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Bezugspreis 50 Pfg. monatli Rrbaffionsiblu früh 8 Uhr- Für Jendang nicht verlangter Manuffrip
40. Jahrg. 1. Blat
Politische Sa
Nachdem der Reichsrat nach einer Reisetat zustimmte, hat jest der Me genehmigen
Jm Saushaltsetat 1928 er Oberprüftelle für Edfund a Peipsig( Rostenpunti 261 000 Mart), d ( 7700 Mart) and in München( 10 180 mli 250 000 Mart, als neue Position.
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Entgegen polnischen Wünschen bereal bag vor einem endgültigen Sa Gazoezizag abzuschließen sei
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Wie verlantet, wird der vorliege petitag zwischen Deutschland und geprüft. Der Entwurf wird allgemein Meinlich im Januar die Ratifilatio
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ie aus Straßburg berichtet 13 der hauptsächlichsten Führer der auf perhaften laffen.
Die amerikanische Regierung hauptsächlich die französische Presse beh bez Schuldenregelung vorzun
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Der Präsident der russis
gestern in Berlin eingetroffen, um w
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Defar von Miller der Ma'rums in München, wird Ende, madh Mosten und Leningrad reisen,
Bei der Schaffung eines Kulturmuscu
Neujahr beim Reid
Wenn mit auch seit dem Zusam
in Berlin den alten höfifchen Glanz Reujahrstag stets zu einem Fest gr bat es auf die Republil verstande rung des Zeremoniells und durch ble Besuchs und Gratulationstur 1 Januar zu einem Ereignis zu Feler Anlaß zu sein zu politischen
ger Art. Man braucht nur an die mailschen Korps, des Nuntius Pace zu benfen, um zu erschen, daß es Neujahrstag nicht nur um leere Was die Silpefternacht Reichspräsident fie im engsten F Argendwelchen lauten Festlichkeiten Reichspräsidenten und im Sinblid Neujahrstag mit fich bringt, natur
Der Neujahrstag selbst m folgendermaßen abspielen: Um die Uht, beginnt die Auffahrt der Dip mehr im Hofe des Reidspräsiden made stellt. Auch dieses Mal m Gladwünsche der fremben Staaten mahig der Besuch der Reichsmin präsident wird dafür danken. Reidsregierung an, an deren Matt die Wünsche der Regierung Sert von Hindenburg bie Gelege Worte an die derzeitigen Leiter
Es liegen i dann das Pra
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en. Auch die Wehrmacht zu Was verständlich nicht. Ebenso wie fich
die Leitung der Reichsbahn, die
Bertreter großer Rorporationen, lellen, bem Reichspräsidenten i Die Gratulationstur pflegt f amb nimmt erft im Laufe des na
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Reiferolantern. Ein franzöfif te Ausreitung einem Arbeiter
Ter Arbeiter war in der franz tungsarbeiten beschäftigt, als er Batbeigehenden franzöfifchen Offi Allen getreten wurde. Dazu sch beiter fich büdte, um feine ihm Jade linnt ihr nicht die Müge She wieder aufzunehmen, trat d Disiem brutalen Vorgang wohnt ten bei, lomie ein Arbeitslollege
Die heilige Nacht. Bon Selma Lagerlöf.
Es war an einem Weihnachtstag, alle waren zur Kirche gefahren, außer Großmutter und mir. Ich glaube, wir beide waren im ganzen Hause allein. Wir hatten nicht mitfahren können, weil die eine zu jung und die andere zu alt war. Und alle beide waren wir betrübt, daß wir nicht zum Mettegesang fahren und die Weihnachtslichter sehen fonnten.
Aber wie wir so in unserer Einsamkeit saßen, fing Großs mutter zu erzählen an.
,, Es war einmal ein Mann", sagte sie, der in die dunkle Nacht hinausging, um sich Feuer zu leihen. Er ging von Saus zu Haus und flopfte an. 3hr lieben Leute helft mir!" sagte er. ,, Mein Weib hat eben ein Stindlein geboren, und ich muß Feuer anzünden, um sie und den Kleinen zu erwärmen."
Aber es war tiefe Nacht, so daß alle Menschen schliefen, und niemand antwortete ihm.
