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Nr. 10.

Gießen, den 1. Feb

Gießen, den 1. Februar 1928.

Lokales.

Wirklich daheim.

Gießener Zeitung"

Die vorliegende Schrift ist das Ergebnis einer längeren Studienreise durch Polen, in deren Verlauf der Verfasser in Verbindung mit zahlreichen Ver­tretern der polnischen Politik und Wirtschaft getreten ist. Sie dürfte mit Rücksicht auf die neu aufgenommenen Verhand­lungen über eine deutsch- polnische Wirtschaftsverständigung ein aktuelles Interesse beanspruchen.

* Rund 300 000 RM. für Zwecke der Universität hat unsere| Briefe in Berlin- Steglit. Stadt im abgelaufenen Jahre geleistet. Davon sind Barzu­schüsse: 50 000 RM. für den Erweiterungsbau der Kinderklinik und 10 000 RM. für Inneneinrichtung des Physiologischen In­stituts, ferner Verzicht auf 75 000 RM. vom Kaufpreis des Militärlazaretts, das die Stadt dem Staat für Zwecke der Universität überließ, endlich Geländestellung( 15 300 Quadrat­meter) im Werte pon 107 300 RM. für die Heilstätte für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, sowie für den Neubau eines Studentenheims am Leihgesternerweg im Werte von 50 650 M.

Um Weihnachten verstehen es viele wieder einmal so recht, was es um das schöne Gefühl ist, wenn man sagen kann: Da­heim!" und zu Hause". Es ist das eine sonderbare deutsche Gemütsangelegenheit. Haus und Heimat ist dem Deutschen ein besonderes Glück. Die Fremde war den Altvorderen sogar gleichbedeutend mit Elend. Das Heimatglück hing uns niemals an äußerer Aufmachung. Der Geist oder die Seele des Hauses ist die Hauptsache. Das ist es im tiefsten Grunde, was unsere Poeten besungen und gepriesen haben. Wie die Menschen im Hause sind und sich geben, darauf kommt es an. Wie kann die Frau des Hauses mit einfachsten Mitteln Behaglichkeit und Traulichkeit schaffen, wenn sie selber Sinnu dn Liebe für ein rwilliches Daheim besitzt! Und es ist kein Zufall, daß wir uns bei den führenden Geistern unseres Volkes auch sehr dafür interessieren, wie es in ihrem Hause, ihrem Familienleben aus= sah. Wir haben unsere Freude an der Häuslichkeit eines Luther, eines Schiller, eines Bismard. Ein herzlich Deutsch­Menschliches weht uns da entgegen. Die Sehnsucht nach dem wirklichen Daheim bekundet sich in dem berühmten deutschen Heimweh, das viel mehr ist als bloßes Geflenne um irgendeine ferne Stätte. In Scheffels ,, Ekkehard" tommt das bezeichnende Wort ,, Heimwehbewältigt" vor, und mancher hat's schon emp­funden, was das heißt und wie es den ganzen Lebensgang aufs Tiefste beeinflussen kann. Das Heimgefühl kann mit landschaft­lich reizvoller Gegend verbunden sein. Es kann aber auch an einem Mietshause der brausenden Weltstadt haften. Das Herz hängt an dem, was es persönlich- lebendig mit einem Glücksges fühl erlebte. Um so trauriger ist es, wenn die greuliche Woh­nungsnot vielen tausend Volksgenossen das Verlangen nach dem eigenen wirklichen Zuhause gründlich verdorben hat. Und es ist wahrlich nicht nur sentimentales Spießbürgertum, wenn man auch für unsere gehetzte und zersplitterte modernste Gegen­wart recht vielen Volksgenossen ein wirkliches Daheim wünschen möchte. Menschen ohne ein richtiges Zuhause sind Menschen, denen ein Stück inneren Lebens fehlt. Besonders in vorgerück­ten Jahren macht sich das bemerkbar. Ein wirkliches Daheim atmet einen wundervollen Frieden. Selbstverständlich tann's auch im freundlichen Hauswesen einmal Verstimmung und Aer­ger geben, aber der häusliche Friedensgeist kann sich doch wie> der einstellen, wenn man sich nach ihm sehnt und wenn man den guten Willen hat...

* Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußar­beiten ist die Röntgenstraße zwischen Friedrichstraße und Leih­gesternerweg auf die Dauer von 14 Tagen für allen Fahrver­fehr gesperrt.

* Die Polizeistunde während der Fastnachtszeit 1928. Das Polizeiamt teilt mit: Die Polizeistunde wird an den vor Fast­nacht liegenden Samstagen und an den eigentlichen Fast­nachtstagen von Samstag, den 18. bis Dienstag, den 21. Februar bis 6 Uhr vormittags allgemein verlängert. Für Konzert und Tanzveranstaltungen gelten die auf dem jeweils besonders zu lösenden Erlaubnisscheinen festgesetzten Schluß­stunden. si

* Die Notlage des Schuhmacherhandwerks wird von Tag zu Tag größer, die anhaltende Steigerung der Lederpreise zwingt zu Preisaufschlägen für alle Arbeiten, dabei ist es trot­dem nicht möglich, auch nur ein Existenzminimum für die Schuhmacher zu schaffen. Ein einst blühendes Handwerk befin­det sich in einer Notlage, die nur dadurch gemildert werden kann, daß das Publikum das Handwerk in seinem Verzweif­lungskampf unterstützt. Die Qualitätsarbeit des Schuhma­chers muß in der Bezahlung der enormen Steigerung der Roh­materialpreise und der Teuerung der Lebenshaltung ange= glichen werden. Vor allem aber: Man unterstütze die Maß­arbeit des Schuhmachergewerbes.

* Die Wahlen zum Ausschuß der hessischen Versicherungs­anstalt für gemeindliche Beamten hatte nach dem Wahlvorschlag des Landesverbandes hess. Bürgermeister und der Gewerkschaft der Gemeindebeamten das Ergebnis, daß folgende Mitglieder für Oberhessen gewählt wurden: 1. Christian Pfeiffer, Stras­senwärter Vilbel, 2. Sch. Emrich, Bürgermeisterei- Sekretär, Nidda, 3. Bürgermeister Goy- Heldenbergen, 4. Stadtassistent Kinnel- Vilbel, 5. Feldschütze Mader- Jlbenstadt, 6. Schuhmann Sch. Faaz 3.- Schotten, 7, Gemeinderechner Aug. Flach- Wenings, 8. Straßenwärter Keßler, Gießen, 9. Gemeinderechner Pein­Nieder- Bessingen und 9 Ersagmitglieder.

* Teuerungszahlen. In der zweiten Januarhälfte ist die Teuerungszahl gegen die Vorperiode um 0,4 Prozent gestie­gen; veranlaßt ist dies durch das Anziehen der vemüse- und Schuhpreise.

* Der Reichsschutzverband der Schwerhörigen hält vom 7. bis 9. April( Ostern) 1928 seinen Verbandstag in Berlin ab, wozu alle Schwerhörigen und Schwerhörigen- Vereine, so= wie Freunde der Bestrebung hiermit eingeladen werden. Nä­heres durch den Schriftführer des Reichsschutzverbandes der Schwerhörigen, Herrn Gustav Vogt, Berlin- Neukölln, Jonas­straße 32.

Aus Rab und Fern. Nah

Butzbach.

Ein oberhessischer Braugerstentag wurde von dem Verein zur Förderung des Braugerstenbaues im Hessischen Hof" abgehalten. Nach der Besichtigung einer Ausstellung der verschiedenen Gerstensorten, fand ein Vortrag von Dr. Schnei­der- Lich statt über Mittel und Wege zur Erzeugung von Qualitätsgerste". Die Veranstaltung war seitens der Land­wirte der nördlichen Wetterau gut besucht.

