Einzelbild herunterladen

Nr. 24

Sonnabend, den 12. Juni 1912.

er Industrie gestoßen. Ich kann dies bedauern. Jit doch die Industrie auf m starken blühenden Handwerk inter­ndlich viel von der Stärkung der Kauf hier sollte man nicht vergessen, bag einen der besten Abnehmer der indu et. Das Blühen und Gedeihen des einem sehr wesentlichen Teile davon enden Betriebe erhalten bleiben. Dies igefrage für das Handwert; will es

auf diese Betriebe, die Pionierarbeit rtsbetriebe zu leisten haben, aus denen handwerkerlichen Führer hervorgehen, elt sich hier tatsächlich um eine Lebens­hrend die Industrie wie ihre Organi e Handelskammern, taum davon be

triebe beim Handwerk bleiben oder zu mmen. Die Industrie, die zu einem ndwerk hervorgegangen und in ihrem rund der früheren in dem Artikel ge­1 Handwerk gegenüber ohnehin start her genauen Nachprüfung würde ein

Dustrie gerechneten Betriebe wohl zur müssen sollte schon aus eigenem in der Abgrenzungsfrage auf das mmen. An einem schwachen und ver

nur aus Kleinbetrieben zusammen­ungskräftigen Abnehmer für ihre Er­kraftvolle Unterstügung in allen den teressen des Handwerts und der Ja hte daher bei Gelegenheit der in Aus

e zur Gewerbeordnung die Abgren

e erledigt werden, der den bereiten

entspricht.

Bochenende.

heißt die Losung, die immer mehr greifen beginnt. Ein jeder sieht ein ätige Treiben, vor allem in der Groß Entspannung bedarf, daß neue Kraft men werden muß, daß der Sonnabend ntag der völligen Ruhe und Erholung Catur gehöre.

Ilten in offenen Verkaufsstellen scheint t richtig zu sein, denn unbekümmert um

en arbeitet ein Teil der Ladenbesitzer eit wieder einzuführen oder zu erwei wirtschaftlichen Gründe für eine solche cht stichhaltig, führt doch die Sonntags im wesentlichen nicht zu einem Unter ern lediglich zur zwangsläufigen Ber deren Zeitpunkt. Was notwendig ist, it gekauft.

on der weiblichen Handels- und Büre genüber dem dem Reichstag vorliegen ündige Sonntagsarbeit folgende Ent

I 1926 im Reichswirtschaftsrat tagender

WA, Hauptausschuß, Hauptvorstand und s der weiblichen Handels- und Büro iden sich mit aller Entschiedenheit gegen ntagsruhe zu beseitigen. Sie bedauern n Reichstag ein Gesezentwurf zur Be itet ist, durch den eine Sonntagsarbei

i werden soll....

hen, sittlichen und religiösen Gründen

n einen berechtigten Anspruch auf der von aller Berufsarbeit.. daher an den Reichstag das dringend Petzold, Bormann u. Genossen Nr. 180 Sonntagsarbeit abzulehnen."

habe. Und die Zigeuner brauchen do uadsalbereien. Deswegen braucht mas nfen."

man da sagen?" erwiderte Peter Kis rich genau so. Da meint man, man erleben und könnte eins schon einmal

it seinem Gespann weiter zur Burg" e starte Erhöhung, wohl zehn Minuter der Tiefe floß der Erlenbach und triel

h man ſo recht, daß Holzhausen aus de in der Burg aber überschaute man en nführung des Taunus, wie alle Dörfe Homburg hin, das mit seinen Türmes Südwesten begrenzte.

n seine Arbeit ging, stand er eine Weil

ne, stille, sonnbeglänzte Bild in sich n an die Heimat.

dinger Höhe sein. Genau so, wie de schneidet der Bliesbach bei unsern Gebirgszug."

er der Jungfrau, die er von ganze te:, Wo sie ist, da ist meine Heimat iratet sind und etwas vor uns gebrad beide heim in die Pfalz. Sie muß mi Den Gräbern von Vater und Mutter un

irde weich in zwiefacher Sehnsucht.

