Gamstag, den 19. November 1927.
Mit welkem Laube spielt der Wind. Nur draußen im Kirchhof ist es, als wäre noch einmal auf Stunden der Frühling erwacht. Auf den Gräbern blüht und leuchtet das strahlende Heer der legten Blumen, von Liebe gepflanzt.
Reben Blumen und Blühten aber steht die Trauer. Am Tage der Toten weint viel Schmerz. Und viele Wunden bluten neu. Heute, am Tage, der den Toten frei..
Aus den Toren der Vergangenheit tritt, was wir verloren. An diesem stillen Tag im Jahre steht das Begrabene auf. Eine stumme Predigt halten ringsum die vielen Kreuze. Stille ringsum. Sier ruhen sie alle im gleichen Heimatboden, arm und reich, Freund und Feind. Und die Blumen breiten ihren bunten Teppich über den stillen Garten der Toten. Und überall weinende Rinder, trauernde Mütter, ernste Bäter.
Hier steht eine junge Witwe mit einem Häuslein Kinder. Bon Schmerz gebeugt. Und dort ein Mann im Gilberhaar. Die Träne jagt, daß der Trennungsschmerz nach einem langen Eheglüd nicht leiner ist, als nach einem furzen. Dort wieder legt eine junge Waise die legten Sommerblumen auf das Grab der Eltern. Allein haben diese sie gelassen auf dem weiten Erbenrund. Des Lebens Sonne ist mit ihnen ins Grab gejunten. Unzählige Bücher von Lebensromanen tönnte man schrei ben, wollte man alles schildern, was die stillen Beter da drauBen bewegt und durchzudt.
Dort sehe ich noch ein Grab. es abseits der vielen Blumen. hat man den stummen Schläfer den der Tod reich gemacht hat.
Verlassen und schmudlos liegt Selbst an diesem einen Tag vergessen. Es ist ein Armer,
Während sie dort draußen die Toten besuchen, sitt in einem ärmlichen Stübchen trüben Auges ein altes Mütterlein. Ihre Füße haben den Dienst versagt. Und was wollte sie auch da draußen suchen? So weit fann sie nicht mehr gehen, daß sie den Hügel finden tann, wo ihr Einziger verlassen ruht. Weit, weit, über manchem Tal, über manchen Höhen, in einem fremden Lande liegt er, vielleicht allein im Bergwald oder bei den anderen im Massengrab. Das Mütterlein hat bald ausgeweint. Wie verklärt erscheinen ihre Züge, wenn vor ihrem Auge ein Grabstein ersteht der ihren Namen trägt. Sie braucht nicht zu zittern, wenn bald der große Versöhner Tod seine Hand auf ihre Schulter legt.
Biel lehrt uns der Tag der Toten. Blühen, vergehen und sterben. Und wenn du durch den Friedhof heute gehst, so schau auch auf das weite unbelegte Gräberfeld. Dort ist auch ein Platz schon für dich. Da wirst auch du einst ruhen, wenn man auch dir einmal das Glödlein zieht.
* Der Straßenbahn- Sonderdienst zum Friedhof anläßlich des Totenfestes beginnt morgen bereits um 10 Uhr vormittags.
Geschäftseröffnung. Die Gießener Geschäftswelt ist um ein modernes Kaufhaus reicher. Die Firma Franz Bette, Mäusburg 10, hat es trotz der Ungunst der Verhältnisse gewagt, ihre alten Geschäftsräume einem völligen Um- und Neubau zu unterwerfen. Der Entwurf ist von Herrn Architekten Nicolaus Gießen ausgearbeitet, in dessen Händen auch die Bauleitung lag, die außerordentlich viele Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Galt es doch, den Neubau an der Mäusburg und den Umbau der Häuser an der Wettergasse, die in ihrer Gesamtheit den Gebäudekomplex der Firma Bette bilden, so anzufassen, daß während der ganzen Bauzeit, vom März bis heute, das Geschäft an irgend einer Stelle weitergeführt werden konnte. Aber aufgewandte Mühe und Arbeit haben sich gelohnt. Ein Geschäftshaus, wie es in der Großstadt noch selten ist, ist zauberhaft in wenigen Monaten entstanden. Raffinierteste Platausnutzung, geschmadvolle Wandverkleidungen, Regale und Tresen aus gebeizter Eiche sind in dem 200 qm großen Ladenraum, dessen Inneneinrichtung eine Empfehlung für die Firma Fr. LösseHagen ist, zu finden. Herr Lösse, ein Schwager des Herrn Bette, hat, was Stil, Zweckmäßigkeit. und Qualität angehet, hiermit Vorbildliches für Gießen geschaffen. Sämtliche anderen Arbeiten sind von Gießener Firmen ausgeführt worden. Zwei Umkleideräume und ein Kontorraum vervollständigen die Räumlichkeiten des Erdgeschosses. Im ersten Stockwerk, an der Wettergasse entlang, ist die Engros- Abteilung und im zweiten Stockwerk sind das Lager und Räumlichkeiten für das Personal untergebracht worden. Auch dieses sind helle, freie Räume, nach den letzten Erfahrungen ausgebaut und eingerichtet. Eine
Grüner Rasen/ Blaue Wellen.
