Sonnabend, den 10. September 1927.
den oldenburgischen Landesteil Birkenfeld, sowie das fleinn Land Walded, von Bayern werden Pfalz und der unterfränkische Bezirk Aschaffenburg erfaßt, für die in der Uebergangszeit eine Verwaltungsgemeinschaft angestrebt werden muß.
Eine füdwestdeutsche Gebietstörperschaft mit erhöhter Selbstverwaltung, die sich hier im Rahmen des deutschen Einheitsstaates entwidelt, wird neben den 5 Länderzegierungen auch ihre Landesparlamente und Gesandschafts- bezw. Konjulatsbe triebe entbehrlich machen. An Stelle der vorhandenen 13 Provinzial bezw. Bezirksregierungen werden hier außer dem Städte franz als 3wedverbandsgebiet etwa 6 bis 8 Bezirksverwaltun gen genügen, soweit solche bei der Verwaltungs- und Behörbenreform überhaupt als notwendig erachtet werden. Des gleichen wird eine wesentliche Verringerung der Zahl der hier Dorhandenen 8 Oberpoftoirettionen, 8 Eisenbahndirektionen und 7 Oberlandesgerichte eintreten können, die hauptsächlich nach der politischen Ländergeftoitung gegliedert sind. Ferner wird auch die Zahl der Zwerggebilde der 22 Jndustrie- und Handelstammern, der 10 Handwerks, sowie der 8 Landwirtschaftskammern um ein bedeutendes verringert werden fönnen, was zur funttionellen Vereinfachung der gesamten Verwaltung fichtlich we fentlich beitragen dürfte. Da das Gebiet den völligen Einschluß der Weinbaugebiete umfaßt, wird auch eine bessere Vertretung dieses für das Gebiet typisch wirtschaftlichen Einschlages möglich
Jein.
Die organische Zusammensetzung der Kraftfelder in den Einzellandschaften Südwestdeutschlands wird auch die gleichfalls in ber Berwaltungs- und Behördenrform vorgesehene neue Kreiseinteilung bezw. Zusammenlegung ermöglichen. Da nur ein starf erweiterter Gebietsumfang der einzelnen Kreise den neu
wartsaufgaben entsprechen fann, so werden die vorhandenen rund 130 Kreisverwaltungen eine Verringerung auf weit über die Hälfte erfahren tönnen. In gleicher Weise wird eine entsprechende Verminderung der Zahl der 320 Amtsgerichtsbezirke eintreten tönnen. Voraussetzung für diese weiträumigen Verwaltungsgebiete ist die gleichzeitige Durchführung einer erhöhten Selbstverwaltung bis zu den kleinsten Gemeinden herab.
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Gießener Zeitung"
zen zusammen, um mit vereinten Kräften einem neuen Aufblühen entgegn zu gehen.
So wird auf die Dauer die Festlegung einheitlicher Grundjätze für die von allzuvielen Verwaltungsgrenzen durchzogenen und durch unentwirrbare Einzel- Kompetenzen zerschnittenen Landschaften unabweisbar.
Dies gilt für Groß- Frantjurt als Einheitsgemeinde, für den Rhein- Mainischen Städtekranz" als 3wedverbandsbezirk und schließlich für das gesamte Rheinfränkische Wirtschaftsgebiet als Gelbstverwaltungsgebiet.
Der Mangel einer überschauenden Zusammenordnung aller, an Südwestdeutschland geknüpften öffentlichen, wirtschaftlichen und technischen Interessen, sowie die von der Bewegung fommenden Kräfte sind hier die Ursachen dieser Raumverschiebung. Sie zielen auf eine wertmäßige Neu- und Ausgestaltung Südwestdeutschlands innerhalb des deutschen Wiederaufbaues, geleitet von dem Gedanken organischer Zusammenarbeit.
Lohn und Kauffraft.
