Sonnabend, den 5. Juni 1926.
Unterlagen in einzelnen Städten gewonnene Bild, daß die Wohnungen weit stärker gestiegen find als die Bevölkerung, daß also die Wohndichte geringer geworden ist. Dieses Bild würde selbst dann noch bestehen bleiben, wenn man die Bautätigkeit in den Jahren 1910-1918 wesentlich niedriger einschäft, als es in den vorstehenden Berechnungen geschehen ist.
Welche Schlußfolgerungen find nun aus den gewonnenen zahlenmäßigen Ergebnissen zu ziehen. Da die Berechnungen fich auf das gesamte Reichsgebiet erftreden, ist es sehr wohl möglich, daß die tatsächlichen Berhältnisse in den Großstädten diejen Ergebnissen anscheinend widersprechen. Dies liegt daran, daß die Wohnungsnot in den großen Städten am stärfften zutage tritt und die vorhandenen weniger start besetzten Wohnungen nicht jo augenfällig in die Erscheinung treten. Es ergibt sich aber andererseits daraus, daß die Wohnungsnot zu einem wesentlichen Teil nicht auf einen absoluten Mangel an Wohnungen zurückzuführen ist, sondern auf eine falsche Verteilung der vorhandenen Wohnungen. Die Tatsache, daß das Wachstum der Bevölkerung hinter der Bermehrung der Haushaltungen zurüdbleibt, zeigt, daß der Anspruch auf tleinere Wohnungen wächst und befriedigt werden muß. Da bei den heutigen Mietverhält nissen die Altbefizer der größeren und vor allem auch der mittleren Wohnungen unter dem Schutze der Zwangsmieten die Wohnungen nicht wie in normalen Zeiten aufgeben, ist der natürliche Austausch, der sich sonst durch das Absterben älterer Familien und das Rachdringen junger Familien vollzog, gehemmt worden. Es ist vor allen Dingen zu bedenken, daß die Wohnung heute für weite Kreise des Mittelstandes das einzige verbliebene Bermögensobjekt ist. Viele ältere Leute, die sich früher mit einer kleineren Wohnung begnügt hätten, die sie von ihrer Pension oder ihren Ersparnissen hätten erhalten können, müssen heute die Zimmervermietung als Einkommensquelle aus nußen, um überhaupt existieren zu können. Die Anjammlung der Menschen in den großen Städten wird dadurch verstärkt, da eine große Zahl der Pensionierten und Rentiers früher in fleinere Orte mit billigeren Mietverhältnissen abwanderte. Es sind also reine Folgen der Geldentwertung, die sich auf dem Wohnungsmarkt auswirken, und eine weitschauende Wohnungs politik wird daher hier einsetzen müssen.
Je größer die Zahl der Haushaltungen wird, die in neuen und damit teueren Wohnungen leben, desto ungerechter ist die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes, der die Mieter der Friedenswohnungen privilegiert. Die tommende Steigerung der Mieten wird hier einen Ausgleich anbahnen. Wollte man bei dem bisherigen Verfahren bleiben, so besteht die Gefahr, daß allmählich ein Ueberschuß an Wohnungen entsteht. Jeder Bezieher einer neuen Wohnung geht auf dem Markte der Zimmerabvermietung verloren. Wenn also alle jetzt noch in Aftermiete lebenden Ehepaare eine Neubauwohnung beziehen, muß die Abvermietung von Zimmern im jetzigen Umfange zur Unmöglichleit werden. Das wachsende Angebot von möblierten Zimmern ist dafür ein warnendes Zeichen. Die alleinstehenden Besitzer größerer Wohnungen werden sich dann notgedrungen zur Aufgabe ihrer Wohnung entschließen müssen. So hart dies für den einzelnen auch sein mag, so wird sich diese Konsequenz nicht vermeiden lassen. Selbst wenn diese älteren Leute der Unterstützung der Allgemeinheit zur Last fallen, die hierzu Mittel aus der Hauszinssteuer bereitstellen tönnte, wird es richtig sein, diesen Weg zu be= schreiten, um den natürlichen Ausgleich zwischen Einkommensverhältnissen und Wohnungsgröße wieder herzustellen. Das mag vielleicht unsozial tlingen, es ist aber schließlich immer noch richtiger als der jeßige Zustand, bei dem, im Grunde genommen, das Lebensalter für den Besitz einer Wohnung entscheidet. Die Notwendigkeit einer sozialen Fürsorge muß, wenn sie als solche erkannt ist, auch mit den Mitteln der Wohlfahrtspflege durchgeführt werden, sie darf dagegen nicht den Wohnungsmarkt belaften und damit den Raum für die Entwicklung des jüngeren Boltsteils versperren.
