Sonnabend, den 12. Juni 1912.
für das Handwert bebeutet jie eine große Schädigung. In gar vielen Fällen hängt, in Ermangelung fefter Normen, die Entscheidung, ob ein Betrieb zum Handwert oder zur Fabril zu rechnen sei, demgemäß start von der subjettinen Einstellung des Betriebsinhabers, bie sich in der entsprechenden Beantwortung ber ihm gestellten Fragen widerspiegelt, ab. Nun bebente man aber, daß, namentlich gegen die Jahrhundertwende, das Handwert fast allgemein als eine überlebte Betriebsart angesehen wurde. Fühlte fich bei Emporblühen des Betriebes der Bater noch als Handwerker, die Söhne waren hiermit nicht zufrieden; fie wollten zur Dornehmeren" Industrie gerechnet werden. Nicht zu vergessen ist hierbei, daß die Mitgliedschaft bei ben Handelstammern mancherlei Ehrenstellen, wie Handelst.et usw. führen fonnte; der Titel Kommerzienrat war ausschließnc Handel und Industrie oorbehalten. Bon dem Handwerk konnte man eigentlich nur jagen., Was fannst du armer Teufel bieten:" Diese Tatsachen haben aber in der Abgrenzungsfrage dem Handwert ganz außerordentlichen Schaben zugefügt und zwar umfo mehr, als nach§ 4 bes Handelsgesetzbuches eine Eintragung in bas Handelsregister bei reinen Handwertern nicht erfolgt. Demgemäß gilt in Abgrenzungsstreitigkeiten sie Tatsache der voll jogenen Cintragung in das Handelsregister als wichtiges ta jubiz für die Zugehörigkeit des Betriebes zur Handelstammer. Diese Eintragung war aber leicht zu erlangen; dies zumal als der bekannte Staub'sche Kommentar zum 5. 6. B., der von mahgebendem Einfluß auf die Brazis der Registergerichte ist, in seinen früheren Auflagen den Begriff des Großhandwerks nicht an erkannte, vielmehr im wesentlichen Handwert als gleichbedeutend mit Kleinbetrieb anjah. Diese Auffassung Staube ist zwar von den späteren Bearbeitern feines Kommentars( ogl. 11. Auflage, Bo. 1. Anm. 8, 9 zu§ 4 5. 6. 8.) als irrig aufgegeben worden.
..Die früheren Auflagen, bis zur 8., einschließlich), erteil ten die Antwort: Sandwert liegt dann vor, wenn der e trieb nach Art und Umfang eine kaufmännische Einrichtung nicht erfordert." Indessen muß die ganze Antwort auf die gestellte Frage anders aufgebaut werden". Siernach braum: ein Handwerksbetrieb nicht Kleinbetrieb zu sein, Dielmehr bleibt der Unternehmer auch bei Großbetrieb, insbesondere bei großem Umfange seines Betriebes und bei erheblichem Umjay, Handwerker, jolange er in der angegebenen Weise mitarbeiter" So dankenswert dieses Zugeständnis des früheren Irrtums auch ist, geichadet hat die frühere irrtümliche Auffassung Staubs, die immer noch nachspult, dem Handwerf enorm. Auch eine weitere Stonstruktion der Rechtsprechung ist dem Handwert nicht förderlich geweien; außer den Fabrilen und dem Handwert hat man bei stehenden Gewerbebetrieben noch eine weitere dritte
,, Gießener Zeitung"
Rechtsprechung jetzt allgemein anerkannt wird, gibt. Hiermit ift es aber nicht getan; diese Folgerung muß nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Brazis endlich gezogen werden. Weiterhin ist eine Nachprüfung dringend erforderlich, ob infolge der Weiterentwidlung des Handwerts auch die seither Don Literatur und Rechtsprechung aufgestellten Unterscheidungs mertmale zwischen Industrie und Handwerk noch wirklich mak gebend jind oder ob hier nicht durch die moderne Entwidlung bes Handwerts Berschiebungen