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Sonnabend, den 4. Juni 1927.

Der Lauf der Kundschaft ist durch, die örtliche Lage des Ge schäfts bedingt; sie springt ab und geht verloren, wenn der Laden oder die Werkstatt verlegt werden muß; neue Kundschaft aber läßt sich in einem fremden Viertel nicht oder doch nur sehr langsam gewinnen. Daher häufen sich auch in Berlin jeit der Freigabe der Gewerberäume die Klagen drangsalierter Kleingewerbetreibender, obwohl dort ein Million Quadrat meter gewerblicher Räume als leerstehend gemeldet sind.

Mit derartigen formal- statistischen Angaben ist eben nichts zu beweisen. Was soll die voltsparteiliche Mitteilung, daß in Württemberg u. s. f. die ,, teueren" Wohnungen ohne Schaden freigegeben seien, wenn dabei die Angabe des Mietpreises, der besonderen wirtschaftlichen Struktur des betreffenden Bezirks fehlt? Gegen die Freigabe von teueren" Wohnungen zum Jahresmietpreis von 2000 oder gar 3000 Mart ab, wie sie aus einigen Großstädten berichtet wird, ist natürlich viel weniger einzuwenden, als gegen eine Herausnahme nach den volkspar teiligen Stichsägen, die für Hessen viel zu niedrig gegriffen find. Auch der Hinweis auf Schutzvorschriften zugunsten ärmerer Mieter kann keineswegs beruhigen. Derartige Bestimmungen werden erfahrungsgemäß umgangen, sobald die Grundsäge ohne umfassende Garantien durchlöchert sind.

Dies sind im wesentlichen die Gründe, aus denen die Deutsch­nationalen den voltsparteilichen Antrag und auch den ihm wejensverwandten demokratijchen abgelehnt haben. Mit der artigen unsozialen und auch technisch unfertigen Anträgen fann man ein System nicht erschüttern, das durch eine so starte Links. regierung wie in Hessen gestützt wird. Um aber die Frage der Loderung der Wohnungszwangswirtschaft doch weiterzutreiben, hatte der deutschnationale Abg. Dr. Werner mit wohlberechneter Tattit den Antrag eingebracht:

..Die Regierung zu ersuchen, eine Loderung der Zwangs­wirtschaft demnächst in Vorschlag zu bringen, und hierfür die Anträge der Volkspartei, des Zentrums, der Demokraten als Material zu überweisen"

Diesem Antrag hätten die anderen bürgerlichen Parteien nach Ablehnung ihrer eigenen Anträge, wobei sie sich nicht ein­mal gegenseitig geschlossen unterstützt hatten unbedingt zu­stimmen müssen, um die widerstrebende Regierung zu zwingen, Farbe zu bekennen, um ihr die Berantwortung für die Weiter­behandlung des ganzen Problems aufzubürden. Da mutet es denn wie ein schlechter Scherz an, wenn Herr Weltow meint, ,, der deutschnationale Antrag zeugt von einem Vertrauen zur hessischen Regierung, über das sich diese geziemend freuen wird, Herr Raab schmunzelt, die Götter lachen...." Ueber wen hier gelacht werden muß, steht noch sehr dahin! Jedenfalls ist Minister Raab durch die Nichtunterstügung des Antrags Werner der leidigen Notwendigkeit enthoben worden, im Gegensatz zum Willen seiner Anhänger eine Vorlage über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft machen zu müssen. Allerdings die zahlreichen Mieter, denen die Deutsche Volkspartei durch ihren Antrag unabsehbaren Schaden zuzufügen im Begriffe war, wer­den schwerlich ein ebenso wohlgelauntes Verständnis hierfür aufbringen.

Zur fünftigen Steuerpolitik und Reform der Realsteuern und ihr Echo in Breußen.

Eine Rede des Reichsfinanzminister Dr. Köhler. Vor den Mitgliedern des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller hat am Dienstag, den 2. Mai 1927, Reichsfinanz­minister Dr. Köhler über das Thema Reichsfinanzen und Volkswirtschaft" gesprochen. Den Ausführungen des Ministers, welche im Beisein von Vertretern der Reichs-, Landes- und Ge­meindebehörden sowie zahlreicher wirtschaftlicher Spitzenver­bände erfolgten, tommt eine programmatische Bedeutung zu. Gie verdienen auch besonders deshalb allgemeine Beachtung, als der Minister sich des näheren über die fünftige Ausgestaltung unseres Steuersystems, insbesondere auch über die bereits ange= kündigte Reform der Realsteuern, ausgelassen hat.

