Sonnabend, den 26. Februar 1927.
Mittelstandsfundgebung in Berlin.
Zusammenschluß des Mittelstandes.
Am Mittwoch vormittag wurde in den Rammerjälen in Berlin im Beisein zahlreicher Bertreter der Reichs- und Staatsbehörden, des Reichs- und Landtags sowie der Länderparla mente die große Kundgebung der Spigenverbände des deutschen Mittelstandes eröffnet. An der Tagung, die den Zusammen schluß aller Mittelstandsgruppen zweds gemeinsamer Arbeit verfolgt, beteiligten sich mit den Vertretern des Handwerks aller deutschen Gaue auch die Gruppen des Einzelhandels, des Haus und Grundbesitzes, des Schugfartells deutscher Geistesarbeiter, der gewerblichen Genossenschaften und der deutschen Landwirtschaft. Die Reichsregierung war durch Justizminister Hergt, Bertreter des Reichsarbeitsministeriums und des Reichswirt schaftsministeriums vertreten.
Der Präsident der Berliner Handwerkskammer, Lubert, in dessen Händen die Leitung der Veranstaltung lag, ifizierte in feiner
Begrüßungsansprache
Ziel und 3wed der Rundgebung. Es jei in dieser Form wohl das erste Mal, daß in Deutschland der Mittelstand zusammen trete, um sich gemeinsam der Oeffentlichkeit vorzustellen und zu versuchen, seine Interessen in einer gemeinsamen Linie zu verfechten. Man dürfe heute ruhig und ernst aussprechen, daß die große Bedeutung des Mittelstandes für Staatswesen und Wirtschaft nicht nur unterschätzt, sondern fajt gar nicht erkannt werde. Diese Tatsache sei auf die Beeinflussung der Oeffent lichkeit durch politisch und wirtschaftlich unreife Menschen zurüc zuführen, und doch sei der Mittelstand ein wesentlicher Träger der Wirtschaft, ein Förderer der geistigen und kulturellen Ers fordernisse der Nation. Leider schienen auch manchmal die maßgebenden Stellen den Mittelstand nicht genug zu würdigen. Heute sei der Mittelstand zusammengetreten in dem einheit lichen Willen, etwa bestehende Gegensätze der verschiedenen Mittelstandsgruppen durch Ausgleich zu beseitigen und
nach außen hin seine Einmütigkeit zum Ausdrud zu bringen, daß die deutsche Mittelschicht im großen politischen Tohuwabohu nicht untergehen wolle. Alle Gruppen des Mittelstandes seien von dem stahlharten gemeinsamen Willen zur Selbstbehauptung bejeelt. Sie wollten feine neuen und fünstlichen Gegensätze schaf fen und verlangten für sich das Recht zum Leben und sähen in der gemeinsamen Arbeit und in dem Bewußtsein, daß der Deutsche zunächst einmal sich als Deutscher fühle, die Grundbedingung für den wirtschaftlichen Aufstieg unseres Landes.
Als Vorsitzender des Reichsverbandes des Deutschen Handwerks sprach Dr. Derlien.
37- Millionen- Defizit der Stadt Berlin.
Wie der Berliner Magistrat mitteilt, weist der Haushalt für 1927 nach Verabschiedung in zweiter Lesung einen Fehlbeirag von 37 Millionen auf.
Untersuchungen über das Handwerk.
