Sonnabend, den 12. März 1927.
Die vorstehend genannten, gejehlich steuerfreien Umjähe jind in dem abgekürzten Erklärungsformular für nicht buchführende Gewerbetreibende nicht einzeln aufgeführt. Wo steuerfreie Umjätze der oben genannten Art Dorgekommen sind, müssen die ausführlicheren Erklärungsformulare, die bei den Finanzamtern erhältlich sind, ausgefüllt werden.
Hat sich der Umjay gegen das Vorjahr erheblich geändert, dann dürfte es zwedmäßig sein, die Gründe zu erläutern.
Die Eintommensteuererklärung.
Zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung sind verpflichtet:
1. alle Steuerpflichtige, denen ein Erklärungsformular zu gestellt wird.
2. Auch wenn tein Formular zugestellt wurde, alle Steuerpflichtige,
a) deren Gewinn auf Grund des Abschlusses ihrer Bücher ermittelt werden kann,
b) die ohne Buchführung ein Eintommen von über 8000 L gehabt haben.
Wie hoch ist die Steuer? Vollkommen steuerfrei bleiben alle Personen, deren Einnahmen( d. h. Umjak) weniger als 1300 Rmt. im Jahre betragen haben.
Die Steuer beträgt:
bis zu 8000 Rmf. 10 v. 5.,
für den Teil des Einkommens zwischen 8000 Dis 12000 Rmf 12% v. 5.,
für den Teil des Einkommens zwischen 12 000 bis 16 000 Rmt. 15 D. H.,
für den Teil des Einkommens zwischen 16 000 bis 20 000 Rmt. 20 p. S.,
Beseitigung der Vertrauensfrise der Justiz.
Richterentlastung.
Bon Justizoberinspektor Otto Meyer, Essen. Die Vorwürfe, die in den letzten Monaten mit besonderer
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Gießener Zeitung'
Richter zu werden und Richter zu sein. Zu dieser Frage nimmt auch ein Aufsatz der Deutschen Juristenzeitung" in Heft 1/27 über„ Die Zukunft der Deutschen Gerichtsverfassung" von Landgerichtsdirektor Dr. Wunderlich- Leipzig( M. d. R.) Stellung. Um zu einer Besserstellung der Richter zu kommen, hält auch er cine starte Berringerung der Richterzahl für erforderlich. Dieses Ziel tönne ohne Schädigung der Interessen der Rechtsuchenden u. a. dadurch erreicht werden, daß eine weitere Uebertragung von Richtergeschäften auf die Rechtspfleger, die Beamten des mittleten Justizdienstes, erfolge, so daß dem gelehrten Richter im wesentlichen die Urteilsfindung als Haupttätigkeit übrig bleibe.
Diese Bestrebungen der Richter begegnen sich weitgehend mit den Vorschlägen der Standesvertretung der Rechtspfleger. Nachdem die Rechtspfleger auf Grund der kleinen Justizreform schon jeit sechs Jahren einen Teil der Richtergeschäfte in Grundbuch, Vormundschafts, Nachlaß und Registerjachen selbständig bearbeiten, haben sie mehrfach die Erweiterung des Reichsentlastungsgesetzes vom 11. März 1921 sowie ferner die Ausgeftal tung des Güteverfahrens und ihre Beteiligung an demselben in Anregung gebracht und als wirkjame Maßnahmen zur Ent lastung des Richters und zur Berringerung der Richterzahl bezeichnet.
In einer eingehend begründeten Denkschrift, die zurzeit dem Rechtsausschuß des Reichstages vorliegt, haben sie dargelegt, daß der Richter das Güteverfahren bei der heutigen Ueberlastung nicht so durchführen könne, wie es im Interesse dieses zur Prozeßverhütung ganz besonders geeigneten Verfahrens erforderlich sei. Sie haben ferner Vorschläge auf Heranziehung des Rechtspflegers zum Zwangsversteigerungs-, Zwangsverwaltungs-, Offenbarungseids- und Kontursverfahren usw. sowie zu den Aufgaben der Justizverwaltung ausgearbeitet.
Wenn von dieser Möglichkeit der Entlastung der Richter weitgehend Gebrauch gemacht wird, und wenn die Richter entsprechend der Aufgabensteigerung besser besoldet werden, so find die Wege geebnet, die zu einer die hohen Erwartungen der Boltsgenossen erfüllenden Verwaltung des Richteramtes führen.
April ab.
