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Samstag, den 1. September 1928.

Lauterbach. Die Wildschweinplage ist in diesem Jahre in den hiesigen Gemarkungen wieder sehr groß. Der angerichtete Schaden dürfte in die Tausende gehen. Am schlimmsten haben fie auf den Kartoffelädern gehaust. Die Felder in der Nähe der Waldungen sind vollständig umgewühlt und brauchen nicht mehr abgeerntet zu werden.

Herborn. Auf der Verladerampe des benachbarten Bahn­hofs Sinn hat sich ein schweres Unglüd ereignet. Der Fuhr­unternehmer Jakob Weimer aus Sinn hatte einen Langholz­wagen zur Abfahrt fertig geladen. Beim Anfahren desselben rutschte Weimer aus und geriet unter die Räder des Wagens, die ihm über Brust und Leib gingen. Die Verlegungen waren derart schwer, daß der Tot sofort eintrat.

Dillenburg. In der Eisengießerei Herwig Sohn in Dillen­burg hat sich am Donnerstagmorgen ein eigenartiger Betriebs­unfall zugetragen. Aus noch nicht ermittelter Ursache explo= dierte eine große Antriebsmaschine. Mehrere gewaltige Eisen­förper jausten durch das zersplitternde Dach des Werkgebäudes durch die Lust, um sich beim Niedergehen in die Erde einzu­bohren. In der Hauptsache handelt es sich um Teile des rie­igen Schwungrades. Wunderbarerweise kam niemand zu Scha­den. Der Materialschaden ist erheblich, jedoch erleidet der Be­trieb teine Unterbrechung.

Bad Ems. Dem Antrag der Stadt Bad Ems auf Auf­he bung der Wohnungszwangswirtschaft ist von dem Regie­tungspräsidenten entsprochen worden. Mit dem 1. Oktober treten nunmehr die Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes nebst den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen für Bad Eins außer Kraft.

30 Wilddiebe verhaftet. In Marstedten- Aitrach in Ober­schwaben wurden 30 Personen verhaftet, die beschuldigt werden, seit Jahren gewildert zu haben. Die Diebe sollen etwa 800 bis 1000 Rehe geschossen und aus den Karpfenteichen zentner= weise Fische herausgeholt haben. Außer den 30 Wilddieben wurden auch 23 Hehler verhaftet und in das Untersuchungs­gericht in Leutkirch eingeliefert.

Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat August 1928.

Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben:

Die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im August 1928 ist gegenüber dem Vormonat als allgemein ab= geschwächt, im einzelnen jedoch als ungleichmäßig zu bezeich= nen. Diejenigen Handwerkszweige, die das zum Leben Not­wendige erzeugen, bleiben von den Schwankungen mehr ver­schont als die anderen, deren Erzeugnisse zum Leben nicht un­bedingt erforderlich sind. Während das Baugewerbe im gan= zen mit der Erledigung laufender Aufträge befriedigend beschäf= tigt war, in einzelnen Städten sogar noch mit neuen Aufträgen der öffentlichen Hand rechnet, trat anderswo und zwar sehr be­zeichnenderweise, auch in Großstädten bereits ein spürbarer Mangel an Beschäftigung ein. Auch die Baunebengewerbe, die meistens mit Aufträgen von kürzerer Zeitdauer zu rechnen haben, zeigen fein einheitliches Bild.

Wenn auch die mißliche Lage der Landwirtschaft auf alle mit ihr zusammenhängenden Gewerbezweige drückt und die Umschuldungsaktion erst ganz vereinzelt wirksam wird, so hat Doch der Beginn der Erntezeit in den ländlichen Gewerben den Geschäftsgang belebt, allerdings nicht in dem erwarteten Maße. Im übrigen konnte der Auftragsbestand der holz- und metall­verarbeitenden Gewerbe, soweit sie nicht mit Bauarbeiten be­schäftigt waren, nicht befriedigen, während das Ledergewerbe hier und da einigen Nutzen aus der Ernte und der Reisezeit zog. In den Bekleidungsgewerben herrschte Ruhe, die in der Maßschneiderei für Frauen vielfach zur völligen Stillegung der Betriebe geführt hat. Weniger stark war der Rückgang der Beschäftigung in den Gewerben der Bäcker, Konditoren und Müller. Demgegenüber hatte das Fleischergewerbe den glei= dyen geringen Umsatz wie im Vormonat.