Die Bewegung zur Steigerung der Lohnsätze, die seit Anfang des Jahres im Gange ist, ist nunmehr im allgemeinen beendet, da die neuen Tarifsätze in fast allen Arbeitsgebieten festgesetzt sind. Mit einer weiteren Aenderung ist bis zum Herbst, für viele Arbeiterfategorien bis 1928, nicht zu rechnen. Es ist darum von Interesse, zu prüfen, inwieweit die neue Lohnbewegung eine Verbesserung des Lebensstandes mit sich gebracht hat. Nach einer Aufstellung, die der Vorwärts"( 374) zeitlichen Berkehrsansprüchen sowie den weiträumigeren Gegen veröffentlicht, sind die Stundenlöhne der gelernten Arbeiter vom Januar bis Juli im Durchschnitt um 6,1 Prozent gestiegen( die niedrioite Steigerung hat die Brauindustrie mit 4,1 Proz., die höchste die Holzindustrie mit 12,5 Proz.) Die Stundenlöhne der ungelernten Arbeiter stiegen durchschnittlich um 9,0 Proz. Die entsprechenden Zahlen für Wochenlöhne jind 6,1, resp. 6,5 Proz; das bedeutet für die gelernten Arbeiter durchUm das Kerngebiet von Groß- Frankfurt a. M., dem großen schnittlich einen Gewinn von 2,81 M, für die Ungelernten 2,24 M pro Woche. Diese Lohnsteigerung wird zum Teil durch die gleichzeitige Steigerung der Lebenshaltungskosten aufgehoben( vom Januar bis Juni stieg der Lebenshaltungsinder um 2,1 Proz.). Wenn man die jetzigen Löhne mit dem realen Lohnniveau von Anfang 1926 vergleicht, so ergibt sich eine Steigerung von ctwa 2-3 Prozent. Es muß allerdings bemerkt werden, daß die aufgeführten Zahlen nur die Entwicklung der tariflichen Lohnjähe, nicht die der tatsächlichen Verdienste kennzeichnen, die sich einer statistischen Ersassung entziehen.
Eingemeindungsbezirt, schließt sich die neue Kreiseinteilung des Rhein- Mainischen Städtetranzes organisch an. Es sind dies die sechs neuen erweiterten Landkreise um Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Friedberg- Nauheim, Hanau- Gelnhausen, ferner Aschaffenburg, die sich um die neuen erweiterten Stadtkreise, sogenannte Vororttreise, organisch lagern. Hier in dem fünftigen Zwedverbandsgebiet sind heute noch zuständig: 3 Länderregierungen mit ihren Parlamenten, die außer in Darmstadt
weitab in Berlin und München ihren Sitz haben, ferner noch 8 Provinzial, bezw. Bezirksverwaltungen, 18 Kreisverwaltun gen, 4 Oberpostdirektionen, 3 Eisenbahndirektionen, 4 Oberlandesgerichte, 3 Landesfinanzämter, sowie 8 Industrie- und Handelskammern, alle nach 3 verschiedenen Ländern gruppier! und orientiert.
Hier in diesem Gebiete von rd. 2800 qkm mit etwa 1,6 Millionen Einwohnern, hat sich längst die Erkenntnis für jeden weitsichtigen Kommunal- und Wirtschaftspolitiker durchgesetzt, daß die Schaffung eines fommunal- wirtschaftlichen 3wedver: bandes zum dringendsten Bedürfnis geworden ist. Eine einheitliche Landesplanung und Verwaltung mit ihrem ganzen Fragenkomplex großfommunaler Wirtschaft und Versorgung muß hier zur wirksamen Ueberwindung partikularer Hemmungen aller Art, durch Reichsgesetz noch gewährleistet werden.
Auch hier sind es die Menschen mit ihrer Technik, die eine arbeitsmäßige Einheit bilden und in Erinnerung ihrer fulturellen Verwandtschaft diese Raumverschiebung hervorrufen, während die verschiedenen Länderverwaltungen, die sich hier überschneiden, mehr oder weniger einander fremd geworden sind und in der Aufrechterhaltung einer nur noch formalen Autonomie weiter verharren zu müssen glauben, im Gegensatz zu den Forderungen einer lebendigen Gegenwart. Kurhessische, oberhejsische, nassauische, rheinhessische, startenburgische und unterfränfische Landesteile, die im Laufe der letzten Geschichtsepochen be= reits so vielfachen Wandlungen macht politischer Art sehr zum Nachteil der Allgemeinheit unterworfen waren, kommen so end lich im Zeitalter des Verkehrs und der Technik mit der ehemaligen Freien Reichs- und Bundeshauptstadt Frankfurt a. M, zu einem wirtschaftlich und verkehrstechnisch eng verbundenen Gan
Eine Verlustrechnung.