zu Gunsten des Letzteren eingetreten sind. In jedem Falle wird aber bei Anwendung der in Rechtsprechung und Literatur angenommenen Unterscheidungs mertmale davon auszugeben sein, daß eine Reihe von ihnen mie taufmännische Buchführung. Arbeitsteilung usw. auch in bandwerterlichen Betrieben vorkommen, ohne daß diese dadurch den Charakter eines Handwerksbetriebes perlieren; dies mus nachbrüdlicher als jest betont werden. Bei Unterscheidung zwi schen Industrie und Handwerk handelt es sich zudem nicht um die
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anerkannt. Welche Rückwirkung diese Anerkennung auf das Handwerf ausgeübt hat, geht aus einer Anmerkung des Landmannschen Kommentars zu§ 100 G hervor, 100 05 heißt:„ Es werden also hier dem handwerksmäßigen Betrieb der fabrikmäßige Betrieb und der kaufmännisch- gewerbliche Großbetrieb gegenübergestellt; diese Unterteilung der nicht hand mertomäßigen Betriebe ist dann ohne Bedenken, wenn sie nicht dazu führt, um alle Großbetriebe dem Handwerksbegriff zu ent ziehen, selbst, wenn Betriebsmerkmale fich vereinigen, die, wie Teilnahme des Inhabers am technischen Hergang der Erzeugung und handwerksmäßige Ausbildung der Fachgehilfen und des Nachwuchses, ohne Zwang die Einordnung des Betriebes unter den Handwerksbegriff ermöglichen; im Sinne des Gesetzes liegt cs, solche Großbetriebe dem Handwert und seinen Organisationen zu erhalten."
Wie aus einem von Dr. Breyler in der Handwerkerpresse veröffentlichten Artikel ,, Reichshandwerksordnung oder Novelle zur Gewerbeordnung?" zu entnehmen, fordert das Handwerk, nachdem nun der Entwurf einer Reichshandwerksordnung zurüdnestellt worden und eine Novelle zur Gewerbeordnung in Ausjicht genommen ist, von dieser Novelle eine Regelung der Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk.
Bei dieser Regelung wird zunächst davon auszugehen sein, day es handwerkerliche Großbetriebe, wie dies auch von der
Wer mich bekennet.
Bon Erwin Gros.
12. Fortsetzung.
Da erschrat Peter Michel, der Schultheiß, in tiefster Seele und schaute die neben ihm stehenden zwei Gerichtsschöffen voll Bedenklichkeit an. Was würde das für ein Himmelgeldspiel tosten! Und die Last konnte nicht auf die Gemeinde abgewält werden; sie mußte von den paar Leuten hier getragen werden. Da war er schön dumm gewesen, als er tonvertierte.
Doch alsbald fiel ihm ein Stein vom Herzen, als der Priester nach einer Kunstpause fortfuhr, daß seine Erzellenz in Ansehung der bis dato noch schwachen Gemeinde das Gotteshaus auf eigene Kosten erbauen, auch zunächst die Hauptlast der neuen Pfarrei auf sich nehmen wolle, bis die Gemeinde, was zu er hoffen, gewachsen und stark geworden wäre. Das tue Seine Exzellenz in majorem Dei gloriam, zur größeren Ehre Gottes und um den Gläubigen ein Erempel des Eifers für die alleinseligmachende Kirche zu geben, damit auch anhiero zu Holzhausen die Ketzerei dem rechten Glauben weiche, und viele verirrte Schafe wieder zur Herde des Heiligen Vaters, des von Jesus Christus verordneten Hirten und Stellvertreters auf Erden, zurückkehrten. Diesem Exempel müßten alle Gläubigen nachstreben. Alsdann wurde noch der Gegen Gottes auf das Haupt des hohen Stifters erflebt, und zulekt das Gemeindlein ent laffen.
Am Montag reifte seine Exzellenz nach Frankfurt weiter und ließ ein ganz und gar perstörtes Dorf hinter sich.