Unter den allgemeinen Schwierigkeiten tritt die wachsende Verschuldung des Handwerks besonders hervor. Die Ursache Inegt größtenteils in der Borgwirtschaft, deren Umfang kaum überschätzt werden kann und die vielleicht das stärkste Hemmnis für die Kräftigung des Handwerks ist. In Verbindung mit der Tatsache, daß die Kaufkraft der Reichsmart langsam, aber doch sehr fühlbar absinkt, erzeugt die Borgwirtschaft einen so

und es zu anderen großen Unannehmlichkeiten kommen kann. Die Nachlaßregulierung wird sich infolgessen nicht so schnell ab­wideln, wie es wünschenswert erscheint, was leicht zu Vermö­gensschäden führen kann.

Es ergibt sich daher, daß ein öffentliches Testament erheb­liche Vorteile und Sicherheiten gegenüber dem eigenhändigen Testament besitzt, die es dem Interessenten dringend geraten er­cheinen läßt, sich dieser Form der Errichtung des letzten Willens 3u bedienen.

Die Abfassung des letzten Willens ist übrigens viel schwie­riger, als der rechtsunkundige Laie vermutet oder sich von un­berufenen Beratern einreden läßt.

Sie setzt gründlichste Gesetzeskenntnis voraus, die nur bei tüchtigen, erfahrenen, in der Praxis stehenden Juristen, wie z. B. dem Notar, vorhanden ist.

Die Errichtung des Testaments in öffentlicher Urkunde bie­tet daher neben dem Vorzug der Billigkeit gegenüber dem eigen­händigen Testament die einzige Gewähr, daß Gefahren und Nach­teile nicht bestehen.

Ernstes und Heiteres aus meinen Kriegserlebnissen.

Von Fr. H.

1. Kriegsfreiwillig.

Es war mobil! Für uns junge Burschen hatte das Wort ainen bezaubernden Klang. Ein Beispiel nehmend an den Stu­Benten anno 1813, wollten auch mein zwei Jahre jüngerer Bru­der und ich, damals 16 und 18 Jahre alt, jenen nicht nachstehen und uns als Kriegsfreiwillige melden. Ich stand im letzten

,, Gießener Zeitung"

unbefriedigenden Zustand im Wirtschaftsleben, daß wirkungs­volle Gegenmaßnahmen unbedingt erforderlich sind. Die erste und vordringlichste dürfte sein, die Kaufkraft der Reichsmark zu heben. Aber auch die Oeffentlichkeit trägt einen großen Teil Schuld. Während die Umsätze in den Warenhäusern und Kon­sumvereinen selbstverständlich gegen bar erfolgen, scheint die Kundschaft des Handwerks vielfach es ebenso für selbstverständ­lich zu halten, daß der Handwerker auf die Bezahlung seiner Rechnungen monatelang entschädigungslos warten muß.

Der Arbeitsmartt war entsprechend der Wirtschaftslage ungleichmäßig, stellenweise bemerkenswert schlecht, sogar in den Außenberufen, die sonst um diese Jahreszeit reichlich Beschäfti­gung boten. Lohnerhöhungen sind in diesem Monat nur teil­weise eingetreten, dagegen haben die Preise für Werk: und Hilfsstoffe mehrfach angezogen.

Die Einigung der deutschen Jäger.

Nr. 69.

