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Diah und Fern.

vierungen in Oberhessen.

Str. 45.

inden in Oberheijen lassen es sich ange

Samstag, den 5. November 1927.

Langenbach. Eine originelle Mahnung. In Langenbach bei Haiger schellte der Orisdiener nach Verlesung der verschie denen Bekanntmachungen folgendes aus: Alle diejenigen, die morgen ihr Geld nach Haiger zum Marft tragen wollen, wer­

chen, an denen lange Jahre nur die wichten hiermit gebeten, erst ihre Schulden bei den hiesigen Kauf­

rbeiten durchgeführt werden konnten, zur

leuten zu bezahlen!" Hoffentlich hat es der dortigen Kauf­

vieren. So ist vor allem die betannte annschaft Erfolg gebracht.

fim hohen Vogelsberg einer gründlichen

wertvolles Dokument alter Handwerts 1. Auch die Wiederherstellungsarbeiten

rworfen worden. Die Kanzel der Kirche brochen. Gestohlen wurde der Opferstod mit seinem Inhalt. nden sind beendigt worden. Die Remo: gefüllte Wirtschaftsgebäude. Auch zahlreiche landwirtschaftliche

Marburg. In die hiesige katholische Kirche wurde einge­

ngaben des Baurats Kuhlmann und des

Dillenburg. Ein Großfeuer vernichtete in der Gemeinde Straßebersbach vier Wohnhäuser und drei mit Erntevorräten Maschinen fielen dem Feuer zum Opfer. Durch das Brandun

upt, beide aus Gießen. Die Innenbe glüd find 30 Personen obdachlos geworden.

en würdigen Eindrud. Die Klein- Lin

it im Jahre 1866 errichtet. In vollem

enovierungsarbeiten der Kirche zu Rein­

ot jedoch, daß die Arbeiten in Kürze ihrer

hen werden.

ienstag wurde der Arbeiter Beder im Firma Scheidhauer& Gießing von einer

Mit einem Unterschenkelbruch wurde er

nit nach Gießen eingeliefert.

Dillenburg. Zwischen den Stationen Dillenburg und Her­born hat die Lokomotive eines Personenzuges den Streden­erbeiter Paul aus Udersdorf erfaßt und getötet. Der Berun glüdte ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Breitenstein b. Biedenkopf. Hier stürzte während einer Ge bentfeier auf dem Friedhof ein Grabstein um und zerschmetterte einem Kinde beide Beine.

Eine unglaubliche Rohheit. Wie aus Weinheim a. d. B. berichtet wird, hat dort ein junger Bursche zwei Brieftauben die Beine abgeschnitten, um sich der Fußringe zu bemächtigen. Nach der Tat ließ der Rohling die Tiere wieder fliegen. Gegen den

neinstimmig zum verantwortlichen ersten Burschen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Schorlemmer wurde auf dem Deutschen firche" gewählt. Die Hochkirche" ge Organen auf dem Gebiete der evangelis nschaft.

woch früh verunglückte auf dem Bahnhof Karl Jakob, der von der Lokomotive erfaßt und überfahren wurde. Er war r Verunglückte ist 38 Jahre alt. Er litt en und dürfte in einem solchen Anfall

Neustadt. Kinder- Quälerei. Der Kaufmann Paulitsched, aus Böhmen gebürtig, hat sein 5 Jahre altes Töchterchen wegen Ungehorsam bestraft, und zwar mußte sich das Kind mit ent blößten Beinen auf ein Kartoffelreibeisen fnien. Das Kind wurde außerdem mit einem starten hölzernen Kochlöffel heftig geschlagen. P. hat sich jetzt vor Gericht zu verantworten. Zu feiner Verteidigung gab er an, daß er selbst in seiner Jugend von seinem Vater in dieser Weise gestraft worden sei, und daß erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten.

Buges gefallen sein. Der Berunglüdie diese Strasmethode in seiner Heimat üblich sei. Das Gericht

no vier Kinder.