.Paßt auf," bieß es, ob nicht die ganze Gemeinde Fron dienste tun muß, als da sind, das Fundament graben, die Steine und das Holz herbeifahren, den Handlanger beim Bau spielen." ..Jawohl, gegen unsre eigene Ronfession werden wir an dem Werk helfen müssen!"
Aber, was will man machen, da heißt es wieder einmal für uns arme Bauern, leg dich frumm, dann wird dir Gott helfen."
3hr Leute", fuhr da Peter Kik dazwischen, es ist noch nicht aller Tage Abend. Wie id) gebort habe, tommt der Landgraf
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Anwendung fester Rechtsbegriffe, sondern um eine Beurteilung rein wirtschaftlicher Verhältnisse, die sich den jeweiligen Zeitverhältnissen anzupassen hat. Ebenso ist es selbstverständlich, daß juristische Personen wegen ihrer Rechtsform nicht aus dem Handwerk auszuscheiden haben. Es ist für das Handwert unerträglich, daß ein handwerkerlicher Betrieb infolge seiner Umwandlung in eine 6. m. b. 5. oder in eine sonstige juristische Person aus der Innung ausscheiden soll. Die herrschende Rechtsprechung hält an dieser Auffassung, namentlich in Preußen, leider hieran noch fest, wiewohl bereits eine Reihe von Erkenntnissen zu ogl. insbesondere die bei Landmann in Anm. 2 zu § 100 f aufgeführten, die zudem meist neueren Datum jind eine solche Folgerung vereinen. Ich schließe mich letzteren Erkenntnissen an und kann nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese dem Rechtsempfinden entsprechende neuere Rechtsentwidlung im ganzen Reiche durchdringt. Irgendein sachlicher Grund für die ältere Ansicht, die sich im wesentlichen nur auf formal- juristische Gesezesinterpretation ftüßt, ist nicht vorhanden.
Wie aus dem bereits erwähnten Artifel des Herrn Dr. Bretler ersichtlich, ist das Handwerk in der Abgrenzungsfrage
Friedrich Jakob aus den Niederlanden in Bälde heim. Wir wollen mal abwarten, was er zu diesem neuen Bauwerk sagt!"
Es war lurz vor Johanni; das alte Bauernsprichwort hatte sich nicht bewahrheitet: Bor Johanni muß die ganze Gemeinde um Regen bitten, nach Johanni zwingt's ein altes Weib allein." Um Pfingsten hatte eine ununterbrochene Regenzeit eingejekt so daß es eine Unmöglichkeit war, auf dem Feld zu arbeiten. Jetzt aber hatte die Sonne sich auf ihr Königtum wieder bejonnen, in lichter Herrlichkeit wandelte sie durch den blauen Himmelssaal und lachte strahlend über Berg und Tal.
,, Wohin willst du denn fahren?" fragte Peter Kiz. Hans Heeger fuhr zum Obertor hinaus. Zwei Kühe waren vor einen flug gespannt, der mit dem Hinterteil auf einer Schleife stand.
..Ich will bei der Burg das Krautftüd umadern und Pflanzen darauf setzen!" ..Salte einmal still, Sans; hast du schon gehört, auf der Saalburg soll eine große Zigeunerbande hausen. Man meint, es wäre die Horde, die damals von uns abgeschmiert worden ist. Sie sollen über die ganze Gegend schwärmen."
„ Na, nach Holzhaufen werden sie sich nicht wagen, dann brennt ihnen der Budel," erwiderte Hans Heeger lachend.
Peter Kiz machte mit der Hand eine verneinende Handbewegung: Der Flurschüz hat mir vorhin erzählt, bei der Burg hätte er gestern Mittag und heute früh ein abscheulich schönes Zigeunermensch gesehen. Gestern wäre sie allein gewesen, heute hätte sie einen Mannsterl bei sich gehabt. Wie der Schüh näher herzugegangen ist, war der aber auf einmal wie vom Erdboden eingeschluckt. Das Weibsbild aber hätte gesagt, sie suche feltene Kräuter, die man in der Johannisnacht pflüden müsse. Dem Feldschüß aber war das sehr sonderbar, daß sie von feinem Mannsterl, der doch bei ihr gewesen war, nichts wissen wollte. Und der Schütz hätte ihn doch mit eigenen Augen gesehen, ja, er meint jogar, der Kerl hätte ein Schießgewehr gehabt. Was soll man davon denken? Ich meine, du solltest ein wenig die Augen offen halten, weil boch der Häuptling damals dich. et tannt und voll Gift dir Rache getürmt hat."