Heftigkeit gegen den Richterstand und die Rechtspflege erhoben Nur zweimalige Abführung der Lohnsteuer vom worden sind, haben mehrfach auch zu einer Stellungnahme der Richterschaft geführt. Es ist dabei aber nicht nur die berechtigte Zurüdweisung übertriebener Angriffe zum Ausdrud gebracht worden, sondern die Auseinandersetzungen haben auch sehr wertvolle Anregungen darüber ergeben, auf welchen Wegen die Ver trauensfrise der Justiz überwunden werden kann.
Die Deutsche Richterzeitung" bringt in einer Beilage zum Heft 1/27 aus der Feder des Ministerialdirektors Dr. MüllerMünchen hochbedeutsame Ausführungen über„ Amt und Stellung des Richters", die auch für weitere Kreise von großem Interesse sind. Als Leitsatz der Arbeit wird mit besonderer Betonung herausgestellt, daß das Richteramt so wichtig, so schwierig und so beladen mit Verantwortung sei, daß nur die Besten den
Die vom Arbeitslohn einbehaltenen Steuerabzugsbeträge find für Lohnzahlungen, die nach dem 31. März 1927 bewirkt werden, durch eine Verordnung des Reichsfinanzministers vom 19. Februar 1927 nur noch zweimal monatlich abzuführen, und zwar für Lohnzahlungen in der Zeit vom 1. bis 15. eines Kalendermonats bis zum 20. und für Lohnzahlungen in der Zeit vom 16. bis zum Schlusse eines Kalendermonats bis zum 5. des folgenden Kalendermonats. Entsprechendes gilt für die Arbeitgeber, die den Steuerabzug durch Einkleben und Entwertung von Steuermarten vornehmen.
Anforderungen gewachsen seien. Der Erreichung des Ideal Nur noch vierteljährliche Vorauszahlungen auf die
zustandes, daß alle Leistungen der Richter restlos befriedigten, stände aber die große Zahl der Richter( 12 000 im Deutschen Reich) hindernd im Wege. Die sich daraus ergebende Forderung der Verminderung der Richterzahl sei auf zwei Wegen zu erreichen: einmal sei eine Beschränkung der richterlichen Aufgabe auf die Tätigkeit des Spruchrichters, d. h. die Entscheidung über Rechtmäßigkeit, Inhalt und Umfang eines privat- oder öffent lich- rechtlichen Anspruchs erforderlich, so daß also die Tätigkeit in Vormundschafts, Nachlaß, Grundbuch, Register und Ermittlungsfachen nicht in den Rahmen des Wirkungskreises des Richters im strengen Sinne dieses Wortes gehöre. Sodann müsse mit den Richterkräften besser hausgehalten werden; der Richter und sein Urteil sollten nur insoweit in Anspruch genommen wer den, als die Bedeutung der Angelegenheit auch staatspolitisch die Inanspruchnahme der staatlichen Rechtsinstanz rechtfertige. Bagatellsachen sollten und könnten auch von anderen Organen erledigt werden. Dabei wird darauf hingewiesen, daß die Maßnahmen zur Prozeßverhütung( Schlichtungs-, Sühne, Güteverfahren usw.) unter der Voraussetzung zweckmäßigen Ausbaues und geschickter Handhabung zur erheblichen Entlastung der Gerichte und Verminderung der Richterzahl wesentlich beitragen lönnten.
Sehr wichtig ist ferner der Hinweis der genannten Schrift, daß eine der wichtigsten Grundlagen einer unbeeinflußten und unbeeinflußbaren Rechtspflege die durch ein ausreichendes Eintommen gesicherte Unabhängigkeit der Richterexistenz sei. Der Richter müsse so besoldet sein, daß er wirtschaftlichen Sorgen überhoben, und daß es auch dem Unbemittelten möglich sei,
Umsatzsteuer.
Auf die wiederholten Anträge des Hansa Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie hat der Reichsfinanzminister in einem Erlag vom 19. Februar 1927 bestimmt, daß mit Wirkung von dem mit dem 1. April 1927 beginnenden Kalendervierteljahr ab von monatlichen Voranmeldungen und monatlichen Voraus zahlungen auf die Umsatzsteuer abgesehen wird. Daher haben die Monatszahler noch am 10. März( durch besondere Anweisung verlängert bis zum 15.) und 10. April 1927( fommt jetzt erst) monatliche Vorauszahlungen zu leisten und zu dem gleichen Zeitpunkt Voranmeldungen abzugeben. Späterhin haben alle Umsatzsteuerpflichtigen vierteljährlich erstmalig zum 10. Juli 1927 Voranmeldungen für das jeweils vorangegangene Vierteljahr abzugeben und entsprechende Vorauszahlungen zu leisten. Verzugszinsen werden nicht erhoben, wenn Voranmel dungen und Vorauszahlungen bis einschließlich zum 15 des Fälligkeitsmonats, also bis einschließlich 15. Januar, 15. April, 15. Juli und 15. Oktober beim Finanzamt eingehen.
