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Sonnabend, den 16. April 1927.

Unverwandte des Veilchens sind die Cyklamen oder Alpenveil chen und das dreifarbige Beilchen, das wir Stiefmütterchen nennen. Das im Walde häufig vorkommende und heller ge= färbte Hundsveilchen ist geruchlos. Das Beilchen war die Wap­penblume der Napoleoniden, wie die Lilie die der Bourbonen. Bei lyrischen Dichtern erfreut sich das kleine Blümchen befon­derer Beliebtheit. Das bescheiden im Verborgenen blühende Beilchen"( ein Mägolein) oder die veilchenblauen Augen" sind Phrafen, die in feinem Roman älterer Zeit fehlen durften.

Alus Nah und Fern.

Bad Nauheim. Das hiesige Hotel Astoria ist durch Kauf in den Besitz der Berliner Buchdruder- Krankenkasse übergegangen. Als Kaufpreis wird die Gumme von 120 000 M genannt.

Bad Nauheim. Bei den Kanalisationsarbeiten am Ausgang der Frankfurter Straße nach Nieder- Mörlen wurden fleine Hufeisen in größerer Zahl gefunden, die allem Anschein nach von den Rosaken herrühren, die im Berbande der Blücherschen Ar mee nach der Völkerschlacht bei Leipzig die Wetterau auf dem Marsche nach dem Rhein und Frankreich passierten.

Friedberg. Aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis ist ein schwerer Junge" ausgebrochen. Er hatte die Wand seiner Zelle durchbrochen und gelangte über Dach und Mauer auf die Straße. Sein erster Besuch galt einem Schuhwarengeschäft. Bisher fehlt jede Spur.

Hachenstein. Bei Grundarbeiten im Ronventgarten der Abtei Marienstatt wurde vor einigen Tagen eine Münze ge funden, die sich als ein Goldgulden des Kölner Erzbischofs Friedrich III.( 1371-1414) herausstellte.

Frankfurt a. M. Am 18.( Oftermontag), 21. und 24. April eröffnet der Frankfurter Renntlub auf der so idyllisch am Ober­forsthaus gelegenen Pferderennbahn jeine diesjährige Saison. An den 3 Tagen find insgesamt 10 Ehrenpreise und 61 000 M an Geldpreifen zu gewinnen, wozu noch die Züchterprämien tom­men. Wie bereits heute schon feststeht, wird man gute Felder und spannende Kämpfe zu sehen bekommen. Bei nur einiger­magen günstiger Witterung dürften jedem Liebhaber des Pfer des bortselbst einige genußreiche Stunden bevorstehen.

Koblenz. Am 9. Dezember vor: Js., im Laufe des Vormit­tages, wurde im Koblenzer Stadtwald in der Nähe des Geißen­töpfchens in einem kleinen Tannenwäldchen eine unbekannte männliche Leiche gefunden. Dieselbe hat anscheinend schon längere Zeit dort gelegen, da die Verwesung weit vorgeschritten war. Nach dem Befund dürfte Selbstmord durch Erhängen vor­liegen. Der Tote trug einen Mantel als feldgrauem Militär> stoff, einen braunen Anzug mit weißen Fadenstreifen, darunter eine dunkle Hose mit hellen Streifen, einen braunen Filzhut, schwarze Schnürschuhe, schwarze Soden, ein Normalhemd mit Einsatzbrust mit lila Streifen, einen weißen Stärkefragen und ein weißes Stärkevorhemd. In dem Kragen und dem Vorhemd befindet sich ein Wäschezeichen Nr. 128 mit unauslöschbarer Tinte geschrieben. Folgende Gegenstände wurden bei dem Toten vorgefunden: 1 kleiner schwarzer Handspiegel, 1 weißer Steh­fragen mit dem Wäschezeichen 128, ein Bleistift in gelber Mes­fingumhüllung, 1 Ring mit Schlüssel, eine kurze Holzpfeife, ein Regenschirm, 38 Pfg. und eine Schachtel mit Streichhölzern. Auf der Schachtel befindet sich die Firmenbezeichnung Sch.. o e. Füllgrebe, Kolonialwaren. Feinkost. Die Buchstaben welche durch Punkte angedeutet sind, sind auf der Streichhozschachtel unleserlich. Um zweddienliche Nachrichten, die zur Ermittelung der Person des Toten führen, ersucht die Fahndungspolizei in Koblenz.

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Der Oberbootsmann meldete niemals jemand zum Rapport. Er tam so flat, wie er sagte. Einmal aber geschah es doch, und das tam jo.

Ein seebefahrener Mann vom ältesten Jahrgang, ein so­genannter Altbadscher", sollte sich einmal bei ihm melden. Als dem besagten Geemann dieser Befehl überbracht wurde, sagte er in der respektlosesten Weise: Was, ich soll zum Oberboots­mann tommen? Ich hab' schon mehr Geewasser gesehen als der Oberbootsmann!"

