat den großen Vorteil gegen­über den andern Aufstiegskadidaten, daß sie ihre Kräfte durch die Spiele gegen die starken Lahnkreisvereine erprobt und gestärkt hat". Da Karlos" auch die andern Vereine Südhan­novers von ihren Spielen her kennt und nach seinem bis­herigen Berichten als durchaus objektiver Beobachter und Kri­tifer gelten muß, besitzt sein Urteil einen besonderen Wert, wenn er es auch momentan nur auf Grund der Leistungen zweier Spitzenvereine gefällt hat. Stellen wir einmal die Erfolge der beiden Mannschaften gegenüber, dann ergibt sich für Marburg an Spiele 16, gewonnen 13, unentschieden 1, verloren 2, Tore 76:23, Punkte 27: 5, und für Northeim: Spiele 16, gewonnen 12; unentschieden 3, verloren 1, Tore 51:25, Punkte 27: 5. Das Punkteverhältnis ist also beiderseits gleich, wohingegen das Torverhältnis für Marburg ein Plus von 53, für Northeim aber nur von 26 aufweist. Northeim hat vor dem Tabellen­zweiten FV. 05 Einbeck( Tore 47:41) 8 Punkte Vorsprung, Mar­burg vor Gießen 1900( Tore 48:24) nur 5, wobei noch zu beach­ten ist, daß Gießen je 2 Punkte an Wehlar und Frohnhausen tampflos überließ. Auch ein weiterer Vergleich der Tabellen, d. H. des Verhältnisses der Meister zu den Konkurrenten ergibt die Tatsache, daß im Lahnkreis eine größere Ausgeglichenheit der Spielstärte vorhanden war, als in Südhannover, woraus sich folgern läßt, daß im allgemeinen die Mannschaften im Sü­den des Bezirkes stärker waren als im Norden, was auch ,, Kar­los" behauptet hat. Dieser Feststellung kann man eine zweite anreihen: Marburg hat den BV. 06 Kassel, der bei 12 Spielen mit 34:22 Toren und 18: 6 Punkten vor FV. Melsungen mit 47:18 Toren und 17: 7 Punkten die Gruppe Kassel des Hessi­schen Kreises anführt, am 18. 3. mit 6: 1 geschlagen, und Nort­

men, sondern sich auch mit einem 3: 2- Sieg an die zweite Tabel­lenstelle zu setzen. Frankfurt war allerdings körperlich noch nicht auf voller Höhe und liegt nunmehr hinter den Fürthern auf der Lauer. Bayern München hat durch einen ausgespro­chenen Glückssieg seine ungeschlagene Spitzenstellung gehalten. Mit 2: 1 mußten sich die besseren Leute von Waldhof geschlagen bekennen. Sensationell mutet die 1: 0- Niederlage der Stutt­garter Kickers gegen den FV. Saarbrücken an. Die Saarlän= der siegten aber verdient gegen die ersatzgeschwächten Schwaben. Das Treffen Wormatia Worms Karlsruher FV. fiel dem unbespielbaren Boden zum Opfer. In der

Trostrunde

gab es in Abtl. Nordwest einige unerwartete Resultate. So vermochte Mainz 05 nur 2: 2 unentschieden gegen den VfL. Neu- Isenburg zu spielen und hat damit abermals einen wert­vollen Punkt gegen die unverdient mit 2: 1 in Saarbrücken siegreich gebliebenen Leute vom FSV. Frankfurt eingebüßt. Neckarau schlug erwartungsgemäß Rot- weiß Frankfurt mit 2: 0, während Ludwigshafen 03 gegen alle Voraussicht gegen Borus= sia Neunkirchen in einem 2: 2 einen kostbaren Punkt einbüßte. In der Abtl. Südost erkämpfte sich der 1. FC. Nürnberg ein Bomben 6: 0 gegen den VfB. Stuttgart, das aber bei näherem Zusehen weniger imponiert. Wie eine Sensation wirkt der 4: 3- Sieg von Phönix Karlsruhe über den VfR. Fürth, der allerdings ebensogut auch dem Gegner hätte zufallen können. Union Böckingen mußte sich auf eigenem Platz von Wacker München eine 4: 0- Abfuhr gefallen lassen, während der SC. Freiburg traditionsgemäß auf eigenem Platz Sieger blieb. Mit 3: 2 war diesmal München 1860 das Opfer.

