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Sonnabend, den 14. Mai 1927.

hein wird nicht untergehen, wenn der alle it im Volte lebendig bleibt und er wird lang ein Tropfen Blut noch glüht und egen ziehen tann. Das war der Geist, der wir kein Hindernis fannten und tein Un bei solls bleiben. Naden hoch und Zähne es Tages gewartet, der uns im belegten heit bringt! O brich, du Tag der Fülle, brich an!

Jn 2 Ernten

DEUTZ

zahlt der Landwirt!

Sie finden alles, was Sie brauchen,

jucht überreiche ich Ihnen im Namen des Grüßen und Glückwünschen der zurüdge , der alten. aden, diese Schleife, die an Ihrer Stand n3ufunit entgegenfliegen möge. Gon Bener Kameraden, weilte der Kavallerie itab, in Ihren gastlichen Mauern, als Sie im Standarte weihten. Und wenn wir uns wiedersehen sollten, so soll es, jo Gott wenn die Glocken des altehrwürdigen laut in die Lande die Freiheit vertünden hre Wünsche mit den unsrigen ein Ziel en Sie mich schließen mit den Worten: Ravalleriitengeift,

hranken niederreißt;

ch Sturm und Drang hindurch!

it Gott und Hindenburg!

eßen sprach namens der Arbeitsgemein en und Regimentsvereine Gießen bem lichen Glückwunsch und den versammelten erliche Grüße aus. Der Redner feierte inen deutschen Reitergeist. Landgerichts Vertreter des Kriegervereins Gießen, verein, daß der gute Kavalleristengeift hen wohnen möge. Der Redner übergab ins einen mit dem Bilde Madensens 1, unter dessen ruhmreicher Führung zahl en gefämpft haben.

lauf des Abends zeigten die Turner und eßener Turnerschaft, schneidige Bertreter fahrer sowie die Sänger mehrfach ihre vol Die Turner zeigten sehr exakte Uebungen im übrigen gute Freiübungen, die Rad rch vortreffliche Reigendarbietungen, bei Kavallerieuniformen der alten Armee amen, sowie durch vollendete Akrobaten - Radler, die Sänger unter Musiklehrer den Unterhaltungsteil durch einige mei

g gebrachten Lieder. Sämtliche Darbie

termaßen stürmischen Beifall.

alfeldmarschall von Madensen,

stes, ist zu Beginn des Festes folgendes

21:

Falkenwalde i. Pom., den 6. 5. 27. cher Kavalleristentag, Gießen.

wei en

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Wander- Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft Dortmund 24:29. Mai 1927

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Durch langfristiges Zusagen vom 6. bis 8. Mai an Ber­lin und Potsdam gebunden, bin ich zu meinem aufrichtigen Bedauern von der Teilnahme am Gießener Kavalleristentag ausgeschlossen, weile aber in Gedanken inmitten meiner Waffenkameraden. Der mit hingebender Umsicht vielver­iprechend vorbereiteten Veranstaltung wünsche ich den ge= bührenden, allseitig befriedigenden Verlauf. Allen Festteil­nehmern aus treuem Reiterherzen tameradschaftlichste Grüße! Generalfeldmarschall von Madensen. Telegramme an Hindenburg und Madensen. Die Leitung des Kavalleristentages hat am Festabend jol­gende Telegramme abgesandt:

,, Reichspräsident v. Hindenburg, Berlin. Ueber zehn­tausend versammelte alte Ravalleristen geloben aufs neue den Schwur der Treue ihrem geliebten Vaterland und ihrem alten, bewährten früheren Heerführern. 1. Westdeutscher Kavalleristentag, Franz Soldan, Vorsitzender".

,, Generalfeldmarschall v. Macenjen, Falkenwalde. Herz­lichsten Dank für Grüße und Glüdwünsche zum 1. Westdeut jchen Kavalleristentag. Ueber zehntausend alte Kavalleristen erneuern den Schwur der Treue ihrem alten, bewährten Heerführer. 1. Westdeutscher Kavalleristentag, Franz Soldan, Vorsitzender."

