Nr. 23.
Sonnabend, den 4. Juni 1927.
g ein einziger gelegt werden, der auch eine verständigen ermöglicht. Der gesamte Ber ünftig in der Reichsabgabenordnung, das gsrecht im Reichsbewertungsgejez enthal gesehenen Maßnahmen würden ein großes reform bedeuten und in ihrer Bereinfachung ing eine wesentliche Ersparnis an Bermal n diesen gesetzlichen Bestimmungen laufen
der Aufstellung der Haushaltspläne und die überall verschiedenen örtlichen Verhältnisse nicht vorgeschrieben werden. Ich verweise nocheinmal darauf, daß die aus dem Jahre 1924 herrührenden Ueberschüsse von 200 Millionen in den Rechnungsjahren 1925 und 1926 reftios verbraucht sind, daß dem Staat im laufenden Rechnungsjahr fein Betriebsmittelfonds zur Verfügung steht, und daß bei der Sparsamkeit, mit der die Haushaltsansäge im einzelnen bemessen sind, auch im Haushalt selbst teine stillen Reserven mehr vorhanden sind. Jede Berminderung der steuerlichen Einnahmen müßte zu einem nicht zu dedenden Defizit führen.
e Reformen im Sinne einer Reorganisation Verwaltungsapparats und im Sinne einer er Berwaltung. Daß dabei auch eine Ein I der Finanzämter erfolgen wird, ist felbit offe, durch diese Maßnahmen baldigit eine ben, die imitande ist, dem Hauptziel der ung erfolgreich zu dienen. Ich habe mit ußt in meiner eigenen Verwaltung ange bestimmt, daß andere folgen werden. 34 Auffassung, daß schärfte Bereinfachungen rt durchzuführen sind, um mit geringstem tnuzeffett zu erreichen.“" Daß der Reichsfinanzminster in diejen Aus
ntlich bekannt hat, daß er ernstlich gewilli inem Amtsvorgänger eingeleitete Politi!
ortzusetzen und in diesem Zusammenhange ie Senkung und Vereinfachung der Real
Die politischen Parteien werden demned tag Gelegenheit bekommen, ihre in dieser Jebenen Versprechungen einzulösen. Det d die Weiterentwicklung aufmertjam ver
Die Staatsregierung nimmt zu den in der Großen Anfrage gestellten Einzelfragen dahin Stellung, daß sie erstens auf dem Standpunkt steht, der Vorschrift des§ 4a hinsichtlich der Sen fung der Realsteuern in den Grenzen des Möglichen entsprochen zu haben. Insbesondere erscheint eine weitere Senkung der Grundbiträge der Grundvermögenssteuer über die Säße der No velle vom 22. April hinaus nicht möglich.
Mitwirkung der Berufsvertretungen und Berufsver: bänden bei den Steuerveranlagungen. Der Reichsfinanzminister führte im Erlaß vom 2. März 1927, Attenzeichen Illa 580, folgendes aus:
Bei den Steuerveranlagungen, insbesondere auch bei der Borbereitung, ist vielfach die Mitwirkung von Sachverständigen und anderen geeigneten Vertrauenspersonen unerläßlich. Als Eachverständige fommen auch Angehörige der Berufsvertretun gen und verbände in Betracht. So sehr ich auch, wie dies in mehreren Erlassen zum Ausdrud gekommen ist, auf die Mitwir fung der Berufsvertretungen und verbände bei den Veran= lagungsarbeiten Gewicht lege, so darf dies doch nicht dazu führen, daß die Borschläge der Verbände ohne weiteres als maßgeblich anerkannt werden. Für die Frage, ob und in welchem Um= jang ein Gutachten zugrunde zu legen ist, tommt es allein darauf an, daß es von Objektivität und Sachkunde getragen ist. Die Mitwirkung der Berufsvertretungen und Organisationen darf daher unter keinen Umständen dazu führen, daß sich die Finanzbehörden gewissermaßen die Führung aus der Hand nehmen las= und wäre es auch nur sen und die Forderungen der Verbände
gen haben, daß im Rahmen dieser Steuer gten Wünschen und Vorschlägen vollaus rd. eichsfinanzministers hat bereits im Bre ( Deutsche Hausbes- 3tg.) amstag, den 14. Mai 1927, ihr Echo ge zminister des größten deutschen Bundes - Aschoff zu der Großen Anfrage der spartei über die Sentung der Realsteuern abei deutlich die gegenfähliche Meinung des Reichsfinanzministers zum Ausbrad hob in seiner Rede hervor, daß an Ein und Umsatzsteuer die Länder im Red jamt 2426,5 Millionen erhalten haben. Rechnungsjahr 1927 gegebenen Garantie enüber ihrer Gesamtbeteiligung an den Jahre 1926 an Mehrüberweisungen nicht
nur rund 175 Millionen zu erwarten. gesteller, daß auf Preußen mehr als 120 erweisungen für das Jahr 1927 entfallen, Die auch von Preußen anerkannte Notwen der Realsteuern ist bereits dadurch ange beträge für die Gewerbesteuer und für die
Er durch die Geseze vom 8. und 15. März
Ss. herabgesetzt worden sind.
