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fein, etwas, das im Tiefften unseres Herzens wohnt; etwas, das icuer- wert ist.

Deutschland!...

Wo bist du heute? Und was bist du heute? Draußen herum Schmähen sie dich mit falschen Zungen. Sie rufen dich mit einem Ramen, der gar nicht dein Name ist, und sie füllen alle Welt mit diesem falschen Getön, daß in ihm untergehen solle der holdselige Klang, den wir in unserer letzten Stunde noch liebend aussprechen möchten, der holde Name Deutschland.

Und deine Kinder selbst verlernen den natürlichen, herzgeborenen Mutterton Deutschland. Sie radebrechen und stammeln in Ent täuschung und Schmerz, in Haft und Uebereifer, in Sorge und Liebe, Verwirrung und Uebertreibung an deinem alten, ehrlichen Namen herum und finden ihn doch nicht. In ihrem Herzen erblüht nicht bein wahres und schönes Bild, und ihre Seelen finden die Melodie nicht, die deinen Namen mit deinem Wesen trägt. Sie suchen und Fuchen und finden dich nicht. Es fehlt ihnen die Ruhe und Stille, der gute Wille und die Liebe. Und sie gehen nicht die rechten Wege. Jeder will den Weg gehen, den er angelegt hat, und jeder will mit der Brille suchen, die er nun einmal auf seiner Nase trägt.

Du lieber deutscher Bruder, du liebe deutsche Schwester, lege deine Brille ab und blicke mit Augen um dich, die dir der Herrgott ins Gesicht gepflanzt hat und darin allein er einen Strahl seiner Liebe und Güte als Spiegelbild zurüderhält. Blide alles an, wie es der Herrgott uns in die Heimat hineingestellt hat, wie es unsere Vorfahren mit fleißigen Händen und ehrlichem Willen gestaltet baben, wie alles eben geworden und gewachsen ist in unserer Luft und in unserer Sonne, unter dem Schlaghammer der Geschichte und Durch die rätselhaften Triebe und Kräfte, wie sie gerade in unserem Bolf leben.

Gehet also mit mir die Wege, auf denen die Heimat, auf denen Deutschland immerdar feinen Rindern entgegengekommen ist. Laß dich an der Hand nehmen und wandere mit mir die Täler hinauf, dem blinkenden, rauschenden Bach entlang, dahin, wo die Quellen raunen und das Geheimnis des Lebens hüten. Steige mit mir auf die Berge, wo dich Gottes Sonne unter blauem Himmel füßt. Wandere mit mir durch die schweigenden Wälder, wo deine gesam melte Seele den Mären und Sagen fich auftut, die in efeu umrankten Burgen und Ruinen ihren Schauplatz aufschlagen. Gehe achtsam mit mir durch die alten Städte, wo jahrtausendaltes Leben hoheitsvoll dich anspricht. Besuche mit verstehendem Sinn und ganzer Liebe die neuen Stätten der Arbeit und lerne sie mit mir

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begreifen. Gehe mit mir aud) Hebevollen Herzens und verstehenden Blides den Gedanken nach, wie menschliche Arbeit die Menschen formen mußte, dieje anders als jene, heute nicht wie ehemals. Nicht nur auf dem nebelbrodelnden Broden und in starten Banne freis gewaltiger Bergriejen, nicht nur am Ufer träumender Seen und in der Feierschönheit abendstiller Täler, nicht nur in altehr würdigen Städten und in heiligen Domen ist unsere Heimat, sondern auch dort, wo deutscher Geist aus großen Büchern zum deutschen Herzen spricht und sein Tatensturm uns anweht, da, wo die Scholle dampft und der Hammer dröhnt, da, wo Eisenbahnen sausen und Schornsteine rauchen. Ueberall ist die Heimat, ist deutsche Heimat, wo deutsche Arbeit und deutsches Denken, deutsches Träumen und deutsches Dichten ihre Spuren hinterlassen, wo das deutsche Blut und die deutsche Faust ihre besondere Schrift geschrieben haben. Wem die Sagen der Wartburg die Seele füllen, die edlen Stifter gestalten des Naumburger Domes das Herz flopfen machen und wer dabei den Schornsteinwald der Ruhr versteht, der hat Deutsch­land, der hat seine deutsche Heimat.