RH. Die 8. Arbeitsgruppe Handwerk des Unterausschusses III für Gewerbe befaßte sich in ihrer letzten Sitzung mit den vorzunehmenden Untersuchungen über das Handwerk. Die Erhebungen bei den beruflichen Organisationen des Handwerks über die Zahl der Handwerksbetriebe, der beschäftigten Gesellen, Lehrlinge usw. sollen mit tunlichster Beschleunigung durchgeführt werden. Stichprobenweise Untersuchungen einiger volkswirts schaftlich wichtiger und typischer Handwerkszweige sollen der Erforschung der wirtschaftlichen Lage des Handwerks gelten. Hierbei sind insbesondere zu berücksichtigen die Rückwirkungen der Verarmung der deutschen Mittelschichten auf die wirtschaftliche Lage des Handwerks sowie die Maßnahmen, die vom Handwert zur Erhaltung und zur Steigerung seiner Konkurrenzfähig feit ergriffen worden sind. Zu der Frage, inwieweit das Handwert Rekrutierungsgebiet für die gelernten Kräfte der Industrie ist, wurde beschlossen, noch ein ergänzendes Gutachten vom Deutschen Handwerks und Gewerbekammertag einzuholen. Dann soll auch darüber entschieden werden, ob und unter welchen Ge
Von meinen tierischen Freunden.
Von Dr. Knotterus- Meyer,
langjähriger Direktor des Zoologischen Gartens in Rom.
Wer lange Jahre seines Lebens mit Tieren verbracht und sich bemüht hat, sich in ihr Geelenleben einzufühlen, ihnen seelisch nahezukommen, der wird vieler dieser Tiere immer wieder gern gedenken. Sie sind ihm Freunde geworden.
Als Schüler schon hatte ich einen lieben Freund im hanno verschen Zoologischen Garten. Es war ein Rothirsch namens Hans. Materielle Grundlage hatte diese Freundschaft nicht, wie es bei Tieren und doch auch bei Menschen oft der Fall ist; denn Hans nahm nie von mir Futter an. Bot ich es ihm an, dann stieß er wie beleidigt zu. Dagegen verließ er Futtertrog und Lager, wenn ich ihn rief, und kam heran, um sich streicheln zu lassen. Genau das gleiche war mit einem Gnu der Fall, das im römischen Tiergarten lebte und das auch Hans hieß. Mit Raubtieren waren meine freundschaftlichsten Beziehungen immer rein ideell; denn ich habe den herrlichen Großkazen nie etwas Genießbares mitgebracht. Und doch hatte ich die Freude, daß der brave Leopard Lulu mich nach fünfjähriger Abwesenheit von Rom sofort wieder erkannte. Die Freude des Wiedersehens war so unverkennbar, daß ich gleich am ersten Tage zu ihm in den Käfig ging. Da wurde ich dann von Liebkosungen nach Razenart beinahe erdrückt. Man vergesse nie, wieviele tausende von Gesichtern die gute Lulu in den langen Jahren gesehen hatte, und doch hatte sie mich nicht vergessen. Das ist ja überhaupt uns vom Fache bekannt, daß den Tieren die Massen der Besucher, und besonders das Durchgangspublikum, gänzlich gleichgültig sind, daß sie dagegen die Erinnerung an ihnen liebe, aber auch verhaßte Personen lange festhalten. Das sah ich auch an unserem römischen Schimpansen Gretchen, der mich nie besonders schätzte, und zwar aus Eifersucht; denn als Direktor befahl ich natürlich seinem Wärter; der ist aber für das Tier die wichtigere Person.
Und als ich nun zum Zirkus Krone kam, der ja die reich haltigste Tiersammlung Europas besitzt, da begrüßte mich die alte gute Tigerin Judith als lieben Freund. Ganz unver
,, Gießener Zeitung"
fichtspunkten die Untersuchungen über die Rekrutierungsfrage weitergeführt werden. Die Untersuchungen über die technische und taufmännische Rationalisierung im Handwerk werden durch Spezielle Fragestellungen bei den Erhebungen über die wirtschaftliche Lage des Handwerts weiter gefördert werden. Als Handwertszweige für diese Erhebungen wurden zunächst ausgesucht: das Bäder und Fleischergewerbe, das Schuhmacherhandwerk, das Sattlerhandwert, das Schmiedehandwerk, das Klempner und Installationsgewerbe, Tischler: handwerk, das Buchbinderhandwert, das Rohbaugewerbe, das Innenausbaugewerbe und das Steinbildhauerhandwerk.
das
Ausschüsse für Wohlfahrtsrenten.
