Sonnabend, den 13. November 1926.
Einfamilienhäuser sind mit 65 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Die Landesfinanzämter haben Ermäch tigung für gewisse Gruppen von Einfamilienhäusern oder für Teile ihres Bezirts nach Lage der örtlichen Verhältnisse eine niedrigere Bewertung, jedoch nicht unter 45 Prozent des Wehrbeitragswertes zuzulassen. Das Landesfinanzamt hat von diejer Ermächtigung Gebrauch gemacht. Anwendung soll dieje Bergünstigung in erster Linie auf die besonders hochwertigen Einfamilienhäuser finden, weil diese heute zu 70 Prozent ihres Borkriegswertes nicht realisiert werden fönnen. Unter den Begriff ,, Einfamilienhäuser" fallen die ausschließlich oder weitaus überwiegend vom Eigentümer oder seinen Angehörigen be wohnten Grundstüde. Als solche gelten auch diejenigen Einjamilienhäuser, wenn sie ausschließlich oder überwiegend von einer im Dienste des Steuerpflichtigen stehenden Person bewohnt werden.
Mietwohngrundstüde sind mit 45 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Für gewisse Gruppen oder für Teile bes Finanzamtsbezirks tönnen nach Lage der örtlichen Berhältnisse Bewertungen bis zu 30 Prozent herab zugelassen werden. Und für Mietwohngrundstüde in großen Städten mit im wesentlichen einfach ausgestatteten kleineren Wohnungen und an Mieter aus Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung detmietet, tönnen bis zu 25 Prozent herab bewertet werden. Hierunter fallen auch die vielfach baufälligen alten Häuser be= sonders in der Altstadt.
Geschäftsgrundstüde sind mit 70 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Auch hier kann eine Geringerbewertung in besonderen Fällen jedoch nicht unter 45 Prozent zugelassen werden. Für Grundstüde, die infolge Stillegung, Betriebseinschränkung oder dergl. Umständen nach offenbar nicht nur vorübergehend ungenutzt sind, ist auf Antrag aus dem sich nach vorstehendem ergebenden Wert ein Anschlag von 30 Prozent zu machen. Grundstücke, die vermietet oder verpachtet werden, gelten als ungenutzt, wenn sie deshalb nicht vermietet oder verpachtet sind, weil die Vermietung oder Verpachtung zur gesetzlichen oder falls eine solche nicht besteht, zur angemessenen Miete nicht möglich war. Bei Kurzarbeit ohne Stillegung darf der Abschlag nur zu dem Teil vorgenommen werden, der sich nach der nach dem Verhältnis der tatsächlichen und der normalen Benutzung ergibt. Als Geschäftsgrundstüde gelten auch solche Grundstücke, die fremden gewerblichen Zweden dienen oder zu eigenen gewerblichen Zweden unmittelbar genutzt werden.
Zur besseren Verständlichmachung des sog. Stillegungsabschlags biene folgendes Beispiel: Wehrbeitragswert eines infolge Stillegung ungenutten Geschäftsgrundstückes 300 000 M. Einheitswert 70 Prozent 210 000 M. Siervon ab Stilllegungsabschlag mit 30 Prozent 63 000 M. Reuer Steuerwert: 147 000 M.
-
Grundstücke, deren Erhaltung wegen ihrer Bedeutung für Kunst, Geschichte oder Wissenschaft im öffentlichen Interesse liegt( Denkmalsschutz) sind, wenn sie ungenutzt sind, mit 20 Prozent, wenn sie genutzt sind, mit 25 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten, sofern die Kosten der Erhaltung des Grundstücs die Vorteile der Nutzung dauernd erheblich übersteigen. In der Regel werden solche Gebäude auch unter die geringer zu bewertenden Althäuser fallen.