Hans Heeger lachte: 3m Gebüjd) auf der Burg habe ich auch schon Blumen und Kräuter gefunden, wie ich ste mein Leb
Nr. 24
Sonnabend, den 12. Juni 1912
32 Sibung der Handwerks In Darmstadt tagte am Diensta er Hessischen Handwerkskammer. die Erschienenen und wies auf die merterstandes hin. Die Kreditbeschaf Sm abgelaufenen Jahr wurden sechs tellen errichtet, die sich bereits bewäl Den Boranschlag und dankte dem Mi besondere dem anwesenden Staats Sealer für stetes. Entgegenkom Rammermitglied Schreinermeister wird ein ehrenvoller Nachruf gewid
auf Widerstand seitens der Industrie gestoßen. Ich kann dies nur auf das lebhafteste bedauern. Ist doch die Industrie auf das wesentlichste an einem starken blühenden Handwerk intereffiert. Man redet jo unendlich viel von der Stärkung der Kauftraft des Inlandsmartis; hier sollte man nicht vergessen, das ein blühendes Handwerk einen der besten Abnehmer der indutriellen Erzeugnisse bildet. Das Blühen und Gedeihen des Handwerks hängt aber zu einem sehr wesentlichen Teile davon ab, daß ihm seine aufstrebenden Betriebe erhalten bleiben. Dies ist nicht eine bloße Prestigefrage für das Handwerk; will es emporfommen, so kann es auf diese Betriebe, die Pionierarbeit für die kleineren Handwerksbetriebe zu leisten haben, aus denen eine Reihe der tüchtigsten handwerkerlichen Führer hervorgehen. nicht verzichten. Es handelt sich hier tatsächlich um eine Lebensfrage des Handwerks, während die Industrie wie ihre Organijationen, insbesondere die Handelskammern, taum davon be= rührt werden, ob diese Betriebe beim Handwerk bleiben oder zu ren Handelskammern fommen. Die Industrie, die zu einem guten Teil aus dem Handwert hervorgegangen und in ihrem jezigen Bejikstande aufgrund der früheren in dem Artikel geschilderten Vorgänge dem Handwerk gegenüber ohnehin stark bevorzugt ist bei einer genauen Nachprüfung würde ein gutes Teil der zu der Industrie gerechneten Betriebe wohl zur Handwerkskammer zurüdmüssen sollte schon aus eigenem Interesse dem Handwerk in der Abgrenzungsfrage auf das weitestgehende entgegenkommen. An einem schwachen und verarmten Handwert, das sich nur aus Kleinbetrieben zusammensetzt, hätte sie teinen zahlungskräftigen Abnehmer für ihre Erzeugnisse, würde auch teine traftvolle Unterstügung in allen den Fragen finden, wo die Interessen des Handwerks und der Industrie identisch jind. Möchte daher bei Gelegenheit der in Ausficht genommenen Novelle zur Gewerbeordnung die Abgren zungsfrage in einem Sinne erledigt werden, der den berechtigten Wünschen des Handwerks entspricht.
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Wochenende.
Der Tätigkeitsbericht ist den 2 gangen. Ueber die einzelnen Ne Herren: Dr. Goll( Darmstadt), Här( Gießen), Dr. Reiff Friedber und Dr. Kaifer( Worms). Aus alle leit der Nebenstellen.
