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Str. 52.

Nr. 1792

Rahnefeld

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1928

ber Weichen berffen heute wie mmer, vor Glud und leberify. Andere haben wenitens das Jahr hindurch, was sie brauchen. Nur mir sind von Glück und Recht abgeschritten." ..Wollen wir nicht wenigstens an einem einzigen Tag den Vergleich fahren lassen und mit unsern Kindern fingen? Sie warfen darauf", jante die Mutter beqütinend.

3ch fann nicht", entgegnete der Mann. Es gibt feine Weihnacht. solange es feine Gerechtigkeit gibt."

enn man ewig perafelt und nur verafelt und folgt, wie die andern leben, so ist das auch fein Leben", wandte die Fran noch ein. Run fing aber das kleinste der Kinder doch zu fingen an. Und da fein Berbot fam, stimmten auch die Geschwister und schlieklich auch die Mutter ein.

Der Mann ohne Weihnacht saß am Tisch und duldete es schweigend.

Der Weihnachtsbaum. Bon Professor Dr. Eugen Fehrle( Heidelberg).

Wenn wir die Geschichte des Weihnachtsbaumes erfunden woffen, müssen wir scheiden zwischen dem tieferen Sinn, der dem immergrünen Baum zur Winterszeit zugrunde liegt, un der Form, die er als Weihnachtsbaum bei uns angenommen hat. Der Baum spielt auch sonst im Bolfsafauben eine bedeutende Rolle. Bei der Geburt eines Kindes pileat man vielerorts ein Bäumlein zu pflanzen, den forenannten Lebensbaum. Go wie er wächst, so soll das Kind gedeihen. Beider Leben ist durch eine Art Sympathie miteinander verbunden.

Ist ein neues Haus aufgerichtet, so wird ein Tannenbaum lein brauf gestellt Das foll ein dwunsch sein für diejenigen, welche elnit in das Haus eingleben.

Heiratet iemand im Dorf, so wird ihm an vielen Orten Seute noch ein hoher Tannenbaum vors Haus aeftefft, oder fleire Tannenbaumlein werden am Haufe angebracht. In Banern bleibt der Tannenbaum stehen, bis dem jungen Raor das erste nachoren iit Die Lebensfroft, die nach der Morstellur 1 des Rolfes durch iompathische Wirkung von dem Baum auf die Menichen überströmt. hat jetzt ibre Segenswirfung gerelat. Salbe Bäume heißt man Maien, weil man fie auch im Mai aufitoffe

obachtung, daß um die Winterszeit die Sonne wieder neue Kraft befomme, zur schönsten Hoffnung für die bannenden Menschen. Die Zeit der Winterfonnenmende war deshalb feftlich bennnnen und mit allerlet Rolfsbräuchen umgeben. Sie fuhen faft affe hinzuwirken auf neues Licht und Leben, auf Segen für das bevor stehende Jahr.

Ganz hentlich ist das in dem norhaermaniihen Mittminters fest, das Jul beibt, ausgefprechen. In den Höfen der Häu'er merden Tannenhäume oufaeftofft. Auf den Räumen ift eine Garbe oder die fleine Rahbildung einer Garbe befeftiat. Die Nebren d'efer Garbe fommen im Frühichr unter die Saffrucht. Die Kraft der immerarünen Janne, die auch im Winter dem Tode zu froßen vermag. foll üheritrömen auf die Garbe und für den nächsten Sommer reichen Genen ihorn.

Nicht überoff murden Tannen afs intermaien verwendet. Mancherorts nohm man Stechpalmen, Buchs. Efeu oder sonst immererüne meine.

Der Tannenbaum als Wintermalen mit Lichtern und Ruderwerf verbreitete fich im mefentfihen feit etma 1800 nom alemannischen Gehiet aus her des übrige Denfiland. Rechts und linfa hea heines zwischen Baiel und Straßburg war er icon Früh heimisch

Ginst bat man zu Neujahr folche Maten im 3immer an ophracht, um das ganze Jahr über Gfild und Senen zu beben. Auf einen derartigen Wintermalen geht unfer Weihnachts Jaum zurü Die Rolfsporitellung, daß die Lebensfraft einer Rflanze auf die monichen# horftrömen fönne, fekt ein noturmiffenioffic aufneffärtes Zeitalter in das Geblet des Aberafanbens oder dea mnthischen Denfene In unferer Dihtuns aber fommt das Jerbe Empfinden vom Rebeneinander des Pflanzenlebens und einen agnton Garb poft auter Sachen zur Erde berab Menschenglides immer wieder zum Ausdrud:

