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Sonnabend, den 17. September 1927.

Veteranenverein hat sich dann laut Beschluß vom 9. Juni 1848 der in der Gründungsurkunde mit der Unterschrift der Vereins­leitung nachgetragen ist, ein Beteranen- Schützen- Korps gebil­det( zum Wohle unseres Vaterlandes, zur Aufrechterhaltung der geseglichen Ordnung darin und besonders zur Sicherheit unjeres eigenen Wohnortes in Verbindung mit jüngeren Beteranen und Sonstigen Ehrenmännern, so heißt es in diesem Beschluß). Hier­aus hat sich der jetzige Veteranen- und Kriegerverein ent­widelt.

Im Jahre 1846 tam der Verein unverhoffter Weise in den Besitz einer Fahne, die auf dem Speicher bei einem Mitglied vorgefunden wurde. Diese Fahne trägt in ihrer Mitte auf blauem Grunde den neunmal gestreiften, doppelt geschwänzten Löwen mit der Bügelfrone und darunter die Jahreszahl 1742. In jener Zeit, besonders zur Zeit des 7jährigen Krieges, trieben fich Banditen, davongelaufene Soldaten, Räuberhorden in den benachbarten preußischen Wäldern herum und statteten den Döt­fern und Gehöften Nachtbesuche unangenehmer Art ab. Zu die­Jer Zeit wurde auch Pfarrer Gebhardt gefnebelt, das Pfarrhaus in Kirchberg ausgeplündert und die Haushälterin getötet. Die jogenannte Garfüche bei Kirchberg, der Schmausplatz des Ge­findels, erinnert heute noch an diese traurige Zeit. Gegen diese Banditen bildeten sich sogenannte Bürgergarden, die unter dem Gewehr standen, einzeln im Heimatorte und gemeinsam auf dem Trieb bei Gießen und bei Heuchelheim Feld- und Patrouillen­dienst übten, um in die Lage zu tommen, gegen dieses Gesindel vorzugehen und unschädlich zu machen. Eine solche Bürger­garde bestand auch in Lollar unter einem Hauptmann und einer Feldfahne, der alten Fahne, die heute noch das Panier des Bei der Be­Beteranen und Kriegervereins Lollar ist. erdigung des Veteranen Adam Schmidt( gestorben 9. Dezem ber 1846), eines Mitgründers des Veteranen- Vereins, wurde diese Fahne dem Verein zum erstenmale vorangetragen.

Wenn auch die in Seide gehaltene Fahne durch die lange Zeit ihrer Benugung an Aussehen und Vollständigkeit verloren hat, so bildet sie dennoch ein bei den jetzigen Mitgliedern in hohen Ehren stehendes Kleinod und zieht überall, wo sie gezeigt wird, die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich. Die Fahne dürfte zu den ältesten vorhandenen, insbesondere der noch im Vereinsbesitz befindlichen Fahnen gehören. Der Veteranen­und Kriegerverein Lollar, dem es vergönnt ist, eine Fahne mit solch geschichtlicher Vergangenheit zu besitzen, ist der älteste Orts­verein.

Es wäre wünschenswert, wenn diese Fahne, da sie jetzt in­folge ihres Alters bei jeder Benutzung Schaden erleidet, etwa durch Aufbewahrung in einem Museum der Mit- und Nachwelt erhalten werden könnte. Der Vorstand des Vereins, der sich bereits des öfteren darüber unterhalten hat, konnte leider bis heute keinen derartigen Antrag dem Verein vorlegen, da für die Beschaffung einer neuen Fahne feine Mittel vorhanden sind. Wer zeigt uns hier einen Weg?

Rödgen. Die Befürchtung über einen schlechten Ausfall der Körnerernte ist übertrieben, im Gegenteil der Körnerertrag ist als gut zu bezeichnen.

Nidda. Die Herbstkonferenz der Freunde der Dorfkirche im südlichen Oberhessen tagte hier kürzlich. Der Vorsitzende, Dekan

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Scriba- Eichelsdorf betonte bei seiner Begrüßung, daß diese Ta­gung ein fleines Jubiläum darstelle, sofern es das 10. Mal sei, daß sie stattfinde. Die Dorfkirche wolle nicht, in romantischer Schwärmerei nach einem idealen Phantasiedorf suchen, sondern mit nüchternem Wirklichkeitsfinn in ernster Liebesarbeit um die Seele des deutschen Dorfes ringen. Als Hauptredner hatte man den berühmten badischen Dorfschriftsteller Pfarrer Dr. Hessel= bacher gewonnen.

Friedberg. In unserer Kreisstadt herrscht seit einigen Mo­naten eine außerordentlich rege Bautätigkeit. Mehrere größere Bauwerke sind nunmehr im Rohbau vollendet. Außerdem wird in nächster Zeit eine Reihe größerer Privatbauten fertiggestellt

werden.