под

1 gefühlsmäßiger Träumer; fajt unwillig ung der Stunde als unmännlich von ſid ine Arbeit. Er mußte sich tummeln, Die Mutter Bogelsberger herauskommen ngen. In dem geduldigen Schritt de

r dem langsamen Gespann her, den eine che, den andern oben auf dem noch nich 13 vertieft in ſein mühsames Wert. zwei haßerfüllte Augen aus dem Gebü

Gibt es einen rachfüchtigeren Haß als de

ebe aufsteigt?- Wie ein ehernes Stam

32. Sigung der Handwerkskammer für Hessen.| In Darmstadt tagte am Dienstag die 32. Vollversammlung der Hessischen Handwerkstammer. Vorfizzender Noh1 begrüßte Die Erschienenen und wies auf die große Notlage des Hand: werferstandes hin. Die Kreditbeschaffung bereite große Gorgen. Gm abgelaufenen Jahr wurden sechs Handwerkskammer- Reben­Bellen errichtet, die sich bereits bewährt haben. Redner besprach den Voranschlag und dankte dem Minifterium des Innern, ins besondere dem anwesenden Staatsfommissar, Ministerialrat echler für stetes Entgegenkommen. Dem verstorbenen Rammermitglied Schreinermeister Heil, Fränkisch Crumbach, wird ein ehrenvoller Nachruf gewidmet.

Der Tätigkeitsbericht ist den Delegierten im Drud zuge gangen. Ueber die einzelnen Rebenstellen berichteten die Herren: Dr. Goll( Darmstadt), Dr. Höhlbaum( Offenbach), Röhr( Gießen), Dr. Reiff( Friedberg), Dr. Edhwant( Mainz) und Dr. Kaiser( Worms). Aus allen Berichten sprach die Nüg­lichkeit der Nebenstellen.

Direktor Schüttler erstattete ein ausführliches Referat über das gewerbliche Unterrichtswesen. Ueber die Errichtung einer Betriebswirtschaftsstelle in Gießen und die Arbeitstätig­Teit dieses Betriebsforschungsinstituts, referierte Dr. Bün= nings- Gießen, und die Errichtung eines Schiedsgerichts für Sandwert und Gewerbe Direktor Schüttler.

Nach einem Referat des Syndikus Dr. Lindemann über Steuerfragen fand folgende Entschließung Annahme:

Die 32. Vollversammlung der hessischen Handwerkskammer beschließt: Das Handwerk hat ein Interesse an dem Vorhanden­jein einer attionsfähigen Staats- und Gemeindeverwaltung. Es betrachtet indessen den noch heute bestehenden Umfang der Staats- und Gemeindezwede und deren Kosten als unvereinbar mit dem Gesamtertrag des deutschen Volkes. Die Folge einer bauernden Ueberanipannung mit öffentlichen Lasten ist der Zu­jammenbruch der deutschen Wirtschaft und damit die Quelle des Bolfseinkommens. Die Zeichen eines solchen Zusammenbruchs machen sich bereits in erschreckendem Umfang bemerkbar. Re­gierungen, Verwaltungen und Parlamente müssen den Mut und die Kraft aufbringen, um in durchgreifendem Maße die Staats­aufgaben und die ganze noch immer aufgeblähte Verwaltung zurückzuführen auf eine nach dem Zustand der Wirtschaft bauernd tragfähige Basis. Es gilt eine Entäußerung von allen jenen Teilen der Staats- und Gemeindeverwaltung, die im Rahmen unserer heutigen Lage von nicht absoluter Dringlichkeit sind und die der freien Entwidlung überlassen werden müssen. Lediglich durch solche Maßnahmen kann eine ausreichende Ver­ringerung der von der Wirtschaft aufzubringenden Lasten der öffentlichen Verwaltung herbeigeführt werden.

Der Borsitzende schloß um 5 Uhr die Sigung.

Lokales.

Wie man's auslegt.

In der neuen Zeit, und besonders in den allerletzten Jahren jind wir Deutsche mit Verordnungen, Bestimmungen, Gesetzen usw. überschüttet worden. Aber es steht deshalb noch nicht so, als ob nun auch jedermann genau wüßte, was er zu tun und zu lassen hat. Insonderheit ist manchmal weitgehende Un­flarheit, wieviel man zahlen muß. In gar vielen Fällen tommt's eben auf die Auslegung an. Trösten wir uns mit der Tatsache des Relativen überhaupt! Das ist nun einmal so. Wie und von welcher Seite her man ein Ding, eine Begeben­heit, ein Gegenrärtiges oder ein Gewesenes ansieht, das kann und muß eben sehr verschieden sein, denn die Menschen selber find se verschieden, nach Alter und Bildung, Weltanschauurg und Lebenserfahrung. Wer Eojialist sein will, der wird das Jahr 1848 oder das Jahr 1918 anders beurteilen als einer, dem die monarchische Tradition über olles geht. Ein pazifistischer Geschichtsforscher wird den Ereignissen, die von Waffenlärm und Heldentum erfüllt waren, eine andere Darstellung widmen Zarathustra! Was hat man nicht alles in die Offenbarung Johannis hineingeheimnißt! In seinen Lebenserinerungen er­

bild stand die junge Zigeunerin, an den Stamm einer Eiche ge= lehnt.

