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Sonnabend, den 28. Mai 1927.

und für die Beibehaltung der Zwangswirtschaft ein, obwohl wir Grund zu der Annahme haben, daß Herrn Angermeier persönlich die Aufhebung der Zwangswirt schaft nicht weniger sehnlich erwünscht wäre, wie den anderen Hausbesitzern auch.

Der Abg. Mann( Soz.) tritt, was eigentlich über flüssig ist zu erwähnen, ebenfalls für die Beibehaltung der Zwangswirtschaft ein. Seine Ausführungen wirt ten aber so wenig überzeugend auf das hohe Haus, daß jeber, und wohi auch der Redner selbst, den Eindrud hatte, als hielte er der Zwangswirtschaft die Leichen­rede. Die Situation schien ja auch tatsächlich- bis zu der allgemein überraschenden Abstimmung getlärt.

Abg. Haury( Dtsch. Vpt.) setzte sich für den An­trag seiner Partei ein. Er konnte auf die Erfahrungen in manch anderen deutschen Ländern hinweisen und ebenso auf die Verhältnisse auf dem Wohnungs­und Geschäftsraummarkt, die eine Loderung der 3wangswirtschaft gebieterisch verlangten. Er schilderte die Wirkungen der Freigabe auf die Bauwirtschaft, insbesondere auf die Beteiligung des Privattapitals. Die heutige Verhandlung sei außerordentlich erwünscht, um einmal die politischen Parteien zu zwingen, zu be­tennen, wie sie sich zu dem Problem 3wangswirtschaft stellen. Die große Mehrheit der Mieter teile den Standpunkt des sozialdemokratischen Redners nicht.

Redner stellt noch fest, daß der Minister nach seiner Aeußerung die Zwangswirtschaft abbauen könne, aber er wolle nicht.

Abg. Dr. Müller( Bbd.) erklärt, daß der Bauern­bund grundsätzlich für die freie Wirtschaft auch im Woh nungswesen eintrete. Er fordert eine Angleichung der Altmieten an die Neubaumieten. Je eher die Zwangs­wirtschaft beseitigt werde, desto eher werde eine Sen­fung der Neubaufosten und damit der Neubaumieten eintreten. Es liege feinerlei Grund vor, daß Hessen mit der Aufhebung der Zwangswirtschaft hinter ande­ren Ländern nachhinke.

Abg. Lautenbacher( 3tr.) tritt für seine Partei im Sinne des Antrags für eine Loderung der Zwangs wirtschaft ein.

Abg. Dr. Büchner steht ebenfalls zu seinem Antrag und bestätigt seine auch vor einiger Zeit in dem in un­serem Blatt veröffentlichten Briefwechsel mit unserem Mitarbeiter fundgegebene Einstellung seiner grund­sätzlichen Gegnerschaft gegen die Zwangswirtschaft. Er fordert einen allmählichen Abbau, in erster Linie für teuere Wohnungen und Geschäftsräume. Er verbindet damit die durchaus berechtigte Mahnung an die Re­gierung, billige Kleinwohnungen zu bauen und keine Billen.

Minister Raab erwartet von dem Landtag einen flaren Beschluß. Die Regierung werde sich dann ge= nau überlegen, wieweit diesem Beschluß( vor den Wah­len. D. Red.) Rechnung getragen werden könne.

Abg. Dr. Werner( Dnat. Bpt.) ist der Auffassung, daß ein Teil der Anträge wirtschaftliche Unmöglich­keiten darstelle. Er meint damit zweifellos den An­trag der Deutschen Volkspartei, der genau substantiert ist. Der Redner vergißt aber dabei, daß auch dieser Antrag die Schaffung von Uebergangsbestimmungen zur Vermeidung von Härten vorsieht. Der Redner ist der Meinung, durch die Aufhebung der Zwangswirt­schaft für große Wohnungen und Geschäftsräume müß­ten sich die Besitzer von Kleinwohnungshäusern zurück­gesetzt fühlen. Dieser Einwand hat keine Berechtigung, denn man muß mit dem Abbau da anfangen, wo er wirtschaftlich möglich und tragbar ist. Die Entwide­lung wird dann einen systematischen Weiterabbau mög­lich machen.

Abg. Zinkann( Soz.) suchte dann noch mit einigen Bemerkungen aus der Eingabe des Mietervereins die Situation zu retten.

