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Sonnabend, den 10. September 1927.

,, Gießener Zeitung"

tannt, u. a., daß alljährlich vor dem Landestag ein Provinzial-| jinger( Darmstadt) geleitet. Der Verlauf der Tagung ergab, fängertag abgehalten wird, den Ausbau der Sängerwarte, die Gliederung Oberhessens in fünf Bünde, sechs Kreise, also 11 Gaue. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des Vor­fizenden Gengnagel- Grünberg, in den engeren Borstand wurden gewählt A. Koch- Gießen und J. Beder- Kesselbach, und Architekt Rudiger- Weglar als Vertreter der außerhessischen Vereine.

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* Bon der Landesuniversität. Ein erfreuliches Ansteigen der Frequenz der Universität macht sich in den letzten Jahren be­merkbar. Jm Wintersemester 1926 waren es insgesamt 1544 Hörer, im verflossenen Sommerjemester 1654 Studierende ein­schließlich der Gasthörer. Das Wintersemester 1927/28 wird mit den Borlesungen am 24. Oftober beginnen.

* Straßensperre. Der Feldweg in der Verlängerung der Straße ,, An der Margarethenhütte" von der Wirtschaft Sänger an bis zu 500 Meter südwestlich nach Klein- Linden wird wegen Errichtung einer Stügmauer auf die Dauer von etwa 14 Tagen gesperrt. Der Verkehr wird durch den hinter der Margarethen­hütte herziehenden Feldweg umgeleitet.

* Gefundene und verlorene Gegenstände. Das Verzeichnis über die in der Zeit vom 1. Auguft bis 31. August 1927 auf dem Fundbüro als gefunden und verloren gemeldeten Gegenstände liegt auf dem Polizeiamt, Weidengasse Nr. 5, Zimmer 3, zur Einsicht offen.

* Berkehrs- Zuwiderhandlungen. In der Zeit vom 1. bis 31. August 1927 wurden folgende Strafanzeigen wegen Zu­widerhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft- und Rad­fahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 19 An­zeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 7 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 3 wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 22 wegen Fahrens durch ge= Sperrte Straßen, 6 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in ver fehrspolizeilicher Hinsicht.

* Hindenburg- Briefmarken. Die Reichspoft läßt gegenwär­tig vier Freimarken zu 8, 15, 25 und 50 R.- Pfg. sowie eine Post­tarte zu 8 R.- Pfg. mit einem Bildnis des Herrn Reichspräsi­benten herstellen. Die Wertzeichen zu 8 R.- Pfg. werden zu 15 R.- Pfg., die übrigen zum doppelten Nennwerte durch die Post­anstalten und die Deutsche Rothilfe vertrieben. Der Verkauf be­ginnt am 26. September und dauert bis Ende Januar 1928. Der Erlös aus dem Zuschlage wird dem Herrn Reichspräsidenten zur Linderung der Not unter den Mittelstandsangehörigen und So­zialrentnern zur Verfügung gestellt.

Aus Nah und Fern.

Großrechtenbach( Kr. Wetzlar). Eine unglaubliche Tier­quälerei verübte ein hiesiger Landwirt an seinem Pferde. Beim Roggeneinfahren vermochte das Tier auf dem weichen Ader­boden den Wagen nicht zu ziehen. Um es zum Ziehen anzu­spornen, legte der Besitzer des Pferdes eine Roggengarbe hinter das Pferd, zündete sie an, daß die Flammen an dem Hinterteil des Pferdes emporschlugen und schwere, große Brandwunden verursachten. Der beladene Wagen geriet merkwürdigerweise nicht in Brand.

Deutscher Wandertag.

Herborn. Hier war am 3. und 4. September der 36. deut­sche Wandertag, verbunden mit einer Tagung des Verbandes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, dem mehr als 5000 Mitglieder angehören. Aus allen deutschen Gauen waren Ab­ordnungen erschienen. Auch die deutschen Gebirgs- und Wan­dervereine des Saargebietes hatten Vertreter entsandt, und die Sudetendeutschen Gebirgs- und Wandervereine ließen sich durch den Vorkämpfer des Deutschtums in der Tschechoslowakei, A. Wolfram aus Aussig an der Elbe, vertreten. Die Tagung wurde vom 1. Vorsitzenden des Verbandes, Oberstudiendirektor Dr Kis­

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daß es um die deutsche Wanderbewegung gut stehe. Den Ab­schluß der Herborner Tagung bildete die Veranstaltung eines großen Trachtenfestzuges, in dem vornehmlich ländliche Volks­trachten aus dem hessischen Lande und Kindergruppen aus dem Rheingau vertreten waren. Etwa 30 000 Wanderer und Freunde der Wanderbewegung hatten Herborn als Ziel ihrer Wanderung auserwählt und so dem 36. Deutschen Wandertag das Gepräge eines großdeutschen Wandertages gegeben, der in allen Teilen einen würdigen Verlauf nahm.

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Bad Schwalbach" an Stelle von Langenschwalbach. Die Reichsbahndirektion Mainz teilt mit, daß vom 1. September ab der Stationsname Langenschwalbach in Bad Schwalbach" ge­ändert ist.

Erbitterter Kampf der Kasseler Polizei

mit einem Mörder.