Setrieb in den Main- Weser- Basaltwerten einer Woche wegen Eröffnung des Kon as Werk unterbrochen wurde, ist wieder

meinderat beschloß, die Gemeinde Grün­ere Aufwertung als 12% Prozent, damit euerlichen Belastungen nicht noch mehr

Gemeinderat hat in seiner letzten Wasserleitung beschlossen.

mit 700 Einwohnern, tann melden, daß ner Einwohner starb. Ein seltener Fall. itwe Konrad Kaul II. in Bindsachsen undheit ihren 88. Geburtstag begehen. Iten Frau im Jahre 1899 im Tode vor sind 10 Kinder entsprossen, die sämtlich

n stammen wieder 53 Entel und 57 Ur­ie gesamte Familie 110 Köpfe start ist. andestagung der Kriegsbeschädigten und der Kriegerkameradschaft Hassia" fin. ember, hier in Darmstadt statt, zu der sorgebehörden und sonstige namhafte enden werden. Oberleutnant Krömmel Bericht erstatten, während der geschäftsfüh Spitzenorganisation in Berlin, Major ber unsere( der Hassia) Förderungen zu ehen und Novellen über Versorgung und - Der Leiter der Untersuchungsstelle r- Med.- Rat von Schnizer, spricht über Es liegt im Interesse aller Kriegsopfer, nd Invalidenempfänger, die der Hassia der Tagung teilzunehmen. Am Schlusse ge beraten.

Heidelberger Straße wurde eine älter roschke überfahren. Während der E rankenhaus ist die Frau an den erlittena

den Schulkindern des Dorfes Rudings so stark verbreitet, daß der Schulunter

Cage vollständig ausgesetzt werden mußte.

ie einen gutartigen Verlauf genommen.

Familientragödie im Riederwald.

,, Gießener Zeitung"

Handwerk und Reichsforschungsgesellschaft.

Die Frage der Besetzung der Organe der Reichsforschungs­gesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen hat in letzter Zeit im Handwerf starte Erörterung gefunden, da das Handwerk seine Interessen nicht genügend gewahrt erachtet. Dem Verwaltungsrat gehört lediglich ein Vertreter des Hand­werks an. Es besteht der lebhafte Wunsch, daß mindestens noch ein zweiter Vertreter des Handwerks hinzugezogen wird, zumal das Aufgabengebiet der Reichsforschungsgesellschaft Lebens interessen verschiedener Handwertszweige berührt. Für den Sachverständigenbeirat der Reichsforschungsgesellschaft waren seitens des Reichsverbandes des deutschen Handwerks zwei Ver treter vorgeschlagen, ohne daß bisher eine Berufung derselben erfolgte. Auch für diesen Beirat wird eine stärkere Berücksich tigung des Handwerks gefordert und erwartet, daß zwei weitere Sachverständige, und zwar aus dem Zimmerer- und Dachdecker­gewerbe in den Beirat berufen werden. Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat sich dieserhalb mit einer besonderen Eingabe an die Reichsforschungsgesellschaft sowie an die zustän digen Ministerien gewandt und die Gründe für eine bessere Be rüdsichtigung des Handwerks ausführlich dargelegt.