Direktor Schüttler erstattete über das gewerbliche Unterrichtsw einer Betriebswirtschaftsstelle in G Teit dieses Betriebsforschungsinsti nings- Gießen, und die Errichtu Handwerk und Gewerbe Direktor Nach einem Referat des Syndi Steuerfragen fand folgende Entschli „ Die 32. Vollversammlung der bejhließt: Das Handwert hat ein J Jein einer aktionsfähigen StaatsEs betrachtet indessen den noch heu Staats- und Gemeindezwecke und de mit dem Gesamtertrag des deutsche dauernden Ueberanspannung mit öf jammenbruch der deutschen Wirtscha Boltseinkommens. Die Zeichen ein machen sich bereits in erschreckender
Wochenendserholung. heißt die Lojung, die immer mehr auch in Europa Platz zu greifen beginnt. Ein jeder sieht ein, daß das hastende, berufstätige Treiben, vor allem in der Großstadt, am Wochenende der Entspannung bedarf, daß neue Kraft zur Arbeit dadurch gewonnen werden muß, daß der SonnabendNachmittag und der Sonntag der völligen Ruhe und Erholung möglichst in der weiten Natur gehöre.
Nur für die Angestellten in offenen Verkaufsstellen scheint pieser Gedankengang nicht richtig zu sein, denn unbekümmert um alle Weekend Bestrebungen arbeitet ein Teil der Ladenbesitzer daran, die Sonntagsarbeit wieder einzuführen oder zu erwei tern. Die angeführten wirtschaftlichen Gründe für eine solche Forderung sind jedoch nicht stichhaltig, führt doch die Sonntags. ruhe in Ladengeschäften im wesentlichen nicht zu einem Unterlassen des Kaufes, sondern lediglich zur zwangsläufigen Berschiebung auf einen anderen Zeitpunkt. Was notwendig ist, wird eben zu anderer Zeit gekauft.
Die große Organisation der weiblichen Handels- und Büroangestellten hat daher gegenüber dem dem Reichstag vorliegen. den Antrag auf eine 4ftündige Sonntagsarbeit folgende Ent schließung gefaßt:
..Die am 25. April 1926 im Reichswirtschaftsrat tagenden Körperschaften des VWA, Hauptausschuß, Hauptvorstand und Beirat des Verbandes der weiblichen Handels- und Büro angestellten E. V. wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen die Versuche, die Sonntagsruhe zu beseitigen. Sie bedauern, Daẞ. dem Reichstag ein Gesetzentwurf zur Beschlußfassung unterbreitet ist, durch den eine Sonntagsarbeit zugelassen werden soll..
Ans gesundheitlichen, sittlichen und religiösen Gründen haben die Angestellten einen berechtigten Anspruch auf den Sonntag, der frei ist von aller Berufsarbeit
Der BWA richtet daher an den Reichstag das dringende Ersuchen, den Antrag Pezold, Bormann u. Genossen Nr. 1800 auf Einführung der Sonntagsarbeit abzulehnen."
tag noch nicht gesehen habe. Und die Zigeuner brauchen doch dergleichen zu ihren Quadsalbereien. Deswegen braucht man nichts Schlimmes zu denken."
..Hm, ja, was soll man da sagen?" erwiderte Peter Rig. ..Wie ich jung war, war ich genau so. Da meint man, man hätte zwei Leben zu verleben und könnte eins schon einmal ristieren."
Hans Heeger fuhr mit seinem Gespann weiter zur„ Burg" Die Burg" war eine starte Erhöhung, wohl zehn Minuten vom Dorf entfernt. In der Tiefe floß der Erlenbach und trieb etliche Mühlen. Hier sah man so recht, daß Holzhausen aus der Ebene hervorragte. Bon der Burg aber überschaute man erst recht die herrliche Linienführung des Taunus, wie alle Dörfer der Landschaft bis nach Homburg hin, das mit seinen Türmen den Gesichtskreis nach Südwesten begrenzte. Ehe Hans Heeger an seine Arbeit ging, stand er eine Weile still und trant das schöne, stille, sonnbeglänzte Bild in fich hinein. Es erinnerte ihn an die Heimat.
