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gleichen Tische figt, in der gleichen Stube

geht und zum Judas wird. Und plötzlich perlaisen von allen Freunden, weil der

nd Verleumbung auch die anderen blen

die Wege der Menschen. Bon der

chaft, von der Feindschaft zum Berrat. Mizgunit, des Verrats bleiben teinem fommt über jeden eine Stuiroe, wo allet

nd vergessen wird, wo die besten Absch gefälscht werden, wo viele an dir itte los dich verlassen, höhnen, spotten und dann auch der Freund noch geht! Du

als Stütze zu haben, und ein Schilftoht ujommen.

Ernte, wo nur Liebe gejät war.

*

günstige Stunde.

sechs Uhr in der Morgenfrühe erwot vochentägliche Leben. Der Mann der

hit bas eilende Getriebe in den Strain; ört die weibliche Bevölkerung zu di em

n der Arbeit". Eine Stunde später iritt

Iten mit starkem männlichen und weib

ent Plan. Dazwischen die Scharen der,

lotriafreudigen Schulkinder. Dann ebbt

b. Gegen neun Uhr früh sind auch die

und verwaltenden Bürokratie in ihren

mutet dann auf einmal die Strafe an Die wenigen Fußgänger weden teine Er Gewimmel zuvor; und wären nidit bie

s Straßenbild wochentäglich charakteris Feiertagsstille glauben. So fahl, so un

n die elfte, bis in die zwölfte Stunde.

artt einiges Leben aus der Umgenend

I wieder. Aber in den Geschäftsstraßen merkwürdig einsam. Die wenigsten ron sind so klug, diese ruhigen Stunden von infäufen zu nutzen. Häusliche Geschäftig meisten Frauen daran, da man sich nur

on eines gewohnten Trotts entschließt. The Stunde den Besorgungen so manche nehmen.

Gießener Betrugsprozeß. Betrugsprozeß gegen die Kaufleute der bereits seit dem 6. April im Gange Zeugen vernommen; außerdem wurden legten Aussagen von etwa 200 in allen hnenden Zeugen verlesen. Es stellte sich Bild heraus: Einer der Angeklagten be­

Sonnabend, den 16. April 1927.

,, Gießener Zeitung"

Jahre 1925 auf diese Weise für etwa 16 000 M Waren, soweit| Kinder mit den beliebtesten und schönsten Spielwaren bedenten feststellbar, erschwindelt. Aber auch bei den übrigen Angeklag­ten gehen die erschwindelten Summen in die Tausende. Das Urteil dürfte voraussichtlich Mitte nächster Woche zu erwarten sein. Einer der Angeklagten, der Kaufmann" Römer aus Heuchelheim, wurde bekanntlich vor einigen Tagen im Gerichts: Jaal unter Meineidsverdacht in dieser Straffache verhaftet.

* Batetzustellung an Ostern. Am Ostermontag werden Pakete, abgesehen von Eilsendungen, nicht zugestellt, dagegen findet am Ostersonntag vormittag eine Paketzustellung statt.

Warnung vor einem Schwindler. In unserer Stadt ver fuchte ein angeblecher rumänischer Student unter dem Vorgeben, er sei politischer Flüchtling, bei einem hier studierenden Lands mann Unterfommen zu finden. Da der angebliche Flüchtling einen guten Eindrud machte und er seine Angaben äußerst glaub würdig vorbrachte, wurde er auch von dem Studenten beher= bergt und verpflegt. Nach einigen Tagen jedoch ist er nach Ab­schwindelung eines Geldbetrages und unter Mitnahme des Abi­turientenzeugnisses des Studenten verschwunden. Der Schwind­ler hat darauf in Marburg a. d. L. und in Dettingen, Bayern, unter Vorzeigung des entwedeten Abiturientenzeugnisses, das auf den Namen Moses König, geboren am 29. 2. 1904 zu Gu ceapa, ausgestellt ist, größere Geldbeträge erschwindelt. Der Betrüger nannte sich Marko Hoffmann, Student aus Jassy. Er ift etwa 25 Jahre alt, 1,65 Meter groß, Don mittlerer Statur, blond, trug dunkelgeränderte Hornbrille, braunen Hut, schwar Jen Smoking, Ladschuhe und braunen Mantel.