Abg. Dr. Leuchtgens( Bbd.) stimmt dem Minister zu, wenn er vom Landtag einen flaren Beschluß ver­lange. Diese Klarheit enthalte der volksparteiliche Antrag, für den der Redner eintritt.

In der nun folgenden Abstimmung wird zuerst der volksparteiliche Antrag gegen die Stimmen der Deut­schen Volkspartei und des Bauernbundes abgelehnt. Der Antrag der Zentrumspartei wird gegen die Stim­

Kirchgang auf der Hallig. Von Elfriede Rotermund

Es war viel schwere See gewesen. Mit erbitterter Wucht war sie gegen die User gerannt und hatte unaufhörlich ihre grauen Wogen vor sich hergepeitscht. Die stießen heulend und krachend auf das Borland der kleinen Hallig, waren triumphie­rend zurückgerauscht und hatten sich dann mit neuen getroffen. die mit weißen Stirmnen der Inseltante entgegen brausten. Zischend und wutschnaubend waren sie aneindergeprallt und hatten sich sekundenlang zu breiten Mauern auch kochendem Gischt getürmt.

So hatte der Sturm einen Tag um den anderen getobt. und der Orkan gedonnert, bis die Wogen müde geworden und ihre Kraft gebrochen war.

Nun war die See wieder still. Wer es nicht tannte, mochte laum glauben, daß dieselben Wellen, die jetzt wie ein glitzern der Goldsaum die Hallig umkräufelten, noch vor Wochen wie weißmähnige, wilde Rosse sich knirschend ins 3aumzeug gelegt, und gierig schnappend und beißend ein Stück Land nach dem andern genommen hatten.

Halligsonntagsfrieden ringsumher! Ueber die tauigen Sonnenwege schreitet der Meerwind mit goldenen, wehenden Schwingen, rührt die weißen Muscheln am Wattgrunde mit Jilbernem Klingfling an und wandert weiter über die flim­mernde, träumende See. Weiche Rebel lösen sich aus dem Tief, schweben und gleiten über den veilchenfarbigen dämmernden Grund, zerfließen, vergehen, finden sich suchend wieder zusam men und verschmelzen in eins.

,, Gießener Zeitung"

men des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und des Bauernbundes abgelehnt. Der dritte Antrag der De­mottaten erhielt die Stimmen der Demokratischen Partei, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und des Bauernbundes. Da das Ergebnis angezweifelt wurde, wurde die Abstimmung wiederholt. Die Gegen­probe ergab, daß Sozialisten, Kommunisten und Deutsch­nationale mit 30 Stimmen gegen 26 Stimmen der an­deren Parteien den demokratischen Antrag abgelehni hatten.

,, Verwirrung der Gefühle?"

Zur Abstimmung über die Loderung der Wohnungszwangs wirtschaft im Heffischen Landtag.

Unter dieser Ueberschrift schreibt Herr Erich Wellow, der Generaljekretär der Deutschen Volkspartei in Hessen, im Darm­städter Tagblatt":

In der am Mittwoch, den 4. Mai, stattgefundenen Sigung des Landtages waren die hessischen Volksvertreter vor die Frage gestellt, ob der Unfug der Wohnungszwangswirtschaft in Hessen noch weiter beibehalten oder ob ein jnftematischer Abbau endlich einmal in Angriff genommen werden soll. An­dere Länder Württemberg, Bayern, Baden, Thüringen, Ol­denburg, ferner die Hanjajtädte und vor einigen Wochen auch Breußen, haben teils auf dem Berordnungswege, teils durch die gesetzgebenden Körperschaften einen Abbau der Wohnungs zwangswirtschaft eingeleitet, indem sie die gewerblichen Räume und die sogenannten teueren" Wohnungen freigaben Die Erwägungen, die zu der Forderung auf Aufhebung der Woh nungszwangswirtschaft führen, sind so einfach, daß man über sie nicht mehr zu diskutieren braucht: auch die Wohnungs zwangswirtschaft war nur durch die Kriegsnotwendigkeiten be­dingt, sie ist, wie jede Zwangswirtschaft, der anormale Zustand, der in dem Augenblid, in dem die Wirtschaft sich wieder auf normale Verhältnisse einstellen tann, feine Daseinsberech tigung hat. Bernunft wird Unjinn, Wohltat Plage". wenn ein unter außergewöhnlichen Umständen geschaffener Zustand in normalen Zeitläufen verewigt werden soll.