Zu dem Streit um die Herstellungsart der Bauten, um die dabei verwendeten Baustoffe, um die Bauformen und die Ans ordnung der Gebäude und Siedlungen wird in dieser Eingabe bemerkt, daß es nicht Aufgabe der ausführenden Handwerker sei, sich in die Gestaltung der Gebäude oder der Babauungspläne einzumischen. Ebensowenig hat das Handwerk Veranlas jung, fich grundsätzlich gegen die Verwendung neuartiger Baustoffe oder die Durchführung veränderter Bauweisen auszu sprechen. Es muß von seinen Berufsangehörigen vielmehr er warten, daß sie sich den neuzeitlichen Verhältnissen in jeder Weise anpassen und einer veränderten Geschmadsrichtung weit­gehend Rechnung tragen. Dagegen erscheint es angebracht, Be­denken zum Ausdrud zu bringen und zu vertreten, wenn nach der fachmännischen Ueberzeugung der einzelnen Handwerks­zweige Konstruktionen oder Baustoffe zur Anwendung fommen sollen, deren 3wedmäßigkeit oder Haltbarkeit von vornherein bezweifelt werden muß, sei es aus flimatischen oder technischen Gründen. Diese Bedenken werden um so schwerer wiegen, je weniger aus derartigen Veranlassungen ein nennenswerter Vorteil gegenüber alterprobten Baustoffen und Bauweisen zu erwarten steht. Wenn damit gleichzeitig außerdem ganze Ge werbe brachgelegt oder in ihrer Tätigkeit stark eingeschränkt werden, wie z. B. das der Zimmerer und der Dachdecker, ohne daß damit die Solidarität der Bauten gewinnt oder ihr volks­wirtschaftlicher Nutzen gehoben wird, so erscheint größte Vor­ficht im allgemeinen Interesse erst recht geboten.

Seit einiger Zeit wohnt in dem Hause am Erlenbruch 24 in Frankfurt a. M. der Eisenbahnarbeiter Hermann Dedert mit seiner Frau und drei Kindern, einem Mädchen von drei Jah= ten und zwei Knaben im Alter von und 8 Jahren. Letzten Samstag abend bemertten die Mitbewohner des Hauses aus der Wohnung des Dedert einen starten Gasgeruch. Da die Woh= nung verschlossen war, benachrichtigte man die Polizei. Ein Beamter schlug die Scheiben des Küchenfensters ein, öffnete das Fenster von innen und stieg in die Küche ein. Dort fand er die Ehefrau mit ihren drei Kindern tot am Boden liegen. Diese Tat der jungen Frau Dedert bildet den Schlußakt eines jahre: langen Dulberlebens und stillen Martyriums. Seit der Ge­burt des ältesten Jungen mißhandelte der Mann die Frau för­perlich und noch mehr seelisch. Den fargen Lohn, den er als Eisenbahn rottenarbeiter erhielt, verbrauchte er zu neun Zehnteln für sich und seine Geliebten. Kinder und Frau mußten hungern. Die schlimmsten Zeiten begannen vor Monaten, als der Mann mit einer im gleichen Hause wohnenden und getrennt lebenden Frau anbändelte. Als Frau Dedert Freitag das Paar in einer Wirtschaft bei Schmaus und Trant überraschte, wurde sie ge= prügelt und von dem Manne mit den Worten: Hoffentlich lebt ihr nicht mehr lange!" fortgejagt. Die Frau flagte Samstag nachmittag auf der Polizei ihre Nöte und fand tröstende Worte. Sie ging nach der Wohnung zurüd, zerschnitt alle ihre Wäsche, alle Kleider, zerriß alle Bilder und zerschlug alle Hausrats­gegenstände, damit nichts von ihrem persönlichen Eigentum in die Hände des Mannes und des Weibes falle. Dann ging fie mit ihren drei Kindern in den Tod. Den Mann und das Weib wollte spätabends die Menge bei der Heimkehr Innchen. Die Polizei schritt rechtzeitig ein. Die Frau darf ihre eigene Woh­nung nicht mehr betreten, sie ist dort vor der Volkswut ihres Lebens nicht sicher.

Itrig und lang mit weitgespreizten Bei­terben noch des Führers Raum. Die n und die Wangen fahl. Seine Lippen aber doch herrisch: Lesen, Hußlarn, ffizier sprang auf. Seine Augen schim me war klar: Der Gegner ist über die ie Kolonne setzt den Marsch fort." am Helm, als warte er auf ein Danke!" n blieben geschlossen. Noch einmal zudte

hi mit dem Spiel der Krähenfüße ein

n Lippen ächzten: Dann nicht ern. Sieg! Wir tommen durch

r!- Junge da?"

er kniete nieder und faßte die erkaltende

en Drud nicht zurüd. Der Generalleut

e auf Werners Schulter. Im Aufstehen

tot.

