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Sonnabend, den 27. Februar 1926.

bach, der dem Roll den tödlichen Schlag verjegte, wurde wegen Rörperverlegung mit tödlichem Ausgang zu drei Jahren Ge­fängnis und in die Kosten des Verfahrens Derurteilt.

Berbilligung an der Frankfurter Frühjahrsmesse. Angesichts der wirtschaftlichen Lage hat das Megami in Frankfurt a. M. sich um weitere Verringerung der Spejen be­müht. Bezüglich Unterkunft und Verpflegung hat Frankfurt a. M. zu Messezeiten immer eine rühmliche Ausnahme gebildet; aber auch hier ist es gelungen, zur Frühjahrsmesse, die vom 11. bis 14. April stattfindet, weitere Vorteile zu bieten.

Kajjel. Wie Oberbürgermeister Dr. Stadler in der letzten Stadtverordnetenversammlung mitteilte, ist der Anschluß der Stadt Kassel an das deutsche Flugverkehrsnek nunmehr gesichert, und zwar wie wir hören an die Oft- West- Linie Breslau­Gleiwig Leipzig- Halle- Kassel- Dortmund mit Anschluß an Rotterdam und London. Die Kosten werden wahrscheinlich weniger als 30 000 Mart im Jahre für Kajjel ausmachen.

Wiesbaden. Die englische Besatzungsbehörde hat das größte Kino am Plate, ben Lichtspielpalast Walhalla" in der Mau­ritiusstraße, mit jämtlichen bazu gehörenden Wirtschafts- und Erfrischungsräumen für die gleichen 3wede beschlagnahmt. Das Kino verfügt über nahezu 1000 Gigplätze. Die Uebergabe ist bereits erfolgt. Der Ausfall für die Stadt an Einnahmen für Bergnügungssteuer hierdurch ist nicht unbedeutend.

Heidelberg, Febr. Eine der befanntesten militärischen Bersönlichkeiten, der hier im Ruhestand lebende General von Mogner, tonnte vor einigen Tagen seinen 80.Geburtstag begehen General von Mogner hat bereits an den Felbzügen von 1866 und 1870-71 teilgenommen. Vor dem Weltkrieg war er fieben Jahre lang Gouverneur von Straßburg. Nach Kriegsausbruch wurde er zum stellvertretenden Kommandierenden General des 21. Armeekorps in Saarbrüden ernannt.

Heidelberg. Wie das Städtische Berkehrsamt der Stadt Heidelberg mitteilt, sind die Termine der berühmten Schloß. beleuchtungen in Heidelberg in diesem Jahre auf den 2. Juni, 1. Juli und 11. Auguft festgesetzt.

Heidelberg, Febr. Wie von unterrichteter Seite mit­geteilt wird, dürften, nachdem nunmehr der Reichstag die Fort­führung der Nedartanalbauten beschlossen hat, die Bauarbeiten oberhalb Heidelbergs( 1926) beginnen. Die Stauarbeiten jol­len jedoch erst im Frühjahr 1927 in Angriff genommen werden. Vorher sind noch die Vorarbeiten für das Stauwehr an der Hirschgasse bei Heidelberg, für das bekanntlich ein Preisaus schreiben ausgeschrieben wurde, zu erledigen. Die Staustufe oberhalb von Heidelberg wird 1927 fertig sein. Weiterhin soll bis Heilbronn aufwärts eine Staustufe zur Ausführung gebracht werden.

Aus aller Welt.

Ein deutscher Kunstgewerbetag in Dresden. In diesem Jahre wird in Dresden eine Internationale Kunstausstellung und eine große Gartenbauausstellung stattfinden. Ferner wird der Dresdner Kunstgewerbeverein in diesem Jahre sein 50jäh­riges Bestehen feiern. Aus diesem Anlaß hat der Verband deutscher Kunstgewerbevereine beschlossen, seinen Delegiertentag nicht, wie ursprünglich in Aussicht genommen, in Hannover und Hildesheim abzuhalten. Vielmehr soll der Delegiertentag in Dresden stattfinden, und gleichzeitig soll ein allgemeiner deuts scher Kunstgewerbetag ausgeschrieben werden.

