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für Bücher" von 40 bis 50 Meter Ho ten, in dem auf verhältnismäßig fleiner nen Bücher untergebracht werden tönnen, ſtenpuntt?).

75jähriges Bestehen feierte der Gesangper der älteste Gesangverein unserer Stadt schen und Hessischen Sängerbundes über Dr. Rehn Mainz eine Ehrenurkunde als

Samstag, den 19. November 1927.

ihres relativ niedrigeren Börsenkurses so wenig, daß der Pfand briefabjay, im großen und ganzen genommen, fast völlig stodt. Eine Anzahl von Instituten sab sich deshalb bereits genötigt, wieder eine Hypothekensperre zunächst bis zum Oftober ein treten zu lassen.

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,, Gießener Zeitung"

günstig beeinflussen. Zum mindesten werden die Zinssäge für Hypotheken eine entsprechende Erhöhung erfahren bezw. wird die Auszahlungsquote noch weiter reduziert werden. Auf der anderen Seite besteht wenig Aussicht, daß angesichts der Ein stellung der Beratungsstelle für Auslandsanleihen ein erhöhter Zuflug von Auslandstapital für Hypothekenzwede, burd die Erhöhung des 3insfuges angereist, eintreten wird.

Der deutsche Hausbesih wird hierdurch mehr den je zur Befriedigung seines Realkreditbedürfnisses auf den Weg der

Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang die Entwidlung des deutschen Spartapitals. Die im vorstehenden gekennzeichnete Entwidlung hat den deutschen Sparlassen eine noch nie dage. wejene Konjunktur ihrem Hypothekengeschäft gebracht. Zum Beleihungen verfügbaren 40 v. 5. der Spareinlagen nicht mehr aus, und eine große Reihe von Anträgen ist zur Ablehnung ver arteilt. Die Folge davon ist zunächst, daß z. B. die Berliner Spartaffe in Kürze eine Zinsverteuerung durch Herabsehung des Auszahlungsfurjes vorzunehmen gedenti.

Ehrenbürger ernannt wurde der Geheime erftenmal seit der Stabilisierung reichen die für hypothefarische Selbsthilfe verwiesen.

deder an seinem 70. Geburtstag. Bür überreichte den Ehrenbrief laut Beschlug Bersammlung. Dem Jubilar wurden jer racht von Justizrat Bender- Darmstadt im Anwaltstammer, von Rechtsanwalt Men Oberhessischen Anwaltsvereins. Reichs an fandte dem Jubilar telegraphisch Glüd irigentenverband für die Wetterau wurde hatten sich etwa 40 Dirigenten und Chor Is Gast und Redner wohnte Gimmerod

zogener Gründung wurden ein engerer

Die Nachfrage nach Realkredit ist unverändert, groß geblie ben. Als bemerkenswert verdient dabei festgehalten zu werden, daß auch von ausländischen Besitzern deutscher Häuser reges Interesse für Hypothefentapital besteht, was auf die Geld­falamität zurüdzuführen sein dürfte, die auch in manchen an beren Ländern herrscht und die in Frage kommenden veranlaßt, benugen. Dies alles bewirkt, daß nach und nach ein Geldgeber

Borsitzende des Landesverbandes hessischer ihren deutschen Hausbesitz zur Beschaffung liquider Mittel zu Vorsitzender Studienrat Kuhn- Friedberg, nach dem andern durch allzu große Beanspruchung ausscheidet.

Dorheim, Arnold- Bad Nauheim und

Dtverordnetenwahl fand bei einer Wahl rozent statt. Es wurden insgesamt von en 1987 Stimmen abgegeben. Gewählt 5 Size( either 6 Size), Zentrum 2( 2),

und Deutsche Boltspartei 6( 7), Mittel

2), Kommunisten 2( 1).

ein Mütterlein.

ich Dein, mein Mütterlein,

stillen Stunden,

it Dir so ganz allein

in verbunden.

Is seh Dein Aug ich ruh'n

it sanften Bliden,

du all mein Tun

zu beglüden.

sucht oft das Herz mir schwer,

Kindheit Tagen,

nüßt ich immermehr

Wünschen sagen.

ich Dein, mein Mütterlein,

einen Wegen.

i mir, ob ich allein

Himmelssegen.

Emma Knabe.

m Hypothekenmarkte.

n Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft

r Hausbesizerbanken".)

ft zeigt weiterhin ein trostloses Aus­ der Eingriff der Reichsbank auf den schen Börsen erfolgte, hatte man berech Innahme, daß diese Maßnahme eine Be ftes zur Folge haben und damit dem engeschäft eine neue Anregung gegeben war falsch. Das Hypothekengeschäft ist, terbrechungen abgesehen, von Woche zu

Den.

