Sonnabend, den 26. Juni 1926.
Das richtige und das falsche Sparen.
Uns wird geschrieben: Mit Recht hört man heute überall den Ruf:„ Spare!" Aber es muß zugegeben werden, daß noch zu wenig und oft an der falschen Stelle gespart wird. Daß zu wenig gespart wird, beweisen unsere oft bis zum Brechen vollen Bergnügungs- und Tanzpaläfte, mehr allerdings noch die unnötigen Anschaffungen vieler Gemeinden. Wie oft sind in den legten Jahren von den Riesenjummen der Riesensteuern Anschaffungen für sportliche und andere 3wede gemacht worden, die fich auf keinen Fall rechtfertigen lassen. Doch auch der Einzelne ipart heute nicht so, wie es die Not der Zeit erfordert. Biele Leute sind noch vom Wahne der Inflation befangen, wo man mit Millionen und Billionen nur jo umherwarf. Diese schlimme Gewohnheit ist bei vielen Menschen noch nicht ganz geschwunden, und der Groschen rollt ihnen wie ein Pfennig aus den Fingern. Andere wieder würden sparen, aber sie haben das Bertrauen zum Sparpfennig verloren, als ob uns wieber die Mart davonrennen sollte. Dann ist aber auch heute die Jugend ganz anders eingestellt, als früher. Sie verdiente ja jo leicht in den Kriegsund Nachkriegsjahren und hörte so oft, daß das Sparen purer Unsinn sei. Man nimmt es eben vielfach heute mit, wie es tommt und macht sich nicht mehr so viel Kopfschmerzen um Zeiten, die tommen werden. Dennoch aber war das Sparen zu teiner Zeit notwendiger, als es heute ist. Die nächsten Jahre werden uns zeigen, daß nur der noch etwas erreichen fann, der einen Rotpfennig zurüdgelegt hat, mit anderen Worten, der einigermaßen auf festem Boden steht. Man sollte den Besitz von Geld nicht unterschätzen. Reichtum allein macht zwar nicht glüdlich aber er läßt doch viel ruhiger in die Zukunft bliden, als die drohende Armut. Erspartes Geld beruhigt unsere Nerven. Schonung unserer Nerven haben wir aber heute in erster Linie nötig! Erspartes Geld hat aber auch moralischen Wert. Durch Not getrieben, verübt ein schwacher Charatter oft Schlechtig
leiten, an die er nicht denken würde, wenn er sich im Besitz eines Rotpfennigs befände. Diese Tatsache sollte viel mehr beachtet werden, als es gemeinhin geschieht! Und doch spart heute mancher in durchaus falscher Weise. Für einen besonderen Gegenstand mal einen Bogen schönes weißes Papier zum Einpaden zu nehmen, fällt manchem nicht ein, der oft unnötiger Weise den zehnfachen Betrag ausgibt. Manche Hausfrau kauft eine Ware, von der das Pfund 0,25 Mart fostet, viertelpfundweise, sodaß sie diese Ware eigentlich mit 0,28 Mart einkauft, während vielleicht de fluge Hausfrau bei einem Einkauf von mehreren Pfund dieselbe Ware um 0,05 Mart billiger erhält, verringerte Zeitversäumnis, Schuh- und Kleiderabnüßung noch gar nicht ge= rechnet. Manches Mädchen zerreibt sich ein Paar ihrer Seidenflorstrümpfe durch hervortretende Schuhnägel in erstaunlicher Kürze, weil es die Kosten von Einlegesohlen und Fußspizenschonern scheut. Mancher Geschäftsmann verringert sein Personal derart, daß er selbst in seinem Betrieb mit zugreifen muß, während er die wichtigsten Geschäfte und Entscheidungen verjäumt. Gewiß, das richtige Sparen ist eine Kunst, die nicht nur geübt, sondern auch reichlich durchdacht sein will.
Zwei Bilder.