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herrische Kopf, als die Träger hinter der antretenden Nachhut­tompagnie die Bahre hoben.

Aus aller Welt.

Die Ausbausalze" vor Gericht.

C

SCHIEL

Nr. 45.

Wenn es wirklich Sonntag sein soll,

dann darf ein guter Kuchen oder eine schöne Torte auf Ihrem Tisch nicht fehlen, denn es ist heute nicht schwer, preiswertes und wohlschmeckendes Gebäck mit Dr. Oetker's

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Fürs Vaterland" eine verdächtige Aufschrift. Schlotheim. Seit langer Zeit wird hier die Errichtung eines Kriegerdenkmals erwogen. Ein Wettbewerb wurde ver anstaltet, der recht schöne Entwürfe gebracht hat; beträchtliche Geldmittel fonnten bereits gesammelt werden. Die Ausführung des Ehrenmales wurde dem Bildhauer Dammann- Berlin über­

Nach einjähriger Prozeßdauer wurden in Hamburg neun Personen, die an der Herstellung und dem Vertrieb der be­kannten sog. Aufbausalze Geno, Stuvkamp und Dr. Schröder, beteiligt sind, zu Geldbußen von 150 bis 1200 M verurteilt. Nach Anschauung des Gerichts ist das Publikum durch die An­preisung der sog. Gesundheitssalze irregeführt und belästigt worden, da die Salze keineswegs geeignet seien, Krankheiten vorzubeugen oder Krankheiten zu heilen.

Sinterdrein führte Werner die Nachspitze. Stumpf und schläfrig stapfte er durch den Schnee. Nur das häufige Stolpern über Wurzeln hielt ihn wach. Im Glühen des Fiebers schien das Weh über den Tod des Vaters und der Groll über des Gefallenen unterbrochene Worte zu schmelzen. Vielleicht war mild und gnädig des Sd, idials Walten, das des Toten Lip­pen geschlossen hatte, che sie von Schmach und Schande be richten fonnten. Jetzt galt er der Welt als Sohn des Ver storbenen. Wer sollte ihn hindern, zu leben und zu freien? Freilich lag Priedelsdorf fern und verschwommen in einer versunkenen Welt, die er wohl faum wiedersehen durfte. Dem Ende schien auch er nahe mit dem Glühen im Kopf, dem Stechen in der Brust, dem Fiebern im Blut. Daheim hätte niemand geglaubt daß ein Todkranker sich auf den Beinen halten oder gar marschieren und fämpfen fönne.

ffenbach nahm seine Hand und hob die ten: Ein Generalstod, des vornehmen e Herren! Lieber Drewih, sterben Si un Kopf hoch! Keine Träne! Der alt sah den Sieg und ihm ist wohl. We einmal um seinen Tod beneiden!" Im ab. Wir wissen nicht, ob wir ihr Dabei faltete er die Hände und beugt ser, der du bist im Himmel. den lichten, stillen Wald zu verschneiter lich ernster Chor von vielen, vielen Stim aus Reih' und Glied drängten um di

mit ihnen den Gott der Schlachten, der

u nehmen in das Reich, das wie das de : die Kraft und die Herrlichkeit i der General und drehte sich zum General tmann von Sußlarn, ich übernehme di

Musketiere traten dem Toten näher. E

fich nicht, denn der alte Jiegrim

mit! Kein Russenhund soll ihn

en.

hoben die Leiche auf Planten aus den nd in der Försterei einen Teppich Den Toten warfen. Vom Hals dedie zu. Frei lag nur der im Tode

tragen. Leider kann die Aufstellung des Denkmals nicht in den Bahnhofsanlagen erfolgen, da die sozialdemokratische Fraktion des Stadtrats nur dann ihre Zustimmung dazu geben will, wenn an dem Denkmal die Worte Fürs Vaterland" nicht an gebracht werden. Der Denkmalsausschuß hat sich deshalb mit der Kirchenvertretung in Verbindung gesetzt, um das Ehrenmal an der Kirche aufzustellen.