Aus der Tiefe ein Rascheln! Ein brauner Bursche hastete den Hang empor. Das Mädchen machte ihm ein Zeichen, vorsichtig zu sein und jedes Geräusch zu vermeiden. Jetzt war der schwarze Kopf neben der Eiche.

,, Wenn er zurüdtommt und am Wege umkehrt und uns den Rüden zukehrt, schießt du, hast du verstanden," zischelte die Schlange.

..Ist mir zu gefährlich", sagte der Bursche. Fehle ich ihn, so springt er mich an, wie der Fuchs den Hasen, und es ist vorbei mit mir."

Da zog die Dirne einen Dolch aus dem Hüfttuch: Fällt

er dich an, so helfe ich dir. Bist du zu feig, deinen Hauptmann

zu rächen, so wirst du nie der Mann der Häuptlingstochter."

Der Bursche warf sich ins Gras, legte einen Stein zurecht,

der für sein Gewehr der Stüßpunkt wurde, und wartete.

In langsam wiegendem Schritt, die Augen auf den Boden gerichtet, kommt der Pflüger dem Hinterhalt näher und näher. Jetzt ist er am Wege und dreht sein Gespann um. Ein Schuß zerreißt die Stille.

Hans Heeger läßt den Pflug los und greift mit beiden Händen nach der Brust. Entgeistert starrt er nach dem Gebüsch, woher das Mordgeschoß tam, wo noch ein graues Wölflein am Fuße einer dicken Eiche emporträufelt, und wo am Boden eine fliehende Schlange sich windet.

Da löst sich von dem Stamm des Baumes eine Frauenge­stalt. Die Fäuste hebt sie wieder das Opfer und stößt einen Schrei aus, der nichts Menschliches mehr an sich hat. Höllische Rachgier, satanischer Triumph! ,, Mariuschka, Teufelin!" ruft Hans Heeger und stürzt be­wußtlos auf sein Angesicht. Im nächsten Augenblick ist der Plaz an der Eiche leer. Die beiden Zugtiere schreiten noch eine Weile weiter; wie ein führerloses Schiff schwankt der Pflug hin und her, dann steht das Gespann still und rupft das spärliche Futter des Ackers.

Ich weiß nicht," sagte der Freimundsmüller zu Sybille Michel, die gekommen war, um zu fragen, ob ihr Korn gemahlen

,, Gießener Zeitung"

zählte Ludw. Richter gar vergnüglich, wie ein armer, heftischer Schuhslider den Leuten ganz ernsthaft darzulegen wußte, daß in diesem letzten Buche der Bibel sogar der Name des Kaisers Napoleon enthalten oder vorausgejagt sei.. Es gibt über moderne Bilder, Gedichte, Tonwerte, bei denen man sich das Entgegengesetteste denten kann. Eine ideale Sache ist das gerade nicht. Aber man wird sich halt damit abfinden müssen, daß nicht zuletzt die Geschmadsurteile bei der Betrachtung von tünstlerischen Dingen eine beträchtliche Rolle spielen, und über die sehr verschiedenen Geschmäder läßt sich bekanntermaßen faum streiten.

Uebel ist es, wenn jemand eine flare Pflicht, ein unbe dingtes ethisches Soll, solange dreht und wendet, bis die umge= tehrte Deutung herausspringt. Diese Art Umwertung hat für viele etwas Bequemes und Lodendes. Sie entspricht aber nicht der deutschen Wahrhaftigkeit. Und es ist gut, da schließlich doch eine bessere, eine gewissenhaftere Stimme Einspruch erhebt

Gießener Flugveranstaltung am 9. Juni. Auf dem Gießener Flughafen.

