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Sonnabend, den 19. März 1927.

Ausfälle und Nachlässe Zuschuß an die Für jorgeverbände zur Unterstügung hilfs­bedürftiger, durch die Miete zu start belasteter Personen Bleibt Netto: auffommen Hiervon vorgesehen für Zwede bes Wohnungsbaues

Bleibt Ertrag für die Staatstafje

4590 000 ,, 1060 000, 3530 000,

2 601 000 ,, 2500 000, 100 000,

23 409 000 M 20 940 000 M2 469 000 M

9 807 000, 10 000 000,

mehr 193 000,

13 602 000 M 10 940 000 M

weniger 2 662 000 M Der Wenigeranjatz von 6,1 Millionen in 1927 gegen 1926 ist allerdings nicht in vollem Umfange auf die Ermäßigung der Steuer zurüdzuführen, 2,5 Millionen dieses Betrages entfallen auf Steuerherabjegungen, 3,5 Millionen auf die veränderte Ber­rechnungsweise. Der auf den Wohnungsbau entfallende Anteil biejer Steuer bleibt gegen das Vorjahr unvermindert, der hier­für aufgewendete Betrag erhöht sich um Kapitalbeträge, die auf bem Darlehenswege beschafft und aus der Gondergebäudesteuer verzinst werden sollen.

Bon Interesse ist eine vergleichende Uebersicht über die Steuerbelastung in Hessen. Die Denfschrift zum Voranschlag 1927 jagt hierüber Folgendes:

Was die Steuerbelastung in Hessen im Vergleich mit an deren Ländern anlangt, so beträgt im Jahre 1926 die Kopf­belastung an Einkommensteuer voraussichtlich in Hessen 23,8 Mt. gegenüber 34,5 Mt. im Reichsdruchschnitt; höher ist sie in Sachsen ( 47,1 Mt.), Preußen( 34,5 Mt.), Württemberg( 32,4 Mt.), Thü­ringen( 29,1 Mt.) und Baden( 30,9 Mt.). Andere überwiegend agrarischeLänder haben geringfügigere Ziffern, z. B. Bayern 23,7 Mt., Medlenburg 23,7 Mt. Während das Steueraufkommen Hessens vor dem Kriege das der meisten übrigen Länder er­heblich übertraf, auch das Preußens, steht es 1926 unter den genannten Ländern an sechster Stelle. Bis zu gewissem Grade mag hieran der Rüdgang der auf die Landwirtschaft entfallen­den Einkommensteuer allgemein und besonders in Hessen be­teiligt sein. Zeigen doch z. B. reichsstatistische Nachweise, daß das Einkommensteuerauftommen in Eleineren ländlichen Ge­meinden auf 6,97 Mt. je Kopf sinkt gegenüber einem Reichs­durchschnitt von 35 M.; auch steht infolge vieler Steuer­befreiungen die Belastung der hessischen Landwirtschaft an Ein­fommensteuer von etwa 4 v. H. des Einkommens unter dem Durchschnitt des Reichs, Preußens und Thüringens mit je 5 v. H. und es ist in Hessen ein sehr hoher Prozentsatz einkommen­steuerfreier Landwirte zu verzeichnen, der auf alle Fälle auch den Reichsdurchschnitt übersteigt. Allein, da Hessen keinen über­wiegenden agrarischen Einschlag hat( die Einkommensteuer der Landwirtschaft beträgt in Hessen etwa rd. 5 v. H. des gesamten Aufkommens), so muß das Sinken der Einkommensteuer in der Hauptsache auf andere Ursachen zurückzuführen sein: es ist der Ausdruck des mehrerörterten Rückgangs der Wirtschaftskraft in­folge Besetzung und Ruhrkrieg im besetzten und in den Rand­gebieten. Das gleiche Bild bietet das Aufkommen an Umsatz­steuer in 1926 mit 13,7 Mt. je Kopf in Hessen gegen 14,8 Mr. im Reichsdurchschnitt. Auch hier steht die Belastung in Hessen unter den obengenannten Ländern an sechster Stelle( Sachsen, Württemberg, Preußen, Baden, Thüringen 18,8 13,7 Mt., Oldenburg, Bayern, Medlenburg= 10,5 12,3 Mt.). Das Auf­kommen aus diesen beiden Reichssteuern stellt sich in Hessen auf 37,6 Mt. je Kopf, im Reichsdurchschnitt auf 49,3 Mt., das in den fünf oben zuerst genannten Ländern auf 66,0-42,9 Mt., das in den drei zuletzt genannten mit stärkerer agrarischer Zu­sammensetzung der Bevölkerung auf 34,6-35,9 Mt.

