Sonnabend, den 24. September 1927.
Uebernahme der Straßen auf die Provinz Oberhessen.
Mit dem Jahr 1927 gingen die seitherigen Kreisstraßen auf die Provinz über. Ob dies gut war, ist eine andere Frage. Wir sehen nun, daß ein Teil der Straßen gepflastert wird, so von Vilbel über Friedberg, Büches Büdingen usw. Der Autoverkehr hat in ungeheurem Maße zugenommen und nimmt noch mehr zu. Wer leidet nun am meisten durch diesen Verkehr? Doch nur die Leute an den Hauptortsstraßen. Es ist ihnen nicht möglich, auch nur eine zeitlang das Fenster zu öffnen, um frische Luft in das Zimmer zu lassen, ja selbst des nachts nicht. Draußen, auf der freien Landstraße, verfliegt der Staub bald, während er sich im Orte lange hält. Gelbst durch geschlossene Fenster dringt der Staub in die Zimmer und erzeugt Krantheiten. Deshalb ist das einzig richtige, daß vorerst alle Ortsstraßen, durch die der Hauptverkehr geht, gepflastert werden und dann haben erst die Verbindungsstraßen zu kommen. Ein dementsprechender Antrag ist jetzt gestellt und soll in einer Versammlung im Ottober, zu der sämtliche Bürgermeister und Kreisdirektoren Oberhessens eingeladen werden, zur Besprechung kommen.
Lokales. Sonntagsgedanken.
Und wieder ist Sonntag. Glück und Friede liegt in dir. Wer aber im Glüd ist, lerne den Schmerz. Viel Freude gab uns schon der Sonntag, ließ uns Bilder schauen voll Wonne und Sonne, gab uns Gegen und führte uns gestärkt in den Alltag.
Heute wollen wir ernste Bilder an uns vorüber ziehen lassen. Bilder von Leid und Schmerz. Das Glüd trägt duftende Gewänder. Grau und dunkel, bis ins tiefste Schwarz schreitet das Leid. Abseits der Straßen, in stillen Winkeln, entlegenen Bergen, durch wilde Schluchten schleicht es. Einsam, in Schmerzen sich wälzend, sitzt es in hellen und dunklen Stuben, in Hütten und auch in Palästen, schmachtet in engen Kellerzellen und Herzeleid schreit und stöhnt zum unerbittlichen Himmel.
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ruhelos nagt es an den Goldfäden tiefinnersten Glückes und zerfrißt seinen metallenen Glanz. Seelenleid ein dunkles Geschid, ein neidisches Weib, das mit dichten Gardinen die lachende Sonne verdedt. Träge schlägt die Lebensuhr. Doch stille mag sie nicht stehen. Oder wenn gar der Tod selbst durch dein Haus schreitet und dir dein Liebstes nimmt?
Schwer sind solche Tage des Leidens. Doch dein Kreuz ist noch nicht das größte.
Wo ist ein Leid, das sich messen kann mit dem Unglüd vieler Opfer des Weltkrieges, denen Arme und Beine fehlen, denen Gas und Kugel das Licht der Augen nahm, die sich nicht mehr freuen fönnen an den Wundern einer Frühlingswelt und der Farbenpracht des Herbstes?
All ihr großen und kleinen Kreuzträger, beseht doch dieses Leid! Nehmt euer fleines Kreuzlein auf euch, dankt für diese leichte Bürde, denn ihr habt ja noch die Kraft es zu tragen und die Glieder zu arbeiten und das Licht der Augen. Freut euch am Sonntag auf den Alltag, der euch Arbeit gibt! Tausende möchten mit euch zur Arbeit gehen- aber sie können nicht mehr. Das ist bitteres Herzeleid.
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Jungmeisterfeier der Provinz Oberheisen.
Am Sonntag, den 18. September, fand im Saale des Kaffe Leib die diesjährige Jungmeisterseier statt, die mittags um 12% Uhr durch eine würdige Festveranstaltung eingeleitet wurde. Annähernd 400 Handwerker aus Gießen und Umgegend hatten sich mit ihren Angehörigen zur Feier dieses Tages eingefunden, der dadurch eine besondere Note bekam, daß das diesjährige Fest das 25., also ein Jubiläumsfest war, auf dem besonders der Jubilare unter den Meistern gedacht wurde.