Der Mann ging und ging. Endlich erblickte er in weiter Ferne einen Feuerschein. Da wanderte er dieser Richtung zu und jah, daß das Feuer im Freien brannte. Eine Menge weiße Schafe lagen rings um das Feuer und schliefen, und ein alter Hirt wachte über der Herde.
Als der Mann, der Feuer leihen wollte, zu den Schajen kam, sah er, daß drei große Sunde zu Füßen des Hirten ruhten und Schliefen. Sie erwachten alle drei bei seinem Kommen und Sperrten ihre weiten Rachen auf, als ob sie bellen wollten, aber man vernahm feinen Laut. Der Mann jah, daß sich die Haare auf ihrem Rücken sträubten, er sah, wie ihre scharfen Zähne funkelnd weiß im Feuerschein leuchteten, und wie sie auf ihn losstürzten. Er fühlte, daß einer von ihnen nach seinen Beinen Schnappie und einer nach seiner Hand, und daß einer sich an seine Stehle hängte. Aber die Kinnladen und die Zähne, mit denen die Hunde beißen wollten, gehorchten ihnen nicht, und der Mann litt nicht den feinsten Schaden.
Nun wollte der Mann weiter gehen, um das zu finden, was er brauchte. Aber die Schafe lagen so dicht nebeneinander, Rüden an Rüden, daß er nicht vorwärts fommen fonnte. Da stieg der Mann auf den Rücken der Tiere und wanderte über sie hin dem Feuer zu. Und feins von den Tieren wachte auf oder regte sich."
So weit hatte die Großmutter ungestört erzählen können, aber nun fonnte ich es nicht faffen, sie zu unterbrechen. Warum regten sie sich nicht, Großmutter?" fragte ich. Das wirst du nach einem Weilchen schon erfahren", sagte Großmutter und fuhr mit ihrer Geschichte fort.
Als der Mann fast beim Feuer angelangt war, sah der Sirt auf. Es war ein alter, mürrischer Mann, der unwirsch und hart gegen alle Menschen war. Und als er einen Fremden kommen fah, griff er nach seinem langen, spißigen Stabe, den er in der Hand zu halten pflegte, wenn er seine Herde hütete, und warf ihn nach ihm. Und der Stab fuhr zischend gerade auf den Mann los, aber ehe er ihn traf, wich er zur Seite und sauste, an ihm vorbei, weit über das Feld.":
Als Großmutter so weit gekommen war, unterbrach ich sie abermals. Großmutter, warum wollte der Stod den Mann nicht schlagen?" Aber Großmutter ließ es sich nicht einfallen, mir zu antworten, sondern fuhr mit ihrer Erzählung fort.
,, Nun kam der Mann zu dem Hirten und sagte zu ihm: Guter Freund, hilf mir, und leih mir ein wenig Feuer. Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer machen, um sie und den Kleinen zu erwärmen."
Der Hirt hätte am liebsten nein gesagt, aber als er daran dachte, daß die Hunde dem Manne nicht hatten schaden können, daß die Schafe nicht vor ihm davongelaufen waren und daß sein Stab ihn nicht fällen wollte, da wurde ihm ein wenig bange, und er wagte es nicht, dem Fremden das abzuschlagen, was er begehrte.
,, Nimm, soviel du brauchst", sagte er zu dem Manne. Aber das Feuer war beinahe ausgebrannt. Es waren feine Scheite und Zweige mehr übrig, sondern nur ein großer Glut baufen, und der Fremde hatte weder Schaufel noch Eimer, worin er die roten Kohlen hätte tragen können.
Joviek du
Als der Hirt dies jah, jagte er abermals:„ Nimm, brauchst!" Und er freute sich, daß der Mann fein Feuer wegs tragen fonnte. Aber der Mann beugte sich hinunter, holte die Kohlen mit den bloßen Händen aus der Asche und legte sie in seinen Mantel. Und weder versengten die Kohlen seine Hände, als er fie berührte, noch versengten fie feinen Mantel, sondern der Mann trug fie fort, als wenn es Nüsse oder Aepfel gewesen wären."
Aber hier wurde die Märchenerzählerin zum drittenmal unterbrochen. Großmutter, warum wollte die Kohle den Mann nicht brennen?"
Das wirst du schon hören", sagte Großmutter, und dann erzählte sie weiter.