Auch in der Belastung durch Landessteuern steht Hessen keineswegs an der Spitze. Es bleibt bei der Grundsteuer( 5,31 Mr. auf den Kopf) hinter Bayern und Baden zurück, es über­trifft Preußen und Württemberg um ein geringes, Sachsen aller­dings in höherem Maß. Die Belastung aus der staatlichen Ge­werbsteuer( Hessen 5,30 Mr. auf den Kopf liefert keinen richtigen Vergleich. Diese ist z. B. nur in Baden höher, während sie in

Deine Jugend.*)

,, Gießener Zeitung"

Preußen überhaupt nicht erhoben wird. Hier wäre jeweils die Gemeindegewerbsteuer hinzuzunehmen, die z. B. in Preußen vielfach höher ist als in Hessen Staats- und Gemeinde­steuer zusammen. Beide in Hessen gleich hoch angenommen, ergäbe hier eine Belastung von 10,6 Mt. auf den Kopf. während in einigen preußischen Orten allein auf die Gemeinden 13-20 Mt. erhoben werden. Bei der Gebäudesondersteuer wird fich nach den nunmehrigen Erleichterungen in Hessen einschl. der zur Förderung der Bautätigkeit erhobenen Beträge( auch der Gemeindebeträge) eine Kopfbelastung von rd. 15,5 Mt. er­geben, welche die Kopfziffern in anderen Staaten etwas über­trifft. Die Gesamt- Kopfbelastung an Landessteuern wird sich nunmehr in Hessen auf etwa 26,20 Mt. stellen, die für Landes­und Reichseinkommen und Umsatzsteuern zusammen auf etwa 63,5 M., eine Ziffer, die hinter den Ziffern für Sachsen und Württemberg mit 81 bzw. 71 Mt. und Preußen und Baden mit rd. je 67,5 nicht unerheblich zurückbleibt.

3m übrigen muß auf das Unzulängliche solcher Statistiken hingewiesen werden, solange nicht auch die Gemeindesteuer­belastung mit zugerechnet werden kann. Dazu wird demnächst wohl Gelegenheit gegeben sein, doch werden hierdurch zweifellos die hessischen Ziffern tein ungünstigeres Ergebnis zeitigen, da bekanntlich der Staat Hessen seine Gemeinden steuerlich mehr entlastet hat als dies in den meisten anderen Ländern der Fall ist. Daher ja auch die verhältnismäßig höhere Inanspruchnahme der Realsteuern durch den Staat.

Alles in allem: Die finanzielle Lage des Landes ist noch ernst und schwer; es bedarf noch mancher Anstrengung und ern­ster Arbeit, bis der wünschenswerte Normalzustand der aller­dings auch in anderen Ländern vervielfacht besteht wieder erreicht ist, nämlich daß der notwendige Bedarf durch regel­mäßig fließende Einnahmen bei erträglicher Steuerbelastung wieder voll gedeckt wird. Die Entwicklung der letzten Monate läßt die Hoffnung als begründet erscheinen, daß wir uns auf dem Wege zu diesem Ziele befinden.

Arbeitsgemeinschaft zwischen Reichslandbund und Reichsverband des deutschen Handwerks. Zur Herbeiführung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Reichslandbund und dem Reichsverband des deutschen Hand­werts haben die beiden Verbände nachstehendes Abkommen ge­troffen:

In dem gemeinsamen Streben, das bodenständige Handwerk und die bodenständige Landwirtschaft gegenüber der internatio nalen Vertruftung und der tapitalistischen Mobilisierung der Wirtschaft zu verteidigen, vereinbaren hiermit der Reichsland­bund, e. V., und der Reichsverband des deutschen Handwerks cine Arbeitsgemeinschaft zu gegenseitiger Unterstützung auf be­rufsständischem Boden. Jede der beiden Organisationen behält ihre vollständige wirtschafts- und staatspolitische Bewegungs­freiheit. Die Art des gemeinsamen Vorgehens soll je nach den herrschenden Verhältnissen vereinbart werden.

Die Lage der akademischen Staatsdienstanwärter und der Landtag.