Dient ein Grundstück verschiedenen Zweden, z. B. Wohnund Geschäftszweden, so findet eine Zerlegung des Wehrbeitragswertes statt und wird jeder einzelne Teil für sich bewertet. Die Zerlegung ist nach dem Wertverhältnis anzunehmen, in dem die einzelnen Teile des Grundstüds am Feststellungszeitpunkt zu einander stehen. Dabei ist insbesondere auf die aus den einzelnen Teilen erzielbaren Mieterträge in Betracht zu ziehen.
Wird z. B. aus einem Laden eine Jahresmiete von 1000 M erzielt, während aus den Wohnungen 3000 M Miete erzielt werden, so wäre ¼ des Wehrbeitragswertes mit 70 Prozent und % des Wehrbeitragswertes mit 45 Prozent zu bewerten. Bringt das Erdgeschoß eines in Geschäftslage liegenden Hauses 5000 M
Eine Bundesgenoffin.
Neulich hörte ich von einer deutschen Familie, die die schlimmsten Notzeiten unter Bolschewitenherrschaft in Jrrkutsk im fernen Sibirien durchgemacht hat und wo es die Eltern doch zuwege gebracht haben, trotz Hunger und Sorge und häufiger Lebensgefahr ihren Kindern eine sonnige Jugend zu schaffen, an die sie gewiß im späteren Leben noch gerne zurüddenken werden.
Wenn man an all die Entbehrungen denkt, die sie durchgemacht haben, an die Zeiten, wo der Vater im Gefängnis gesessen und nichts zu essen im Hause war, auch kein Holz, um sich während des eisigen sibirischen Winters zu erwärmen, dann scheint es ein Wunder, daß es ihnen doch gelungen ist, aufrechten Mutes zu bleiben. Es wäre wohl auch nicht gegangen, wenn die Eltern nicht eine starke Bundesgenossin gehabt hätten, die ihnen über das Schwerste hinweghalf.
Das war die Liebe, die sie alle miteinander verband. Ihr hatten sie die Herrschaft in ihrem Hause eingeräurnt. Sie sollte jeden Augenblid das Verhältnis des einen zum andern regeln. Um ihr freie Bahn zu schaffen, waren sie sehr zroedmäßig vorgegangen. Sieben waren sie mit Vater und Mutter, und die sieben Tage der Woche hatten sie untereinander verteilt. Die ersten fünf Arbeitstage von Montag an gehörten den Kindern. Ein jedes hatte seinen Tag. Da suchten denn die andern alle ihm etwas recht Liebes zu tun, beim Spielen auf seine Wünsche Rücksicht zu nehmen; ihm den und jenen kleinen Gefallen zu tun; wenn es anging, ihm die besten Bissen bei Tisch zuzuschieben. So gab es nie Streit und Zant, sondern eitel fröhlich Dienen und Händereichen.
Am Sonnabend war der Tag der Mutter: Da ging das Dienen erst recht an. Da wurde es in den weitigen Stuben, die die Bolschewiken der Familie von ihrer schönen großen Wohnung gelassen hatten, lebendig. Ein jedes I egte mit Hand an. Ein jedes sah der Mutter die Wünsche von den Augen ab. Die unbeliebtesten Arbeiten wurden fig und freudig getan. Es hieß ja, dem Mütterchen einmal im besonderen die Liebe zu zeigen. Und kam dann der Sonntag, der Tag des Vaters, dann sah es freundlich und festtäglich in der engen Woljnung aus, so daß der
11
, Gießener Zeitung"
Ladenmiete und die 3 Wohnungen der oberen Stodwerke zujammen ebenfalls 5000 M Miete, so tann schon der mit 70 Prozent zu bewertende Teil des Hauses bis zur Hälfte des Wehrbeitragswertes betragen, während der übrige Teil dem Gatz für Mietwohnungen unterliegt.
In entlegenen Straßen befindliche Grundstüde mit kleineren Läden, die in der Regel feine und nicht nennenswert höhere Miete als Wohnräume abwerjen, sollen ganz als Mietwohngrundstücke behandelt werden, da durch derartige fleine Läden Der Wert des Objettes nicht beeinflußt wird.
