Samstag, den 5. November 1927.
Glaubst Du es noch?... Ich schon lange nicht mehr. Ich will mit dem ganzen Kram nichts mehr zu tun haben.
Go- so- haha, wenn man Dich so reden hört Du bist doch der reinste Typ des Spießbürgers nach dem Motto: Loaẞt mir mei Ruh! Nein, hingehen mußt Du in jede Versammlung. Aus allem Gehörten bildest Du Dir eine Meinung, der Du dann durch Deine Stimmabgabe Ausdrud gibst. Und das darf man nicht versäumen, wenn man- verzeih' den harten Ausbrud nicht zum Verräter an der bürgerlichen Sache werden will. Gieh, wie wir hier so durch die Straßen laufen, dort eben noch auf dem Kreuzplatz den Geschäftsumbau der Firma Mettenheimer, oder sich die Umbauten von Firmen wie Bette, Karl Nomad und vielen anderen. Glaubst Du, daß dieser Wohlstand, dieses Aufblühen von Handel und Verkehr in Gießen oder in Hessen, trotz aller Steuern und Abgaben, die gerade die augenblickliche Regierung so gerne auf die Schultern von Handel und Gewerbe abwälzt, glaubst Du, daß dieser langjame Anstieg von Dauer sein wird, wenn der Bürger, wie Du am Wahltage, schläft?
Hm, warte mal... Du, ich geh' heute abend mit Dir. So zeig' ich Dir wohl am besten, daß Du recht hast.
So ist recht, alter Schwede!
Weißt, Du, Hannes, was ich Dich eigentlich fragen wollte. Hör', am 16. November ist in Deutschland mit Ausnahme Hessens, Buß- und Bettag, ein Tag, an dem die Menschen in stiller Einkehr einmal auf alle Vergnügungen verzichten sollen. Wie peinlich muß es einen religiösen Menschen da doch berühren, wenn offizielle Körperschaften in richtiger Geschäftemacherei sich hier an der Landesgrenze hergeben, einen sogenannten Ber tehrstag inszenieren mit Varieté, Gala- Borstellungen, heissajuchhei mit Boltsbeluftigungen aller Art mit Spekulation, nicht weit von hier ist Buß- und Bettag, da ,, ist dort nichts los". Wir machen's hier aber hier wird was geboten hier bleibt's Geld! Ja, Willi, da brauch' man nicht lange zu überlegen, ob's recht oder unrecht ist. Aber tomm, wir fönnen uns heute nicht folange im Schnad aufhalten, ich habe hier zu tun. Leb' wohl denn, bis heute abend!
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* Ein großer Berkehrstag ist für den 16. November geplant. Das Stadttheater wird zwei Vorstellungen geben, das Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße wird eine Glanznummer mit Konzert veranstalten, und in den Kaffeehäusern werden verstärkte Musikkapellen spielen. Geplant sind ferner: eine große Tierschau auf dem Oswaldsgarten, ein Varieté im Kaffee Leib und Platzkonzerte in den Anlagen. Der Verkehrsverein wird. mit der Postbehörde zweds Einrichtung, bezw. Verstärkung der Autolinien in Verbindung treten, um alle Gäste abends wie
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Gießener Zeitung"
* Die 15. Hessische Landes- Verbands: und allgemeine Ge flügelausstellung ist für den 26. und 27. November festgelegt. Damit verbindet dere hiesige Geflügel- u. Vogelzuchtverein sein 30jähriges Stiftungsfest. Als Ausstellungsraum dient die Volts: halle, die Platz für 3000 Tiere hat. Zu der allgemeinen Ausstellung sind Züchter aus ganz Deutschland zugelassen. Die Ausstellung, zu der die Anmeldungen sehr zahlreich einlaufen, foll Zeugnis ablegen von dem Stand der Geflügelzucht in Hesjen. Die staatlichen und städtischen Behörden haben weitgehendste Unterstützung zugesagt. Bedeutende Geldpreise und zahlreiche Ehrenpreise stehen zu ihrer Verfügung.