Eine Warnung an Zigarettenraucherinnen. Der ,, Arizona Sunbeam" berichtet vom Tode eines Kindes im Alter von acht Tagen, der so plötzlich erfolgte, daß es der Arzt für seine Pflicht hielt, eine genaue Untersuchung nach dem Tode vorzunehmen. Da fand sich zu seine Ueberraschung in diesem findlichen Körper ein Tabatherz" vor. Er mußte daraufhin der Mutter erklären, daß sie selbst den Tod verursacht habe, weil sie als Raucherin schon durch ihr Blut das des Kindes vergiftet habe.

Wie viele Minister gibt es in Deutschland?

Wir haben im Reich wie in den einzelnen Ländern seit der Revolution einen starten Verbrauch an Regierungen gehabt und obwohl der Ministertitel heute eigentlich nur eine Amts bezeichnung ist, die mit der Amtsdauer verbunden ist, behä!! doch jeder, der einmal für furze Zeit Minister war, diesen Tatel bei. Ausgerechnet das demokratische Acht Uhr Abendblatt" macht sich das etwas boshafte Vergnügen, einmal nachzurechnen, wie stark auf die einzelnen Parteien verteilt der Prozentsatz der Ministerwürde ausfällt. Da ergibt sich denn, daß die Demo tratische Partei mit 12 Ministern jeden Rekord schlägt. Auf den gegenwärtigen Fraktionsbestand umgerechnet, würde jeder dritte demokratische Parlamentarier ehemaliger Minister sein. Nicht ganz so günstig sind die Aussichten beim Zentrum, das 12 Minister zählt, darunter allein drei Kanzler. Immerhin tommt auf jeden fünften Abgeordneten ein Minister. Bei der Sozialdemokraten dagegen erst auf jeden zehnten. Achnlich ist das Verhältnis bei der Deutschen Volkspartei. Die Deutsch nationalen, die bisher ja nur einmal in der Reichsregierung vertreten waren, folgen in weitem Abstand. Wohlverstanden gilt das nur für das Reich. Dazu tommt noch die respektable Ministerzahl in den Ländern. Preußen stellt 12 sozialdemo fratische. 9 vom Zentrum, 7 demokratische und 5 voltspartei liche Minister. Dabei hat Preußen nur 7 Regierungen gehabt, während Bayern mit 10 Regierung den 12 Reichsregierungen sehr nahe kommt. Insgesamt gibt es seit 1918 79 Länder­regierungen mit insgesamt wohl rund 300 ehemaligen Ministern. Der Verbrauch ist so gewaltig, daß darin allein die schärfste Kri. tif des ganzen parlamentarischen Systems enthalten ist, unter dem wir gegenwärtig leben.

Welche Sprache wird am meisten gesprochen? Die chinesi sche Sprache wird von nicht weniger als 455 Millionen Menschen gesprochen. Dann folgt die indische Sprache, die von 230 Mil lionen benutzt wird. In weitem Abstand folgen die europäi schen Sprachen, die englische mit 163 Millionen, die deutsche mit 91, die spanische mit 80, die russische mit 70, die französische mit 45 und die italienische mit 41 Millionen.

1 zitterten im langen Spitzschild, der die hohe Gestalt vom Hals bis zu den Füßen schützte. Das von der Netzhaube umrahmte Geficht drohte in Wehmut, aber auch Verachtung dem welschen Mordgezücht. So hatten Deutsche seit alters ihren Führern Treue im Tode noch gehalten und setzten auch heute ihr Leben für Gefallene ein. Könnte doch der Entschlafene sein stolzes Grabgeleit sehen! An den Heimgang eines Germanenherzogs, an die letzte Fahrt eines toten Kaisers erinnerte es. Es war, als dankten jetzt dem Toten die Großen und Kühnen, die der Lebende mit des frohen, stolzen Deutschen schwärmerischer Liebe so oft an seine Seite rief.