Der Reichsfinanzminister betonte in diesem Zusammen­hange zunächst, daß unsere wirtschaftliche und finanzielle Gesamt­lage noch in gar keiner Weise zu optimistischen Auffassungen Raum biete. Von einer kontinuierlichen Linie des Aufstieges sei wenig zu merken; unsere Wirtschaft befände sich noch mitten im Umstellungs- und Reinigungsprozeß, Verallgemeinerungen

Schlitz und Schlitzerland.

In dem äußersten nordöstlichen Teil der Provinz Oberhessen, der von den Flüßchen Schlitz und Fulda durchflossen wird, liegt von Wäldern rings umrauscht, das liebliche altertümliche Städt­chen Schlitz, das mit seinen 16 umliegenden Ortschaften das Schlitzerland oder die Standesherrschaft Schlitz" bildet. Dieses Ländchen, das durch Sprache, Sitte, Tracht und Anschauung eng verbunden ist, ist heute noch ein Wirtschaftsgebiet, wie es sich nicht allzu häufig im weiten Deutschen Reiche wiederfindet.

Im Jahre 812 wurde die Schlitzer Kirche geweiht. Damit erscheint Schlitz unter dem Namen Slitese zum erstenmal in der Geschichte. Etwas später und gleichzeitig mit einer Anordnung, welche der Abt Hatto 1. von Fulda getroffen, und die bestimmte, daß einige Orte des Sprengels der Kirche zu Schlitz den Ertrag von 16 Huben Landes für Aufnahme von Gästen und Pilgern jährlich abzuliefern hatte, erschien der Name des Geschlechts der Herrn von Schlitz, die Stadt, Burg und Gericht Schlitz von dem Stift Fulda zu Lehen trugen. Herrschaft und Stadt Schlitz teil­ten fortan die meisten geschichtlichen und rechtlichen Verhältnisse bis zur Einführung der Reformation, die um 1546 erfolgte, mit der nahen Abtei Fulda. Das Geschlecht derer von Schlitz blühte außer der hier ansässigen Linie noch in vier Seitenlinien. Sämt liche Linien führten ein Wappen und hatten sich als Gemeine Burgherrn, auch Görzische Burgmänner und Ganerben, gegen alle feindlichen Anfälle zu beschützen, gegenseitig verpflichtet. Schon Ende des 14. Jahrhunderts erwarb Schlitz Stadtrechte, doch erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts fühlten sich die Herren von Schlitz vollständig unabhängig von Fulda und erhoben An­spruch auf Reichsunmittelbarkeit, ein Recht, das erst 1807 durch Aufnahme der Grafschaft Schlitz als Standesherrschaft in das Großherzogtum Hessen endete.

An Versuchen der Rekatholisierung seitens des Stifts Fulda

Gießener Zeitung"

einzelner günstiger Symptome gäben ein falsches Bild von unse ter Leistungsfähigkeit und könnten uns sehr schaden. Weiter führte der Minister, W. T. B. zufolge, wörtlich aus:

,, Unsere öffentliche Laft ist gegenüber derjenigen anderer Länder in ihrer Auswirkung sehr viel schwerer, trotz aller gegenteiligen Behauptungen. Deshalb müssen Steuererhöhun gen ganz außer Bereich jeder Erörterung bleiben. Steuer­ermäßigungsmaßnahmen müssen und werden fortgesetzt wer den, so schwer es in der nächsten Zeit sein wird, denn wir müs= jen Steuerbedürfnis und Steuerkraft wieder in richtige Be­ziehung zueinander zu bringen. Aber bei diesen Ermäßigungs magnahmen müssen wir wirtschaftlich denken und vorgehen. Nicht jeder Steuerabbau ist auch ohne weiteres wirtschaftlich zu rechtfertigen. Für den Abbau bieten sich dem Reiche zwei Wege: entweder der direkte durch Sentung von Reichssteuern, der 1926 gegangen wurde, oder der indirekte, durch reichsge­jehliche Maßnahmen, die Länder und Gemeinden zu veranlaj jen, ihre Steuern abzubauen, was im Finanzausgleich ver­jucht wurde. Beide Wege sind zu gehen. Wenn ein unmittel barer weiterer Abbau jetzt nicht erfolgt ist, so deshalb, weil angesichts der neuen Aufgaben zunächst wieder ein Ausblic zu gewinnen war über fünftige Gestaltung der Einnahmen und Ausgaben im Reiche. Doch ist eine Stellungnahme be vorstehend. Sie muß schon wegen der Mindereinahme der Reichsvermögenssteuer in Höhe von 40 Millionen tommen, die nach dem Gesetze im Jahre 1927 nachzuerheben ist.