Das Ergebnis formuliert: Bekämpfung der Wohnungsnot nicht allein durch eine Hebung der Bautätigkeit, sondern auch durch eine gerechtere Verteilung des vorhandenen Wohnraums mit Hilfe eines Ausgleichs der Miete für alte und neue Wohnungen.
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Wer mich bekennet.
Von Erwin Gros.
11. Fortsetzung.
don Hans Heeger aber dachte bei sich: Wie gerne würde ich ihr einmal ein Paar Schuhe machen, und die sollten mindestens so schön werden wie diese hier. Aber ich darf ihr doch keine anbieten. Ja, wenn sie mein Schatz wäre!"
Dieser Gedante trieb ihm das Blut in die Wangen.
Na, na, Sans", sprach der Meister, der dies bemerkte ,,, du brauchst doch nicht solch einen roten Kopf zu kriegen, wenn man dich einmal lobt!"
Dann aber fuhr er mit lebhaften Geberden auf: ,, Aber, ihr Leute, da fällt mir ja plöglich ein, daß die Sybille dieses Jahr auf Christi Himmelfahrt ihren Geburtstag hat, und wahthaftig, da wirst du zwanzig Jahre alt. Was die Zeit vergeht! Wenn du an dem Tage, wo ich dich aus der Taufe gehoben habe, so vor mir gestanden hättest, wie heute, dann wäre ich gewiß tein Junggeselle geblieben. Du bist halt zu spät auf die Welt gekommen, oder ich zu frühe. Heute willst du natürlich von so einem alten Brottrüstchen nichts mehr wissen; dran beißt du dir die schönen Zähne aus. Aber, na, ein Präsent nimmst du doch noch in Gnaden von dem verhuzelten Pätter( Pate) an. Ja, was schenken wir denn da? Was wünscht sich denn mein Schätzchen?"
Sybille stand in reizender Verlegenheit da; sollte sie solche Schuhe erbitten, aber das war dann doch zugleich ein Geschenk des jungen Gesellen; ihm gegenüber aber diesen Wunsch auszusprechen, das ging doch nicht an.
Da führte Hans Heeger die Lösung herbei:„ Da Jungfer Sybille mir hier im Dorf die erste Guttat erzeigt hat, möchte ich auch teilhaben an dem Geburtstagsgeschenk. Darum meine ich, wir schenken ihr ein Paar Schuhe; ihr, Meister, stellt das Leder, ich die Arbeit."
Das Antlig des Mädchens strahlte in einer Freude, die be redter war als alle Worte. Als Vogelsberger dessen inne ward,
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11
, Gießener Zeitung"
Lokales.
Zum Großflugtag in Gießen.
die
Morgen werden wir also wieder ein großes Luftschauspiel bewundern fönnen. Alle Vorbereitungen find getroffen Flugzeuge zum Teil bereits auf dem Flugplatz gelandet rührige Hände sind bei der Arbeit und sorgen für Erfrischungsstände. Die strengen Absperrmaßnahmen sind festgelegt Der Verkehr zum Flugplay ist geregelt und auf Massenandrang eingerichtet.
Das Spiel tann beginnen.
Ein Luftschauspiel wird uns geboten. Die Gesellschaft für deutsches Flugwejen m. b. H. Berlin, hat bereits zahlreiche Flugtage veranstaltet, die in mustergültiger Weise gelangen und jedesmal 30 000-40 000 anTodten, die auch voll und ganz auf ihre Kosten tamen, denn der Direttor D. Glaeser hat ein Flugzeuggeschwader modernster Inpen zusammengestellt und die besten Biloten als Führer verpflichtet.