Jm Felde freilich sprangen Verwundete mit der Kugel in zerissener Brust auf die Füße, um der Gefangenschaft zu ent rinnen. Das erste Leden von Flammenzungen am Lazarett bett lich den Hilflosen mit zerquetschter Wirbelsäule die Kraft, Dom Lager zu flüchten. Der Krieg tat Wunder und rief, wie einit Gottes Sohn, den Siechen Stehe auf und wandle!" zu. Er schenkte dem fühnsten Hoffen und verwegenſten Träumen von Menschen Erfüllung. Die Flügel des Dadalus schmolzen nicht mehr. Des Prometheus Tun war nicht mehr Sage, denn der Deutsche holte Feuer aus der Luft unter dem Himmel, um es in Granaten in den Feind zu schleudern.

Das Wunder, das jetzt auf den Füßen hielt, gebar der Wunsch, nicht in die Hände der Russen zu fallen. Born stie gen fie immer noch in die Flante der Kolonne. Oft stodte der Marsch. Dann kam die Nachspitze den Trägern des ge­fallenen Führers nahe.

Durch das Schweigen unter verschneiten hohen Tannen schienen Germanen einen gefallenen Herzog auf der Bärenhaut zu tragen, und im fiebernden Hirn erwachte Erinnern an ein Deutsche Ritter und in der Heimat geschautes Gemälde. Knechte trugen aus dem tüdischen Welschland ihren toten Kaiser Otto über die Alpen, eine verschneite Passtraße hinan. Die Bahre schwanfte an starten Armen schon über den Kamm. Doch von unten rannten noch einmal welsche Diebe und Lei= chenschänder an Ihrem Drohen wehrte ein einziger, aber deutscher Ritter. Den Speer zum Schleudern in der Rechten erhoben, sah er traurig und trotzig zu Tal. Pfeile und Speere

Als der Wald im Rüden lag, schlugen wieder russische Gras naten in die lange Kolonne. Auf der Straße lagen Wagen und Progen in Trümmern. Verwundete stöhnten bei Erschlagenen. Zerrissene Pferde wälzten sich neben den geblähten Kadavern

Don toten.

Aufatmen durfte Werner erst, als er auf der flachen Höhe vor der vereisten Sumpfniederung der Mizga die graue Män nerfette einer Aufnahmestellung durchschritt. An der Brüde erzählte ein Pionieroffizier, Generalleutnant Lizmann habe mit dem Degen in der Hand die Gasse durch Brzezing geöffnet. Gefallen sei, wie der Vater, auch Generalleutnant Waenter D. Dankerisweil, der Führer einer der drei anderen Divisionen mit dem Gewehr in der Hand.

Doch nicht umsonst hatten Generäle zur Waffe des Mus fetiers gegriffen. Frei lag der Weg zu General Madensen, und der Lorbeer einer neuen Waffentat ohnegleichen auf Preußens fiegreichen Fahnen.

Neue Bücher.

Wer will in die Reichswehr eintreten? So mancher junge Deutsche möchte gern zur Reichswehr gehen. Dies aber ist bei unjerm jezigen tleinen Heere nicht so einfach. Wer fennte wohl alle die Bedingungen und Bestimmungen, mit denen der Ein tritt in unsere Reichswehr verknüpft it? Wenige nur wissen es, wie die Aussichten für das Forifommen auch später nach er folgter Entlassung, sowohl für die Mannschaften wie für die Offiziere sind. Alle, die in die Reichswehr eintreten wollen, unterrichtet hierüber aufs eingehendste das soeben in dem bes fannten Verlage von Wilhelm Köhler, Minden i. W. erschienene Buch Die Laufbahnen in der deutschen Reichswehr" von Major H. Weberstedt. Das 160 Seiten umfassende Buch ist ein treff ficher Berater und geeignet, allen, die zur Reichswehr wollen, die Wege zu ebnen und ihnen jede gewünschte genaue Auskunft zu geben. Preis des Buches nur 2, R.M

