ufruf zur Hilfe.
Str. 31.
lüd hat drei Täler des östlichen Erzge als 300 Personen find obdachlos und ihres dere sind schwer geschädigt. Ein Gach 570 Millionen ist entstanden, Jahre met: erstellungsarbeiten vergehen.
en, großzügig helfen. Aber nicht planlos. sche Landesverein für Innere Mission mit
Sonnabend den 30. Juli 1927.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Jahrtausende sind hinweggegangen, seitdem wir anfingen, Kulturvölker zu werden. Reiche und Länder bildeten sich, des Weltheilandes Gotteslehre zog einigend über die alte Erde, Kunst und Wissenschaft, Kultur und Handel trugen ihre Fadel über alle Grenzen. Doch unbewußt tragen wir alle in unserem Blute noch die Zeit herum, da es nur eines gab: Krieg.
betroffenen Gemeinden eine entsprechende he Verteilungsstelle) eingerichtet, wo der dübersehen wird, und von wo das Rot ind auf schnellstem Wege geliefert wiro stelle für Geldspenden ist die Missions eswerte der Innern Mission Sachsens, andstraße 19 II, Postscheckkonto Dresden Istelle für sonstige Liebesgaben( Beit üchenwäsche, Dauerwaren an bahrungs Bettstellen usw.): Stadtverein für J
-A 1, 3injendorfstraße 17. derverein dankt schon jetzt für alle ihm
en und Liebesgaben aufs herzlichste.
desverein für Innere Mission.
. Wagner, Pfarrer.
ert und Genossenschaften.
er gewerblichen Genossenschaften für das
in, daß sie nach dem Grundsatz„ einer für en" der Förderung der Produktion und da Interesse des einzelnen dienen. Durch ge nschluß versucht die Genossenschaft unter glichst großen Gewinnes und damit rein gung eine bessere Bedarfsbefriedigung, was
eder Ersparnis bedeutet. Trotz der Wich lichen Genossenschaften für das Handwerk te Zusammenstellung über den derzeitigen
g einen udgang erkennen. Die Entwid en Genossenschaften im ersten Halbjahr Bild:
Handwerksberufen geordnet: Stand am
1.7.1827
1.1.1927
642
622
346
330
199
195
ewerbe, Klempner
re
214
208
ezierer
152
148
teverwertung
117
107
r, Holzgewerbe
155
138
133
130
Baugewerbe
195
219
Eenmacher
78
75
63
31
31
30
18
sgruppen sind in ihrem Bestand zurüde die Töpfer finden wir die gleiche Anzahl allein im Baugewerbe einen Zuwachs von
- Die Bedeutung der Genossenschaften ist
Die Menschheit hat ein großes Halt gemacht. Fast scheint es, als würde sie Umkehr halten auf dem Wege, den ihr ein weiser Schöpfer gezeichnet hat. Sie strauchelt und findet die Kräfte nicht mehr, gegen die Höhen weiter zu steigen, wo die Bollendung harrt. Wie fremd find wir Menschen im Grunde einer dem andern geworden, jeder lebt auf einer Insel und über ein Meer von Mißverständnissen rufen die Einsamen sich Lügen ju.
je dieselbe. Nachdem seit der Inflation, die größte Schwierigkeiten brachte, wieder stor ngetreten sind, sollte das Handwerk dieser merksamkeit schenken und dort, wo die not kungen vorliegen, zu Neugründungen schrei äften muß es gelingen, der Genossenschafts werf einen neuen Antrieb zu geben. tgenossenschaften haben für den Berufsstand g. Sie dienen als das Sammelbeden der im denen flüssigen Gelder, um auf dem Wege Mittelstand wieder fruchtbringende Anlage d die Banken, die für den Handwerker in - wäre verfehlt, wollte der Meister mit Grok die vielleicht Kaufhäusern, Konzernen oder
Doch mag die Not noch größer werden, der Haß noch tiefer, mag eine neue Sintflut tommen und alle Schleusen des Himmels und der Erde sich öffnen, größer und stärker als Men schenhas ist doch Gottes heiliges Gesetz der Liebe. Und da rum fann es für den Glaubenden keine Verzweiflung geben. leber allem egoistischen Trieb stand immer hehr und groß der Trieb zum Opfer, der für Frau und Kind, für Bolf und Bater land, für Glaube und Freiheit zu sterben zwang. Diese schwere Zeit ist ein Auffladern dunkler Vergangenheit. Was war, tommt aber nicht wieder. Weil wir an Gott und die Menschheit glauben, glauben wir auch an den Frieden.
