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usfrau werden heute Bodenwachs alität sehr verschieden ist. Die einen er beträchtlichen Menge Wassers her: dabei gleich Null, folglich lassen sich en, und sobald der damit behandelte it Wasser kommt, löst sich die Beize efommt Flecken und die ganze Müge dere Qualität ist die Delwachsbenze, n glanzgebenden Wachsen nur Ter­t. Diese Beize ist im Gebrauch viel n hohen Fettgehalt ist sie bedeutend iger und der Fußboden läßt sich naj 1 verlieren, sodaß die Hausfrau lein raucht, wenn jemand Wasser vers hen den gebeizten Fußboden betritt. or Schaden, indem sie die nazwisch verlangt.

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Hausanschlußarbeiten für die Be­Durchfahrtsstraße Hinter der West. 22. März ab bis auf weiteres für gesperrt.

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39. Jahrg.

Samstag, den 27. März. 1926

Nr. 13.

Gießener Zeitung

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­Sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Sonntagsgedanken.

Der heutige Sonntag führt uns hinein in die stille Trauer­woche der Christenheit. Mit dem Jubel des Volkes und dem Hosianna Rufen beginnt fie; mit dem schaurigen Haßgebrüll ,, Kreuziget ihn" endet sie.

Goldiger Sonnenglanz liegt über Jerusalem, Blumen und Teppiche liegen auf den Straßen, die Menschen kommen aus den Häusern und harren in festlicher Freude der großen Stunde, wo der Heiland der Welt seinen Einzug halten soll als König seines Voltes. Ein Sturm der Begeisterung bricht los, als der Festzug herannaht und durch das Blumengeschmüdte Portal in die Straßen der glorreichen Königstadt einzieht. Als seien die Glorientage von ehedem wiedergekehrt, so schön ist heute wieder Jerusalem geworden, die alte herrliche Gottesstadt.

Hosiannadurchklungen und palmenumrauscht leuchtet dieser Sonntag hinein in die Trauer- und Todeswoche. Gleich Früh­lingswehen ziehts durch die Palmenprozession: fiingende Menschen rauschende Lieder, jubelnde Menge, Blumen und Palmen. Um­ringt vom Volte zieht der Heiland ein in die Stadt der Könige. Fünf Tage später. Dasselbe Jerusalem, dieselben Straßen, dieselbe Menge, aber keine Blumen und Palmen mehr, fein Hosianna- Rufen und kein Jubel und keine Freude. Eine haß erfüllte Menge begleitet wieder einen Zug durch die gleiche Stadt, umringt den Gleichen, dem sie vor wenigen Tagen Hosianna zugerufen hat und heute voll Ingrimm und Haß ein ,, Kreuziget ihn!" Die Feinde des Heilandes hatten in wenigen Tagen aus Voltsbegeisterung durch Blendwerke und Betörung grimmigsten Haß erzeugt. Die ihm damals zujubelten und ihm nachliefen, haben heute die Fäuste gegen ihn und verlangen seinen Tod. Für einen Straßenräuber und Mörder fordern sie die Freiheit, einen Unschuldigen schlagen sie dafür ans Kreuz.

Jener Palmensonntag in Jerusalm zeigt uns, wie leer und hohl und wie vergänglich alle Volksgunst ist. So wie damals, so ist es noch heute. Wogen der Boltsgunst heben sich so rasch, wie sie sich wieder senten; bald turmhoch hinauf, bald in die Tiefe hinab.

Das sei uns die Lehre zum heutigen Sonntag.

Das Gesamtergebnis des Voltsbegehrens zur Fürsten­

abfindung.

Nach den vorläufigen amtlichen Mitteilungen beträgt die Gesamtzahl der Eintragungen für das Volksbegehren 12 512 140.

Zu dem Ergebnis des Volksbegehrens nimmt nur ein Teil der Berliner Blätter Stellung. Die ,, Kreuzzeitung" schreibt: ,, Zweifellos ein Erfolg, der nicht geleugnet werden kann. Wenn auch die Mehrzahl des deutschen Volkes dem Volksbegehren fern= geblieben ist und die Enteignungsabsichten, wenn es zum Boltsentscheide kommt, zu verhindern wissen wird, so muß doch angesichts der hohen Zahl der Eintragungen für das Volks­begehren eine ernste Mahnung an alle bürgerlichen Kreise ge= richtet werden." Die Tägliche Rundschau" ist der Ansicht, daß der Ausfall des Voltsbegehrens den Mißerfolg des Volksent­scheides in sichere Aussicht stellt.