Ein Sammler von Palästen. Eine merkwürdige Sammelleidenschaft, die freilich einen sehr realen Hintergrund hat, verfolgte einer der neuen amerikanischen Multimillionäre, Benjamin Winter. Er fauft nämlich, wie der Newyork Herald" meldet, die Paläste der Dollarkönige in der Newyorker Fünften Avenue zusammen. Winter hat die bekannte Laufbahn so vieler Millionäre der neuen Welt durchgemacht. Er kam vor 20 Jahren als mittelloser Einwanderer aus Polen, verkaufte Zeitungen im Newyorker East End" und arbeitete sich zum reichen Manne herauf. Winter hat in den letzten Monaten Paläste der besten Gegend Newyorks für nicht weniger als 40 Millionen Marf getauft. Seine letzte Erwerbung, die ihn 15

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Gießener Zeitung"

Millionen toitete, ist das Haus der Mrs. Henry White, das dem Banderbilt- Balajt gegenüberliegt, den er vor einigen Wochen taufte, nachdem er vorher das Vincent Aftor- Haus er­worben hatte. Der eigenartige Sammler" will die Paläste in 35stödige Woltentrazer umwandeln.

Fromme Bestien. Eine Menagerie vierter Klasse braucht zur Schlußapotheje des Direttor mit bengalischer Beleuchtung einen Löwen, da der vorhandene angeblich furz vorher Irepiert war. Ein tollfühner fleiner Schuster, gewonnen durch die Idee, eine Erira- Mart als Honorar verjubeln zu können, läßt sich des alten Löwen Haupt und Haut anlegen. Neben ihm soll zwar der Königstiger fauern; doch man versichert, die Bestie jei äußerst wohlgezähmt, die Löwenhaut ein vorzüglicher Schuh, und im Notfall tönne man ja die Scheidemand schnell herunter­laffen. Die Sache geht vor sich; der Direktor steht vorn inmit­ten von Bären und Snänen, im Hintergrunde liegen die noch wilderen Tiere. Das bengalische Licht geht aus, das Gatter raffelt hernieder. Gelobt sei Gott!" ruft der Löwe. In Ewigkeit Amen!" respondiert zitternd der Königstiger.

Fisch im Neg. Ein Geistlicher in einer reichen Abtei zu Florenz der eines Fischers Sohn war, lie täglich ein Retz am Tisch in seinem Zimmer ausspannen, um sich an seinen Ursprung zu erinnern. Diese zur Schau getragene Demut verhalf ihm dazu, daß er zum Abt gewählt wurde. Nachher bediente er sich des Netzes nicht mehr. Als man ihn nach der Ursache fragte, antwortete er: Nun ist es nicht mehr nötig, der Fisch ist ge­fangen."

Neue Bücher.

Familienbuch. Anleitungen und Vordrude zur Herstellung einer Familiengeschichte. Zusammengestellt und herausgegeben Don Dr. Walter Scheidt, Privatdozent für Anthropologie an der Universität Hamburg. J. F. Lehmanns Verlag, München. Das Familienbuch enthält die Aufzeichnung aller derjenigen Dinge, welche jeder Mensch von sich und seinen Angehörigen wijen muß, wenn er sein Leben so gestalten will, wie es die lebensgesetzlichen( biologischen) Grundlagen seines Daseins ver­langen. Es trägt den Bestrebungen Rechnung, die heute von vielen mit Eifer verfolgt werden, nämlich Ahnengeschichte, die Geschichte der entfernten Verfahren der Familie von den Ur­großeltern des Vaters und der Mutter an rüdwärts zu betrei­ben. Ausführungen über Entstehung und Bedeutung der Familiennamen, Schilderung und Wiedergabe von Familien­zeichen, Hausmarken, Familienwappen fönnen in dem Buch Platz finden.

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Gudmunder Kamban, Ragnar Finnsson. Roman. Be­rechetigte Uebertragung von Elfe von Hollander- Lossow. 446 Seiten. In Ganzleinen Mr. 8,50. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg.- Einen psychoanalytischen Roman könnte man dieses Buch nennen, wäre es nicht weit mehr: ein Kunstwerk. das in wundervoll geschauten Bildern jenen geheim­nisvollen Zwang der Entwidlung ahnen läßt, unter dem sich Glied um Glied zur Kette menschlichen Schicksals zusammenfügt. .. ,, Heute wollte er gut gegen alle sein", so beginnt das Buch immer wieder fehrt das Motiv, aber die Entwicklung führt über den Mißerfolg, der ihn, den Begabtesten unter seinen Altersgenossen auch im praktischen Leben verfolgt, in den Ab. grund..."