,, Als dieser Hirt, der ein so böjer, mürrischer Mann war, dies alles jah, begann er sich bei sich selbst zu wundern: Was fann dies für eine Nacht sein, wo die Hunde die Menschen nicht beißen, die Schafe nicht erschrecken, die Lange nicht tötet und das Feuer nicht brennt?" Er rief den Fremden zurüd und sagte zu ihm: Was ist dies für eine Nacht? und woher kommt es, daß alle Dinge dir Barmherzigkeit zeigen?"
Da jagte der Mann:„ Ich fann es dir nicht sagen, wenn du selber es nicht siehst." Und er wollte seine Wege gehen, um bald ein Feuer anzünden und Weib und Kind wärmen zu können.
Aber da dachte der Hirt, er wolle den Mann nicht ganz aus dem Gesicht verlieren, bevor er erfahren hätte, was dies alles bedeute. Er stand auf und ging ihm nach, bis er dorthin kam, wo der Fremde daheim war.
Da sah der Hirt, daß der Mann nicht einmal eine Hütte hatte, um darin zu wohnen, sondern er hatte sein Weib und sein Kind in einer Berggrotte liegen, wo es nichts gab als nadte, falte Steinwände.
Aber der Hiri dachte, daß das arme unschuldige Kindlein vielleicht dort in der Grotte erfrieren würde, und obgleich er ein harter Mann war, wurde er davon doch ergriffen und beschloß, dem Kinde zu helfen. Und er löste sein Ränzel von der Schulter und nahm daraus ein weiches, weißes Schaffell hervor. Das gab er dem fremden Manne und sagte, er möge das Kind darauf
betten.
Aber in demselben Augenblick, in dem er zeigte, daß auch er barmherzig sein fonnte, wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, was er vorher nicht hatte sehen, und hörte, was er vorher nicht hatte hören tönnen.
Er Jah, daß rund um ihn ein dichter Kreis von fleinen, silberbeflügelten Englein stand. Und jedes von ihnen hielt ein Saitenspiel in der Hand, und alle sangen sie mit lauter Stiume, daß in dieser Nacht der Heiland geboren wäre, der die Welt von ihren Sünden erlösen solle.
Da begriff er, warum in dieser Nacht alle Dinge so froh waren, daß sie niemand etwas zuleide tun wollten.
Und nicht nur rings ua den Hirten waren Engel, sondern dem Berge, und sie flogen unter dem Himmel. Sie tamen in er sah sie überall. Sie saßen in der Grotte, und sie saßen auf großen Scharen über den Weg gegangen, und wie sie vorbeifamen, blieben sie stehen und warfen einen Blick auf das Kind.
Es herrschte eitel Jubel und Freude und Singen und Spiel, und das alles sah er in der dunkeln Nact, in der er früher nichts zu gewahren vermocht hatte Und er wurde so froh, daß seine Augen geöffnet waren, daß er auf die Knie fiel und Gott dankte."
Aber als Großmutter so weit gefommen war, seufzte sie und sagte:„ Aber was der Hirte sah, das könnten wir auch sehen, denn die Engel fliegen in jeder Weihnachtsnacht unter dem Simmel, wenn wir sie nur zu gewahren vermögen."
Und dann legte Großmutter ihre Hand auf meinen Kopf und sagte:„ Dies sollst du dir merken, denn es ist so wahr, wie daß ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Lichter und Lampen fommt es an, und es liegt nicht an Mond und Sonne, sondern was not tut, ist, daß wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können." Aus„ Christuslegenden." München, Albert Langelt,
Wie ein Büblein den Vater zum Weihnachtsbaum holt.
Anekdote von
Es war kein fröhliches Weihnachten, das die Bewohner des fleinen, unweit Breslau gelegenen Dorfes Katte im Jahre 1806 erlebten, da der Krieg zwischen Preußen und Napoleon offen zum Ausbruch gekommen war. Seit November 30g der Feind
Otto Lind.
durchs Land, und, wenn sich die betroffenen Schlesier beim An blid der Bayern und Württemberger, die da dem Prinzen Jérome eine Festung nach der andern inaden haljen, auch mite unter verwundert frogen mochten, wer eigentlich in diesen
Händeln zusammengehörte, so blieb Arleg doch Arleg, und das Häuseranzünden lag fenem Weihnachtsfest näher als der fried liche Glanz von Chriftbäumen. Zu allem Unglüd fiel auf den Vortag des Festes das Gefecht bei dem nahen Strehlen, das dem hartbedrängten Breslau Luft schaffen sollte, und das bloße Gerücht, daß in ihm Landesein wohner auf Seiten der regulären Truppen mitgefochten hätten, genügte, neue Drangjal über die durch Requisitionen und Einquarilerungen ohnehin erschöpfte Bevölkerung zu bringen.