Das Institut für Konjunkturforschung stellt fort laufend fest, welche Verluste an Arbeitsstunden durch Arbeitskämpfe und durch Arbeitslosigkeit der deutschen Wirtschaft entstehen. Nach diesen Zusammenstellungen gingen an Arbeits stunden verloren( in Millionen Arbeitsstunden): лод
1925 1926
durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit 1.633
ar ald 1927( 1. Vierteljahr)
5 778 1 297
durch Arbeitstämpfe 136 10 2
Wenn man den durchschnittlichen Tagelohn mit 5,50 M berechnet, so ergeben sich folgende Verlust an Arbeits ein kommen:
find
durch Arbeitslosigkeit durch Arbeitskämpfe
Millionen Mark Arbeitseintomm... ( 1. Quar.., 1927 891 1,37
1925
1 122 93,5
1926 39 65 6,91
Diese Zahlen beweisen, welche schwere Belastung die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit einerseits, die in letzter Zeit erfreulicherweise sehr zurückgegangenen Arbeitskämpfe andererseits, für die gesamte Volkswirtschaft sowohl für den Unternehmer, als auch besonders für den Arbeiter bedeuten.
Wir haben die Deutschen nicht besiegt". der Felbzug muß daher bis zu ihrer völligen Bernichtung ge
Ein englischer Offizier über die Kämpfe in Ostafrika.
Im Verlage von Chr. Steffen, Stuttgart, ist foeben die wohlfeile Ausgabe" von Jombo watu" ( Gott grüße Dich!) zu 5,50 Rmt. erschienen. Die Einleitungsworte des Reichspräsidenten v. Sinden: burg, der diesem Buche auch den besten Erfolg wünscht, sind zu seinem 80. Geburtstag besonders beachtenswert. Interessant ist die Schilderung eines englischen Offiziers, der ein lebendiges Bild vom Treiben und Denken der Gegenseite gibt. Der Offizier, Leutnant Wilson, schreibt u. a.:
Die Arbeit unserer Soldaten geschah unter tropischen Bedingungen, die nicht allein körperliche Ermattung und Untauglichkeit hervorriesen, sondern auch geistige Erschlaffung und Niedergeschlagenheit verursachten und schließlich die kräftigten Herzen erlahmen ließ.
Stauenswert war es, wie die Deutschen in der Höllenglut des Klimas, in der feuchten, bazillengeschwängerten Urwa..upt gegen unsere Uebermacht bestanden. Was wir Woche um Woche litten, che eine neue Truppenablösung uns aus dem afrikani schen Fegfeuer befreite, das litten die Deutschen ohne Pause, ohne Erholung. Jahr um Jahr, und noch hatten wir sie zu Ende des Jahre 1917 mit unseren insgesamt 300 000 Soldaten nicht flein gefriegt.
Wir schätzten die Deutschen damals auf 300 Europäer, 1700 Astari( schwarze Soldaten), 3000 Träger( Arbeiter), Weiber und Kinder. Auf dem Matonde Hochland hatten wir diese 5000 Menschen vollständig umflammert und mit der Waffen streckung des Feindes gerechnet. Aber wir hatten nicht mit der Gewandtheit des deutschen Generals gerechnet, der es verstand, mit seinem ganzen Bolte sich unserer Umflammerung zu entziehen und in der Wildnis der Rovumaniederung zu verschwin den.
Unser General( Sir van Deventer) sagte nach diesem Miß erfolg wutentbrannt:„ Die Deutschen wollen sich nicht ergeben;
führt werden!" Das war leicht gesagt, aber schwer getan.
as wat
Wir erhielten endlich die Meldung: Die Deutschen überschreiten den Rovuma, fnapp an Munition und Verpflegung, friegsmüde und niedergeschlagen." Wir frohlodten! Wir sagten: Nun endlich werden wir sie bekommen!" Wir bauten Stacheldrahtzäune, um die gefangenen Deutschen einzuschließen, und brachten unsere Kameras in Ordnung, um das Bild des Generals von Lettow- Vorbed, dieses Wunder von Gerissenheit und teuflischem Wiz, auf die Platte zu bannen.