Der Luftverkehr und die Flugverwaltungen, die sich immer neue Freunde erwerben, und durch das Ergebnis der Pariser Luftfahrtverhandlungen, welches leider in seinen genauen Ein­zelheiten immer nach der Oeffentlichkeit vorenthalten wird, in neue Stadien getreten sind, leiden in diesem Jahre unter der überaus schlechten Witterung. Nicht etwa, daß man bei diesem schlechten Wetter nicht fliegen tönnte. Schlechtes Wetter hatte auch die Gesellschaft für deutsches Flugwesen m. b. H. Berlin ver­anlaßt, ihre Veranstaltung auf Mittwoch, abends 6 Uhr, zu ver­schieben.

Hunderte unserer Stadt zogen hinaus zum Flughafen, doch Tausende hätten es sein können, um die Künstler der Luft in ihren schwierigsten Kunststüden zu bewundern. Durch ein Ge­schwaderkunstflug der Flugzeuge Here" Gröbedintel, Teufel"- Haal und ,, Baby", Peschte begann das wirklich erstklassige Luft­schauspiel. Sodan zeigt sich Gröbedinkel, Haal und Schuster auf ,, Schorehl" im Zielabwerfen mit martierten Postbeuteln. Wag­halsige Vorführungen vollbrachte Gröbedinkel mit seiner Here" und es der ganzen Geschidlichkeit, Geistesgegenwart und Energie des Piloten bedurfte, um seine Maschine im Absturz wieder auf­zufangen. Während dessen wurde den Zuschauern Trumpf­Schokolade als süße Ueberraschung" abgeworfen. Besonders der Fallschirmabsprung des Fallschirmpiloten und Rekordsprin­gers Ernst Streit gelang vorzüglich und aus einer Höhe von ca. 400 Meter ausgeführt. Ein interessantes Luftringen zwischen Haal und Gröbedinkel mit einer Ballonsverfolgungsjagd waren gute Abwechslung. Der bekannte und ebenso sichere als wag­halsige Flugzeugpilot Saal pollbrachte in schneidigen, aller­größte Gewandtheit erfordernde Spiralfliegen Loogings und Trudeln, dem waghalsigen Ueberschlagen des Flugzeuges und dem jähen nervenerregenden Absturz und freudig wurde der Pilot bei seiner Landung begrüßt. Passagierflüge gab vielen Besuchern Gelegenheit, unsere Heimat aus den Lüften zu schauen. Direktor O. Glaeser kann stolz auf dieses nur zeigendes Geschwader sein.

Im Flugzeug über Gießen und seiner Umgebung.

Alle Vorbereitungen zum Flug sind beendet. Pilot Haupt­mann a. D. G..... hat seine Here" noch einmal geprüft. Ich nehme bei ihm Play. Der Propeller wird in Bewegung ge= bracht. Langsam, majestätisch erhebt sich der Apparat und neben dem Gurren des Propellers umfängt mich eine seltsame Stille. Es ist schon später Nachmittag. Unter uns glänzen zwei blaue Bänder, die Wieseck und die Lahn. Dazwischen breitet sich ein hübsches gartenartiges Gelände aus. Ueber die Lahn geht es, und als ein großer und runder Wald hebt sich der Dünsberg ab. Das Flugzeug fliegt in einer Höhe von über 1000 Meter. Jetzt erblide ich unter uns Dorf und Burg Gleiberg, von letzterer der Turm als ein Wahrzeichen alter, vergangener Zeiten hinauf­ragend. Das Panorama ist wunderschön. Das Flugzeug fällt

sei ,,, was der Nero den ganzen Mittag hat. Er zerrt an der Kette und macht einen Lärm, daß. man's nicht aushalten kann. Zweimal habe ich ihn schon verprügelt, aber die Kreatur ist rein verrückt und gibt keine Ruhe. Wäre es Nachtzeit, so könnte 1an an Spitzbuben denken, die in der Nähe sind."

Im selben Augenblic erscholl oben von der Burg ein Schuß. Der Freimundsmüller fuhr zusammen: ,, Mein Gott im Himmel, was soll das bedeuten?"

Sybille aber sprach, am ganzen Leibe zitternd: ,, Der Ge­selle von meinem Paten adert, wie mir von Kizens Peter gesagt worden ist, oben an der Burg. Ob ihm der Schuß gegolten hat?" ,, Wir müssen mal sogleich vigilieren, aber den Nero machen wir von der Kette los und nehmen ihn mit."

