Sonnabend, den 14. Mai 1927.
Sonnabend, den 14. Mai 1927.
res Bild, jedoch mit der Einschränkung, daß in wirt schaftlich ungünstig gestellten Bezirken, insbesondere in den Kreisen der Erwerbslosen, noch erhebliche Notstände zutage treten. Am meisten waren von der Unterernährung die kleinen Kinder betroffen.
Zum Schluß erklärt die Denkschrift, daß die er
,, Gießener Zeitung"
| freuliche Besserung trotz der ungünstigen Wirtschaftslage, nicht zuletzt auf dem mit großem Eifer fortgeführfen Ausbau der Fürsorgemaßnahmen usw. zurückzuführen sei. Daneben dürfte ein guter Teil der gesundheitlichen Fortschritte in der zunehmenden förperlichen Ertüchtigung der Jugend zu suchen sein.
Der 1. Westdeutsche Kavallerijtentag zu Gießen am 7.- 9. Mai 1927.
Heller blauer Hammel, die Sonne strahlte warm und belebend hernieber und braußen in der Natur grünt und blüht es zur Freude aller guten Menschen und ganz besonders zur Freude der gesamten Gießener Bürgerschaft. Die fast übliche Ansicht, es regnet, wenn Gießen Feste feiert, ist dieses Mal gründlich widerlegt worden. Es ist schönstes Kavalleriftenwetter, das die beste Kavalleristenstimmung auslöst. Ein altes Mütterchen jagte einmal vor Jahren: Wo Pferde sind, da ist das Glüd.
Rach monatelanger Arbeit war der 7. Mai herangetommen. Gießen steht im schönsten Festschmud, aus allen Richtungen treffen die auswärtigen ehemaligen Kavalleriften ein; aus Schlesien, aus Westfalen, aus Pommern, aus dem Rheinland. aus Konstanz, aus Holstein, aus Preußen, Thüringen und Banern und natürlich in Massen aus Hessen und Hessen- Nassau, furz, aus ganz Deutschland haben sich die fliegenden Kameraden der alten ruhmreichen Armee hier in Gießen eingefunden, drücken sich die Hände, schauen treue Reiteraugen sich gegenjeitig an und tauschen unvergeßliche Erinnerungen aus schöner Garnison und Manöverzeit, aber noch mehr aus schwerer Sturm und Kriegszeit.
Helle Fanfaren, hoch zu Roß, ertönen. Die Saar- und Rheinländer tommen!" ertönt's in aller Mund. Ein Tücherschwenken jondergleichen, Willkommen, ihr treuen Kameraden aus dem besetzten Gebiet, euch gilt ein besonderer Gruß, habt Dant für eure Treue und Kommen!" ,, Und ihr ehemaligen
Aurmärter Dragoner, die ihr in Colmar bis 1914 auf Vorposten standet, habt nicht minder Dant, daß ihr euren Regimentsappe!! mit dem 1. Westdeutschen Kavalleristentag zu Gießen anläßlich des 20. Stiftungsfestes des Kavallerievereins Gießen verbun den habt und ebenjolls so zahlreich aus allen deutschen Gauen nach Gießen geeilt seid!" Die Bahn bringt am Samstag be reits derart viel Festbesucher, daß die Straßen, die Gasthäuser und oben auf dem Trieb in der neuen schönen Festhalle die Menschen dicht gedrängt gehen und sitzen.