Die schwere Schädigung, welche die durch das Gesetz vom 31. 3. 26 festgesetzte Aufrückungssperre gerade für die akademi­schen Staatsdienstanwärter mit sich brachte, gab dem Landesver band Hessen des Reichsbundes höherer Beamten die Veranlas jung, Vertreter der Fraktionen des hessischen Landestages zu einem Vortrag über die Besoldungs- und Anstellungsverhält­nisse der akademisch gebildeten Staatsdienstanwärter einzuladen. Der Vortrag fand am 4. März in Darmstadt stadt.

Der Redner des Tages, Studien- Assessor Monjé, legte in eindrucksvollen Worten die Notlage der akademischen Staats­dienstanwärter dar. Er wies vor allem zahlenmäßig nach, daß im Bereich der akademischen Beamtengruppen jene unsoziale Aufrückungssperre keineswegs junge Anfänger treffe, sondern in unerhörter Weise solche Verwalter von Beamtenstellen finan­ziell schwer schädige, die sich in vorgerüdtem Lebensalter befin= den, dem Staat schon jahrelang, ja schon über ein Jahrzehnt in verantwortungsvollem Amt unter Einsatz ihrer ganzen Per­sönlichkeit dienten, dazu zum größeren Teil Kriegsteilnehmer und Familienväter sind. So sind von den Studien- Assessoren lich verdeckt geblieben sind; eine reiche Zukunft, goldenes Licht und immer höher steigende Sonne. Wie wichtig ist, daß diese Morgenzeit des Lebens richtig angewendet werde! Verträume fie in Müßiggang und Nichtstun, in unmännlicher Tändelei, so hast du dich um deines Lebens edelste Stunden und beste Kraft selber gebracht, so trittst du nachher an die großen und ernsten Aufgaben des Lebens heran, ohne deine Seele gesättigt und geweiht zu haben mit den himmlischen Kräften, welche allein dem Tun und Wirken des Mannes seinen Wert, seinen Gehalt geben und allein ihn aufrecht erhalten in den mancherlei Ent­täuschungen, welche seiner warten. Verträumte und vertändelte Jugendzeit daraus erwachsen jene bedauernswürdigen Halb­männer, welche nach kurzem Kampf mit dem Leben so bald die Waffe ins Korn werfen und entweder schwunglos mechanisch, ohne jedes höhere Streben, ihren Beruf als einen Kärrners­und Taglöhnersdienst weiterführen, oder aber sich dem Welt­schmerz in die Arme werfen und als verkannte ,, Uebermenschen" unzufrieden mit Gott und Welt einsam ihren Weg dahinziehen. Und wenn du vollends deine Jugendzeit, deinen Lebensmorgen nicht bloß verträumst und vertändelst, sondern geradezu durch Jugendsünden befleckt und vergiftest, was wird die Folge sein? Dann wird deine Lebenswurzel krant, dann fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, er fiel auf die zarten Blaublüme­lein; sie sind verweltet, verdorret". Wohl mag sich manche Blüte wieder erholen, wohl mag durch eine Gotteskraft von oben her selbst die innerste Lebenswurzel wieder gefunden. Aber auch im besten Fall, was dahin ist, das ist dahin, die Erstlinge der Kraft sind vergendet, der zarte Duft des Lebens ist ab gestreift, und es gibt giftige Wunden im Geistesleben, welche zwar allmählich heilen, aber entstellende, dann und wann noch schmerzende und wieder aufbrechende Narben zurücklassen.

Lieber junger Freund! Du kennst das Sprichwort: Morgen­stund' hat Gold im Mund. Du kennst es nicht bloß vom Hören­sagen, sondern du hast es auch in deinem eigenen Leben und Arbeiten schon erprobt. Du bist am Morgen frischer, munterer, spannkräftiger, unternehmender, vielleicht auch liebenswürdiger, als wenn die ersten Tagesstunden vorüber sind. Auch die Welt schaut dich anders an. Sie ist morgens wie in einem Sonntags­gewand, während sie mit der fortschreitenden Tageszeit all­mählich ihr gewöhnliches werktägliches Ansehen gewinnt. Das Seufzen der Kreatur, das dir den Tag über auf Schritt und Tritt begegnet, ist in den Morgenstunden noch nicht aufgewacht; sie feiert noch wie in träumender Erinnerung an einstiges para­diesisches Glück und rüstet in aller Stille ihre besten Kräfte für des Tages Arbeit. Wie wichtig ist es, daß du die Morgen­stunden des Tages richtig verwendest! Verschlafe und verträume sie, so hast du das Edelste und Beste des Tages selber dir ge= raubt, so trittst du hinein in die Arbeit und den Unfrieden des Weltlebens, ohne deine Seele eingetaucht zu haben in das Ele­ment des Friedens, das in der Morgenstunde wie ein Odem Gottes dich umweht. Entweihe vollends gleich die ersten Mor­genstunden durch Sünde, durch Streit, durch Verbitterung und Verunreinigung der Seele, so hast du den Wurm kommen lassen an die Wurzel deines Tageslebens. Du magst dann wohl im Verlauf des Tages dich wieder zurechtfinden; aber seine Blume, sein Duft, seine Weihe ist unwiederbringlich dahin.