** Kartoffeltrebs. Nicht nur in Oberroden und Neu- Jjen= burg sondern jetzt auch in der Gemarlung Sprendlingen ist der Kartoffeltrebs festgestellt worden.

Darmstadt. Der Gedanke der Schaffung eines Ratskellers mit Restaurationsbetrieb in Darmstadt ist am Donnerstag durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Wirklichkeit ge­

worden.

Darmstadt. Jm hessischen Landestheater ist die Spielzeit mit Händels Oper Julius Casar" und Shakespeare's Win­termärchen" erfolgreich eröffnet. Einige interessante Uraufführ­ungen find erworben: Brecht's Jm Didicht der Städte", Clau­del's Mittagswende", Lernet- Holermas Erotik" und Zud mayer's Schinderhannes".

Ingelheim a. Rh. Jm IngelheimerGrund( Rheinhessen) gibt es dieses Jahr eine Zwetschenernte, wie man fie feit langem nicht mehr hatte.

Herborn. Der Staat hat der Stadt Herborn zur Dillregu­lierung gegen Hochwassergefahr eine Beihilfe von 20 000 Mart zugesagt, unter der Bedingung, daß der Kommunalverband Wiesbaden einen gleichen Betrag bewilligt. Die Gesamt­kosten des Projektes werden mit 156 000 Mark veranschlagt.

Schloßbeleuchtung in Weilburg. mo ilgi Weilburg mit seinem unvergleichlich schön gelegenen Schlosse veranstaltet am 18. September wieder eine große Schloßbeleuch tung mit Höhenfeuerwerk. Die letzten Beleuchtungen haben sehr viel Fremde nach Weilburg gezogen.

Limburg( Lahn). Unter Leitung von Gemeindeförster Baum­Langhede tagte hier der Verein der Gemeindeforstbeamten der Bezirksgruppe Wiesbaden.

Diez a. d. Lahn. Die Stadtverordnetenversammlung be­handelte die Sicherung der Stadt gegen Hochwasser. Das por­liegende Projekt erfordert einen Aufwand von rund 1 Million R.- Mart. Es wurde beschlossen, dies Projekt zurüdzustellen, da­gegen eine Teiltanalisierung sofort vorzunehmen.

*

Das Alter der Frankfurter Messen.

Frankfurt a. M. Durch einige Zeitungen ging in diesen Ta­gen die Nachricht, daß im Dezember dieses Jahres 700 Jahre seit der Gründung der Frankfurter Messen verstrichen sind. Diese Meldung beruht auf einem Irrtum, denn die Frankfurter Mes­sen sind nicht 1227 gegründet worden, sondern bestehen schon ei=

Nr. 38.

nige hundert Jahre länger. Im Jahre 1227 sind nur bestimmte wichtige neue Privilegien der Stadt Frankfurt als Reichsmesse stadt verliehen worden, der beste Beweis dafür, daß die Messen damals schon so bedeutend gewesen sein müssen, daß sie kaiserlich privilegiert wurden. Die Frankfurter Messen sind nicht ge gründet" worden, sie haben sich zwangsläufig und mit Naturnot wendigkeit aus der geographischen Lage des alten Frankfurt und jeiner Bedeutung für Verkehr und Handel der alten Welt entwidelt.

Die Frankfurter Messen im Jahre 1928. Frankfurt a. M., 15. September. Soeben sind die Termine für die Frankfurter Messen des Jahres 1928 von Fachausschüssen beim Frankfurter Meßamt festgesetzt worden. Die Fachausschüsse bestehen bekanntlich aus Vertretern der Industrie, des Groß und Einzelhandels. Dieses Gremium hat nun die Termine für die Frühjahrsmesse 1928 auf den 22. bis 25. April und für die Herbstmesse auf den 30. Sept. bis 3. Oktober festgelegt. Wenn die zuständigen Stellen in Handel und Industrie schon jetzt die Termine der Messen festlegen, so mag auch das ein vollgültiger Beweis dafür sein, daß die Frankfurter Messen eine nicht zu missende Notwendigkeit für die deutsche Wirtschaft darstellen.

Bad Homburg. Zur 20. wiſſenſchaftlichen Tagung der Deut­

schen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwis senschaften zu Bad Homburg vom 18. bis 22. September 1927 wird sich eine große Anzahl von Aerzten u. Gelehrten einfinden.

Kassel. Der 27jährige Sohn des Jungmann aus Rengerts hausen bei Kassel verunglüdte bei einer Reparatur einer Radio antenne dadurch, daß der Antennendraht mit der elektrischen Lichtleitung in Berührung fam. Der junge Mann hing stunden­lang an dem ich Starkstrom durchpulsten Draht und konnte erst aus seiner schrecklichen Lage befreit werden, nachdem der Strom abgestellt war. Inzwischen war der Tod eingetreten.