Gießener Zeitung"

und der 1. Präsident der Kriegertam, Hassia, Generalmajor v. Breuschen aus Darmstadt, nahmen an der gottesdienstlichen Veranstaltung teil. Pfarrer Bechtolsheimer, der als erster Sprach, hatte seiner Rede die Bibelworte Rosse werden zum Streittage bereitet, aber der Sieg fommt von dem Herrn" und Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid start" zugrunde gelegt. Das Wort von den Rossen, die zum Streittag bereitet werden, steht im Ehrental bei Saarbrüden auf dem Grabe des Generals von Francois, der mit der Fahne in der Hand bei dem Sturm auf den Spicherer Berg gefallen ist, geschrieben, es ist ein rechtes Wort für einen deutschen Reitersmann; denn der deutsche Reiter liebt sein Pferd, er behütet und pflegt es, weil er die Treue des Tieres fennt. Aber Sieg, Gelingen und Segen tommen nicht von außen her, sie tommen nur von Gott. In diesem Sinne soll der Westdeutsche Kavalleristentag die Kameradschaft und Treue stärken, die Herzen vom Alltag loslöjen, fie fest und getrost machen. Pfarrer Dr. Hemmes betonte, daß Glaube, Hoffnung. Liebe die Leitsterne der Menschheit sein sollen. Rabbiner Dr. Sander sprach über das Psalmwort Vertraue auf Gott und tue Gutes". Er erinnerte daran, daß der Feldgottesdienst gewissermaßen auf historischem Boden stattfinde; denn auf em Kajernenhose seien viele Jahrgänge der deutschen Jugend im Waffendienste geübt worden. Zum Schlusse spielte die Kapelle den Choral Nun danket alle Gott", worauf alle Teilnehmer sich zum Dentmal der 116er auf dem Landgraf Philipp- Play, hierauf zu dem Kriegerdenkmal von 1870-71 auf dem Marktplay, marschierten, wo beide Male zur Er­innerung an die Gefallenen in schlichter Feier Kränze nieder­gelegt wurden.

Das interessante Unterhaltungsprogramm erfuhr eine Un­terbrechung durch eine wohlverdiente Ehrung der Gründer des Kavallerievereins Gießen, die von Kamerad Soldan vorgenom men wurde. Jeder der Gründer erhielt eine Gedenkmünze am Bande in den Farben des Vereins. Es wurden ausgezeichnet: Adolf Börner, Wilhelm Beder, Karl Bauer, Johannes Beder, Heinrich Beder, Mar Creutzburg, Wilhelm Döll, Kaspar ring, Ferdiand Even, Johannes George, Friedrich Groß, Jo­hannes Honig, Hermann Kreye, Heinrich Kimmel, Hans Reit­zer, August Köhler, Wilhelm Mühl, Johannes Noll, Karl Parr, Hans Preiß, Ludwig Schäfer, Georg Schäfer, Otto Schmitt, jämtlich in Gießen wohnhaft; Friedrich Müller in Frankfurt a. M.; Ludwig Oswald und Gustav Schneider in Wiefed. Im Namen der Geehrten dankte Ludwig Oswald­Wiesed in herzlichen Worten.

ne sie, so hast du das Edelste und Beste r geraubt, so trittst du hinein in die Ar­den des Weltlebens, ohne deine Seele ein in das Element des Friedens, das in der ein Odem Gottes dich umweht. Entweib ersten Morgenstunden durch Sünde, durc tterung und Verunreinigung der Seele, kommen lassen an die Wurzel deines Te ann wohl im Verlauf des Tages dich mider seine Blume, sein Duft, seine Weibe un­

in.

Der Festionntag.

Vormittags 9 Uhr begann im Hofe der Zeughaustaserne ein Feldgottesdienst, zu dem eine riesige Menschenmenge zusammen­strömte. Die bis dahin eingetroffenen Kavallerievereine und Jonstigen Militärvereine erschienen mit ihren Fahnen, der Ver= ein chem. Ger Ulanen in Hanau hatte eine Abteilung entsandt, die die Uniform des Regiments trug. Viele Offiziere, darun­ter Generalleutnant a. D. Exzellenz Klingelhöffer, der Kom mandeur des 15. Infanterie- Regiments, Generalmajor Fett