Die Freunde der Zwangswirtschaft wenden ein, daß wir ,, normale" Zustände noch nicht haben, so daß daher gerade die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft noch verfrüht jei. Sie haben diese Einwände immer erhoben, ob es sich nun um Aufhebung der Fleischbewirtschaftung, um Freigabe des Brot­getreides, des Zuders oder sonst was handelte; sie haben im­mer dabei übersehen, daß der normale Zustand ja erst durch die Freigabe erreicht werden konnte, und es wird wohl heute keinen vernünftigen Menschen geben, der etwa glaubt, daß z. B. unsere Lebensmittelversorgung durch ihre Freigabe gelitten hätte. Alle die Unken, die in ungezählten Auslassungen gequaft hatten, daß bei Aufhebung der Zwangswirtschaft die armen Leute nichts zu essen" hätten, müssen heute zugeben, daß sie falsche Propheten waren.

In dem Komplex der Zwangswirtschaft ist zweifelsohne die Wohnungsfrage die schwierigste und delikateste, und es ist daher verständlich, daß man an sie zuletzt herangeht. Immerhin dürfte jetzt, nachdem bald 10 Jahre nach Beendigung des Krie­ges vergangen sind, auch dieje Frage brennend geworden sein, und zwar nicht nur für die Hausbesitzer, sondern für die Ge­samtheit der Nation. Nur wer blind oder böswillig ist, kann die derzeitigen Zustände auf dem Gebiet der Wohnungspolitik als befriedigend ansehen, und man muß schon reaktionär sein wie die Sozialdemokratie, wenn man die gegenwärtigen Ver­hältnisse verewigen will.

Die Erkenntnis, daß ein systematischer Abbau der Woh­nungszwangswirtschaft endlich auch in Hessen eingeleitet wer den muß, hat bereits im Vorjahr dazu geführt, daß die Land­tagsfraktionen der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und des Zentrums Anträge einbrachten, die eine Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft verlangten. Die Deutsche Volks: partei ging am 20. Ottober voran, ihr folgten die beiden an­deren am 21.

Der Antrag der Deutschen Volkspartei lautete wie folgt: ,, Wir beantragen:

Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, unverzüglich Maßnahmen zum systematischen Abbau der Woh­nungszwangswirtschaft zu treffen, und zwar dahingehend, daß 1. in Gemeinden mit einer Einwohnerzahl nach der Volks­zählung vom 16. Juni 1925 von

a) über 20 000 Einwohnern alle Wohnungen mit einem Jahresmietpreis von 1000 M ab,

b) über 20 000 Einwohnern alle Wohnungen mit einem Jahresmietpreis von 800 M ab,

Dann beginnt leise ein Klingen und Singen, ein Jubilie­ren voll sieghafter Kraft, einer Macht und Kraft, die den Tod überdauert. Die ehernen Glodenstimmen der großen Nachbar­insel, das Föhrer Kantategeläut ist's, das über das erwachende Meer flingt.

Immer voller, immer lauter rufen die Feiertagsgloden; Meeresraunen mischt sich zart und lind in die dumpfen Klänge, und schöner als Weihrauchdüfte steigt es aus dem jungen Gras.

Da pocht es auch an dem Holzglodenturm neben dem fleinen, turmlosen Halligkirchlein. Ernst, friedesam und feier­lich läutet die Glode über das Eiland, auf dem sich nur zehn niedrige, rethbedeckte Häuser um Kirche und Pfarrhaus fuscheln und rings das weite Meer.

Schritte stapfen über die steingepflasterten Wege der Wars. Auf den Arm ihrer blonden Enkelin gestützt, schreitet, wie allfontäglich, eine 93jährige Friesin als erste den Kirchsteg hinan. Die scharf umrissenen Linien ihres hageren, durchfurch­ten Gesichtes reden von einem herben Lebensschicksal. Aber trotzdem bringt es der alte faltige Mund nicht fertig, über ihr Leid zu klagen. Das Leben war nicht leicht, nein, das war es nicht, aber es hatte ja auch niemand gesagt, daß es das sein solle und müsse.