Der Hund war ein mächtiges Tier; ihn von der Kette frei zu machen, tostete einige Mühe, weil er voller Hast und Unrast war. Raum aber war der Fessel gefallen, so lief er bachauf­wärts dem Gebirge zu, Sein wütendes Getläff erfüllte das ganze Tal. Dann verstummte es, statt dessen hörte man wildes Wehgeschrei einer Männerstimme.

Da ließ der Müller einen lauten Pfiff auf den Fingern er­tönen, gehorsam tehrte der Hund zurüd, im Maul einen Ge­wandsetzen.

Er umsprang seinen Herrn und bellte, als wollte er sagen: ,, Warum hast du mich zurüdgerufen, mein Herr? Ich hatte ja eben erst angefangen, den Halunten zu rütteln und zu reißen."

Saftig stieg der Müller und das Mädchen den steilen Pfad empor, der zur Burg führte. Der Hund lief voraus. Plöglich stieß er ein Klagegeheul aus. Jetzt waren die beiden auf der Höhe angekommen, jahen ein herrenloses Gespann und neben dem heulenden Hund am Boden eine Mannesgestalt.

DOTQUS.

Einen gellen Schrei stieß Sybille aus und flog dem Müller Gie tniete neben dem Verwundeten nieder: Hans, um Gottes willen, lebst du noch, ach, stirb mir nicht!" Der Müller fam heran, behutsam wurde der Verwundete umgedreht und auf den Rüden gelegt. Dabei stöhnte er, daß es dem Mädchen durch Mark und Bein ging., Nach einer Weile öffnete er die Augen, und als er Sybille jah, lächelte er und tredte ihr mit einer schwachen Bewegung die Hand entgegen.

|

Mr. 24

einige hundert Meter und nähert sich Heuchelheim, Klein- Linden, Gießen. Ich habe Gießen von der Schönen Aussicht", dem Glei­bergturm, dem Trieb bewundern können, aber noch nie war ich so ergriffen von der herrlichen Lage und Freundlichkeit unserer Stadt, die 150 Meter unter uns lag. Der Apparat flog so niedrig. baj ich alle Einzelheiten genau erkennen fonnte. Es ist eine eigenartige Zusammenwirkung von den fast in gleichen Abstän ben ragenden drei Kirchen, den Kasernen, Universitätsgebäuden. von strengen Fabriken, lustigen Villen und wohlgepflegten Gär. ten. Dieses Bild wird noch in seinem Reize erhöht durch die blaue Flut der Lahn und Wiesed und die in der Ferne winkenden Hügel und Berge, und fügen das Ganze zu einem reizvollen Bilde seltenen Farbenwechsels zusammen, das damit eine un­ermeßliche Erinnerung an einen solchen Flug hinterläßt. R.jr.

Achter Hessischer Schlossermeister Verbandstag.

Der 8. Hessische Schlossermeister Verbandstag fand am 5, und 6. Juni in Gießen statt. Die Tagung stand unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden, Schlossermeister Heinzerling Darm­stadt. Als Vertreter der Regierung begrüßte Ministerialrat Dr. Wagner Darmstadt die Erschienenen, für die Handwerks­fammer sprach Bauunternehmer Beder- Gießen und für den Ortsgewerbeverein Gießen dessen Vorsitzender, Oberstudienrat Prof. Dr. Krausmüller Gießen. Als Vertreter des hessischen Hochbauamts Gießen war Regierungsbaurat Berth erschienen. Den Geschäftsbericht erstattete Schriftführer Schwörer- Darm­stadt. Die Rechnungsablage erfolgte durch den Verbandsrechner Schlossermeister Geyer aus Darmstadt. In Anbetracht der hohen Steuern und Abgaben, die heute auf dem gesamten Handwerk lasten, wurde beschlossen, den Verbandsbeitrag für das kommende Jahr um 1 Mart zu ermäßigen. Direktor Weiler von der Volksbank in Darmstadt hielt einen Vortrag über Die Kredit­genossenschaft und ihre Bedeutung für das Handwerk". Er ging auf die hohe Bedeutung des Genossenschaftswesens für das Handwerk ein, insbesondere auch in der Kreditbeschaffung. Er wünscht besseres Hand- in- Hand Arbeiten der Handwerker und ihrer Organisation mit der Volksbank, wie das z. B. in Darmstadt in vorbildlicher Weise der Fall sei. Alsdann sprach Syndikus Röhr- Gießen über Einrichtung und Ziele der Handwerkskam­mer- Nebenstellen". Die Handwerkskammer- Nebenstellen, die so­genannten Handwerksämter, die vor wenigen Monaten für ganz Hessen eingerichtet wurden, sind Beratungsstellen für den Hand­werker und den Verkehr zwischen dem Handwerker und den verschiedenen staatlichen und kommunalen Behörden ver­mitteln.

