Gamstag, den 10. Dezember 1927.
man auf Grund politischer Erwägungen die Existenz der Eisen
„ Gießener Zeitung"
induſtric untergraben zu dürfen, dann dürfen wir zu Weihnach- Rundgang durch
ten die Gewißheit mit unter den brennenden Lichterbaum zu unseren sorglosen Kindern tragen, daß uns ein Wirtschaftsfampf droht, größer als der englische Bergarbeiterstreit, ein Wirtschaftskampf so hart und zoh, daß selbst zum Schluß erfämpfte Borteile den angerichteten Schaden niemals wieder gut machen fönnen.
Kleine politische Nachrichten.
Dem amerikanischen Repräsentantenhaus ist eine Vorlage zugegangen, wonach die Einwanderung in Amerita während der fommenden fünf Jahre, und zwar ab 1. Januar 1928, um jährlich 10 Prozent verringert werden soll. Die Jahresquote soll na dieser Periode 1 Prozent jeder Nation betragen.
Für den zum Botschafter in Washington ernannten Dr v. Prittwig und Gaffron ist der Vortragende Legationsrat Dr. Emend zum Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Rom bestimmt worden.
Berufe der hessischen Abgeordneten. Unter den Abgeordneten des am 13. Dezember zusammentretenden Landtages be finden sich 12 Lehrer, 8 Bürgermeister, 8 Landwirte, 9 Gewerfschafts- und Parteisekretäre, 7 Handwerker, Richter, 4 Rechtsanwälte, 2 Minister, 2 Pfarrer, 2 Kaufleute und 1 weiterer Beruf. Unter den Abgeordneten befinden sich 4 Frauen.
Der Beginn für die deutsch- tschechischen Handelsvertragss verhandlungen, die ursprünglich auf den 12. Dezember festgesetzt war, mußte um einige Tage verschoben werden.
Berlegung des Bostgeheimnisses. Dem Pariser,.Soir" wird cus Italien gemeldet, daß an alle italienischen Postanstalten ein Ministerialrundschreiben versandt worden ist, in dem die Postämter ersucht werden, sämtliche aus dem Auslande eingehenden Postfachen zur Verfügung der faschistischen Boßmiliz zu stellen. Diese tönne sie prüfen, und sie sei verpflichtet, Rechenschaft über die Postsachen abzugeben, die sie aus irgendeinem Grunde zurüdgehalten habe.
Krupp und die Wohnungszwangswirtschaft.
Eine vernichtende Berurteilung der Wohnungszwangswirtschaft. Die Wohnungsverwaltung der Firma Krupp hat ausführ liches statistisches Material gesammelt über ihre Erfahrungen mit der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen. Aus diesem Material geht hervor, daß die durchschnittliche Belegungsziffer der Werkswohnungen nicht nur nicht gestiegen ist, sondern eine dauernde und erhebliche Abnahme erfahren hat. So betrug 3. B. die Durchschnittsziffer:
bei zweiräumigen Wohnungen bei dreiräumigen Wohnungen
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1905 1914 1927 4,28 3,56 3,10
5,66 4,89 6,29
4,14 5,49
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bei vierräumigen Wohnungen Das ist eine Etnwidlung, die höchst erfreulich wäre, wenn nicht nach der gleichen Statistik fie umfaßt insgesamt 10 000 Werkswohnungen dennoch in je 100 Wohnungen je 11,5 Fas milien hausen müßten. Dieser Widerspruch ist dadurch zu er klären, daß die Mieter größerer Werkswohnungen mit kleinen Familien wie jeder andere Mieter infolge der Wohnungs zwangswirtschaft(!) nicht gekündigt werden können. Dadurch wurde es unmöglich gemacht, die größeren Wohnungen den finberreichen Familien zuzuweisen. Diese müssen in ungenügenden Kleinen Wohnungen aushalten, weil der Gesetzgeber Familien mit wenigen oder keinen Kindern in großen Wohnungen festhält. Interessant ist aus dem Kruppschen Material noch folgende Feststellung: In einem Umkreis von drei Kilometer zu den Arbeitsstätten wohnen 3093 werksfremde