* Das 90jährige Jubiläum des Gesangvereins„ Liederkranz" fand letzten Sonntag im großen Rahmen und in Anwesenheit der Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden, darunter Provinzialdirektor Graef, statt. Der Verein yahm Sonntag Dormittag am Gottesdienst teil und veranstaltete nachmittags ein stark besuchtes Jubiläumskonzert. Der Gesangverein„ Liederkranz" wurde 1837 gegründet und ist der älteste Gießener Gesangverein. 1897 erhielt er aus Anlaß seines 60jährigen Jubiläums das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Vorsitzender des Vereins ist Lehrer Gg. Kling.
* Auf dem heutigen Wochenmarkt wurden folgende Preise gefordert: Aepfel 8-20, Birnen 10-20, Weintrauben 40-90, Kartoffeln 0,05, im 3tr. 4,50-4,80, Weißtraut 6, Wirsing 10, Rosenkohl 50, Rottraut 15, Kohlrabi 5-6, Endivien 10, Gelbe Rüben 9-10, Blumenkohl 1,50, Spinat 25, Zwiebel 15, Tomaten 40-50, Eier 17, Hühner 1,- bis 1,10, Gänse 1,10, Schellfijch 30-40 Pfg.
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Unrentable Gänsemast. Während mancher Gänsehalter in seiner Gänsemast recht erfreuliche Ergebnisse zu verzeichnen hat, will es bei den andern zu feinem Erfolg kommen. Die Ursache dafür weiß man gewöhnlich nicht zu ergründen. Zur Einstellung auf Mast-, ganz gleich ob zur Freimast oder zur Zwangs( Käfig-) Mast, eignen sich nur Tiere mit vollständigem Gefieder, also nur solche, welche entweder überhaupt nicht gerupft waren, oder solche, bei denen die entnommene Federmenge vol!- auf wieder ergänzt ist. Bis dahin hilft noch kein Mäften, denn das dargebotene Futter gilt nur als Aufbaufutter für das verlorene Federkleid und noch nicht als Mastfutter. Es ist also der Mastzustand auch erst von dieser Zeit ab zu rechnen. Dann wird auch hier die Rechnung stimmen und das Ergebnis erfreulicher ſein.
der heimbefördern zu können. Auch die hiesigen Ladeninhaberarum ewig in Miete wohnen?
werden sich an dem Verkehrstag beteiligen und ihre Schaufenster besonders ausgestalten.
* Die Markusgemeinde begeht am Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten ihre Gemeindefeier. Eine reiche Auswahl von praktischen Sachen, die von dem Frauenverein gearbeitet wurden, steht von vormittags 11 Uhr an zum Verkauf. Der Erlös ist, wie in früheren Jahren, für die Weihnachtsbe
Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J. für das Geld, das man sonst jabrlich an Miete jablt, fich ein freies Eigenbeim Schaffen kann. Unkündbares Baugeld schon ju 4% 3ins. Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sparers in kürzerer oder längerer Zeit, u. U. fchon in 1%, bis 2 Jahren, zum Eigenheim zu gelangen. Frage an bei der Bauspark alle der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darleben werden nicht gegeben.
scherung an Bedürftige, Konfirmandenbeihilfe und sonstige o Jeder Familie ein Eigenheim?
ziale Fürsorge bestimmt. Auch das Programm der Nachmit tagsfeier verspricht viel Schönes und Interessantes, so daß jedermann der Besuch warm empfohlen werden kann.