„ Das könnte die Sidinger Höhe sein. Genau so, wie der Erlenbach bei Röppern, schneidet der Bliesbach bei unserm Dorf eine Kerbe in den Gebirgszug."
Und dann gedachte er der Jungfrau, die er von ganzer Seele liebgewonnen hatte: Wo sie ist, da ist meine Heimat. Wenn wir einmal verheiratet sind und etwas vor uns gebracht haben, dann reijen wir beide heim in die Pfalz. Sie muß mit mir zusammen mal an den Gräbern von Vater und Mutter und der Schwester stehen."
Und seine Seele wurde weich in zwiefacher Sehnsucht.
Doch Hans war fein gefühlsmäßiger Träumer; fast unwillig schüttelte er die Stimmung der Stunde als unmännlich von sich ab und begab sich an seine Arbeit. Er mußte fich tummeln, nach zwei Stunden wollte die Mutter Bogelsberger heraustommen, und die Pflanzen bringen. In dem geduldigen Schritt bes Pflügers ging er hinter dem langsamen Gespann her, den einen Fuß unten in der Furche, den andern oben auf dem noch nicht umgestürzten Ader, ganz vertieft in sein mühsames Wert.
Er jah nicht, wie zwei haßerfüllte Augen aus dem Gebüsch nach ihm starrten. Gibt es einen rachfüchtigeren dag als den, der aus verschmähter Liebe aufsteigt? Wie ein ehernes Stand
gierungen, Verwaltungen und Parla die Kraft aufbringen, um in durchg aufgaben und die ganze noch imm zurüdzuführen auf eine nach dem dauernd tragfähige Basis. Es gilt jenen Teilen der Staats- und G Rahmen unserer heutigen Lage von sind und die der freien Entwicklung Lediglich durch solche Maßnahmen ringerung der von der Wirtschaft fentlichen Verwaltung herbeigefü Der Vorsitzende schloß um 5 Uh
Lokal
Wie man's
In der„ neuen" Zeit, und besonde ind wir Deutsche mit Verordnunge j. überschüttet worden. Aber es als ob nun auch jedermann gena ju lassen hat. Insonderheit ist tlarheit, wieviel man- zahlen i tommt's eben auf die Auslegung Tatsache des Relativen überhaup Wie und von welcher Seite her m heit, ein Gegenrärtiges oder ein und muß eben sehr verschieden sein find se verschieden, nach Alter ur wild Lebenserfahrung. Wer Sozia Jahr 1848 oder das Jahr 1918 and die monarchische Tradition über Geschichtsforscher wird den Ereignis Heldentum erfüllt waren, eine Zarathustra! Was hat man ni Johannis hineingeheimnißt! In f bild stand die junge Zigeunerin, a lehnt. Aus der Tiefe ein Rascheln! den Hang empor. Das Mädchen mac zu jein und jedes Geräusch zu verm Kopf neben der Eiche. „ Wenn er zurüdkommt und an Rüden zukehrt, schießt du, hast d Elange. Ist mir zu gefährlich“, sagte io fpringt er mich an, wie der Fuc mit mir."
Da zog die Dirne einen D er dich an, so helfe ich dir.- Bist zu rächen, so wirst du nie der Ma Der Bursche warf sich ins G der für sein Gewehr der Stützpun In langjam wiegendem Shri gerichtet, kommt der Pflüger dem
Jeht ist er am Wege und dreht sei Ein Schuß zerreißt die Stille. Hans Heeger läßt den Pflug Händen nach der Brust. Entgeiste woher das Mordgeschoß fam, wo Zuge einer diden Eiche emporfrä fliehende Schlange fich windet.
Da löst sich von dem Stamm stalt. Die Fäuste hebt sie wied Shrei aus, der nichts Menschliche Höllische Rachgier, satanische „ Mariuschta, Teufelin!" ruj wistlos auf sein Angesicht. Im Weile meiter; wie ein führerlose Die beide und her, dann steht das Gespan Jutter des Acers.Jh weiß nicht," sagte der
an der Eidje leer.
Michel, die gefomment was, um zu