So haben z. B. die großen Versicherungsgesellschaften, die 7 v. H. Zinsen bei 96prozentiger Auszahlung berechnen, ihre Be träge bereits bis zum April des nächsten Jahres festgelegt, so daß von ihnen bis auf weiteres tein Geld mehr zu erwarten ist. Der Zinsfag für erste Hypotheten hat weiter start ange zogen. Er beträgt zurzeit 7% v. 5. bei einer Auszahlung von 91-92 v. 5. oder 8% D. 5. bei 95prozentiger Auszahlung, was beides unter Berüdsichtigung der Spesen und etwaiger Matler provifionen annähernd 10 d. 5. ausmacht.

Für zweite Hypotheten ist dagegen von privater Seite Geld angeboten. Ihr Satz liegt unverändert bei 14 d. 5. für ein jährige und bei 12 v. 5. für zweijährige Beleihung. Die ver

Verschiedenes.

Täglich 2,2 Millionen Liter Milch!

Daß diese stattliche Milchmenge täglich die Betriebe der Bereinigung der städtischen Milchgroßbetriebe Deutschlands durchläuft, wurde anläglich einer Tagung vom 14. bis 15. August in Berlin festgestellt. Dieses Milchquantum ftellt einen erheblichen Prozentsatz der täglich in Deutschland gewonnenen und der Versorgung der städtischen Bevölkerung dienenden Milch bar. Die Bedeutung dieser Tagung und das allgemeine Inter esse an den zur Diskussion stehenden Fragen erhellt aus der Tat­sache, daß Vertreter der Reichs Staats- und Kommunalbehörden, bes Städtetages, der landwirtschaftlichen und milchwirtschaft lichen Verbände, sowie namhafte Vertreter der Wissenschaft zu den Beratungen erschienen waren. Dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde auf einstimmigen Be schluß der Teilnehmer eine Entschließung über ein Reichsmilch gesen und dem Reichsarbeitsministerium sowie dem Preußischen Ministerium für Boltswohlfahrt eine Entschließung über das Arbeitszeitnotgeleg und das Arbeitsschuggefeh eingereicht.

Deutschlands Buttereinfuhr.

Seit 1896 gehört Deutschland zu jenen Ländern, die ständig mehr Butter ein- als ausführen, die also einen Einfuhrüberschuh

an

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tragenden Lebensmitteleinfuhr ausmachte, belief sich ihr Anteil 1925 auf reichlich bei einer Lebensmitteleinfuhr von 4 Wil liarden R. Die Passivität unserer Handelsbilanz drobi in Anbetracht der wachsenden Milch, Butter- und Käseerzeugung in der ganzen Welt noch weiterhin bestehen zu bleiben. Es wäre beshalb zu begrüßen, wenn der Verbrauch ausländischer Mol­ferei- Produkte im Interesse der gesamten Wirtschaft sich ein schränken ließe. Die Produktion muß daneben in Deunjiand vermehrt und verbessert werden, damit der Druck der Abhängig feit vom Ausland, der auf der deutschen Wirtschaft lastet vet­mindert wird.

ringer Spanne smitten crit leader poetitelligen Butter habere Berhältnisse der Kriegszeit hatten biet

zur Folge, daß allmählich auch die Nachfrage für zweitstellige Seleihungen größer wird und die Zahl solcher Abschlüsse im Steigen begriffen ist. Daneben entwidelt sich in Zwischenkredi ten zu Sätzen von 10-12 v. 5. p. a. weiter ein reges Geschäft. Aus dieser Notlage des Marftes versuchen, wie wir schon des öfteren berichteten, manche Geldgeber, zufäglichen Nugen" Ju ziehen. Als neue Form dieser Ausnukung nennt man uns das Verlangen mancher Stellen, nur dann neuen Kredit geben ju wollen, wenn auch bei schon eingeftagenen früheren Hypo­thefen die heute Dierteljährliche Borauszahlung der Zinsen in halbjährige Vorauszahlungen fonventiert wird.

ndernis liegt darin, daß die Behörden Marktes noch nicht Rechnung getragen des Publikums richtet sich zum weitaus den 8prozentigen Pfandbrief, während Sestrebt waren, den Normalzinsfuß auf ren. Maßgebend hierfür ist vor allen Realkreditinstituten 8prozentige Stüde nen nur noch in geringen Mengen zur Neuemissionen dieses hochverzinslichen enehmigt werden. Inzwischen sind nun ntigen Pfandbriefe fast restlos verlauft kum schätzt zurzeit die 7prozentigen trotz