Der Fehrbelliner Reitermarsch für Heroldstrompeten erfüllt beim Beginn des Festabends die in der weiten Halle ver jammelten Festteilnehmer mit Begeisterung; mit Andacht lauscht man den Massenchören, gemeinsam gesungen von 5 Gießener Gesangvereinen, und dann waren es die Begrüßungs- und Glückwunschansprachen, die ihre Wirkung sicherlich nicht verjehlt haben. Kamerad Oberbürgermeister Keller entbot den Tausenden von Gästen den herzlichsten Willkommengruß der Stadt; ein besonderer Gruß galt den Brüdern aus dem besetzten Rheinland und dem Saargebiet, die nun schon jahrelang unter dem schweren Drude der Besatzungsmächte leiden, aber dennoch dem deutschen Vaterlande unentwegt die Treue halten. Redner feierte dann den alten, guten Kameradengeist, und ermahnte. aus der Erinnerung an unsere gefallenen Helden, den Lebensgedanken des deutschen Volkes zu schöpfen, den Glauben an die deutsche Zukunft zu bewahren, den Glauben, daß auch für unser Volk wieder der Weg aus der Tiefe empor zum Licht führen wird. Der deutsche Sommertag wird uns wieder leuch ten, wenn wir ein Volt herzhafter Männlichkeit, der Einigkeit, Ordnung und Zucht, der pflichttreuen Arbeit und nimmermüden Tat werden.
Hierauf begrüßte Kamerad Soldan als Vorsitzender des festgebenden Kavallerievereins Gießen und in seiner Eigenschaft als Festpräsident alle Festteilnehmer, unter denen sehr viele hohe Militär und die Vertreter des 15. Reichswehr- Inf.Regts., die Herren Generalmajor Fett und Oberstleutnant Frizz, die Vertreter der Behörden, darunter Herr Landgerichtspräsident Neuenhagen zu sehen waren. Sein besonderer Gruß galt ebenfalls den äußerst zahlreichen Kameraden aus dem be= setzten Gebiet mit der Versicherung, daß ihre Treue überall volles Verständnis und Gegentreue findet. Nach seinem Hoch auf das Vaterland erscholl mächtig aus 5000 Kehlen das Deutschlandlied.
Dann war es Kamerad Generalmajor Freiherr von Breuschen, der mit weithin schallender Stimme folgende beherzi genswerte Worte an die Festversammlung richtete:
Die Schicksalsstunde.
Welches ist wohl die Schicksalsstunde in dem Leben eines jungen Manne? Ich möchte sagen: 8 Uhr abends Diese Stunde ist das Sprungbrett, von welchem aus die meisten Männer ins Leben springen. Zu ihrem Gewinn oder zu ihrem Schaden. Ich bin überzeugt, daß 8 Uhr abends die Gabelung in der Lebensstraße ist, die in einen für ihren Charakter zum Gewinn führt, die andern zum Verlust. Jeder Tag besitz: 23 andere Stunden. Keine ist von so großer Bedeutung, so unermessenem Einfluß, wie die Feierabendstunde. Warum?
Dies die Antwort: Die Lebenszeit eines Menschen teilt sich in Arbeit und Erholung. Der größte Teil der Männerwelt beendigt die Arbeit um 8 Uhr abends, dann beginnt die Erholung. In dieser Stunde sucht der junge Mann die Art der Ruhe, für die er sich entschieden hat. Verwendet ein Mann seine Musestunden zur Veredelung seines Geistes, zur Erbauung für Seele und Leib, so gewinnt er. Rehrt er sich aber nur den eitlen Vergnügungen zu, so ist er verloren. Es ist eine faltblütige Behauptung, aber es ist wahr: Der Schutzgeist von 99 Prozent der Menschen ist harte Arbeit, und die beste Erholung ist der Wechsel einer harten Arbeit mit einer anderen. 99 Männer von 100, die gewinnend ihr Leben durchschreiten, gebrauchen die Zeit der Muße zu Tätigkeiten, welche den Müziggang ersetzen, verdrängen.