So hatten sie auch den Pfarrer von Katte als Geisel festgesetzt, und wenn die Frau Pfarrer auch nicht unmittelbar für das Leben ihres Gemahls fürchten mußte, so fonnte doch irgend ein Higtopf mit einem feindlichen Troßknecht in Streit geraten und damit Gefahr über die Gefangenen bringen. Auf jeden Fall aber war das Weihnachtsfest, auf das sie sich der Kinder wegen wochenlang gefreut hatte, graujam gestört, und, während sie bekümmert auf die von schmutzigen Schneestreifen bededte, folonnenerfüllte Straße hinaussah, erinnerte sie sich mit besonderem Aerger jenes sachlichen, jedes Gefühl ausschließenden Gesichts, mit dem der bisher so freundliche württembergische Rittmeister erilärt hatte: Bedaure, Madame, es ist Befehl..." Nur Männer fonnten sich so benehmen...
Aus dem grauen, niederen Himmel begann es inzwischen wieder sachte zu schneien, aus der Ferne gegen Breslau zu dröhnte zuweilen ein Kanonenschuß, trüb senfte sich die Dämme rung ins Zimmer. Da öffnete sich vorsichtig die Türe ein wenig, durch den Spalt lugte ein blonder Knabenkopf: Mutter, zün bet der Weihnachtsmann den Baum noch nicht bald an?"
Die Mutter erschraf fast über die Frage, als müßte sie ein schlechtes Gewissen haben. Doch raffte sie sich zusammen und er widerte nicht ohne Vorwurf: Ludwig, willst du denn ohne Water Weihnachten feiern? Hast du denn ganz vergessen, daß ihn die Soldaten aufs Rathaus gebracht haben."
Noch einen Augenblick blieb die Türe offen, die Pfarrfrau seufzte. Doch sie wäre tief erschroden, wenn sie geahnt hätte, was weiter gehah. Der Knabe blieb noch eine Weile wie in tiefen Gedanken stehen, dann machte der Siebenjährige kurz fehrt und lief unangehalten die Treppe hinunter in den Hof, auf die gefährliche Straße, zwischen den vielen Pferden und Wagen dura), an Wachtfeuern und vermummten Posten vorüber.
In der besten Stube des Bürgermeisters feierten inzwischen der württembergische Rittmeister Neumann und der französische
Rapliän d'Albry das Feft auf andere Werse. In der gehentetten Suppenschüssel der Bürgermeisterin dampfte der Bunich, bider Tabaksqualm erfüllte den unordentlich mit Monfurstüden be deckten Raum, und, da sich die beiden nicht recht verständigen fonnten, begnügten sie sich damit, alle Augenblide mit frisch ge füllten Gläsern anzustoßen und abwechselnd den Kaiser Napoleon oder die Waffenbrüderschaft dieses glorreichen Feldzugs hochs leben zu lassen, wogegen der Rittmeister nichts weiter einzus wenden hatte, da er ja nach Recht und Befehl mit von der Partie war.
Aber eben, als der kleine Franzose mit seiner scharfen, frähenden Stimme ausrief: Deutschland faput, vive la grande armée!", flopfte es; hereintrat stampfend die ungefüge Gestalt eines württembergischen Reiters, den fleinen Knaben aus dem Pfarrhaus an der Hand führend und mit barschem Tone meldend, daß er diesen auf dem verbotenen Wege zu den Ge fangenen erwischt habe.
Der Franzose ärgerte sich über die Unterbrechung, wozu die Komödie, dachte er, warum hat er ihn nicht einfach hinaus. geworfen; doch der Rittmeister lächelte behaglich über die strenge Haltung des Reiters, der sich da, seinem gemütlichen Namen Häberle zum Trotz, benahm, als sei er ein geborener Eisenfresser und habe den gefährlichsten Feind und Erzspion festgenommen.