Jm Norden Berlins. Ein blasser Junge schleppt ein Bad Zeitungen. Er rennt in das nächste Haus. Es dauert eine Weile und teuchend kommt er zurüd. Wahrscheinlich wohnte der Abonnent vier Treppen. Die Treppen sind dunkel, hoch und eng. Nun in das nächste Haus. Dasselbe. Ich spreche ihn an. Er hört kaum hin, er hat keine Zeit. Doch eine Tafel Schokolade vermag bei einem Kinde viel.„ Wieviel Zeitungen trägst du?" Jd weeß nicht, die Hälfte von Muttern. Jd bin aber immer schneller fertig, Mutter kann nich so die Treppen loofen."- ,, Wann machst du deine Schularbeiten?" ,, Morgens, bevor id in die Schule gehe." ,, Warum nicht nach dem Zeitungsaustragen?" ,, Dann habe id zu tun." ,, Was denn?"- ,, Erst hol
Wer mich befennet.
Von Erwin Gros.
14. Fortsetzung.
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Es erzehlte hierauff auch die Frau Amtmännin, daß, als die Trouppen ankommen gewesen, so gleich das Amt- Hauß umstellet, und nur eine Magd, um etwan ein Zuber voll Wasser hohlen zu können, hätte dürffen außgehen, worgegen sie sich bey dem commandirenden Officier zum höchsten beschwehret und verlangt hätte, mit dieser Gewaltthat so lange einzuhalten, biß ihr Mann nacher Hauß kommen sein würde. Darauff der Obrist- Lieutenant ihr zur Antwort gegeben, es wäre eben gut, daß der Amtmann nicht zu Hauß wäre, hätte endlich gestattet, daß die Magd dörf= fen aus dem Hauß gehen, denen aber jedesmahl ein Soldat nachgehen müssen, einen Botten aber nach dem Amtmann zu schicken, wäre nicht erlaubt worden.
Inzwischen waren die übrigen Trouppen mit Zerstör- und Abbrechung des Capellen Baues fortgefahren, und solchem ohnerachtet deren von vorgedachtem Herrn Amtmann, als er inmittelst nacher Hauß tommen gewesen, vor Notario und Zeugen gethaner Protestationen aus dem Fundament übern Hauffen geworffen und dergestalten ruiniret, daß er nunmehr einem lau tern Steinhauffen ähnlich sehen thäte, und wann etwa noch ein oder anderer Stein, sonderlich von denen behauenen rothen Fenster und Thür Steinen ganz geblieben, solche vollends in Stüder zerschlagen, ja was noch am meisten zu bedauern wäre, so gar die annoch auff dem Plaz ohneingemauert gelegene behauene rothe Fenster- Stein in Stüden zerschlagen, die Gerüst, Bretter und anderes Gerüst- Holtz verbrennt und verwüstet, wie nicht weniger das Eisenwert, so bereits eingemauert gewesen, hinweg geschleppet.".
Unterdessen machte die Genesung Hans Heegers rasche Fort schritte; vierzehn Tage später sehen wir ihn im Hause des Schultheißen Peter Michel. Dieser saß mürrisch und verdrossen wie eine hungrige Bulldogge hinter dem Tisch; seine Frau las am Fenster in der Bibel. Tropfenweise rann die Rede zwischen den beiden Männern. Der Schultheis zerbrach sich den Kopf, was Hans bei ihm suchen möchte ,,, vielleicht will er Bürger von
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Gießener Zeitung"
id die Kleene aus'm Hort, dann schäl id Kartoffeln, dann is sonst noch allerlei. Nee, Mutter hat feene Zeit, die muß morgens weg un een Bureau reinmachen, dann geht sie plätten.", und dein Vater?"- ,, Vater hat teene Arbeit, seit'm Krieg is er trant." fehlt ihm?"- ,, Det weeß id nich."