Diese Aeußerung wurde dem Oberbootsmann hinterbracht und schon stand der Sünder vor dem ersten Offizier.

,, Sie sind wohl verrüdt Herr! Was fällt Ihnen ein, solche unverschämten Reden zu führen! Mehr Seewasser haben Gie gesehen als der Herr Oberbootsmann?! Unerhört ist das! Mehr Grog haben Sie gesehen, Sie!"

Dor

-

Bei diesen Worten aber trat der Oberbootsmann empört sein wallender Vollbart zitterte: Herr Kapitän! Und auch das möchte ich sehr bezweifeln!"

Das Beschwerderecht.

Ge. Exzellenz wollten sich Unterricht über das Beschwerde­recht vorführen lassen. Was wissen Sie über das Beschwerde­recht?"

,, Jch beschwere mich niemals!"

Exzellenz: Na, na! Hören Sie mal, Herr Oberleutnant, haben Sie den Leuten das beigebracht?"

,, Zu Befehl, Ew. Exzellenz. Ich halte es aber doch für das Beste

,, Ach, ich bitte Sie, Herr Oberleutnant, das ist doch eine gänzlich unmögliche Auffassung!" Der rechte Flügelmann! Wie heißen Sie?"

,, Kaludrigkeit, Euer Exellanz!"

,, Schön! Also Matrose Kaludrigkeit, wenn ich nun zum Bei­spiel mal zu Ihnen sage Sie Kamel! beschweren Sie sich dann?"

-

,, Nein, Euer Agellanz!"

,, Nanu? Warum denn nicht?" ,, Aus Kameradschaft, Euer Arellanz!"

Banait Istrati, Onkel Angiel, Verlag Rütten- Loening in Frankfurt, 1927. 242 Geiten, geh. 4,-, geb. 6,- M. Von dem ersten Buche dieses neu entdeckten rumänischen Schriftstel lers ,, Kyra Kyralina" war schon an dieser Stelle die Rede. Nun liegt der 2. Band vor und er bedeutet eine Steigerung der literarischen Leistung. Staunend stehen wir einer Welt gegen über, die uns unmöglich scheint und doch wahrhaft besteht. Lei­denschaften wogen, Temperamente toben sich aus in so gewal tiger Utmäßigkeit, daß wir degenerierten Kulturmenschen nei disch hinblicken müssen auf jene Südostede Europas, die uns Istrati schildert. Dort leben noch wirkliche Menschen, die leib, haftig und greifbar vor unseren Augen stehen, wirklich in ihren Tugenden und Lastern keine Salonmenschlein des westlichen Europas. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung dieser Bücher, die der Verlag bereits ankündigt.

K. Rasmußen, Die Große Jagd. Verlag Rütten- Loening in Frankfurt. 1927. 108 Seiten mit einer geogr. Karte. Geh. 4,-M, geb. 6, M. Der Verfasser hat lange Jahre bei den Polar­

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estimos gelebt, ihre Freundschaft und Achtung genossen und da bei mit offenen Augen ihr Leben und Treiben studiert. Aug aus diesem Buche ergibt sich die Folgerung, daß für die Natur­völker das Erscheinen der Weizen und der Verkehr mit ihnen nur Unheil im Gefolge hat. Die Eskimos erzählen, daß die ersten Menschen nur Estimos waren. Erst durch Paarung eines Mädchens mit einem Hunde entstanden die Weißen. Eine An­schauung, die uns Weißen zu denken geben sollte! Das Buch, das mit der trefflichen Schilderung eines Bärenzweikampfes ichließt, zeigt deutlich, wie abhängig das Leben der Menschen im hohen Norden vom Erscheinen und Verschwinden der Robben, Wale und Bären ist. Das hübsche Wert unterhält nicht nur, es belehrt auch. Adamantius.

W. Wirbiky, Adler und Falfen. Ein Ostmartroman. Schlesischer Mujenalmanachverlag in Breitenhain. 255 Seiten. Jn Ganzleinen 3,80 M. Die letzte Tagung in Genf und die dor tige Regelung der polnischen Schulfrage haben unseren Blid wieder nach Osten gerichtet. Wer einmal ein richtiges Bild ge winnen will von der Art und Weise, wie man dort schon vor 1914 das Deutschtum und die deutsche Schule bekämpfte, der greife zu diesem schönen Buche. Erschreckend ist der Haß der Polen gegen alles, was deutsch heißt. Obwohl jie widerwillig deutsche Tatkraft, deutsche Tüchtigkeit, deutschen Fleiß und deuts sche Sauberkeit anerkennen müssen, fämpfen sie trotzdem mit Gewalt, Hinterlist und Tüde dagegen an. Der Verfasser wat in jener Gegend Lehrer; seine Darstellung ist darum wahrheits getreu. Sein Buch sei sehr empfohlen. Adamantius.