Nr. 23.

Sonnabend, den 4. Juni 1927. Der Aufstellung der Haushaltspläne und die i örtlichen Verhältnisse nicht vorgeschrieben we nodeinmal darauf, daß die aus dem Jahre Weberichäffe von 200 Millionen in den Red and 1926 reftios verbraucht sind, daß dem G Hehnungsjahr fein Betriebsmittelfonds zur und daß bei der Sparfamleit, mit der die S einzelnen bemessen sind, auch im Haushalt s Sejerven mehr vorhanden sind. Jede Bermin lichen Einnahmen müßte zu einem nicht zu führen.

schüsse sollte künftig ein einziger gesetzt werden, der auch eine Besetzung mit Sachverständigen ermöglicht. Der gesamte Ver­fahrensweg soll fünftig in der Reichsabgabenordnung, das gesamte Bewertungsrecht im Reichsbewertungsgeseh enthal ten sein. Die vorgesehenen Maßnahmen würden ein großes Stüd Verwaltungsreform bedeuten und in ihrer Vereinfachung und Vereinheitlichung eine wesentliche Ersparnis an Verwal tungskosten. Neben diesen gesetzlichen Bestimmungen laufen unabhängig größere Reformen im Sinne einer Reorganisation des ganzen inneren Verwaltungsapparats und im Sinne einer Rationalisierung der Berwaltung. Daß dabei auch eine Ein­schränkung der Zahl der Finanzämter erfolgen wird, ist selbst verständlich. Ich hoffe, durch diese Maßnahmen baldigst eine Berwaltung zu haben, die imstande ist, dem Hauptziel der Reichsfinanzverwaltung erfolgreich zu dienen. Ich habe mit den Reformen bewußt in meiner eigenen Verwaltung ange fangen, hoffe aber bestimmt, daß andere folgen werden. 34 bin mit Ihnen der Auffassung, daß schärfte Vereinfachungen organisatorischer Art durchzuführen sind, um mit geringstem Aufwand den Höchstnußeffekt zu erreichen."

Es ist erfreulich, daß der Reichsfinanzminster in diesen Aus führungen erneut öffentlich bekannt hat, daß er ernstlich gewillt ift, die bereits von seinem Amtsvorgänger eingeleitete Politi! der Steuerjentungen fortzusetzen und in diesem Zusammenhange jetzt nachdrüdlich an die Senkung und Vereinfachung der Real steuern heranzugehen. Die politischen Parteien werden demnach jetzt endlich im Reichstag Gelegenheit bekommen, ihre in dieser Hinsicht wiederholt gegebenen Versprechungen einzulösen. Der deutsche Hausbejiz wird die Weiterentwidlung aufmerksam ver folgen und dafür zu sorgen haben, daß im Rahmen dieser Steuer­reform seinen berechtigten Wünschen und Vorschlägen vollauf Rechnung getragen wird. ( Deutsche Hausbes.- 3tg.) Diese Rede des Reichsfinanzministers hat bereits im Preu