10. Fortsetzung.
Immerhin glaubte er seine Untätigkeit vor dem jüngeren Kameraden nicht dem Neffen, entschuldigen zu müssen: Natürlich stellte ich ihnen den Rest meiner Knochen zur Verfügung. Sie versprachen mir auch Verwendung, und der Bezirksadju tant meinte fogar, es sei einerlei, ob ich mich Premierleutnant oder Oberleutnant nenne. Doch die Einberufung blieb aus, und als Besitzer von Priedelsdorf glaube ich mich unablömmlich. Dort lass ich natürlich alles beim alten. Auch unsere Möbel bleiben in der Berliner Wohnung. Deine Kusinen bleiben un= bedingt bei uns und sollen jedes Zimmer im Hause wie zu ihres guten Vaters Lebzeiten finden. Hoffentlich kommst du bald nach, um dich auf dem Lande zu erholen."
Ein lieber Verwandter war der wunderliche Alte immer gewejen. Werner dachte ihm eine Freude zu machen: Wie steht's mit den Bildern, Onkel Karl?"
,, Er zwingt es nicht mehr", antwortete die Tante. Ihr Mann strich perlegen über den eisgrauen Premierleutnantsbart: Auch eins der Lebenswerke, die der Krieg zerstört hat. Leicht fiel es nicht, auf die liebe Arbeit vieler Jahre zu verzichten."
Ein Schatten von Wehmut glitt über das vielfaltige stuben bleiche Gesicht. Werner fat, als erstide er ein Hüfteln unter der Bettdecke. Auch die Kusinen zwangen sich, ihr Lächeln über des Onkels Schrulle zu verbergen.
Nach dem Scheitern seiner Absicht, den Kadetten Geschichte zu lehren, tam er auf den Gedanken, den Pinsel eines Militärhistorikers zu führen, und malte mit Wasserfarben Soldaten in den Uniformen der Heere aller Zeiten für ein großes Bilder= werf. Blätter von der Größe einer Quartseite trugen je einen Soldaten aller Truppenteile jedes stehenden Heeres seit den Tagen des großen Kurfürsten. In zwanzig Jahren lernte er schnell zu pinseln und konnte täglich ein vollendetes Bild in feine Mappe legen. Trotzdem war vor Kriegsausbruch noch eine ungeheure Leistung zu bewältigen. Er hatte sich an eine Da naidenarbeit gemacht, weil die Armeen von Jahr zu Jahr wuch sen. Asiatische und amerikanische Staaten, wie Japan, China, Siam, Argentinien, Brasilien, Chile schufen neue Heere oder
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Gießener Zeitung"
Flut von Licht verbreiten geschmackvolle Lichtkörper, die besonders in den sieben Schaufenstern an den beiden Straßenfronten in leuchtender Pracht den Grundsay Licht ist die beste Reklame, wahrmachen werden. Und nun geht hin, ihr Leute aus Gäiße, schaut euch die alte Firma Franz Bette im neuen Gewande an, geht durch den Haupteingang an der Wettergasse, fauft zur Freude des allgemein beliebten Inhabers und ergießt euch durch den Ausgang Ede Wettergasse und Mäusburg in die sich stauenden Menschenmassen. Vor allem left die betr. Anzeige in heutiger Nummer.