Die Brominenz der Flieger
wird uns ihre Künste zeigen.
Der Friedensvertrag hat zwar unserer emporstrebenden Fliegerei eiserne Fesseln auferlegt, er fonnte uns vorschreiben, nur schwachmotorige Flugzeuge zu bauen, aber er fonnte unseren waderen Boliten nicht die Grenze ihres Fligermutes vorschreiben.
Die Gesellschaft für deutsches Flugwejen hat es sich zur Aufgabe gemacht, in ganz Deutschland Flugtage zu veranstalten und allen Deutschen zu zeigen, wie wir immer weiter vorwärts schreiten, um den Fluggedanken in die breite Masse unseres Volkes zu tragen. ed.
Die Künstler der Luft, werden uns die schwierigsten Kunststüde zeigen, wie z. B. das Ueberschlagen der Maschine. Sturgflug aus über 1000- Meter- Höhe, wobei es der Geschicklichkeit, Geistesgegenwart und Energie des Piloten bedarf, um die Masajinen im Absturz wieder aufzufangen.
Diese Kunststüde werden der Fliegerei wieder sicherlich viele neue Freunde werben.
Auch der Rettungsring der Luft,
der Fallschirm, wird uns praktisch vorgeführt werden. Der Fallschirmpilot und Refordspringer Ernst Streit, in 500- MeterHöhe mit dem Fallschirm abspringen.
Neben diesen wagehalsigen Vorführungen werden vor allen Dingen die Ballonjagden heitere Stimmung auslösen. Die Flieger haben die Aufgabe, kleine Ballons zu verfolgen und mit dem Propeller zu vernichten. Gezeigt werden weiter Zielabwürfe vom Flugzeug aus mit markierten Postbeutel, die ebenfalls Heiterfeit auslösen, wenn das Ziel nicht erreicht wird.
Bor, während und nach der Veranstaltung können die Zuschauer auch ihre Heimatstadt von der Vogelperspektive aus bewundern. Die Flugzeuge werden gegen geringen Entgelt Pasjagierflüge ausführen.
Für die besten Leistungen der Flieger sind verschiedene wertvolle Ehrenpreise gestiftet worden. An erster Stelle hat unsere Stadtverwaltung einen Preis zur Verfügung gestellt.
Mit einem Massen besuch ist ohne Zweifel zu rechnen. Die Eintrittspreise sind trotz der großen Kosten, die eine solche Veranstaltung verursacht, derart niedrig, daß ein jeder sein Schärflein der deutschen Fliegerei opfern kann und nicht abseits zu stehen braucht.
Wir wollen deshalb hoffen, daß unser Flugtag am Sonntag einen Massenbesuch aufzuweisen hat.
Merksäge für den Straßenverkehr.
1. Fußgänger.
1. Rechts gehen und rechts ausweichen.
2. Grundsätzlich auf dem Bürgersteig gehen.
3. Wo möglich, auf Bürgersteigen die rechte Hälfte einhalten.
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nach rechts und links sehen.
de Nr. 23
6. Auf die Straßenbahn an den Haltestellen nicht auf dem Fah dann sondern auf dem Bürgersteig warten.
7. Nicht vor einem herankommenden Fahrzeug( oder Fahrra 7. hin- und herlaufen. Wenn keine Zeit mehr zum Ausweiche ift, dann stehen bleiben, damit das Fahrzeug sicher seinen We an dem Fußgänger vorbei nehmen kann.
Sonnabend, den 5. Juni
9. Nicht unmittelbar an Straße 10. Beim Kreuzen von Fahrzeu
das andere zu seiner Rechten zu halten.