Stimmungsvoller Chorgesang des Gesangverein ,, Heiterfeit" unter der vortrefflichen Leitung seines Chormeisters Schättler leitete die Feier ein. Dann begrüßte Herr Dr. Bü nings, der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission die Erschienenen, unter welchen zu bemerken waren: Herr Schlosser
Der Rubin.
Märchen von Fr. Hebbel.
1843.
Es war an einem schönen, hellen Nachmittag, da stand Assad, ein junger Türke, der vor wenigen Tagen zum ersten Male die unermeßliche Stadt Bagdad betreten hatte und sich nun mit stets gesteigertem Erstaunen unter all ihren Wundern erging, vor der Bude des reichsten und angesehensten Juweliers. Mit inniger Lust versenkte er sich in das mannigfaltige glühende Leben, das, in Strahlen und Farben sich offenbarend, die edlen Gesteine durchflammt. D, Edelstein," rief er voll Ent zücken aus ,,, wohl mit Recht bist du erkoren, die Kronen der Könige zu schmücken, denn in dir ist alles Herrliche zugleich zusammengedrängt und geläutert, der flüchtige Sonnenstrahl ist gefangen genommen und in deinen geheimnisvollen Kern eingeschlossen; die schnell verlöschende Farbe feiert in dir ihre Verklärung und empfängt Unsterblichkeit, die reinen himmlischen Elemente, Luft, Feuer und Wasser vermählen sich in deinem Glanze! Hier steh' ich an der Grenze der Natur, hier ist das letzte, höchste Produkt der schaffenden Kräfte, weiter- schauernd fühlt es der Geist kann die Unendlichkeit selbst nicht."
Der Juwelier, ein gutmütiger Mann, der für seine Kunst enthusiastisch eingenommen war, stand gerade in der Tür und empfand großes Vergnügen über die begeisterten Worte, die aus dem Munde des Jünglings hervorgingen. Er trat, bisher ungesehen, lächelnd zu ihm heran, öffnete den Kasten, ergriff seine Hand und steckte ihm einen schweren Ring an den Finger. Assad bemerkte es faum, seinen Blick fesselte mit magischer Gewalt ein Rubin von seltener Größe, auf den die Sonne, die eben aus einer verschleiernden Wolfe hervortrat, ihren vollen Schein warf. Er drückte unwillkürlich seine Hand gegen das Herz und
Gießener Zeitung"
Obermeister Heß von Friedberg und Herr Direktor Schüttler für die Handwerkskammer Darmstadt, Herr Bürgermeister Dr. Frey- Gießen, Herr Prof. Dr. Krausmüller vom Bezirksverband und Ortsgewerbeverein Gießen, Herr Syndikus Dr. Reiff von der Handwertstammernebenstelle Friedberg, Herr Syndikus Röhr, zugleich in Vertretung des Vorsitzenden der Handwerks: tammer- Nebenstelle Gießen und Herr Real- Oberlehrer Haggenmüller, Herr Dr. Bünnings sprach besonders Herrn Haggenmüller, der in diesem Jahre auf eine 25jährige Tätigkeit als Schriftführer der Meisterprüfungstommission zurüdbliden fann. Dank und Anerkennung aus. Bon den 260 gemeldeten Prüflingen haben 238 die Prüfung bestanden. davon 9 mit der Note 1, 116 mit der Note 2, die übrigen mit der Rote„ genügend". Auf die Berufe verteilen sich die jungen Meister wie folgt: Schreiner 43, Schuhmacher 33, Elettrifer 20, Bäder 17, Schmiede 17, Maurer 17, Schlosser 16, Megger 14, Schneider 8, Stellmacher 8, Maler und Weißbinder 13, Zimmerer 7, Sattler 8, Spengler und Installateure 6, Frisöre 5, Schneiderinnen 5, Schriftsetzer 3, Pflasterer 2 und je einen Glasschleifer, Optifer, Polsterer. Dachdecer, Feinmechaniker, Uhrmacher und eine Modistin. Sie alle beglückwünschte Herr Dr. Bünnings im Namen der Prüfungsfommission noch einmal und wünschte ihnen alles Gute für die Zukunft. Diesen Glückwünschen schloß sich Herr Obermeister Heß an und rief die jungen Meister und Meisterinnen auf, dem Handwerk in Hessen voran zu helfen, damit es erstarte und aufblühe und zu feinem Teile am Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes mitwirke. Herr Direktor Schüttler, der als nächster das Wort ergriff, betonte, daß durch die Handwerfsnovelle im Jahre 1897 ein Wert geschaffen sei, daß durch die Einführung der gesetzlichen Prüfungen das Handwerk gehoben und gefördert habe. Wenn es auch im deutschen Volke noch Kreise gebe, die dem Meistertitel unfreundlich gegenüberständen, so sei doch daran festzuhalten, daß das Handwerk seit 1902 wieder aufgeblüht sei, und daß der Titel Meister kein Ueberbleibsel alter, vergangener Zeiten, sondern ein Ehrentitel sei, der sein Ansehen und seine Achtung nur durch meisterhafte Arbeit behalten fenne. Ein Zweites jei brute noch zu beachten Dir Organisation, der feste Zusammenschluß, damit es dem Handwert im heutigen Zeitalter der Rationalisierung möglich sei sich fonkurrenzfähig zu erhalten. Es sei auch soweit auf die Gesetzgebung einzuwirken, daß derjenige, der den Meistertitel erlangt, dadurch besondere materielle Vorteile habe, er denke dabei besonders an die Bevorzugung von Handwerksmeistern bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten. Auch Herr Direktor Schüttler gedachte zum Schluß seiner Worte noch des Herrn Haggenmüsser, der seit 25 Jahren die theoretische Ausbildung so vieler Handwerksmeister geleitet habe. Herr Bürgermeister Dr. Fren begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt Gießen und sprach den jungen Meistern und Meisterinnen seinen Glückwunsch
aus.
Welche Bedeutung das Handwerk habe, habe ihm die Gießener Gewerbe- Ausstellung und noch mehr die Handwerksausstellung in München gezeigt. Jm modernen Zeitalter der Amerikanisierung, in dem es auf Grund der Normierung, Industriealisierung und Schablonisierung möglich sei, nach einem Katalog ein Haus zu kaufen, das dann zwei Tage später fir und fertig geliefert würde, scheine es, als sollte das Handwerk untergehen. Es ist nicht mehr modern. Aber es liegt im Wesen der Mode, daß sie vergänglich ist: und wir Deutsche haben Eigenheiten, die nie zu Grunde gehen werden. Darum brauche man um das deutsche Handwerf keine Sorge zu haben. Wer fälschlich totgesagt wird, sagt man, lebt besonders lange. Je= doch kommt die Wiedererstarkung des Handwerks nicht wie ein Geschenk der Götter, nein, es liegt in der Hand der Meister, es liegt an der Erziehung der Jugend. Der Lehrvertrag sei fein reiner Arbeitsvertrag sondern ein Erziehungsvertrag. Ganze Männer und Frauen aus der Jugend zu machen ist die Aufgabe. Herr Bürgermeister Fren schloß: Vergessen Sie nicht, meine Herren Meister, nicht geschickte Hände allein bringen Deutschland hoch, sondern es müssen ganze Menschen sein, die sie regen. Lehrlingsausbildung und Erziehung seien Ihre edelsten Aufgaben, dann brauchen wir für die Zukunft nicht bange zu sein.
Schäfer- Ast
Heilverfahren, wie seit Jahrzehnten nur in Radbruch b. Lüneburg durch seine Söhne
H.& O. Ast auch briefliche Behandlung.
holte zum Erstaunen des Juweliers einen tiefen Seufzer, dann streifte er den ihm angesteckten Ring mit dem Ausdrud sonderbaren Wderwillens wieder ab und rief, auf den Rubin zeigend, leidenschaftlich aus:„ Behaltet das elende Ding und gebt mir den!" Kopfschüttelnd erwiderte der Juwelier: ,, Der Stein ist mir um Hunderte nicht feil!"-„ Ich muß ihn aber haben!" versetzte der Jüngling wie im Wahnsinn, ergriff den Rubin und stürzte flammenden Auges fort.
Der Juwelier erhob ein großes Geschrei, rannte Assad nach und schalt ihn einen Dieb, ja, da dies nicht zu helfen schien, einen Räuber und Mörder. Alsbald entstand ein Auflauf auf der Straße, der Jüngling wurde ergriffen und mit Ungestüm vor den Kadi geschleppt.