Meine Idee vom Lebenserfolg ist daher( mathematisch aus gedrückt) die: Zwischen eines Mannes 15. und 25. Lebensjahr gibt es 3130 Werktags 8 Uhr Abendstunden. Jede dieser 3130 Stunden ist eine Entscheidungsstunde. Des jungen Mannes
Als Bertreter und 1. Präsident der Kriegertameradschaft Hassia überbringe ich der Versammlung die Grüße von 50 000 Kameraden und die Versicherung, daß sie alle die schöne vaterländische Feier, die hier in Gießen begangen wird, mit aufrichtigen Wünschen und treuen Gedanken be gleiten. Das Kriegervereinswesen hat von jeher bei uns in Hessen eine ganz besondere Heim und Pflegeftätte ge funden, und nach dem siegreichen 70er Kriege entstanden all überall in Stadt und Land Vereinigungen, in denen fich ehemalige Soldaten zujammenjanden, nicht nur, um Erinnerungen an ihre Kriegs- und Friedenszeit zu pflegen, jondern auch, um in treuer vaterländischer Arbeit zum Wohle und zum Gedeihen von Reich und Heimat beizu tragen.
Der unglüdliche Ausgang des legten Krieges und die traurigen Erscheinungen der Nachkriegszeit haben natur gemäß unsere Kriegervereinsjache schweren Schaden getan, aber diese Schäden jind schon fajt wieder ausgeglichen, und die Zahl unserer Mitglieder nähert sich bereits wieder derjenigen der Vorkriegszeit. Diese erfreuliche Tatsache, liebe Kameraden, berechtigt uns zu der festen Ueberzeugung, daß das deutsche Volf trotz aller betrüblichen Krankheitser= scheinungen der Kriegs- und Nachkriegszeit in seinem innersten Wesen und Kern gesund geblieben ist.
Solange es noch alte Soldaten gibt, die es wirklich gut mit dem Vaterland meinen, solange dürfen wir die besten Hoffnungen hegen, für den Bestand und das Wiederaufblühen unseres Vaterlandes. Dazu, liebe Kameraden, gehört vor allem, daß wir einig sind, und je mehr wir in unjerem Vaterlande innere 3erspaltung und 3ersplitterung sehen, desto mehr wollen wir alte Soldaten mit dem Beispiel der Einigkeit vorangehen. Deshalb ist es auch ganz einerlei unter welchem Namen die militärischen Vereine auftreten. Seien es Regimentsvereine, seien es Kriegeroder Soldatenvereine, wir wollen uns gegenseitig teine Konkurrenz machen, sondern wir wollen alle unter einer Flagge jegeln und diese Flagge soll in goldenen Lettern die Ausschrift tragen: Alles für unser geliebtes Vaterland!"
Mein Hoch gilt der Kameradschaft. Nicht der Kamerad schaft, die sich nur in schönen Redensarten äußert, sondern der wahren, echten Soldatentameradschaft, die sich darin fundgibt, daß wir uns gegenseitig Achtung, Liebe und Vertrauen entgegenbringen, daß wir uns gegenseitig helfen. daß wir uns unterstützen. Diese echte treue Soldatenkame radschaft, die ein festes, unzerreißbares Band schlingt um alle ehemaligen Soldaten, vom Feldmarschall bis zum Mustetier, Kanonier oder Dragoner, sie lebe hoch. hoch, hoch!"
Landstallmeister, Oberstleutnant a. D. Schörte Darmstadt, huldigte zunächst den Damen, beglückwünschte sodann den Kavallerieverein Gießen zum 20jährigen Jubiläum und feierte dann die alte Armee und ihre junge Nachfolgerin, die Reichswehr. Das von dem Redner ausgebrachte Hoch auf die alte Armee und die Reichswehr fand jubelnde Aufnahme.
Der Vorsitzende eines Kavallerie- Vereins im besetzten Gebiet überbrachte dem Gießener Bruderverein herzliche Grüße und führte folgendes aus:
,, Kameraden! Begeisterung löste es aus bei allen, die einst zu Pferde ihrem Vaterlande dienen konnten, als Giezen zum 1. Westdeutschen Kavalleristentag aufrief! Wohlauf, Kameraden! gings da durch unsere Herzen, und aus allen Gauen strömen wir herbei, um uns ins Auge zu schauen, um uns die Hände zu drücken und gemeinsam zu denken an Zeiten, in denen es eine Lust war, ein Deutscher zu sein! Wir, aus dem besetzten Gebiete, fühlen uns endlich einmal ledig des Maulkorbs und empfinden die Wonne des Wortes: Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über! Wir drücken dem Bruderverein Gießen in Treue die Hand und wünschen ihm zum 20jährigen Bestehen eine blühende Entwickelung des Vereins in einem freien Vaterlande.