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Alsfeld. Verkehrsverein, Stadtvorstand und Vertreter des Kreisamtes tagten unter dem Vorsitz von Forstrat Schäfer in der Krone". Das Bahnprojekt Schotten Ulrichstein Alsfeld wurde als im Interesse der Erschließung des Vogel­berges lebhaft begrüßt. Zugleich wurde das Schwalmtal- Pro­jekt Alsfeld Loshausen Treysa, das den Anschluß des nördlichen Vogelberges an die Main- Weserbahn und einen durchgehenden Verkehr von Süden nach Norden bringen würde, als im Interesse größerer Gebiete gefordert.

Verein für

Schon früh morge Teils um die wertvol

Den Reigen der Spiel

die gleiche von 1900,

nicht nur 2 Punkte, jo Gegner schlagen. Die nicht mit in der Par jetzt, welche absolut r verhältnis zum letzte winnen konnte ist zu lönnen, daß die Mo Der Verlust diefer be die Mannschaft in B joll seinen Gegner ni sterschaft beinahe in d Hurtig, wie imm gleiche Heuchelheims stüd leistete sich die 2 hoch mit 11: 0. Die ganzen Spieles haush das Chrentor.

Das Marnedrama 1914. Unter diesem Titel beginnt so­eben das Reichsarchiv in der Schriftenfolge ,, Schlachten des Weltkrieges" die mit Spannung erwartete Darstellung dieser größten, gewaltigsten und folgenschwersten Schlacht des Welt­trieges.*) Das mystische Dunkel, das über dem Ringen an der Marne liegt, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß selbst die in dem großen Werke des Reichsarchios Der Welt­frieg 1914-1918" niedergelegte Auffassung im In- und im Auslande, ganz besonders aber in Frankreich, teilweise auf das schärfste angegriffen worden ist. Man will hier die deut­sche Auslegung, daß die Marneschlacht ein deutscher Sieg ge­wesen, der nur durch einen verfehlten Eingriff in die Führung durch die Oberste Heeresleitung zu einem Mißerfolge gestaltet worden sei, keineswegs gelten lassen. Die Wahrheit kann nur eine Schlachtendarstellung beweisen, die in alle Einzelheiten der gewaltigen Kämpfe sich vertieft und die Lage festlegt, die bei Abbruch der Schlacht tatsächlich vorlag. Die Art, wie hier die großen Linien der Ereignisse herausgearbeitet werden, ist verblüffend. Mit Spannung kann man nur den folgenden Band erwarten, der Anfang März zur Ausgabe gelangen soll. *) Schlachten des Weltkrieges. Herausgegeben im Auftrage des Reichsarchivs. Von der 3 Bände umfassenden Darstellung der Marneschlacht liegt vor ,, Das Marnedrama 1914, 1. Teil", bearbeitet von Major a. D. v. Bose und Archivrat Sten­ger. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. D. Preis in Halbleinen 5,80 RM.

Spurlos verschwunden. In Mecklenburg- Srelig erregt das Verschwinden dreier Personen innerhalb kurzer Zeit berechtigtes Aufsehen. Dieser Tage ist eine Frau Ministerial­rat Ried aus Neustrelitz verschwunden. Sie wurde von ihren Bekannten in Friedland zum Zuge gebracht, ist aber an dem Bestimmungsort nicht eingetroffen. Die Polizei konnte bis jetzt über den eigenartigen Vorfall nichts ermitteln. Vor kurzem brachte der Kaufmann Geelhof aus Sehsten seine Kinder nach Neubrandenburg zur Schule. Er wollte abends zurückfahren und wurde auch noch auf dem Bahnhof gesehen. Er ist aber zu Hause nicht angekommen. Ebenfalls vor einiger Zeit begab sich ein Roßbachmann, der hier in der Umge­gend beim Dreschen beschäftigt war, auf die Reise nach Zehde= nik, ist aber dort nicht eingetroffen. Auch von diesem Vermiß­ten liegt feinerlei Spur vor.

Bücherecke.