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Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr! Mitgeteilt vom Deutschen Verein für Sicherungskunde e. V.,
München.
In einer Zeit des Hastens und Treibens nach Erwerb, wie es die unsere ist, bleiben diejenigen Einrichtungen oft zu wenig beachtet, welche in uneigennütziger Weise am Volkswohle arbeiten. Zu diesen gehören in erster Linie unsere freiwilligen Feuerwehren. Trotzdem es allgemein bekannt ist, daß die Wehrmänner oft unter Einsetzung ihres Lebens des Nächsten Hab und
Und um den Sinn und die weittragende Bedeutung dieser
Der Rhein, sein Werden und Wirken. einzigartigen Beranstaltung recht zu würdigen, bedarf es zuvor
Ausstellung Koblenz 1927.
Bereits vor längerer Zeit ist der Plan aufgetaucht, die kulturbewegende Kraft des Rheinstromes in der Geschichte, seinen bestimmenden Einfluß auf die Lebensgestaltung der Menschen in den ihn umrahmenden Landschaften und die durch ihn gewiesenen Möglichkeiten zu weiterer Entwicklung einer breiten Oeffentlichkeit in einer systematischen Uebersicht zu veranschaulichen. Mit Unterstützung von Reichs, Staats- und Provinzialbehörden wird, wie in der Presse bereits angekündigt, die Stadt Koblenz im Juli August dieses Jahres diesen Gedanken in einer großen Schau„ Der Rhein, sein Werden und Wirken" in die Tat umsetzen. Die Vorbereitungen sind nunmehr soweit ge= diehen, daß sich über Art und Inhalt dessen, was gezeigt werden joll, ein flareres Bild gewinnen läßt.
der Klarlegung jener großen Umwälzung auf geistesgeschichtlichem Gebiete, als deren erste repräsentative Kundgebung gro Ben Stils sich die Ausstellung„ Der Rhein, sein Werden und Wirken" uns darstellt.
Zergliederung der Gesamterscheinung fultureller und wirtschaftlicher Lebensentwidlung, Sonderung des lebendigen Ganzen in eine Unzahl gegeneinander abgeschachtelter Forschungsgebiete fennzeichneten bis dahin die Methode wissenschaftlicher Erkenntnis. Sie war so ausschließlich davon bestimmt, daß mit der fortschreitenden Entwicklung unter der erdrückenden Fülle fachlicher Einzelforschung der Ueberblick über die Zusammenhänge des Ganzen mehr und mehr verlorenging. Freilich: eine wissenschaftliche Forschung ohne präzise Umreißung des zu untersuchenden Forschungsgegenstandes ist auch heute nicht gut denkbar, jedoch mit einer bloßen Nebeneinanderstellung aller Teilresultate aus den Einzelgebieten ließ sich auf die Frage nach den Voraus
widlung keine befriedigende Antwort geben. Dies vor allem nicht für eine Generation, der, wie die jüngste Geschichte zeigt, gewaltiger Geschehnisse den ursächlichen Zusammenhang so vieler, scheinbar berührungsloser Tatsachen und Ereigniskomplege immer wieder zum Bewußtsein gebracht hat.
Die große kulturelle Sendung und insonderheit die übersetzungen und Möglichkeiten kultureller und wirtschatflicher Entragende wirtschaftliche Bedeutung, die dem Strome von jeher eigen waren, verlodten ja auch in besonderem Maße dazu, ihm von den verschiedensten Wissenschaftszweigen her eine bevorzugte Beachtung zu schenken. Indessen war damit der Boden noch feineswegs bereitet für eine umfassende, die wesentlichen Grundzüge des Rheines als des für die Entwicklung seiner Uferlandschaften entscheidenden Gestaltungsfaktors plastisch herausarbeitende Darstellung der Art, wie sie die Rheinschau in Koblenz schaffen will. Dazu bedurfte es erst in der wissenschaftlichen Betrachtungsweise und Forschungsmethode jenes tiefgreifenden Wandels, den wir seit Beginn unseres Jahrhunderts sich immer machtvoller vollziehen sehen.