Mieter, während die Zahl der aktiven Wertsangehörigen, die in einer Entfernung von über 3 Km. zum Wert untergebracht sind, 2777 beträgt. Viele heute bei Krupp beschäftigte Arbeiter haben also einen außerordentlich weiten Weg zur Arbeitsstätte zurückzulegen. weil es nach den geltenden Bestimmungen nicht möglich ist, fie im Wege des Tausches in die näher gelegenen Werkswohnungen zu bringen. Man sieht aus diesem Kruppschen objektiven Material, wie die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen prati. zu schweren Unzuträglichkeiten, zu verhängnisvollen Schädi gungen der Boltsgesundheit und Volkswirtschaft führt.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Keln Sonntag vergeht, an dem nicht von tausend Kanzeln irgend ein gutes Wort andachtheischend an unsere Seele dringt Wahrhaftig, es ist kein Mangel auf der Welt an guten Worten. Wäre nur ein ganz kleiner Bruchteil von dem, was auf der Erde an guten Ermahnungen fursiert, an gutem Willen in den Herzen, die Erde müßte schon längst wieder ein Paradies sein.
Jeder trägt wohl ein Bild in sich, wie es auf dieser Erde aussehen sollte und könnte, wenn er und wenn die anderen möchten. Und weil die anderen nicht entgegenkommen, so ist ihm das der Grund zum eigenen Verfagen. Wie ein Soldat seine Kriegsartikel, so fennen wir die Grundsätze des christlichen Lebensprogramms und wissen, daß es die besten aller Worte sind, die in diesem Buche stehen. Was uns allen, allen aber fehlt, das ist der gute Wille, das Christentum der Tat. Warum leben, warum denken, warum handeln wir nicht so, wie es die guten Worte wollen? Weil wir wie törichte Kinder nur spielen wollen mit dem äußeren Schein, weil in jedem ein Egoist steckt, der vielleicht überzeugt von seinem eige nen Unwert, dennoch heuchelnd spricht: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen.
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Wie heißt das Gebot, das jenem ersten, das uns an den Ewigen bindet, gleich ist? Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! In der Nächstenliebe läge das fehlende Christentum der Tat. Wenn wir den Nächsten mit den Augen des Bruders und der Schwester ansehen, nicht mit den Augen des Richters, wenn wir mit seinen Sünden als Abkömmlinge des gleichen Ursünders Adam uns mitschuldig fühlen, indem wir die
Nr. 50
Rundgang durch das Landwirtschaftliche Institut der Universität.
Die heute im Laufe des Tages fi abwidelnden Feierlich feiten anläglich der Inbetriebnahme des Umbaus des landwirtschaftlichen Instituts geben uns Veranlassung, unsere Leser schon jetzt zu gleicher Zeit mit den geladenen Gästen einen Rundgang durch die neuen Anlagen machen zu lassen.
Wer die alten, beschränkten Räumlichkeiten an der Senden bergstraße gefannt hat, wird erstaunt sein, was im Laufe des Sommers mit wenigen Mitteln geschaffen worden ist. Jns gesamt ist die Raumfläche um 600 qm vergrößert, davon fallen allein auf das Tierzuchtinstitut 200 qm. Laboratorien, eine Hausmeisterwohnung, Bibliothefs- und Lesezimmer und ein großer Sörjaal find neu entstanden.
Doch das ist das weniger Wichtige. Was uns diefer Rund gang besonders zeigt, ist die Vielgestaltigkeit des landwirtschaftlichen Studiums und die hohen Anforderungen an den wissenschaftlich arbeitenden Landwirt.
70 Studierende der Landwirtschaft, die Forstleute und Beterinäre durchlaufen dieses Institut, dessen Gesamtleitung in Händen des Herrn Prof. Sessous liegt. Die Unterabtei lungen unterstehen Herrn Prof. Kraemer( Tierzuchtinstitut) und Herrn Dr. Pfaff( Betriebslehre).