Ist Polen lebensfähig? Bleibt Danzig deutsch? Von Paul Langer. Brennende Zeitfragen, Band 3. Verlag Grüne Briefe für Politik und Wirtschaft. in Berlin- Steglitz. Im Buchhandel zu beziehen durch den Kommissionsverlag Fr. Foerster in Leipzig oder durch die Expedition der Grünen

Aus der Jugend eines deutschen Gelehrten. in Gießen abspielt! Geboren bin ich, wie ihr wißt, in Gießen

Von G. F. K na pp.- Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1927. Von Regierungsrat Dr. Nölle Oppeln( O.-S.). Der kürzlich in Darmstadt verstorbene Geheime Regierungs­rat Dr. Georg Friedrich Knapp entstammte einer weitverzweig­ten Gelehrten- Familie: sein Onkel, der Chemiker Justus von Liebig, seine Vettern der Philosoph Carriére, der Theologe von Harnack, der Mediziner Thiersch, der National- Oekonom Wittich. Knapp war fast ein halbes Jahrhundert an der Kai­ser- Wilhelm- Universität in Straßburg als Professor der Volks= wirtschaftslehre( Agrarhistorik, Geldtheorie) und Statistik tätig; zu seinen Schülern rechneten russische Fürstensöhne und kaiserliche Hohenzollern- Prinzen, aus seinem Staatswissen­schaftlichen Seminar" gingen Persönlichkeiten hervor, die im Leben auf verschiedensten Gebieten eine Führer- Rolle gespielt haben: die Hauptstühle der National- Dekonomie in Deutsch­land und Desterreich sind von ehemaligen Mitgliedern seines Seminars besetzt, ich nenne nur Sering, Herkner, Brentano, dazu der frühere Kruppsche Generaldirektor Hugenberg, der Ober­bürgermeister von Straßburg und jetziger Oberpräsident von Hessen- Nassau, Schwander, Staatsminister Helferich usw.

Hauptsächlich für die 1. Auflage seiner ,, Staatlichen Theorie des Geldes",( der Bibel der, Chartalisten") erhielt er den Or­den pour le mérite der Friedensklasse und zwar( körperlich identisch!) denjenigen Orden( man denke sich für ein einziges Buch!), den der Reichskanzler Fürst Bismard wegen seiner Verdienste um die Einigung des deutschen Vaterlandes jahr­zehntelang getragen hatte. Dieser Mann hat der Welt seine ,, Jugend- Erinnerungen" geschenkt, ein ziseliertes Meisterstück eines Künstlers der Sprache und Schrift. Der unbefangene Le= ser dieser Schrift wird zum Zuschauer: er sieht, wie ein Ge­Tehrier entsteht ,,, wie er sich bildet, wie er gebildet wird." Mit der Kunst des Radierens hat er die Stadt München in ihrer klassischen Zeit festgehalten; der Kultur- Historiker dürfte faum anderswo eine gleich anschauliche Schilderung der Spät- Bieder­meier- Epoche, der Unruhe- Zeit der 40er und 50er Jahre und des Berlins der 60er Jahre finden.

Für uns Gießener haben die ,, Erinnerungen" insofern noch

Von sieben Meeren, Fahrten und Abenteuer. Von Hanns Heinz Ewers. 352 Seiten. Preis in Leinen geb. 7 RM. Sieben Stäbe- Verlags- und Druckereigesellschaft m. b. H. Ber­lin- Zehlendorf. Jn uns allen ist das Sehnen nach den bunten Fernen, nach seltsamen Abenteuern unter sonderbaren Men­schen. In dem Buch ,, Von sieben Meeren" wandert der Leser mit in die Ferne. Fast förperlich fühlt er die Schwüle der chilenischen Salpeterküste, spürt die Dede des Provinzlebens der Vereinigten Staaten u. a. Das alles durchwebt und durch­lebt von sonderbarem, spannendem Geschehen, hingeplaudert mit jener Leichtigkeit, die höchste Kunst des Erzählers ist. Ein Buch, das man in einem Sitz zu Ende liest, und ein Buch, das jeder, der Freude am Bunten hat, noch öfters aus seinem Bücherschrank nehmen wird, um die eine oder die andere Ge­schichte nochmals zu genießen.