Nicht zwangsbewirtschaftete Grundstüde, die in ortsüblicher Weise bebaut sind oder gewerblichen Zweden dienen, sind mit dem Ertragswert, jedoch nicht über den gemeinen Wert hinaus zu bewerten. Bei Bemessung des Ertragswertes oder gemeinen Wertes für diese Neubauten wird man nicht über die Wehrbeitragswerte der alten Häuser hinausgehen können.
Unbebaute Grundstüde, insbesondere Bauland, sind mit dem gemeinen Wert zu bewerten. Hier sind die Unterschiede derartig groß, daß bestimmte Richtlinien nicht gegeben werden fönnen. Der Steuerwert joll aber nicht über den beim Verkauf zu erzielenden Betrag hinausgehen und dem tatsächlichen Wert entsprechen.
Da auf Grund der erteilten Einheitswertbescheide demnächst die Vermögenssteuerbescheide ergehen, so ist es empfeh lenswert, wenn diejenigen Steuerpflichtigen, die die Höhe ihrer Aufwertung bei Abgabe der Steuererklärung noch nicht fannten, den in Frage tommenden Betrag dem Finanzamt mitteilen, falls er inzwischen festgestellt sein sollte.
Wer sich über die Bewertung seines Vermögens nicht im Klaren ist, erkundige sich bei seinem Verein, denn wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist, ist an dem festgestellten Wert nichts zu ändern.
Lokales. Sonntagsgedanken.
Totensonntag ist wieder. Wir wollen hinauswandern in den großen Friedhof der Welt, der in den Schreckensjahren 1914-18 angelegt wurde. Dorthin, wo deutsche Krieger in fremder Erde, fern der Heimat, ruhen. Gewaltige Heere erstehen in diesen Trauertagen wieder vor dem geistigen Auge des deutschen Volkes. Zahllose Kämpfer ziehen auf, die von der Marne, der Somme, die vom Priesterwald und den Argonnen, die von den Vogesen, von Flandern und Kurland, die von den Höhen der Karpathen und Alpen und von der See. Es sind gewaltige Heere der Toten. Und sie kehren nie wieder zur Heimat zurüd.
Irgendwo ruhen sie und schlafen fern von ihren Lieben den letzten langen Schlaf. Von vielen wissen wir nicht, wo sie die letzte Ruhestätte gefunden haben. Aber:
Ob sie in fremder Erde begraben, Ob sie daheim die Ruhestatt haben,
Ob sie im Meere gebettet auf sandiger Bant, Siegreich sind sie für Deutschland gefallen; Darum weihen heute wir Allen Grünenden Lorbeer und innigen Dank! Tausend und abertausend schlichte Kreuze ragen in fremden Landen empor. Die Jahre haben schon manche Inschrift ausgelöscht. Ein kleiner Hügel birgt, was für manchen Vater, für manche Mutter einst Hoffnung war. Deutsche Kinder, dort ruhen eure Väter, deutsche Mütter, dort liegen eure Söhne, deutsche Mädchen, dort hat man euer Glüd begraben!
Sie sangen einst alle ungezählte Male das Lied vom Wiedersehen. Aber es wurde ihnen nicht zur Wahrheit.
Habt heute wieder Dank ihr tapferen Männer, ihr stillen Helden da draußen in der fremden Erde und ihr, die ihr im heimatlichen Boden ruhen dürft! Wir danken euch für alle Opfer, die ihr gebracht, für eure Treue bis zum Tode!
* Die Sperrung des Schiffenberger Weges zwischen Licherstraße und Bergstraße und des Pfarrgartens ist wieder aufge= hoben, da die Walzarbeiten beendet sind.
Vater, der die Woche über für ein verschwindend geringes Gehalt Chinesisch hatte lehren müssen und noch dazu viele Privatstunden geben, um die Seinen irgendwie am Leben zu erhalten, sich unter seinen lieben Kindern recht ausruhen konnte und neue Kraft zu neuer Arbeit sammeln.