Das Gejek über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925( Reichsgejetbl. I S. 137 ff.) fieht in§ 27 die Ge währung von Wohlfahrtsrenten an Anjtalten und Einrichtungen der freien und firchlichen Wohlfahrtspflege vor, die Aufgaben der öffentlichen Wohlfahrtspflege erfüllen. Die Dritte Betordnung zur Durchführung dieses Gesetzes vom 4. Dezember 1926( Reichsgejekbl. I S. 494) enthält in den§§ 1-24 die näheren Borschriften über die soziale Wohlfahrtsrente, insbe sondere über den Kreis der Gläubiger, die Höhe der Rente und das Verfahren. Nach§ 15 dieser Verordnung wirken bei der Entscheidung der Anträge auf Gewährung einer sozialen Wohlfahrtsrente die Ausschüsse für die soziale Wohlfahrtsrente mit. Die Ausschüsse bestehen nach§ 16 der Verordnung aus je einem Bertreter des Reichs und der obersten Landesbehörde. Vertreter des Reichs ist ein Beamter des Hauptversorgungsamtes, in dessen Bezirk der Vertreter der Obersten Landesbehörde seinen Sitz hat. Die Ausschüsse führen die Bezeichnung Ausschuß für die soziale Wohlfahrtsrente" mit dem Zusatz der Ortsbezeichnung ihres
Gites.
Für die Provinz Hessen- Najjau hat der Ausschuß für die joziale Wohlfahrtsrente seinen Sig in Kassel( Oberpräsidium); für den Freistaat Walded besteht ein besonderer Ausschuß bei dem Landesdirektor in Aroljen.
Für Hessen: Ausschuß für soziale Wohlfahrtsrente in Darmstadt, Sitz in Darmstadt( Ministerium für Arbeit und Wirtschaft). Anträge auf soziale Wohlfahrtsrente sind an die Ausschüsse zu stellen.
Der Geldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken.
Durch das Gesetz über den Geldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstüd envom 1. Juni 1926 war die gesetzliche Miete bis zum 31. März 1927 auf 100 v. 5. der Friedensmiete begrenzt. Nach§ 3 dieses Gesetzes setzt die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats die Mindesthöhe der gesetzlichen Miete im Reiche einheitlich fest. In Anwendung dieser Bestim mung hat das Reichskabinett in seiner Sigung am Mittwoch dem Entwurf einer Verordnung zugestimmt, wonach die gesetzliche Miete vom 1. April 1927 um 10 v. 5. und vom 1. Oktober 1927 um weitere 10 v. 5. erhöht wird. Die Verordnung geht sofort dem Reichsrat zu.
Nr. 9.
Sonnabend, den 26. Februar 19 staltung wird verstärkt durch den reichsgest 3wang zur Uebernahme der vom Reich fest werte auch für die Steuern der Länder un Dazu kommt die von den Gewerbetreibenden wendigkeit, die vorläufige Gewerbsteuer vom eine veranlagte endgültige Steuer umzuwa narlage eines Gejeges über die Sondergebä durch nötig, dag die Berordnung hierüber abläuft; die Regierung hat ausdrücklich zuge 1927 den Weg der Gesetzgebung zu wählen.
geradezu vorbildlichen Organisation des„ Wedela" mit einem Griff darüber orientieren, wo er die nächsterreichbare Hilfs: station findet und wo er sie herbeirufen kann. Die Hilfs: stationen selbst sind durch ein weithin sichtbares Schild fenntlich gemacht, so daß fie an und für sich schon auch von den vorüber jahrenden Kraftfahrzeugen leicht erkannt werden. Der Inhaber der Hilfsstation ist verpflichtet, jederzeit, also auch an Sonnund Feiertagen und in den Nachtstunden dem Hilferuf eines Kraftfahrzeuges Folge zu leisten. Eine derart wichtige Organi jation für das Verkehrswesen unserer Zeit war längst Bedürfnis und ist nun endlich durch die neugeschaffene ,, Wedeka- Hilfe" befriedigend gelöst.