Errichtung der Wirtschaftsgebäude in Bingen und Oppenheim folgen lassen, die auf Grund seiner ausgezeichneten Erfahrungen Musteranlagen geworden find. Im Jahre 1922 trat E. Mayer nach Jahren reich an Arbeit und Erfolgen unter dem Druck schon lange geschwächter Gesundheit in den Ruhestand. Gleichwohl hielt er durch kommissarische Tätigkeit im Ministerium seiner Schöpfung auch weiterhin seine reichen fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen zur Verfügung. Bei der Unsicherheit der gan­zen Entwicklung im besetzten Gebiet begann er sogar durch Neu­anlagen und Erwerbungen an der Bergstraße neue Grundlagen für die Aufgaben der Domäne zu schaffen.

So konnte Geh. Domänenrat Mayer auf eine lange segens reiche Tätigkeit für die hessische Landeskultur und Wirtschaft zurückblicken, als er am 1. April ds. Js. endgültig auch aus seiner kommissarischen Tätigkeit ausschied. Entstehung und Entwicklung der Fachlehranstalt in Oppenheim und der Hessi­schen staatlichen Domäne bleibt dauernd mit seinem, als dem Namen ihres Begründers verknüpft; ebenso die Geschichte des rheinhessischen Weinbaues, für den er in den Jahren schwersten Darniederliegens neue Grundlagen und Stützen geschaffen hat und dessen Erzeugnisse auch durch die Arbeit der Domäne weit über die Grenzen Deutschlands hinaus zu Ruf und Ansehen ge­langt find. Diese Tatsachen sichern dem Namen Emmerich Mayer in der wissenschaftlichen und in der Fachwelt dauernde Bedeutung und den von ihm gebauten edelsten Kreszenzen der hessischen Staatsdomäne höchstes Ansehen.

Die bisherige Spikenorganisation der deutschen Jägerei ist die Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein und dem Preußischen Landesjagdverband. Da Jagdrecht jedoch Landesrecht ist und ein Reichsjagdgesetz leider noch nicht existiert, so war das Ausbreitungsgebiet dieser Spitzenorganisation bisher in verschiedener Beziehung etwas eingeschränkt. Nach ausführlichen Ueberlegungen und Beratun= gen wird nunmehr die Gründung des Reichsjagdverbandes dieser Tage in Dresden stattfinden. Wie aus dem Namen der zu­fünftigen Spitenorganisation hervorgeht, ist sie für das ganze Reich gedacht, setzt sich also nur aus den jagdlichen Spitzen der einzelnen Länder zusammen. Durch die Schaffung diefer Or­ganisation werden sehr viele Disserenzen, die in jagdrechtlicher und jagdorganisatorischer Hinsicht bestehen, hoffentlich ausge= glichen. Der zukünftige Reichsjagdverband sieht seine Aufgabe vornehmlich in der Schaffung des Reichsjagdgesetzes, des Reichs- Die Kriegsgreuel" der deutschen Soldaten. jagdscheines, des Reichsjagdmuseums und in der Ausgleichung all der verschiedenen Landesjagdgesetze. Man wird in der An­nahme nicht fehlgehen, daß dieser Reichsjagdverband die Vor­stufe zu einer künstigen, halb staatlichen Interessenvertretung der gesamten deutschen Jägerei sein wird.

St.

Dem bedeutenden Fachmann, dem pflichttreuen, in seinem Fach stets fortschrittlich gesinnten Beamten und dem liebens­werten und tiefreligiösen Menschen ist dankbares Gedenken und aufrichtige Verehrung aller derer sicher, die ihm dienstlich und persönlich näher treten durften. R. i. p.

Der amerikanische Journalist F. W. Wilson gibt im Februar 1922 in der ,, New- York Times" einige Berufsgeheimnisse preis. Das folgende Geschichtchen zeigt, mit welcher Selbstverständlich­keit die Lügenfabrik unserer Feinde gearbeitet hat:

Zu Anfang des Krieges befand ich mich als Korrespondent der ,, Daily Mail" in Brüssel. Das Blatt verlangte Greuel­

Geheime Domänenrat í. R. Emmerich Maher. geschichten. Nun gab es zu jener Zeit teine Greueltaten, und