Also, komm und laß bich führen. Nicht überall hin auf einmal fann ich dich führen. Am liebsten möchtest du wohl dahin, wo dia noch nicht oft oder noch gar nie gewesen bist, fomm heute einmal ins, Maintal und Mainland zu einem furzen Streifzug. In den bedeuten den Städten des Tales werden wir später besondere Einkehr halten. überall hörst du den Herzschlag Wohin es auch sei der Heimat. Was weiß denn der Mann an der Wasserfante von dem Menschen im Thüringerwald, auf der Alb, im bane rischen Hochgebirge, der Pommer von Bayern, der Ostpreuße vom Schwaben und umgekehrt? In unseren Blättern

Die Deutsche Glode

sollen sie voneinander erfahren. Dinge follen erzählt und dargestellt werden, an denen wir alle mit dem Herzen hängen und die unses Sinnen und Denken liebend umfaßt. Das tote Kartenbild Deutsche lands soll lebendige, blutvolle Farben bekommen, Lieder sollen er flingen, die Heimatlaute aller Gaue sollen anschlagen, Mären und Sagen sollen geheimnisvoll raunen, die Städte und Dörfer sollen vor uns erstehen, die Ströme rauschen und die Berge ragen. Ein Reliefbild Deutschlands soll entstehen, das im warmen Sonnenschein liebevoller Betrachtung steht und das herzgeborene Bekenntnis schafftz

Deutschland, ich muß dich lieben!

Lieber deutscher Bruder, liebe deutsche Schwester, fomm mit!

Lied fahrender Schüler.

Wohlouf, die Luft geht frisch und rein, Wer lange fitt, muß rosten;

Den allersonnigsten Sonnenschein Läßt uns der Himmel fosten.

Jetzt reidyt mir Stab und Ordenskleid

Der fahrenden Scholaren,

3ch will zu guter Sommerszeit, Jus Land der Franken fahren!

Der Warb steht grün, die Jagd geht gut, Schwer ist das Rorn geraten;

Sie fömmen auf des Waines Flut Die Schiffe faum verladen.

Bald hebt sich auch das Herbslen an,

Di. Refter harrt des Weines; Der Winzer Schutzherr Kilian Beschert uns etwas eines.

Wallfahrer ziehen durch das Tal Dit liegenden Standarten, Sell grüßt ihr doppelter Choral Den weiten Gottesgarten.

Wie gerne wär' ich mitgewallt,

Ihr Pfarrer wollt mich nicht haben! So muß ich feitwärts durch den Wald Als räubig Schäflein traben.

Zum heilgen Veit von Staffelstein Komm ich emporgestiegen

Und seh' die Lande um den Main Zu meinen Füßen Regen:

Bon Bamberg bis zum Grabfeldgau Umrahmen Berg und Hügel

Die breite stromdurchglänzte Au Jah wollt, mir wüchsen Flügel!

Die Mainbrücke. Von Ludwig Findh.

Zwischen Nord- und Süddeutschland bestehen außerordentliche Verschiedenheiten. Sie sind nicht nur in der Landschaft begründet, die auch ihren Menschen formt: in Süddeutschland Hochgebirge und Gebirge, in Norddeutschland Heruntersteigen zur Heide, zum Meer. Schon Tacitus, der Menschenkenner, unterschied in der Germania" im Jahr 98 nach Christus eine große Zahl scharf von einander getrennter Germanenstämme, und wenn wir aud) alle die gleidhe deutsche Schrift schreiben und hochdeutsch sprechen, die Mundarten find so verschieden wie Tag und Nacht. Stellet einen Allemannen aus dem Markgräflerland nach Mecklenburg hinein oder einen Pom anern ins Schwabenland, wo die Alb am haichsta" ist, sie werden Hange den Weg zu einander nicht finden. Man sagt dem Nord­Deutschen fühlabwägenden Verstand nach, dem Süddeutschen Gefühl and Gemilt. Aber es müssen schon früh Vermischungen, Verschmel um ein Einzel­zungen, Ortsveränderungen vorgekommen sein,

Einsiedelmann ist nicht zu Haus, Dieweil es Zeit zu mähen, Ich seh ihn an der Halde drauß Bei einer Schnitt'rin stehen. Berfahrner Schüler Stoßgebet Heißt: Herr, gib uns zu trinken! Doch wer bei schöner Schnittrin steht, Demi mag man lange winken.