*

Hessisches Polizeiamt. Das Polizeiamt verweist auf die Be­kanntmachung des Kreisamts Gießen vom 15. Mai 1926 be­treffend Ausführung des Urkundenstempelgesetzes; hin: die Stempelpflicht der Fußballwettspiele usw. zur genauesten Be­achtung. Die Polizeibeamten sind zur strengen Ueberwachung angewiesen.

* Amtsgericht. Das Konturs- Verfahren über das Ver­mögen des Vichhändlers Berthold Berlin in Beuern ist durch angenommenen Zwangsvergleich aufgehoben.

#

Festnahme eines Schwindlers. Der 30 Jahre alte Kauf­mann Adam Schmidt, hier geboren, zuletzt in Offenbach und Obertshausen tätig bezw. wohnhaft, hat sich zu verschiedenen Firmen begeben und unter der Vorgabe, daß er mit den Firmen Opel und Benz Beziehungen unterhalte und dafür Rauch­material benötige, solches erschwindelt. Er erbeutete Rauch­waren und auch in einem Falle Geld.

* Verbotener Film. Die Rheinlandkommission hat nach einem Beschluß vom 4. Juni den Film Deutsche Herzen am deutschen Rhein" für das besegte Gebiet verboten.

Suppen für Saucen das Kraftmehi Gemüse

Maizena

Sybille ergriff sie, drückte sie trampshaft und fragte: Sans, hast du Schmerzen?"

Sie merkte es gar nicht, daß sie von dem fremden ,, Jhr" zu dem vertrauten ,, Du" übergegangen war.

Hans schüttelte leise das Haupt.

Der Müller aber, ein umsichtiger Mann, sagte jetzt: ,, Am besten bleibt er ganz ruhig liegen und regt sich nicht. Du aber, Sybille, läufft ins Dorf; du haft flinkere Beine als ich, und schidst vier Männer mit einer Tragbahre heraus. Wenn aber der Schreinerfriz teine hat, so nehmt ihr eine Wagenleiter, legt aber Bettzeug drauf, damit er nicht so hart liegt. Und ein geschwinder Bote muß nach Homburg; nein, das brauchst du nicht zu bestellen, ich laufe zur Mühle hinunter und schide den Knecht zu Pferde zum Herrn Hofmeditus. Der kann in knapp zwei Stunden da sein. Ich bringe dem Hans dann sogleich eine Dede mit und einen Schluck Wein. Du aber richtest beim Meister Vogelsberger die Bettstatt."

Sybille warf Hans einen flehenden Blick zu, als wollte sie sagen ,,, gelt, du bleibst mir am Leben," dann flog sie wie ein Pfeil davon.

Als die Männer mit der Tragbahre tamen, jaßen der Müller und seine Frau neben Hans. Mit großer Geschicklichkeit hatten sie eine Pferdedede unter ihm hergezogen, damit er nicht mehr auf dem feuchten Boden lag. Go fonnte man ihn nun mittels dieser Dede auf die Tragbahre heben.

Behutsam schritten die Männer dem Dorfe zu. Dort hatte die Kunde des Mordanfalls wie mit Windeseile sich verbreitet. Eine beträchtliche Menschenmenge umstand das Haus Vogels­bergers. Neugier war es, gewiß aber auch herzliche Teil­nahme.

..Ihr könnt mir glauben," jagte der Feldschütz Jakob Faage, ,, das hat niemand anders denn ein Zigeuner getan."

Ja, ja", pflichtete seine Frau bei ,,, er muß nun büßen und dafür leiden, daß er Holzhausen damals gewarnt hat."

Jetzt tiefe Stille, nur flüsternde Aeußerungen des Be­dauerns, bis der Zug im Hause des Schuhmachermeisters ver­schwunden ist. Dann aber geht ein lebhafter Austausch der ver­( Fortjegung folgt.) fchiedenartigsten Beobachtungen los.