* Am kommenden Dienstag Abend wird der in diesem Jahre mit dem Schillerpreis ausgezeichnete Dichter Franz Werfel aus eigenen Sachen lesen. Veranstalter ist der Goethe- Bund.
* Wie im vorigen Jahre, so ist auch jetzt wieder mit Mitteln des Staates und unter seiner Aufsicht eine„ Sessische Künft lerhilfe" eingerichtet worden, die der mit der wirtschaftlichen Not schwer ringenden hessischen Künstlerschaft einen bescheidenen Ertrag für ihr fünstlerisches Schaffen sichern will. Es finden zu diesem Zwede in den drei Provinzen Weihnachtsausstellungen statt, die jedem Kunstfreund Gelegenheit geben, für niedrig ge haltene Preise Original- Kunstwerte von Qualität zu erwerben. Für die Provinz Oberhessen liegt die Leitung und Geschäftsführung dem Oberhessischen Kunstverein in Gießen ob, die Ausstellung findet in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz vom 27. November bis 23. Dezember bei freiem Eintritt statt. Als Ergänzung dieser Ausstellung ist wieder eine Lotterie eingerichtet worden, deren Gewinne in Kunstwer fen bestehen, die von den ausstellenden hessischen Künstlern angekauft werden. Der Preis des Loses beträgt 50 Pfg. Die Berausgabung der Lose ist bereits erfolgt und damit Gelegen heit gegeben, schon jetzt sich an der demnächstigen Ausspielung zu beteiligen und damit zur Besserung der wirtschaftlichen Lage unserer Künstlerschaft beizutragen. Die Ziehung findet am 19. Dezember im Turmhaus am Brandplatz statt.
Fundsachen im September und Oftober. Das Verzeichnis über die in den Monaten September und Oktober 1927 gefun denen bezw. abgelieferten Gegenstände kann beim Polizeiamt ( Fundbüro) eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten wer ten aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten geltend zu machen.
Achtung. Der letzten Nummer des Schulboten für Hessen" liegt eine Beilage des Freidenters" Berlin bei, die für ein Buch ,, Die Kirche in der Karikatur" Reflame macht. Der Pros spett stellt eine Schmach für die Schule und die Kirche und für alle Eltern dar. Die Kirche und der Pfarrer( nur Pfaff" ge= nannt) sind in der Karikatur in einer Weise verhöhnt, daß jedem Deutschen, der noch etwas auf Religion gibt, die Schamröte ins Gesicht schlagen muß.
Ob der Schulbote seinen Lehrern damit einen Gefallen ge= tan hat, muß dahingestellt bleiben. Was er bezwedt, geht daraus hervor, daß er auf Seite 670 schreibt: ,, Auf die Beilage machen wir unsere Leser ganz besonders aufmerksam."
Aus Nah und Fern.
Frankfurt a. M. Die neue Zentralbibliothek soll als Universitäts- Bibliothek in unmittelbarer Nähe der Universität errichtet werden. Nach dem Projekt von Professor Elsässer soll die horizontale Lage verlassen, vertikal gebaut und ein voll
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Truppen. Jedes auf weiter Welt ins Leben gerufene Regiment aber heischte ein Bild. Der Onkel beschied sich nicht mit der Darstellung etwa eines deutschen Infanteristen. In dem Wert, das er der Ruhmeshalle zu schenken gedachte, sollte der Mustetier mit der höchsten Nummer auf den Achseltlappen nicht minder als der mit der niedrigsten Zahl auf den Schultern zu finden sein.
Werners Frage wedte mit lieben Erinnerungen seine Redelust. Die müden blauen Augen heischten Bewunderung, als er schilderte, wie er beim Malen das Nahen des Weltkrieges am Wachsen seiner Arbeit gespürt habe. Dann sagte er niedergeschlagen:„ Die Russen waren nicht mehr zu bewältigen."
Tante Barbara nidte. Er zwang sie nicht, obwohl er es endlich auf taglich zwei, wenigstens von der Infanterie, brachte. Nur stellten sie auch gar zu viel Kavallerie auf, und ein Reiter mit Pferd nahm zwei Tage. Gewissenhaft, wie er ist, wollte er von jedem Regiment doch auch die Schabracke und Zaumzeug malen."