Aus dem Haushaltausschuß des Reichstags. Der Haushaltsausschuß des Reichstages bewilligte unverändert die zur Bekämpfung des Alkoholismus ausgeworfene Summe von 1800 000 M. Eine Be sprechung über das Gemeindebestimmungsrecht wurde entsprechend den früher gefaßten Beschlüssen, keine Aus­sprache über Gesetzesvorlagen zuzulassen, damit der Reichshaushalt rechtzeitig verabschiedet werden könne, abgelehnt, aber durch Antrag Strathmann erreicht, daß diese Aussprache noch im Laufe des März stattfinden muß, eine Verzögerung also vermieden wird. Nur durch diese Festlegung der Aussprache auf Mitte März wurde eine unwürdige Ueberhastung, bei der jedem Redner nur 5 Minuten Redezeit gewährt worden wäre, verhütet.

Im Reichstags- Steuerausschußz.

Berlin, 26. 3. Der Steuerausschuß des Reichstags setzte heute vormittag 9 Uhr die Beratung des Gesetzentwurfes, betr. Steuermilderungen zur Erleichterung der Wirtschaftslage fort.

Beim Artikel 4 der Regierungsvorlage, vereinfachte Er­hebung der Vermögenssteuer 1926", wird beschlossen, die Vor­schriften zur Vermögenssteuer wie folgt zu ändern: Die Ver­mögenssteuer ermäßigt sich, wenn das abgerundete Vermögen 10 000 Rm. nicht übersteigt, auf 1 D. I.; 10 000, aber nicht 20 000 Rm. übersteigt, auf 2 v. T.; 20 000, aber nicht 30 000 Rm. über­steigt, auf 3 v. T.; 30 000, aber nicht 50 000 Rm. übersteigt, auf 4 v. I."

Die Not des deutschen Weinbaues.

30 000 Betriebe unrentabel.

Ueber die Not der Winzer am Rhein wird mitgeteilt, daßẞ zurzeit an der Mosel insgesamt 437 560 HI. unverkaufte Weine lagern. Die Ernte des Jahres 1924 ist nicht zur Hälfte, die des Jahres 1925 überhaupt nicht verkauft worden. Das sind mehr als 40 000 Fuder. 10 000 Betriebe kommen als existenzfähig

Drud, Berlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Posts hedlonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

überhaupt nicht mehr in Betracht, bei über 20 000 Betrieben lohnt der Ertrag nicht mehr die Arbeit u. Betriebsuntoften. Als wirksamites Mittel wird die Aufhebung des unrentablen Klein­betriebes bezeichnet.

Reichskanzler a. D. Fehrenbach+. Freiburg, 26. März. Der frühere Reichskanzler Konstantin Fehrenbach ist wenige Minuten vor 3 Uhr sanft entschlafen.

Was wir wollen.

Immer wieder gehen Nachrichten durch die Zeitungen, die davon sprechen, daß andere Völker Expeditionen ausrüsten, um den Nordpol zu erforschen. Und nun heißt es, daß auch wir Deutschen in unserer Armut uns aufmachen wollen, um den Nordpol zu entdecken. Es wird, wie irrtümlich immer wieder verbreitet wird, darum Geld für die Zeppelin- Edener- Spende ge­sammelt. Und mit Recht taucht die Frage auf: tönnen wir denn das heute? Haben wir denn heute, wo Millionen darben, das Geld für ein solches Unternehmen?

Nein, wir haben es nicht! Die zahlreichen führenden Män­ner aus allen Kreisen des deutschen Wirtschaftslebens, die den Aufruf für die Zeppelin- Edener- Spende unterzeichnet haben, würden es sicherlich nicht vor der Oeffentlichkeit verantworten wollen, in diesem Augenblic schwerster wirtschaftlicher Bedräng­nis auch nur die kleinste Geldsumme vom deutschen Volte zu fordern, wenn es sich um nichts anderes als um die Erforschung des Nordpols handelte, die gewiß noch einige Jahre Zeit hätte und notfalls auch anderen Völkern überlassen werden müßte, die durch den Krieg nicht auf einen solchen wirtschaftlichen Tiefstand gebracht worden sind, wie Deutschland.

