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Sonnabend den 30. Juli 1927.

lich gelingen, einen Teil des erhöhten Posttarifs für das Ge schäft unschädlich zu machen. Des weiteren wird der Küdgang der Verkehrsintensivität dem Reichspostminister beweisen, daß der Weg, den er trotz des lauten Protestes beschritten hat, der falsche ist.

Hygiene des Wanderns.

Dr. Mustat, Facharzt für Orthopädie,

Die Ferienzeit mit ihren Wanderungen steht vor der Tür. In diesem Zeitpunkt wer­den die folgenden hygienischen Ratschläge eines Fachmannes willkommen sein. D. Red. Der älteste, einfachste und natürlichste Sport ist das Wan­dern. Jung und alt, Gesunde und Krante, fönnen sich dabei betätigen, jede Jahreszeit und jede Lage ist geeignet. Der Wandersport hat aber auch seine Gesetze, deren Befolgung die Leistungen erhöht, deren Vernachlässigung gesundheitliche Stö rungen statt der erwarteten Förderung hervorruft. Es ist inter­essant, daß ein sonst so lebhaftes Bolt, wie die Jtaliener, als Wanderspruch die Sätze gebrauchen: Qui va piano, va sano, qui va jano, va lontano. Wer langsam wandert, wandert hygie nisch und wandert lange Zeit. Es wird leider bei uns zu wenig Wert auf Schonung gelegt, und Refordmärsche treten an die Stelle ruhigen, genußreichen Wanderns. Die Geschwindigkeit beim Wandern, bei dem ja auch das Auge an dem jatten Grün sich erholen, und die Seele durch den Wechsel der Eindrücke aus dem Grau des Alltags erlöst werden soll, darf für den Kilo meter ca. 15 Minuten betragen, bei Erreichung eines bestimmten Zieles darf der Kilometer in 12 Minuten zurüdgelegt werden, doch ist besonders bei Kindern jede Uebermüdung und Ueber­Spannung grundsäglich zu vermeiden.

Allen bekannt ist ja die Steifheit der Glieder, welche nach einer zu großen förperlichen Anstrengung aufzutreten pflegt und mitunter zu Störungen des Allgemein befindens und fieberhaf­ten Erscheinungen führt. Diese Zustände müssen vermieden werden. Die Atemnot, die nach zu raschem, zu langem und hastigem, unruhigem Wandern beobachtet wird, ist nach Mög­lichkeit durch Schonung, Training der Atemmuskeln, Atem= gymnastit, besonders in den Ruhepausen zu bekämpfen. Es wird ja heute wohl überall auf das tiefe Ein- und Ausatmen der notwendige Wert gelegt. Fällt einem Wandergenossen der Weg schwer und treten Zeichen von Atemnot auf, so ist sofort für Ruhe und Verhütung weiterer Schäden zu sorgen, der Be­treffende soll sich ohne falsches Schamgefühl melden und nötigen­falls zurückbleiben.

Die erste Ruhepause soll grundsätzlich, wie es auch bei Mi­litärmärschen üblich, nach einer Viertelstunde gemacht werden, um die Kleider in Ordnung zu bringen und etwaige Belästi= gungen durch das Gepäd usw. zu beseitigen.

In späteren Ruhepausen soll durch leichte Gymnastik der Körper durchgearbeitet und durch Gesang und Mujit Frohsinn gewedt werden.

Das Trinken ist einzuschränken, kleine Schlude talten Tees oder guten Wassers löschen den Durst mehr, als große Mengen Flüssigkeit. Alkohol ist vor und auf der Wanderung zu ver= bieten. Ausreichende Nachtruhe vor dem Wandertage ist un­bedingt zu verlangen. Im allgemeinen wird beim Wandern auch heute schon Herz, Atmung und Körperhaltung kontrolliert, ein Organ aber wird noch immer vernachlässigt und rächt sich später, wenn man es am meisten braucht der Fuß.

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Eine sinngemäße Fußpflege muß stets geübt werden. Vor

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Gießener Zeitung"

Das Gewicht des mitzunehmenden Gepäcs ist nach dem Al­ter verschieden. Mehr als 12 Kilogramm für die älteren Kin der, 7 bis 9 kilogramm für die jüngeren wäre das Höchstmaß Hier muß aber auch allmähliche Gewöhnung berüdsichtigt wet­den, um Schäden an der Gesundheit, besonders Plattfußent­stehung durch zu starke Belastung zu vermeiden. Daß ein Er­wachsener sehr große Lasten beim Marsche tragen fann, bewei­sen die sportlichen Gepäcmärsche, doch soll ein prinzipieller Unterschied zwischen solchen Märschen und dem Wandern ge= macht werden. Bei Einhaltung der gegebenen Erfahrungsregeln wird das Wandern Lebensfreude und eine Gefundung des gan­zen Körpers schaffen.