Notwendig hat sich so die Wissenschaft darauf besonnen, daß vielfach wesentliche Erscheinungsformen insbesondere der kultu rellen und wirtschaftlichen speziellen Forschungsgebiete, ohne die Hinzuziehung der Ergebnisse anderer Wissenschaftszweige überhaupt nicht befriedigend zu erklären sind. Indem sie den so vorgezeichneten Weg weiter verfolgte, gelangte sie zu einer Be trachtungsweise, die auf die Erforschung der lekten gemeinsamen
Nr. 11.
Gut zu erhalten suchen, nimmt man ihre aufopfernde Tätigkeit als etwas selbstverständliches hin. Es muß aber andererseits festgestellt werden, daß eine Reihe von Kommunalverwaltungen nicht allein den Wert der Feuerwehren zu würdigen wissen, sondern gemeinsam mit diesen on dem Ausbau eines örtlichen Feuerschußes arbeiten. Die Stadt- und Gemeindeverwaltungen, welche die Verwalter von Gemeindegut verschiedenster Art sind, haben pflichtgemäß für die Sicherheit der ihnen anvertrauten Werte Sorge zu tragen. Darüber hinaus liegt ihnen aber auch die Erhaltung des Gutes ihrer Mitbürger ob. Die Bernichtung jeder Habe ihrer Mitbürger, ob groß oder flein, bedeutet eine Berringerung von Bollsvermögen, wovon in erster Linie die Heimatgemeinde betroffen wird. Bei den zunehmenden Gefahrenquellen, welche beispielsweise durch Lagerung von Betriebsstoffen für Motorräder und Autos usw. erwachsen, und vor allem beachtend, daß unser Voltsvermögen hauptsächlich in Sachwerten besteht, ist der Ausbau von Gemeindefeuerschutzeinrichtungen dankbar zu begrüßen. In der richtigen Erkenntnis, daß es besser ist, einen Brand im Entstehen zu löschen, als cinen Großbrand mit der bestorganisierten Feuerwehr zu betämpfen, haben es sich die Feuerwehren zur Aufgabe gemacht, der Vorbeugung von Bränden die größte Beachtung zu schenken. Rachstehender Bericht einer staatlichen Versicherungsanstalt an den Deutschen Verein für Sicherungskunde wird vielleicht für manche Kommunalverwaltung von Interesse sein.
,, Die Marktgemeinde D. hat gemeinsam mit der Feuerwehr die Standplätze von Handfeuerlöschern( Marte Minimag) nicht nur in der örtlichen Bresse, sondern auch durch Anbringung der auffallenden Minimar Schilder an den Gebäuden, wo sich ein Apparat befindet, bekannt gemacht. Dadurch ist die gerade für den Erfolg der Handfeuerlöscher entscheidende Voraussetzung eines rajchen, unverzüglichen Eingreifens gesichert. Die Mitwirkung der Feuerwehr bietet Gewähr dafür, daß sie auch fünftig vor jedem Schadenfeuer, auch bei einstem Umfang, sofort verständigt wird. Erst durch das Zusammenwirken von Hand feuerlöschern und der Feuerwehr wird ein vollkommener Feuer schutz erreicht werden. Diese Einrichtung verdient Nachahmung."
Lotales.
Wiedersehen mit einem Vergessenen.
Fünf Monate so etwa ist es her, da hatte man ihm schon den Abschied geben wollen. Aber da sah er auf einmal so schmud, so richtig jugendfrisch aus, daß die Wehmut des Scheidens die Oberhand gewann. So trennten wir uns doch noch nicht endgültig von ihm. Zärtlich streichelten und bürsteten wir an ihm herum, wobei wir ihn mehrfach, ohne es zu wollen, ans Herz drückten. Dann hielten wir ihn wieder hoch vor uns hin, so richtig ins helle Licht hoben wir ihn; merkwürdig, wie sehr er unter unsern zärtlichen Gefühlen und unserer sorglichen Behand lung gewonnen hatte. Noch einmal war er gerettet, noch einmal waren wir unzertrennlich, wie er für sich allein es auch noch ein mal sein sollte, obwohl das Messerchen, das ihm an die Nähte wollte, gierig auf dem Nähtische blinkte. Das Geschid bewahrte ihn davor. Eine Hand voll weißer Kugeln verteilten wir in alle seine Taschen, weiße Zauberkugeln, die ihn vor dem Gefressen werden bewahren sollten; und dann hängten wir ihn, nochmals tröstend ihn mit den Händen streichelnd, über den Bügel in den Schrank, den alt und treugedienten Sommer Ueberzieher.