Auch deine Jugendzeit ist eine Morgenstunde, von der es gilt: sie hat Gold im Munde. Was den Morgen schön macht, eben das ist auch die Schönheit der Jugendzeit: frische Kraft, froher Mut, flares Auge; eine Welt, die offen vor dir liegt, deren dunkle Abgründe bis jetzt vor deinem Auge freund­

*) Aus: G. Weitbrecht, Heilig ist die Jugendzeit". Ein Buch für Jünglinge. 23. Aufl. Verlag von J. F. Steintopf, Stuttgart. Hübsch geb. 3,50 St., Lwd. m. Goldschn. 5 Mt.

Die Jahre, in denen du stehst, lieber junger Freund, find entscheidend für dein ganzes Erdenleben, ja entscheidend für die Ewigkeit. Die Erstlinge gehören Gott, sie sind heilig. Heilig

Nr. 12.

jogar 41 Prozent über 35 Jahre alt. Aus dieser gesammelten Sachlage ergeben sich zwei Forderungen, die unbedingt und so rasch als möglich erfüllt werden müssen:

Das Besoldungssperrgeseh für die Anwärter, das am 31. März d. J. abläuft, darf unter feinen Umständen, auch nicht in abgeänderter Form, verlängert werden, und der Ueberalterung der akademischen Anwrter ist endlich durch eine Neuregelung des Verhältnisses der planmäßigen zu den außerplanmäßigen Stellen zu steuern."

An den Vortrag schloß sich eine Aussprache, an der sich die Abgeordneten rege beteiligten. Ihre Ausführungen zeigten, welchen tiefen Eindruck die Darlegungen gemacht hatten.

Ausstellung Der Rhein, sein werden und Wirken". Unter dem Borsitz des Oberbürgermeisters Dr. Russell sand eine Gigung des Arbeitsausschusses der Ausstellung Der Rhein, sein werden und Birken" statt. Nachdem der Ausstellungs­dezernent, Beigeordneter Ochs, über den allgemeinen Stand der Ausstellung berichtet hatte und hierbei ein erfreuliches Bild über den Fortgang der Arbeiten geben konnte, äußerten sich die einzelnen Gruppenleiter über den Inhalt ihrer Fachabteilungen und ihrer Absichten. Hierbei zeigte sich, daß auch die Vor­bereitungen in den einzelnen Ausstellungsabteilungen bereits sehr weit vorgeschritten sind und das Gesamtbild klare Umrisse gewinnt. Die Hauptgruppe Das Werden des Rheins schildert

in den Abteilungen Geographie, Geologie, Klimatologie, Botanik und Zoologie die großen erdgeschichtlichen Vorgänge, die zur Gestalt und natürlichen Beschaffenheit des Rheinstromgebietes von heute geführt haben. In der Hauptgruppe Wirtschafts wissenschaft" wird das Wirken dieser natürlichen Grundlagen auf die Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens in allen für das Rheinstrombaugebiet typischen Zweigen dargestellt. Die erschöpfende Bollständigkeit und hohe hünstlerische Qualität der driften kulturgeschichtlichen Hauptgruppe in ihrer Rheinland­schaft im Wandel der Kunstzeitalter war nur möglich bei der überaus dankenswerten Bereitwilligkeit, mit der fast 100 der größten Museen und Gemäldegalerien des In- und Auslandes serie zahlreiche Private, Künstler und Sammler ihre Kunst­schäge zur Verfügung gestellt haben.

Je weiter die Arbeiten gedeihen, desto deutlicher wird, daß die Ausstellung weitesten Kreifen die Kenntnis der schicksal­haften Berbundenheit aller menschlichen Lebensentwicklung mit der natürlichen Umwelt vermitteln, darüber hinaus aber auch Bissenschaft, Kunst und Wirtschaft wertvollfte Anregung geben wird.