An die Landwirte des Volksstaates Hessen. Ein furchtbares Unwetter, wie es seit Jahrhunderten in unjerem fruchtbaren Rheinhessen noch nie vorgekommen ist, hat uns am 16. Juli betroffen.

Etwa 10 000 Morgen bester Felder und Weinberge, in nie dagewesenem Kulturzustande, find innerhalb 25 Minuten zer­stört worden. Hunderte von Morgen Weinberge, die im Zen­trum der Schlossen lagen, sind für Jahre hinaus ertragslos. Die Getreideernte ist im Hauptgebiet vollständig vernichtet, und in den Seitengebieten stark beschädigt. Ebenso Kartoffeln, Rü­ben und Klee.

In anerkennenswerter Weise haben die Vertreter des Staa­tes und der Verwaltung sofort Einsicht von der Sachlage an Ort und Stelle genommen und weitgehendste Hilfe zugeführt. Man darf Vertrauen haben, daß die Regierung tut, was sie kann. Aber alles kann sie nicht, dazu ist der Millionenschaden zu groß! Steuererlasse aller Art werden wohl fommen. Sie sind nur ein einziges Pflästerchen. Auch die Beiträge für Land wirtschaftstammer, Kirchensteuer usw. werden wegfallen.

Die große Not, gebietet deshalb, sich bittend an alle zu wenden, welche noch einen Funken Nächstenliebe und bäuerliches Zusammengehörigkeitsgefühl haben.

Berufsgenossen! Laßt Euch nicht beschämen von den Ar­beitern, welche jederzeit vorbildlich ihre in Not geratenen Ge­nossen unterstützen.

Bei einigermaßen gutem Willen ist es für den einzelnen eine Kleinigkeit, hier helfend zu wirken.

Die Ernte ist überall sehr hoffnungsvoll. Die Weinberge berechtigen ebenfalls die Hoffnung auf Ertrag. Ganz ohne Schuld, durch ein furchtbares Naturereignis sind Eure Berufs­genossen in den vier Gemeinden um alle Hoffnungen auf Be­lohnung ihrer unjäglichen Arbeiten gekommen. Alle Mühe, alle Kosten waren vergeblich. Keine Einnahmen, und doch müssen die Betriebe weiter geführt werden.

In dieser trostlosen Lage darf es keinen Landwirt geben, der nicht sein Scherflein opfert.

Ländliche Vereine, beschränkt Euch ein wenig in Euren Ver­gnügungen, opfert im Verein nach Möglichkeit. Jungbauern, zeigt, daß Ihr Korpsgeist besitzt, sammelt, bewegt Eure Eltern zum Geben!

Landwirte Hessens! Die anderen Berufe sehen auf Euch! Versagt nicht bei dieser Gelegenheit, zeigt, daß Ihr alle für einen und einer für alle steht. Laßt Euch von den Arbeitern nicht beschämen!

Stadeden, 20. Juli 1927.

M. Wolf VI., ehem. Hess. Abgeordneter.

dem Wandertage wird ein kühles Bad, nach dem der Fuß gut Generalversammlung des Evang. Bundes 1927. abgetrocknet wird, zweckmäßig sein. Einpudern oder einfetten mit Salicylpräparaten vermindert Drud und Reibung. Ob Strumpf oder Fußlappen als Bekleidung gewählt wird, bleibt an sich gleichgültig. Feste, breite Schuhe oder Stiefel mit mäßig hohem Absatz gewähren Halt und Schutz gegen Steine und Nässe. Blasen werden mit Jodtinktur bestrichen und nö­tigenfalls mit ausgeglühter Nadel angestochen. Größte Rein­lichkeit ist dabei dringend notwendig.

Um den Fuß nicht zu übermüden und Plattfußentstehung zu vermeiden, sollen durchschnittlich bei längeren Wanderun­gen nicht mehr als täglich ca. 20 Kilometer gemacht werden; nur in Ausnahmefällen und bei Eintagsfahrten sind 30 Kilome­ter zulässig. Der zweite Wandertag ist bekanntlich recht un­angenehm; eine fürzeste Strede von etwa 15 Kilometer wird zu empfehlen sein. Volle Ruhetage sind nicht unbedingt er forderlich. Herabsetzung der Wegstrede auf etwa 12 Kilometer dürfte genügen.