Außerdem wird unser Steuerinstem grundsätzlich anzufaj sen sein. Ich beabsichtige in allernächster Zeit schon eine Reihe von Gesezentwürfen vorzulegen, die eine Fortführung der Steuerreform des Jahres 1920 bedeuten, im Sinne einer wei­teren grundlegenden Vereinheitlichung und Bereinfachung der gesamten Steuergesetzgebung im Reich und Ländern einschließ lich des Verwaltungsverfahrens. Ein Grundsteuer- Rahmen­gesetz, ein Gewerbesteuer Rahmengejet, ein Gebäudeentßischen Landtag am Samstag, den 14. Mai 1927, ihr Echo ge­schuldungssteuergesetz und endlich ein Gesetz über die Vereinfachung des Verfahrens in den Steuersachen sollen dem Ziel dienen. Die Absicht ist, durch die zwei Rah­mengesetze die Grundlagen für die Grund- und Gewerbesteuer im ganzen Deutschen Reiche einheitlich zu gestalten, so daß die Realsteuern in Deutschland fünftig nur noch hinsichtlich des vom Staat und der Gemeinde zu bestimmenden Hundertjayzes des nach dem Reichsgesetz festgelegten Hauptsteuerjayzes ver­schieden sein würden, wobei von einer gewissen Höhe an eine Anhörungspflicht der Berufsvertretungen vorzusehen wäre. Ein wesentlicher Fortschritt gegen die bisherige buntschillernde Verschiedenheit und gleichzeitig die erste Voraussetzung für die fünftige Relalition zwischen Einkommen- und Realsteuern, wenn die Zuschläge zur Einkommensteuer Gesetz werden. Die Gebäudeentschuldungssteuer soll in die Reichsverwaltung über­nommen werden. Die bisherige Lösung, die den Ländern die Ausgestaltung der Steuer überließ, war im ganzen unbefriedi­gend. Die Schaffung eines einheitlichen Rechtes mit dem Ziele eines allmählichen Abbaues der Steuer scheint ein Be­dürfnis.

Endlich soll eine Bereinfachung der Steuerverwaltung zum Zwecke der Ersparnis an Verwaltungskosten und der Ver­einfachung für den Steuerpflichtigen vorgesehen werden. Welch großer Vorteil wäre es für beide Teile, wenn wie

in Vorschlag gebracht wird die Verwaltung der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Gebäudeentschuldungssteuer im ganzen Reiche den Finanzämtern übertragen würde! Der Steuerpflichtige hätte dann für seine Einkommensteuer, Kör­perschaftssteuer, Vermögenssteuer, Umsatzsteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer und Gebäudeentschuldungssteuer nur eine ein­zige Steuererklärung bei seinem Finanzamt abzugeben. Dieses Finanzamt würde dann grundsätzlich in einem einzigen Steuerbescheide Einkommen, Vermögen, Umsatz und die daraus sich ergebenden Steuerbeträge, einschließlich der Kirchensteuer festsetzen. Der Einheitssteuerbescheid wär geschaffen. Ent­sprechend hätte der Steuerpflichtige dann auch alle Zahlungen grundsätzlich an die Kasse dieses einen Finanzamtes zu leisten. An Stelle der jetzigen verwirrenden Vielheit ein einziger Zettel mit genauer Angabe der Fälligkeitstermine, an Stelle des Nebeneinanders der verschiedenen Veranlagungsbehördn eine einzige Stelle. Diese Vereinheitlichung und Breinfachung soll aber auch auf die Steuerausschüsse übergreifen. An Stelle der bisher bestehenden fünf verschiedenen Steueraus­

hat es nicht gefehlt. Den ersten, der mißlang, machte Abt Bal­thajar 1604-05. Den zweiten unternahm Abt Johann Bernhard 1620-1632. Bis 1631 mußten die evangelischen Bewohner alle Gewalttätigkeiten von Fulda über sich ergehen lassen. Hilfe brachte ihnen erst der Schwedenkönig Gustav Adolf. Ein noch­maliger Versuch zur Zurückführung in 1635 scheiterte, da die eingesetzten Kuraten vor den hessischen Truppen und der damals ausbrechenden Pest abzogen.

Durch die vielen Bedrängnisse des dreißigjährigen Krieges waren natürlicher Weise die Verhältnisse im Schlizerland in arge Unordnung geraten. Es dauerte fast 100 Jahre, bis sich die Herr­schaft Schlitz von den schweren Opfern des Krieges erholt hatte.

Neue Kriegslasten brachte für die Herrschaft Schlitz auch der Siebenjährige Krieg, indem in den Jahren 1759-1762 durch zahlreiche Truppendurchmärsche Stadt und Land schwere Opfer auferlegt wurden. Nach Aufzeichnungen eines Zeitgenossen, des Pfarrers Schröder zu Hartershausen, waren in diesen Jahren allein in Schlitz einquartiert 60 Generale, 453 Stabsoffiziere, 6861 Oberoffiziere, 1108 Unteroffiziere, 116613 Gemeine, 4520 Jäger, 11196 Bediente, 27273 Mann Kavallerie und Fuhrwesen, reils Franzosen, teils Truppen der alliierten Armee unter Herzog Ferdinand von Braunschweig. Daß zur Verpflegung solcher Trup penmassen der ganze mit Vieh- und Futterlieferung start behaftet wurde, liegt auf der Hand.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Herrschaft auch mehr­mals von preußischen und französischen Truppen auf ihrem Durch marsch besetzt und lebte in steter Furcht vor Plünderung.