Schon die Einteilung des Gebäudes zeigt uns, wie unendlich viel vom modernen Landwirt verlangt wird, greift doch ge rabe sein Studium in die verschiedensten Wissenszweige hin über.
Das Erdgeschoß enthält vier Verwaltungsräume, die Bibliothek mit ca. 2000 Bänden reiner Fachliteratur, ein Lesezimmer, ein Dozentenzimmer, einen 70 Sitzpläge enthaltenden Hörsaal, die reichhaltigen Sammlungen und ein Anfänger- Laboratorium. Letzteres dient dazu, mit Hilfe des Mikroskopes die ersten Semester mit der Samenkontrolle und Bodenuntersuchung vertraut zu machen. Die Sammlungen, die noch ausbaufähig sind, enthalten neben reichhaltigem Anschauungsmaterial, vollständige Sammlungen unserer Feldfrüchte und ihrer Träger, viele Modelle landwirtschaftlicher Maschinen und besonders bemerkenswert eine Gräsersammlung, die erhöhte Bedeutung für unser an Weideland so armes Hessen besitzt. Nicht vergessen werden darf der gleichfalls im Erdgeschoß befindliche Raum für die Zuckerrübenuntersuchung, in dem u. a. mit Hilfe von Polarimetern der Zudergehalt der auf dem Versuchsgut Unterer Hardthof gezogenen Rüben festgestellt wird.
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Im ersten Stod über den Verwaltungsräumen liegt der neue große Hörsaal, der 120 Personen faßt. An ihn schließt sich das eigentliche Reich unseres liebenswürdigen Führers, Herrn
Wurzel dieser Sündhaftigkeit in unserem gemeinsamen Menschenblute erkennen, wenn wir so den Fehler des anderen zu unferem eigenen guten Vorsatze, den fehlenden Willen des alt= dann sind wir deren zu eigenen Willensstärkung machen,
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Christen der Tat, dann werden die Sonntagsworte zum gött
lichen Samen werden, aus dem unfere ewigen Werke wachsen.
Jetzt ist wieder Weihnachtszeit, die Zeit des Gebens und Schenkens, die Zeit der Tat. Zeig dein Christentum und geh' hin in die Hütten der Armen und trage die Freude einmal auch dorthin. Ein Ewiger wird es dir reichlich belohnen.
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Letzten Sonntag tagte hter der Bundestag des LahntalSängerbundes. Die Bundesvereine waren zahlreich vertreten. Anwesend waren die Vereine aus Wetzlar, Dillenburg, Weilburg, Braunfels, Marburg, Gießen( 4 Vereine), Grünberg, Lich, Hungen, Londorf, Butzbach, Wiesec, Kirchhain u. a. m. Die Verhandlungen wurden von dem Bundesvorsitzenden Stroh Butzbach geleitet. Neu aufgenommen wurden: ,, Frauenlob" Homberg a. d. Ohm,„ Germania"-Großen- Bused und Sängervereinigung Lollar. Das Bundesfest 1928 findet am 7., 8. und 9. Juli in Kirchhain statt. Der älteste Bundesverein Weilburg lädt für 1929 zu seinem 100jährigen Jubiläum ein.
* Artur Mahraun, der Begründer und Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, spricht am 14. Dezember, abends 8% Uhr, im Café Leib über„ Die jungdeutsche Auffassung von Volf und Staat". Im Hinblick darauf, daß am 18. Dezember 1927 das„ Jungdeutsche Manifest" der Deffentlichkeit übergeben werden wird, welches die Grundzüge eines neuen Staatsaufbaues enthält, dürfte die Versammlung am 14. Dezember allgemeines Interesse erweden.