* Ein großzügiges Um- und Erweiterungsprojekt der Gieße= ner Bahnhofsverhältnisse wird zur Zeit wieder in Erwägung gezogen. Güter- und Personenverkehr sind derartig im Steigen begriffen, daß die betrieblichen Verhältnisse nicht mehr ausreichen. Güterbahnhof, Rangierbahnhof, die Viehrampen, alles ist viel zu eng, sodaß öfters Stodungen eintreten. Im Personenbahnhof und bei der Eilgutabfertigung sind die Verhältnisse auf die Dauer unhaltbar, Eilgutabfertigung und Umladestelle sollen anderswo untergebracht werden. Es wird nun in Erwägung gezogen, die Um- und Erweiterungsbauten mit dem geplanten städtischen Viehhof, zu welchem die Stadtverordnetenversammlung bereits 800 000 M bewilligt hat, in Verbindung zu bringen. Die Anzahl der Sammelgleise will man um etwa 30 vermehren. Gewaltige Erdbewegungen, Beseitigung von Gebäuden und Lagerplätzen zwischen dem Bahnkörper und der Lahn, die Errichtung einer Lahnbrücke, womöglich eine Verlegung des Lahnbettes, wobei man auf das kommende Lahnkanalisation Rücksicht nehmen muß, würden dazu notwendig sein.
Grüner Rasen Blaue Wellen.
Roman von Otto von Gottberg. 8. Fortsetzung.
Zu Häupten schien ein Bahnzug auf locerem Schienenbett zu rollen. Granaten heulten dort. Dann schlug zehn Schritt vor ihm eine in den Schnee. Da war er wach, aber auch gelähmt wie die Eidechse unter Schlangenblic. Seine starren Augen sahen deutlich das Geschoß mit blankem Kupferring noch aus der Erde ragen. Die Lippen versuchten unwillkürlich zu zählen: eins zwei doch lösten sich zu befreitem Atmen, denn einen Blindgänger glaubte er vor sich. Da mit neuem Donnertrachen spritzten Schnee und Erde auf. Das Reißen und Kladern von Splittern surrte mit scharfem Pfeifen. Schnell duckte er sich an die falte Erde. Das Kladern schwieg. Er lebte und konnte wieder sich des Ueberdauerns freuen. Schnell griff er zum Gewehr. Als er später den heißen Lauf in den Schnee finten ließen, war die Försterei ein wirrer Haufen schwelender und kohlender Balken. Schwaden von Staub und Rauch hingen in roter Lohe. Prasselnd und knatternd zischten spitze Flammen zu den Bäumen auf oder sprangen wie Kaken zum Dach der Scheune hinüber, frochen wie Schlangen über das Strohdach und ledten wie breite Zungen am Solz des Stalles.
Die rotbraunen Gesichter der Nachbarn verzerrte Wut. Grimmig hart warfen die steifen Hände die Schlösser herum und drückten Patronenrahmen hinein. Das Pfeifen der Geschoffe, das Heulen der Granaten seuste über die geoudt n Röpfe, bis ein neues Lärmen aufhorchen ließ. Mit dumipfem ..rod, rod, rod" fegte die Bleibrause aus russischen Maschinen gewehren von rechts die dünne graue Linie ab. Näher sanfen alle Köpfe der Erde, und schneller schlugen alle Herzen. Alle Lippen zählten gewiß die Gefunden, bis ein Schlag an den Kopf, ein Stich in die Schultern tam. Dicht über sein Stoppelhaar zischte Blei. Links von ihm schlug es ein. Dann war auc) im lärmenden Brüllen des Kampfes ein Schweigen der Ma: schinengewehre zu spüren. Köpfe hoben, Arme und Beine regten sich. Durch seine Glieder rann mit Zittern warmes Be hagen. Er lebte und freute wirklich sich des Daseins. Wie nach langem Schlummer verstand er allmählich, was die Augen fahen. Dicht vor ihm hatten Granaten die zerwühlte Erde des weißen Leichentuches entfleidet und drüben liefen Er
die Russen an. Der Hauptmann brüllte schon Befehle. trächte sie weiter, ehe er das Gewehr an die rechte Backe riß. Polterndes Brasseln betäubte die Ohren. Der scharfe Geruch
Jn 2 Jahren an 1922 Bausparer 31,6 Mill. RM. jugeteilt
Man schreibt uns:
Neue Baugeldverteilung der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot.
