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Gamstag, den 17. Dezember 1927.

Werkt auf!

Reißt nur dem Volt den Glauben aus der Brust, Lacht seiner Sprüche, spottet seiner Lieber; Und sucht es Trost bei schmerzlichem Berluft Blidt, wo sich Sände falten, höhnisch nieder; Doch weicht von Tag zu Tage mehr die Zucht, Und wächst die Rohheit, mehrt sich das Verbrechen, Dann erntet auch von eurer Saat die Frucht

Und flagt nicht, wenn euch Dorn und Distel stechen.

Julius Sturm

Der Wunschzettel.

Bon Tante Marga.

An's Christkind.

Mein liebes Christkind, ich bitte dich Ganz dringend, herzlich und inniglich: Gib mir die schönste der Puppenstuben

Mit Herrlein und Dämlein, Mädchen und Buben.

Mit einer Köchin, gewandt und schnell,

Mit einer zierlichen Stubenmamfell,

Mit einem Diener mit Namen Friz,

Mit einem Dadel, Mops oder Spik, Mit einem Rater, gelb, weiß und grau Und einer getigerten Ragenfrau!

Antwort.

Mein liebes Kind, bu verlangst sehr viel! Sag', bist du auch wert das herrliche Spiel? Und dann-: warum von allen Gaben Willst du gerade die schönste haben? Sieh', andere Kinder sind auch noch da!! Erst gestern abend um sieben Jah

Jch auf dem Christmarkt ein Mädchen steh'n, Das seufzte: Wie sind doch die Puppen schön!

Ach, wäre doch nur die kleinste mein!

Ich wollte ja gerne zufrieden sein

-

Und all' die anderen herrlichen Gaben Den Kindern lassen die Eltern haben!" Sich', Kind, was dieses Mädchen sprach, Tönt mir noch heut in der Seele nach;

Die, die so bitter wenig genossen,

Sätt' ich am liebsten ans Herz geschlossen.

Selbstgemachte Stühle.

Der hier abgebildete Stuhl ist ein reizendes Geschenk für die Schwester. Aus 3igarrenkistenhola ist er leicht herzustellen und kann dann mit Lack gestrichen werden. Auf eines der Brettchen zeichnet Ihr die Umrisse der Stücke, die die Rückwand und d: n Sig des Stuhles bilden sollen. Die Umrisse der beiden Seiten­Stücke zeichnet Ihr dann auf ein anderes Brettchen. Mit einer

Laubsäge müßt Shr dann alles sorgfältig ausfägen und mit Schmirgelpapier glatt reiben. Danach leimt Ihr dic Rücklehne und den Sitz rechtwinklig aneinader und leimt dann die Seiten­stücke noch daran. Die Abbildung zeigt genau, wie der Stuhl aus fehen muß. Wenn der Leim gut trocken ist, malt 3hr den Stuhl mit weißem Lack; ist dieser trocken, dann zeichnet Shr auf die Rücklehne das kleine, hier angeg.bene Muler und malt cs mit schwarzer Delfarbe aus. Aber Thr könnt euch die Blu­me z. B. rot und die Blätter grün malen. Natürlich wiro Euer Schwesterchen sich noch mehr darüber freuen, wenn Ihr in gleicher Weise vier oder sechs solcher Stühle anfertigt. Somit vekommt sic allmählich ein: penstube roll Möbel.

A

Silbenrätsel.

a, ad, bal, bil, bo, but, de, der di, e, e, e, ed, eh, fels, ga, gar, ge, ge, i, la, lan, lei, lend, li, ne, neh, nie, ni, nör, o, pen, phi, rang, re, ren, renz. ri, rung, fer, ta, tan, ti, tim, tra, tu, u, ve, verb, vi. Aus obigen 50 Silben find 16 Worte nachstehender Be­deutung zu finden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, wort weise nacheinander gelesen, eine beherzigenswerte Aufforderung enthalten.

1. Grammatischer Begriff,

2. Menschenaffe,

3. Unzufriedenheit,

4. Männlicher Vorname,

5. Berdische Oper,

6. Gleichgewichtszustand,

7. Not,

8. Griechische Frauengestalt,

9. Jtalienischer Freischarenführer,

10. Burgruine am Rhein,

11. Gewundene Bergstraße,

12. Europäischer Staat,

13. Auskunft, Ehrfurchiserweisung,

14. Schillersche Dramenfigur,

15. Stadt in Nordafrika,

16. Landzunge an der Ostsee.

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Nr. 51.