ein besonderes Interesse, als ein großer Teil von ihnen sich a. d. Lahn", so fängt das lesenswerte Büchlein an. ,, Eine Straße der inneren Stadt, genannt ,, Die neuen Bäue, führt nach Osten; an der rechten Seite, wenn man aus der Stadt hinausgeht, stand das Haus, damals kenntlich an einer kleinen Freitreppe, die aber nun verschwunden ist; schräg gegenüber steht das Geburtshaus des Romanisten Die 3. Unten wohnte ein Steuereinnehmer Enders, im ersten Stock der Rabbiner Levi, dessen einer Sohn Hermann ein sehr bekannter Musiker geworden ist; im zweiten Stod wohnten meine Eltern. Die Fensterscheiben waren mit Blei eingefaßt, was man damals noch häufig sah. Die Bauart war äußerst dürftig: ein Kloben, der zur Befestigung eines Spiegels im Wohnzimmer, einge­schlagen wurde, kam an der Außenseite zum Vorschein. Später erschien ein früherer Gendarm namens Reßler und breitete vor meinen Eltern Pläne eines Hauses aus: danach wurde eine neue Wohnung gemietet, obgleich wir Kinder gar nicht begrif­fen, daß diese Zeichnungen ein Haus darstellten."

Westermanns Monatshefte bringen in ihrem Februarheft wieder eine Flut köstlicher Texte und Bilder. Vor allem aber findet diesmal auch die heranwachsende Generation etwas be­sonderes, nämlich ein Preisausschreiben, welches sie einmal mit dem Problem des zukünftigen Berufes befassen soll.

Die Wiedergeburt der systematischen Philosophie aus der Vereindeutlichung der Terminologie uand des Abstraktions­problem. Prolegomenon zu jedem Realismus und Rationalis­mus. Von Joe Stiders. 228 S. Preis 9, M. E. S Mittler& Sohn in Berlin. Die Mannigfaltigkeit philosophi­scher Schulen und Strömungen und die dadurch bedingte Ver­schiedenheit der philosophischen Termini hat zu babylonischer Sprachverwirrung geführt. Diesem drohenden Zusammenbruch der Wissenschaft" tritt der Verfasser in dem vorliegenden Wert entgegen. Die einzig mögliche Basis für den Auf- und Weiter­bau jeder Philosophie sieht er in der absoluten Vereindeut­lichung der philosophischen Terminologie. An 1000 Beispielen in zitierten landläufigen Textstellen demonstriert der Verfasser seine Arbeitsweise. Es ist damit die Möglichkeit einer philo­sophischen Verständigung über Sprach- und Landesgrenze hinaus gegeben. Zu bemerken ist, daß der Völkerbund bei Vorlage des Werkes die Zusage seiner Protektion gemacht hat und die Sektion für internationale geistige Zusammenarbeit sich der vom Verfasser gemachten Vorschläge annehmen wird.

Interessant sind dann die Ausführungen über die Bildung der Bürgerwehr in Gießen im Jahre 1848. Im Frühjahr dieses Jahres kamen allerlei seltsame Kerle zu unserem Hausbewohner Karl Vogt; ein breitschultriger, mit rotem Haar und Bart, der eine ungeheure Baßstimme hatte, hieß Karl Becker, der erste Demokrat. Andere ähnliche Figuren sah man auf der Straße: graue Kalabreser- Hüte, mit Hahnen­federn darauf, einen alten Schleppsäbel umgeschnallt. Jm be= nachbarten Wirtshaus wurden Versammlungen abgehalten und große Reden von aufgeregten Leuten, die auf Tische gestiegen waren, gehalten. Auf die miteingedrungenen Knaben wurde nicht weiter geachtet. Jener Karl Becker hatte viel mit Vogt zu tun, was wir Kinder gar nicht recht begriffen, denn er sah aus wie ein ganz gewöhnlicher Kerl.