Der alte Reitergeist, den Sendlitz der Armee einimpfte, den Blücher stählte, Friedrich Karl zur Gründung des Reiches einsetzte und Madensen zu dessen Verteidigung hell auflodern ließ, soll Sie und uns alle vorwärts und aufwärts reißen!
Der Mai ist ins Land gezogen und brach alle Fesseln. Nehmen wir aus seiner Offenbarung die fröhliche Hoffnung auch für Volk und Vaterland:
Und wenn uns oft auch bangt und graut, Als sei die Höll' auf Erden
Nur unverzagt auf Gott vertraut,
Es muß doch Frühling werden!
Wir wollen mit Herz und Hand der Welt kund tun: Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, auch wenn sie, wie gierige Raben, sich heißer danach schrei'n!
Blick an die Uhr und zum Fenster hinaus entscheidet über das Wohin und das Nachher. Wird er seine folgenden Stunden nuhbringend anwenden, so gewinnt er. Wird er aber seine Muzestunden nur zur Verzärtelung seiner leiblichen Sinne in losen Vergnügungen verbringen, so ist er verloren.
Dies will nicht heißen, daß jedermann diese 3130 Stunden zu Entscheidungsstunden gestalten soll. Gesellschaftliche Unterhaltung, Freundschaft, Familie, Berufsvorbereitung fordert ihr Teil davon. Aber bei all diesen gerechten Ansprüchen sollte immer die Förderung des inwendigen Menschen das Bestim mende sein.
Deine Jugend.
Lieber junger Freund! Du kennst das Sprichwort: Morgenstund hat Gold im Mund. Du kennst es nicht bloß vom Hörensagen, sondern du hast es auch in deinem eigenen Leben und Arbeiten schon erprobt. Du bist am Morgen frischer. munterer, spannträftiger, unternehmender, vielleicht auch liebenswürdiger, als wenn die ersten Tagesstunden vorüber sind. Auch die Welt schaut dich anders an. Sie ist morgens wie in einem Sonntagsgewand, während sie mit der fortschreitenden Tageszeit allmählich ihr gewöhnliches werktägliches Aussehen gewinnt. Das Seufzen der Kreatur, das dir den Tag über auf Schritt und Tritt begegnet, ist in den Morgenstunden noch nicht aufgewacht; sie feiert noch wie in träumender Erinnerung an einstiges paradiesisches Glück und rüstet in aller Stille ihre besten Kräfte für des Tages Arbeit. Wie wichtig ist es, daß du die Morgenstunden des Tages richtig anwendest! Ver
Nr. 20.
Die Wacht am Rhein wird nicht untergehen, wenn der alte deutsche Reitergeist im Volfe lebendig bleibt und er wird unser bleiben, solang ein Tropfen Blut noch glüht und eine Fauft den Degen ziehen kann. Das war der Geist, der uns beseelte, daß wir kein Hindernis tannten und kein Unmöglich! Und dabei solls bleiben. Naden hoch und Zähne zusammen und des Tages gewartet, der uns im besetzten Gebiete die Freiheit bringt! O brich, du Tag der Fülle du Freiheitstag, brich an!
In dieser Sehnsucht überreiche ich Ihnen im Namen des Kavallerie- Vereins der alten .stadt, begleitet von den Grüßen und Glüdwünschen der zurückgebliebenen Kameraden, diese Schleife, die an Ihrer Standarte einer besseren Zukunft entgegenfliegen möge. Schon einmal, liebe Gießener Kameraden, weilte der Kavallerie Derein in Ihren gaftlichen Mauern, als Sie im Jahre 1910 Jhre Standarte weihten. Und wenn wir uns zum dritten Male wiedersehen sollten, so soll es, so Gott will, dann sein, wenn die Gloden des altehrwürdigen Domes laut in die Lande die Freiheit verkünden Ich weiß, daß Ihre Wünsche mit den unsrigen ein Ziel haben, und so lajfen Sie mich schließen mit den Worten: Es sei der Kavalleriftengeift,
Der alle Schranken niederreißt;
Er trägt durch Sturm und Drang hindurch! Borwärts mit Gott und Hindenburg!