Die Kölner Frühjahrsmesse.

Köln. Am Sonntag, den 20. März, wird die Kölner Früh jahrsmesse eröffnet. Sie ist nach langer Zeit die erste Kölner Messe, die unter gefestigten Wirtschaftsverhältnissen stattfindet. Die belegte Fläche ist erheblich größer als im Herbst. Die Kölner Frühjahrsmesse stellt sich als eine in allen Gruppen viel seitig beschickte und fachlich hochstehende Schau dar.

Lokales.

Gewerbeausstellung Gießen.

In der Zeit vom 1. bis 19. Juni dieses Jahres findet in der Volkshalle und den großen Hallen auf dem angrenzenden Gelände die Gewerbeausstellung Gießen 1927 statt. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen find etwa 3000 qm Ausstel lungsgelände von den verschiedensten Gewerbezweigen und dem einschlägigen Handel angemeldet. Der Platz der Ausstellung wird ein Gelände von ca. 30 000 qm umschließen. Ein großer Teil der Gewerbe wird im Betriebe vorgeführt, damit sich der Be sucher in anschaulicher Weise ein Bild vom Werden wancher Gebrauchsgegenstände verschaffen fann. Die Mannigfaltigkeit der Ausstellung in belehrender und unterhaltender Hinsicht dürfte jeden, auch den Nichtfachmann, zu einem Besuche der Aus stellung veranlassen. Näheres über die Ausstellung und ihre Einzelheiten wird zu gegebener Zeit in unserem Blatte bekannt gegeben.

Zu der vom hiesigen Ortsgewerbeverein und dem Volts­halleverein vorbereiteten Gewerbeausstellung Gießen 1927, die den oberhessischen Handwerks und Gewerbebetrieben eine wirt ist die Jugendzeit!" sagt unser schwäbischer Dichter Uhland, der Mann voll Kraft und Mart, und fährt dann weiter fort: Edler Geist des Ernstes soll Sich in Jünglingsseelen senten, Jede still und andachtsvoll

Ihrer heil'gen Kraft gedenken.

Go laß denn ein fröhlich und wohlmeinend Geleitwort, das mit dir durch die Tage deiner Jugend gehen möchte, eine freund­liche und gute Stätte bei dir finden!

Fr. Frommanns Verlag

1727- 1927.

In den letzten Märztagen gründete Gottlob Benjamin Frommann in Züllichau in Brandenburg einen Verlag, zunächst in enger Anlehnung und in Berbindung mit einer dortigen Waisenhausbuchhandlung. Sein Gebiet war die religiöse Lite ratur. Seine Nachkommen erweiterten den Besitz durch eigene Ideen und durch Zukauf fremden Verlags. Carl Ernst Fr. Frommann verlegte 1789 den Verlag nach Jena. Sein Haus in Jena war der Mittelpunkt all der großen Geister, die damals Jenas Bedeutung ausmachten. Goethe, Hegel, Schil ling, Tied, Schopenhauer und viele andere gingen ein und aus oder standen in regelmäßigem Briefwechsel. Nach dem Tode Carl Ernst Frommanns, der ein Sortiment angegliedert hatte, führte sein Sohn Johannes Friedrich das Werf weiter. Seine Wirksamkeit, die sich auch im öffentlichen Leben des Buch­handels auswirkte, fand die öffentliche Anerkennung durch Ver leihung des Ehrendoktors der Universität Jena und des Ehren bürgerrechts der Stadt Leipzig. Mit ihm starb der letzte Buch händler Frommann. Den Verlag übernahm E. Hauff und übersiedelte mit ihm nach Stuttgart. Als Hauff in hohem Alter von einer erfolgreichen Tätigkeit sich zurüdzog, übernahm der jetzige Inhaber H. Kurz den Verlag, das Ueberkommene aus bauend durch Neues ergänzend. Eine kleine Festschrift berichtet über das hier Stizzierte ausführlich.

Sonnabend, den 19. März 1927.

fame Ausstellung ihrer Erzeugnisse ermöglic jest die nachstehend verzeichneten Voranmel

Mustellungszweig:

Majhinenfabriken Erädt. Werke und Install. Metallgewerbe Holzgewerbe

Baugewerbe Sattler und Bolsterer Selleidungsgewerbe Sidendes Gewerbe Badichulen

Berfchiedene Gewerbe Nahrungsmittelgewerbe

Handel

Anzahl d. A steller:

20

18

12

8

30

Ein abschließendes Bild über die Betei grogen Schau wird erit in einiger Zeit mögli den Interessenten jetzt zugestellten offizieller zurüdgekommen sind. Täglich laufen übrigen über die Beteiligungsmöglichkeit ein.