Roch ist der Riesenweltbrand, der über die Erde ging, nicht gang erloschen, noch fladern überall Herde von altem Haß auf und die Menschen haben das Kriegsbeil nicht begraben. Gottes heiliges Gesetz der Liebe wird uns heute oder morgen doch noch zwingen, daß die Menschen über die Meere des Mißverstehens, über Haß und Zwietracht hinweg sich wieder die Hände reichen.
合
Der neue Post- Tarif.
Inkrafttreten am 1. Auguft.
Nach der neuen Postgebühren Vorlage staffeln sich die Gebühren wie folgt:
Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm 8 Rpfg., über 20 bis 250 Gramm 15 Rpfg., über 250 bis 500 Gramm 20 Rpfg., im Fern verkehr bis 20 Gramm 15 Rpfg., über 20 bis 250 Gramm 30 Rpfg., über 250 bis 500 Gramm 40 Rpfg.
Bostlarten im Ortsverkehr 5 Rpfg., im Fernverkehr 8 Rpfg. Drudsachen( ein Unterschied zwischen Voll- und Teildrucksachen wird nicht mehr gemacht) in Form einfacher Karten auch mit anhängender Antwortfarte 3 Rpfg., bis 50 Gramm 5 Rpfg., über 50 bis 100 Gramm 8 Rpfg., über 100 bis 250 Gramm 15 Rpfg., über 250 bis 500 Gramm 30 Rpfg., über 500 Gramm bis 1 Kg. 40 Rpfg.( Meistgewicht 1 kg.) Bostwurfsendungen. Drudsachen 3 Rpfg.
Mischsendungen. Drudsachen und Warenproben 6% Rpfg. Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen, die erste Gewichtsstufe 15 Rpfg.
Bädchen bis 1 Kg. 40 Rpfg.
Batete: 1. 3one bis 75 Km.: bis 5 Kg. 50 Rpfg., jedes weitere Rg. 10 Rpfg.
2. Zone über 75 bis 100 km.: bis 5 Kg. 60 Rpfg., jedes weitere Kg. 20 Rpfg.
3. Zone über 150 bis 375 Km.: bis 5 Kg. 80 Rpfg., jedes weitere Kg. 30 Rpfg.
4. Zone über 375 bis 750 Km.: bis 5 Kg. 80 Rpfg., jedes weitere Kg. 35 Rpfg.
5. Zone über 750 Km.: bis 5 Kg. 80 Rpfg., jedes weitere Kg. 40 Rpfg.
Zeitungspakete gegen ermäßigte Gebühr und Einschreibpakete fallen weg.
Bostanweisungen bis 10 Rm. 20 Rpfg., über 10 bis 25 Rm.
30 Rpfg., über 25 bis 100 Rm. 40 Rpfg., über 100 bis 250 Rm. 60 Rpfg., über 250 bis 500 Rm. 8 Rpfg., über 500 bis 750 Rm. 100 Rpfg., über 750 bis 1000 Rm. 120 Rpfg.
,, Gießener Zeitung"
Zeitungsgebühr: Für monatlich einmal erscheinende Zeitungen im durchschnittlichen Nummergewicht bis 30 Gramm 1% Rpfg.. über 30 bis 50 Gramm 2 Pfg., über 50 bis 100 Gramm 4 Rpig., für monatlich zweimai erscheinende Zeitungen im durchschnitt lichen Nummergewicht bis 30 Gramm 3 Kpfg., über 30 bis 50 Gramm 4 Rpig, über 50 bis 100 Gramm 8 Rpfg.
Die Wortgebühr für gewöhnliche Inlandstelegramme im Orts verkehr wird 8 Rpfg., im Fernverkehr 15 Rpfg. betragen. Die bisherige Stundungsgebühr für Aufgabe eines Telegramms durch Fernsprecher und die Gebühr für Stundung von Telegrammgebühren kommen in Wegfall.
Die in der Vorlage vorgesehene Einrichtung beim Verkauf durch Wertzeichengeber eine 8 Rpfg. Karte für 10 Rpfg. abzugeben, ift beseitigt worden. Es sollen Vorkehrungen getroffen wer den, um durch Automat die Achtpfennigmarte zum Nennwert abzugeben.