,, Herr," begann der Juwelier voll Zorn, so jung dieser Mensch zu sein scheint und so viel Einnehmendes in seiner Gestalt liegt, so ist er doch ein frecher, undankbarer Bösewicht. Ich sah ihn vor meiner Bude stehen und ergötzte mich, als ich ihn über die dort ausgebreiteten Schäße mit lauter Stimme, wie ein Kind, seine Verwunderung ausdrüden hörte. Von Wohlwollen übermannt, dachte ich: Du sollst einmal billiger faufen als ein anderer, nahm einen kostbaren Ring aus dem Kasten und steckte ihm diesen an. Ich erwartete, er würde, so plötzlich beschenkt, große Augen machen und nicht wissen, wie er sich gebärden solle. Statt dessen nahm er faum Notiz von meiner Freundlichkeit und stieß zu meinem nicht geringen erger dumme, unvernünftige Seufzer aus. Dann zog er den Ring wieder ab, warf ihn mir verächtlich hin und verlangte in einem so gebieterischen Ton, als ob er, wenn es ihm beliebte, auch wohl meinen Kopf fordern dürfte, den wundervollsten Rubin, der je in meine Hände geraten ist. Als ich, meinen gerechten Unwillen bekämpfend, weil ich seine Unwissenheit für den Grund seiner Unverschämtheit hielt, ihm bescheiden bemerkte, daß ein solcher Stein mehr Wert habe, als er denke, erklärte
Nr. 39.
Der Glückwunsch des Herrn Prof. Dr. Krausmüller vom Bezirksverband und vom Ortsgewerbeverein Gießen galt neben den jungen Meistern vor allem den Jubilaren, denen er zuries, daß sie mit Stolz auf das bereits Erreichte zurückblicken könn ten, und er ihnen wünschte, daß ihnen das nach weiteren 25 Jahren noch einmal möglich sei. Den Jungen stellte er als leuchtendes Vorbild der Selbstverleugnung, der Treue und da Pflichterfüllung unseren greisen Reichspräsidenten, Herrn vor Hindenburg, hin, dem es gelte stets nachzuleben. Herr Syndi fus Dr. Reiff- Friedberg begrüßte die jungen Meister in ihrer neuen Würde und gab der Hoffnung Ausdrud, daß die Jugend für die Organisation des Handwerks viel zuwege bringen möge. Herr Syndikus Röhr- Gießen, übermittelte die besten Wünsche auch im Namen des verhinderten 1. Vorsitzenden der Hand werkskammer- Nebenstelle in Gießen. Er rief den jungen Mei stern zu, daß die ihnen bevorstehenden Aufgaben nicht leicht sei en, er versicherte sie aber der Hilfe der Berufsvertretungen, det Handwerkskammer, die ihnen in allen Fällen treu zur Seite stehen würden. Das sei nicht nur deren Aufgabe, sondern ihre vornehmste Pflicht. Dafür verlange er aber auch rege Teil nahme am Organisationsleben. Im Namen der Jubilare spra zum Schluß Herr Schreinermeister Weigel aus Butzbach den Dank für die vielen Ehrungen aus. Als sie vor 25 Jahren die Meisterprüfung ablegten, waren sie sich klar, daß eine neue Episode begann. Und wenn es auch in den verflossenen 25 Jah ten viele Schwierigkeiten gegeben hätte und manche Versprech ungen von früher nicht wahr geworden wären, so hoffe er doch daß fester Zusammenschluß eines Tages zum Ziele führen werde Mit dem Versprechen auch weiterhin für das geliebte Handwerk eintreten zu wollen, schloß Herr Weigel.. Und damit die Reibe der Ansprachen. Ein weiterer Vortrag des Gesangvereins Hei terkeit" bildeten den Ausklang der würdigen Feier. Festessen, Musik und Tanz hielt die Teilnehmer noch eine Reihe von fröh lichen Stunden zusammen. Man gestatte zum Schluß der Re daktion auf die außerordentlich beschränkten Garderobenverhält nisse im Kaffee Leib hinzuweisen, die unserer Meinung nach der alleinige Grund für den verspäteten Anfang der Festlich feit waren.
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Von Willi Fix und Hannes Schlau.
B.
Gut'n Tag, lieber Fix, wir haben uns ja die ganze Woche nicht gesehn, ich dachte schon, Du bist auch nicht mehr unter den Lebenden. Jaa, nun mache man nicht so große Augen und tue man nicht so, als wenn das nicht möglich wäre- Du mußt doch wissen, hier in Gießen ist alles möglich.