Der deutiche Raffsbrauch nerhand fich im letzten Jahrhun dert innio mit driftlichen Roritoffungen Rio ehemals ist der Baum auch heute der Mittefnunft des hävelichen eftes, hal aber durch Rerbindung mit diffichen Gedanken höheren Glenz befommen mle Quamin Richter es in einem herrlichen he dargestellt hat mei Ennel brinnen hen Raum nom himmel herunter fele fleine Ennelein iuheln mit und hohen Gaben bereit für die mortenden Monihon ein fleiner afsnidel schüttet

( es steht ein Raum im Odenwald,

Ter hat viel orfine eft

Da bin ich ichon viel taufendmal

9tel meinem Schatz geweft

Doch der Liebestraum murde nicht zur Wirklichkeit. Und so

heißt es zum Schluß des Lledes

Und als ich wiederum fam zu Dir,

Gebauen wir der Raum:

Fin andrer Piebiter steht bei ihr,

bu perfluchter Traum

Der Baum der fteht im Odenwald,

nb ich bin in der Schweiz:

Do fleat der Schnee und ft to falt,

Mein Herz es mir terreißt

In der falten Wintersteit. mo Todesftarre auf der Natur Hiegt und Krankhelten die Menschen Helmfuchen. Führte die Bes

Das Jahr debt um,

Der Faden rollt fic faufend ab. Ein Stündchen noch das lehte beut, Und tanbend rielelt in fein Grab, Was emitens mar lebend'ae Zelt. Ich hare tumm

' s it tiefe Radh!!

Do wohl ein Auge offer: noch? In dieien Mauern rüttelt dein errinnen Reit! Rir chaudert doch. Go will die fekte Stunde fein Einiam durchwacht.

Geideben all.

Was ich beaanoen" nd gedacht. Was mir aus Haupt und Herten flieg Tas ich nur eine ernite adh Am Himmelstor C balber Siegf Chwerer Fall!

In christlichen Liedern mird Chriftus selbst ein Maien genannt:

Jd welk mir einen meien

in biefer heileen tit

ben meien hen i meine

ber emine fraide alt:

ben mefen hen ich meine

bos t her ineke antt

der hie nii hier erben feit ni mentoen ipott

Heilsbotichaft und Ritanzenleben find auf das Junigste ver. bunden in dem schönen Lier

Es fit ein ros entiorungen aus einer wurzel sort

als uns die often funnen.

ous Jeffe om die art

und bar ein' m'ein bracht

mitten im falten Winter wel zu ber halben nacht.

Am letzten Tag des Jahres.

Wie reißt der Wind

9m Feniterfreute! Ja es will Muf Sturmesfittich, das Jabr Reritäuben nicht ein Schatten till Berbauchen unterm Sternenflar... Du Sündenfind.

Wat mich ein bobl

Und beimlichen ieben Taa In deiner wüsten Bruit Verlies. Wo lanaiam Stein an Stein erbrach Wenn es den falten Odem tie Bom farren Bol

Mein Pämpchen will Verläichen und bealeria lauat Ter Tocht den lehten Tropfen Cel. it io mein Lei n and orrraucht? Grafine fidh hee robes Höhl Mir schwarz und fill?

Bobl in dem Kreis.

Den dieles Jahres Lauf umticht. Mein Leben bricht wukte fang, Und dennoch hat dies Sert cealabl In eitler Peldenichaften Drana

Mir bricht der Schweiß

Det teften moit

Auf Stirn und Hand Wie dämmert feucht Fin Stern dort durch die Baffen nicht? Wir es der Liebe Stern vielleicht, Dir türnend mit dem trüben Licht, Daß du io banait

Hord weld Geiumm? lind wieder Sterbemeloble! Die Glede reat den ebrnen Mund. Herr ich falle auf das State Gel andbio meiner lehten Stund'! Das Jahr it um!

Annette v. Droste- Hülshof

Sonntags- Glocken

Erzähler fürs deutsche Haus

Altes deutsches Weihnachtslied.*)

Helland reiß den Himmel auf! Herab, herab vom Himmel lauf! Erich Schloß und Riegel, tritt hervor, O Helland aus des Himmels Tor!

O Gott, den Tau vom Himmel gieß! Jm Tau berab, o Helland. fliegt 3br Wolfen, brecht und regnet aus Den Ronia aber Jakobs Haus. Echlag aus o Erde, werde aru, Dak Berg und Tal ringsum erblübul Erd. bervor dies Blümlein bring!

O Heiland, aus der Erde sprina!

We bleibst du, Troft der ganzen Welt Darauf fie all ihr Hoffen telli

Ad tomm, ach fomm vom Himmelsjaal Komm, trdit uns bier im Jammertall

C flare Sonn, o ichöner Stern, Dich wollen wir anichauen gern,

Sonn, geb auf! Ohn deinen Schein Wird Finsternis ohn Ende lein.

Hier leiden wir die größte Not,

Ber Augen steht der ew'ae Iob.

Ach fomm, führ uns mit storfer Hand Bom Elend in das Vaterland!