Die neuen Gebühren treten am 1. Auguft, diejenigen für Batete und Zeitungen am 1. Oftober in Kraft. Damit ist die Gebührenvorlage erledigt.
Aus Nah und Fern.
Nr. 31.
Eine große hessische Handwerkertagung finder in der Zeit zwischen dem 11. und 15. Oftober 1927 in Bad Nauheim statt. Mehrere berufene Führer des deutschen Handwerks werden dort bedeutsame Referate halten. Jeder Handwerker und Gewerbetreibender, dem das Wohl seines Berufes am Herzen liegt, sollte zu dieser Tagung kommen, zumal nach der großen Versammlung auch Gelegenheit gegeben ist zu persönlicher Aussprache im engeren Kreise.
Bad Nauheim. Die Deutsche Volkspartei Oberhessens trifft fich am 20. und 21. August hier zu ihrem Parteitag, der als Auftakt zu den Landtagswahlen im Herbst eine bedeutungsvolle Veranstaltung werden wird.
Friedberg. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung hielt eine Sitzung von nahezu fünfstündiger Dauer ab. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung behandelte einen sozialdemokratischen Antrag auf Erhöhung der städtischen Arbeiterlöhne. Es han delt sich um 4 Pfg. Zulage für die Stunde. Nach längerer Aus
* Straßensperrung. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist der Seltersweg zwischen Blodstraße und Goethe- sprache wurde der Antrag mit 13 gegen 9 Stimmen angenom straße bis Wolfengasse vom 29. Juli ds. Js. bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt.
* Personalien. Der Polizeiversorgungsanwärter Hans Spat von hier wurde zum Polizeiverwaltungsassistenten wit Wir lung vom 1. August 1927 ernannt.
* Von der Universität. Dem Lektor für französische Sprache an unserer Universität, Dr. Walter Gottschalt, wurde die venia legendi bei der Philosophischen Fakultät erteilt.
*
Straßensperrungen,
mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Oberwöllstadt bis Niederwöllstadt, im Straßenzug FrankfurtBilbel Friedberg, für alle Fahrzeuge, vom 1. Augu bis auf Weiteres; Umleitung: Bruchenbrüden. Butzbach Niederweijel Niedermörlen, im Straßenzug Friedberg- Buzzbach, für alle Fahrzeuge, vom 1. August bis auf Weiteres; Umleitung: Griedel- Rodenberg- Steinfurth. Leun bis Bahnhof Braunfels, von Km. 0,0-1,5, im Straßenzug Leun Philippstein, bezw. Burgsolms, für alle Fahrzeuge, Dom 27. Juli bis 11. August; Umleitung: Burgsolms. Bidenkopf Edelshausen, von Km. 0,3-1,5, im Straßenzug Biedenkopf Marburg, für alle Fahrzeuge, vom 29. Juli bis auf Weiteres; Umleitung: Nebenstraße bis Edelshausen. Nentershausen- Montabaur, von Km. 15,9-17,6, im Straßenzug Limburg- Koblenz, vom 28. Juli bis 15. August; Umleitung: Ruppach Goldhausen- Heilgenroth.
Esch Tenne, im Straßenzug Neuweilnau- Jdstein, für alle Fahrzeuge, vom 5.- 15. August; Umleitung: Steinfischbach. Folgende Straßensperrungen sind aufgehoben: Friedberg Bad Nauheim- Nieder- Mörlen, Lollar- Landesgrenze, Richtung Sichertshausen.
*
Deutsche Tourenfahrt 1927.