Dies Lächeln aber gab dem verschüchterten Knaben wieder Mut und, ohne den Franzosen weiter zu beachten( was diesen von neuem verstimmte), riß er sich los, füßte mit einer sehr frei. mütigen und zugleich wohlerzogenen Bewegung dem Rittmeister die Hand und sagte mit einer in dieser Umgebung rührend hell flingenden Stimme: Bater soll auch zum Weihnachtsbaum
fommen..."
Da strich sich der Rittmeister verlegen den Bart und erine nerte sich plötzlich an seine Jugendzeit und den eigenen Knaben zu Hause; und, weil er sich den auch so wünschte, und doch nicht sagen konnte, du bist ein waderer Schwabe oder gar ein waderer Preuße, oder vielleicht auch aus dem unflaren Bestreben, den Prahlereien seines Gegenübers einen Dämpfer aufzusetzen, fand er das bessere Wort: ,, Du bist ein tapferer fleiner Deutscher, und darum sollst du den Vater auch für diesen Abend haben."
So also geschah es, daß damals noch unter dem Donner der gegen Breslau gerichteten Kanonen ein Wort von guter Bes deutung fiel und daß im Pfarrhaus zu Katte nach banger Sorge noch ein fröhliches Weihnachtsfest zu Stande fam.
Weihnachts abend.
Die fremde Stadt durdyschritt ich forgenvoll, der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus. Weihnachten war's, durch alle Gassen scholl der Kinderjubel und des Markts Gebraus.
Und wie der Menschenstrom mich fortgespült, drang mir ein heifer Stimmlein in das Ohr: " Rauft, lieber Herr!" Ein magres Händchen hielt feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.
Ich schraf empor, und beim Laternenschein fab ich ein bleiches Kinderangesicht; wes Alters und Geschlechts es mochte sein, erfannt ich im Vorübertreiben nicht.
Nur vor dem Treppenstein, darauf es jab, noch immer hört ich, mühsam wie es fchien: Rauft, lieber Herr!" den Ruf ohn' Unterlaß; doch hat wohl feiner ihm Gehör verlieh'n.
Und ich? War's Ungejdhid, war es bie Scham, am Weg zu handeln mit dem Bettellind? Eh meine Hand zu meiner Börje lam, verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.
Doch als ich endlich war mit mir allein, erfaßte mich die Angst im Herzen so, als jag' mein eigen Rind auf jenem Glein und schrie nach Brot, indessen ich entfloh. Theodor Storm.
Der Mann ohne Weihnacht.
Manchmal möchte man meinen, die Welt sei ein Glashaus, und für den, der Augen hat, ist sie es auch.
Es war Weihnachten.
Hohe, vollbehangene Bäume mit Lichtern standen in den Zimmern. Auf den Tischen lagen Berge von Gaben für Vater, Mutter und Kinder.
Bescheidezze Bäumchen brannten in anderen Räumen. Auf gedeckten Tischen lagen bescheidene Gaben, Bücher, Spielzeug und viele nügliche Dinge, Kleider, Schuhe, Kleingerät, Zigarren für den Vater, Schreibhefte für den Zweitjüngsten, die er ohnehin in nächster Zeit gebraucht hätte.
Auf einem dritten Tisch lag sajt gar nichts. Unglück und Not hausten im Raum, den fein Bäumchen erhellte. Tränen rollten über die Wangen einer blassen Frau. Ein Kindlein spielte auf dem Stubenboden. In der Kammer nebenan lag ein franker Mann.
Von Wilhelm Schussen. Flügelafforde ertönten. Süßer Geigenschmelz stieg gen Simmel. Die goldgeflügelten Engel an den Christbäumen jubel fen mit.
Ein schlichter Familienchor sang„ Stille Nacht, heilige Nacht".
,, Wenn mein Mann wieder gesund wird, will ich alles an dere gern noch ertragen." Von neuem rollten die Tränen. Es war ein Bethlehem, wie es auf ewig im Buche steht.
Ein leines Bäumchen stand auf einem Edbrett. Auf dem Stubentisch lag dies und das, nicht viel und doch eben etwas. Ein Häuflein Kinder gligerte das brennende Bäumchen an. Die Kinder wollten fingen und quälten die Mutter, doch endlich ein Lied anzustimmen. Aber der Mann am Tisch wollte es nicht haben. Der ganze Abend ging ihm auf die Nerven. Er stühle den Kopf in die Hände und starrte finster ins Leere.„ Die Tische