Eine Zeit neuer Heimsuchung tam im Jahre 1813, als die Flüchtlinge der zersprengten großen Armee Rapoleons 1. zum Teil auch unsere Täler unsicher machten. Die Not jener Tage war groß. Viele Bewohner hielten sich in den Häusern ver­borgen. Verheerende Viehseuchen und der Lazarettyphus wurden

funden, wo der Finanzminister des größten deutschen Bundes staates, Dr. Höpter Aschoff zu der Großen Anfrage der Deutschnationalen Volkspartei über die Sentung der Realsteuern Stellung nahm und dabei deutlich die gegensätzliche Meinung zu den Bestrebungen des Reichsfinanzministers zum Ausdrud brachte. Der Minister hob in seiner Rede hervor, daß an Ein tommen, Körperschafts- und Umsatzsteuer die Länder im Rech nungsjahr 1926 insgesamt 2426,5 Millionen erhalten haben. Auf Grund der für das Rechnungsjahr 1927 gegebenen Garantie haben die Länder gegenüber ihrer Gesamtbeteiligung an den genannten Steuern im Jahre 1926 an Mehrüberweisungen nicht 200 Millionen, sondern nur rund 175 Millionen zu erwarten. Die Annahme der Fragesteller, daß auf Preußen mehr als 120 Millionen an Mehrüberweisungen für das Jahr 1927 entfallen, trifft aber nicht zu. Die auch von Preußen anerkannte Rotwen digkeit einer Sentung der Realsteuern ist bereits dadurch ange bahnt, daß die Grundbeträge für die Gewerbesteuer und für die Grundvermögenssteuer durch die Gesetze vom 8. und 15. März und 22. April ds. Js. herabgesetzt worden sind.

Die Staatsregierung nimmt zu den in der gellten Einzelfragen dahin Stellung, daß sie Standpunkt steht, der Vorschrift des§ 4a hin tung der Sealsteuern in den Grenzen des Mög zu haben. Insbesondere erscheint eine weite Grundbiträge der Grundvermögenssteuer über velle vom 22. April hinaus nicht möglich.

Mitwirtung der Berufsvertretungen un bänden bei den Steuerveranlag Der Reidsfinanzminister führte im Erlaf 1927, henzeichen Illa 580, folgendes aus:

Bei den Steuerveranlagungen, insbesonde Secbereitung, ist vielfach die Mitwirkung von and anderen geeigneten Vertrauenspersonen i Sachverständige kommen auch Angehörige der gen und verbände in Betracht. So sehr ich a mehreren Grlassen zum Ausdrud gekommen ist, lung der Berufsvertretungen und-verbände legungsarbeiten Gewicht lege, so darf dies doch daß die Vorschläge der Verbände ohne weiteres anerkannt werden. Für die Frage, ob und i jang ein Gutachten zugrunde zu legen ist, komm auf an, daß es von Objektivität und Sachkunde g Mitwirkung der Berufsvertretungen und Org daher unter keinen Umständen dazu führen, daß behörden gewissermaßen die Führung aus der H fen und die Forderungen der Verbände und um des Friedens willen- ohne weiteres hinne ideidung muß stets beim Vorsteher des Finanz Präsidenten des Landesfinanzamts liegen. Angehörige der Berufsverbände gehören Umfang den Steuer- und Bewertungsausschüs Bilisht des Ausschußmitgliedes, ohne Ansehen d lich nach jachlichen Gesichtspunkten zu urteilen. find an Gejet, Durchführungsbestimmungen u betimmungen unbedingt gebunden und haben di des Ausschusses strengstens geheimzuhalten. Es besondere- wie es in bestimmten Bezirken v unzulässig, daß die Steuerausschußmitglieder irgendwelchen Weisungen, die sie von dritter ihujikungen erhalten haben, abgeben, und Gang der Sigung und die Art der Abstim machen. Aufgabe des Finanzamtsvorstehers w nötigenfalls die Mitglieder des Ausschusses n lich auf ihre Pflicht und auf die Straffolgen perlegung(§§ 376, 377 AO.) hinzuweisen; pflicht verletzt, so ist die Einleitung des Straf fen. Sollten sich in Zukunft Fälle ereignen, i beit der Ausschußmitglieder ihre Stimme nac jungen abgibt und infolgedessen die Gleichn anlagung bezw. Bewertung gefährdet wrd, hierüber durch den Herrn Präsidenten des L berichten, damit gegebenenfalls die erforde von hier getroffen werden können. Der hat in der Ausschußfizung auch zu prüfen, die Sigung abzubrechen und bis zum Empfa zu vertagen ist.