Oft spricht sie von dem ersten furchtbaren Erlebnis ihrer Kindheit, von der schrecklichen Sturmflut 1825 und dem grausi­gen Anblick, als der blanke Hans sich die neuntöpfige Nachbar­familie geholt, selbst den Säugling in der schweren Eichenwiege nicht verschont hatte. Noch zweimal mußte sie mit ihren Eltern und den größeren Geschwistern vor dem Wasser, vor der salzen

Nr. 22.

c) in den übrigen Gemeinden alle Wohnungen mit einem Jahresmietpreis von 600 M ab,

2. die nicht Wohnzweden dienenden Räume allgemein von der Zwangswirtschaft befreit werden, insbesondere zum Schutze leistungsschwacher Mieter und finderreicher Fa­milien,

3. entsprechende Uebergangsbestimmungen getroffen werden, 4. auf einen entsprechenden Abbau der Wohnungsämter und Mieteinigungsämter hingewirkt wird.

Die mit Gewerberäumen zusammen vermieteten Wohn­räume sind wie unter 3iffer 1 beantragt zu behandeln." Die Anträge der beiden anderen Parteien entsprachen die­sem in ihrem Inhalt; auch sie verlangten nur die Freigabe der gewerblichen Räume und der teuren Wohnungen. In allen Anträgen waren und das ist nicht unwesentlich Ueber= gangsbestimmungen gefordert worden, woraus erhellt, daß die Antragsteller nichts übers Knie brechen wollten.( Diese Ueber­gangsbestimmungen haben z. B. in Preußen so gut wie ge­fehlt, so daß dort tatsächlich Härten vorkamen; dort war abe: die Freigabe der gewerblichen Räume auf dem Verordnungs wege erfolgt, so daß der mäßigende Einfluß der Parteien nicht zur Geltung fam. Trotzdem konnte der Vater der Verordnung. der zentrümliche Wohlfahrtsminister Hirtjiefer. feststellen, daß trotz des Fehlens dieser einschränkenden und mildernden Be stimmungen bei Hunderttausenden von Mietsverhältnissen noch feine 700 Beschwerden eingelaufen sind!)

Sonnabend, den 28. Mai 1927.

Auftlärung des Gadhverhalts nachzuweisen den, wenn ihm dies nach billigem Ermessen fann, gewiffe Behauptungen zu beweisen. Die lungspflicht ist entsprechend auch auf den ausgedehnt worden; auch er hat von Amtswe alt zu ermitteln. Von dieser Ermittlungsp

Ausschüsse durch widersprechende Angaben des night entbunden

Der Erlag weijt weiter darauf hin, daß zeichnungen, die den Vorschriften der§§ 162, prehen, die Vermutung ordnungsmäßiger baben und der Besteuerung zu Grunde zu legen bendere Umstände des Falles Anlaß geben, ih feit zu beanstanden. Wenn die Veranlagi fern die volle Beweiskraft absprechen will Gründe, die nach den Umständen des Falles den 2 Dem Steuerpflichtigen mitteilen. Nach dem Gri ben Gehörs dürfen dem Steuerpflichtigen ge ge Umstände für die Entscheidung nur verwert Gelegenheit gehabt hat, sich selbst dazu zu än Eine schuldhafte Nichterfüllung von Verp tem Steuerpflichtigen obliegen, kann nur aus bestimmter einzelner Pflichtwidrigkeiten gefolger leetellung soll aber nicht in der allgemeine der niedrigen Deflarierung und auch nicht in elmer fehlender Angaben der Steuererklärung cinwandfreie Feststellung kann nicht ohne weit Laftes( abfichtliches oder fahrlässiges) Verhalten Ten Auf Grund der amtlichen Ermittlungspf sabe der Behörde, in solchen Fällen Rückfragen rigen zu halten.

Die Loderung der Wohnungszwangswirtschaft wäre gewiß also auch für Hessen teine Katastrophe geworden und man hätte annehmen müssen, daß wenigstens alle bürgerlichen Parteien ihr zustimmen würden.

Aber auch in der Politik kommt es erstens immer anders und zweitens als man denkt. Wenn die Hessische Hausbesizer­Zeitung" vor einigen Monaten schrieb, daß die Sozialdemo tratie mit ihrem Anhang nach links die letzte noch bestehende Errungenschaft der Revolution auf wirtschaftlichem Gebiet nicht ohne Kampf preisgeben würde", so hat sie zweifelsohne recht gesehen. Dieses nach links" beweist aber, daß auch sie nicht im entferntesten an die Möglichkeit der Unterstützung der Sozialdemokratie von rechts her dachte, die aber nun leider am 4. Mai Tatsache geworden ist.