Die Reichspostdirektion hat auf Anregung des„, Wedeka" be reits im Prinzip zugestimmt, daß alle öffentlichen Fernsprech stellen des Reiches fünftighin, auch in außerhalb des Dienstes liegenden Stunden, von den Führern von Kraftfahrzeugen zu Ferngesprächen benügt werden dürfen, wenn diese eine Hilfs station herbeirufen wollen, so daß in Zukunft den durch irgend welche Banne liegengebliebenen Kraftfahrzeugen diefelbe Einrichtung zur Verfügung steht, wie seither schon allen anderen von Unfällen betroffenen Personen.
Alle diese Gesetze tragen mehr oder wer das Kennzeichen des Provisoriums an sich. und die Gewerbsteuer vor allen deswegen, wei en Bestimmung des Reiches darüber zu re dem Verhältnis die den Ländern und Gemein Realsteuern zu den reichsgesetzlichen Steuerb sollen. Zweifellos wird es sich dabei nur u gefese handeln, die kaum oder nur wenig in Steuervorschriften eingreifen werden. Man darauf beschränkt, aus diesem Grunde nur d die Gewerbesteuer einen provisorischen Chard chränkung feiner Geltungsdauer aufzudrücken, der Grundsteuer weit weniger veranlaßt ist gebäudesteuer tann nur noch für 1927 gefehlich meil die reichsgefeßlichen Bestimmungen nur Jeitraum gelten. Da aller Wahrscheinlichkeit grundlegenden Neuordnung dieser Materie zu r es ausgeschlossen, an dieser sich sehr abände Steuer für das eine Jahr der Geltungsdauer
Die Wedeka- Hilfsorganisation", die sich über das ganze Reichsgebiet erftredt, wird im Laufe der nächsten Zeit noch da durch vervollkommnet, daß auf den Landstraßen in regelmäßigen Abständen Fernsprecher errichtet werden, die direkt an die nächst liegende Hilfsstation angeschlossen sind, so daß also dann der Kraftwagenführer es nicht einmal mehr notwendig hat, sich zur nächsten öffentlichen Fernsprechstelle zu begeben, was wiederum große Annehmlichkeit bedeuten dürfte,
Mit der weiteren Ausgestaltung der Organisation hängen noch eine ganze Reihe von Einrichtungen zusammen, die zu nächst nicht weiter erörtert werden.
Das Informationsmaterial steht nicht nur den Mitgliedern des Verbandes, sondern, was besonders erwähnenswert ist, sämt lichen Kraftfahrern zur Verfügung; die Unterlagen tönnen von der Zentralgeschäftsstelle des„ Wedela" in München, Dachauer straße 13, bzw. deren Haupt- und Bezirksgeschäftsstellen der langt werden. Die Organisation ist auf gemeinnügiger Grund lage aufgebaut und kommt dem gesamten Kraftfahrwesen zugute.
Neue Steuergesetze.
schneidende Aenderungen im Veranlagungsverf забрел
Son mancher Seite wird die Erhebung dief besondere der Grundsteuer und der Gewerbste Neuern bekämpft, es sei dies ein unberechtigter Steuergebiet der Gemeinden und es sei ein über der Steuerreform des Jahres 1899. Let Tat nicht zu bestreiten. Die damalige Teil quellen durch Beschränkung des Staats auf die Bermögensteuer und Ueberweisung der Realst meinden war in der Tat ein großer Fortschritt. 2 Ernte diese Steuerverteilung noch aufrecht wenn einerseits das Reich von der Einkommen und die Vermögensteuer ganz beansprucht un seits die Ansprüche der Gemeinden an den S wachsen. Mit dem Aushilfsmittel, dem Sta anteil an der Einkommensteuer gegen Verzich und Gewerbsteuer ganz zu überlassen, könnte nicht aber die Gemeinden einverstanden erklär Berhältnisse und Gesetze den Staat zwingen, auch an den Realsteuern teilzunehmen, so ist ständliche Folge, daß dafür auch besondere anlagung und Erhebung dieser staatlichen müssen. Das Gemeindesteuerwefen sollDon, wenn auch hinsichtlich des materieller tisch mit den Staatsiteuervorschriften- in geregelt werden.