Bei der in diesen Tagen durch die Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot( Württemberg) erfolgten neuen Baugeldzuteilung wurden für 279 Bausparer nahezu 4,5 Millionen Reichsmark Baugelder zur Verfügung gestellt. Das ist die größte Summe, die bisher auf einmal von der Gemeinschaft der Freunde bereit gestellt wurde, so daß jetzt im ganzen in der kurzen Zeit von 2½ Jahren über 31,5 Millionen Reichsmark Baugelder an 1922 Bausparer zur Verteilung gelangten. Zur Zeit verfügt die G. d. F. über ein Barkapital von weit über 10% Millionen Reichsmart, die für die schon früher und die jetzt zugeteilten Bausparer auf Abruf zur Verfügung stehen. Die Selbsthilfe im Wohnungsbau, wie sie durch die Gemeinschaft der Freunde vertreten wird, kann mit diesen 31,5 Millionen Reichsmark immerhin einen bedeutenden Erfolg verzeichnen.
von brennendem Pulver beizte die Nase. Des Feindes Angriff brach nieder. Viele, viele dunkle Flecke lagen auf weißem Schnee hinter der erdfarbenen Linie. Doch zur Linken rannte gegen die Flante des Bataillons ein anderer, dichter, tiefer Schwarm mit barbarisch rauhem ,, Urra!", das laut ins Kam pfeslärmen schlug. Dort drohte Umklammerung! Besorgt sah er zurück. Aber durch die kahlen Stämme schritt als wohl lette Kompagnie die des Grenadierregiments der Division in breiter Front dem linken Flügel zu. Weit griffen der Riesen lange Beine aus. Vor den rechten Schultern blinkten die Bajonette. Die Augen drohten groß und rund.
Im Weg stand, breitbeinig in schweren Reiterstiefeln unter grauem Pelzrock, der Vater ein Hüne, breiter und größer noch als die Grenadiere! Zorn oder Hohn träufelte die Lippen unter der Hakennase. Wie Borsten standen die Brauen über lodernden Augen vom Kopf. So sah wohl der vor dem Dschun gel gestellte Löwe auf seine Jäger.
Die Kompagnie war neben ihm. Er riß den Säbel aus der Scheide: ,, Grenadiere!"
In Hallendem Hurra starben seine Worte. Des deutschen Schlachtrufs Donnern riß von den Bäumen Schnee, der langfam niederschwebte. Die Seele eines Heeres und Volkes sprach aus dem Schrei. Er trug des Deutschen in vierzig Friedensjahren schwer bezähmte Wut und der Germanen alte Freude am Kampf mit blanter Waffe. Ein kleines Häuflein rief ihn, und doch ein deutsches Häuflein, das dem Feind entgegenschritt als Bild des Voltes, das aller Völker Macht und Haß nicht scheute und einer Welt fühn trogen wollte.
Als da auch der General, ein Jüngling unter grauen Haaren, mit froh verklärter Miene sein siegesfrohes Hurra Das war der Vater, jauchzte, stimmte Werner jubelnd ein.
wie einst der Knabe ihn in Schlachten träumte. Ein Gott den Seinen und dem Sohne, ging er voran den Grenadieren!- Doch der Hühne taumelte, griff zur Brust, schlug schwer und lang zur Erde. Die Wui aus rachetrunkenen Kehlen brüllte über ihn dem Feinde entgegen!
..Herr Leutnant!" Auch vorn lief der Gegner wieder an. Feuer schlug ihm ins Gesicht. Der Russe blieb im Lauf und tam heran. Dann sprang der Hauptmann auf die Füße. Ins Hurra der Grenadiere schlug das der Musketiere. Wie ihre Väter an der Katzbach fingen fie des Feindes Stoß mit Kolben auf. Da wich der Slawe dem Germanen, und Stille fiel aufs Waffenfeld. Kaum hallten Schüsse noch.
Leutnant v. Drewitz zum Herrn Major!" Er ging und jah Scholz, einen Sanitätsoffizier, Suklarn und Kumm beim
Aus Nah und Fern.
Kirchenrenovierungen in Oberhessen.
Nr. 45.