Das nahe bei Wabern gelegene Dorf Niedermöllrich war in der Nacht von Montag auf Dienstag der Schauplatz eines erbit terten Feuerfampjes zwischen einem Mörder und der Kasseler Schutzpolizeit. Der 28jährige landwirtschaftliche Arbeiter Niko­laus Claus geriet in den späten Nachmittagsstunden mit seiner Stiefmutter in Streit. Zufällig tam der in Niedermöllrich an­jässige Oberlandjäger Wille des Weges und versuchte, den Streit zwischen den Familienmitgliedern zu schlichten. Der junge Clauß geriet darüber in heftige Erregung, er stürzte in das Haus und erschien mit einer Pistole wieder, mit der er einen Schuß auf den Oberlandjäger Wille abgab, der sofort, durch das Herz ge= troffen, tot zu Boden stürzte. Der Mörder flüchtete nunmehr in sein Haus und begann sich hier zu verbarrikadieren. Die in große Aufregung versetzte Bevölkerung alarmierte sofort die Schutzpolizei in Kassel. Das Ueberfallkommando der Kasseler Schutzpolizei war in furzer Zeit an Ort und Stelle. Die Aufforderung an Clauß, sich zu ergeben, wurde von ihm mit einem Kugelregen beantwortet. Jetzt griff auch die Polizei zur Waffe und es entspann ein erbittertes Feuergefecht. Nach längerem Kampfe mußte sich die Polizei davon überzeugen, daß sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nicht zum Ziele gelangen fönnte. Man alarmierte den Panzerwagen der Kas­seler Schutzpolizei. Das Haus wurde von dem Wagen unter Maschinengewehrfeuer genommen. Doch auch gegen diese Durch siebung seiner Festung schien der Mörder gesichert. Dann lieg das Feuer einige Zeit nach. Plötzlich eröffnete er jedoch das Pistolenfeuer wieder, und zwar in dem Augenblic, als die Be­amten nicht in Dedung waren. Die Beamten fonnten sich nicht anders erwehren, als daß sie zu den Handgranaten griffen. Beim Werfen einer Handgrate passierte jedoch ein Unglüd. Durch die herumfliegenden Granatsplitter wurden der Polizei­hauptmann Niehus schwer und vier weitere Beamte ziemlich ernstlich verletzt. Nachdem einige Sandgranaten in das Haus gefallen waren, hörte die Schießerei aus dem Hause auf. Nun drang das Schutzpolizeifommando in das start mitgenommene Haus ein und fand den Mörder tot vor. Durch eine Hand­granate war er zerrissen worden. Der entsetzliche Kampf hatte mehrere Stunden gedauert.

Der Kasseler Mörder ein Wahnsinniger?

Der Oberstaatsanwalt Dr. Nözel in Kassel hat die Unter­suchung über die Schreckensnacht in Niedermöllrich in die Hand genommen und zunächst angeordnet, daß die Leiche des getöteten früheren Schupobeamten und Landwirtes Nicolaus Claus be= schlagnahmt und der Universitätsklinik Marburg zugeführt wird, wo untersucht werden soll, ob es sich um einen Wahnsinnigen handele oder ob man es tatsächlich mit einem ganz faltblütigen Verbrecher zu tun hat., Die Auffassung, daß es sich um einen Wahnsinnigen handelt, ist durch die Zeugenvernehmung ent­standen. Clauß neigte zu heftigem Jähzorn, auch Tobsuchtsan­fälle sind wiederholt beobachtet worden.

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Das Vorgehen der Kasseler Polizei, die mit einem großen Panzerwagen anrüdte und aus diesem etwa 1500 bis 1800 Schuß Maschinengewehrmunition gegen das Haus richtete, und außer= dem 50 bis 55 Handgranaten in das Haus warf, che Claus durh eine solche getötet wurde, hat in der Kasseler Presse eine scharfe Kritik ausgelöst. Man fragt sich, ob es nicht eine Möglichkeit gegeben hätte, in ein Haus, in dem ein einzelner Mensch sich verschanzt hatte, zu gelangen, auch ohne einen größeren Auf­wand von Kräften, Waffen und Munition, ohne daß nog irgendwelche Menschenleben dadurch gefährdet wurden.

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Am Dienstag weilte der preußisch begleitet von dem Regierungsprä Erler, und Direktor Kaz- Berlin in Mittwochvormittag die Weiterreise an Auf der Fuldaer Bischo beschlossen worden, daß darauf hin Serfäumen firchlicher Veranstaltungen demendjahrt" und durch Sportveranst Dieser Beschluß ist den Geistlichen un übermittelt.

Die KPD- Zentrale vor de Leipzig. Der Vierte Straffenat de mehrfach verschobene Verhandlung geg trale nunmehr auf den 4. Oktober an um Hochperrat und Vergehens gegen haben sich die Reichstagsabgeordneten mele, Lindau, Pfeiffer, Schmidt, Stöder tagsabgeordnete Schumann zu verantn

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Ein allgemeiner Ueberblick Des druifchen Handwerts gibt in lichen Berschiedenheiten auch für heitlis Bild. Wesentliche Aen mat Juli find nicht zu verzeichne rung für den einzelnen Handwerks ehung vieler Handwertszweige g Die Lage des Handwerks beherr