11. Halten, solange Fahrgäste a und aussteigen, sofern nicht senbahn und dem Fahrzeug i Gefährdung der Fahrgäste u fahren werden kann. Die Polizeibeamten sind ang auf Verstöße gegen diese Mertfä bei strafbaren Handlungen entsp
8. Nicht dicht hinter einem haltenden Straßenbahnwagen vo übergehen, um nicht vielleicht durch ein hinter ihm in ent gegengesetter Richtung fommendes Fahrzeug gefährdet
werden.
9. Kinder nicht auf Verkehrsstraßen spielen lassen.
2. Führer von Fahrzeugen, Kraft- und Radfahrer.
1. Stets die rechte Straßenseite einhalten.
2. Stets nur mit solcher Geschwindigkeit fahren, daß jederzei die obliegenden Pflichten erfüllt werden können.
3. An Straßenkreuzungen und vor Straßeneinmündungen be sonders vorsichtig fahren.
4. In engen oder belebten Straßen stets langsam fahren. 5. Zeichen geben( bei Abbiegen, Berringerung der Geschwindig teit, Halten) für Verkehrspolizei, entgegenkommende und nachfolgende Fahrzeuge.
6. Beim Einbiegen in eine Straße ist nach rechts in kurze Wendung nach links in weitem Bogen zu fahren.
7. Nicht in engen Straßen wenden.
8. Möglichst nicht in engen Straßen andere Fahrzenge über holen.
Man sieht den Onkel Stuvkamp hier.Die Nichte sagt ihm in die Ohren: Ach Onkel, das verdank ich Dir! Jch fühle mich wie neu geboren!" Der Onkel aber spricht und lacht: Nur Stuvkamp Salz" hat das gemacht!" Diese alle weiblichen Herzen bewegende Frage ist gelöst!
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Aufhebung der Straßenspe Aufbesserungsarbeiten im vorderen here unterm 3. ds. Mts. erlassen von der Marburgerstraße an bis aufgehoben.
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Straßensperrung. Wegen legung wird der Weglarer Weg z Straße vom 5. Juni ab für jeglic * Aus der Polizeiverordnung veranstaltung. Von nachmittags Dunkelheit wird die Kreisstraße Durchgangsverkehr gesperrt.
* Kreisamt. Für die Gemart Ettingshausen, Saasen, Göbelnro der festgestellten Maul: und Kla bildet worden. Ebenso für das H
Die Gemeinden Großen- Bujed
dem Beobachtungsgebiet des Spe den,
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Seffische Staatsschuldenvern Dollarschazanweisungen des Volk ber 1923 erfolgt am 18. Oftober wertes in Reichsmark. Die Stüd leihe des Volksstaates Hessen vom 1. Oktober 1926 mit einem Aufgel utüdgezahlt. Die Stüde der Rei leihe werden zum 1. Oftober 192
Am 31. Mai feierte unser meister der Fleischer- Innung Ern burtstag. Herr Sad hat sich auße Organisation des Fleischerhandwer diesem bearbeitet er noch viele an
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25jähriges Dienstjubiläum.
der Herr Polizei- Verwaltungsinsp Tätigkeit im Polizeiverwaltungsi er bis zum 8. Dezember 1924 bein war, wurde er zum Polizeiamt Gi hier durch seine Kenntnisse, seine kommendes Wesen das Vertrauen Untergebenen sowie des Publikum
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Kampfspiellotterie. Der M Wertlotterie zu Gunsten der Deuts am Rhein als Vertriebsgebiet 1. Ziehung am 17. und 19. Juli 19 30. und 31. August 1926.
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4. Nicht in Gruppen auf dem Fahrdamm oder den Bürgersteigen Generalvertretung: Dr. Utsch& Co., Frankfurt am Main. Sandhabung ist die dentbar einja
stehen bleiben.
5. Den Fahrdamm senkrecht( fürzeste Strede) überschreiten, dabej
begann er hellhörig zu werden und bei sich selbst die Frage aufzuwerfen:„ Freut sie sich über die Stiefel allein, oder darüberdaß der Hans sie anfertigt? Ich glaube, ich glaube, Da spinnt sich ein Faden an, der zuletzt zum Eheband wird. Na, ich hätte meinen Spaß dran."