War bei einer so wichtigen Arbeit ganz selbstverständlich, Bärbchen!" schalt er und entschuldigte sich: Ich hätte es auch gezwungen! Doch der Weltkrieg brachte allen Heeren die neue Felduniform. Ich hatte von vorn zu beginnen und obendrei hieß es, die Farben würden fnapp. Da begriff ich, daß mein Lebensplan im Scheitern war."
nidte mit jeuchten Augen:„ Es nahm uns furchtbar mit." Er wiegte den Kopf in echter Trauer, und Tante Bärbchen
Da konnten die jungen Leute das mühsam verhaltene Lachen nicht meistern. Staunend hörte der Alte ihr Kichern, starrte verblüfft auf den sich unter der Bettdecke schüttelnden Neffen und die in Taschentücher hustenden Nichten. In schmerz licher Wehmut hob er die Achseln. Dann glitt ein Zuden durch die Falten im bleichen Gesicht. Das Lächeln war noch bitter, und seine Augen schimmerten feucht wie die der Tante. Doch gleich recte er den alten Kopf und stimmte mit rauhem Räuspern in das Lachen der Jugend ein. Nur in der Stimme zitterte noch Wehmut nach: Sprechen wir nie wieder davon. Mag alles verloren gehen, wenn nur Kaiser und Reich den Krieg gewinnen."
Da blickten die drei Jungen erniter. Das Pinseln des Onkels war der Notbehelf eines vom Mißgeschick zu Müßiggang verurteilten arbeitsfrohen Mannes gewesen
Werner wollte seine Hand nehmen, aber der Onkel stand
Nr. 47.
tommenes Hochhaus für Bücher" von 40 bis 50 Meter Höhe und zwanzig Stodwerken, in dem auf verhältnismäßig fleiner Fläche rund 2 Millionen Bücher untergebracht werden können, geschaffen worden( Kostenpunkt?).
Friedberg. Sein 75jähriges Bestehen feierte der Gesangver ein Frohsinn"; er ist der älteste Gesangverein unserer Stadt. Im Namen des Deutschen und Hessischen Sängerbundes über> reichte Rechtsanwalt Dr. Rehn Mainz eine Ehrenurkunde als Jubiläumsausgabe.
Samstag, den 19. November 19 ibres relativ niedrigeren Börsenturfes briefabjah, im großen und ganzen ge Eine Anzahl von Instituten fah fich
wieder eine Sypothekensperre zunäch treten zu laffen.
Wichtig erscheint in diesem Zusam des deutschen Spartapitals. Die im vo Entwidlung hat den deutschen Spart efene Konjunttur ihrem Sypothefe emmal feit der Stabilisierung reich Seleibungen verfügbaren 40 v. 5. der , und eine große Reihe von Anträg trilt. Die Folge davon ist zunächst Satlaffe in Kürze eine Zinsverteueru Sahlungsfurjes vorzunehmen geden Die Nachfrage nach Realkredit ist Als bemerkenswert verdient dabe juh von ausländischen Besizern Se für Sypothetentapital besteh ität zurüdzuführen sein dürfte, d Ländern herrscht und die in Frag en deutschen Hausbesitz zur Beschaff
Friedberg. Zum Ehrenbürger ernannt wurde der Geheime Justizrat Adolf Windecker an seinem 70. Geburtstag. Bürs germeister Dr. Send überreichte den Ehrenbrief laut Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung. Dem Jubilar wurden ferner Glückwünsche überbracht von Justizrat Bender- Darmstadt im Namen der Hessischen Anwaltskammer, von Rechtsanwalt Men delsohn namens des Oberhessischen Anwaltsvereins. Reichs minister Dr. Stresemann sandte dem Jubilar telegraphisch Glüc wünsche.
Friedberg. Ein Dirigentenverband für die Wetterau wurde ins Leben gerufen. Es hatten sich etwa 40 Dirigenten und Chor meister eingefunden; als Gast und Redner wohnte Simmerod Offenbach bei, der 1. Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Chorleiter. Nach vollzogener Gründung wurden ein engerer Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Studienrat Kuhn- Friedberg, Beisitzer Hachenberger- Dorheim, Arnold- Bad Nauheim und
Dauth- Ober- Möllstadt.