e Verwendung der Mehrüberweisungen zu vorgeschrieben und kann auch mit Rüdsight twendige Maß von Bewegungsfreiheit bei
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um des Friedens willen ohne weiteres hinnehmen. Die Entscheidung muß stets beim Vorsteher des Finanzamts oder beim Präsidenten des Landesfinanzamts liegen.
Angehörige der Berufsverbände gehören auch in weitem Umfang den Steuer- und Bewertungsausschüssen an. Es ist Bilicht des Ausschußmitgliedes, ohne Ansehen der Person lediglich nach sachlichen Gesichtspunkten zu urteilen. Die Mitglieder find an Gesetz, Durchführungsbestimmungen und Ausführungsbestimmungen unbedingt gebunden und haben die Verhandlungen des Ausschusses strengstens geheimzuhalten. Es ist hiernach insbesondere wie es in bestimmten Bezirken vorgekommen ist unzulässig, daß die Steuerausschußmitglieder ihre Stimme nach irgendwelchen Weisungen, die sie von dritter Seite vor den Ausschußjigungen erhalten haben, abgeben, und daß sie über den Gang der Sigung und die Art der Abstimmung Mitteilung machen. Aufgabe des Finanzamtsvorstehers wird es daher sein, nötigenfalls die Mitglieder des Ausschusses nochmals eindringlich auf ihre Pflicht und auf die Straffolgen bei einer Pflichtverlegung(§§ 376, 377 AD.) hinzuweisen; wird die Schweigepflicht verletzt, so ist die Einleitung des Strafverfahrens zu prüfen. Sollten sich in Zukunft Fälle ereignen, in denen die Mehrheit der Ausschußmitglieder ihre Stimme nach bestimmten Weijungen abgibt und infolgedessen die Gleichmäßigkeit der Veranlagung bezw. Bewertung gefährdet wrd, so ist unverzüglich hierüber durch den Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts zu berichten, damit gegebenenfalls die erforderlichen Maßnahmen von hier getroffen werden können. Der Finanzamtsvorsteher hat in der Ausschußfizung auch zu prüfen, ob in solchen Fällen die Sigung abzubrechen und bis zum Empfang näherer Weisung zu vertagen ist.
Feier des sogenannten Viehsonntags am 24. s erinnert noch jetzt daran. Weitere Trup hten die Jahre 1814-15, ohne daß die Be erung von Lebensmitteln belastet wurde. ahre bis 1848 waren, wenn auch Zeiten des lizerland, doch keine Zeit der Erholung von sopfern. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ht gewesen sein, denn eine große Zahl schaf ja ganze Familien, verließen Heimatjtad m sich in dem gelobten Land jenseits des nd, wie sie hofften, bessere Eriftenz zu grün nen vieler dieser Familien sind verschollen vappengeſchmückten Rathausjaal geben Zeng ren Bedeutung im öffentlichen Leben ihrer
1848 brachte auch hier die sonst so fried Aufregung, zeitigte aber jonit keine nenjeiten. Mit großer Begeisterung verfolgten I unserer siegreichen Truppen von 1870-71 Des Friedensfestes, verbunden mit der edenseiche, brachte der damalige Stadtpfar le zum Ausdrud, welche jedes Anwesenden
Is er uns die großen Taten unserer Helden auf die herrlichen Früchte dieses Ringens: eutschen Stämme, die Wiedergewinnung ur nd die Wiederaufrichtung der Kaiserwürde
Deutschland herrschte auch in Schlik und im
n entscheidenden Augusttagen 1914 trozige
Der fefte Wille, den uns aufgezwungenen beenden. Es sollte anders kommen. Tiefe
Flammeris,
Maizena Puddings
das Kraftmehl und Gebäck
ten nicht wieder. Durch ein hochragendes Denkmal auf dem Friedhofe sowie die Umwandlung der Sandkirche daselbst in eine Gedächtniskapelle hat die Stadt ihre Heldensöhne geehrt.