Ja... na, erstmal Tag auch", aber nun sage mal, Schlau, wir haben doch nicht irgendwelche Seuchen hier in Gießen, wie andere Großstädte sie haben, Kinderlähmung
Nein, lieber Fix, das tut hier in Hessen garnicht mehr nötig, da kannst Du ganz gesund sein, und doch hast Du nicht gesehen dann bist Du mal lebendig gewesen. Kannst Dir das garnicht vorstellen, wodurch das kommen mag? Mensch, hast Du nicht in letzter Zeit hier in Oberhessen von den vielen Automobil- Unfälle gelesen? Ja, siehst Du jetzt merfit Du, was ich sagen will.
Ja, Du hast recht Hannes, das stimmt. Es ist furchtbar, was hier in letzter Zeit in Gießen und in der Umgegend für Menschen durch Verkehrsunfälle getötet und verletzt worden sind, man mag schon bald garnicht mehr in die Zeitung guden. Ja, ja, es ist furchtbar!
Hast Du denn schon mal versucht, Dir zu erklären wie das eigentlich kommt. Wenn ich nicht so ein alter Mann wäre, würde ich mit Dir wetten, daß ich einen Weg, den einzigen Weg wüßte, wie dem abzuhelfen sei. Sieh mal, erstens würde ich alle Autofahrer, wenn ihre Unschuld an einem Unglück nicht ganz klar auf der Hand liegt, ja, die würde ich ganz streng be strafen. Ja, und dann zweitens, dann würde ich die Prüfung für die Autofahrer so schwer machen, daß ich eine Garantie habe. Hat so' nen Mensch mal einen Führerschein, dann ist das ein guter Fahrer, ein vernünftiger Fahrer... ein anstän diger Fahrer, der nicht wie das letzthin in Nauheim passierte, wo ein Automobilist einen Mensch zum Krüppel fuhr, den Ver letzten aber ruhig liegen ließ, und selbst seige ausri.
Hannes, Du bist ja immer ein schlauer Kerl gewesen, aber wenn Du meinst, damit in den Straßen unserer Stadt die Sicherheit zum Wohle der Bürger zu erhöhen, dann ist die Polizei und die Behörden, überhaupt überflüssig. Die sind doch anderer Ansicht. Die machen das hier einfach so, daß sie sagen,
er geradezu, er müsse ihn haben, nahm auch, mit der bekannten Abneigung der Straßenräuber gegen Formalitäten, sogleich von meinem Eigentum Besitz und begab sich auf die Flucht. Ich folgte ihm; wie es mir bei der Last meines Bauches und in einer der Verdauung heiligen Stunde möglich war, ihn wieder einzuholen, begreife ich selbst nicht, die Angst muß dem Menschen übernatürliche Kräfte verleihen."
Der Kadi, ein langer, hagerer Mann, mit einem Gesicht, das, wenn er in seiner Gerichtsstube stand, die Inschrift der Danteschen Hölle furchtbar getreu widerspiegelte, war einmal selbst bestohlen worden und sprach seitdem gegen Diebe nur noch Todesurteile aus. Er fragte Assad freundlich, ob er das ihm angeschuldigte Vergehen leugne. Wie könnt' ich!" gab der Jüngling finster zur Antwort. Es wäre auch gleichgültig", versetzte der Kadi, mit jenem dem Teufel abgeborgten Lächeln, womit Gerichtspersonen in allen Ländern der zerquetschten Menschheit in einem Unglücklichen so gern den Gnadenstoß geben, ,, man führe ihn vor die Stadt hinaus und tue, was Rechtens. Jedoch nicht ohne vorgängige nachdrückliche Bastonade!" setzte er hinzu und griff nach der Pfeife, die ein Sklave ihm darbot Assad wurde abgeführt; auf der Straße wandte er sich an den Juwelier, der in seiner Entrüstung noch gar nicht daran gedacht hatte, sich den Rubin zurückgeben zu lassen, und sagte zu ihm:„ Herr, ich bitte Euch um einen letzten Gefallen. Laẞt mir den Stein bis zum Tode. Begleitet mich hinaus bis vor das Tor, daß ich ihn dort noch einmal anschaue und in Eure Hände überliefere. Nicht wahr, Jhr werdet es mir nicht ab schlagen? Es ist ja nur noch eine furze Zeit." In dem Juwe lier erwachte Mitleid, ihn dauerte der schöne gefaßte Jüngling. der jetzt noch in voller Kraft und Glut des Lebens vor ihm stand und doch schon in wenigen Augenblicken der Natur vor der Zeit zur beliebigen Verwendung für einen neuen Zwed zu
Sonnabend, den 24. Gepten
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Dr. Oetker's
ist und bleib Frende für die J Erwachsenen. N and p
die Jetzt la noch bisher und zwar Zusatz von feinste Puddingpulver di dung notwendige
satzes sind Dr. frischer Ware zu den einschlägigen Illustriertes Rezep
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hier in dieser Straße oder in je Prozent vom Verkehr verboten. nah Fuhrwerte in einer Richtun meg z. B., da kannst Du diese Einri ger, hauptsächlich der Bürger, die an len fehen.