Prof. Wenzel- Gießen sprach namens der Arbeitsgemein schaft der militärischen und Regimentsvereine Gießen dem Kavallerieverein herzlichen Glückwunsch und den versammelten Festteilnehmern brüderliche Grüße aus. Der Redner feierte dann den echien, schönen deutschen Reitergeist. Landgerichts rat Trümpert als Vertreter des Kriegervereins Gießen, wünschte dem Jubelverein, daß der gute Kavalleristengeist immer in seinen Reihen wohnen möge. Der Redner übergab namens seines Vereins einen mit dem Bilde Madensens gezierten Fahnennagel, unter dessen ruhmreicher Führung zahl reiche hessische Truppen gefämpft haben.
Im weiteren Verlauf des Abends zeigten die Turner und Turnerinnen der Gießener Turnerschaft, schneidige Vertreter unserer Gießener Radfahrer sowie die Sänger mehrfach ihre vol lendetes Können. Die Turner zeigten sehr eratte Uebungen am Barren, zeigten im übrigen gute Freiübungen, die Radfahrer erfreuten durch vortreffliche Reigendarbietungen, bei denen die pächtigen Kavallerieuniformen der alten Armee schön zur Geltung tamen, sowie durch vollendete Akrobaten Radfahrkünfte zweier Radler, die Sänger unter Musiklehrer Schättler bereicherten den Unterhaltungsteil durch einige wei tere fein zum Vortrag gebrachten Lieder. Sämtliche Darbie fungen fanden verdientermaßen stürmischen Beifall.
Bon Generalfeldmarschall von Madensen,
dem Protektor des Festes, ist zu Beginn des Festes folgendes Telegramm eingegangen:
Falkenwalde i. Pom., den 6. 5. 27.
1. Westdeutscher Kavalleristentag, Gießen.
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schlafe und verträume sie, jo hast du das Edelste und Beste des Tages selber dir geraubt, so trittst du hinein in die Arbeit und den Unfrieden des Weltlebens, ohne deine Seele ein getaucht zu haben in das Element des Friedens, das in der Morgenstunde wie ein Odem Gottes dich umweht. Entweihe vollends gleich die ersten Morgenstunden durch Sünde, durch Streit, durch Verbitterung und Verunreinigung der Seele, so hast du den Wurm tommen lassen an die Wurzel deines Tage lebens. Du magst dann wohl im Verlauf des Tages dich wiede zurechtfinden, aber seine Blume, sein Duft, seine Weihe ist un wiederbringlich dahin.