,, Was
Meine Wäsche bringt regelmäßig ein fleines blon des Mädel. Ich halte sie für höchstens zwölf Jahre, sie ist aber bereits 14. Ich gebe ihr eine Lederei, die gerade da ist. Es fällt mir auf, daß sie sie immer mit nach Hause nimmt. Wie lange trägst du jeden Tag Wäsche aus?" frage ich. So lange welche da ist..., abholen tu ich sie auch," sagte sie hinzu, wohl, um mir den Weg als Dank für meine fleinen Näschereien zu ersparen. ,, Wann machst du deine Schulaufgaben, wann spielst du?" Ein wehmütiges Kinderlächeln: ,, Die mache ich zwischendurch, und spielen tu ich Sonntags. Aber dann find die meisten Kinder weg." Was machst du mit ,, Das dem Geld, das du als Trinkgeld bestommst?" darf ich behalten und dafür ins Kino gehen."„ Die Mutter ist Witwe, sie hat eine gutgehende Wasch- und Plättanstalt, aber vier Kinder durchbringen, ist zu ichwer für eine Frau. Da müssen die Kinder mithelfen." So schreibt Elfriede Lerche im Berliner Tageblatt Nr. 238 vom 22. 5.).
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Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben unterliegt dann einem gesetzlichen Schutz, wenn es sich um fremde Kinder handelt. Aber die Heimarbeit! Für den Gesetzgeber beinahe unmöglich, sie einfach ganz zu derbieten. Das Elend ist oft so groß, irgend jemand in der Verdienst so anstrengend und mühsam, daß auch der soFamilie ist immer entweder frant oder arbeitslos, der zial empfindende Mensch nicht entscheiden mag zwischen der Möglichkeit, die Kinder arbeiten oder hungern zu lassen. Stundenlang sitzen sie gebeugt und nähen Knöpfe an oder ziehen Bänder durch Wäschestücke, oder besorgen die Geschwister und fast allein den Haushalt; die Mutter ist entweder auf Arbeit oder muß nähen. Hunderttausend Arbeitslose in einer Großstadt das bedeutet ebensoviel Kinderarbeit und Kindernot.
In einem der größten Berliner Arbeitsbezirke wurde ermittelt, daß von 285 erfaßten gewerblich tätigen Kindern mit Arbeitskarte 95 Kinder= 30 Prozent, ohne Arbeitskarte 190 Kinder= 70 Prozent beschäftigt waren. Die Arbeitskarten waren: Angelernte Arbeit 57 Kinder, Botendienste 117 Kinder, Haushaltsarbeit 26, Zeitungstragen 46, Kegelaufsetzen 6, Tanzen 7, Heimarbeit 5, Blindenführer waren 4 Kinder.
Der Deutsche Landkreistag
hielt am 11. und 12. Juni in Bad Pyrmont seine diesjährige Hauptversammlung ab, zu der Vertreter aus allen deutschen Ländern, mit Ausnahme von Walded und Bremen, sowie der Aufsichtsbehörden erschienen waren. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage des Siedlungs- und Wohnungswesens, die für die Landkreise von besonderer Bedeutung ist. Die Verhandlungen, in denen das Hauptreferat in Händen des Regierungspräsidenten Krüger- Lüneburg lag, hatten kurz folgendes Ergebnis:
1. Der Wohnungsbau ist für das platte Land nicht minder nötig, wie für die Städte.
2. Die ländliche Siedlung ist nicht nur aus bevölkerungspolitischen und sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen energisch zu fördern.
3. Der Landkreistag ist grundsätzlich der Auffassung, daß auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft der Wegfall des Zwangssystems angestrebt werden muß.
4. Bis dahin muß danach gestrebt werden, daß die auf der Grundlage der Zwangswirtschaft aufgestellten Bauprogramme der einzelnen Länder nach einem auf lange
Holzhausen werden", an eine Werbung um die Hand seiner! Tochter dachte er nicht von ferne.
Weit riß er die Augen auf, als der junge Mann in geziemenden Worten seinen Antrag vorbrachte. Als Hans seine Rede vollendet hatte, herrschte eine Weile Schweigen. Dann aber zog der Schultheiß die Schleusen auf; hämisch und höhnisch war von Anfang der Tonfall seiner Stimme:„ Es ist mir natürlich eine große Ehre, wenn ihr um meine einzige Tochter freit und ihr meint gewiß, ich müßte dafür submissest( demütigst) Dank sagen. Also, wer bin ich? Ich bin ein Hofbeständer, dazu der hochfreiherrliche Schultheiß. Und wer seid ihr? Ihr seid ein wandernder Schustergeselle ohne Grund und Boden unter den Füßen, und nun denkt ihr es euch wunderschön, wenn ihr euch in das feingemachte Nest setzt und später vielleicht noch Schultheiß werdet. Hui, das wäre eine seine Sache. Jhr glaubt doch selbst nicht, daß ich Ja und Amen dazu sage. Also, da wird nichts draus. Den Gang hättet ihr euch sparen können."