Schon im 14. Jahrhundert gehörte Schlitz, das nach der letzten Volkszählung 2754 Seelen aufwies nach Gießen und Alsfeld und vor Friedberg zu den größten Städten Oberhessens. Während andere Städte und Städtchen Oberhessens in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen bedeutenden Aufschwung nahmen, ging Schlitz in der Bewohnerzahl zurüd. Der Grund dafür lag in der für Schlitz ungünstigen Linienführung der damals neuerbauten Bahnstreden, der Linie Frankfurt- Bebra durch das Tal der Haune und der Bahn Gießen- Fulda durch den Reupergraben über Bad Salzschlirf nach Fulda. Um die Jahrhundertwende jedoch gelang es Sh.it, Bahnverbindung zu er= hr Iten. Die ebenbahn Emi- Bad Salzschlirf wurde 1898 dem Verkehr übergeben. 1912 wurde die Weiterführung nach Hersfeld in Angriff genommen und furz vor dem Krieg vollendet. Reuerdings besteht auch eine Postautoverbindung nach Burghaun, einer Station der Strede Frankfurt- Bebra.
Gießener Zeitung"
Pfingsten.
,, Pfingsten, das liebliche Fest, ist gelommen." Auch diesmal läßt es ums vie! Liebliches schauen in Feld, Wald und Au. Dörfler und Städter, und in hellen Haufen die Großstädter, machen sich auf, hinauszupilgern in Gottes herrlich schöne Welt, dahinzuschreiten über blumige Wiesen, umweht Don warmer, reiner Luft, überschüttet von Lerchenliedern. Aber viele unter ihnen sehen sich mitten in dieser Frühlingspracht von gespenstigen Schatten verfolgt; ungeftillter Schmerz, ungebannte Sorge, unerfüllte Wünsche verdunkeln ihre Pfade. Ihre Augen find trübe geworden
Auf die Augen fommis an.- Mancher tlagt über ein schlechtes Jahr, weils ihm nicht nur um das Heben und Pran gen in der Natur zu tun ist, weil er wirtschaftlich nicht das erreichen konnte, was er sich wünschte, weil ihm vielerlei wider den Strich ging und auf seinen Augen noch die Schatten des Winters liegen. Und so ist's ihm bis zu Pfingsten noch nicht wahr geworden, was der Ostersänger der Sänger deutscher Freiheit gesungen: Frühling spielet auf der Erden, Früh ling soll's im Herzen werden, herrschen soll das ew'ge Licht."