Geheime Domänenrat i. R. Emmerich Mayer ist am 25. ds. Mts. im Alter von 73 Jahren nach längerem Leiden ver­schieden. Mit ihm ist einer der bedeutendsten Fachmänner auf dem Gebiet der Weinerzeugung dahingegangen. Das Land der alten Reben und Weinkultur, das sonnige Desterreich, war seine Heimat. Auf deutschen und ausländischen Hochschulen ( Hohenheim und Zürich) erwarb er sich seine allgemeine und fachwissenschaftliche Ausbildung, und in verschiedenen Stellun= gen in badischen und preußischen Weinbaugebieten praktische Kenntnisse in der Weinkultur. Im Jahre 1894 trat Emmerich Mayer in den hessischen Staatsdienst ein als Begründer und damit erster Direktor der Wein- und Obstbauschule Oppenheim. Er hat in dieser Stellung bis 1901 die Grundlagen für die spä­tere Entwicklung der heutigen Fachlehranstalt geschaffen, durch die schon ein großer Teil der hessischen weinbautreibenden Be­völkerung die notwendigen fachwissenschaftlichen und praktischen Kenntnisse vermittelt bekommen hat. Im Jahre 1901 übernahm E. Mayer auf Wunsch des Finanzministers Küchler die schwie­rige Aufgabe, aus nichts heraus eine hessische staatliche Wein­baudomäne zu begründen, durch die nach der Absicht der Re­gierung in der Zeit der schwersten Darniederliegens des rhein­hessischen Weinbaues unter Erzeugung und Pflege nur natur­reiner Weine das Vorbild einer mustergültigen Wirtschaft nach den fortschreitenden Kenntnissen der Wissenschaft und den Er­fahrungen der Praxis vermittelt werden sollte. Mit unend­lichen Sorgen und Mühen, aber auch mit den schönsten und all­seitig anerkannten Erfolgen hat E. Mayer diese Aufgabe gelöst. Als Krönung des Werks erstrebte und erlebte E. Mayer die Errichtung der Zentralkellerei und der Verwaltungsgebäudes in Mainz, die er im Jahre 1910 in Betrieb nehmen konnte. Die Jahre bis zum Weltkrieg widmete E. Mayer in stiller, aber zielbewußter Arbeit dem inneren Ausbau, insbesondere auch den Vorarbeiten für eine planmäßige Bekämpfung der Reblaus. Der Unterbrechung dieser ruhigen Arbeiten durch den Welt­frieg mit besonders schwerer Wirtschaftsführung konnte E. Meyer den äußeren Abschluß im Ausbau der Domäne durch

Jahre meiner Seminarzeit und bekam gleich- wir hatten ge­- eine Mitteilung, mich zur sogenannten rade Sommerferien Kriegsnotprüfung am yten August im Seminar einzufinden. Schon tags zuvor kamen zwei Stúdienfreunde, und wir berat­schlagten, was wir machen wollten, tamen jedoch zu keinem Entschluß. Ihre wie meine Eltern waren vorläufig dagegen, daß wir uns freiwillig meldeten. Von meinen Eltern eigent­lich zu verstehen, denn sowohl mein Schwager und mein älterer Bruder( Lehrer) hatten bereits abrüden müssen. Mein jünge­rer Bruder, dessen Unterricht bereits wieder begonnen hatte, war kurz entschlossen, ohne seine Angehörigen davon zu benachrich= tigen, nach Mainz gefahren und hatte sich bei den 117ern friegs­freiwillig gemeldet. Wir waren alle sehr erstaunt, als eines Tages eine Postkarte mit seiner neuen Adresse kam.( So hat er's noch öfters gemacht, wenn er z. B. verwundet war. Eines Tages tam, wenn man ihn noch im Lazarett wähnte, schon wie­der Nachricht von der Front.)