Bekümmerten Antliges saß Frau Margarete da; sie machte mit der Hand eine bittende Gebärde nach ihrem Mann hin, doch diesen verlegenden Ton, der ihr in die Seele schnitt, zu lassen, allein dieser winkte ihr mit herrischem Kopfschütteln Schweigen
zu.
Hans Heeger wäre am liebsten aufgestanden und hätte das Zimmer verlassen, doch um Sybillens willen bezwang er sich. Die würdige Weise und der ruhige Ton, in dem er sprach, machte auf Frau Michel einen tiefen Eindrud; der Schultheiß aber blieb unbewegt.
..Ihr irrt euch. Schultheiß, wenn ihr meint, ich sei arm und hätte nur meine Profession; in meiner Heimat habe ich Haus und Hof, Aecker und Wiesen, und mein Besitz wird nicht geringer sein als eurer. Das wird jetzt alles verkauft; mit dem Geld kann ich mich hier ansässig machen, und wenn ihr auch eurer Tochter nicht einen Heller mitgebt, so wird sie doch eine wohl habende Frau in einem wohlhabenden Haus, ganz abgesehen davon, daß ich mit meiner Schuhmacherkunst jederzeit eine Familie reichlich ernähren kann. Also einen armen Schluder, dem man wie einem lästigen Bettelmann die Türe weisen kann, habt ihr nicht vor euch, sondern euresgleichen. Das wollet bedenken."
Nr. 26.
Gicht berechneten Generalplan des Reiches durchgeführt werden. Diese Bauprogramme müssen nach den Geboten einer gefunden Bevölkerungspolitit orientiert sein.
5. Bei allem Suchen nach ausreichenden Geldbeschaffungsmög lichkeiten, wobei auch die Heranziehung von Erwerbslosengeldern zu erwägen ist, muß anerkannt werden, daß die Hauszinssteuer( Geldentwertungsausgleichssteuer) weilen die Hauptfinanzierungsquelle für den Kleinwoh nungsbau bleiben wird.
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Sonnabend, ben 26. Jun
„ Land un
Auch einen Bismard übert heißer Sehnsucht, nach schlichten mach frischer, grüner Natur und gegenüber dem lauten Geheul un seufzte er noch„ Land und Wald" Deutschland.... Aber so mand findet auch dieses Schnen. Es ist Körper und Geele zugleich:„ Mal Und man denkt an ein Aus tigung des äußeren und inneren der Erholung. Es kommt darauf haben. Es muß der Rhythmus d Zauber entfalten Bas solchen Zug zur Gefundur Taufende zu kosten, das schlep Magsforge mit! Da grüßt Wald und Bergrevi jeinen Feldern und Bauernhöhen ihrer Sitte und ihrem Brauch. nur mit dem Verstand, sondern and wieder übe man sich in einer
6. Da Siedlungs- und Wohnungswesen wesentliche Faktoren einer wahren staatserhaltenden Politik sind, sind bei der bevorstehenden Verwaltungsreform in Preußen alle Hem mungen zu beseitigen, die der Verwirklichung der Wohnungsreform und des Siedlungswesens entgegenstehen.
7. Die Anjegung von Siedlern darf nur in einer Weise erfolgen, die deren Existenzmöglichkeit sicherstellt. Dieses Ziel wird nur zu erreichen sein, wenn die landwirtschaftliche Produktion durch Erleichterungen auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Tarifs, Verkehrs- und Zollpolitik unterstützt werden. Deshalb mus vor allen Dingen auch die Geldentwertungsausgleichssteuer in tragbaren Grenzen gehalten werden. Die Siedlung soll in erster Linie auf fultiviertem Dedland erfolgen; Großgrundbefit darf nur, soweit es schlecht bewirtschaftet ist, zerschlagen werden.