Viele Kirchengemeinden in Oberhessen lassen es sich angelegen sein, ihre Dorfkirchen, an denen lange Jahre nur die wichtigsten Unterhaltungsarbeiten durchgeführt werden konnten, zur Zeit gründlich zu renovieren. So ist vor allem die bekannte Bergkirche in Eichelsdorf im hohen Vogelsberg einer gründlichen Wiederherstellung unterworfen worden. Die Kanzel der Kirche muß als ein besonders wertvolles Dokument alter Handwerksfunft bezeichnet werden. Auch die Wiederherstellungsarbeiten der Kirche zu Klein- Linden sind beendigt worden. Die Renovierung geschah nach Angaben des Baurats Kuhlmann und des Bauinspektors Bidelhaupt, beide aus Gießen. Die Innenbe malung hinterläßt einen würdigen Eindrud. Die Klein- Lindener Kirche wurde erst im Jahre 1866 errichtet. In vollem Gange find noch die Renovierungsarbeiten der Kirche zu Reinhardshain. Man glaubt jedoch, daß die Arbeiten in Kürze ihrer Beendigung entgegengehen werden.
Samstag, den 5. November 1
Langenbach. Cine originelle Me Hi Haiger shellte der Ortsdiener nac men Bekanntmachungen folgendes au margen ihr Geld nach Saiger zum M en hiermit gebeten, erst ihre Schulder
ten zu bezahlen!" Soffentlich hat annichaft Erfolg gebracht.
Marburg. In die hiesige fatholi ben. Gestohlen wurde der Opferst Dillenburg. Ein Großfeuer vern Ebersbach vier Wohnhäuser und ie Wirtschaftsgebäude. Auch zah inen fielen dem Feuer zum Opfe find 30 Personen obdachlos gewo Sillenburg. Zwischen den Station bat die Lokomotive eines Perso Paul aus Udersdorf erfaßt un Sit verheiratet und hat zwei Kin seitenſtein b. Biedenkopf. Hier sti feier auf dem Friedhof ein Grabstei Kinde beide Beine
Mainzlar. Am Dienstag wurde der Arbeiter Beder im Walzwerkbetriebe der Firma Scheidhauer& Gießing von einer Transmission erfaßt. Mit einem Unterschenkelbruch wurde er in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert.
Lich. Stiftspfarrer Schorlemmer wurde auf dem Deutschen Hochkirchentag in Berlin einstimmig zum verantwortlichen ersten Schriftleiter der Hochkirche" gewählt. Die Hochkirche" ge hört zu den führenden Organen auf dem Gebiete der evangeli schen liturgischen Wissenschaft.
Eine unglaubliche Rohheit. Wie het wird, hat dort ein junger Bursa Seine abgeschnitten, um sich der Fußring
Tat ließ der Rohling die Tiere wied Surfhen wurde ein Strafverfahren eing Neustadt. Kinder- Quälerei. Der s Böhmen gebürtig, hat sein 5 Jahre Ungehorsam bestraft, und zwar mußte besten Seinen auf ein Kartoffelreibe murde außerdem mit einem starten höl geslagen. P. hat sich jetzt vor Gerich einer Berteidigung gab er an, daß er on feinem Vater in dieser Weise gestro diefe Strafmethode in seiner Heimat ü tannte auf eine Gefängnisstrafe von
Saajen. Am Mittwoch früh verunglüdte auf dem Bahnhof in Saasen der Arbeiter Karl Jakob, der von der Lokomotive des Zuges nach Gießen erfaßt und überfahren wurde. Er war auf der Stelle tot. Der Verunglüdte ist 38 Jahre alt. Er litt an epileptischen Anfällen und dürfte in einem solchen Anfall vor die Maschine des Zuges gefallen sein. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und vier Kinder.
Kesselbach. Der Betrieb in den Main- Weser- Basaltwerken in Kesselbach, der vor einer Woche wegen Eröffnung des Konfursverfahrens über das Werk unterbrochen wurde, ist wieder aufgenommen worden.
Grünberg. Der Gemeinderat beschloß, die Gemeinde Grünberg gewährt teine höhere Aufwertung als 12% Prozent, damit die schon sehr hohen steuerlichen Belastungen nicht noch mehr anwachsen.