Fünf Monate ist es her. Fünf Monate haben wir nicht mehr an ihn gedacht. Bis wir jetzt, unterm Märzsonnenschein, auf einmal an ihn erinnert werden. Ueber Nacht ist uns sein winterlicher Bruder zur Last geworden; ob er nun ein bescheidener Paletot, oder ein anspruchsvoller, dider Pelzbengel ist: er ist uns zu schwer geworden; wir sehnen uns den schlanken Bruder zurück, der uns freieres Bewegen, frischeres Ausschreiten, freund lichere Nachbarschaft in den Verkehrsmitteln ermöglicht. Da holen wir ihn denn aus seinem Winterquartier, aus dem dunkel sten, hintersten Winkel des Schrankes hervor. Gleich beim ersten Griff in eine seiner Taschen eine Ueberraschung: da flimpern noch ein paar Geldſtüde. Das macht ihn schon sympathisch. Das ist so etwas, wie das große Los, Geld zu finden, wo man's gar nicht erwartet hat. Die weißen Zauberfugeln sind fast ver schwunden, haben wirksam ihren Zauber ausgeströmt, sind verduftet. Aber, nun wir ihn gegen die Sonne heben, da glänzt er förmlich vor Wiedersehensfreude, und es ist, als ob dide Tränen in seinen viel zu weit aufgerissenen Knopflöchern hängen. Es ist ja nett von ihm, daß ihn das Wiedersehen so rührt.
Grundtatsachen der Entwicklung menschlichen Lebens hinzielt. Wie diese ursprünglichen Gegebenheiten dann in den einzelnen Entwicklungszweigen ihren besonderen, richtunggebenden Ein fluß ausüben, wie sie zur Entstehung besonders gearteter, typi scher Erscheinungsformen in ihrem Wirkungsbereiche führten und führen mußten, wie sie endlich auch weitere, ganz bestimmte Entwicklungsmöglichkeiten in sich bergen, das zu erhellen, hat die moderne Forschung sich zu ihrer ferneren Aufgabe gestellt.
Als eine der wichtigsten und in vielfältiger Hinsicht aus schlaggebendsten Grundtatsachen stellt sich einer so gerichteten Betrachtungsweise aber der natürliche Lebensraum dar, der naturgegebene Organisationsraum menschlicher Lebensentfal tung. Mit ihren phyfisch geographischen Gegebenheiten, die die Entwicklungsmöglichkeiten für den Menschen in sich bergen, wird so die Naturlandschaft zur Ausgangsform der tatsächlichen Ent wicklung. Jede hervorstechende Besonderheit, die der natürlichen Landschaft ihr ganz besonderes Gepräge gibt, muß so not wendigerweise auch die Erscheinungsformen menschlicher Lebens gestaltung entscheidend beeinflussen: die Naturlandschaft wird zum Schicksal der Menschen, die in ihr wohnen!
Gibt es in der natürlichen Landschaft aber einen bestimmen deren Gestaltungsfaktor als den lebendigen Strom mit seinen unablässig sich erneuernden schöpferischen Kräften! Und weiter: gibt es unter den großen Strömen unseres Vaterlandes einen, an dem die natur- und seit Jahrtausenden fulturbewegende Wir tung auf das gesamte von ihm durchflossene Gebiet deutlicher in die Erscheinung träte als den Rheinstrom!
Und in der Tat: nirgendwo noch hat eine von der vorstehend gezeichneten Einstellung beherrschte wissenschaftliche Er forschung des Wirtens einer großen, über allen menschlichen Ordnungen stehenden Naturerscheinung von der Art des Rheines
Sonnabend, den 12. März 192
Immerhin: er soll sein winterliches Gnaden gefressen haben; ein bißchen wollen wir ihn Berfrühlingssonne tragen; aber dann, wenn geht, dann wollen wir unsere Liebe auf seine tragen, der uns jedesmal, wenn wir etwas gehen, ein bißchen spöttisch aus dem Schaufens sein ist doch schließlich der Gieg.
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Für Fuhrwerksverkehr. Zwecks Vorn anjchluarbeiten wird hiermit die Lahnstraße bergerstraße und Biebertalbahn vom 5. März
ओ
Furwerkverkehr bis auf weiteres gesperrt. Warnung vor einem Betrüger. In Städten, so auch in unserer Gladi, trat in de raffinierter Betrüger auf, der sich gewöhnlic meistern als Gutsverwalter ausgab, irgend Aufträge erteilte und dabei selbst Kaufauftr Shinten usw. gegen Anzahlung entgegennahm an eine Lieferung zu denken, verschwand.