Bayern München Sp. Vg. Fürth

Eintracht Frankfurt Stuttg. Kickers Karlsruher F. V.

Wormatia Worms S. V. Waldhof J. V. Saarbrücken

Puntie 19: 3

Spiele

Tore

11

34:14

11

29:10

16: 6

11

29:17

15: 7

11

20:19

10:12

10

26:19

9:11

10

18:29

7:13

11

20:33

6:16

11

15:50

4:18

*

Großkampftag in Frankfurt a. M.

Eintracht Frankfurt VfL. Neu- Isenburg

-

SpVg. Fürth 2: 3. FSV. Mainz 05 2: 2. Während sich in der Trostrunde VfL. Neu- Isenburg und FSV. Mainz 05 gegenüberstanden, füllte sich das Stadion, und es waren so ca. 40 000 Zuschauer gekommen, eine Rekordziffer selbst für Frankfurts Verhältnisse, troh des den ganzen Tag niedergehenden Regens. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht und bekamen schöne Spiele zu sehen.

Das Spiel VfL. Neu- Isenburg FSV Mainz 05 endete unentschieden 2: 2. Die Jsenburger hatten bedeutend mehr vom Spiel und hätten in der zweiten Halbzeit gewinnen müssen, wenn ihr Sturm besser auf der Hut gewesen wäre. Bei Mainz sah man lediglich Einzelleistungen, vor allem Lautner im Tor, war in einer blenden Verfassung.

Dann betraten Fürth und Eintracht- stürmisch begrüßt den Play.

Um die Kritik vorweg zu nehmen, sei gesagt, daß Ein­tracht unverdient verloren den Platz verlassen hat. Sie hatte entschieden mehr vom Spiel und nur der Unentschlossenheit seines Sturmes vor dem Tor ist es zuzuschreiben, daß nicht wenigstens 1 Punkt in Frankfurt blieb. Bei Beginn des Spiels war bei Fürth die Hintermannschaft voll auf der Höhe, während in der zweiten Halbzeit sich öfters Mängel zeigten. Die Läufer­

heim schlug Kassel am 25. 3. in Kassel selbst mit 6: 3. Aus die­sen Angaben darf man wohl schließen, daß die Spielstärke der Lahnkreisligavereine im großen ganzen auch besser ist als die­jenige der Kreisligisten der Gruppe Kassel, wenn auch bisher noch keine anderen Spiele mit Vertretern dieser Gruppe aus­getragen worden sind. Spiele der letzteren mit Kasseler Be­zirksligisten fielen durchweg zu ihren Ungunsten aus; so unter­lag z. B. FV. Melsungen am 18. 3. dem Spielverein Kassel mit 0:12! Und nun einige Resultate von Lahnkreisvereinen gegen Vertreter der Kasseler Bezirksliga: am 19. 2. Germania Marburg Hermannia Kassel 2: 3( 0: 3), am 26. 2. FV. Ok­kershausen Hessen 09 Kassel 3: 2( 2: 2), am 11. 3. Gießen 1900 Sport 03 Kassel 3: 0( 2: 0), am 25. 3. Gießen 1900 Hessen 09 Kassei 2: 3( 1: 1), am 25. 3. Spielverein Kassel Germania Marburg 4: 5( 0: 4; also 3 Siege und 2 knappe Nie­derlagen! Das beweist doch, daß man im Lahnkreis auf dem besten Wege ist, für Kassel eine beachtenswerte Konkurrenz zu werden! Ungeklärt ist noch das Verhältnis zu den Vereinen der Gruppe Fulda. Der Meister derselben, Hessen Hersfeld, wurde allerdings am 25. 3. von Marburg mit 0: 1( 0: 0) ge­schlagen auch am 11. 3. von Kassel 1: 3( 1: 0) und spielte am 18. 3. gegen Northeim 1: 1( 0: 1), von den anderen Vereinen aber hat nur SV. Alsfeld gegen Lahnkreisvereine gespielt und zwar mit zwei Siegen gegen VfB. Gießen, zwei Siegen gegen SV. Weylar und zwei Niederlagen gegen Gießen 1906. Als spielstark kann man jedoch eigentlich nur noch Germania Fulda bezeichnen, während alle anderen unter normalen Umständen auf Grund ihrer Leistungen bei den Verbandsspielen keinen gleich­wertigen Gegner abzugeben vermögen; daher darf man mit ei­nem gewissen Recht wohl behaupten, daß im Durchschnitt die Lahnkreisvereine auch besser sind als die Vereine der Gruppe Fulda. Es wäre gut, wenn man die Richtigkeit dieser Behaup­tung bald durch Spielabschlüsse zu erproben suchte.