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Erfgeint: Sa Bezugspreis 40 Pig. mond Rebellionsschluß früh 8 Uhr.- Fi endang nicht verlangter Manust

10. Jahrgang

Die heffliche Lay Wie aus Darmstadt gemel Fraktionen in der Finanzausj mber dahin geeinigt, daß die November stattfinden soll. Den jen, die Regierung möge eine C gen, durch die die Legislaturper prechend abgeändert werde, um November stattfinden lassen zu Sandtag ist nämlich am 7. De worden. Nach der hessischen V Neuwahlen in der zweiten Hälf in der ersten Hälfte des Dezem beiden letzten Novemberſonntage 1. Advent, zwei für unsere ev babe Feiertage. Da an solchen den dürjen, so tame nur die er in Frage. Much diese sind für d geeignet, weil sie in der Weihna wir keine Walltämpfe führen nötig, die Wahlen auf die erste legen. Allerdings ist dazu e Des Gejet nötig. Die Stellungnahme der einz wie wir hören, folgende: Für termins auf den 13. November m traten, Demokraten, Zentrum und Der Bauernbund behielt sich seine Dot. Die Deutschnationalen spra Borverlegung des Wahltermins c foll der Landtag noch einmal z die Gesetzesvorlage über die Ve raten werden soll.

Hersfeld. Unsere Stadt war in diesen Tagen der Schauplah eindrudsvoller evangelischer Kundgebungen. Der Hessen- Kassel­sche Hauptverein der evangelischen Gustav Adolf- Vereine hielt hier sein Jahresfest, verbunden mit Jahreshauptversammlung, ab.. Bad Kreuznach soll durch die in Aussicht stehende Vermin derung der Besatzungstruppen ganz von den Franzosen befreit

werden.

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oom 29. Oftober bis 7. November 1927 in Ludwigshafen a. Rh. Ludwigshafen. Die Veranstaltung findet unter dem Ehren­präsidium des Herrn Dr. Dr. Christian Weiß, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen statt. Im Ehrenausschuß sind unter anderen vertreten: Die Vorsitzenden der Handwerkss u. Ge werbekammer, der Handelskammer und der Innungen einschlä gigen Gewerbes, die maßgebenden Herren der Stadt und der Landesverwaltung. Die Ausstellung wird mithin von allen in Frage kommenden Vereinen, Verbänden und Berufszweigen unterstützt und auf das lebhafteste begrüßt. Man rechnet mit einem starken Fremden besuch. Der Prospekt der Ausstellung ist erschienen und wird vom Ausstellungsbüro Ludwigshafen a. Rh.. Siegfriedstraße 10, versandt.

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Bei der diesmaligen Wahl das Wahlbeschränkungsgesetz in daß nur die seitherigen Parteien didaten für eine Neuwahl au Bartei hat 5000 Rmt. und 70 Wahlberechtigten aufzubringen.

Wir müssen noch auf ein melche bis jetzt noch zu wenig b jind teine 2 Monate mehr bis z 13. November festgehalten wi Wahlbeschränkungsgesetz noch noch keine Gesetzestraft erlang die Ausführungsbestimmunge Ueberraschungsmanöver bevor nicht, fönnen nur vermuten. besten Rednern wird nicht wi hon jetzt in weiten Kreisen 1 noch mehr verbittert. Der L Dember dürfte ein anderes Ges mittige. Gerade die trotz de auftretenden Gruppen werden zufriedenen Kreise unseres He

Am 13. November Landtagsa fish in der Finanzausschußsizung i November für die Landtagswahle Regierung ist veranlaßt worden, bringen, durch die die Verfassung eigentlich verfrüht gewählte Land mit dem alten Landtag follidier fann schon Ende dieses Monats tretenden Landtag genehmigt w 21. September der Ministerialro Landeswahlleiter und der Legat tabt zu seinem Stellvertreter er

Landtags- Finanza

An der Landwirtschaftlichen i der Staat mit eigenem Mate willigt 28 300 M. Außerdem ge Bufchuß des Staates zu dem zu Busschuß ersucht weiterhin die R Baatgut für alle Wettergeschädig Die Regierung soll weiterhin 600 Senijebau treibenden Gemeinde stulturen flüssig machen. U fragt, erwiderte der Finanzminis maden ja tönnen, da noch verho

Ministerpräsident Held über Tuntenhausen. Auf der S patriotischen Bauernvereins führt us, daß nicht nur in Berlin, so eien, die das Heil für das ganze

Im Einheitsreich, sehen, ohne Rücksi Wir wollen aber unsere Selbstä bas Reich dadurch zu schwächen, eugung haben, daß die Kraft desi nigfaltigkeit der Stammeseigentüm

peiichtlich geworden und bis auf peblieben find.