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg. 4. Fortsetzung.

Huzlarn kannte ihn als seinen Generalstabsoffizier schon vor dem Ausrüden in Breslau. Dort lebte der verwitwete Ge­neralleutnant als wortfarger, schroffer, fast unnahbarer Vorge­setzter nur dem Dienst und seinen Büchern. Doch in den Welt­frieg trug er dann mit heiterer Gesprächigkeit jenes frohe Schmunzeln, das auch jetzt die vielen Krähenfüße um die Winkel der scharfen, blanken Augen listig- lustig zuden ließ. Er plau­derte gern mit Friedrich Wilhelm Schulze, dem Mann in Reih und Glied. Sein vertrauliches Du, mein Sohn" wedte oft überraschte Musketiere aus Tagträumen oder beruhigte er­schreckte Posten der vordersten Linie, wenn sie in dunkler Nacht plötzlich eine hochgewachsene Gestalt neben sich sahen. Niemand verstand wohl wie er, durch zündenden Zuruf den Jubel einer Kolonne zu weden. Wenn er aber mit seinem Stab bei Tisch oder im Kraftwagen saß, schienen alle Großen deutscher Raise, alle Feldherren der Geschichte ihn ins Feld zu begleiten. Wie eben das Wort Frundsbergs an Luther, so sprudelte die Fülle seines reichen Wissens dann namentlich in der Rede Friedrichs oder Moltkes von den Lippen. Als gestern Kumm von der schier beklemmenden Kühnheit der für heute befohlenen Unter­nehmung sprach, zitterte das Jauchzen mühsam bezwungener Freude durch seine Antwort: Wer nicht dreist und herzhaft ist. meritiert nicht, in der preußischen Armee zu dienen." Und in Friedrichs Worten scherzend entschied er auch die Frage, ob auf dem waghalsigen Marsch Lebensmittelwagen mitzuführen seien: Ein General, der sich nicht hinreichend mit Lebensmitteln ver sieht, wird nicht lange ein Held bleiben, wenn er auch dem Ca far überlegen wäre."

Für viele Teilnehmer an der diesjährigen General­versammlung des Evangelischen Bundes, die vom 7. bis 9. Oktober in Eisenach stattfindet, und das Gesamt­thema behandelt: Die ersten Grundlagen der evange­lischen Bundesarbeit: Bibel, Luther, Kirche" wird ohne Frage ein besonderer Anziehungspunkt die Autorund­fahrt durch den Thüringer Wald sein, die sich am 10. Oftober an die Verhandlungstage anschließt. Die Fahrt beginnt an diesem Tage vormittags 9 Uhr und führt von Eisenach über Bad Thal, Tabarz. Schloß Rein­hardsbrunn, Friedrichsroda, Inselsberg, Trusenthal, Bad Liebenstein, Altenstein, Schloß Wilhelmsthal, Hohejonne zurück nach Eisenach. Die Bundesfreunde werden gut tun, sich auch den 10. Oktober freizuhalten, um so ein gutes Stüd Thüringen kennen zu lernen. An­meldungen für die Rundfahrt sind an das Städtische Verkehrsbüro in Eisenach zu richten.

Näher stampfte von rechts der Massenschritt marschierender Infanterie. Der Generalleutnant jaß auf und ritt dem on­rückenden Haupttrupp voraus zum Südausgang der Stadt. Das düstere Schwarzgrau am verhängten Himmel wich lichterem Dämmern. Der Blick durch die letzten Häuser unterschied schon zwischen lahlem Boden, Häusern und Wäldchen auf polnisch plattem Flachland. Ueber den Baumkronen und Wiesen hing eine Rebeldecke. Gegen den Rücken blies ein scharfer Nordwind ein Ahnen von Frost oder Schnee. Unter jagendem Gewölk blieb dunkel auch der Himmel, als bei Tageslicht vorn die Brücke über die sumpfige Mroga zu erkennen war. Vom Ed­pfeiler trat ein Major eines Garderegiments zur Meldung neben den Fuchs. Der General hielt und hörte, des Stabsoffi ziers Bataillon solle den Flußübergang für einen etwaigen Rückmarsch der Kolonne frei halten.