Werner Jansen, Geier um Marienburg. Roman. 280 Seiten. In Ganzleinen gebunden Mt. 6.- Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Man hat Werner Jansen den Erneuerer des deutschen historischen Romans ge­nannt und mit Recht. Seine Sprache hat an Fülle und dabei doch an Prägnanz und Kraft der Bildhaftigkeit gewonnen. Der geschichtliche Stoff ist ihm starkes Erlebnis geworden, und aus diesem Erlebnis heraus sind die prachtvollen Gestalten seines Buches voll ursprünglicher Lebendigkeit erwachsen, so daß der Dichter sie uns menschlich nahe bringt. Heute, da die polnische

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Nr. 9.

Brandung wiederum gegen den deutschen Osten anstürmt, mag dieses Buch von ostmärkischer Vergangenheit Gedenken und Mahnung zugleich sein.

Otto Haujer, Rassebilder. 268 Seiten. Mit 160 Ab­bildungen. In Ganzleinen Mt. 7.- Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Zahlreiche Bildnisse berühmter Männer und Frauen und hervorragende Werte der bildenden Kunst sind das Material, aus dem der Verfasser dieses ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Buch geschaffen hat. Diese Aus­wahl reicht völlig aus, um eine Anleitung zu geben, aus ge­wissen äußeren Merkmalen auf die Rassezugehörigkeit und da= mit auch auf die inneren Grenzen der Mitmenschen zu schließen, die jedem zugezogen sind durch sein Blut. So stellt Hausers Buch eine bedeutsame Anleitung zur Menschenkenntnis dar. diese für das praktische Leben so ungeheuer wichtige Fähigkeit weiter ausbauen und vervollkommnen will, wird gewiß mit Freuden zu diesem Buche greifen.

Wer

Otto Hauser, Reine Lebensführung. 174 Geiten. In Ganzleinen Mt 4,50. Verlag Georg Westermann, Braun­schweig und Hamburg. Der Verfasser sagt im Vorwort: Die­ses Buch will Klarheit geben. Es ist wieder hauptsächlich für die Jugend bestimmt, für Jungen wie Mädchen. Es geht davon aus, daß Lebensvorgänge jenseits von Rein und Unrein" stehen, daß sie eben Tatsachen sind, die nicht etwa dadurch ,, rein" werden, daß man von Ihnen nichts weiß."

,, Der Kaufmann überm Durchschnitt". Jm Verlage Dr. M. Kreymann, Chemnitz, sind die ersten acht Hefte der von Bruno Beide redigierten erscheinenden Monats- Zeitschrift mit der Beilage Der schreibende Kaufmann" erschienen. Die Zeitschrift zeigt deutlich, was sie selbst, ihr Herausgeber und ihr Schrift­leiter will: Nicht mehr und nicht weniger als die machtvolle große Welt des Kaufmanns widerspiegeln, fördern, vorwärts bringen helfen. Jeder der vielen unterhaltenden oder belehren­den Artikel ist beschwingt, lebhaft, mitfortreißend geschrieben.

Durch das Gesetz vom 19. Dezember 1925 find wieder die lohnsteuerfreien Beträge geändert bezw. erhöht worden. Auch sind die Lohnsteuer- Tabellen von K. Seidenschnur im Verlag E. Meier, Berlin N. 54, Brunnen- Straße 181, erschienen, ohne die bei der schwierigen Ermittelung der Lohnsteuer kein Arbeit­geber oder Lohnbüro mehr auskommen tann. Die Preise sind 1,10 für die Tabellen für wöchentliche, 1,50 M für monatliche und 0,70 für tägliche Lohnabrechnung bei postfreier Zustellung einschl. Nachnahmegebühr.

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Südtirol. Mussolinis Rede über Südtirol, in der er aus altem deutschen Kulturland eine rein italienische Angelegen­heit machen will, hat in der gesamten Welt ob ihres aggressiven Tones einen für den italienischen Diktator nicht gerade gün­stigen Widerhall gefunden. Es ist sehr zu begrüßen, daß die illustrierte Zeitung, J. 3.", Stuttgart, in ihrer neuesten Num­mer einige treffliche Tiroler Illustrationen bringt, die die Schönheit des von Italien so heiß begehrten Landes eindrucks­voll dartun. Verlag Ringier u. Co., 6. m. b. H., Stuttgart, Preis 20 Pfg.