Die günstigen Verkehrsverhältnisse haben befruchtend auf oie Entwidelung der Stadt und auch der Landgemeinden ge wirkt. Dazu kommt aber noch weiter, daß Dank der weitausschauenden Tatkraft des jetzigen Stadtoberhaupts, des Herrn Bürgermeisters Dr. Niepoth, und in Folge der bitteren Erfahrungen der Kriegszeit ein Zusammenschluß der Stadt, der Provinz Oberhessen und der Dorfgemeinden, ein Zweckverband Ueberlandanlage Schlitzerland" zustande tam, der mit Ausnutzung der reichen Wasserkräfte des Bezirks, insbesondere der Fuldamühle bei Rimbach, ein Kraftwerk schuf, das Stadt und Land mit billigem Licht- und Kraftstrom versieht. Damit wurde die Vorbedingung zur völligen Elektrisierung der Schlitzer Industrie geschaffen. Schlitzer Leinen- und Damastweberei ist seit Men
Auf unser Herz tommt es an auch im öffentlichen Leben! Das ist der Vorzug unserer modernen Betrachtung, vor der des Altertums, daß sie nicht nur nach dem Ganzen, sondern auch nach dem Einzelnen fragt. Und das ist eine Weisheit christlicher Weltanschauung, daß sie von innen nach außen, von der Persönlichkeit zur Gesamtheit hin Wirkung, Besserung, Hei lung erwartet. So foll's zur lieblichen Pfingstzeit unser aller
Wenn die Nachbarin
staunt
daß Ihnen Ihr Kuchen immer gut gerät, so erzählen Sie ihr, daß Sie nur mit Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin" nach den schönen Ocfker- Rezepten backen. Solch guter Rat wird sich belohnen. Zahlreiche neue Anregungen zum Backen bietet Ihnen das jetzt erschienene, farbig illustr. Rezeptbuch, Ausg. F. Sie lesen darin auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat. Küchenwunder mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten und kochen können. Das Buch ist für 15 Pig. in allen einschlägigen Geschäften erhältlich, wenn vergriffen, gegen Einsendung von Marken von
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SCHIEL vornehmstes Streben sein, daß unser Auge flar, unser Herz warm werde. Nur dann tönnen äußere Mittel zum Guten helfen, wenn die Menschen, die darin raten und taten, Wohnstätten und Werkstätten, Werkzeuge und Werke des Geistes geworden sind, dessen die pfingstfeiernde Gemeinde sich tröstet und freut.
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Auf den Geist tommts an, auf den Geist Gottes. Mag manchem die liebliche Sprache der Schöpfung als bitterer Hohn oder süße Täuschung erscheinen, er soll sich doch besinnen, daß das Glück des Menschen immer nur von innen fommt. Aber tannst du zum inneren Glüd gelangen, wenn du nicht Auge, Herz und Geist haft für das, was an tausend Reizen der Natur um dich ausgebreitet liegt? Die Christenheit hofft für Seele, Haus und Volt, weil sie bittet: Komm', heil'ger Geist, tehr' bei uns ein!"
Lokales. Sonntagsgedanken.
Eineinhalb Milliarden, sagt man, leben heute auf der Erde! Eineinhalb Milliarden -! Wanderer!- Pilger! Mühselig und hart ist die Last, die ihr schleppt! Ja, Lebenslasten und Verantwortungen drüden schwerer wie Ketten und Zentnergewichte!
So ziehen die Menschenkinder dahin auf Erden, vergäng lich wie Eichenlaub, allüberall wandern sie in gleicher Weise. ob in der Hütte oder im Palast, an der Donau ebenso wie am Ganges, am Mississippi wie am Hoangho, am Harze ebenso wie am Himalaya! Seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden schon sind die Menschengeschlechter auf ihrer Himmelsreise. Pilger Sonst nichts!
nur!
Ja, was sind da Königstronen, was Diademe?
weberei auch in den Landgemeinden betrieben und weit be= rühmt, wird sie heute nur noch in Schlitz von der Maschine in mehreren fleineren und einer großen Leinenfabrit, der größ ten in Oberhessen, ausgeübt. Auch die künstlerischen Arbeiten der Möbelschreiner und Töpfer, sowie die Herstellung vorzüg= licher Fleisch- und Wurstwaren, geben dem Städtchen einen guten Ruf. Eine regsame Tätigkeit wird weiter entfaltet in größeren Seifenfabriten, einer
Nr. 23.
Ein Nichts dem Tod! Ein Nichts der Menschheit!- Was die Flugzeuge? Was die Zeppeline? Wollt ihr wohl die Sonne stürmen?
Vielleicht gelingt es euch, ihr fühnen Pioniere eines schö nen Tages! Aber den Himmel stürmen? Das ist die Schranke wo die Technik schweigt!
Man kann die Ewigkeit nicht niederrennen, wie eine Barri fade! Die Eroberung des Himmelreiches ist mehr wie eine technische Sache!
Da sitzt der Landmann in der schönsten, goldensten Sonntagssonne vor seinem Haus auf der Bank, schmaucht nachdenk lich sein Pfeifchen und schaut zufrieden nach der lieben Wärmespenderin und Lebenswederin hinauf, schaut den dichten Rauchwöllchen nach, die er behaglich ins Blaue sendet.