Die Raben Rußlands frächzten nicht mehr. Statt ihrer schwarzen Schwingen flatterten durch Werners Träume die weißen Flügel von sanften Vögeln mit lieben Menschengesich tern. Als er die Augen aufschlug. sah er nicht Bogelschwingen, sondern die weißen Flügelhauben zweier Nonnen. Die am Bett nannte sich Schwester Columbe und erzählte, er liege im Franzistussanatorium von Berlin. Eine vertraute Stimme unterbrach ihr freundliches Plaudern. Aus dem Bett an der anderen Wand sprach Wernsheim, ein Kriegsschultamerad aus Engers. Also darum hatte er sich im Schlaf wieder Fähnrich am Rhein gewähnt! Schwester Columbe bestätigte: Gern waren Sie faum auf Kriegsschule. Wir mußten Sie mit Ge­walt im Bett festhalten!"" Eine Unterhaltung mit Wernsheim litt sie nicht. Beim Schweigen tam wieder Schlummer und mit neuem Erwachen ein wunsalojes Behagen. Nie hatte Werner sich so geborgen und behütet gewußt wie jetzt. Die müde

Schwäche in den Gliedern und die Stille im 3immer taten ihm wohl. Jeder Tag mehrte die Freude am Leben, obwohl das Gefühl, zu genesen, oft die Erinnerung an des Baters Worte brachte. Dann murrte er Wernsheim, es hascht doch immer den Falschen."

Wenn dann der Freund mit verbundenem Fuß zum Lehn stuhl neben seinem Bett humpelte, fonnte er balb lächeln. Ein erites lautes Lachen der eigenen Lippen hörte er während eines Besuches der Schwestern des Kameraben faft mit dem Staunen eines Ueberraschten. Die müden Finger spielten noch lange mit den von den fröhlichen jungen Damen auch auf sein Bett gelegten Blumen. Aehnliche Rosen hatte er an Gerda und Elisabeth gesehen. Wieder warnte des Vaters Stimme: ,, Du bist gar nicht mein Sohn." Des Toten Geheimnis ruhte im Grab und lastete doch auf dem Lebenden. Er mochte nicht um den Besuch der Kusinen bitten. Er war ein Betrüger, wenn er den Namen Drewit unter Briefe sette. Vielleicht wußten sie oder ihr Vater, daß er nicht von der Familie sei, und schenkten dem Findling ohne Namen und Eltern nur Mitleid. Beschämend war der Gebante und dem Priebels dorfer Onkel nicht zu verübeln, daß er sich anderen Verkehr für feine Töchter wünschte. Doch hätte er dem Minister gern ge chrieben, um endlich die Wahrheit zu hören. Ratsamer freilich chien es ihm, fich an einen Fremben zu wenden. Auch Herr v. d. Helle wußte um das Geheimnis. Wo mochte er zu fin den sein? Die Familie sprach selten von ihm und mieb ben Gonderling. Geine Adresse tannte vielleicht Ontel Karl, ber als Kenner der Familiengeschichte galt. Abends bat er Schwe fter Columbe um Schreibzeug. Sie fetzte sich mit Briefbogen und Feder in den Lehnstuhl, und er bittierte einen Brief an den Kgl. Premierleutnant a. D. Herrn D. Drewig, Charlotten burg. Einer furzen Anfündigung, daß er frant im Franzis tussanatorium liege, hängte er nur die Bitte um die Adresse des Herrn Casper v. d. Helle an.

Weiter nicht?" Doch die Schwester begriff, daß Herr v. Drewitz wieder bei flarem Verstande sei und darum auch le sen tönne. Also reichte sie ihm eine Zeitung mit dem Datum eines der ersten Dezembertage. Dazin war hiau angeftriben die Schilderung der Beijegung des Generals v. Drewih auf dem Invalidenkirchhof. Die Totenfeier schien des helbisch Gefallenen würdig gewesen zu sein und beim Lesen der Rede des Pfarrers traten Werner die damals vom General v. Rieffenbach verbo­tenen Tränen in die Augen. Fortjehung folgt.