Nein, nicht um den Nordpol geht es uns! Es geht heute um etwas ganz anderes: es geht um die Erhaltung des Lebenswerks Grafen Zeppelin; denn wenn es nicht bald gelingt, der Werft in Friedrichshafen ein neues Luftchiff in Auftrag zu geben, dann muß der Luftschiffbau Zeppelin seine Pforten schließen. Damit aber hätte das deutsche Volk der sichtbarsten Verkörperung seines unbeugsamen Willens entsagt, durch technisches Können und friedliche Kulturarbeit seine alte Stellung unter den Böltern zurüdzugewinnen. Damit wären zahlreiche langjährige bewährte Arbeiter, welche die Erfahrung von 25 Jahren auf dem Gebiete der Luftschiffahrt und des Luftschiffbaues haben, brotlos gewor den. Und gerade das können wir nicht wollen!

Wir haben zwar unter den Völkern der Erde die ärmeren Kleider an. Aber das soll uns nicht irre machen. Wir, die Aermeren auf der Welt, wollen das uns vom Grafen Zeppelin geschenkte Luftschiff nicht untergehen lassen. Wir, die Aermeren, wollen trotz unserer Armut nicht gleichgültig sein!

Wir wollen Dr. Edener ein Luftschiff bauen helfen, damit er sich wieder den in die Zukunft weisenden Verkehrsplänen des überseeischen Luftschiffverkehrs zuwenden kann, damit er als Erbe Zeppelins die in friedlicher Arbeit auf diesem Gebiete ge= wonnene Vormachtstellung Deutschlands erfolgreich behaupte.

Und wenn das gelingt, wenn alles begreift, worauf es an= kommt, wenn unser ganzes Volk diesen Aufstieg ernsthaft will, dann werden auch die andern in der Welt uns unseren Platz an der Sonne nicht länger vorenthalten können. Und sie werden nicht umhin können, einer wie der andere, zu denken, daß wir feineswegs die Geringsten geworden sind in der schweren dunklen Zeit unseres Schicksals.

Vom Reisen.

Italien hat im Jahre 1924 aus dem Zustrom ausländischer Gäste eine Jahreseinnahme von 2900 Millionen Lire etwa 480 Millionen Mark gemacht. Eine Riesensumme und ein unentbehrlicher Faktor für die Zahlungsbilanz Italiens gegen­über dem Auslande!

Wahrscheinlich hat Deutschland vor dem Kriege ähnliche Jahreseinahmen aus dem Ausländerverkehr genossen. Authen­tisches wissen wir nicht darüber; denn merkwürdigerweise hat das Statistische Reichsamt gar keine Statistiken oder Schätzungen über die Bilanz des internationalen Fremdenverkehrs veran= staltet. Aber nach sorgfältigen Schägungen von Fachleuten sind in der Vorkriegszeit 400 bis 500 Millionen Goldmark durch Be­suche von Ausländern nach Deutschland gebracht. Das wäre also auf der Aktivseite in der Bilanz des internationalen Frem denverkehrs zu buchen gewesen. Auf der Passivseite jedoch hät­ten die Ausgaben gebucht werden müssen, die von Deutschen auf Reisen im Auslande gemacht wurden. Nach privaten Schäzungen darf angenommen werden, daß vor dem Kriege etwa 1% Millionen Reisen von Deutschen ins Ausland gemacht worden sind; da damals sehr viele nicht bemittelte Deutsche ein­mal ins Ausland reisten, so darf der Durchschnittsbetrag für die einzelne Reise nicht zu hoch angesezt werden, vielleicht auf 300 Mart; dann wäre der Gesamtposten auf der Passivseite etwa 450 Millionen Mart.