-

Bei solchen praktischen Vergleichen der Spielstärke zwischen den Vereinen der verschiedenen Kreise bezw. Gruppen wird es selbstverständlich vorkommen, daß dieser und jener Lahnkreis­vertreter auch mal den kürzeren zieht; man weiß ja, daß die Leistungen einer sonst guten Mannschaft oft von inneren Be­drängnissen und Wirrsalen wie auch von äußeren Eindrücken und Einflüssen wesentlich oder entscheidend abhängig werden und sich dabei verschlechtern, während die gegnerische Elf sich ge­rade in einer außergewöhnlichen Hochform befindet. Im allge=

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reihe, auch der Sturm, zeigte neben schöner Kombination auch einen ungestümen Drang nach dem Tor. Und das entschied das Spiel.

Dem Schiedsrichter Müller- Beiertheim, der jederzeit das Spiel in der Hand hatte und gut leitete, stellten sich sol­gende Mannschaften:

Eintracht:

Schütz

Kübert

Schaller Kießling

Döpfer

Trumpp Goldammer Dietrich

Kirchheim

Frank Kraus II

Rupprecht Leinberger

Franz Kleinlein

Maurischat Kissinger Kellerhof Auer

Knöpfle

Hagen

Neger

Fürth:

Der Spielverlauf:

Zu Beginn ausgeglichenes Spiel. Bei einem Vorstoß Ein­trachts verwirkte Kleinlein einen Straßstoß, der gut getreten, aber von Neger zur Ecke abgewehrt wird. Die Ecke kommt gut herein, aber Hagen rettet durch befreienden Schlag. Dann ver­schuldet Schütz eine Ecke, die aber ins Aus getreten wird. Eine weitere Ecke Eintrachts bringt nichts ein. Nach einer zweiten Ede Fürths entsteht eine gefährliche Situation vor dem Ein­trachttor, die aber gerade noch geklärt werden kann. Auch eine solche, verursacht durch einen Strafstoß, wird durch Schütz mei­sterhaft geklärt. Eine dritte Ecke für Führt wird von Frank da­neben geköpft. Franz wird gegen Maurischat unfair. Der hier­für gegebene Strafstoß hätte Frankfurt die Führung geben können, aber Dietrich kann das leere Tor nicht finden. Die 3. Ecke für Eintracht wird über das Tor geköpft. In der 20. Minute gelingt es Frank, seiner Mannschaft die Führung zu geben. Das Spiel wird nun aufgeregter. Man bewundert eben noch eine feine Leistung Kießlings, und wieder kann Ein­tracht zur zur Ecke abwehren. Schütz verschuldet wieder eine Ecke, die aber in glänzender Manier unschädlich gemacht wird. Eintracht hat nun mehr vom Spiel. Schaller hat mit einem Flankenlauf Pech, ebenso Frank, der einen scharfen Schuß auf den Pfosten knallte. Dann Halbzeit.