Jronisch lächelnd hob er die Hakennaje nach Osten. Von dort nahte Rennenkampfs gewaltiges Heer der Bride. Und Ihre Gefechtsstärke, Herr Major?"

,, 374 Mann, Euer Exzellenz!"

Herr v. Drewitz sah seinen Herren und dann dem eben Be­fragten in die Augen. Die Krähenfüße unter seinen Schläfen zuckten listig- lustig, während er im Anreiten einen Finger an die Helmschine legte: Also stimmt die Zahl ungefähr. Wünsche alles Gute, Herr Major... Leonidas!"

Kumm und Huziarn nicien. Hier an der Brücke über den versumpiten Fluß lagen heute Deutschlands Thermopylen. Doct; der alte Grieche hatte im hochgelegenen Engpaß einen leichteren Stand als der preußische Major im polnisch- flachen Land. Erlag sein Häuflein aber russischer Uebermacht, dann schienen vier preußische Divisionen verloren. Daran hatte der Generalleut nant beim Scherzen mit Leonidas gedacht. Während die Armee Madensen aus Nordwesten in breiter Front auf das Russenheer

Aufruf zur Hilfe.

Nr. 31.

Ein schweres Unglüd hat drei Täler des östlichen Erzge birges betroffen, mehr als 300 Personen find obdachlos und ihres Hausrats beraubt, andere sind schwer geschädigt. Ein Sach­schaden von wenigstens 70 Millionen ist entstanden, Jahre wer­den mit den Wiederherstellungsarbeiten vergehen.

Gonnabend den 30. Juli 1927.

Lotales Sonntagsgedanken. Jahrtausende find hinweggegangen, feit Salturvölker zu werden. Reiche und Länder Weltheilandes Gotteslehre zog einigend übe Kunj und Wissenschaft, Kultur und Handel über alle Grenzen. Doch unbewußt tragen w Slate noch die Zeit herum, da es nur eines g Die Menschheit hat ein großes Salt gem es, als würde sie Umkehr halten auf dem M er Schöpfer gezeichnet hat. Gie Strauchel Site nicht mehr, gegen die Höhen weiter zu Sellendung harrt. Wie fremd find wir Men mer dem andern geworden, jeder lebt auf eine ein Meer von Mißverständnissen rufen die G

Nun gilt es, helfen, großzügig helfen. Aber nicht planlos. Darum hat der Sächsische Landesverein für Innere Mission mit den Pfarrern aller betroffenen Gemeinden eine entsprechende Organisation( firchliche Verteilungsstelle) eingerichtet, wo der Bedarf angemeldet und übersehen wird, und von wo das Not­wendige angefordert und auf schnellstem Wege geliefert wird. Die Hauptsammelstelle für Geldspenden ist die Missionss nothilfe für die Liebeswerke der Innern Mission Sachsens, Dresden A 1, Ferdinandstraße 19 II, Poftjchedkonto Dresden

18 369.

Die Hauptsammelstelle für sonstige Liebesgaben( Bett­wäsche, Haus und Küchenwäsche, Dauerwaren an xahrungs mitteln, vollständigen Bettstellen usw.): Stadtverein für Jn; nere Mission, Dresden- A 1, Zinsendorfstraße 17.

Der sächsische Bruderverein dankt schon jetzt für alle ihm zugedachten Geldspenden und Liebesgaben aufs herzlichste. Hessischer Landesverein für Innere Mission. gez. Wagner, Pfarrer.

Handwerk und Genossenschaften.

En F

Doch mag die Not noch größer werden, der mag eine neue Gintflut tommen und alle Sch mils und der Erde sich öffnen,- größer und benhaß ist doch Gottes heiliges Gesetz der rum fann es für den Glaubenden keine Verz Weber allem egoistischen Trieb stand immer heb Trich zum Opfer, der für Frau und Kind, für land, für Glaube und Freiheit zu sterben zwang Zeit ist ein Auffladern dunkler Vergangenh tommt aber nicht wieder. Weil wir an Gott beit glauben, glauben wir auch an den Frieden Nach ist der Riesenweltbrand, der über die gan; erleihen, noch fladern überall Herde von und die Menschen haben das Kriegsbeil nicht be helliges Gefeh der Liebe wird uns heute oder n ingen, daß die Menschen über die Meere des über Haß und Zwietracht hinweg sich wieder di