Der Allgemeine Deutsche Automobil- Club wird in der Zeit vom 1. August bis 5. August seine„ Deutsche Tourenfahrt 1927" zur Durchführung bringen, die erste große innerdeutsche Gesellschaftsfahrt der Nachkriegszeit, die auch quer durch Stadt und Kreis Gießen führt. Die Deutsche Tourenfahrt 1927 wird im Herzen des Reichs, in Halberstadt, ihren Anfang nehmen, und dann über Elbingerode- Braunlage quer durch den Harz nach Göttingen führen, dann über Kassel( Tagesetappe), Fritzlar, Marburg, Gießen, Wetzlar, Limburg, Bad Ems( Tagesetappe), wird bei Koblenz den deutschen Rhein erreichen, und längs des Rhein weiterführen nach St. Goar, Bingerbrüd, Bad Kreuznach, und hinein in das sonnige, wonnige Pfälzer Bergland über Kaiserslautern( Tagesetappe), Bad Dürkheim, Neustadt, Lan dau ins schöne Heidelberg. Von hier aus wird die Fahrt über Karlsruhe nach Baden- Baden( Tagesetappe) fortgesetzt, dort der vorletzte Abend der Tourenfahrt verbracht, um dann über Freu
rmittel zur Verfügung stellen, deren weitere Eilzustellgebühr: Bei Vorausbezahlung durch den Absender für denstadt Triberg, also rund durch den Schwarzwald, dem Ziel Endes zu einer Verdrängung des gewerb sführt. Die Kreditgenossenschaften haben 1927 eine Zunahme von 20 Genossenschaften
jede Briefsendung usw. im Ortszustellbezirk 40 Rpfg., im Landzustellbezirk 80 Rpfg., für Patete( einschließlich der Paketfarte) im Ortszustellbezirk 60 Rpfg., im Landzustellbezirk 120 Rpfg., Gebühr für dringende Pakete 100 Rpfg.
chickte der Großfürst Nikolaus Nikolajewit sichert. Die vier Divisionen
Der Stadt neue Hilfe. Von Süden nahte die
mit der eigenen am linken Flügel standen jetzt südöstlich von Lodz in breiter Front
die linke Russenflante zur Umfassung Maden Madensen gegenüber im Rücken der russischen Verteidigung der 1. Ein aus Warschau und Jwangorod unte Stadt. Es wird angegriffen!" Und Hußlarn las die Befehle die Mrogabrüde bei Brzeziny anrüdendes Het des Oberkommandos vor. An den schon unterwegs entworfe Angriffsfront von Osten her aufrollen. Bet nen Zufäßen für die Division hatte der Generalleutnant wenig
Flügel Madensen, aber marschierten um den chen Verteidiger von Lodz herum bis jekt in des ier preußische Divisionen, deren eine die eigent
den Feind zwischen zwei Feuer bringen, eb iden und Often fam.
tabes klagte dem Wachtmeister vom Verlieren
zu ändern. Durch zwei Stunden Schlaf erfrischt, folgte er sei nem Generalstabsoffizier auf die Straße.
Fast lauter als tagsüber grollte im Norden das Orgeln der großen Schlacht. Vom gestirnten Himmel strahlte blauweißes Mondlicht auf den unter den Stiefelsohlen fnirschenden Schnee
te das Mahnen der Führer hinter dem Ge Windstill, aber eisig talt war die Nacht. Aus dem offenen zu hastigerem Ausschreiten. Schlesische Flub For der kleinen Holzkirche fiel matter Lichtschimmer in die nfrohes Lachen erzählten vom Stedenbleibe Straße. Beim Eintreten sah der General Hußlarn beim Licht jels im klebrig zähen Straßenschlamm. Git weier Wachskerzen auf dem Altar den Adjutanten und Schrei ,, Nasen hoch und Beine lang! Was fällt fterscheiben flirtten leise zum Donnerdröhnen im Norden. Auch allt eine Stimme. Vorwärts! hieß es. Wenn Kumm wartete hier. Das dumpfe Krachen einer fernen ErSüden und Osten auf Madensens Flügel Bie plosion eritidte seine Meldung. Der General flomm die Treppe dzer Truppen zwischen zwei Feuern erdrüdt zum Turm hinan. Oben riz der Adjutant ein staubblindes agte der schneidende Nord förnig harten Schnee er einen himmelhohen Dede von Rauch und Qualm vieler r Frost warf eine trügerische Eistrujte auf Brände. Oben blinkte die riesige Wolfe unter dem Mond
bern die Befehle vorlesen. Ordonanzen hielten Lampen. Fen
Divisionen im Wurjitesel.
die
lamm. Als vom aufklarenden Himmel , war die Straße steinhart und mit General m Feind zu rechnen.
arn vom Befehlsempfang im Hauptquartier
bet
Fenster auf. Vor ihnen lag die umstrittene Stadt un
glitzern jilbergrau. Unten glühte sie feuerrot im Widerschein turmhoch aufledender Flammen. Schwarz, nadt und starr ragten fie aus züngelnden Lodern die Schornsteine der Industriegrellweißen Strahlentegel von Scheinwerfern hoben die im
e Abend brachte eine kurze Rast. Nach Mitter ftadt, dicht wie Masten am Hafen oder Bäume im Wold. Die in die Panjestube des Bauernhofes im Dor lehen um Gnade und Erbarmen ihre zitternden Arme aus er Erfolg des fühnen Unternehmens scheine en Weg des Angriffs zurüchinkten. Neben ihnen wiug schme= ur Karte. Der Hauptmann hielt die Later Erzählte doch das Leuchten der Feuerbälle von Granaten und das
der Hölle und mahnten die Helfer in Often und Süden, zu eilen.