bergen. Dies alles bewirkt, daß nach rah dem andern durch allzu große Bed E haben z. B. die großen Versicheru Zinsen bei 96prozentiger Auszahlu mige bereits bis zum April des nächste deß von ihnen bis auf weiteres fein Gel Der Zinsfag für erste Hypotheken 95proze jogen. Er beträgt zurzeit 7% v. 5. bei 31-828. 5. oder 8½ v. 5. bei 95 beides inter Berücksichtigung der Spefen provifionen annähernd 10 v. 5. ausma ift dagegen
Buzbach. Die Stadtverordnetenwahl fand bei einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent statt. Es wurden insgesamt von 3118 Stimmberechtigten 1987 Stimmen abgegeben. Gewählt find: Sozialdemokraten 5 Site( seither 6 Size), Zentrum 2( 2). Dereinigte Demokraten und Deutsche Volkspartei 6( 7), Mittel standsvereinigung 3( 2), Kommunisten 2( 1).
Mein Mütterlein.
Wie dent ich Dein, mein Mütterlein, In meinen stillen Stunden,
Wenn ich mit Dir so ganz allein
In Liebe bin verbunden.
Mir ist, als seh' Dein Aug ich ruh'n Auf mich mit fanften Bliden,
Als segnetest du all mein Tun Mich liebend zu beglüden.
Macht Sehnsucht oft das Herz mir schwer, Dent' ich der Kindheit Tagen,
Mir ist, als müßt ich immermehr Dir all mein Wünschen sagen.
Wie dent' ich Dein, mein Mütterlein, Auf allen meinen Wegen.
Du bleibst bei mir, ob ich allein Mit Deinem Himmelssegen.
Emma Knabe.
Die Lage am Hypothekenmarkte.
( Aus den Vertraulichen Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hausbesitzerbanken".)
Der Hypothekenmarkt zeigt weiterhin ein trostloses Aus. sehen. Als Mitte Mai der Eingriff der Reichsbank auf den Aktienmärkten der deutschen Börsen erfolgte, hatte man berech tigten Grund zu der Annahme, daß diese Maßnahme eine Be lebung des Rentenmarktes zur Folge haben und damit dem stagnierenden Hypothekengeschäft eine neue Anregung gegeben würde. Diese Rechnung war falsch. Das Hypothekengeschäft ist, von geringfügigen Unterbrechungen abgesehen, von Woche zu Woche schlechter geworden.
Ein besonderes Hindernis liegt darin, daß die Behörden den Erfordernissen des Marktes noch nicht Rechnung getragen haben. Die Nachfrage des Publitums richtet sich zum weitaus überwiegenden Teil auf den 8prozentigen Pfandbrief, während die Hypothekenbanken bestrebt waren, den Normalzinsfuß auf 7 v. H. zu standardisieren. Maßgebend hierfür ist vor allem die Tatsache, daß den Realkreditinstituten 8prozentige Stüde aus früheren Emmissionen nur noch in geringen Mengen zur Verfügung standen und Neuemissionen dieses hochverzinslichen Typs vorläufig nicht genehmigt werden. Inzwischen sind nun die verfügbaren 8prozentigen Pfandbriefe fast restlos verkauft worden, und das Publikum schätzt zurzeit die 7prozentigen trot
auf:„ Wir dürfen weder zu lange bleiben, noch zu oft tommen, damit Langweile dich bald wieder auf die Füße bringt."
Auch der kurze Besuch der Verwandten hatte angestrengt. Am zweiten Feiertag stieg das Fieber, und der Rüdjall schien schwerer als die erste Lungenentzündung. Typhus fam hinzu. Durch Werners Bild huschte das Bild einer neuen Umgebung. Als Genesender fand er sich in einer Jjolierbarade auf dem Tempelhofer Feld. Keine Besucher tamen und von den Kusinen nur Briefe. Sie schickten auch Pakete, obwohl er von ihren Gaben toum tosten durite.
Jm März stand er auf. Das Fleisch schien von den Knochen gefallen. Mattigkeit warf ihn nach wenigen Schritten wieder auf das Bett oder in den Sessel. Nach den ersten Ausgängen im April erlaubte der Arzt die Reise nach Priedelsdorf.