Mit dem Anstoß rückt Eintracht gleich noch vorn, und nach­

dem Mit dem Anto; vt castellerypis halten taun,

gelingt es Döpfer, in der 2. Minute den Ausgleich zu erzielen. In der Folge ist Fürths Hintermannschaft wiederholt unsicher, auch Unfairheiten seitens der Fürther müssen geahndet werden. Eintracht ist weiter im Vorteil. Ein Fehler Hagens hätte ver­hängnisvoll werden können, aber Kissinger schießt, vor dem Tore stehend, Neger in die Hände. Dann stößt Hagen Dietrich in dem Stafraum mit der Hand weg. Den verhängten Elf­meter drückt Döpfer, nachdem Neger gehalten hatte, im Nach­schuß ein. Eine Minute später ist es wieder Frank, der seinem Verein den Ausgleich verschafft. Eine Ecke für Eintracht wird abgewehrt. Nach einem Strafstoß und Ecke für Fürth ist es Rupprecht, der geschickt über viele Köpfe hinweg, den Ball ins Tor hebt; das war in der 25. Minute. Bald darauf ist Ein­trachts Hintermannschaft wiederholt unsicher. Verschiedene schöne Vorstöße Eintrachts scheiterten an der wieder sicheren Hinter­mannschaft Führts. Obwohl Eintracht gegen Schluß immer überlegener wird, gelingt es ihr nicht, den verdienten Aus­gleich zu erzielen.

Fürth hat einen glücklichen Sieg errungen, der ihm den zweiten Tabellenplay sichert. Seine besten Leute hatte es in der Verteidigung und Läuferreihe. Im Sturm gefiel vornehm­lich Kießling, der alle Tore einleitete. Die übrigen Stürmer, bis auf Frank und Rupprecht, erschienen ungefährlich.

meinen aber kann man wohl die Zuversicht haben. daß die Lahnkreisligavereine in ihrer gegenwärtigen spielerischen Ver fassung bei einer Probe gut abschneiden werden. Auch in der -Klasse sind eine Anzahl Vereine, welche über eine beträcht­liche Spielstärke verfügen und sich nich. zu scheuen brauchen. gelegentlich einen Waffengang mit Ligavcrtretern su riskie ren; mehrere Beispiele haben dies faktisch bestätigt. Es wäre nur zu wünschen, wenn das neue Spielsystem, das der WEV. einzuführen beabsichtigt, den guten Vereinen der Gauklassen eine bessere Gelegenheit zu ihrer Weiterentwickelung durch Ver­mehrung der Aufstiegmöglichkeit schaffen würde. Bisher sah es schlecht hierin aus. Die Vereine tun gut, schon jetzt mit der Propadanda für dieses Projekt zu beginnen und dafür zu sor­gen, daß ihre Vertreter auf den Gau-( und Kreis-) tagungen sowie auf dem Bezirkstag in diesem Sinne wirken und stimmen, damit bei der Wahlversammlung entsprechende Anträge nicht nur eingebracht werden, sondern vor allem auch Anklang finden.

Wenn z. B. die Lahnkreisliga auf 10 Vereine erhöht wird und am Schluß jeden Jahres die beiden Tabellenletzten ab­steigen und dafür die beiden Gaumeister ohne weiteres auf­steigen, tritt schon ein vermehrter Wechsel ein. Die Gesamt­zahl wird aber immer auf 10 erhalten; falls also etwa aus der Bezirksliga Vereine absteigen müssen, ohne daß dafür Vereine aus der Kreisliga den Aufstieg erkämpft haben, steigt noch der Drittletzte( und Viertlette) aus der Kreisligatabelle ab, sodaß der Platz für die zwei Gaumeister stets frei gemacht wird. Die Kreisliga weist 3. 3t. neun Vereine auf; dazu kommt VfB. Gießen als absteigender Bezirksligist, sodaß zehn Vereine da wären und die beiden Tabellenlegten absteigen müßten, um den beiden Gaumeistern den Ausstieg zu ermöglichen; falls aber VfB. Marburg zur Bezirksliga aufsteigt, also ausscheidet, brauchte bei neun Vereinen nur der Tabellenletzte abzu­steigen. Da die Frage noch nicht spruchreif ist, kommen wir später darauf zurück, doch kann es nichts schaden, wenn sich Ver­eine und Behörden schon jetzt mit einer Lösung beschäftigen, die allgemein befriedigt.

Wenn der Lahnkreis wirklich solch spielstarte Vereine besigt, wie ihm sogar von seiten der Konkurrenten zugeschrieben wer­den und er hat sie in der Tat auch, dann ist nicht einzu­sehen, warum nicht diesen Vereinen in einer vermehrten etwa Zehnerliga die Gelegenheit geschaffen wird, ihre Kräfte gegen­seitig zu erhalten und zu stärken.