Den Hauptwert legt die Ausstellungsleit lig viele Betriebe zur Ausstellung zu bringe ebang ihrer Erzeugnisse vorführen können. einem großen Teil der Aussteller die historisc lationsmäßige Entwidlung der bestimmten Er * Seffiches Polizeiamt. In der Zeit vom wurden folgende Anzeigen wegen Zuwider Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radfahrer polizeiliche Vorschriften erhoben: 6 Anzeigen m Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne; 2 Anz tems, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten; Fahrens durch gesperrte Straßen und 3 Anzeig Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hi

*

Straßensperrungen. Wegen Vornahme arbeiten ist die Bahnhofstraße zwischen Westa zemrage bis auf weiteres für jeglichen Fahrr Wegen Bornahme von Hausbauarbeiten ist zwischen Mäusburg und Marktstraße bis auf lichen Fahrverkehr gesperrt.- Die unterm angeordnete Sperrung des Zufahrtsweges bezw. zu den Lagerplähen und Wohnbarad Uebergang des Anschlußgeleises bis zur Wega der aufgehoben, da die Kanalbauarbeiten bee

* Neue Nidelmünzen. Der Reichsrat erf verstanden, daß für 65 Millionen Mark 50­rein Ridel geprägt werden. Die Verwendung halb gewählt worden, weil dadurch die jetzt schungen bedeutend erschwert werden. Die Städe jollen in einem halben Jahr zur E

Seimatforschung. Unter Leitung von Dentmalspfleger für Bodenaltertümer, wur denföppel" zwischen Ettingshausen und Nie volle Alteriumsjunde gemacht. Es handelt Grabhügel aus der Hallstattzeit. Die den C Gegenstände wurden dem hiesigen Museum

Eröffnung von Jungviehweiden. Se jhajiskammer werden bereits Vorkehrungen der Jungviehweiden getroffen. Es handelt Weiden, Lauterbach, Zell, Wenings, Warth Tiergarten bei Hungen. Der Auftrieb soll gen. Zum Weidegang werden Fohlen un Bezüglich der Rinder handelt es sich in er erkannten Rassen Vogelsberger und hess

*

Großneubauten. In Kürze wird

netenversammlung mit großen Projekten z Es handelt sich um Schulhausbauten in H lionen Mart.

* Festgenommener Wechselgeldschwindl schwindler, der Ende Januar d. J. in v Städten aufgetreten ist und bei den Gesch meintlichen Wechselgeldes einen Briefun

Vom Werdegang des deutschen

Von Dr. Mordzio

Die deutschen Geschide sind an den R jeiner Landschaft liegen die hervorrage Baterlandes. Es ist schwer zu sagen, wor der Rheinlandschaft begründet ist. Sich die Tatsache mit, daß ein einheitlicher C Abschnitten dem Stromlande aufgeprägt i Tausende mögen dies ahnend empfunden gen ist es vergönnt, das rheinische Lan Tiefe zu erfassen, daß es zu reden begin Werdegang des Stromes und weit zurück der geschichtlichen und vorgeschichtlichen both gibt es nur wenige Stellen, wo die licher Entwidlung so flar im Landschaftsb find, wie bei uns im Rheintale. Hat e gelernt, diese Zeichen der Mutter Erde zu

wir im Antlitz der Gegenwart auch noc gangenheit. Ein ewiges Werden und umjeren Bliden, und die Starrheit des A

The Arbeitsleistungen bei der Rheintalbi tab für seine Bildungszeiten. Mit der U schaft jehen wir verknüpft die mannigfalti Lebens, und wir hüten uns, in der Gege als ein flüchtiger Querschnitt zwischen ges Kein Zweifel, die verstehende Betrach nuß der Naturlandschaft. Viel mehr sollt tungsweise pflegen, gehört sie doch mit zu hinführen zur Verbundenheit mit der Alln mehr rächt sich die Entwurzelung des U Gegenwart. Millionen haben die Fühlun Batur verloren. In den Steinwüsten de Leben; ihre Sinne find taub geworden, Sitte, die echte Naturbetrachtung spender lebens verjagt.