Wieder ist eine Woche für unseren alten Planeten vorüber, wieder sind mit abertausend Zentnern Zeitungsgezänk die Köpfe und die Herzen erfüllt, wieder hat die Woche soviel Unraft gehäuft.
Der auf der Bant schüttelt das struppige Haupt und drückt mit dem Daumen in seinem Pfeifenkopf das glimmende Kraut zusammen, als wäre es all das Unkraut, das während der verflossenen Woche auf der Erde emporgeschossen. Dann zieht er wieder fest und bläst spielerisch das blaugraue Gewölf von sich. wie es im Himmel sich verflüchtigt.
Wohl dem, der so rauhe Fäuste und ein so starkes Herz hat, daß er am Sonntag in seine Feierabendpfeife alle Wirtsal der Woche zu stopfen vermag, und der so freien, unbefange nen Sinnes ist, daß in der goldenen Sonntagssonne aller Groll und aller Unwert der Woche sich ihm in tändelndes Rauchspie! vor dem ewigen Himmel verwandelt!
Allen möchten wir es wünschen, des erdenstarken Schollen herrn Sonntagspfeifchen, dazu die Gefühllosigkeit seines Dau mens gegenüber dem glimmenden Wochenunkraut, die gesunde Kraft feiner Lunge, durch die er seine Bitterfeit umsetzt in ziehenden Rauch, und den klaren Blid, der zu verfolgen vermag. wie alles irdische Wolkenwerk sich im unergründlichen Blau des ewigen Himmels ins Wesenlose löst. Waldfried."
Gewerbeausstellung Gießen 1927.
In der Zeit vom 1.- 19. Juni 1927 findet auf dem ca. 30 000 qm großen Ausstellungsgelände der Stadt Gießen eine Gewerbeausstellung statt. Die Ausstellungsgegenstände sind untergebracht in der neu erbauten Voltshalle und zwei großen für diesen Zwed errichteten Ausstellungshallen Besonders sehenswert ist der Teil der Ausstellung, welcher moderne Betriebseinrichtungen für fast alle handwerklichen Berufe zeigt. Wir machen auf das Inserat in der heutigen Nummer aufmertsam, in welchem für Gewerbevereine besondere Vergünstigungen angezeigt wird.
* Sonderjahrt des hessischen Handwerks zur Münchener Auss stellung. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß alle Anmeldungen für die Sonderfahrt nach München( Abfahrt am Mittwoch, den 15. Juni) umgehend an die bekannt gegebenen Stellen, namentlich die Handwerkskammer- Nebenstellen zu rich ten sind. Die Anmeldungslisten sollen bereis in den kommenden Tagen vorläufig abgeschlossen werden. Spätere Anmeldungen dürfen nicht mehr mit Sicherheit darauf rechnen, daß die ge wünschten Hotel- oder Privatquartiere in München durch die hessische Fahrtleitung vermittelt werden können. Bei jeder Anmeldung ist der Fahrpreis für die Hinfahrt nach München mit einzuzahlen.
* Erweiterter Kraftpostverkehr. In Anpassung an denVerkehr der Kraftpostlinie Gießen- Krofdorf treten mit Wir. fung vom 5. ds. Mts. ab folgende Fahrplanänderungen ein: 1. Die versuchsweise werttäglich eingerichtete Fahrt ab Krof dorf Apotheke 7.30 wird nachträglich in den Sommerfahrplan aufgenommen. 2. Die werttägliche Fahrt ab Krofdorf Apotheke 8.00 tommt in Wegfall. 3. Die Sa. Fahrten ab Gießen Os waldsgarten 14.06 werden aufgehoben. 4. Die Fahrten ab Gießen Bhf. 16.35 und ab Krofdorf Apotheke 17.00 verkehren fünftig nur noch an Werktagen.