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Hassialotteric. Mit der Pünktlichkeit, die wir bei der Kriegerkameradschaft Hassia gewohnt sind, fand letzten Montag im Rathaus zu Buzzbach die Ziehung der 7. Wohlfahrts. Totterie statt. Die Ziehungsliste geht allen Mitgliedern des Verbandes mit dem nächsten Hessischen Kamerad", am 15. Dezember, zu. Die Durchführung der Lotterie lag, wie immer, in den Händen von Herrn Medizinalrat Dr. Bogt in Gemeinschaft mit Herrn Albin Klein- Gießen. Für ersteren bedeutete es die 18. Wohltätigkeitslotterie, die er in der Hassia während seiner 54 Dienstjahre im Vorstand veranstaltet hat. Der höchste Ertrag einer dieser Lotterien belief sich auf 32 000 Mart, der niedrigste auf 7000 Mart. Nehmen wir gering veranschlagt einen Durchschnittsgewinn von 10 000 Mart, so ergibt dies insgesamt 180 000 Mart, die für Unterstützung der bedürftigen Kameraden aufgebracht und verausgabt worden sind. Jetzt werden insbesondere die Kriegsopfer des legten großen Krieges damit bedacht. Ohne diese Einnahme wäre es der Hassia nicht möglich, alle ihr angehörenden Kriegsbeschädigte und Sinter bliebenen gänzlich fostenlos zu betreuen; 3. B. bei den Ver sorgungsgerichten usw. Es werden dafür ständig 6 Beamten beschäftigt. Andere Verbände, wie z. B. der Reichsbund der Kriegsbeschädigten erheben dafür von allen ihren Angehörigen je 60 Pfg. Beitrag im Monat. Wenn daher jetzt viele Tausende mit einer Niete bei der Lotterie herausgekommen find, so wollen sie sich damit trösten, daß fie Not und Elend bei Unglücklichen lindern und Tränen trodnen halfen. Die 3 Hauptgewinne fielen auf die Nummern: 29 788( nach Spach brüden), 73 332( nach Treis- Lumda) und 8 982( nach Frankenhausen). Die Aufsicht bei der Ziehung führte Oberleutnant Dr. Schäfer von der Butzbacher Schutzpolizei im Auftrage des Kreisamtes Friedberg.
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Dr. Appel, an, das Pflanzen- Pathologische Institut. Hier bekommt selbst der Laie von der außerordentlichen Wichtigkeit des Gebietes der Pflanzenkrankheiten und Schädlinge eine Ahnung. Praktische Wege zur Bekämpfung aller Saatfrankheiten, des Kartoffelkrebses, der Kartoffelbräune usw., werden hier gesucht und gefunden. Aeußerst interessant und überraschend war uns Unwissenden die Sammlung 110 verschiedener hier in Hessen aufgefundener Unkrautsamen, die man plant. im fommenden Jahre auf einem besonderen Unkrautfeld anzupflanzen.
Samstag, 10. D
Aus Rah 1
Wagenborn- Steinberg. Gin Fier. Der 16jährige Lehrling be geriet beim Solglägen mit der lin Die vier Finger wurden ihm gla Sugbad. Unter der Leitung St. Janjen fonnte der in seiner ambene schmude Marttbrunnen le
en Bertehrstages eingeweiht und Plakkonzert umrahmten Bergang, die Stadtmauern und be ple und dem Publikum zugängli
neue Bürgermeister auch an Bef zahlreiche Wohnungsbauten un durch Errichtung einer Kleinti Bad Nauheim. Ein intereffanter henden, daß die Vertreter der Sote Ministerium eine Eingabe gemacht ha ben hiesigen Beamten das Vermieten gewerbe untersagt werde. Dadurc unter den hiesigen Beamten entstande Büdingen. Durch den Kreisarzt ber Schullinder in dem Dorfe Gelnhac sent aller Rinder Anlagen zum K merden fofort in eine längere Zeit wä
Einem weiteren Lehrfeld der Landwirtschaft dient das an schließende chemische Laboratorium, dem sich ein großer Arbeitssaal für Diplom- Kandidaten und Dottoranten angliedert. Den meisten neu wird sein, daß sich hier auch die für den Landwirt so wichtige Wetterwarte befindet, die in Radioverbin dung mit der Seewarte Hamburg, unterstützt durch eigene metereologische Registrierstation, hier im Seffenland das Wetter macht". Der engsten Zusammenarbeit mit der Pragis dient die nächste, die Samentontrollstation, die, da Hessen diese Einrichtung in Darmstadt selbst befitt, für die Landwirtschaftsfammer in Wiesbaden arbeitet. Auch die Kartoffeffulturprüf stelle und die der Maschinenprüfung dieser Kammer befinden sich hier in Gießen. Die Kontrolle des Samens, der fünftlich zum Treiben gebracht wird, beruht hauptsächlich auf Feststellung der Reinheit, der Keimfähigkeit und Keimkraft. Es ist dieses das ganz besondre Arbeitsfeld des Herrn Prof. Seffous, der als alter, erfahrener Prattifer mit Hilfe seiner Wissenschaft unserer Landwirtschaft wertvolle Dienste leistet. Die Dienerwohnung und einige Nebenräume füllen auch dieses Stodwerk.