An diesem Tage haben die Deutschnationalen die Woh nungszwangswirtschaft in Hessen gerettet!

Sie haben mit den Sozialdemokraten und Kommunisten ge­stimmt und den demokratischen Antrag, der die meiste Aussicht auf Annahme hatte und mit ihren Stimmen unbedingt ange­nommen worden wäre, abgelehnt!

Der normale Wähler ist verblüfft! Ausgerechnet die Deutschnationale Partei, die Partei, die jahrelang einen erbit terten Kampf um die freie Wirtschaft geführt und dabei oft genug behauptet hatte, daß sie allein diesen Kampf mit der tigen Energie führe und die Deutsche Voltspartei natürlich wie immer schlapp" sei, ausgerechnet diese Deutschnationalen, die jedes Zusammengehen mit der Linken in den vergangenen Jah ren als nationale Unzuverlässigkeit anprangerten, sie haben mit Sozialdemokraten und Kommunisten den Abbau einer finn los gewordenen Wirtschaftsform verhindert. Sie haben aller dings noch etwas getan: sie haben nämlich in den letzten Tagen jogar einen eigenen Antrag eingebracht, in dem sie die Regie rung aufforderten, ihrerseits Vorschläge zu unterbreiten. Die ser Antrag ist, da er von den Deutschnationalen fommt, bejon ders hübsch, denn er zeugt von einem Vertrauen zur hessischen Regierung, über das sich diese geziemend freuen wird.

Ermittlungspflicht der Steuerbehörden

bei der Veranlagung der Gewerbesteuer.

In einem gemeinsamen Runderlaß haben der preußische Fi nanzminister, der Minister des Innern und der Minister für Handel und Gewerbe Stellung zu den vielfachen Beschwerden ge nommen, die darüber geführt werden, daß die Gewerbesteueraus schüsse ohne nähere Prüfung von den Steuererklärungen ab weichen und im Wege der Schätzung die Veranlagung vornehmen, wenn ihnen der vom Steuerpflichtigen angegebene Gewerbe ertrag oder das Kapital zu gering erscheint. In dem Kunder lag ist nachdrüdlich ausgesprochen worden, daß dieses Verfahren der Gewerbesteuerausschüsse unzulässig ist und im Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen steht. In dem Runderlag wird weiter darauf hingewiesen, daß der Steuerausschuß von Amtswegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu er mitteln hat, die für die Steuerpflicht und die Bemessung der Steuer wesentlich sind. Andererseits hat der Steuerpflichtige die Pflicht, auf Verlangen die Richtigkeit seiner Angaben durch

See, fliehen, dreimal wurde die väterliche Warf samt Haus und Stall zerstört, dreimal retteten sie nur das nadte Leben und mußten so arm, fo bitterarm wieder von vorn anfangen.

Ein Achtzigjähriger, noch aufrecht und ohne Stod gehend, öffnet die Pforte des Kirchhofgitters. Ehe er ins Gotteshaus tritt, verweilt er furze Minuten vor einem Grabplate. Zwei gleiche Kreuze rechts und lints schmüden die Ruhestätten. In der Mitte ist ein Platz frei. Seine beiden Lebensgefährtinnen sie waren Schwestern, liegen dort. Des ersten Glüds hat er sich nur einige Jahre erfreuen dürfen, die zweite Frau starb vor einem Jahrzehnt. Biele Boote hat er in feinem mühevollen, arbeitsreichen und tätigen Leben gebaut, ist aber selbst faft nie über die Grenzen der absterbenden Welt seiner Hallig hinaus gefommen.