Die Bedeutung der gewerblichen Genossenschaften für das Handwerk besteht darin, daß sie nach dem Grundsatz einer für alle, und alle für einen" der Förderung der Produktion und da mit zugleich auch dem Interesse des einzelnen dienen. Durch ge meinsamen Zusammenschluß versucht die Genossenschaft unter Ablehnung eines möglichst großen Gewinnes und damit rein tapitalistiquer Betätigung eine bessere Bedarfsbefriedigung, was für den einzelnen wieder Ersparnis bedeutet. Troß der Wich tigkeit dieser gewerblichen Genossenschaften für das Handwerk läßt leider die jüngste Zusammenstellung über den derzeitigen Bestand fast durchweg einen udgang erkennen. Die Entwid lung der handwer... agen Genossenschaften im ersten Halbjah: 1927 zeigt folgendes Bild:

Genossenschaften nach Handwerksberufen geordnet: Stand am

Bäder

1.1.1927 1.7.1927 642

622

Schneider Schuhmacher

346

330

199

195

Schlosser, Metallgewerbe, Klempner

und Installateure

214

208

Sattler und Tapezierer

152

148

Fleischer und Häuteverwertung

117

107

Tischler, Drechsler, Holzgewerbe

155

138

Maler, Ladierer

133

130

Bauhandwerker, Baugewerbe

195

219

78

75

63

55

31

31

30

18

Friseure, Perüdenmacher Korbmacher

Töpfer

Dachdecker

Fast alle Berufsgruppen sind in ihrem Bestand zurückze gangen, lediglich für die Töpfer finden wir die gleiche Anzahl Genossenschaften und allein im Baugewerbe einen Zuwachs von 24 Genossenschaften. Die Bedeutung der Genossenschaften ist aber für alle Zweige dieselbe. Nachdem seit der Inflation. die den Genossenschaften größte Schwierigkeiten brachte, wieder sta bile Verhältnisse eingetreten sind, sollte das Handwerk diefer Frage erhöhte Aufmerksamkeit schenken und dort, wo die not wendigen Voraussetzungen vorliegen, zu Neugründungen schrei ten. Vereinten Kräften muß es gelingen, der Genossenschafts bewegung im Handwerk einen neuen Antrieb zu geben.

Auch die Kreditgenossenschaften haben für den Berufsstand die gleiche Bedeutung. Sie dienen als das Sammelbecken der im Mittelstand vorhandenen flüssigen Gelder, um auf dem Wege des Kredits an den Mittelstand wieder fruchtbringende Anlage zu finden. Sie sind die Banken, die für den Handwerker in Frage kommen. Es wäre verfehlt, wollte der Meister mit Große banten arbeiten, die vielleicht Kaufhäusern, Konzernen oder Kartellen ihre Barmittel zur Verfügung stellen, deren weitere Ausbreitung letzten Endes zu einer Verdrängung des gewerb lichen Mittelstandes führt. Die Kreditgenossenschaften haben im ersten Halbjahr 1927 eine Zunahme von 20 Genossenschaften erzielt.

um Lodz drückte, schickte der Großfürst Nikolaus Nikolajewitjh den Verteidigern der Stadt neue Hilfe. Von Süden nahte die Armee Plehwe, um die linke Russenflante zur Umfassung Madens jens zu verlängern. Ein aus Warschau und Zwangorod unter Rennentampi auf die Mrogabrücke bei Brzezing anrüdendes Heer sollte die deutsche Angriffsfront von Osten her aufrollen. Von dort, vom linken Flügel Madenjen, aber marschierten um den rechten der feindlichen Verteidiger von Lodz herum bis jetzt in des Gegners Rüden vier preußische Divisionen, deren eine die eigene war. Sie sollten den Feind zwischen zwei Feuer bringen, chr ihm Hilfe aus Süden und Often tam.

Darum spornte das Mahnen der Führer hinter dem Gene ral die Kolonne zu haftigerem Ausschreiten. Schlesische Fluch worte und schadenfrohes Lachen erzählten vom Stedenbleiben eines Kommistiefels im klebrig zähen Straßenschlamm. Ein Meldereiter des Stabes flagte dem Wachtmeister vom Verlieren eines Hufeisens. Rasen hoch und Beine lang! Was fällt bleibt liegen!" schallt eine Stimme. Vorwärts! hieß es. Wenn die Russen aus Süden und Often auf Madensens Flügel jie ßen, che ihre Lodzer Truppen zwischen zwei Feuern erdrüdt waren, jagen vier Divisionen im Wurstfessel.