Eine Treppe höher befinden wir uns im Tierzuchtinstitut, das neben den Arbeitsräumen des Herrn Prof. Kraemer unb seiner Affiftenten, ein Lefezimmer, einen Sammlungsraum und das Molkerei und Milchlaboratorium umfaßt. Der Haupt betrieb dieses landwirtschaftlichen Lehrzweiges befindet sich jedoch auf dem Verfuchsgut Oberer Hardthof.
Damit ist unser Rundgang beendet. Diese wenigen Zeilen fönnen natürlich nur ein schwaches Bild von der tatsächlich vorhandenen Arbeitsfülle des landwirtschaftlichen Institutes unferer alma mater wiedergeben, aber die unendliche Bedeutung wissenschaftlicher Forschung für Deutschlands Landwirtschaft und das ehrliche Bemühen unserer verantwortlichen Staatsverwal tung auch für Hessen etwas derartig Mustergültiges zu schaffent, B. lassen auch sie wohl erkennen.
Was verjährt am 31. Dezember? Eine Frage, deren Beantwortung jeden Gewerbetreibenden u. Handwerker interessiert.
1. Es verjähren am 31. Dezember 1927: alle Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Landwirte, Spediteure, Schiffer, Gastwirte usw. für Lieferungen und Leistungen bes täglichen Lebens, die im Jahre 1925 entstanden find: Also: Lieferungen von Waren, Reparaturen, Ausbefferungen, schuldig gebliebene Kostenanschläge, überhaupt jede Leistung, die gegen Entgelt erfolgte usw.; ferner verjähren die aus derselben Zeit stammenden rüdständigen Gehälter und Löhne der Angestellten, Arbeiter usw.; die Forderungen der Aerzte, Hebammen, der Lehrmeister, die Forderungen der Rechtsanwälte und Notare für deren Gebühren und Auslagen, soweit diese nicht zure Staatsfasse fließen, die Zeugengebühren, die Forderungen der Lehrer und der öffentlichen Anstalten für Unterricht, Erzie hungen usw.
2. Es verjähren am 31. Dezember 1927 alle Leistungen, die für den Gewerbebetrieb des Schuldners im Jahre 1923 ent standen sind( alfo Lieferungen von Waren des Lieferanten an den Detailisten oder Gewerbetreibenden oder Handwerker zum Zwecke des Weiterverkaufs); ferner alle anderen ständig wie derkehrenden Leistungen( Unterhaltungsansprüche, Pacht- und Mietzahlungen für Immobilien).
3. Ansprüche gegen die Eisenbahn wegen Schadenersatz ver jähren in einem Jahr. Die Verjährung beginnt mit dem Tage, an dem abgeliefert worden ist oder abgeliefert hätte werden müssen. Ansprüche gegen die Post verjähren innerhalb sechs Monaten seit der Einlieferung der betreffenden Postsendung. In beiden Fällen gilt folgendes: Erfolgte auf die schriftliche Anmeldung des Schadens seinerzeit ein abschlägiger Bescheid, so wird die Verjährung für die Zeit zwischen der Anmeldung des Schadens und Erhalts des Bescheides gehemmt".