So fuhren wir drei Studienfreunde zunächst ins Seminar, um die Kriegsnotprüfung zu absolvieren. Einige Klassentame= raden hatten sich bereits kriegsfreiwillig gemeldet und zeigten uns stolz ihre Annahmepapiere. Und wie gerne wären wir ihrem Beispiel gefolgt. Doch uns galt der Eltern Wort noch mehr. Wir blieben mit noch ungefähr der Hälfte der Klassen­kameraden zurück, mit Begeisterung die Kriegsereignisse ver­folgend. Es kamen die Nachrichten von Siegen in Belgien und Frankreich. In dieser Begeisterung feierten wir den Fall von Brüssel und sangen morgens vor Beginn des Unterrichts festauf das Deutschlandlied. Da fam Magister Prof. M. zur Türe herein und fing nun an, uns eine Epistel zu lesen, wie wir so ein Lied singen könnten, die wir uns hier auf den Schulbänken herumdrückten, während andere Kameraden bereits beim Sang

ich gab das zur Antwort. Da verlangte man Geschichten über Flüchtlinge. Gut, sagte ich, die Sache läßt sich machen, und ich brauche nicht abzureisen. Außerhalb Brüssels lag eine kleine Stadt, wo man gern zum Essen hinausfuhr, denn es gab dort ein ganz vorzügliches Diner. Ich hörte, daß die Hunnen auch dort gewesen waren, und da ich als selbstverständlich annahm, daß in jenem Ort auch ein Baby lebte, so schrieb ich eine herz­zerreißende Geschichte über das Baby von Courbeck, das vor den hunnischen Mordbrennern aus den Flammen eines angezünde­ten Hauses gerettet wurde. Kurz darauf schrieb die Redaktion, ich möchte alles versuchen, um ihnen das Baby zu übersenden, denn sie hätten schon mehr als 5000 Briefe von Leuten er­Zugleich wurden halten, die das Kind adoptieren wollten. der ,, Daily Mail" große Mengen von Kinderkleidern und Kin­derwäsche zugeschickt. Sogar die Königin Alexandra sandte ein Sympathie- Telegramm und Kinderkleidung. Nun, ich konnte unter den Umständen doch nicht zurückberichten, daß das betref= fende Baby nicht existiere. So machte ich mit dem die Flüchtlinge behandelnden belgischen Arzt ab, daß jenes Baby an einer äußerst ansteckenden Krankheit gestorben sei und ihm deshalb nicht einmal ein öffentliches Begräbnis habe gewährt werden können. Lady Northcliffe, die Frau des bekannten Zeitungs­magnaten, gründete dann mit Hilfe der eingegangenen Geld­summen, der Kleider und der Wäsche eine Babyhilfe."

Als der Papst einen gewaltigen Protest versprach, falls auch nur ein Fall von verstümmelten Krankenpflegerinnen oder Kin­dern nachgewiesen werden könnte, gelang es nicht einmal einer mit Unterstützung des deutschfeindlichen Kardinals Mercier durchgeführten Untersuchung, einen einzigen Fall ausfindig zu machen.

Man versteht, warum das Verlangen Deutschlands, alle ,, Schuld" fragen von einem neutralen Gericht nachprüfen zu laj­sen, von den Feindbundstaaten abgelehnt wird.

Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen.

dieses Liedes ihr Leben fürs Vaterland opferten. Das schlug bei uns 18jährigen Burschen doch dem Faß den Boden aus. Das fonnten wir uns bei unserer Ehre nicht bieten lassen. Nach­dem wir dem Herrn Professor den Standpunkt gründlich klar­gemacht hatten er trat schleunigst den Rückzug damit an, daß er erklärte, er habe dies nicht so gemeint, wie wir es auffaß­ten und dergl. Ausreden-, beschlossen wir, nunmehr unseren Eltern die Sachlage zu schildern und uns nicht mehr von unserem Entschluß abhalten zu lassen, als Kriegsfreiwillige einzutreten. Es tostete für mich noch einen harten Kampf, hatten doch meine Eltern uns drei Buben unter manchen Entbehrungen studieren lassen und sollten uns alle drei nun fortziehen sehen, vielleicht auf Nimmerwiedersehen! Aber endlich gaben sie mir doch das ,, Jawort" und mein heißersehnter Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Ich durfte mich als Kriegsfreiwilliger melden!

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