eneralleutnant richtete sich von der Strohhütte
Freiburg zugeführt zu werden. Die Deutsche Tourenfahrt 1927 hat mit 150 Teilnehmern mit Fahrzeugen deutschen und aus= ländischen Ursprungs, mithin etwa 400 Teilnehmern eine glänzende Beteiligung gefunden.
glitzernde Funktengestiebe von Schrapnells über der langen Russenfront, wie erbarmungslos Madensen an die Tore der Stadt hämmere. Jn Brüllen der Geschützmäuler schlug rollendes Prasseln zur Linken von Lodz. Dort blinkten zwei glitzernde Perlenketten im schwarzen Schatten über die Erde. Madensens Infanterie lag noch im Kampf. Ihr entgegen sollte um 2 Uhr die eigene zum Angriff schreiten.
Dann wußte Drewitz seine Bataillone im Vormarsch längs der Straße von Tuszyn nach Lodz, und vor drei Uhr blinkten auch im Rüden der russischen Verteidiger von Lodz die Flämmchenketten aus deutschen Gewehren auf. Zur rechten standen die drei anderen Divisionen der Armeeabteilung schon im Kampf Der Russe lag zwischen zwei Feuern. Doch seine Uebermacht fonnte Massen von Fleisch und Eisen auch dem neuen Angreifer im Rüden entgegenschleudern. Hußlarn brachte aus der Satristei die Meldung, daß ein Hagel von Granaten größten Kalibers das Vorgehen der auf feindliche Infanterie gestoßenen Batanlone hemme.
Die Sonne ging flammend wie in Hundstagen auf und malte durch die Turmscheiben rötlich goldene Kringel an die weiße Kalfwand. Blendendes Sprühen und Guzern von Diamanten lag auf dem weiten Schnee und Waffenfeld. Die Rauchdecke hing jetzt grau- schwarz über den Schornsteinen der umschnürten Stadt, die den Himmel der Freiheit wohl nicht mehr schauen sollte. Die schrille Klage verängstigter Dohlen oder Raben frächzte ins immer lautere Brüllen der Schlacht. Zu Füßen war in der Ferne nur hier und da ein Stüd der eigenen Schüzentette mit grauen Tupfen auf weißem Schnee zu jchen. Längs der Straße von Lodz tlederte in Tröpfchen ein graues Rinnjal auf Tuszyn. Durch das Glas war zu erkennen, daj dort Verwundete über den im Dunkel der Nacht genomme lende Lohe au den diden Strohdächern der beim Vorgehen er=
men.
Friedberg i. H. Die Stadt läßt gegenwärtig zwei größere Bauprojekte ausführen. Der Bau des Wartturms auf der OberWöllstädter Höhe schreitet günstig fort. Als zweies städtisches Projekt wird das elektrische Laboratorium für das Polytech nitum gebaut.
Jugendarbeit beim 33. Kreisturnfest in Darmstadt. Reben alle die Stunden praktischer turnerischer Arbeit und turnerischen Frohsinns bei dem 33. Kreisturnfest der Mittelheiner stellen sich auch Stunden tiefster innerlicher Einkehr Zu diesen Stunden zählt auch die Jugendfeierstunde, weige ..Jung- Mittelrhein" am Festsonntag, den 31. Juli, vormittags 11,15 Uhr, in der Pauluskirche hält und zu der must nur alle Jugendbünde, sondern alle beim Kreisturnfest Anwesenden herz lich eingeladen sind. Die Turnerjugend wird sich mit ihren Wimpeln um 10,45 Uhr auf dem Marktplatz treffen und von hier aus gemeinsam zur Kirche ziehen. Dorr bietet die Darm städter Turnerjugend nach vorausgegangenem Orgelvorspiel und cinem Schargesang ein Jugend- Weihespiel von Wollendorf dar. Den Schluß der Feier bildet ein gemeinsames Lied, welches auf der am Eingang der Kirche erhältlichen Folge abgedruckt ist. Auf dem Festplatz steht der Jugend ein geräumiger Platz zur Verfügung, wo sie sich in den Kampfpausen" zu frohem Sang. Spiel und Tanz zusammenfinden wird. Ein bunter Maibaum macht den Plah kenntlich. Von einem Teil der Arbeit, die auf dem Tie, in Gruppen- und Heimabenden geleistet wird, wird die in der Festhalle untergebrachte Ausstellung zeugen. Alle Arten Handarbeiten, Malereien, Hämmerarbeiten u. v. a. m. find zur Schau gestellt und zum Teil verkäuflich. Kein yet be sucher sollte versäumen, sich die im rechten Kassenraum der Fest halle untergebrachte Ausstellung anzusehen und, was ihm gefällt, zu kaufen. Der Erlös soll dem Grundstock zur Erbauung einer Jugendburg der Deutschen Turnerschaft zugeführt werden.