Lokales. Sonntagsgedanken!
Jst nicht das Leben vieler Menschen nur eine Jagd nach dem Glück? Und wie viele erhaschen es nicht und suchen und suchen weiter, bis das Ende ihrer Tage ihnen sagt: dein Leben war leer, glüd- und freudlos! Jm haftenden Alltag, im Wirrwarr der Menschen, an den rastlosen Tagen der Arbeit, da findest du Suchender nicht das Glück dieser Erde, denn es meidet den Lärm der Straße, kennt nicht die Vergnügungsstätten der Menschen, flieht Gold und Glanz und geht dem Strom der Maffen aus dem Wege.
sehr nötigen Lebenskunst! W bald den persönlichen Lebensgewi
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Wegesperre. Anlaßlich der ar benden Ruderregatta wird der F
Footshause der Gießener Ruderg gang nach der Ederstraße( Bahnüb 6-7 Uhr nachmittags und am 4. mittags 12 Uhr und von nachmitta Durchgangsverkehr gesperrt.-& von Aufbruchsarbeiten das Drill and Neven- Bäu vom 17. Juni 1 jeglichen Fuhrwerksverkehr ebenfa * Kreis- Obst- und Gartenbaur den 4. Juli, nachmittags 2% Uhr, bau) eine Hauptversammlung, ve tigungsrundgang von Obftanlagen der ist die Beteiligung offen. ** Bon der Universität. praktische Theologie Lic. Dr. phil. Universität Bonn ehrenhalber zu nannt worden.
Wenn nach harter Arbeit der Woche die Sonntagsglocken durch die Lande läuten und Ruhe und Stille den Lärm der Straßen ablöst, da lockt heiliger Friede und Glüd aus himm lischen Höhen auf diese Erde. Wenn zum Kirchlein die Beter wallen, wenn festlich geschmückt mit Blumen und Bändern die Jugend zwischen Eltern und Greisen zum Hause Gottes zieht, da gesellt es sich heimlich zu ihnen und zieht weiter all überall hin, wo Sonntagsfriede und Ruhe den Lärm verdrängte. Es fliegt in die Städte, es zieht auf das Land, es grüßt den Einsamen im Walde, schaut in die Stuben der Armen, in die Paläste der Reichen, spielt mit den Kindern im sonnigen Hag und läßt Sonne herein in die leidensdunklen Stuben der Kranken. Und überall, wo es den Tag erhellt, wo nicht lärmende Menschen den Sonntag stören, wo Feierstille und Glockenklang die Weihe der Stunde bringen, da klingt es und singt es durchs feiernde Land: ,, Sonntag ist's, ein heil'ger Friede Liegt auf Erden weit und breit, Sonntag ist's in allen Herzen, Sonntag ist's für alle Schmerzen,
Heil'ger Sonntag weit und breit."
Das ist das Glück, das der Himmel gesandt und das am Sonntag über die Erde zieht. Jetzt, wo Wald und Fluren in schönster Sommerpracht dastehen, wenn hell und rein durch den jungen Morgen die Glocken rufen, wenn Gottes Friede auf die Erde sich senkt, dann wird deine Seele besser das Glück schauen und das feine Klingen hören: Sonntag ist's.
Wer das Glück finden will, muß Sonntags die Natur schauen. Waldfried.
Maizenander
das Nährmehl
Kranke
Frau Margarete nidte zu dieser Rede, und weil sie eine durch und durch wahrhaftige Seele war, empfand sie die Wahrheit der Aussage und glaubte dem Bewerber; ihr Mann aber mit nichten. Er glaubte, sehr weise zu sein, indm er bei sich dachte:„ Die Pfalz ist noch weiter von Holzhausen als der Mond von der Erde. Sein Hofgut kann gerade so gut dort oben wie hier unten liegen."
Dann aber erwiderte er:„ Das mag ja alles sein, aber es geht mich nichts an, denn ihr kommt zu spät. Der Gerichtsschöffe Gerhard Feuerbach hat mein Wort, dessen Aeltester mird mein Eidam und damit basta!"