Einsiedel, das war mißgetan, Daß du dich hubst von hinnen! Es liegt, ich seh's dem Keller an, Ein guter Jahrgang drinnen. Soiho! die Pforten bredh' ich ein Und trinke, was ich finde Du heilger Veit von Staffelstein, Berzeih mir Durst und Sünde.

Josef Viktor von Scheffel

beispiel zu geben, die preußischen" Hohenzollern, die aus dem Schwabenland stammen, der Schwabe" Graf Zeppelin, der aus dem Norden stammt. Und was die Gemütsseite anbetrifft, so können sich die plattdeutschen Dichter Klaus Groth und Fritz Reuter mit jedem Süddeutschen messen.

Die Gegensätze sind auch schon einmal politisch aufeinander. geprallt, und da ist in der oberen Hälfte von Deutschland ein Quer fluß, der die Aufgabe hatte, Norddeutschland von Süddeutschland zu scheiden. Der Main, an dem das schöne Frankfurt liegt, und Mainz, und Aschaffenburg, und Bamberg, er sollte der Trennungsstrich sein zwischen zwei deutschen Reichen. Die Mainlinie hat auch in den letzten Jahren wieder in der Politik der Franzosen gespult, und sie wird immer wieder auftauchen, wo es sich darum handelt, Zwic tracht zu säen zwischen den Deutschen.

Dem soll ein Riegel vorgeschoben sein. Flüsse trenner night,

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alfeits in das Gebüsch, um hier bei fraurigem Nachfinnen über feine Lage das färglihe Mittagsbrot zu verzehren. Da stand plötz Sich die schöne Frau por er wußte gar nicht wir's geschah thm und fragte: Warum bist Du so traurig?" Ach," erwiderte ber Anne, ich muß wohl betrübt sein, Fraz und Kinder hab ich frant zu Hause, aber von meinem spärlichen Lohne fann ich nicht Doktor und Apotheke bezahlen und weiß mir darum nicht vor Sorge zu raten und zu helfen." Da büdte sich die schöne Frau und pflüdte eine Handvoll Rehlinge( eßbare Schwämine), die da wuchsen, sob sie dem Manne in die Taschen seines Wamies, das neben ihm lag, und sprach: Heute abend, wenn Du nach Hause tommst, siehe nach, was ich Dir gegeben, aber nicht früher." Der Mann tat, wie ihm geheißen worden und fand abends in seinem Wamse statt der gelben Rehlinge hellblinkende Goldstücke.

Der bedrängte Bauer.

Bor alten Zelten famen einmal die Franzosen ins Land und plünderten alles aus. Dieses geschah auch in Altfeld. Hier befand fich ein Bauer, der gerade eine große Summe Geldes, die er jemanden schuldete, mit Mühe und Fleiß zusammenbrachte, um sie nächster Lage seinem Gläubiger heimzuzahlen. Allein die Fran sojen fanden das Geld und nahmen es ihm, troh Bitten und Flehen, vor seinen Augen weg. Voll Verzweiflung darüber rannte der Bauer hinaus aufs Feld, trieb, ohne einen Bissen zu sich zu nehmen, Tag und Nacht da und dort herum und beschloß endlich, im Maine seinem Leben ein Ende zu machen, weil er feine Mög. lichkeit vor sich sah, wie er seinem Gläubiger Wort halten könne. Als er mit diesem Gedanken bei der Neuenburg den Berg hinab Stieg, stand auf einmal die schöne Frau vor ihm. Wohin so schnell?" fragte sie ihn. Der Bauer erzählte offenherzig, welcher Kummer ihm auf dem Herzen lag. Da jagte die schöne Frau: Geh' heim, das Geld liegt wieder an seinem Platz!" Der Mann fat, wie ihm geheißen worden und fand sein Geld richtig bis auf den letzten Pfennig wieder.