Auch wir durchleben schwere Zeiten, wenn auch längst nicht so schwere, wie die Menschen in Rußland. Wäre es da nicht angebracht, wenn auch wir uns recht fest mit der Liebe verbünden wollten und uns von ihr helle Augen und einen erfinderischen Geist schenken lassen, um gerade in den Kreis unserer Familie, in den Gott uns gestellt, recht viel Freude und Sonne zu bringen? Wir sehen an diesem Beispiel, mit wie fleinen Mitteln die Liebe Großes wirken kann.
Anna Katterfeld im„ Sehrohr".
Bittere Pillen.
Ein Kranker sollte auf Verordnung des Arztes Pillen einnehmen. Aber anstatt sie gleich herunterzuschluden, wälzte er sie so lange im Munde herum, bis sie unerträglich bitter wur den. Der Arzt sagt, das solle er nicht tun; hier gilt nichts Lauen oder schmecken, sondern verschlucken.
Darüber macht
sich Gotthold in seinen zufälligen Andachten folgende Gedanfen: Die Scheltworte eines feindseligen Menschen sind sehr bittere Pillen, und es ist nicht jedermanns Ding, dieselben un getaut zu verschlucken. Sie sind aber einem gottseligen Christen sehr dienlich, weil sie ihn entweder an seine eigene Schuld erinnern, oder seine Geduld und Sanftmut bewähren, oder ihm zeigen, wovor er sich zu hüten habe, und endlich bei Gott, um dessentwillen sie mit Geduld erlitten werden, ihm zur Ehre und zum Ruhm gedeihen. Hier wills aber nicht ratsam sein, daß einer die Schmähpillen in seinen Gedanken stets hin und her wälze und nach seines Fleisches und der Welt Dünken fie achte. Denn so werden sie nur immer bitterer und füllen die Zunge und das Herz mit gleichmäßiger Bitterkeit. Verschluften, verschweigen und vergessen ist das Beste.
Ach, mein Gott! wie schwer ist's, die Schmähpillen schlufken, segnen, die mir fluchen, wohltun denen, die mich hassen, bitten für die, so mich beleidigen! Herr, Du willst es so haben!
Nr. 46.
* Straßensperrungen in Gießen. Wegen Neubefestigung des Kreuzes Bahnhofstraße und Westanlage ist die Westanlage von der Bezirksschule und die Bahnhofstraße von der Westanlage ab bis zur Alicestraße bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Bauarbeiten ist der Verbindungsweg zwischen Weser- und Schillerstraße bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt.
-
* Aufgehoben. Die Sperrung der Kliniksbrücke am Bahnhof Gießen ist insoweit wieder aufgehoben, daß die Hälfte der Brüde dem Verkehr freigegeben ist.
#
Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften wurden in der Zeit vom 1. bis 31. Oftober 1926 erhoben: 21 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 5 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 4 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 9 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 7 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinficht.
* Gewerbelegitimationskarten. Das Polizeiamt Gießen weist darauf hin, daß die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden in Gießen ihre Anträge auf Neuausstellung von Gewerbelegitimationstarten für das Jahr 1927 alsbald bei den zuständigen Polizeirevieren zu stellen haben.
* Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen. Das Poli zeiamt Gießen weist darauf hin, daß die Anträge auf Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Jahr 1927 alsbald bei den für die Wohnungen der betreffenden Antragsteller zuständigen Polizeirevieren zu stellen sind.
* Erweiterung des werktäglichen Schalterdienstes beim Bost amt 1( Bahnhofstraße). Das Postamt schreibt uns: Bom Montag, den 8. November ab ist der Briefausgabeschalter bereits von 7 Uhr vormittags( statt bisher 8 Uhr vormittag) geöffnet. Vom gleichen Tage ab ist der Schalterschluß für den Brief- und Paketverkehr von 6 auf 7 Uhr abends verlegt.