Auch die inzwischen( am 4. 10. 1927) erfolgte Erhöhung des Reichsbantdiskonts dürfte die Lage am Hypothekenmarkte un­

zu lange bleiben, noch zu oft kommen, ald wieder auf die Füße bringt." uch der Verwandten hatte angestrengt ieg das Fieber, und der Rückfall schien Zungenentzündung. Typhus kam hinzu. schte das Bild einer neuen Umgebung. er sich in einer Jolierbarade auf dem ine Besucher kamen und von den Ku­chickten auch Pakete, obwohl er von ihren fte. auf. Das Fleisch schien von den Knochen varf ihn nach wenigen Schritten wieder

n Sessel. Nach den ersten Ausgängen im

st die Reise nach Priedelsdorf.

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OPE

4PS

sen Zustand vorübergehend geändert.) Die Buttereinfuhr hat sich in der Nachkriegszeit ganz bedeutend gesteigert, so daß die Einfuhr von 1913 mit 542 394 Dz. bei weitem überschritten ist. Im Jahre 1926 verteilte sich die Einfuhr von Butter auf fol gende Haupteinfuhrländer: Dänemark

Holland

Lettland

305 628 Dz.

303 339 D.

88 173 D.

51 584 Dz.

Estland 1951

Rußland

Schweden

Westpolen

Finnland

Australien

54 326 Dz.

sz

46 299 Dz.

35 647 Dz.

31 912 Dz.

12 523 Dz.

Büchereke.

Reichspräsident Hindenburg. Unter diesem Titel ist von der Hindenburgspende" das bereits angekündigte offizielle Ge­bentburg zum 80. Geburtstage des Herrn Reichspräsidenten, im Verlag für Politik und Wirtschaft, Otto Stollberg, G. m. b. 5. Berlin SW. 68, erschienen. Preis geb. 2,50.K, von dem eine Abgabe an die Hindenburgspende erfolgt. Besondere Erwäh nung verdient von den zahlreichen und illustrierten Beiträgen der Auffah Hindenburg als Reichspräsident", das erstmals ein zusammenfassendes Bild von dem Wirken unseres Reichspräsi denten gibt. In jeder deutschen Familie sollte dies Buch seinen Einzug halten, denn es zeigt deutlich, wie erhaben unser Hin dentbuch zum 80. Geburtstage des Herrn Reichspräsidenten, im Vaterland zu dienen.

Die Gesamteinfuhr an Butter belief sich auf 977 884 Dz. Aber auch in anderen Mollereiprodukten wie Hartkäse, Weich täse usw. ist die Einfuhr gegenüber 1913 gewaltig gestiegen. Bolfswirtschaftlich betrachtet bedeutet diese hohe Einfuhr eine nicht tragbare Belastung unserer Handelsbilanz. Der Gesamt einfuhrüberschuß an Molkerei- Produkten hatte 1926 einen Wert von 448,6 Mill. M; während 1913 die Einfuhr an Milch u. Milch erzeugnissen etwa nur den 15. Teil der 2,8 Milliarden RM be=

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So war es. Während die Obstbaumblüte ihren garten, röt lich weißen Schleier auf das Priedeltal warf, verbrachten die drei ganze Nachmittage draußen. Nach furzem Wandern warf Werner sich zwischen den Mädchen ins Gras. Mit der Krant heitsschwäche tam wieder das Behagen wunschlosen Glüds. Ne­ben den ihm Liebsten auf Erden atmete er den Duft von sprie Benden Blumen, tropfendem Harz und sonnengedörrtem Gras oder Laub. Die schwülen, trägen Glutwellen des heißen Früh jahrs trugen den aufpeitschend hittersüßen Geruch der nahen Obsthaine.