Die brei Handwerksburschen.

Die merkwürdigste Geschichte aber, die man von der schönen Frau weiß, ist folgende: Drei Handwerksburschen famen einmal Bur Mittagszeit nach Triefenstein, aßen da Suppe und Brot, die sie nad) alter Sitte im Kloster erhielten, und wanderten dann wohlge ht weiter. Als sie oberhalb des Berges gen Altfeld hingingen, tamen sie an die Stelle, wo man durchs Gehölz die Trümmer der Neuenburg sehen konnte. Neugierig gingen sie hinab und beschauten das alte, moosige Gemauer, das die Klosterherren später völlig niederreißen ließen, um die Bausteine bei Vergrößerung ihres Klosters zu benützen. Da stand auf einmal die schöne Frau in aller ihrer Bracht und Herrlichkeit vor ihnen und lächelte sie an. Die drei Gesellen gerieten über die plötzliche Erscheinung ganz in Be tzung, zogen verdutzt ihre Hüte ab und murmelten in ihres Herzens Berlegenheit den alten Stromerspruch:

Wir sind unser zwanzig,

Reifen von Mainz nach Danzig; Ach seid doch so gut

Und schmeißt uns was in den Hut!

Da brady e schöne Frau von dem Fichtenstrauche, neben dem sie sto, drei Zweige ab, legte jedem einen in den Hut und sprach: ebet diese Zweige gut auf, es sind Eure Glückszweige!" Kaum waren die Worte gesprochen, als die Erscheinung aud) verschwunden

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Da machten Jich die Gefellen ellends aus den Trumer fort und hielten im Laufen erst inne, als sie eine beträchtliche Streda davon waren. Hört," sagte der eine, das muß eine Here ge­wesen sein; ich will nichts mit dem Zweige zu tun haben!" und warf ihn verächtlich weg. Ebenso tat der zweite. Der dritte aber sagte:" Für eine Here war die Frau zu schön. 3hr zu Ehren will ich den Zweig tragen!" Damit stedte er ihn auf den Sut, unt die Gesellen zogen ihres Weges weiter gegen Altfeld.

Hier beschlossen sie zu fechten und gelegentlich um Herberge zu bitten. Allein der erste Bauer, den sie um eine Gabe ansprachen, fuhr sie derb an: Was, 3hr wollt etwas von mir, die Ihr dod weit reicher seid, als ich? Trägt nicht dieser von Euch da einen goldenen Zweig auf dem Hut, der viele Tausende wert ist?" Da schauten die zwei Handwerksburschen, die ihre Zweige weg­o Wun geworfen hatten, nach dem Hute ihres Kameraden, und ber! der Zweig darauf war eitel Gol und die Anolpen an der Spitze desselben funfelten wie rote Edelsteine. Der Jüngling, dem dies Glüd zuteil geworden, jauchzte laut auf. Bergnügt nahm er den Zweig von seinem Hute und stedte ihn sorgfältig zu sich. Dann ellte er erfreut nach Hause, um sich mit seinem Reichtum häuslich niederzulassen. Die beiden andern aber machten augenblidlich felrt­um, und rannten wie besessen der Stelle zu, wo sie die Gabe der Schönen Frau weggeworfen hatten. Aber alles Suchen darnach war vergebens. Es famen zwar, als die Nachricht von der Begebenheit sich verbreitete, Leute von nah und fern herbei, die ihnen im Suchen halfen; umsonst wurde jeder Strauch, jebe Scholle umher untersucht. Die Glüdszweige waren und blieben unsichtbar. Da redeten die Leute endlich den Handwerksburschen zu, ihren Weg weiter zu bet­folgen und nicht die schöne Zeit zu vergeuden. Die erwiderten aber: " Wir müssen unsere Glüdszweige haben, es mag Euch oder Gott lieb oder leid sein, und wenn wir bis zum jüngsten Tag darnach suchen müßten!" Und weil sie sich mit diesen Worten verfündigten, so geschah es auch fo. Sie fanden feine Ruh' im Grabe und noch heute sieht man sie manchmal bei Mondschein am Berge bei der Reuenburg umherwandeln.( Aus Herrlein, Sagen des Spessarts.)