Da wollen alle danken wit Dir. unserm Helland für und für. Tn wollen alle foben bid Wir mit den Hell'gen ewiglich.

*) Aus dem Rheinfelder Gefangbuch 1668.

Um den Chriftiag herum. Bon Sans Repbing.

O schöne Zeit! O fel'ge Zeit!

Ich hatte die Schlittschuhe unter den Ofen gelegt und die Stiefel ausgezogen, und saß nun in den Täppern" auf dem Schemel in der Stube, nicht weit vom Ofen entfernt. Der Aehne ruhte behaal'ch in feinem einfachen, hölzernen Lebn­feffel, der nur ein Riffen aus Snreu als Gigpofiter hatte. Der Geffel stand gonz nahe beim Ofen; denn der Mehne hatte es gern warm. Und warm war es in der abendlichen Stube und wurde immer märmer. Per Ofen begann zu glühen, eine freis­runde Ghalbe feuchtete wie die Mitternachtsfonne in die Stube herein. Die Katze ichnurrte leise, und nun benann der Ofens hofen zu finnen, Der Aehne rauchte fein Pfeife. die aber off. mäblich ausging, und nun ruhten feine Sände auf den Geffel. lehnen. Es war nun pöllin Recht geworden. und die Mitter nachtsfonne am Ofen ofübte stärfer, der Ofen iang immer ichöner, und die Kotze ichnurrte immer feiner. Lautlose Stiffe rrichte in der Stube, nur die alte Wanduhr tidte ihren lauten

Cang

Aebne, ein Giichtle", bat ich nun. ei feins mehr."

Freilich, d' Rosa Don Tannenburg!"

Affo benann er mit ihr und erzählte sie ganz. O, es war jo ichön, wie mir feither niemand Geschichten hat erzählen fönnen, wie mir fein Theater und fein Konzert und nichts gefallen bat

..Noch eines, gelt noch eines"

Und nun folgte der Daniel in der Löwenorube, die drei Männer im euerofen u. war das eine arufeffae, aefährliche Eache, und ich ridie auf meinem Ghemel merflich von dem Immer heißer werdenden Ofen weg. Und noch eine tam, vom

Heinrich von Eichenfels. Und gerade fam der gestohlene Heinrich wieder nach Saule, und Vater und Mutter fachten und weinten vor lauter Freude, und in dem Schloß war es nocheinmal lo schön, tausend Kerzen brannten, alle ugen leuchteten, alle Worte, die gesprochen wurden, flangen so fteb und traut, es war, a's ffören unsichtbar tanle.b ennei burds Shiok und man ipfire ihren leifen, weichen filgef'chlag wie ein Streicheln an den 9ẞonnen... es war. als wäre nun Chrifttan im Simmel

Da! Was war bas! Ein Rauichen und Raichein von brauken nor unirer Stubentüre wurde hörbar, jetzt ftreifte etwas an der Türe und ging donn die Bühnenstiege( Bodentreppe) hinauf. ehne, was ift des gwele?"

Weißt es nicht."

Aber der Mehne mukte es wohl, und ich ahnte es auch. Der Rater war vom Sofimachen heim efommen Run trat er in den feft gefrorenen Stiefeln in die Stube herein und ftreifte ble Ciszapfen vom Bart Jawohl, ich mukte es. Der Bater botte vom afd einen Christbaum mitgebracht und auf die Bühne hinaufgetragen Einen Christbaumi! Cinen Christbaum Mus nun jubelte affes in mir sulammen 3ch fab ichon im Geifte den brennenden Christbaum auf her Rommone itehen. baneben his Rörblein mit den fenfeln, Müffen, Goringerle und Mutihela. und auf der andern Seite stand der Bilderbaufaften und des Särslein mit dem Geikbod, der berausiprang und bah" idrie, wenn man einen Rola zufammenbrüdie und an der Wand hing die Trommel Die Mutter batte ta alles forglich aufnehohen. una pieffeicht fam noch etwas Neues dazu Ich hatte per einigen Tagen ein perdächtiges Batet qe'eben Bielleicht Ofelines Rubenbers. dae mit tausend Freuden und Hoff nungen dem Chrifttag entgegenklopft!

Am Abend vor Weihnachten.

Dämmerstille Rebelfelber. [ chneeburchalante Einfamfeit, und ein wunderbarer meidber Weihnachtsfriebe well und breit.

Rui mitunter. winboerloren. giebt ein Rouichen durch die Well und ein lelies Gledenffingen wandert übers fille Belb.

lnb rid arüßen alle Wunder,

ble am lenten Tan orrubt.

und dein Hers final Rinderlieber unb bein Sinn wird fromm und gut. Und bein Blid ist voller Veudsten, lanail Ensichlafenes i ermadat... umb io arhit bu bred ble fille wundertelche Winternat.

Wilhelm Lobilen.