-

Der große historische Festzug

stellte sich gegen 1 Uhr am Oswaldsgarten auf. Aus allen Richtungen famen die Vereine, mehr oder weniger mit geschmüd­ten Festwagen, oder mit eigener Musik, oder auf Fahrrädern und mehrere hoch zu Pferd; den alten und älteren Kameraden hat man Autos zur Verfügung gestellt, es möchten an die 20 Autos gewesen sein. Kopf an Kopf stehen mindestens 150 000 Zuschauer in den Straßen, und es dauert nahe eine ganze Stunde, bis der Festzug vorüber ist, in dem nahe 150 Vereine mit 6000 Festzugteilnehmern schätzungsweise marschierten. Zwei volle Stunden dauert es, bis der letzte Mann dieses vorher in Gießen noch nicht gewesenen Festzuges auf dem Festplatz ein­marschierte. Die hierbei gesehenen sämtlichen Uniformen seit der Zeit des Großen Kurfürsten bis in unsere Zeit mit der achtunggebietenden Reichswehr, die Kolonialgruppe, die ganze Schwadron ehem. Kurmärker Dragoner Nr. 14, der Refruten­wagen, die Marine, die Reitervereine aus den verschiedenen umliegenden Landstädtchen und zum Schluß die fahrende Schmiede, mit ihrem Hammer und Amboß, all das sagte dem hochbefriedigten Zuschauer: Der 1. Westdeutsche Kavalleristen­tag hat das gehalten, was seine Ausschußmitglieder vorher angekündigt haben. Deren unermüdlicher Arbeit und weit­blidender Ueberlegung ist das gute Gelingen dieses Festes zu danken, dazu kam die fleißige Unterstützung durch die Presse. voran unser Hessischer Kamerad" und das gute Wetter. Der Festsonntag- Abend

ins Korn werfen und entweder schwunglos mechanisch, ohne jedes höhere Streben, ihren Beruf als einen Kätners und Taglöhnerdienst weiterführen, oder aber sich dem Weltschmerz in die Arme werfen und als verkannte ,, Uebermenschen" unzu= frieden mit Gott und Welt einsam ihren Weg dahinziehen. Und wenn du vollends deine Jugendzeit, deinen Lebensmorgen niuji blojz verträumst und vertändelst, sondern geradezu durch Jugend­sünden befleckt und vergiftest, was wird die Folge sein? Dann wird deine Lebenswurzel frank, dann fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, er fiel auf die zarten Blaublümelein; sie sind verwelket, verdorret". Wohl mag jich manche Blüte wie­der erholen, wohl mag durch eine Gottesfraft von oben her selbst die innerste Lebenswurzel wieder gesunden. Aber allu) im besten Fall, was dahin ist, ist dahin, die Erstlinge der Kraft sind vergeudet, der zarte Duft des Lebens ist abgestreift, und es gibt giftige Wunden im Geistesleben, welche zwar all­mählich heilen, aber entstellende, dann und wann now schmer­zende und wieder aufbrechende Narben zurücklassen.

Die Jahre, in denen du stehst, lieber junger Freund, sind entscheidend für dein ganzes Erdenleben, ja entscheidend für die Ewigkeit. Die Erstlinge gehören Gott, sie sind heilig. ..Seilig ist die Jugendzeit!" sagt unser schwäbischer Dichter Uh­land, der Mann voll Kraft und Mart, und fährt dann weiter

endzeit ist eine Morgenstunde, son der es m Munde. Was den Morgen schön macht, ie Schönheit der Jugendzeit: frische Kraft. Auge; eine Welt, die offen vor dir liegt, inde bis jetzt vor deinem Auge freundlich ind; eine reiche Zukunft, goldenes Licht und ide Sonne. Wie wigtig ist, daß diese Mor richtig angewendet werde! Verträume sie Nichtstum, in unmännlicher Tändelei, so nes Lebens edelste Stunden und beste Kraft trittst du nachher an die großen und ernsten ns heran, ohne deine Seele gesättigt und ge den himmlischen Kräften, welche allein dem es Mannes seinen Wert, seinen Gehalt geben echt erhalten in den mancherlei Enttäuschun arten. Verträumt und vertändelte Jugend dhjen jene bedauernswürdigen Halbmänner, Kampf mit dem Leben so bald die Waffe

jort:

Edler Geist des Ernstes soll Sich in Jünglingsseelen senken. Jede still und andachtsvoll Ihrer heil'gen Kraft gedenken.