Die neue SWD. Zielsicher, mit glücklichem Empfinden für Zeitgeschmack und Zeitbedürfnis, erringt sich die SWD. ihren geachteten, ja man tann jagen führenden Platz in der Schar der illustrierten Zeitschriften. Das beweist auch die neue Nummer 6.
Die Vererbung der musikalischen Begabung ist ein Gebiet, über das die Gelehrten sich noch nicht einig sind. Eine interessante Plauderei darüber veröffentlicht Dr. W. Schweisheimer im Novemberheft von„ Westermanns Monatsheften". Wiederum ein Heft, durch das ein frischer Zug lebendigen Geistes geht!
* Einheitskurzschrift. Der Verband furzschriftkundiger Eisenbahner bei der Deutschen Reichsbahn hat auf seinem 1. Ber bandstag in Frankfurt a. M. beschlossen, sich auch dem Deutschen Stenographenbund in Dresden( Vorsitzender Regierungsrat Dr. Blauert). anzuschließen. Der Eisenbahnerverband hat etwa 7000 Mitglieder.
** Da im geschäftlichen Verkehr in letzter Zeit Verwechse lungen vorgekommen sind, weist die deutsche Haasenstein& Bogler A.-G. Berlin darauf hin, daß sie und ihre sämtlichen Vertretungen im Deutschen Reich mit der österreichischen Haasenstein& Vogler- A.- G. Wien nicht identisch sind.
* Lebensrettung durch Blutübertragung. Eine seltene Lebensrettung vollbrachte dieser Tage der Unterprimaner Karl Vetter. Ein sechsjähriger Knabe war an der Blutflecentrant
Morgen abend
mit
nicht vergessen: Haarwaschen ,, Schwarzkopf Schaumpon" und am Sonntag sieht Ihr Haar noch einmal so reizend aus! Also besorgen Sie sich morgen früh ein Päckchen Schaumpon
mit dem
schwarzen
Kopf
So gib es, wie Du es haben willst, denn ohne Dich kann ich hierin nichts tun.
Zurechtgewiesen.
( ,, Sehrohr")
Vor zehn Jahren sah ich in einer Straße des Westens Ber lins einen schönen Kinderwagen, darin lag ein Kindlein von einigen Wochen. Daneben ging ein füßes fleines Mädelchen von noch nicht drei Jahren. Ich beugte mich zu der Kleinen und fragte:
,, Du hast dich wohl sehr gefreut, als dir der Klapperstorch ein Brüderchen aus dem Storchenteich brachte?"
Aus großen Augen sah mich das Mädchen verwundert an und gab mir leise die wunderschöne Kinderantwort:
Beschämt
,, Das Fritchen lag doch an Mutti's Herzen. schwieg ich und ging meiner Wege, aber das Kinderwort begleitete mich und der staunende Blick der unschuldigen klaren Augen ob meiner dummen gedankenlosen Frage.
Gewiß, das Frigchen war unter Muttis Herzen, fleiner Liebling, und jeder Erwachsene sollte sich schämen, dir die holde, süße Wahrheit vorzuenthalten oder zu entstellen,
Wie oft kommt nicht die Kinderfrage:
,, Ja, Mutti, wenn nun der Storch fich geirrt hätte und hätte mich zufällig nebenan bei Lehmanns in den Schornstein ge worfen, wäre ich dann nicht dein Kind?"
Und dann muß sich logischerweise die dumme Antwort er geben:
,, Dann wärest du Frau Lehmanns Kind geworden." ,, Ach nein, mein Kind, so will ich dir nicht gegenübertreten, zwischen uns soll Offenheit und Warheit herrschen. Unter Mut tis Herzen bist du gewesen, winzig, winzig flein, und bist ge wachsen in ihrem Schutz und aus ihrem Blut. Kein Zufall ist es, daß du gerade ihr Kind und Liebling bist. Du trägt för perlich und geistig das Gepräge deiner Eltern.