Das Presseamt des hessischen Staatsministeriums schreibt uns dazu: Dem hessischen Landtage ist dieser Tage ein ganzes Bündel neuer Steuergesetze zugegangen, nämlich je ein Gesetzentwurf über
die Grundsteuer,
die Gewerbsteuer,
die Sondergebäudesteuer, die Gemeindesteuern.
Von vornherein sei, um Mißverständnissen vorzubeugen, be merkt, daß es sich nicht etwa um die Einführung neuer oder um die Erhöhung bestehender Steuern handelt. Zwed diefer Gesetzesvorlagen ist lediglich der, die zum Teil infolge der Reichsgesetzgebung oder aus anderen Gründen abänderungsbedürftigen steuergesetzlichen Vorschriften den Erfordernissen der
Endlich die Landstraßenhilfe für Kraftfahrzeuge! 3eit anzupassen.
Wie wir hören, hat in den letzten Tagen der„ Wedela", Wirtschaftsverband Deutscher Kraftfahrzeugbesizer e. V., Zentralsitz in München, eine sehr bedeutende und begrüßenswerte Organisation ins Leben gerufen, nach der künftighin Kraftfahr. zeuge, wenn sie auf der Strede oder auch in Orten durch irgend welche Störungen liegen bleiben, rasch die gewünschte Hilfe erhalten. Es ist jedem Kraftfahrer bekannt, daß selbst bei den besten und neuesten Typs jederzeit Störungen auftreten können, die ihn zu einem unfreiwilligen Aufenthalt auf der Landstraße zwingen. Tritt dieser Fall ein und befindet sich das Kraftfahrzeug in einer ihm fremden Gegend, so wirkt der unfreiwillige Aufenthalt oft sehr unangenehm, besonders, wenn ein neugebadener Fahrzeuglenter noch nicht so viel technische Kenntnisse besitzt, um selbst Störungen beheben zu können. In einem solchen Falle kann sich fünftig der Führer des Kraftfahrzeugs anhand der
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kennbar hatte sie mich nach fast vier Jahren wir sahen uns zuletzt 1922 in Rom wieder erkannt. Jst sie einmal gar zu faul und ruht sie gemütlich in der Käfigede, so antwortet sie mir doch wenigstens durch Schnurren nach Kayzenart, Der Tiger ist ja überhaupt in seinem ganzen Wesen viel mehr Kaze als der Löwe. Er hat sich weit mehr Unabhängigsteitssinn als dieser erhalten, genau wie die Katze im Vergleich zum Hunde. Und zur Judith sind in wenigen Wochen neue Freunde hinzugetommen. Ein Kapuzineraffe mit dem schönen Namen Julchen tam als bösartig in Krones Part. Hilfsleute tann er nicht leiden. Die Vergangenheit Julchens scheint teine beneidens werte zu sein. Ihren Stallmeister aber schätzt sie und mehr noch schätzt Julchen mich. Sofort greift sie auch Personen an, von denen sie sich eben noch streicheln ließ, wenn ich tomme, und erscheine ich zusammen mit dem Stallmeister, dann gibt es eine Art von Gewissenskonflikt. Dann schreit Julchen mir zu Ehren gegen ihren Stallmeister, natürlich ohne ihn ernstlich anzugreifen. Der bessere Teil bin aber ich. Auch die anderen Affen sind in wenigen Tagen meine Freunde geworden. Der temperamentvolle kleine Mandrill Nelson läßt schon von weitem zu meiner Begrüßung sein meckerndes Lachen ertönen, und die Paviane greifen meine Hände und beteuern mir mit hochges zogenen Augenbrauen und unter fortgesetztem Vorstreden der Zungenspitze ihre Freundschaft.