Und richtig! Eines Tages erschienen an unsern Fronten einzelne und in Gruppen, waffenlose Soldaten in der in der Farbe der Wildnis gefärbten, uns aus den Kämpfen bekannten, arg mitgenommenen Kleidung der Deutschen. Sie ließen sich. willig gefangen nehmen. Aber es waren Portugiesen, die in Lumpen stedten! Die angeblich friegsmilden und niedergeschla genen Deutschen hatten die portugisische Festung Ngomano, die von 1000 Soldaten besetzt war, gestürmt und eine Viertelmillion Patronen und alle Gewehre erbeutet. Sie schlugen ihre englischen, früher bei uns erbeuteten Waffen, zu denen ihnen im Augenblicke die Patronen fehlten, um die Baumstämme, daß die Schäfte zersplitterten und die Läufe tnidten, bewaffneten und kleideten sich neuzeitlich portugiesisch, indem sie mit den Portugiesen die Kleidung tauschten und entließen die gefangen genommenen portugiesischen Soldaten mit ihrer eigenen alten, zerrissenen Kleidung. Die Portugiesen, in den Lumpen der Deutschen, suchten uns auf, die Deutschen aber wandten sich landeinwärts, ins Innere der portugifischen Kolonie, in einem ununterbrochenen Siegeszuge alle befestigten Plätze erobernd. ( Ich erstand für meine Kriegsbeutesammlung von einem Portugiefen eine deutsche Ausrüstung. Drei Schilling sechs Pence! Sie besteht aus hunderttausend Flicken. Es ist fabelhaft!)
Nach der Enttäuschung, die uns die Deutschen bereitet hat ten, schritten wir zu einer neuen Umklammerung des Feindes. Auf der Strede Port Amelia- Medo ließen wir 1000 amerifa nische Kraftwagen laufen. Längs der Küste besorgten Gruppen
Nr. 37.
Folgen der Wohnungszwangswirtschaft.
Die sozialdemokratische ,, Volkswacht für Schlesien" in Bres: lau berichtet in ihrer Ausgabe vom 25. Juli ds. Js.:
Der Hauswirt springt aus dem Fenster. Eine große Schli gerei entstand am Donnerstag nachmittag in einem Hause der Büttnerstraße in Görlig. Die Hausbewohner gingen wegen Mietstreitigkeiten geschlossen gegen den Hauswirt vor. Als die Mieter versuchten, den Hauswirt aus seiner Wohnung herauszu holen, sprang dieser aus dem Fenster des 1. Stodwertes auf die Straße. Zum Glüd trug er nur leichtere Verlegungen davon. Die herbeigeholte Polizei stellte die Ordnung wieder her."
Sonnabend, ben 10. Septe
gegen 5563,9 Millionen R.- Mart Belastung pro Kopf der Bevölkeru ern im Jahre 1913 37,05 Mart und jabrlid, jodaß eine Steigerung auf
Die Verkehrssteuern( Umsat Belzuwachssteuer, Erbschafts- und gensteuer, Beförderungs- und Kro ige Verkehrssteuern) erbrachten i
501,9 Millionen Mart, dageg Start, d. H. pro Kopf der Bevöl 13 und 37,43 R.- Mart im Jahre lichen Belastung auf diesem Ge en find auf das 4½fache gew , Verbrauchs- und Aufwands seine Einnahme von 1415,2 je von 2201,3 Millionen R.- Ma
rung gerechnet 24,48 Mark im 3 Agen 35,27 R.- Mart. Gomit ist gestiegen. Sie beträgt 1925 da man die gesamte steuerliche B inzufammen, so stehen den Einne 4058,5 Millionen Mark im Jah lionen R.- Mart gegenüber und at demnach im Jahre 1913 70,21 2 Mart zu zahlen. Das bedeutet e merlichen Belastung des deutschen je der Vorkriegszeit. Nimmt man a Erfüllung des Londoner Abkommer weitere Erhöhung für 1925 auf 10 aber pro Kopf der Bevölkerung auf 1 gerang wächst somit auf das 2 zwei