Was willst Du damit sagen, sb das ironisch sei, wie Du das me sweg? Da sind doch früher nich anderswo auch. Und dann, das ist d geschäftsstraßen, da darf man doch hindern.
O, schlauer Hannes, Du führt Shlau. Du merkit auch alles. No Grogstadt ist, mit so' nem Riefenvert leate, auch die an dem Geltersweg, zahlen brauchen, die sie erst sauer ve ' ne Hauptverkehrsstraße ist doch dah in ihr, die an günstigster Stelle j leben ungehindert pulsiert und pulfie
14äftsleute, die jo hohe Steuern aufb wahrhaftig leid tun.... Na ,. überlegte" Beschluß noch mal aufge Oberbürgermeister von seinen Ferien feben, dann wird das wieder anders. Ja, Fix, da hast Du Recht, hoffentlic noch. Du siehst, mein Vorschlag. Führ Brüfung zu erteilen, und unvorsichti fofort entziehen, das dürfte doch das Berlehrsunfälle auf ein Minimum e uns aufhören davon, wir wollen no effen zum Dämmerschoppen. Vom 1. nicht mehr so billig, da hat die St Bier gelegt.
Na, dann man zu, Hannes, man fie fallen. Gehn wir jetzt noch billi uns überlegen, wie man nach einem einem Goldfuchs beladenen Handkarr Sam Shoppeschmidt fahren kann, ohn zu drüden. Lös mir das Rätsel, m
ich bis zum nächsten Mal Dein get
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Einen neuen Pfarrer. wurde dem Pfarrer Otto Lenz in evangelische Pfarrstelle der Joho übertragen.
* Straßensperre. Die Pro Gießen- Gelnhausen ist in der weiteres gesperrt. Die Umleitun Lib. Im übrigen sind Warnung Straßenspe
mitgeteilt vom Oberhessischen Au Niederwöllstadt- Rodheim v. d. S berg- Frankfurt, bezw. Bad H toverkehr, gesperrt vom 22. E über Betterweil.
Bad Nauheim Niedermörlen E In dem Straßenzug Bad Na für Wagen- und Autoverkehr, auf Weiteres. Umleitung über zenberg.
Bilbel
Kloppenheim. In dem
ridgegeben war. Vielleicht hätte gefekt, um ihn zu retten, doch da Kadi unmöglich, er mußte sich Scheidenden freundlich seine letzt
Angelangt vor dem Tore, zog dahin auf seinem Herzen bewahrt die Sonne, in deren Strahlen er Menschen, drückte ihn wehmütig Anstalt, ihn dem Juwelier zurüc noch auszuführen vermochte, trat Ansehen, dem alles Bolt Plaz m mit einem strengen Blid und sag
Assad, du bist ein Dieb!" Gli Wangen des Jünglings, aber fest i Dem Greise auf und antwortete: ,,, is leide den Tod dafür!" leid? fragte der Greis. Nein," bestimmt, ich weiß nicht, was mich
es mag gut fein, daß ich sterben n ihn in den händen eines anderen Raub und Mord beflecken, obglei
Mord zurüdschaudert wie vor dem derbar!" entgegnete der Greis, g ab reichte ihm die Hand. Plöglich befand er sich auf ein Der Greis stand neben ihm. Mehr als erfreut, schaute der Jüngling sei genden Blid an. ,, Du bist jetzt über h entfernt" begann der Greis, der sei hatte, und sie tönnen dort, wenn sie Tieren, das ich zum Zeichen deiner Burudgelassen habe. Glaube jedoch