forderte Offerten, wobei abwechselnd nenbezeichnung Pelzwaren-", Schuh­Wollwaren-" ,,, Lederwaren- Handlung" ierende Bankverbindungen Fernspred ressen und Postschedfontis angegeben e Aufmachung machte viele Firmen ver auch prompt hineinfielen. Die Vorsich nach dem Besteller; da die Angeklagten Referenz angegeben hatten, fieelen die ingend aus. Stehling hat allein im die habe ich alle in mein Schürzchen ge eines essen, da bin ich aufgewacht." Greteleins Mutter: Ja, Kind, das war dich. Aber nicht wahr, es war ja nur n dich nicht mehr führen und der Oster­inder zu denken, daß er auch manchmal

soll er doch nicht vergessen," meinte das

ermorgen stieg über dem Rheintal auf. Natur bekräftigen: Der Herr ist auf­Menschheit!"

ar oft zur Türe hinaus, um zu schauen, dagewesen sei. Aber immer kehrte es n Mittag kam die Schwester und die te dem Gretelein, daß bei ihr der Hase ich für sie ein paar Eier abgegeben habe. r nicht zufrieden. Er soll auch in unse­

waren über Mittag gerade etwas einge­Beide fuhren in die Höhe.

er Osterhase?" flüsterte die Kleine.

sagte die und rief: Serein!"

ein Herr mit einer Dame, gingen auf das

* Dammrutsche. An der Eisenbahnstrede Gießen Gelnhaus jen haben sich zwei schwierige Bahnrutsche ereignet. Der eine befindet sich zwischen Gießen und der Station Schiffenberg, der andere zwischen Lich und Garbenteich. Die Züge passieren die Stellen im Tempo eines Fußgängers. Es sind bereits mehrere Eisenbahnzüge mit Schotter und Schladen in die beiden Bre schen geworfen worden; die Lettmassen, welche abgerutscht sind, werden auf Felbgleisen entfernt. Beide Rutschstellen befinden fich in Talmulden, in denen das Grundwasser sich gestaut und den Drud gegen den Bahndamm veranlagt hat.

De, es war die ehemalige Herrschaft der gekommen war.

a Das Abbrennen von Heden und Buschwert ist nach der Polizeiverordnung vom 31. März 1913 verboten; ebenso das Be schneiden von Heden, und Buschwert in der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober jeden Jahres. Zuwiderhandlungen werden be traft.

möchte, der schenfe zu Ostern Lose der hessischen Krüppelheim­baulotterie, die nur 1, tosten und für die deutsche Fabriken allein rund 3 600 Gewinne als ihre besten Erzeugnisse gestiftet haben. Die Ziehung ist unwiderruflich am 5. Mai. Wo teine Lose erhältlich, genügt Bofttarte an die Generalvertriebsstelle.. Beamtenbank Darmstadt. Die Lotterie ist in ganz Hessen, in Sanz Baben, in den Städten Frantjurt a. M. und Wiesbaden und in den preußischen Kreisen Obertaunus, Wetzlar, Dill und Biedenkopf zugelassen.

* Die Berunreinigung von Gebäuden. Die hauptsächlich unter der Schuljugend verbreitete Unfitte, Gebäude, Einfrie­bigungen usw., namentlich solche mit frischem Anstrich, durch Beschmieren mit Kreide, Schmutz usw. zu verunreinigen, hat in Letter Zeit wieder überhand genommen. Das Polizeiamt sieht ich veranlaßt, vor solchen Ausschreitungen erneut eindringlich ju warnen, sowie an Lehrer, Eltern, Vormünder usw. das drin gende Ersuchen zu richten, die ihrer Obhut unterstellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote stehenden stehenden Mitteln von der artigem Unfug abzuhalten. Gegen Zuwiderhandelnde wird man unnachfichtlich mit Strafanzeige vorgehen.

Hallo! Hier Meeresgrund! Am Ostermontag, abends DOR 8 bis 9% Uhr, werden die Rundfunkhörer Gelegenheit haben, eine Stimme aus dem Meeresgrund zu vernehmen. Bei der Insel Sylt wird der Taucher Harmsdorf ins Meer hinab­steigen, um vom Meeresboden aus einen Sprechpersuch nach einem Flugzeug vorzunehmen. Dieser Sprechpersuch wird auch auf den Frankfurter Sender erfolgen.