Obbornhofen. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Bau einer Wasserleitung beschlossen.
Bohl- Göns, ein Ort mit 700 Einwohnern, fann melden, daß ein Jahr lang teiner seiner Einwohner starb. Ein seltener Fall. Büdingen. Die Witwe Konrad Kaul II. in Bindsachsen konnte bei vollster Gesundheit ihren 88. Geburtstag begehen. Der Ehemann ist der alten Frau im Jahre 1899 im Tode vor ausgegangen. Der Ehe sind 10 Kinder entsprossen, die sämtlich noch leben. Von diesen stammen wieder 53 Entel und 57 Ur enkel ab, so daß also die gesamte Familie 110 Köpfe start ist.
Familientragödie im R
Seit einiger Zeit wohnt in dem Ha Frankfurt a. M. der Eisenbahnarbeiter Jeiner Frau und drei Kindern, einem tmund zwei Knaben im Alter von 1% Samstag abend bemertten die Mitbewo Wohnung des Dedert einen starten Gc ung verschlossen war, benachrichtigte Sumter schlug die Scheiben des Küchen er von innen und stieg in die Küch Erau mit ihren drei Kindern tot In der jungen Frau Deckert bildet d langen Dulderlebens und stillen Mc burt des ältesten Jungen mißhandelte perlich und noch mehr seelisch. Den Eisenbahnrottenarbeiter erhielt, verbr für sich und seine Geliebten. Kinder Die schlimmsten Zeiten begannen vo mit einer im gleichen Hause wohnen Frau anbändelte: Als Frau Dedert Wirtschaft bei Schmaus und Trank prügelt und von dem Manne mit der ihr nicht mehr lange!" fortgejagt. nachmittag auf der Polizei ihre Nöt Sie ging nach der Wohnung zurüc alle Kleider, zerriz alle Bilder u gegenstände, damit nichts von ihre die Hände des Mannes und des 2 mit ihren drei Kindern in den To wollte spätabends die Menge bei Bolizei schritt rechtzeitig ein. Die nung nicht mehr betreten, sie ist Lebens nicht sicher.
Darmstadt. Die Landestagung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft„ Sassia" fin det morgen, am 6. November, hier in Darmstadt statt, zu der Versorgungs- und Fürsorgebehörden und sonstige namhafte Stellen Vertreter entsenden werden. Oberleutnant Krömmel bein wird den Jahresbericht erstatten, während der geschäftsfüh rende Vorsitzende der Spitzenorganisation in Berlin, Major Gödide, ein Referat über unsere( der Hassia) Förderungen zu den gegenwärtigen Gesetzen und Novellen über Versorgung und Fürsorge halten wird. Der Leiter der Untersuchungsstelle Heidelberg, Herr Ober- Med.- Rat von Schnizer, spricht über ärztliche Begutachtung. Es liegt im Interesse aller Kriegsopfer, Altrentner, Unfall- und Invalidenempfänger, die der Hassia angeschlossen sind, an der Tagung teilzunehmen. Am Schlusse werden wichtige Anträge beraten.
Darmstadt. In der Heidelberger Straße wurde eine ältere Frau von einer Autodroschte überfahren. Während der Einlieferung in das Stadtkrankenhaus ist die Frau an den erlittenen Verletzungen gestorben.
Schotten. Unter den Schulkindern des Dorfes Rudingshain sind die Majern so start verbreitet, daß der Schulunter richt zunächst auf 14 Tage vollständig ausgesetzt werden mußte. Bisher hat die Epidemie einen gutartigen Verlauf genommen.
Die
Vater tnien. Breitschultrig und lang mit weitgespreizten Beinen heischte er im Sterben noch des Führers Raum. Augen waren geschlossen und die Wangen fahl. Seine Lippen stöhnten in Schmerzen, aber doch herrisch: Lesen, Hußlarn, lesen.
Der Generalstabsoffizier sprang auf. Seine Augen schim merten, aber die Stimme war flar:„ Der Gegner ist über die Miazga geworfen. Die Kolonne jetzt den Marsch fort."