Su Erlaz bestimmt noch), daß diese Grundsä alagungs- und Rechtsmittelverfahren zu beacht

Entscheidung von Streitigkeit über die Vergütung geleisteter Met Nach der Neuregelung der Arbeitszeit vom baben die Arbeitnehmer, mit Ausnahme der L über die gefeglichen Grenzen hinausgehende pruch auf eine angemessene Vergütung über de regelmägige Arbeitszeit hinaus. Als angeme bezeichnet die Verordnung einen Zuschlag von teht zwischen gesamt vertragsfähigen Parteien Farm, die Höhe oder die Art der Berechnung und tommt in freien Verhandlungen oder

verfahren teine Gesamtvereinbarung zustande Edlichter auf Antrag eine bindende Regelung mehr hierzu veröffentlichten Ausführungsbes norgeschrieben, daß in dem Verfahren zur Streitigkeiten über diese Vergütung die B hören sind. In geeigneten Fällen kann d durch den Vorsitzenden des Schlichtungsau werbeaufsichtsbeamten oder andere behördlich Bei der Anhörung ist zu versuchen, eine Be ben Barreten herbeizuführen. Die Regelung tet liegt eine spätere abweichende Verei Streit beteiligt gewesenen Parteien nicht aus. ter jelbit tann auf Antrag seine Entscheidu gütung ändern, wenn eine wesentliche Verä gebenden Berhältnisse dies notwendig mad dung des Schlichters ist in einem Rechtsstre über die Bergütung auch für das Gericht( g Gewerbe oder das Kaufmannsgericht, vom 1 beitsgericht) bindend. Liegt eine Gesam cine bindende Regelung durch den Schlich tommt eine Vereinbarung unter den Beteili jo hat das Gericht in einem derartigen Re die Form, die Höhe und die Art der Berechn Jelbständig zu entscheiden.

Für Gewerbe, die in ihrer Art nach in g Jahres regelmäßig zu erheblich verstärkter find, kann der Reichsarbeitsminister nach A haftlichen Bereinigungen der Arbeitnehme bestimmen, daß die Vorschriften über die be geltender Ueberstunden keine Anwendung fi Mehrarbeit durch Verkürzung der Arbeitsze Jeiten des Jahres ausgeglichen wird. Die Reidsarbeitsministers fezt voraus, daß der beitszeit durch bindende Vereinbarung für d erdnung rechtlich gesichert ist. Tarifvereinb

tödliche Bauchfellentzündung feststellen. Na bliden war sie verschieden.

Bon weitem schon meldet der lautschlüs alten neunzigjährigen Kapitän an, der, obw ten auf beiden Ohren taub, trotzdem allsonn Etod gefügt, zur Kirche stapft. Als legier Kirchgänger tommt der Stra Frau daher. Bor der Tür trennt er sich von cin wenig unfiten Schritten geht der kurze, bis an die Kirchhojshede, hält die Rechte bushigen Brauen und hält Ausschau in sein harfen, durchdringenden Augen entgeht so hate( pähen fie vergeblich über die false Se waterbes wartend da. Der Wind bläht ihr Ja Tahtod mit dem hellblauen, breiten Str über dem Saum ist. Die jilbernen Ketten am matzen Seidenmieder in wundervolle arbeit, womit sich die Friesinnen Sonntags und glitzern im Glanz der Maiensonne, un Schwarze Kopf- und Brusttuch hebt sich leuchte ternis hat sich in die tiefen Falten über der

Ein junges Ehepaar, vor Monden getraut, schreitet Hand in Hand, wie zwei glüdjelige Kinder, über die Kirchenschwelle. Hinter ihnen geht allein der Vater des jungen Schiffers. Seine Frau, die er in dreißigjähriger Ehe feinen Tag frank oder ver reift gekannt hatte, ging von ihm aus raftloser Tätigkeit. Bis zum letzten Abend hatte sie ihre gewohnte schwere Stallarbeit getan und nicht über Schmerzen geflagt. Friesen find hart gegen sich und andere! In der Nacht gab sie zu, daß sie fich nicht wohl fühlte, aber sie wollte feinen Arzt. O nein, nur feine Arbeit und Umstände ihreiwegen haben, das würde wohl so wieder besser.

Ein Boot fegelte dennoch ab, gegen ihren Willen, den Dot. tor zu holen. Als er nach einigen Stunden in der fahlen Mor gendämmerung vor ihrem Bette stand, konnte er nur noch eine

Den Raje eingezeichnet, und doch liegt keine ler Augen, die soviel Leid in ihrem fieb Men mußten. Ein junger Steuermann, auf kurzen Urla od eben vor dem Pastor das Kirchlein. Die Tür des Gotteshauses schließt sich Alle, die es umfaßt, hat Gott der Herr in fe