hön war es hier, und herrlich das wiedergeschenkte Leben. In Freude daran zca er sich die Mädchen näher. Kopf an Kopf hauten sie das Wunder des Wachsens und Werdens. Das blonde Haar lag an feiner rechten, das braune an der linken Schulter. In beide Arme rieselte ihm leise wie Blätterschauern die füße Wärme junger Menschentörper. Oft hatte er seit Rin dertagen so mit ihnen gestanden, doch nie sich so froh und glüd­lich, das Herz so weit und offen gefühlt. Nicht vor dem Blen den der Sonne, sondern vor einem Sirahlen in der Brust mußte er die Augen schließen. Da fam wieder das Mahnen des auch über Krankheit und Todesdrohen nicht vergessenen Wortes: Du bist gar nicht mein Sohn! Seit gestern war endlich ein Briefchen, die zur Rechten und Linten auf dem Rüden lagen. Ihre

en wieder auf dem Bahnhof. Die geded als einst. Gerda erzählte, sie trügen nur Behörden hätten vor Bergendung von , und jede Dame tue nur noch einmal inn nahm sie den linken und Elisabeth eifemüden Kranken. Aus dem Wagen uf das Grün junger Saaten lachen. Der Acker und würzte die Luft mit dem rzeln. Als die Kusinen in Priedelsdorf immer ihres Vaters öffneten, jaß am enen Onkel Karl mit Wirtschaftsbüchern.

ah Tante Bärbchen mit dem Nähzeug in iders zu als in den Tagen, da er noch sten oder einen halben Reiter mit Bierd Rein Stuhl im Zimmer schien gerüdt. hing noch das Bild der schönen Mutter im Korridor die Güte von Premier

Die Alten taten, als wären sie Gäste in Bilder des alten Verehrers hatte Tante ingt.

an Herrn v. d. Helle unterwegs, und vorher hatte Ontel Karls Frage nach des Generals lettem Willen an eine vom Vater vor dem Ausmarsch geschriebene Postkarte erinnert. Reim Rechts­anwalt in Breslau lag ein Testament, das vielleicht Licht in das Dunkel des Geheimnisses warf. Auch das Dokument mußte er darum fordern.

Nachmittags führten ihn die Kusinen durch Garten und Feld zum nahen Löwenberg. Auch im Schatten der Kiefern im Hügelhang begann schon Grünen und Knospen. In Lich­hingen lugten Schneeglödchen und Anemonen aus Kraut und Gras. Die Mädden pflüdten Sträußchen für die Blumenschale Jeines 3immers. Von der Kuppe wiesen sie auf das Streichen bon Bogeltetten unter blauem Himmel. Im Geäft sang ein Fint. Ueber die Wiese taumelte ein weißer Schmetterling. In der Ferne prangte ein Pfirsichbaum in rosaroter Blüte.

r oben trat Werner zwischen den Mäd­ter lindem Fächeln des sonnigen Früh nospende Zweige den Winterschlaf ab. gen Grüns hing um Bäume und Sträu schon aus den braunen Knospen der uff des Reimens und Sprießens wedte tarre Nacktheit verschneiter polnischer Meer von Berlin hatte er keine grüne Wucherns gesehen. Schön, wunderbar

Er hätte jubeln fönnen in heißer Freude am Leben oder Lieben und mußte dem übervollen Herzen Luft machen: Kin­der, Kinder. was hab ich euch gern!"

Gerdas weiße Haut flammte wieder rot. Vor dem Flim­mern in seinen Augen machte sie ihren Arm frei, aber lachte ftoh: Jest weiß ich dich wieder gesund."

Elisabeth ließ ihm den Arm. Ihre blanken, braunen Augen tanzten dicht vor den seinen Weißt du, woran ich eben dachte?"

Er schüttelte den Kop Noch tiefer lachte fie ihm in die Augen, während auch ihr Gesicht sich langsam rötete: An den Suz auf dem Bahnhof."

,, Aber Elisabeth!" Gerda schien ärgerlich.

Die Jüngere zuckte die Achseln: Ach, Gerdchen, Premier­leutnants hätten nichts dagegen! Sie lassen uns tun, was wir wollen!"