Seine Hand lag am Helm, als warte er auf ein Danke!" Des Vaters Augen blieben geschlossen. Noch einmal zudte über das stolze Gescht mit dem Spiel der Krähenfüße ein nicht Lächeln. Die bleichen Lippen ächzten: Dann umsonst Gern. Sieg! Wir kommen durch. heute immer! Junge da?" ,, Bater!" Werner Iniete nieder und sagte die erkaltende Hand. Sie gab seinen Drud nicht zurüd. Der Generalleut nant v. Drewitz war tot.
Ein Finger tippte auf Werners Schulter. Im Aufstehen sah er sich um. Rieffenbach nahm seine Hand und hob die Augen zu den Offizieren: Ein Generalstod, des vornehmen Mannes würdig, meine Herren! Lieber Drewik, sterben Sie einmal wie er! Und nun Kopf hoch! Keine Träne! Der alte Herr lächelt noch. Er sah den Sieg und ihm ist wohl. Wer weiß, ob wir ihn nicht einmal um seinen Tod beneiden!" Er nahm den Helm ab.„ Wir wissen nicht, ob wir ihn begraben fönnen!" Dabei faltete er die Hände und beugte den Kopf: Vater unser, der du bist im Himmel.
Da scholl durch den lichten, stillen Wald zu verschneiten Baumtronen ein feierlich ernster Chor von vielen, vielen Stim men hinauf. Leute aus Reih' und Glied drängten um die Offiziere und baten mit ihnen den Gott der Schlachten, den toten Führer zu sich zu nehmen in das Reich, das wie das der Deutschen sein möge: die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen!" schloß der General und drehte sich zum General stabsoffizier: Hauptmann von Hußlarn, ich übernehme die Führung der Division."
Grenadiere und Musketiere traten dem Toten näher. Sie weinten, und schämten fich nicht, denn der alte Jiegrim war ihnen ein Vater gewesen.
Wir nehmen ihn mit! Kein Russenhund soll ihn an fallen!" riefen fie und hoben die Leiche auf Planten aus dem Bretterzaun. Einer fand in der Försterei einen Teppich von Bärenfell, den sie über den Toten warfen. Vom Hals bedte es ihn bis über die Füße zu. Frei lag nur der im Tode noch
Pfarrer
stets v Hirsch
Das Pfa
272 Seiten 15 vollständig Ludwig Heu
herrische Kopf, als die Träger hin tompagnie die Bahre hoben.
Hinterdrein führte Werner laftig stapfte er durch den Schne über Wurzeln hielt ihn wach. das Weh über den Tod des Va Gefallenen unterbrochene Worte mild und gnädig des Scidials pen geschlossen hotte, ele sie ve tichten fonnten. Jetzt galt er t torbenen. Wer sollte ihn hinde Freilich lag Priedelsdorf fern verjunlenen Welt, die er woh
Dem Ende schien auch er nahe m Stechen in der Brust, dem Fieb niemand geglaubt daß ein Tod halten oder gar marschieren und Im Felde freilich sprangen zeriffener Brust auf die Füße, un tinnen. Das erste Leden von F bett lich den Hilflosen mit zerquet Lager zu flüchten. Der Kri Gottes Sohn, den Giechen, Er entte dem tühnsten Hoffen Don Benichen Erfüllung. Die& nit m. Des Prometheus Tu Der Deue holte Feuer aus d um es in Granaten in den Fein Das Wunder, das jetzt auf Wunich, nicht in die Hände der Ben fie immer noch in die Fla der Marich. Dann tam die Na fallenen Führers nahe. Durch das Schweigen unter ienen Germanen einen gefallene
zu tragen, und im fiebernden Hir in der Heimat geschautes Gemä Anete trugen aus dem tüdise Kaiser Otto über die Alpen, eine
Die Babre Schwankte an starten A Doch von unten rannten noch ein henjhänder an. Shrem Drohen deutscher Ritter. Den Speer zum erhoben, jah er traurig und trohig