Eines Tages standen wir im Hof, gegen Abend war es schon, als Karl Vogt auf einem Braunen geritten fam. Roß und Reiter waren schweißbedeckt, Vogt vollständig heißer. Er hatte die rasch gebildete Bürgerwehr auf dem Trieb", einer Gemeindeweide, die wir ,, Tripp" nannten, versammelt, denn er war zum Kommandeur erwählt worden, und hatte dort vom

Pferd herab versucht, die Leute in Reih' und Glied zu bringen. Die Professoren, darunter mein Vater und einmal auch unser Onkel Liebig, ließen sich an der Anatomie ein­exerzieren; wir Jungen standen dabei und fanden es unglaub­lich komisch.

Einmal ist diese Bürgerwehr abends ausgerückt, weil es hieß, von Friedberg her nahe sich der Feind; man fam aber bald wieder heim."

Die inzwischen e der Zahl, sahen die Siegen mit 5: 1 gewin mal gut aufgestellt, fo and Leztes her zu Spielfeldes, überrasch schaft in höchst überr henrich und Boß. 2 eigentlich etwas meh der Mittelläufer.

Damals war die Eisenbahn von Frankfurt nach Gießen im Bau, ungeheure Massen von Schwellen aus Eichenholz waren aufgeschichtet; in den schmalen Gängen zwischen den Haufen war man ungesehen, und es wurden vor allem Rutschbahnen daraus gebaut: schräggestellte Schwellen, oben geglättet; man hockte sich darauf und glitt hinunter. Jeder Junge hatte einen Knüppel an der Seite, und sie nannten sich Knüppelgarde". Wer nicht gehorchte, wurde in einen Kohlenfeller gesperrt. Es war höchst sonderbar, wie sich alles veränderte: dies allgemeine Zusammen­laufen, dies Auftauchen von Leuten, die Befehle erteilten, dieſe allgemeine Schimpferei; aber es war auch sehr genußreich." Knapp kam dann 1849 in die Schule. ,, Da war ein winkeliger Platz nördlich von der Stadtkirche und westlich vom Linden­play, wo der Botenmeister Dehr in einem erbärmlichen Häus­lein Schule hielt; er war früher in einer Kanzlei Vorgesetzter der Boten gewesen, ein alter, freundlicher Mann, der uns fort­während die Federn schnitt. Aber gelernt hat niemand was bei ihm. Als meine Eltern im Jahre 1853 nach München ver­zogen, versammelte am letzten Tage mein Lehrer Steinmetz alle Schüler es müssen 80 bis 100 gewesen sein im größten Zimmer, bestieg das Katheder und hielt eine Ansprache, die zur höchsten Ueberraschung niemand anderem als mir galt. Mit den wärmsten Worten wünschte er mir Glück und Segen. Mein Vetter Wilhelm Wilbrand war nicht wenig betroffen und hat noch vor einigen Jahren das Ereignis bestätigt. Es ist dies die höchste Ehrung, die ich erlebt habe."

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Es würde den Rahmen dieser kurzen Besprechung sprengen, sollte alles ausgeführt werden, was ganz besonders uns Gieße ner in den ,, Jugend- Erinnerungen" belangt. Jedenfalls kann die Lektüre des Buches nur warm empfohlen werden.

Die S In Weglar fonn nicht mehr den Vorte verlor 3: 1( 2: 0) na Lonnte Frankenberg Marburger Favorite ( 4: 3), nach beiderseits als eine sehr sympat Das Spiel Herb richt 3: 2 für Herbor Tabelle zeigt also no

BB- K. Marburg Spvgg. 1900 Gießen 5. B. Wezlar

B. Ockershausen B. F. B. Kirchhain Hessen- Frankenberg

8. F R. Butzbach Frohnhausen( Dill) Sportv. Herborn

Die Lahnf Für den 5. Feb Odershausen treffen

FV- Od zujammen. Das V Loren die Odershäu Ficher nehmen wolle

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Oranien ausgetragen werden wird alles daran Tabellenstand zu v

in die Höhe Schraut len. Es ist daher e lich nicht ausartet. Fest. Beim ersten S

Der Dillverein mit piel in Gießen it leicht aus, weil B

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und erzielten in pr Denen Heuchelheim n Tette. Nach Halbzeit