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Oberheische Fahrplankonferenz. Auf Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. fand u des Jahrplandezernenten der Direttion, Herrn rat Sich, am vergangenen Gonnabend eine ei ang über die Gestaltung des Sommerfahr helen in Nidda statt. Außer der Provinz, fü regierungsrat Dr. Heiz- Gießen erschienen wa teiligten oberbeffifchen Kreise, Städte, Provinze Handelskammern sowie zahlreiche andere Org teten Der Hessische Verkehrsverband hatte se Heren Stemmer- Darmstadt, entsandt, während Cherhessen durch seinen Vorsitzenden, Herrn B jamm- Gießen, vertreten war. Die überaus handlungen hatten das erfreuliche Ergebnis, treten des Sommerfahrplans ab 15. Mai we rungen zu erwarten stehen.
* Bon der Garnison. Das 15. Inf- Regt. tember mit allen Bataillonen( Gießen, Marb
Weimar) an den großen Manövern der Rei jalen teilnehmen. Das Regiment wird in erste wagentruppe verwandt. Vorher wird die T vier Wochen auf dem Truppenübungsplatz M lus daran einige Zeit auf der Senne üben Fememordprozeß. Am 22. März beginnt gericht in Gießen ein neuer Fememordprozeß. Hagten sind der frühere Leutnant Ernst v Chauffeur Schwing aus Bad Nauheim und der leiter des„ Stahlhelm“ Heinz aus Naumbu lautet auf versuchten Mord und Anstiftung a ehemaligen Oberleutnant Wagner. Im gan geladen.
* Von der Landesuniversität. Der orde Geburtshilfe und Gynäkologie und Direkto Frauenklinit, Dr. Rudolf Theodor Edler v einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl fi der Akademie in Düsseldorf erhalten. Ferner eußerordentliche Professor für Anatomie und tomischen Institut, Dr. Philipp Stöhr, e teilungsvorsteher und persönlicher Ordinari mische Institut Bonn erhalten. Professor St Folge leisten. Dem Dr. Artur Somme legendi bei der Philosophischen Fakultät für jchaftswissenschaft erteilt.
† Aus der hessischen Forstwirtschaft. tabilität des hessischen Staatsforstbetriebs meister kürzlich im Finanzausschuß eine ve der hessischen Aufwendungen mit denjeni belanntgegeben. Daraus ergibt sich, daß S ten Forstverwatlungen im Reiche nachweise züglich der Betriebsausgaben lange nicht a * Der Oberhessische Geschichtsverein h
des vor kurzem verstorbenen Oberlehrers Richard Eduard Ottmann erworben, die si der Stadt Gießen erstrecken und besonders feltene Zeitungsbände, Studentenverzeichnis geschichtliche Raritäten enthalten. Ueber Berstorbenen, die Niebergalls Bossen in G volle lateinische und griechische Ausgaben u ben noch nicht verfügt.
in so eindeutiger Weise das innige Verf Lebensgebiete mit dem Wesen und den W heinung flargelegt, wie in den den Rhe Uferlandschaften.
Das Wesen des Rheines, seine W darzustellen hat sich das bereits 1912 gegrü in Koblenz zur Aufgabe gestellt und sie zu I artigen Erfolg verstanden. Das Werden
durch den Strom geschaffenen und in ihm tungskräfte für die sich an seinen Ufern Wirtschaft zu zeigen ist das Ziel der ge Eine große Zahl von Behörden, führenden missenschaftlichen Instituten und Gesellscha Wirtschaftslebens und wirtschaftlichen Verl
heiner Berwirklichung zusammengetan. Rheinmuseum und die mit ihm engve find in ihrer Jdee nicht denkbar ohne die au Der Zusammenhänge, auf die Hervorhebun gerichtete neue Einstellung aller daran bet lichen Forschungszweige. Und so weist deni Aufbaues dieser einzigartigen Schau trotz se jenen aufs Ganze gerichteten Blick auf, de zur umfassenden Darstellung des Rheines in Wirten bildet. Entsprechend der oben gekennzeichne wenschaftlicher Betrachtungsweise bildet bir geographische Erfassung der den Rhein Mündung umrahmenden Naturlands benen Geschehnisse in der Oberflächengesta Dem Strome seinen Lauf bestimmten, und w