Auch deine Jugendzeit ist eine Morgenstunde, von der es gilt: sie hat Gold im Munde. Was den Morgen schön macht, eben das ist auch die Schönheit der Jugendzeit: frische Kraft. froher Mut, flares Auge; eine Welt, die offen vor dir liegt, deren dunkle Abgründe bis jetzt vor deinem Auge freundlich verdeckt geblieben sind; eine reiche Zukunft, goldenes Licht und immer höher steigende Sonne. Wie wichtig ist, daß diese Mor genzeit des Lebens richtig angewendet werde! Berträume sie in Müziggang und Nichtstum, in unmännlicher Tändelei, so hast du dich um deines Lebens edelste Stunden und beste Kraft selber gebracht, so trittst du nachher an die großen und ernsten Aufgaben des Lebens heran, ohne deine Seele gesättigt und ge weiht zu haben mit den himmlischen Kräften, welche allein dem Tun und Wirken des Mannes feinen Wert, seinen Gehalt geben und allein ihn aufrecht erhalten in den mancherlei Enttäuschun gen, welche seiner warten. Berträumt und vertändelte Jugendzeit daraus erwachsen jene bedauernswürdigen Halbmänner, welche nach furzem Kampf mit dem Leben so bald die Waffe
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Durch langfristiges Zusagen vom 6. bis lin und Potsdam gebunden, bin ich zu mein Sedauern von der Teilnahme am Gießener ausgeschlossen, weile aber in Gedanken i Waffenkameraden. Der mit hingebender prechend vorbereiteten Veranstaltung wünsc dührenden, alljeitig befriedigenden Verlauf. nehmern aus treuem Reiterherzen tameradsch Generalfeldmarschall o Telegramme an Hindenburg und Die Leitung des Kavalleristentages hat an gende Telegramme abgesandt:
„ Reichspräsident v. Hindenburg, Berlin tausend versammelte alte Kavalleristen ge den Schwur der Treue ihrem geliebten Vate alten, bewährten früheren Heerführern. Ravallerijtentag, Franz Soldan, Vorsitzend „ Generalfeldmarschall v. Madensen, lichsten Dank für Grüße und Glückwünsche chen Kavallerijtentag. Ueber zehntausend erneuern den Schwur der Treue ihrem Heerführer. 1. Westdeutscher Kavalleristent Borsigender."
Das interessante Unterhaltungsprogramm terbrechung durch eine wohlverdiente Ehrung Kavallerievereins Gießen, die von Kamerad men wurde. Jeder der Gründer erhielt eine Bande in den Farben des Vereins. Es wur Adolf Börner, Wilhelm Becker, Karl Bauer, Heinrich Seder, Max Creuzburg, Wilhelm ring, Ferdiand Even, Johannes George,& hannes Honig, Hermann Kreye, Heinrich K zer, August Köhler, Wilhelm Mühl, Joh Bart, Hans Preiß, Ludwig Schäfer, Ge Edhmitt, jämtlich in Gießen wohnhaft; F Frankfurt a. M.; Ludwig Oswald und G Wiesed. Im Namen der Geehrten dankte Wiefed in herzlichen Worten.
Der Festionntag. Vormittags 9 Uhr begann im Hofe der 3 Feldgottesdienst, zu dem eine riesige Mensche trömte. Die bis dahin eingetroffenen Kan jantigen Militärvereine erschienen mit ihren ein ehem. Ger Ulanen in Hanau hatte eine die die Uniform des Regiments trug. Viel ter Generalleutnant a. D. Exzellenz Kling mandeur des 15. Infanterie- Regiments, C
ins Korn werfen und entweder schwunglos jedes höhere Streben, ihren Beruf als ein Taglöhnerdienst weiterführen, oder aber sich in die Arme werfen und als verkannte„ el frieden mit Gott und Welt einsam ihren Weg wenn du vollends deine Jugendzeit, deinen L blog verträumit und vertändelst, sondern gera fünden beileft und vergiftest, was wiri
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Dann with deine Lebenswurzel frank, dann der Frühlingsnacht, er fiel auf die zarten find verweltet, verdorret". Wohl mag sich
im besten Fall,
der erholen, wohl mag durch eine Gottesk jelbst die innerste Lebenswurzel wieder ges Krait sind vergeudet, der zarte Duft des Le was dahin ist, ist dahin und es gibt giftige Wunden im Geistesleber mählis heilen, aber entstellende, dann und jenbe und wieder aufbrechende Narben zu Die Jahre, in denen du stehst, lieber j entscheidend für dein ganzes Erdenleben, i
die Ewigkeit. Die Erstlinge gehören Gott Heilig ist die Jugendzeit!" sagt unser schwä land, der Mann voll Kraft und Mark, und
iert:
Edler Geist des Ernstes so Sich in Jünglingsseelen s Jede still und andachtsvo Ihrer heil'gen Kraft gede
So lag denn ein fröhlich und wohlmeine