Wie die Alten jungen. Meine Jugend, von M. Maier Hug en dubel( Christlicher Vollsdienst), Quellverlag, Stutt gart, 32 S., Preis 20 Pjg. In schlichten, aber fraftvoll wieder gegebenen eindrucksvollen Bildern ist hier eine Jugend gezeich net, aus der junge Menschen sich Wegleitung und wahre Lebens weisheit holen tönnen. Ein treffliches Büchlein.

Otto Mäding, Unjere Sonnenwelt ein technisches Wun der.( Elektrochemie des Sonnensystems). Theod. Thomas Ber lag, Leipzig. Geheftet 3,-M. In diesem Buche versucht der Verfasser, eine vollständig neue Kosmogonie aufzustellen, indem alle Prozesse im Weltgeschehen auf elettrochemische Vorgänge zurüdgeführt werden. Die Gedankengänge des Verfassets sind außerordentlich interessant und geistreich. Die Lektüre des Buches ist fesselnd. Besondere Kenntnisse werden nicht voraus gesetzt.

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Der Heberfall auf den Effenbahnzug in

Sei Guadalajara in Merito ist ein Eisenb diten überfallen worden. Der Ueberfall stel der schwersten Verbrechen heraus, die je v Banditen verübt worden sind. Die Zahl der dem Ueberfall ihr Leben lassen mußten, steh timmt feft. Jedenfalls ist der Verlust sehr Soldaten, die dem Zuge zum Schuge beigege dem Anschlag zum Opfer gefallen. Inwieweit daß der Ueberfall von Angehörigen der revol verübt worden ist, den Tatsachen entspricht, n gen. Wir verzeichnen folgende Meldungen:

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187 Tote?

Die Zahl der bei dem Raubüberfall auf bei Guadalajara getöteten Insassen wird auf 1 den amtlichen Angaben ist die Mehrzahl vo verbrannt oder durch Bajonett- oder Messe worden. Dem widersprechen private Angaber Leichen Schußwunden festgestellt wurden. D Regierungstruppen bestehende Begleitmann wurde bis auf den letzten Mann niedergemac lichen Stellen mitteilen, ist der Zug von et angegriffen worden. Der Kriegsminister Am lich ihre Verfolgung. Oberst Talamentes is rung zum Zensor für alle militärischen und richten in der merikanischen Presse ernannt Die Ueberlebenden des merikanische attentats.

Bei der Ankunft des Zuges, der die Eisenbahnattentats nach Mexiko brachte, reißende Szenen ab. Mehrere Personen littenen Mizhandlungen wahnsinnig gew ganz lleine Kinder sind von den Bandi Zahlreiche Verwundete weisen äußerst gefä und Brandwunden auf.

Eine Prämie auf Dichiang Kai Wie Evening Standard" aus Scho Dhiang Kai sched Kunfeng zum Finanzmin non Ranting ernannt. Die fommuni Santau soll eine Prämie von 250 000 Tael nahme und 100 000 Taels auf die ermor Dhiang Kai schet ausgesetzt haben. Der von Ranting, Dr. Wu, erklärte den Kri tremisten und dem gemuzigten Flügel Bartei für unvermeidlich. Die Kommun etwa 70 000 Mann in den Provinzen H Streitkräfte Dhiang Kai schets seien ihr überlegen.

Der demokratische Parteitag

Der siebente ordentliche Reichspartei fratischen Partei wurde am Donnerstag durch eine Tagung des fomunal- politischen Der Vorsitzende des Ausschusses, Landto Köln, begrüßte die zahlreich erschienenen jammlung. Das Ziel, die vorliegenden eine eigene demokratische Zeitschrift zu b In den nächsten Wochen werde diese Zeit Heute habe man sich zunächst mit dem T neuen Städtebaues" zu beschäftigen. All und staatspolitischer Natur drängen sich a jammen, sie müßten frei von jeder part nommenheit rein sachlich angefaßt werde Fald dem Stadtbauamt Delsned( Altona ausführte, daß der neue preußische S leider noch nicht zur Erledigung gekomm bisher auf Kernpunkte nicht einigen för

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Kein neuer Russentr

Ein Berliner Korrespondenz- Büro 21. ds. Mts. eine Meldung, nach der deu terstützung der Regierung Rußland einen 1200 Millionen Goldmart zur Verfügun elärt, englische Handelstreise würden da rajt, weil dieser Kredit erst in acht Jahr

Bon deutscher zuständiger Seite wird eri dung von A bis 3 erfunden ist und daß Rußland neue Kredite vereinbart worden

80 Millionen Dollar- Anleihe Die monatelangen Verhandlungen mi gierung über eine Anleihe zur Stabilis

find zum Abschluß gekommen. Ein amer mit den Gesamtbetrag von 80 Million

flegen. In den Aufsichtsrat der Bank amenitanisches Mitglied aufgenommen we