So laß denn ein fröhlich und wohlmeinend Geleitwort, das

versammelte annähernd 7000 Festgäste in der Festhalle, in der an die tausend Glühbirnen eine höchst angenehme Beleuchtung zwischen den vielen Fahnen und Guirlanden die Feststimmung gleich beim Betreten noch mehr wedte. Bald ertönte die ,, Kreuz­ritterfanfahre für Heroldstrompeten, der von Schauspieler Bandis marlig gesprochene Prolog war ein Mahn- und Dank­ruf, und nun sah das Auge Festnummern sondergleichen. 20 junge gewandte Damen führten einen Lanzenreigen und Lan­zenübungen aus. Die selbst bei den alten Kavaleristen größte Bewunderung auslösten. Der hierbei gespendete und nicht endenwollende größte Beifall hielt wieder an, als Kamerad Studienrat Dr. Lenz zwischen seiner Festrede die Geschichte des preußischen und deutschen Heeres durch lebende Bilder illu­strierte. Der Große Kurfürst, Seydlik, Ziethen, Lützow, Kör­ner und unsere waderen Streiter von 1870/71 und aus dem Weltkrieg 1914/18, jie alle aus großer Zeit treten vor unser Auge.

Herr Studienrat Dr. Lenz- Gießen führt in seiner gut gesetz­ten Festrede etwa folgendes aus:

Aus allen Entwicklungsstufen deutscher Sage und Ge­schichte strahlt hell der Ruhm von Freundschaft und Treue. Beide, echt deutsche Eigenschaften, fassen wir unter dem Ausdrud Kameradschaft zusammen. Diese Kameradschaft hat heute Tausende aus allen Teilen Westdeutschlands zum 1. Westdeutschen Kavalleristentag nach Gießen geführt. Ja, aus ganz Deutschland sind die Kameraden vom ehem. Aur:

mit dir durch die Tage deiner Jugend gehen möchte, eine freund= liche und gute Stätte bei dir finden!

t

Ein Krankenbesuch*)

Mein Besuch galt einer Witwe, die mit ihren Kindern in einer einst für einen Mieter gebauten 4-3immer- Wohnung neben drei anderen Familien ein Zimmer innehatte. Ein so dichtes Zusammenleben, zumal, wenn vier Frauen sich gemein­sam in die kleine Küche teilen sollen, bietet mancherlei Rei­bungsflächen. Die Frau, die ich besuchte, galt ihres treffenden Mundstücs wegen für eine streitbare Natur; aber ihr Fleiß und ihre Rechtschaffenheit, hatten mir immer gefallen. Als vor kurzem bei ihren Zimmernachbarn Krankheit ausgebrochen war, vergaß sie alle Zerwürfnisse und pflegte jene aufopfe rungsvoll bei Tag und Nacht. Dadurch hatte sie sich meine stille Achtung erworben. Und nun lag sie selbst zu Bett, hatte eine schwere Zeit durchgemacht, war aber wieder auf dem Weg der Besserung.

Als ich kam, bezeugte sie große Freude. Sie sei noch schwach. sagte sie, und der Appetit fehle. Stelle sich ein leises Gelüsten ein, dann sei es bald wieder vorbei, und zudem sei sie auch nicht in der Lage, solche Anwandlungen zu berüdsichtigen. Nun," erwiderte ich ,,, besinnen Sie sich einmal, was Ihnen jetzt schmet­

*) Der dies schrieb, war ein bekannter Stuttgarter Groß­industrieller, ein weitschauender Sozialpolitiker und der Grün­der des missionsärztlichen Instituts in Tübingen. Ernstes und Heiteres aus seiner vorbildlichen Tätigkeit als freiwilliger Ar­menpfleger erzählt er in dem Büchlein, dem dies entnommen ist: Aus der Mappe eines Armenpflegers" von D. Paul Lech­ler. Geb. 1,50 M. Stuttgart, J. F. Steintopf.