Verantwortlich: Christian Klein in Gießen.

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Warum

sollen wir inserieren?

Jedem Kaufmann und Handwerker der Neuzeit sollte es bekannt sein, daß man durch fortlaufendes Annoncieren nicht nur bei seiner bisherigen Kundschaft in steter Errinnerung bleibt, sondern auch

neue Abnehmer erwirbt.

Die großen u. modernen Geschäfte, welche das Inserieren rationell betreiben, gewinnen immer mehr an Ausdehnung, während andere, die sich dieses unerläßlichen Verkehrsmittels nicht bedienen, zurückbleiben, denn Stillstand ist Rüdgang. Das erwäge jeder vorwärts strebende Geschäftsmann und

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inseriere ständig in der

Gießener Zeitung"

39. Jahrg.

Gie

Erscheint: Sams Sezugspreis 40 Pfg. monatli Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für- endang nicht verlangter Manuskrip

Sonntagsged

Von ſtillen Sonntagsſtunden wo Die wir sie einst erlebten, wo All

werschonte und Freuen über die Ge Feierlichein. Heute wird es vielen Halten. Sorgen und Nöte der Wo Sonntag hinein und doch ruft es b ner Feierstunde, nach einem stillen Und doch könnten wir trok aller M sein. Wer kann es sein? D eine Wochenarbeit durchsonnen ließ. riht gering denti, der Wertarbeit lei ruch stehen mag, der in erster Linie Berdienstes schafft, sondern um der Sanzen willen, der seine Arbeit auf her Bellsarbeit.

Wer so sein Tun auffaßt, der ba Saterland und löst die schweren Ret venn Millionen Hände sich so rühren Freude und Zuversicht die Arbeit durc en den anderen denkt, dann finden Slid und können fröhlich sein. Mit at unfere Freude.

Die Arbeit ist die große Bildneri readet Segen dem Einzelnen und e ms muß sie die Erlöserin sein aus de ür uns der Führer bergauf, um wi

omment.

Wir wollen trumm hinterm

Und unser Schweiß sei der

Und sollten wir nie ein&

Wir wollen nicht müde we

Wir wollen nicht müde we

Daß Kräfte ringen im fle So läßt sich kein deutsches Der Glaube an uns bringt

Für Freiheit und

Der Vorstand des Hessischen Ha Bandes hat einstimmig folgende chloſſen:

In der Sitzung des hessischen Regierung beschlossen worden, an der und an der Technischen Hochschule in Scholastische Philosophie", das sind sophie im Sinne der katholischen Ki Aurichten.

Dieser Antrag ist von der Regi schaftlichen Not unseres Landes, aller Ausgaben zwingt- wie w gegen dem Willen der beiden S Mach unwidersprochenen Zeitungs zu diesem Vorgehen lediglich da das Zentrum die Einrichtung de Berbleiben in der gegenwärtigen macht hat.

Im Namen der Evangelische theben wir Einspruch dagegen, d unferer Hochschule politischen Par wird und daß erhebliche Mittel werden, Lehrstühle einzurichten, fie in erster Linie nicht der Pfle dern der Propaganda der katho hulen dienen."

Um den Gesezentwurf a abb

Im Anschluß an unseren B Handwerks beim Reichskanzler men wir der Redlinghäuser Vo Artitel über praktische Handwer Die Handwerkervertreter i Ten inzwischen nicht müßig gewe Abg. Eer vom Zentrum die timmung jeines Fraktionsvorst Reichstanzler Dr. Luther nach Kollegen aus den drei andere ständigung mit der neuen Regi lung des Preisabbaugesetzes zu diese Besprechung im Beijei Dr. Curtius und des Reichstor gewerbe, Geheimrat Soppe, Worten die sachlichen und po jalne Teile des Gesetzes sprech Die feitens des Handwerks g

Der Preisabbaubewegung. Die partei), Bartschat( Demokrat) partei) ergänzten und unters führungen ihres Kollegen vor Behandlungen war. daß für d