Da aber fuhr Fiat Margarete auf und schaute mit rajchem Blick nach ihrem Manne hin, doch in der Gegenwart Hans Hee gers legte sie sich Schweigen auf.
Ein leichtes Lächeln war um die Lippen des Gesellen, als er antwortete:„ Das Wort werdet ihr wohl nicht einlösen fönnen. Da hättet ihr eure Tochter zuvor besser einmal gefragt. Eher reißt ihr die Sonne und die Erde auseinander, als meine Sybille und mich. Drum überlegt euch die Sache noch einmal, che ihr Braft und Unfrieden in euer Haus bringt."
Peter Michel lachte ein miẞtönendes Lachen:„ Seit wann ist es denn Mode, daß die Kinder und gar die Weibsleute gefragt werden. Ich habe das Regiment, und wie ich tommandiere, so wird exerziert. Und damit wären wir zwei wohl fertig mit einander." Sprach's und stand auf. Das war eine grobe Verletzung der bäuerlichen Sitte und fam einer Aufforderung, zu gehen, gleich. Auch Hans erhob sich:„ Jhr seid im Irrtum, Schultheiß, wenn ihr meint, die Sache wäre alleweil fertig; fie fängt erst an: Guten Tag beisammen."
Und er ging.
Draußen im Flur stand Sybille; sie brauchte den Geliebten nicht zu fragen, welche Antwort er bekommen, an seinem Gesicht las sie es ab.
..Ich komme in einer Stunde zu meinem Pätter, Hans, bleibe zu Haus und warte auf mich!" sagte fie leise, drückte ihm die Hand und ging hinein in die Stube.
Dort wurde jetzt eine harte Schlacht geschlagen. ,, Was brauchst du den Burschen so jadgrob abzuweisen! Da
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Bertreterversammlung der h delstammer. Die hes. Industrielegten Dienstag in Bad- Nauheim tagsabgeordneten Christian Scho jammlung ab. Die Beratungen e auf Gewerbebesteuerung in Hesser Grundbesitz, Prüfung industrielle Gesetzes über den Vergleich zur hessische Gebühren für Gewerbeleg Gleibergverein. Samstag, 3% Uhr, findet auf der Burg Gleib mit reichhaltiger Tagesordnung st
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Deutscher Landgemeindetag.
tag hält seine nächste Mitgliederve Mainz ab. Zur Verhandlung steh gleich und die Erhaltung der Gelt
Die Jahresversammlung der S Darmstadt am 14. Juni befriedig Maße. Denn es wurden dort bren mienschaftliche Fragen tiefgehend mittags 11 Uhr wurde die Ta firchenamtes durch eine Ansprache Bad Nauheim über 2 Kor. 4, 3 f. Begrüßung durch den Vorsitzenden Friedberg, eröffnet. Hierbei gei meier Männer, die auch für uns
mit hast du nicht ihn, sondern die ordentlichen Leuten da ist und nu
mit Händen greifen. Und wenn wohlhabend ist, dann konntest
Dingen."
In diesem Augenblick betrat „ Dente dir, Sybille, dein W
Heltestem verheiraten! Go, sosollen mal römisch sein, und die hwinden. Von wem stammt de mir? Was du bei uns zweien mit lonvertieren, das soll jetzt Das gerät dir nicht. Da habe jureben" Da trat der Schußtheiß mi daß es dröhnte:„ Das Haus hie Gemeinde wird latholisch!"
Da erhob sich die Frau vom ; die fleine, verkrümmte Gesta
bu vielleicht fatholisch, Peter? lichen latholischen Christen, der c lafie ich gelten. Du aber handel Weg Brot ich e, deß Lied ich Ingelheim morgen lutherisch, so bermorgen reformiert, jo sprin it dein Vorteil, und da willst Glauben meines Kindes antasten
ligite und Höchste ist für Leben u baus tommt, jo lange id) atme,
at du ein für allemal wissen. Und ich, Bater," sagte eme den jungen Feuerbach Suger wird mein Ehemann un
Das ist ja eine schöne W Weibsleute ziehen die Hosen a Weiberrod triechen. Dann lagt
tarz schneiden nach Art der M inger wird."