Alle Ansprüche, die am 31. Dezember 1927 der Verjährung anheimfallen, müssen bis zum 31. Dezember 1927 entweder durch Klage oder Zahlungsbefehl geltend gemacht worden sein. Bei einem Antrage um den Erlaß eines Zahlungsbefehls genügt es, wenn dieser Antrag bis zu diesem Tage bei dem Gericht ein läuft, denn hierdurch wird die drohende Verjährung unterbrochen(§§ 496 Abs. 3 und 693 Abs. 2 der Zivil- Prozeß- Ord nung).
Muß der Anspruch bei dem Gericht geltend gemacht wer den, so ist der Antrag um einen Zahlungsbefehl vorzuziehen, weil das Mahnverfahren billiger ist als das Prozeßverfahren und dies die dringende Sache beschleunigt. Erhebt der Schuld ner wider Erwarten noch Widerspruch, so wird dadurch zuun gunsten des Gläubigers nicht verteuert, denn die Kosten des Mahnverfahrens werden dem Prozeßverfahren gutgeschrieben. Muß Klage bei dem Landgericht erhoben werden, so ist zu beachten, daß die Wirkung der Verjährungsunterbrechung erst mit dem Zeitpunkte der Zustellung der Klage eintritt. Für Zahlungsbefehle sind die Landgerichte nicht zuständig, sondern nur die Amtsgerichte.
Schotten. In der Frage des G Bogelsberges, besonders der seltene Smetterlinge, tagte hier der Haupt ger Höhenklubs" zusammen mit den ten Behörden. Man fam überein, Oberwaldgebiet" in einer Höhenlage halt unter Sájuk gestellt wird, daß Blanzen, Blumen, Schmetterlingen sich. Auch für die Erhaltung urwi bilder will man sich einsehen.
Mainz. Einem Dummenjungenft Menschenleben zum Opfer fallen. Lenten zu haben, setzte ein Junge ein Auto in Bewegung. Dadurch wurde
Kei
Grüner Rafen/
Roman von Otto t 18. Fort
Jekt hatte ihr Sorgen ihm t bez lekten Tage durfte sie sich sei fen Augen und pollen roten B wat er ihr in den Tagen, da er 16machen Fingern Tasse oder nahm. Dann war er ihr Gelieb frohem Glüd fühlte sie fich sein für immer, weil sie ihn gepflegt bragte ein Grauen der Ged fange Tage mit der ewigen Fr fein und am Leben sei. Jeber Binbitos des Herbites, jeder Sch grausame Gewißheit, daß er auf en non Wetter und Feinden lie Schmerzliches Schluchen unt
ben Stopf heben. Die Ji ben i gezogen. Die Leinwa nb Sen Ans Herz griff das frohlichen Gamester felten Träne He coat pas des Baters Tode bie Meniden fie leichtfertig, met telte. Barum betrübte sie Wern Gerda jann, und plöglich sch fen Schärfende Stille der hellen er liebte Werner, der doch ihr Elifabeth! Gie ftand auf! Gdyn Len Füße, als fie fich zur Jüngeren Fie ins Bett, jamiegte fich an der per unb hob ben linten Urm un barg bas tränenjeuchte Geficht an ter dem fröftelnden Streicheln no rme, arme Elisabeth! Du hast i Ein entschiedenes Ropfniden Furtbar hien es, daß zwei Schm
Erfolgt seitens des Schuldners vor Ausbringung des Zah lungsbefehles eine Abschlagszahlung, so hat es mit der gericht lichen Geltendmachung des Anspruches feine Eile, denn hiez durch hat der Schuldner den Anspruch anerkannt und die Ver jährungsfrist läuft nunmehr in den vorher beschriebenen Gren zen weiter.