So sollte wohl jede Mutter bei den Fragen des Kindes denken, und ich denke und hoffe, immer mehr Mütter werden nicht nur so denten, sondern auch so sprechen! Es mag wohl manchen Eltern als eine ganz nette, liebe Mär erscheinen, daß der Storch die Kinder bringt, aber wie seicht und oberflächlich ist sie doch gegenüber der heiligen Wahrheit!
Sonnabend, den 13.
beit erkrankt, die zum sichere Kleinen nicht frisches Blut z Slutübertragung erklärte sich aud) mehrmals in bestimmte Das Ergebnis dieser selbstloser Junge gerettet werden konnte waderen jungen Mann wurde Dauf und Anerkennung ausge
Andenten an seine wadere T sprechender Widmung überrei Aufreizung zur Steuer fahren, das Oberbürgermeiste teur der„ Offenbacher Zeitung Steuerverweigerung angestre voni Großen Schöffengericht verründet. Schröter wurde f Verfahrens der Staatstaffe au umjasjenden Begründung gin der Stadt Offenbach rechtsungi Berstöße vorliegen und der beim Zustandekommen der Ver nicht zuständen. Ebensoweni nicht eine Schuld, da er nach gangenen Urteilen des Provin gerichtshofes glauben mußte,
fei.
*
Funkverbindung Deutschl
wird eine unmittelbare Funty und Japan( Berlin- Data) dem Ueber diese Verbindung fönner Regierungstelegramme aus D ländern nach Japan befördert 1. dringende Telegramme; 2. wort; 3. Telegramme mit Emp Telegramme; 5. nachzusendende Dienftnotizen, die Auskünfte vo wegsanstalten verlangen; 7. Enzugebende gebührenfreie Weg
Aus Nab
Darmstadt. Der Landesve hält am Montag, 22. Novembe seine 20. Hauptversammlung ab n. a. ein Vortrag von Regierung des Innern über die Probleme
Sprendlingen( Rheinhessen) erfolgte am 8. November die G Landwirtschaftlichen Schule. Spahr.
Frankfurt a. M. Die verei amt Frankfurt a. M. haben in tenen, stark besuchten Versamm Jahr 1927 festgelegt. Danach 27. bis 30. März, die Herbstm jtatt.
Marburg. Die Kinderläh Marburg auf. Jn Beltershau erkrankt, auch in die hiesige Kinderlähmung erkrankte Rin Eberbach a. N. In selte Dember die Frau Marie Uhri begehen. Es dürfte wohl in d Frau sein.
Ein Schmugglerid Wie die„ Neue Badische deutsche Zollbehörde auf dem
dem Rhein zwischen Straßbu einer Untersuchung in Maya entdeckt, die nach Deutschlan Das Schiff und die Schmugge Bejagung des Schiffes soll trieben haben.
Wie zart und lieb aber
jur Mutter durch diese Wahrh mir:
,, Nachdem wir unserm dr daß unter Muttis Herzen woh mere und bald erwachen würd Liebe an. Er streichelte mi Herzchen", und wo ich saß, s damit ich es bequemer hätte.
tet hatte, daß dieser die M et wie ein Cerberus darüb Boll Seligkeit ließ er sich mal unter Muttis Herzen g ,, Und als dann das Sch war es ihm, denn es war i macht und ihm durch innig ,, Mutti", fragte er eine haben Bübchen und Schweste Muttis Herzen saßen, sich di
und Rüßchen gegeben?" Jch aber streichelte leise Darum fort mit Storche ter. Dort, wo sie noch nich greift mit fester Hand und
Die Un
Es hat immer unbefrie der früheren Zeit vielleicht helfen müssen und die meiste
Aber die Frage: Wozu bi Welches ist das Gebiet, auf
Dem ich mein Bestes geben fo und wenn auf diese Frage Antwort gibt, dann bleibt früh verblühen.
Doch nun in unserer m