Noch ein Wort von der Frau Holle, eine Anmerkung. Was ist doch das für eine wundersame Sache in den Sagen, die vorausgegangen. Tritt da aus dem Wald die schöne weiße Frau, den Augen eine Weide und den Herzen eine Wonne, und wenn sie ihre Hand auftut, fällt das Glüd heraus. Eine wohltätige, freund­liche Gestalt ist sie, die sich hier das Sinnen und Denken des Volkes erträumt hat in der Sage.

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Woher stammt sie denn, die traute Gestalt? Da und dort pufen Gestalten, die den Menschen weniger freundlich gesinnt sein sollen. An ihr aber ist nichts Böses und nichts Falsches, nur Gutes und Holdes. Durch manche Sagen nun gehen die Schatten der göttlichen Wesen, die unsere Borjahren verehrten. Dem Lichte des Christentums haben sie weichen müssen, hinein in die Tiefen der Aber was ehemals gut Berge und die Dunkelheit der Wälder. war im Denken und Glauben der Menschen, ist es heute noch in der überlieferten Vorstellungswelt der Sage, und die Lichtgestalten haben ihr Licht behalten, und es leuchtet in der Sage durch Jahrtausende. Sollte nicht diese weiße Frau der Schatten der Freia sein, unserer Vorjahren Göttin des häuslichen Herdes?

Gerade im Maintal wie überhaupt im ganzen Frankenland lebt in der Sage noch diese freundliche Gestalt, und da und dort erzählt man Sagen von der Frau Holle. Sie soll uns in diesen Blättern bald wieder einmal erscheinen.

Lustige Geschichten aus dem Maintal.

Die Schildbürger von Karlstadt.

Es ist manchem andern auch schon widerfahren, daß er eine Enche, die ihm etwas wert war, vor diebischen Fingern versteckte und dann selbst nicht mehr gefunden hat. Also brauchte man tein Aufhebens davon zu machen, daß dieses Mißgeschid auch den Karl­Städtern begegnet ist. Und doch wird es immer wieder erzählt, daß Sie ihren reichen Stadtschatz den Schweden nicht gönnten und ihn Deshalb an einem sicheren Ort zu versteden bemüht waren. Allerlei Plätze wurden vorgeschlagen, aber es war feiner dabei, der volle Gewähr bot, daß er von den findigen Feinden nicht würde auf gespürt werden. Endlich sagte ein verständiger Bürger: Wofür läuft der Main an Karlstadt vorbei? Versenkt den Schatz im Wasser, ba werden ihn die Schweden nicht suchen und auch nicht finden!"

Rein besserer Vorschlag war gehört worden und niemund wußte etwas Ernsthafteres dagegen vorzubringen. Also wurde der Schatz us dem Rathaus geholt und an den Main getragen. Ist das

Wasser schon sicher, so ist die Mitte des Wassers am sichersten!* meinte der Stadtfämmerer und jedermann hieß seine Rede flug und weise. Also hob man den Schatz in einen Scheich und fuhr mit ihm in die Mitte des Maines. Als sich der Bürgermeister dort anjchickte, den schweren Raften zu versenken, rief ängstlich ein Rats. herr:" Woran aber werden wir den Plaz wieder erkennen, wenn die schwere Zeit vorbei ist?"

Der Bürgermeister hielt inne, befann sich einen Augenblid und ließ dann den Stadtschatz in den Fluten des Maines verschwinden. Hernach 30g er ein Messer aus der Tasche, machte einen Einschnitt in den Rand des Kahnes und sagte: Bei dieser Kerbe haben wir ihn virsenkt."

Alle Bürger bewunderten die Alugheit ihres Oberhauptes und freuten sich, daß ihr Cladtschatz den Schweden aus den Zähnen geräumt war Später wurde die Geschichte freilich umjo verdrießlicher. Denn ols die Schweden abgezogen waren und der Schatz wieler