Dann die Raubtiere! Da sind noch die kleinen Löwen, die beiden Pumas und die guten braven Geoparden Venezia, diese Direktor Krones besonderer Liebling, und Brigitta. Unter sich können sich die beiden jungen Damen nicht gut leiden. Wenn sie abends während der Vorstellung stolz den Umzug in der Manege mitmachen, so suchen sie immer aneinander heranzukommen, um sich gegenseitig ein paar nette Ohrfeigen zu ver abreichen, wie es Geoparden so schön tönnen. Mit mir sind sie zahm wie Hauskatzen. Ein besonders origineller Freund aber ist ein Sechs binden- Gürteltier namens Frigi. Im allge meinen gelten Gürteltiere nicht für intelligent, doch nach meiner Ansicht mit Unrecht. Frizzi bestätigt das. Auch er zeigt eine große Anhänglichkeit an ihm bekannte Personen. Ich habe mir seine Freundschaft mit Schofolabe erworben, für die das
Für die staatliche Grund- und Gewerbesteuer, die seit 1920 wieder zur Erhebung gelangt, gab es bisher überhaupt kein eigenes Gesetz. Man behalf sich bisher durch Rußbarmachung des Gemeindesteuergesetzes für den Steuerbedarf des Staates, ein Notbehelf, der schon aus staatspolitischen Gründen auf die Dauer nicht anging. Eine alsbaldige Neuregelung ber staatlichen Grund- und Gewerbesteuer scheiterte an der Unmöglichkeit ihrer Ausführung im Hinblid auf die durch die Inflation nahe zu völlig unwirtjam gewordene Reichssteuergesetzgebung; ein dem Landtag im Jahr 1923 vorgelegter Gesetzentwurf über die Ge werbsteuer ist aus diesem Grunde nicht verabschiedet worden. Die Reichssteuergesetzgebung funktioniert nunmehr wieder, die Ver anlagungen zur Einkommen wie zur Vermögenssteuer sind wieder in der Durchführung begriffen, sodaß einer zeitgemäßen Umgestaltung der hessischen Steuergesetze ein formales Hinder mis nicht mehr im Wege steht. Die Notwendigkeit zur Neuge
brave Gürteltier wie auch so viele andere Tiere schwärmt. Frizi tennt genau meine Stimme und tommt dann aus dem dicksten Heu hervor. Nur selten einmal, wenn es ihm im Heu gar zu wohl ist, schläft er ruhig weiter. Ein guter Kerl ift auch Othello, ein Grevy- Zebrahengst, der von jung an im 3irfus Krone aufgezogen, zahm wie ein Hund geworden ist. Man sieht ihm an, was gute sachverständige Behandlung aus einem Tiere zu machen versteht. Besondere Liebhaber meiner Schokolade sind auch der kleine afrikanische Elefant Lindi mit den Riesen ohren und die Nasenbären. Ja, selbst die Känguruhs begrüßen mich immer in Erwartung eines Stüdes Schokolade. Der kleine Afrikaner hält mich gern mit dem Rüssel fest, und dann beginnt die genaue Durchsuchung meiner Taschen auf Bananen, Brot oder Schokolade.