Die„ Halberstädter Zeitung" berichtet in ihrer Ausgabe von 29. Juli ds. Js.: ,, Bei Mietstreitigkeiten erschossen. Im Verlaufe von Mietpreitigkeiten hat gefter nachmittag ein 29jähriger Schuhmacher Alfred B. den 67jährigen Handelsmann Karl Fischer erschossen. Der Täter ist verhaftet. Ueber den Vorfall erfahren wir fol gende Einzelheiten: Der Schuhmacher, der verheiratet ist, wohnt jeit einem Jahr als Untermieter mit in der Wohnung des Han delsmanns. Das Verhältnis zwischen den beiden Familien car zuerst gut, so daß es zu keinerlei Reibungen fam. Später jedoch gab es recht oft zusammenstöße und es entstand zwischen beiden eine derartige Feindschaft, daß der Handelsmann die Räumungsflage gegen den Schuhmacher anstrengte, da ja be fanntlich möblierte Wohnungen der Zwangsbewirtschaftung un terliegen, sobald in ihnen ein eigener Haushalt betrieben wird. Die Klage wurde aber vom Gericht auf einige Zeit zurückgestellt So gingen die Streitigkeiten weiter und das Verhältnis wurde immer unerträglicher. Eines Tages beschimpfte der Schuhmacher die Frau des Handelsmannes. Als der Handelsmann hinterher den feindlichen Untermieter traf, forderte er ihn auf, feine Frau zufrieden zu lassen. Daraufhin drohte der Schuhmacher: „ Geh weg, sonst schieße ich dich nieder!" Mit den Worten: ,, Du willst mich totschießen?" stellte sich der Handelsmann dem Schuh macher gegenüber und entblöste die Brust. Im selben Augen blick zog der Schuhmacher seinen Revolver und tötete seinen Geg ner durch einen Herzschuß. Als Fischer umgefallen war, schoß der Schuhmacher noch zweimal auf ihn und brachte ihm schwere Kopfwunden bei. Die sofort benachrichtigte Polizei sorgte für Ueberführung der Leiche Fischers nach dem Krankenhaus. Dort fonnte der Kreisarzt nur den durch Herzschuß erfolgten Tod fest stellen."
Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Offenbach:
„ Ein Mieter erschießt seinen Hauswirt. Am 19. ds, Mts. war Termin wegen Räumung der Wohnung des Mieters Adler beim hiesigen Amtsgericht. Laut Urteil muß Adler die Woh nung bis zum 1. Januar 1928 räumen. Schon im Gerichtssaal, als sich das Gericht zur Beratung zurüdgezogen hatte, geriet Adler und der Hauswirt Weider in Streitigkeiten, die sich au ßerhalb des Gerichtsjaales fortsetzten, wobei Adler gegen Weider tätlich wurde. Weider hat nun am Samstag, den 20. ds. Mts, wie allwöchentlich, seine Müllgrube entleert, den Müll auf einen Stoßtarren geladen und diesen vor die im Erdgeschoß gelegene Wohnung des Adler gestellt. Dem Ersuchen des Adler, den Sto farren vor seinem Fenster zu entfernen, tam Weider nicht na Als die Ehefrau des Weider, welche mit einem Kind auf dem Arme im Hofe erschien, den Karren beiseite schieben wollte, gab es ihr Ehemann nicht zu. Adler versuchte nun selbst, den Karten beiseite zu schieben. Hierbei fam es erneut zu Streitigkeiten, in deren Verlauf Adler drei Schüsse auf Weider abgab. Ein Schuß ging fehl, während die beiden anderen Weider an der rechten Kopf- und der linken Brustseite trafen. Weider war sofort tot. Durch das Dazwischentreten der Ehefrau des Weider mit ihrem Kind auf dem Arme, wurde auch das Kind leicht verlegt."
Die steuerliche Belastung 1913 und 1925.
( Aus dem Nachrichtendienst für das Steuerwefen.) Die ersten Ergebnisse der Reichsfinanzstatistik für 1913 und 1925 liegen jetzt vor. Aus den gewonnenen Resultaten find folgende Tatsachen für die Wirtschaft besonders bemerkenswert An Besitzsteuern( Einkommen und Vermögenssteuern, Steuer dom Grundbesitz und Gewerbebetrieben und Hauszinssteuer) sind im Jahre 1913 insgesamt 2141,4 Millionen Mt., 1925 da
von Kriegs- und Frachtschiffen den Dienst. Die Eisenbahn von Lombo nach dem Hinterlande von Mosambiqire arbeitete nur noch für uns. Wenn man es recht überlegt, war alles eigentlis eine ganz gewaltige Mobilmachung gegen ein Fleines Häuffein Feinde, das uns Jahr und Tag zu trotzen und mit der Waffe in der Fauft bei jeder Gelegenheit die Stirn zu bieten wagte Seit der Wegnahme der Festung Ngomaño hatte der deut sche General seine Tätigkeit vom Rovuma bis zum Zambesi, vom Nyassasee bis zum Meere ausgedehnt. Dieses Gebiet ist kaum fleiner als Frankreich. In ihm bewegte er sich mit einer fabel haften
erwischen? So dachten wir, während wir marschierten.