Belohnte Ehrlichkeit.

Es war einmal ein armer Mann, der sich nur mühsam mi den Seinen ehrlich durchs Leben schlagen konnte. Er hatte en kränkliche Frau und zwei Kinder m Alter von 4 und 5 Jahra Er wohnte im Ichten Haufe des Dories in einer einfachen Hütte Jeden Morgen kurz nach 6 Uhr ging er mit seiner Schubkarr von Hause fort zu dem reichen Bauer der auch ein: große Mük besaß und am andern Ende des Dries wohnte. Dort mußte er Getreide und Mehlsäcke zu den andern Bauern im Dorje fahra oder auch holen. Das war eine leichte Arbeit, denn die Säd waren schwer. Als Lohn bekam er eine Kleinigkeit Geld um) jeden Sonnabend etwas Meal und Kartoffeln für sich und die Seinen. Das war sehr wenig und er mußte oft nicht, wie e den Hunger seiner Kinder stillen sollte. Und dazu war seine Fra Schwach und kränklich und hatte qute Roft und Plege fehr nötig

Diese Sorgen drückten ihn sehr und er mußte keinen Ra mehr, den Seinen zu helfen. Oft war er nahe daran, Mehl unh Kartoffeln, das es in der Mühle und auf dem Bauernhofe in reichlichem Maße gab, zu stehlen und heimlich zu verkau en, um auf diese Weise etwas nebenber noch zu verdienen. Aber immer wieder warnte ihn eine Stimme in ihm, die sagte, daß er ch lis bleiben folle; die Belohnung dafür würde nicht ausbleiben. Und immer wieder folgte er der Stimme und er blieb ehrlich.

Eines Abends, es war an einem Sonnabend im Winter, konnte er erft spät mit seiner Schubkarre nach Hause gehen. E machte einen kleinen Umiveg, um an einem Gehölz vo bei ukom men; denn dort lag viel dürres Holz, das er auflesen und mit nach Hause nehmen wollte, um das 3immer etwas zu erwär men. Als er die Karre gut vollgeladen hatte, mußte er erst etwas ausruhen, er fegte sich auf einen Grenzstein und stügte den Kopf in die Hände. Er dachte an die Seinen und daß sie wieder alb hungrig würden zu Bette gehen müssen. Sein Herz krampfte ich in bitterem Leid zusammen und gar mancher Seusser ent

rang fich feiner Bruft. So in Grübeln versunken hatte er nicht bemerkt, daß aus dem hinter ihm liegenden Walde ein kleines Männlein herbei gekommen war. Es trat an die Karre und rüt telte an dem Holze. Erschrocken drehte sich der arme Mann um und fah die kleine Gestalt. Das Männlein fah, daß der Mann erschrack und sagte:

Du braucht nicht bange vor mir au sein; ich tue dir nichts zu leide. Ich habe dein Seufzen gehört und bin dem Klange nachgegangen Was ist es denn, das dir soviel Kummer bereitet? Erzähle es mir nur!"

Der arme Mann fah die kleine Gestalt erst mistrauisch an; als er aber in seine treuherzigen Augen blickte, faßte er 3utrauen und schüttete ihm sein forgenbeladenes Herz aus. Das Männlein war näher herbeigekommen und hörte der Schilderung andächtig zu, ab und zu mit dem Ropfe nickend. Als der Mann mit stockender Stimme feine traurige Lage erzählt hatte, fagte das Männlein:

Was hast du denn hier auf deiner Schubkarre?" Der Mann antwortete, daß er Holz für die Feuerung ge sammelt habe und außerdem seinen Wochenlohn darauf habe, nam lich ein kleines Säckchen mit Mehl und einen etwas größeren Sack mit Kartoffeln."

Das Männlein besah das Mehlsäckchen und sagte: Der reiche Bauer hat so viel Mehl, daß er es doch nicht merken würde, wenn du dir jedes Mal noch etwas mehr mitnehmen würdest!"

Aber entrüstet wies der arme Mann das Anfinn: n des Männ lein zurück und sagte, daß er lieber mit den Seinen verhungern wolle, als unchrlich werden!"