Darum sonnte er sich gern am Waldrande mit den Mäd

Augen waren bald geschlossen, die Glieder gestredt und die Füße leicht gespreizt. Sacht spielte der Wind mit dem Saum ihrer dünnen Kleider und legte die weißen Strümpfe frei. Ihr Atem hob und sentte das dünne Blusentuch. Sonst schlummerten fie regungslos im Brüten des heißen Schweigens unter harzduften­den Kiefern. Die flimmernde Sonnenglut und der würzige Hauch vom Weben und Werden erhitzte seinen Kopf. Das Blut pochte in den Schläfen, als fordere mit Lenz und Genesen auch das Mannesfühlen wieder sein Recht. Leise richtete er sich auf, rutsche im Sitz zurüd und sah auf die Schläferinnen. Ueber eine wie die andere beugte er sich und glaubte einen Duft noch töstlicher als den von Bäumen, Blättern und Blüten zu atmen. Nicht einschläfernd wie aus Lenzkeimen, sondern wedend und berauschend schien der Hauch aus Haar und Haut der Mädchen. Ohne seine Blide zu ahnen, zogen fie durch lächelnd rote Lippen und schimmernde Zähne die schwüle Lenzluft, die auch in ihrem Blut wohl unbewußtes Sehnen nach dem Weben und Mehren alles Lebens wedte. Heißrot und feucht glänzten dann der Er­wachenden Wangen. Um ihre Grübchen spielte das Lachen sat­ten Behagens des in Träumen vielleicht erfüllten Mädchenhof­Jens. Gleichzeitig schlugen fie einmal die Augen auf und dehn ten wohlig die starken, ranten Glieder: Schön, nicht wahr?" Ja, es war schön mit beiden, aber schön aud morgens mit Gerda allein. Als die Arbeitsame der Schwestern pflegte sie ihn. Auf Geheiß des Arztes lag er lange zu Bett und fam zum Frühstüd später als die Verwandten auf die Veranda. Das Mädchen rief Gerda von ihrem Tun in Hühnerhof oder Gänse­stall. Die Kujine goß ihm Kaffee ein, bestrich die Semmel, brachte ihm jeine Post oder las aus der Zeitung vor. Endlich hidie fie ihn in den Liegestuhl in der Verandaede, warf die Dede über ihn und zupfte an den Efeuranten, bis sein Kopf be­

schattet war. Ein Mütterchen schien sie, wenn sie dann auf Fuß zehen davonschlich oder auf seinen Wunsch, die Unterhaltung zu perlängern, den Zeigefinger schelmisch vor die gespikten Lippen legte: Der Arzt hat verordnet, daß du bis Mittag ruhen follit."

Wenn sie gegangen war, fiel er in Halbschlummer, aber freute sich auch im Träumen auf ihr Wiebertommen und bas Weden, bei dem sie mit fühler Hand sanft über seine heiße Stirn strich

Des Jahres tredener Lenz brachte warme Tage. An einem fait allzu heißen schlummerte er wieder im Liegestuhl mit dem Rüden vor der furzen und mit der linken Schulter neben ber langen Efeuwand der rechten Verandahälfte. Gerda war längst gegangen, aber schien doch nahe. Er bekannte sich, daß sie ihm jet lieber jei als die jüngere Schwester, und im Schlaf noch tam plöglich jenes Glühen im Kopf. bas oft ein Blid aus ihren Augen und stets das Streicheln ihrer Hand auf der Stirn brachte. Erwachend, ohne die Lider zu öffnen, atmete er bes Mittags schwüle Sitze und den Duft von sonnengedörrtem Buchsbaum um die Beete vor der Veranda. Absichtlich schlug er die Augen nicht auf, um länger das Traumbilb der blonden Kusine zu schauen. Ihm war, als lächle fie auf ihn herab. Mit der seine Gefichtshaut fächelnden Schwüle schien ihr warmer Atem gemengt. Da stieg mit dem Blut das heiße Glühen zu Kopf. Ein tolles Sehnen nach Kuß und Umarmung der Ge liebten brannten wie Feuer in den Adern, als er gar noch eine leichte Berührung seiner auf der Dede liegenden rechten Hand spürte.

Schnell schlug er die Augen auf. Der Traum hatte nicht gelogen und Gerda fich wohl wirtlich über sein Gesicht gebeugt. Jeht aber neigte fie fich über ihn hinweg zur Efeuwand an seiner Linfen. Dort hing mit geschlossenen Flügeln ein Trauer­mantel an einem grünen Blatt. Sie wollte den Falter fangen. Mit Daumen und Zeigefinger den Flügeln nahe, beugte sie sich über den Liegestuhl. Immer weiter griff ihre Hand, und noch mehr brüdten ihre Glieder unter dünnem Kleid gegen sein rech tes Knie. Von dort stieg ein Taumel zum Kopf. Kaum sahen die flirrenden Augen Gerdas vom Eifer der Jagd flammendes Gesicht über dem verwirrend schönen Rund von Hals und Kehle. Das weiche Weiß ihres Kleides lag prall auf den im Vorneigen gestrafften Gliedern des schlanken Körpers. Eine stärtere Ge­walt als die des Verstandes hob seinen rechten Arm. Die Hand umschlang Gerdas Süfte perche als lie den Schmetterling faßte. Fortsetzung folgt.