enlig
Ja, wir marschierten! Das Gelände war ungeheuer schwie rig, der Busch so dicht, daß die Straßen mur noch Tunnels burd Bambusdidicht und Elefantengras glichen, während lange Streden Wegs mehr für Booté als für Motortransporte geeig net schienen. Wir tamen nur unter steten Hemmungen, der urjacht durch feindliche Angriffe, langsam vorwärts. Die Dent schen lagen in Hinterhalten, belauerten unsere Verpflegungs und Munitionstransporte und nahmen sie weg. Sie brangen in unsere Etappenlinie: ein, störten den Dienst ober rollten die Etappe auf. Colonel Christie, der Etappenkommandant, fam der Berzweiflung nahe.
Einmal schidte mich Major G. J. Giffert mit einem Zuge Afrikan- Rifles auf einen vorgeschobenen Posten. Nachts wurden wir von einer feindlichen Streife überfallen und mußten völlig überrascht und nur halb befleidet Sals über Kop zurückgehen. Als wir am Morgen mit Verstärkung auf den Posten zurückkehrten, waren die Deutschen fort. Sie hatten all unser Sachen mitgenommen. Meine neuen Langschäfter waren weg, dafür standen ein Paar zerrissene Schnürschuhe am Playe Niemand macht sich einen Begriff, welch Streden wir hinter diesen Deutschen hergelaufen sind. Und die Deutschen fanden noch Zeit, uns anzugreifen, befestigte Plätze zu überraschen und fleine Streifen in alle Windrichtungen tages, ja wochenlang auszuschicken. Sie unternahmen Jagdzüge, fischten in den Flü
1913. Wenn man berücksichtigt deutsche Wirtschaft eine lebhafte Blu vermögen groß und vor allem die de trächtlich aktiv war, dagegen 1925 de außerordentlich zusammengeschrumpft Deutschland sich in einer schweren K noch trot vielfach anderer, jedoch fa land besteht, so ergibt sich mit Klarh crlaften auf das deutsche Volk einer beaten.
Bon besonderem Interesse dürften die für einzelne Steuerarten festgestel tommensteuereinnahme stieg von 1913 auf 455,1 Millionen R.- Mart im Jo 1825 etwa das 1% fache von 1913. Einnahmen aus der Vermögenssteu über das 3% fache und das, obwohl en Bolles durch Inflation und start geschwunden ist. Interessanter c nahmen aus der Vermögenssteuer di über sein, ein wie starker Prozentjak 1913 und im Jahre 1925 an Vermög mußte. Sierüber gibt aber die Hustunft. Die Gewerbesteuer hat in Don 177,7 Millionen Mart, im Jahr A- Mart ergeben, sodaß hier fast bei der Vermögenssteuer feitgestellt
ist aber eine Sondersteuer für die demgemäß eine über Gebühr gro den Berbrauchssteuern ergibt sich höhung auf über das 12fache geg die Erhöhungen bei der Geträn Durchschnitt, während sogar die Abnahme gegenüber 1913 aufn Tendenz der Nachkriegszeit, d schrauben, die indirekten Steue besonders starte Steigerung hat jahren, die die 8fache Einnahme zeigt. Dadurch ist eine starke Güterverkehrs eingetreten, die auf die deutsche Wirtschaft aust Beförderungssteuern ergibt sich rationswede nötigen Beträger nehmen find.
fen, gaben sich mit den Eingebore lung von Mühlen in Holzmörs mente, heilten ihre Kranken un iierten!
Dies ging Tag um Tag un umjo bmerkenswerter, als die G ter den Deutschen und ihren Sch in Ermangelung genügender T weglojen Urwald nur Träger in bei hohem Fieber das Marschter Wir hatten es trok großer
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im Kela- Gebiet gab es nur et nördlich z rade doti ging er hin! Er rollt errichteten Etappenlinien auf, g Dit Fife an, nahm Kijambi un Tagen des November 1918 bis 3 ffand in Europa mit dem stets fr Krieg ging zu Ende. Wir hab Sie haben sich selbst besiegt, d. H dingungen des Waffenstilstandes in Europa mit uns schlog, unter P fah den deutschen General Angelicht zu Angesicht. Es war nit trant, elend und abgemagert aufreht und stolz!