Das Männlein aber lächelte verschmitt und sagte: Sei nur nicht gleich so böse! Ich wollte nur einmal sehen, wie es um deine Ehrlichkeit beitellt ist. Ich will versuchen, dir zu helfen." Und damit verschwand er.

Der arme Mann machte fich an den Heimweg und war no ganz unter dem Eindrucke dieser Begegnung. 3u Hause ange kommen erzählte er unter dem Abladen seiner Frau sein E.1.b. nis. Wie erfiaunten sie aber, als sie die Kartoffel ausfchüt.eten. Unter denselben befanden sich fünf blanke Taler; die konnten nur von dem Männlein stammen. Froh und dankbar ging er fogleich ins Dorf und kaufte Brot, Fleisch und Butter jür die Seinen. Nun konnten sie sich tild; tig satt essen. Am nächiten Sonnabend lag.n wieder fünf Taler bei den Kar.off.In, und f g ng es mehrere Jahre hindurch. Die Frau wurde zufchend kraj iger und die Kinder gediehen auch gut. Außerdem aber sparten jie fich jedes Jahr eine nette Summe jodaß sie sich später einen kleinen Bauernhof kaufen und awei Kühe und Schweine halten

konnten.

So war die Ehrlichkeit, troß der großen Not, die in dem Hause am Ende des Dorfes herrschte, reich belohnt worden G. Füllkruß

Monogramme.

Diese brei Umrandungen können als Monogramm- Ränder dienen. Der kleine Blumenkorb lit fehr apart und geeignet für ein Monogramm darin von drei Buchstaben neben einander. Die Buchstaben werden dicht über die Blumen gelegt. Nachdem man das Muster auf den Stoff abgezeichnet hat, muß man alle

schwarzen Teile mit englischer Stikerei versehen. Die Mitt- 1 punkte der Blumen dürfen nicht ausgefüllt werden. Die es Mo nogramm paßt sehr gut in die Ecke eines Tofhentuches ode in Leibwäsche.

Die anderen beiden Kränze find für Teetücher, Kissenbezigt und Handtücher fcht geeignet. Man braucht in die Mitte bet Kränze nur einen Buchstaben Au ftichen. 2uh hier wird en l' mhet und die' nmanhon balm.. Berantwortlich: Paul Chrihian Klein in Gießen.

Samstag, den 17. Dezem

Bücherb

Georg Güntsche,» Afrita. Der Roman eines f Mi- Romane( Romane der RM., geb. 3,-RM. Verlag A den, Sendlingerstraße 80. An feinen Rändern ist der we schildert er, wie die Negerföni gen Waffen Europas, aufruft g Welt und diese an den Rand d

führt.

Die Ritterbürtigen. Roma mit Einleitung von Julius Lot lag Ferd. Theiffing in Münster in 6 geb. 6- M). 3weifellos d bodh seinem Inhalt nadh am wenig

Ein Mädchen reift ins Glü Freffa 376 6. Preis geb. 5 und Drudereigesellschaft m. b. 5. für das deutsche Herz. Der schw träger dieser Erzählung entsproffer ben und seine Sehnsucht in die Fe ses Suches, das aus Weil durchs den Leser leitet, ja selbst Abenteue Mi- Romane( Romane der M Bildern. Geheftet RM. 2-, ge & Sirth, 6. m. b. S., München,

mend, glänzend geschrieben, im Bisher find erschienen: von 5. Die drei Todgeweihten: und v Dr. Bräufer".

Blodigs Alpenkalender, Dri ber mit beschr. Terten, 6 Kunst Breis nur RM. 2,80.( Verlag Baul Müller, München, Sirten hat sich mit seinen zwei vorherge eine große Gemeinde von Berg worben. Der dritte Jahrgang f neben der schon früher erwähnt eine weitere Bereicherung auf Stoffes ist souverän gehandhabt, laffen als photographische Rei reicher, interessanter Tegt aus swingers aller Viertausender Preis ist für das Gebotene ein Meisterwerke der Malerei. Blatt 2,50 RM. Unter diese & Sirth G. m. b. 5. Münder tionen im Vierfarbendrud he angewachsen ist. Neben einer ler wurde eine große Anzahl poeten Anselm Feuerbach, Mo weg aufgenommen. Für das Diese Kunstblätter überaus pa nommene Geschente. Der nied Blatt ermöglicht jedem Kunst fen der Malerei zu umgeben. Meinerten Wiedergaben sämt Dom Verlage Knorr& Sirth

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