Nr. 20.

märkischen Dragoner- Regiment Nr. 14 zu ihrem 1. Regi­ments Appell zusammen gekommen. Wir grüßen die jenigen Kavalleriften, die aus irgendwelchen Gründen nicht herbeieilen fonnten. In Wehmut und Trauer, in Treue und Stolz gedenken wir aber derjenigen, die längst der grüne Rajen deckt und dem großen Appell entgegenschlum mern. Heute gilt es nicht nur, den gemeinsamen Erinne rungen an lange Friedens- und Kriegszeiten einige Stun den zu widmen, sondern auch die Seele zu stärken für den Kampf am ein neues Deutschland. Wir gleichen dem Rit­ter in Albrecht Dürers Kupferstich Ritter Tod und Teufel". Auch wir reiten durch Tod und Teufel, d. h. durch den Haß und die Feindschaft unserer Feinde hindurch. Wir schöpfen auf diesem Wege die Kraft aus der Erinnerung an stolze Taten wehrhafter Deutscher aus naher und ferner Ver gangenheit. Diese Kraftquelle fann fein Feind zerstören. Die Geschichte lehrt, daß Deutschland in seiner ungeschützten Lage im Herzen Europas immer von Feinden bedroht war. und so ist mit dem Schwert in der Hand die deutsche Ge­schichte geschrieben worden. Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Hätten sich unsere Vorfahren pazifistischen Träumereien hingegeben, wäre nimmer das starte Deutschland der Otto­nen, der falschen Kaiser und der Hohenstaufen entstanden. Das deutsche Kaiserreich konnte auch erst nach einem sieg reichen Waffengang mit Frankreich begründet werden. In unserem Heerwesen beginnt nach dem Tiefstand des 30jähr. Krieges eine neue Epoche. Brandenburg- Preußen, einer der vielen Kleinstaaten Deutschlands, entwidelt ein schlag­fertiges stehendes Heer und führt allmählich die allgemeine Wehrpflicht ein. So fonnten unter den großen Kurfürsten die Schlacht bei Fehrbellin, unter Friedrich dem Großen die Schlachten bei Hohenfriedberg, Roßbach und Torgau zu ganz besonderen Ehrentagen für die Reiterei werden. Mit der französischen Revolution brach für Europa eine neue Zeit an. Der absolute Staat wurde durch die konstitutio nelle Monarchie abgelöst. Die Träger der französischen Re­volution waren ebenso von Eroberungssucht erfüllt wie Napoleon, der Deutschland, insbesondere aber Preußen. aufs tiefste demütigte. Doch die Retter erstanden. Der Freiherr vom Stein, Hardenberg und Scharnhorst legten den Grund für Preußens politische und militärische Er neuerungen, während Heinrich von Kleist, E. M. Arndt, Th. Körner, Fichte, Schleiermacher u. a. die seelische Wie­dergeburt des gesamten deutschen Volkes einleiteten. In den Freiheitskriegen wurde das unerträgliche Joch endlich abgeschüttelt. Neben den durch das sogenannte Krümper system nach Preußens Niedergang ausgebildeten Mann schaften waren es die Freiwilligen, besonders die Freikorps, die damals Napoleon schlagen halfen. Doch die Feder ver darb, was das Schwert gutgemacht hatte. Der deutsche Bund, der von dem Wiener Kongreß zusammengefügt wor den war, war ein Gebilde der Ohnmacht nach innen und außen. Erst durch Bismard wurde die Sehnsucht der Deut­schen erfüllt und ein starkes Kaiserreich gegründet. Gerade in dem Kriege mit Frankreich 1870-1871 fonnte sich deut scher Reitergeist in viclen Schlachten und Gefechten ent scheidend betätigen. Durch inneren Ausbau des neuen Reiches und durch Abschluß von Bündnissen suchte Bismard sein Wert vor Frankreichs Revanche Politit zu schützen. Nach Bismards Entlassung ging es abwärts. Fehler auf Fehler häuften sich, sodaß schließlich Deutschland und Dester reich- Ungarn von den Feinden umfreist waren. Bald brach der Weltkrieg aus, in dem wir uns gegen eine Welt von Feinden zu wehren hatten. Unvergleichliche Heldentaten verrichtete unser stolzes Heer unter Führern, deren Ruhm noch leuchten wird, wenn die vielen Gernegroße der Re volutionszeit längst vergessen sind. Zu unserem Unglüd war die politische Führung der militärischen nicht ebenbürtig Aus politischer Kurzsichtigkeit wurden unsere Kriegsmittel nicht rechtzeitig voll eingesetzt und Friedensangebote ge macht. Die Errichtung des Königreichs Polen war einer der allergrößten Fehler, denn von da ab war ein Friedens schluß mit dem 3arenreich nicht mehr möglich. Im Innern unterhöhlte der Kampf gegen die Monarchie die Wider standskraft, die durch Not und Entbehrung schon schwer er schüttert war, noch vollends. Im Oktober- November 1918 standen wir in Friedensverhandlungen und hatten festbe gründete Aussicht auf einen erträglichen Frieden. Doch die Monarchie sollte fallen, und so brach die Revolution aus und wurde damit zum größten Verbrechen, das je am deut schen Volke begangen wurde. Versailles ist die Folge. Alle internationale Hoffnungen hatten sich als trügerisch erwie sen. Fast waffenlos stehen wir jetzt inmitten einer waffen­starrenden Welt. Aber wir verzagen nicht. Entweder rüsten die anderen Staaten ab, wie es der Friedensvertrag vorschreibt, oder wir müssen wieder zu einer starten Wehr tommen. Wahrlich, wir sind friedliebend. Wir sind keine Engländer, die ein Viertel der ganzen Erde unterworfen haben, auch keine Franzosen, die seit 1000 Jahren mit Neid und Scheelsucht uns verfolgen. Wir wollen frei sein! Roch ist die Weltgeschichte nicht zu Ende. Wir harren der Stunde, da unsere Brüder und Schwestern jenseits der verstümmel ten deutschen Grenzen wieder mit uns in einem freien Deutschland vereinigt sind.-