In der Vorkriegszeit war die Zahlungsbilanz Deutschlands gegenüber dem Ausland start attiv, trotzdem der Wert unserer Einfuhr in den letzten sieben Vortriegsjahren durchschnittlich jährlich 1510 Millionen Goldmark höher war als der Wert unserer Ausfuhr; denn zum Ausgleich hatten wir anderweitige hohe Einnahmen aus dem Auslande, in erster Linie die Zinjen

( Gießener Tageblatt)

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aus dem gewaltigen deutschen Auslandskapital, das bei Kriegs ausbruch auf 25 bis 28 Milliarden Goldmark geschätzt wurde. Vor dem Kriege spielt also die Bilanz des internationalen Fremdenverkehrs teine entscheidende Rolle. Heute ist das ganz anders und unendlich viel schlechter geworden: Der Einfuhr­Ueberschuß Deutschland ist in den ersten zehn Monaten 1925 im reinen Warenverkehr auf die Riesenjumme von 3628 Millionen Goldmark angewachsen, und der Ausgleich aus dem Eigenen fehlt, das deutsche Auslandskapital ist durch den Krieg und seine Folgen vernichtet. und nur durch Anleihen im Auslande kann der Einfuhr- Ueberschuß vorläufig noch notdürftig gebedt wer­den. Heute müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, die fatastrophal passive Zahlungsbilanz Deutschlands gegenüber dem Auslande zu bessern und dabei fällt auch der Gestaltung des internationalen Fremdenverkehrs eine sehr bedeutsame Auf­gabe zu.

- Unter den 835 000 ausländischen Gästen Italiens 1924 nah­men die deutschen die erste Stelle ein; es waren 186 000. Jm Durchschnitt hat jeder ausländische Gast 1924 in Italien 572 Mt. ausgegeben. Trifft diese Durchschnittsausgabe auch für die deutschen Gäste zu, so betrug 1924 die Gesamtausgabe der Deutschen in Italien 106 Millionen Mart; tatsächlich dürften sich die deutschen Gäste Italiens 1924 durchschnittlich aus wohi habenderen Schichten rekrutiert haben, als die deutschen Besucher in der Vorkriegszeit. Jedenfalls find annähernd 100 Millionen Mark guten deutschen Geldes 1924 nach Italien abgeflossen.

Das Blatt des derzeitigen italienischen Alleinherrschers Mussolini, der Popolo d' Italia", hat sich die Unverfrorenheit geleistet, ein Gesetz zur Beschränkung des Aufenthalts Deutschet in Südtirol auf 12 Stunden zu fordern, und daran hochtrabend die Bemerkung geknüpft: Das Italien Mussolinis fann auf den deutschen Fremdenverkehr verzichten."

Daraus müssen natürlich die Deutschen die Schlußfolgerun gen ziehen für 1926!

Italien war schließlich nur eins unter den Fremdländern, die 1924 von Deutschen besucht wurden. Die gesamte deutsche Volkswirtschaft hat davon Nachteil gehabt, daß sie eine solche Riesensumme durch Vergnügungs- und Erholungsreisen Deut­scher ins Ausland verloren hat. Das muß sich jeder denkende Deutsche sagen! Grundsätzlich muß die Freiheit des Verkehrs gefördert werden. Aber in dieser Ausnahmezeit schärfster wirt­schaftlicher Not muß der Deutsche es als eine Ehrenpflicht emp finden, freiwillig seine Neigung zu Erholungs- oder Vergnü­gungsreisen ins Ausland zurückzudrängen, bis wieder bessere Tage tommen und daraus die innere Freiheit für Reisen in die Weite erwächst. Der Einzelne ist leicht geneigt, sich damit auszureden, daß die paar hundert Mart, die er für eine Reise ins Ausland ausgibt, teine Rollen spielen. Aber viel mal wenig macht viel!

Auf der anderen Seite müssen alle Anstrengungen gemacht werden, die Aktipseite des internationalen Fremdenverkehrs wieder auf die Vorkriegshöhe zu bringen. Es wäre immerhin schon eine sehr beträchtliche Erleichterung für die deutsche Zah­lungsbilanz gegenüber dem Ausland, wenn wir heute wieder zu den 400 bis 500 Millionen Goldmark jährlicher Einnahmen aus dem Zustrom ausländischer Gäste fämen. Deshalb gilt es, daß Deutschland seinen alten guten Ruf der Gastlichkeit wieder herstellt. Die Hemmungen durch Paßvisum, durch Zollschikanen ect. müssen fallen. Und der gute ausländische Gast muß mit dem Gesamteindrud aus Deutschland scheiden, daß er in einem gast­lichen Lande geweilt hat!

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