Das Gedächtnis des Elefanten ist ja hervorragend. Er fannte doch unser afrikanischer Elefant„ Toto" in Rom, der 1910 von dem bekannten Afrifareisenden Christof Schulz nach Stel lingen zu Hagenbed gebracht wurde, Schulz nach elf Jahren, als dieser seinen Toto im römischen 300 besuchte, sofort wieder. Er trompetete freudig, tastete Schulz' Geficht mit dem Rüssel zärtlich ab und hielt ihn mit diesem bei sich fest. Man bedenke, dag Toto 1910 nur etwa drei Jahre alt war! Meine ganz besondere Freunde aber find die bunten Aras. Es tann nie genügend bekannt werden, daß sie die angenehmsten und treuesten Hausgenossen unter allen Papageien sind. Schokolade ist auch ihre Lieblingsspeise und mehr oder minder sind schon alle handjam geworden. Leises Sprechen übt dann, wie die leise mensch liche Stimme auf so viele Tiere einen beruhigenden und der trauenerwedenden Einfluß aus. Ein blauer Ara ist auch schon seit 16 Jahren mein unzertrennlicher Gesellschafter und treuer Freund.
Ueber den wesentlichen Inhalt dieser G Bresseamt des hessischen Staatsministeriums u Grundsteuer.
Der Grundsteuer sollen unterworfen se chaftliche, forstwirtschaftliche und gärtnerisch gehören: Grund und Boden, Gebäude und der gewerblich genugte Grundbesitz und schließ Grundvermögen im Sinne des Reichsbewer vor allem die städtischen Wohngebäude, Bo Nicht grundsteuerpflichtig sollen sein: Gru und der Reichsbahngesellschaft, soweit die Reichsrecht bedingt ist, ferner Amtsgebäude Gemeinden und Gemeindeverbände, Gebäu lichen Unterricht und der sonstigen geistigen& Sflege von Religionsübungen dienen. Steu der Grundbesitz im Eigentum solcher Körpe vereinigungen usw., die gemeinnützige oder verfolgen, jedoch nur hinsichtlich derjenigen bäude, die unmittelbar oder ausschließlich sol Nach der Begründung wird in der Regel Leibesübungen als gemeinnützig anzusehen gewerblicher Art, die zu einem landwirtscha hören( z. B. Brennereien) sind aber gewer doch selbstverständlich nicht bezüglich des und des Gebäudes, die vielmehr bei Nebent bei gewerblichen Hauptbetrieben der Grun werden.
Erstmals als Wald angelegtes Dedlo grundsteuerfrei bleiben; das gleiche gilt fü gen von nicht mehr als 25 Hektar Flächen lih in Hochwald übergeführt werden. Ne bergen in Größe von mindestens 300 Quad Antrag drei Jahre Steuerfreiheit genieß bauten, die in den Jahren 1927 bis 1931 beg
ben fünf Jahre grundsteuerfrei; Ausdehnu gung auf solche Reubauten, die ab 1932 möglich.
( Schluß folgt.)
Lotales. Sonntagsgedanken.
Wohin wir auch heute schauen, überall fucht. Er ist der Geist unserer Zeit geword Mensch von der Natur den Trieb bekommen Und so langt und hajcht er nach allem, um machen. Doch der große Meister der Schöpf en nicht nur seine Selbstliebe, sondern e in die große Gemeinde aller Menschen, auf Bier wird erst die Selbstliebe edel, gewinnt Ren aus dieser großen Gemeinschaft nicht De ruch gibt. Dort muß er seinem Nächsten ja je dem Fremdling all das leisten, was Lage von jenem bekommt oder bekommen m e viele der Menschen sind sich heute bewußt? Wo findet noch der christliche Leb
Ja, und wenn ich die Reihe meiner tierischen Freunde überblice, die langen Jahre zurüd, dann wächst ihre Zahl vor meinen Augen, und was bleibt, ist, oft eine wehmütige Erinnerung und ist immer ein treues Gedenken an so manche brave Tierjeele, seien es Affen, Raubtiere, Elefanten oder Vögel aller Art, Freundschaft und Liebe, die man dem Tiere gab, wurden mit Freundschaft und Liebe erwidert.