Die Kusinen standen wieder auf dem Bahnhof. Die gededten Tische waren leerer als einst. Gerda erzählte, jie trügen nur Kaffee und Brot. Die Behörden hätten vor Bergeudung von Lebensmitteln gewarnt, und jede Dame tue nur noch einmal wöchentlich Dienst. Dann nahm sie den linken und Elisabeth den rechten Arm des reisemüden Kranten. Aus dem Wagen sah er Frühlingssonne auf das Grün junger Saaten lachen. Der Lenz quoll aus feuchtem Ader und würzte die Luft mit dem Hauch von Erde und Wurzeln. Als die Kujinen in Priedelsdorf die Tür zum Arbeitszimmer ihres Vaters öffneten, jaẞ am Schreibtisch des Verstorbenen Onkel Karl mit Wirtschaftsbüchern. Ueber seine Schultern sah Tante Bärbchen mit dem Nähzeug in der Hand ihm nicht anders zu als in den Tagen, da er noch einen ganzen Infanteristen oder einen halben Reiter mit Pferd und Sattelzeug malte. Kein Stuhl im 3immer jchien gerüdt. Zwischen den Fenstern hing noch das Bild der schönen Mutter der Kusinen, die dann im Korridor die Güte von Premierleutnants rühmten. Die Alten taten, als wären sie Gäfte in Priedelsdorf. Sogar Bilder des alten Verehrers hatte Tante Bärbchen nicht aufgehängt.
Im Fremdenzimmer oben trat Werner zwischen den Mädchen ans Fenster. Unter lindem Fächeln des jonnigen Früh lingstages schüttelten fnospende Zweige den Winterschlaf ab. Ein zarter Schleier jungen Grüns bing um Bäume und Sträucher. Blätter sprangen schon aus den braunen Knospen der Kastanien. Der jüße Duft des Reimens und Sprießens wedte Erinnern an die leblos itarre Radtheit verschneiter polnischer Erde. Auch im fteinernen Meer von Berlin hatte er teine grüne Welt des Wachsens und Wucherns gesehen. Schön, wunderbar
Für zweite Sypothefeat unverändert
angeboten. 3hr Satz
Jährige und bei 12 v. 5. für zweijährig ingerte Spanne zwischen ersten und a zur Folge, daß allmählich auch die Na Seleihungen größer wird und die Za Eteigen begriffen ist. Daneben entwid ja Sägen von 10-12 v. 5. p. a, w Aus dieser Notlage des Marktes söfteren berichteten, manche Geldgeb jieben. Als neue Form dieser Aust Berlangen mancher Stellen, nur da wollen, wenn auch bei schon einget die heute dierteljährliche Borau ährige Vorauszahlungen tonvent Auch die inzwischen( am 4. 10. 192 Richsbantdiskonts dürfte die Lage a
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stets vorra Hirsch- A
Fra Das Pfarre 272 Seiten 150 F vollhändig un Ludwig Heuma
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PS 10
4PS
ZWEIS
ön war es hier, und herrlich das rende daran zeg er sich die Mäd bauten sie das Wunder des Wa Iblonde Haar lag an seiner rechten Schulter. In beide Arme rieselte ible juge Wärme junger Menschenfo Bertagen so mit ihnen gestanden, d Wich, das Herz so weit und offen g Den der Sonne. sondern vor einem er die Augen schließen. Da tam über Krankheit und Todesdrohen r Bit gar nicht mein Sohn!- Seit un Herrn p. d. Helle unterwegs, u Frage nach des Generals leztem W em Ausmarsch geschriebene Postta anwalt in Breslau lag ein Testamen Dunkel des Geheimnisses warf. A arum fordern.
Nachmittags führten ihn die Bild zum nahen Löwenberg. Aud An Hügelhang begann schon Gründ gen lugten Schneeglödchen und
Die Mädchen pflüdten Strä nas immers. Von der Kuppe i on Beltetten unter blauem Hi inter die Wiese taumelte ei Der Ferme vangte ein Pfirsichbaum Er hätte jubeln fönnen in he Wieben und muste dem überpollen
Der, Kinder. was hab ich euch gern Gerdas weiße Haut flammte n mern in feinen Augen machte sie zoh: Jezt weiß ich dich wieder ge Elisabeth ließ ihm den Arm. I anzien dicht vor den feinen Weißt Er schüttelte den Kop Noch Mugen, während auch ihr Gesicht sich Rug auf dem Bahnhof."
Aber Elisabeth!" Gerda schien Die Jüngere zuckte die Achseln: utnants batten nichts dagegen! Gi
ollen!"