Erben gesucht! Am 17. September v. Js. verstarb in Neu- Südwales( Australien), etwa 81 Jahre alt, der anscheinend aus Deutschland stammende Franz Friedrich Rhonper( Rhyper). Etwaige Erbberechtigte mögen sich unter Glaubhaftmachung ihrer Ansprüche an die Reichsstelle für Nachlässe und Nachforschungen Im Ausland, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 61a, wenden.

I Bom Schenken auf Ostern. Wer sich und seinen Lieben burch Ausstattung des Heimes eine Freude machen will, wer

Die Einheitsturzschrift bleibt unverändert. Vom Deutschen Stenographenbund( Sitz Dresden) wird uns geschrieben: In jüngster Zeit ist in der Tagespresse die Mitteilung verbreitet

unb fie lanzierte ihn, denn sie hatte eine große Vorliebe dafür, ..Habt Ihr auch einen Garten?" fragte das Blondchen. ,, Ei gewiß, wir haben auch einen Garten."

..Hörst Du, Mutter, da ist ein Garten und dann kommt auch gewiß der Osterhase!"

,, Gretelein," meinte der Herr mit einem Lächeln ,,, da müß­teft du ja so lange warten. Ich will mal in eurem Garten nach­sehen. Vielleicht war der Osterhase doch auch hier für dich da." Da sprang das Gretelein mit einem Satz aus seinem Bett­tein, streifte seine Kleider an, und gerade war es fertig, als der Herr von draußen rief: Gretelein, ei der Tausend, da springt ja der Osterhase!"

," sagte der Herr, entschuldigen Sie, keine Antwort von uns erhielten, aber uch haben wir, wie Sie, Schweres durch­der Mann, uns unser einziges Kind, das unserer Rückkunft von der Reise fanden ef. Wir machen Ihnen folgenden Vor­eder zu uns und bleiben ganz bei uns. vie unseres sein, damit auch unser Leben Dat. Schlagen Sie ein." Der Kranken die Hand hin.

t: ,, Erfüllen Sie uns unseren Osterwunsch, bereuen haben." nke dankerfüllt ihre Hände in die der en konnte sie nicht, nur schluchzen vor

atte derweilen aus seinem Bettlein sein geredt und rief jetzt mit seinem feinen ter foll aber doch nicht weinen!"

er Herr und die Dame dem Kinde zu: Ei, nt nicht mehr! Sieh, du und die Mutter,

in die Stadt in ein schönes Haus. Da

mit denen du spielen kannit."

Das Gretelein war wie der Wind draußen. Den Oster­hasen hat es nicht mehr sehen können. Der war scheint's schon über alle Berge. Aber überall im Garten hatte er seine Eier perstedt, rote, grüne, gelbe, blaue. Sogar einige Schokoladen­cier hatte er mitgebracht! Das war ein Jubel!

Osterfreuden­

SCHIED

LOST

Backin

Osterkuchen

Groß und Klein freut sich auf die schönen Festkuchen und wenn diese, wie nicht anders zu erwarten, mit Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin"

ganz herrlich geraten sind, dann ist die Freude doppelt groß. Viele neue Anregungen zu Backversuchen bietet Ihnen das jetzt erschienene farbig illustrierte Rezeptbuch Aus­gabe F. Auch lesen Sie darin Näheres über den vorzüg fichen Backapparat.. Küchenwander", mit dem Sie auf kleiner Gaskocher- Flamme backen, braten u. kochen können. Das neue Buch ist für 15 Plg. in den Geschäften zu haben, wenn vergriffen. gegen Einsendung von Marken von

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worden, daß zwei Stenographie- Gemeinschaften an die Regierun gen des Reiches und der Länder den Antrag gestellt haben, eine alsbaldige Aenderung der für Schulen und Behörden vorge­schriebenen Einheitsfurzschrift vorzunehmen. Dieser Antrag hat feine Aussicht auf Verwirklichung, denn die Reichsregierung steht auf dem Standpunkt, daß mit einer Aenderung der Einheits­furzschrift in den nächsten Jahren auf keinen Fall zu rechnen ist.

Als am Abend sich die Gäste verabschiedet hatten mit der Bersicherung, in einigen Tagen die Uebersiedelung zu ordnen, da sagte das Gretelein nach dem Abendgebet zu seiner Mutter: Siehst du, liebe Mutter, es war fast so, wie ich geträumt habe mit dem Osterhasen. Nur daß mich in den Garten nicht Der Vater geführt hat, sondern der neue Onkel."