Sonderzüge zum Marburger Universitätsjubiläum. Aus Anlaß des 400jährigen Jubiläums der Universität Marburg verkehren am Sonntag, 31. Juli, und in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August folgende Sonderzüge: Vorzüge 769-770 Frankfurt- Hbf Marburg und zurüd und zwar Frankfurt- Hbf. ab 8.40 Uhr, Marburg an 10.38 und für egenrichtung Marburg ab 19.52 Uhr, Frankfurt- Hbf. an 21.50 Uhr.
Sonderzug Marburg- Frankfurt Hbf.: Marburg ab 0.30 Uhr, Frankfurt- 5bf. an 3.30 Uhr. In Frankfurt Hbf. wird der Anschluß an den Eilzug 300 nach Darmstadt erreicht, der um 4.03 abfährt. Im Anschluß an diesen Sonderzug verkehrt ein weiterer Sonderzug von Niederwalgern nach Weidenhausen. Im Anschluß an einen von Marburg um 0,30 Uhr abfahrenden Sonderzug in Richtung Kassel, der um 1,01 in Kirchhain eintrifft, verkehrt ein Sonderzug von Kirchhain nach Burg- und Niedergemünden.
Wegen des an diesen Tagen zu erwartenden starken Andrangs an den Fahrkartenschaltern wird den Reisenden emp fohlen, sich bei der Lösung der Fahrkarte für die Hinreise gleich zeitig auch die Fahrkarte für die Rückreise aushandigen zu lassen.
fämpften Bauernhäuser. Granaten suchten sie auch auf dem Gang ins Lazarett. Bis dicht vor Tuszyn bebte die hartge frorene Erde unter dem Schlag von Stahl, der bald auch an den Hütten des Dorfes rüttelte. Ohne Pausen aber spritzten die Staub und Schneekegel berstender Geschosse vorn in der dünnen Linie grauer Männer auf. Nach m... ags einlaufenden Meldungen konnten des Generalleutnants Bataillone nur noch dreitausend Gewehre zählen. Zwei Stürme auf den Lodzer Borori Starowa Gora waren gescheitert. Doch neue Opfer schienen geboten, ob des Führers Herz auch blutete wie der Leib seiner Leute. Um 4 Uhr stand er im Kirchenschii vor seinen durch Radfahrern gerufenen Brigadekommandeuren. Der AItar vor ihm trug die von Wachsterzen erhellte Karte.
Sein Finger suchte die von Lodz über Tuszyn nach Eaden laufende Straße auf Nowo Radomst im Rüden: Von dort, meine Herren rüdt die russische Armee Plehwe an. Ihre xavallerie liegt bereits im Feuergefecht mit meinem Bataillon Schulz, das uns vorläufig den Rüden dedt. Wird es auch von Infanterie angegriffen und überrannt, ehe wir den Gegner in Madensens Gewehre werfen, dann sind wir im Kessel. varum befehle ich für sieben Uhr abends neuen Angriff auf Starowa Gora."
Im breiten, roten Gesicht des jähzornigen und heißblütigen Generalmajors v. Rieffenbach schwollen die Adern. Seine Rechte zerrte am schwarzen Schnauzbart und fuhr zur Helmschiene. Die Lippen grollten schon vor dem Sprechen.
Drewitz begriff, daß er sagen wolle, niemand dürfe von der Truppe Unmögliches fordern, und beschwichtigte mit der Hand:„ Ich weiß und verhehle Ihnen nicht, daß auch ich mir wenig von einem neuen Angriff verspreche. Trotzdem ist und bleibt er befohlen."
Fortsetzung folgt.