Um Mittag jagte der schneidende Nord förnig harten Schnee. Des Jahres erster Frost warf eine trügerische Eistrufte auf Bfügen und Schlamm. Als vom aufklarenden Himmel die Dämmerung fiel, war die Straße steinhart und mit General Winter als neuem Feind zu rechnen.

Der neue Post- Tarif. Inkrafttreten am 1. Auguft. Nach der neuen Poſtgebühren- Vorlage staf bühren wie folgt:

Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm 8 Rpfg., Gramm 15 Rpfg., über 250 bis 500 Gramm 20 verlehr bis 20 Gramm 15 Rpfg., über 20 big Spig, über 250 bis 500 Gramm 40 Rpfg.

Bottarten im Ortsverkehr 5 Rpfg., im Fernv

Drudiachen( ein Unterschied zwischen Voll- un wird nicht mehr gemacht) in Form einfacher

anhängender Antwortkarte 3 Rpfg., bis 50 über 50 bis 100 Gramm 8 Rpfg., über 100 Apig, über 250 bis 500 Gramm 30 Rpfg. bis 1 kg. 40 Rpfg.( Meistgewicht 1 Kg.)

Botwurfsendungen. Drudsachen 3 Rpfg. Millendungen. Drudjachen und Warenpro Seihäftspapiere, Warenproben und Mischsend zichtsstufe 15 Rpfg.

Fädchen bis 1 Kg. 40 Rpfg.

Balete: 1. 3one bis 75 Km.: bis 5 Kg. 509 Kg. 10 Rpfg.

2. Zone über 75 bis 100 Km.: bis 5 Kg. tere Kg. 20 Rpfg.

3. Zone über 150 bis 375 Km.: bis 5 weitere Kg. 30 Rpfg.

4. Zone über 375 bis 750 Km.: bis 5 weitere Kg. 35 Rpfg.

5. Zone über 750 Km.: bis 5 Kg. 80 Rp 40 Rpig.

Zeitungspatete gegen ermäßigte Gebühr jallen weg.

Bostanweisungen bis 10 Rm. 20 Rpfg., ü 30 Rpfg., über 25 bis 100 Rm. 40 Rpfg., i 60 Rpfg., über 250 bis 500 Rm. 8 Rpfg., i 100 Rpfg., über 750 bis 1000 Rm. 120 R Siljujtellgebühr: Bei Vorausbezahlung du

jede Briefsendung usw. im Ortszustellb Landzustellbezirk 80 Rpfg., für Patete( ein

farte) im Ortszustellbezirk 60 Rpfg., im Apia, Gebühr für dringende Pakete 100 9

fichert. Die vier Divisionen- mit der Flügel standen jetzt südöstlich von Lod

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Radenfen gegenüber im Rücken der russische Stadt. Es wird angegriffen!" Und Hul

Des Oberkommandos vor. An den schon u en Zufägen für die Division hatte der Ger anbern. Durch zwei Stunden Schlaf er nem Generalstabsoffizier auf die Straße. Fast lauter als tagsüber grollte im Der großen Schlacht. Bom gestirnten Himme Mondlicht auf den unter den Stiefelsohlen Windstill, aber eisig talt war die Nacht.

Tor der fleinen Holzkirche fiel matter Li Straße. Beim Eintreten sah der General meier Wachsterzen auf dem Altar den Adj bern die Befehle vorlesen. Ordonanzen hie Serbeiben ffirrten leise zum Donnerdröhnen Rumm wartete hier. Das dumpfe Krache plosion eritidie feine Meldung. Der Genera um Turm hinan. Oben riz der Adjutan Feniter auf. Bor ihnen lag die ums

der einen himmelhohen Decke von Rauch Stände. Oben blinkte die riesige Wolfe alikern filbergrau. Unten glühte sie feuer amboch aufledender Flammen. Schwarz, fe aus züngelnden Lodern die Schorn dicht wie Majten am Hafen oder rigen Strahlentegel von Scheinwer Fleben am Gnade und Erbarmen ihre zi ber fille und mahnten die Helfer in Often u Erzählt doch das Leuchten der Feuerbälle vor

Erst der späte Abend brachte eine furze Raft. Nach Mitter nacht tam Hußlarn vom Befehlsempfang im Hauptquartier der Armeeabteilung in die Panjestube des Bauernhofes im Dorf Tuszyn. Der Generalleutnant richtete sich von der Strohhütte auf und griff zur Karte. Der Hauptmann hielt die Laterne und berichtete, der Erfolg des fühnen Unternehmens scheine ge

men Weg des Angriffs zurüchinkten. Neben