*

Ihr Bild.

Von Regine Tauber Mirsty.

G.

( Nachdruck verboten.)

*

Nr. 16.

wegen der besonderen Verhältnisse der Inflations- und De flationszeit nich ausgeführt werden. Zwar wurde die Lohnbe wegung nach Möglichkeit verfolgt, aber mit der praktischen Aus. führung des Gesezes mußte bis zur Wiederherstellung stabile­rer Verhältnisse gewartet werden. Dieser Zeitpunkt ist jetzt ge­tommen. Man will zunächst mit Erhebungen fleineren Um fanges in ausgewählten Gewerben beginnen. In erster Linie tommen dabei Gewerbe in Betracht, deren Lohnentwicklung sich infolge vorwiegenden Stüdlohnes tarifmäßig nur sehr unvoll fommen erfallen läßt, z. B. die Textil und Metallindustrie, oder bei denen in größerem Umfang ein tarifloser Zustand herrscht, wie z. B. beim Holzgewerbe. Später sollen die Er hebungen auch auf Gewerbe ausgedehnt werden, in denen der Zeitlohn vorherrscht. Man will mit diesen Erhebungen zu nächst einmal eine Ergänzung der laufenden Tariflohnſtatiſtik durch vergleichbare Feststellungen der tatsächlichen Arbeitsver dienste erreichen, und zugleich den Anregungen des internation nalen Arbeitsamtes in Genf entsprechen, in denen ausdrücklich neben der Tariflohnstatistik auch Feststellungen der tatsächlichen Arbeitsverdienste empfohlen wurden. Ein wesentliches Erfor dernis der amtlichen Lohnstatistik ist die paritätische Betei ligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diesem Erfordernis wird Rechnung getragen durch gleichberechtigte Heranziehung der Betriebsleiter, bezw. ihrer Vertreter und des Betriebsrates.

Lohnstatistit. In diesem Jahre sollen nach einem Vor­schlag der Regierung Erhebungen über die Lohn und Gehalts­verhältnisse der Arbeiter und Aegestellten in ausgewählten Ge werben, Orten, Betrieben, Arbeiter und Angestelltengruppen veranstaltet werden. Die Durchführung und Aufarbeitung der Erhebungen wird dem Statistischen Reichsamt übertragen, das nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeit geber und Arbeitnehmer die zu erfassenden Betriebe, Arbeiter: und Angestelltengruppen auswählt und die Erhebungspapiere aufstellt. Die Fragen werden sich erstrecken auf Namen, Alter, Familienstand, Lohnform, die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeits- und Ueberstunden, den tatsächlich verdienten Brutto­lohn mit Angabe der Zuschläge für Ueberstunden, die Sozial­zuschläge, die Beiträge des Arbeitnehmers und Arbeitgebers zur Sozialversicherung und zur Erwerbslosenfürsorge und dem Steuerabzug. Die Erhebung geht zurüd auf das Gesetz betref send Lohnstatistit vom 27. Juli 1922. Das Gesetz konnte damals

Magda war ein entzüdendes junges Mädchen mit großen, rehbraunen Augen und einem hellen, zarten Teint, der wie Elfenbein schimmerte. Sie war das vewöhnte Töchterchen reicher Eltern, die ihr jeden Wunsch freudig erfüllten. Die Mutter war schwach und kränklich und es war ihr sehnlichster Wunsch, ihr Töchterchen bald zu verheiraten, um sich noch an ihrem Lebens­glüde erfreuen zu können. Bei dem großen Vermögen der reizen­den jungen Erbin fehlte es ihr natürlich nicht an Freiern; die Eltern übten aber keinerlei 3wang auf ihre Tochter aus und wollten ihr ganz allein die Wahl ihres Lebensgefährten über­lassen.

Magda hatte sich in einen jungen Geiger verliebt, ernstlich verliebt, wie sie sich nach strenger Prüfung eingestand, und den wollte sie zum Gatten nehmen.