* Erleichterte Einreise nach Finnland. Mit Wirkung vom 1. Juni ds. Js. ist der Sichtvermerfszwang im Verhältnis zu Finnland aufgehoben worden. Deutsche Reichsangehörige fönnen danach Finnland über die amtlich zugelassenen Grenzüber
Unterbau ragt, weist heute die Merkmale alter Stile auf. Wundervoll ist das Westportal aus der romanisch- gotischen Uebergangszeit mit seinen zierlichen Basen und Knospentapitälen, reizvoll die spätgotische Vorhalle des Südportals mit dem aufgesetzten Renaissancegiebel und der Sonnenuhr und am schönsten der Blick vom altertümlichen Marktplatz aus auf Apsis, Chor u. Gruftkapelle. Ganz eigenartig ist die an der jetzigen Safristei früheren Apjiola einem
Peimjeberei, in zwei Mollereien und einer Brauerei, welche pas jeitigen Kreuzjenjter, Betreten wir pas Innere, jo iſt ver Blid in
geschätzte Auerhahnbräu liefert. Von einer Buchdruderei am Plate wird ein wöchentlich zweimal erscheinendes Lokalblatt, der ,, Schlitzer Bote", herausgegeben. Der waldreiche Bezirk bildet die Grundlage einer sich immer mehr entwidelnden Sägeindustrie. In fleißiger Arbeit wetteifern Handwerker und Kaufleute miteinander, um für die Befriedigung der notwendigsten Lebensbedürfnisse der Stadt- und Landbewohner sorgen zu fönnen. Die ansehnlichen Neubauten nach dem Bahnhof zeigen dem Besucher, was das Baugewerbe in Schlitz zu leisten vermag. Schließlich sei auch erwähnt, daß zahlreiche Gastwirtschaften den Durchreisenden sowie Sommerfrischlern eine gute und preiswerte Verpflegung bieten.
Die weit ausgedehnten Gräflichen Bejigungen bedingen die Anitellung rines ansehnlichen Beamtenpersonals für Rentamt, Forsamt, Sekretarict und Burggüterverwaltung. Das Städtchen ist ferner Eig eines Amisgerichts, eines Poftamts, einer Apotheke, einer Volksschule mit seiher acht Klassen und einer Realschule.
Wandert man vom Bahnhof durch die mittelalterlichen Gassen nach der Höhe, so grüßt uns auf dem höchsten Gipfel die alte Stadtkirche, deren ältester Teil auf dem waldumtauschten Boden einer germanischen Kultstätte zur Zeit Karls des GroBen einst erbaut wurde. Der langgestredte Bau, aus dessen
Beltfrieg auch unserer Stadt, denn 121 tehr schengedenken eine bodenständige Heimatkunst. Einst als Haus Mitte ein auffallend spiker gotischer Turm mit romanischem
den romanischen Chor ein überaus stimmungsvoller. Lebensgroße Renaissancegrabmäler von der Meisterhand des Casseler Bild: hauers Andreas Herber zieren die Wände, in der Gräflichen Gruftkapelle rechts ist neben dem gemalten Epitaph des Ritterhauptmanns Volprecht von Schlitz gen. von Görtz der Grabstein des sog. Schwedengörtz Heinrich, des Ministerpräsidenten Karls XII. von Schweden, der nach dem Tode des Königs einem Justizmord des schwedischen Adels zum Opfer fiel. Ein schöner gotischer Taufstein von 1467 steht vor dem Chor. Hohe rauschende Linden umschatten den Kirchplatz, unter dem viele Geschlechter seit 812 schlummern. Hinter der Kirche, mit der Front hoch auf der Stadtmauer stehend, liegt die alte Inspektur, das erste Pfarrhaus, in dem einst 1570 schon Spangenberg wohnte, später nach ihm der bekannte Pädagoge Schlez, dessen Schulbuch, der Dentfreund, 32 Auflagen erlebte, die sämtlich im Heimatmuseum in der Hinterburg besichtigt werden können, und Georg Christian Dieffenbach, dessen Schriften und Kinderlieder bekannt sind. Gleichzeitig mit Dieffenbach wirkte hier als Stadtpfarrer und Pfarrer vom Kreuzersgrund der geborene Pädagoge Konrad Euler, dessen Katechismus Dr. Martin Luthers jetzt noch in manchen Volksschulen des Bezirts im Gebrauch ist. Sein dreibändiges Handbuch zu dem Katechismus diente Lehrern und Pfarrern vielfach zur Vorbereitung für den Katechismusunterright.
( Schluß folgt.)