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eingeschleppt. Die Feier des sogenannten Viehsonntags am 24. November in Willofs erinnert noch jetzt daran. Weitere Trup pendurchmärsche brachten die Jahre 1814-15, ohne daß die Be­völkerung durch Lieferung von Lebensmitteln belastet wurde.

Die folgenden Jahre bis 1848 waren, wenn auch Zeiten des Friedens für das Schlitzerland, doch keine Zeit der Erholung von den schweren Kriegsopfern. Die wirtschaftlichen Verhältnisse müssen damals schlecht gewesen sein, denn eine große Zahl schaf fensfroher Männer, ja ganze Familien, verließen Heimatstadt und Heimatland, um sich in dem gelobten Land jenseits des Ozeans eine neue und, wie sie hofften, bessere Existenz zu grün den. Die Nachkommen vieler dieser Familien find verschollen nur die Namen im wappengeschmüdten Rathausjaal geben Zeug nis von ihrer früheren Bedeutung im öffentlichen Leben ihrer Vaterstadt.

Das bewegte Jahr 1848 brachte auch hier die sonst so fried liche Bevölkerung in Aufregung, zeitigte aber sonst feine nen nenswerten Begebenheiten. Mit großer Begeisterung verfolgten wir die Heldentaten unserer siegreichen Truppen von 1870-71 und gelegentlich des Friedensfestes, verbunden mit der Pflanzung einer Friedenseiche, brachte der damalige Stadtpfar rer Euler die Gefühle zum Ausdrud, welche jedes Anwesenden Bruft durchzogen, als er uns die großen Taten unserer Helden vor Augen hielt und auf die herrlichen Früchte dieses Ringens: Die Einigung der deutschen Stämme, die Wiedergewinnung ur deutschen Landes und die Wiederaufrichtung der Kaiserwürde hinwies.

Maizena

das Kraftmeh

ten nicht wieder. Durch ein hochragendes Friedhoje sowie die Umwandlung der Sa eine Gedächtnistapelle hat die Stadt ihre H Schon im 14. Jahrhundert gehörte Schli

ten Volkszählung 2754 Seelen aufwies nach und vor Friedberg zu den größten Städten rend andere Städte und Städtchen Oberhess Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen beder nahmen, ging Schlitz in der Bewohnerzahl Dafür lag in der für Schlig ungünstigen Lin mals neuerbauten Bahnstrecken, der Linie durch das Tal der Haune und der Bahn Gieß Keupergraben über Bad Salzschlirf nach Fu hundertwende jedoch gelang es Stik, Bat Iten. Die ebenbahn El.- Bad Sal Dem Berlehr übergeben. 1912 wurde die

Hersfeld in Angriff genommen und furz vor d Marthings besteht auch eine Postautoverbi haan, einer Station der Strecke Frankfu Die günstigen Verkehrsverhältnisse hab Die Entwidelung der Stadt und auch der mitft. Dan tommt aber noch weiter, daß hauenden Tattrait des jetzigen Stadtober Sürgermeisters Dr. Niepoth, und in Folge fahrungen der Kriegszeit ein Zusammenschlu Broving Oberhessen und der Dorfgemeinden, Meberlandanlage Salizerland" zustande tem ang ber reichen Wasserkräfte des Bezirks, insb mible bei Rimbach, ein Kraftwerk schuf, da mit billigem Licht- und Kraftstrom versieht. Berbebingung zur völligen Elektrisierung der griffen. Schlitzer Leinen- und Damastweb

Wie überall in Deutschland herrschte auch in Schlitz und im Schlitzerland in den entscheidenden Augusttagen 1914 trogige Begeisterung und der feste Wille, den uns aufgezwungenen Kampf siegreich zu beenden. Es sollte anders kommen. Tiefe Wunden schlug der Weltkrieg auch unserer Stadt, denn 121 kehr­

engedenten eine bodenständige Heimatkunst.