Den schlanken jungen Künstler hatte sie erst fürzlich in einem Wohltätigkeitskonzert tennen gelernt, wo er ihr im Künstler­jimmer ein Autogramm gegeben hatte. Er stammte aus Sie­benbürgen und war vermutlich ein Zigeuner. Der interessante Fremde war von einer unermüdlichen Komiteedame des Wohl tätigeitsfestes in einem Caféfonzert entdeckt worden, wo er in

* Scheuerfest. O weh, jetzt beginnen fritische Tage für die Herren Haushaltungsvorstände: es wird gescheuert! Schon bei Tagesanbruch wird es im Hause lebendig; in den gestern so trauten Räumen wohnt heute das Grauen. Ueberall wird ge= flopft, geputzt. Seifenwasserfluten ergießen sich, wo man fic gerade nicht vermutet. Die Möbel werden von den Wänden abgerüdt u. man hört Quierschlaute, die dem lieblichen Geschrei Freund Langohrs ähneln und die einem durch Mark und Bein gehen. Staubig gewordene Gardinen werden abgenommen. Müh sam schlängelt man sich von einem Zimmer in das andere, über­all ist man im Wege. Endlich gelangt man an den Schreibtisch und stellt sich schützend vor dieses Heiligtum; denn auch auf ihm soll Ordnung" gemacht werden. Es nühr nichts; im Sturm mit Handfeger und Bürsten wird auch diese letzte Bastion ge­nommen. Nachdem man schnell noch den Schlüssel am sorglich verschlossenen Piano abgezogen, damit nicht etwa der Resonanz boden auch noch gescheuert wird, flüchtet man als Vater ins Freie. Doch jedes Ding hat ein Ende. Und so geht auch der große Reinigungsprozeß vorüber. Wenn man dann in die gründlich gesäuberten Räume wieder einziehen darf, die hellen Fenster mit frischen Gardinen bestedt, wenn einem überall saubere Behaglichkeit entgegen lacht, dann sind auch die Scheuer­tage bald vergessen. Mutter" bekommt einen herzhaften Kuß und zufrieden und glücklich raunt man ihr ins Ohr: Trautes Heim ist Glüd allein".

*

Märzveilchen. Märzveilchen mer fennt sie nicht, diese schlichte Frühlingsblume? Wer hat sich nicht schon oft an ihrem herrlichen Duft erfreut. Noch ringt in der Natur der heran nahende Lenz mit dem mürrisch und nur widerwillig abziehen den Winter: da reden schon die ersten kleinen Märzveilchen ihre blauen Köpfchen, als wollten sie verstohlen Ausschau hal. ten, wieweit es denn eigentlich mit dem Erwachen der Natur wäre? Gerade die Bescheidenheit, verbunden mit dem lieblichen und unaufdringlichen Duft haben unsere deutschen Märzveil chen so viele Freunde erworben. Ihre italienischen Schwestern, die Parma- Veilchen, sind weit größer und pruntvoller in ihrem Bau, aber ihnen fehlt dafür auch der zarte Duft, sie sind auch hierin aufdringlicher. Botanisch heißt das Veilchen viola; man fennt ihrer etwa 150 Spielarten, darunter allein 18 deutsche.

Rüdseite des Bildes, auf der er einige hingefrigelte Worte gewahrte.

einem Künstlerquartett die erste Geige spielte. Er gefiel ihr| Geiger hob das Bild hastig auf und da fiel sein Blid auf die junge Talente zu entdeden und zu fördern. Die Komiteedame verschaffte ihm in reichen Häusern gut bezahlte Stunden, welche es ihm ermöglichten, das Spielen im Caféfonzert aufzugeben und eifriger seine Studien zu betreiben. Diese Dame, die Ba­Tonin Gollstein, lud den Zigeuner zu ihren Jours, wo er fleißig musizierte und stets die allgemeine Aufmerksamkeit zu fesseln verstand.

-

Aber der schöne Künstler hatte einen unverzeihlichen Fehler: er war ungemein lintisch und schüchtern. Er beachtete feinen Wink und verstand teine noch so deutliche Anspielung; er lebte nur seiner Kunst, und die vielen ihn umschwärmenden Mädchen und Frauen schien er nicht zu beachten. Magda und Bela trafen einander oft in Gesellschaft. Einmal er spielte gerade wieder seine entzückenden Zigeunerweisen blieb sein traumverlorener Blid wie gebannt an den hellbraunen Augen Magdas hängen, die ihm gegenüber saß und ihn regungslos anstarrte. Er be­merkte jetzt zum erstenmale, daß sie schön, engelschön war und bei dieser blizzartigen Erkenntnis strömte ihm eine Blutwelle ins Gesicht. Und auch das Mädchen war feuerrot geworden, als sie es merkte. Und von nun ab hatte er nur noch Augen für sie. Als das Spiel beendet war, drüdte sie ihm unter heißen Dankesworten die Hand. Und zum erstenmale fühlte sie seinen zaten werbenden Gegendrud. Aber dann zog er sich schweigend zurüd und war bald verschwunden, wie dies so seine Art war.