In geschickter Weise verknüpfte der Redner allgemeine Ge schichte mit Militärgeschichte, sodaß ein flares Bild sowohl von dem Aufstieg Brandenburg- Preußens und Deutschlands, als auch von der Entwicklung ihrer Wehrmacht entstand.

Wer diesen Abend mit erlebt hat, weiß, daß in unserem

fen würde." Aber sie rüdte nicht mit der Sprache heraus, ob gleich ihr Gesicht einen fröhlichen Anflug zeigte. Da bleibt scheint's nichts anderes übrig," fuhr ich fort, als daß ich Ihnen etwas nach meiner Wahl ans Bett stelle, und daß Sie dann als Gegenleistung für guten Appetit sorgen."

Ich sprach mit einer Zimmernachbarin, die sofort bereit war, in einer nahen Wirtschaft ein lederes Kalbstotelett mit einem Weißbrot, sowie gebratenen Kartoffeln, einem Viertel­liter altem Rotwein zu bestellen und es der Kranten zu bringen.

Einstweilen sette ich meine Armenbesuche fort, und als ich zurüdtehrte, fand ich die wadere Frau glüdstrahlend an ihrer Mahlzeit. Das werde ihr wieder auf die Beine helfen, meinte fie. Go etwas Gutes habe sie lange nicht gehabt. Ihre Freude übertrug sich auch auf mich

Es war Mittag geworden, als ich von ihr nach Hause ging. Unterwegs traf ich einen mir bekannten Herrn, der im Ar­menwesen mancherlei ehrenamtliche Stellungen einnahm.

Ihnen muß etwas Freudiges begegnet sein," meinte er, als er mich jah.

,, Sie haben einen guten Blid," erwiderte ich, und erzählte ihm mein fleines Erlebnis.

,, Da sieht man wieder," ereiferte er sich ,,, wie Gie Ihre Armen verwöhnen und die Begehrlichkeit großziehen." Ein Wort gab das andere und als ich sah, daß für den Augenblick keine Aussicht auf ein Sichverstehen vorhanden war, und weil mir selbst der Magen knurrte, gab ich ihm die Hand zum Ab­schied mit den Worten: Lassen wir das Weitere im Anstand! Wer von uns recht hat, dem wird jetzt sein Mittagessen am besten schmecken. Gesegnete Mahlzeit.!

Paul Lechler.