Am folgenden Tage erhielt er von Magda ein Paket zuge­schict: ihr Bild in einem großen Lostbaren Rahmen. Hocherfreut sah er das schöne Bild an und dann bededte er die schützende Glasplatte mit heißen Küssen.

Er hängte das Bild an die Wand seines dürftigen Stübchens und täglich füßte er die talte gefühllose Glasplatte.

Einige Tage nach Erhalt des Bildes traf er die schöne Ab­senderin wieder in Gesellschaft und fand nur schwer den Mut, ihr mit einigen ungeschidt gestammelten Worten für das herrliche Geschenk zu danten. Sie blidte ihn sehnend, erwartend und vor­wurfsvoll an, dann wandte sie sich verlegen ab. Bela war bald wieder aus dem Saale verschwunden. Sie sah ihm mit einem bennenden Blide nach, enttäuscht, gebrochen.

Bald darauf war sie mit der tränkelnden Mutter nach dem Süden gereift. Und als der Musiker Magda nach mehr als Jahresfrist wiedersah, war sie die Gattin eines jungen Aristo­fraten geworden. Kühl und vornehm rauschte sie an ihm vorbei, seinen Gruß stolz gemessen erwidernd. Er rwidernd. Er hatte sie für immer verloren.

Nach vielen Jahren geschah es, daß der alternde Junggeselle wieder einmal die Wohnung wechselte, wobei das Bild fallen gelassen wurde und die Scheibe zerbiach. Auch der Rahmen lockerte sich und die Photographie war zu Boden gefallen. Der

Und jetzt wurden seine Augen groß und starr und nahmen den Ausdruck der Verzweiflung an; seine Lippen bebten, sein Antlig wurde aschfahl. Das Bild entsant seinen Händen und Bela stürzte stöhnend und schluchzend der Länge nach auf dem Fußboden hin.

Die Rückseite des Bildes hatte eine Widmung enthalten, die er erst jetzt nach vielen langen Jahren bemerkte. Da standen mit zitternder Hand hingeschrieben die Worte: In heißer Liebe und sehnsüchtiger Erwartung deine dich anbetende Magda."

Und nun raufte er sich die wirren Loden, in die sich schon einzelne Silberfäden mischten und jammerte und flagte um sein verlorenes Glüd!

Sonntag auf dem Lande.

Von Kurt Bod.

( Nachdrud verboten.) Durch tiefen Wald wandern wir, alle Böglein singen uns ihre schönsten Sonntagslieder und dein Kopf ruht an meiner Schulter. Rings Heiligkeit.

Sonnenlichter tanzen und haschen nach den trunten taumeln­den Faltern. Ein Reh äugt uns unerschredt vertraulich an. Alle Blumen lachen wie dein Mund so rot! Hinaus treten wir an den Wiesenrain, meit vor uns liegt das blühende Land, die reifen Felder, blizen die Bänder der Bäche und aus lauter Wipfeln leuchtenden Dorfdächer. Nun ist nur ein Gedanke: du bist bei mir!

Die Wälder verstummen hinter uns, verträumt singt durch den Frieden ein Mühlenwehr, heim gehen wir, heim. Wolfen wandern sacht über uns.

-

Sieh nun im Abendrot leuchtet traut, so traut ein Haus, im Blättergrün schwanken die Kastanienblüten über Dach und Garten.

Und sieh: aus dem Dämmer schweren Flieders strahlt fried­lich nur ein Fenster, dein Fenster, Herzliebste.

Sell singt nah dem Dorje eine frische Stimme; auf unserem Dachfirst flötet die Drossel hinein in das alte Volkslied: 3um Sterben bin i

den Verliebt in di,

sih Deine schwarzbraune Aeuglein

Verführen ja mi.

Bischt hier oder bischt dort Oder sonst an einem Ort, Wollt wünsche, könnt rede Mit dir ein paar Wort.

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