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,, Wir wollen sogleich des Maß nehmen", sagte Hans Jeeger. Der Meister setzte sich an den Tisch, die Zahlen aufzuschreiben, der Geselle ließ sich vor Sybille auf ein Knie nieder, auf das andere Knie stellte sie ihren Fuß.
Dabei fiel ihm eine alte Sage ein, die ihm sein Meister in Zweibrüden einmal erzählt hatte, von einem Könige, der um eine Prinzessin warb und als Kaufmann übers Meer fuhr, um sie unerkannt zu sehen. Und als er ihr ein paar goldene Schuhe anprobte, konnte er, von ihrer Schönheit überwältigt, sein Geheimnis nicht wahren und sprach:„ Deine Füße stehen in König Rothers Schoß, der dein zukünftiger Gemahl ist.“
behandelte, wie es sonst beim Magnehmen nicht die herkömmliche Weise war. Nicht daß er die Grenze der Zucht auch nur um eines Liebkosende der ganzen Handlung; mit niedergeschlagenen Augen Haares Breite überschritten hätte, aber Sybille empfand das überrieselt und umsponnen von einer noch nie gekannten Freude, saß sie da. Natürlich nahm er das Maß von beiden Füßen:„ Es tönnte ja eine kleine Abweichung vorhanden sein."
Am folgenden Tage wanderte Hans Heeger in aller Morgenfrühe schon nach Homburg, um Leder einzukaufen, und der Gerbermeister mußte das Allerfeinste vom Feinen vorlegen, als gälte es, eine Königin zu beschuhen.
Zugleich aber gab Hans noch einen Brief zur Post, den er noch am Abend vorher geschrieben hatte. Darin beauftragte er seinen Oheim in der Heimat, Haus und Hof, Aeder und Wiesen, die ihm, dem Neffen, gehörten, bei gegebener günstiger Gelegenheit zu verkaufen. Er solle ihm dann darüber Bericht geben und die eingehenden Gelder an das Kaufhaus Porsch in Frankfurt am Main gelangen lassen.
Porsch war der Rotschild jener Zeit, das bekannteste und zuverlässigste Banthaus Deutschlands. Als Grund gab Hans an, er werde nicht mehr heimkehren, sondern in Holzhausen, so in der Wetterau unfern Frankfurt gelegen sei, fich ansässig machen,
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sintemalen er dort Gelegenheit zu haben hoffe, sich ,, günstig zu verändern".
Daß die Schuhe Sybillens wahre Kleinode und das Ent zücken der Trägerin wurden, wird nur nebenher bemerkt, ebenso dies, daß alle Mädchen und jungen Ehefrauen des Dorfes in jenen Tagen ihren Bätern oder Männern klar machten, daß man so miserabel beschuht sei, daß man am Sonntag nicht mehr auf die Straße gehen könne.
Wenn dann die Angegangenen fein Verständnis für diese Not aufbrachten und hartleibig und zähe blieben, wurden fie stets in die Flucht geschlagen durch die Drohung, man werde dann zum Schimpf und zur Schande solch unerhörten Geizes bar fuß in die Kirche gehen. Und wenn diese und ähnliche Rede vom Morgen bis Abend wie ein Landregen niederging, so wurde auch der härteste Haustyrann butterweich.
Das größte Ereignis für Holzhausen war am Samstag vor Exaudi. Der Einzug Seiner Exzellenz, des Freiherrn von Ingelheim. In einer von vier Füchsen gezogenen Prachtkutsche tam er von Wetzlar mit seiner Gemahlin angefahren. Zwei Diener und zwei Kammerjungfern folgten in einem andern Wagen. Ein Jäger zu Pferde, umschwärmt von einer Meute Jagdhunde, fehlte nicht. Am Obertor wurden die hohen Herr schaften von dem Amtmann Stubenrauch, dem Schultheiß Peter Michel und den beiden katholischen Gerichtsschöffen Gerhard Feuerbach und Hans Michel Kunz erwartet Dorf geleitet. Ratürlich liefen die Kinder hinter den Wagen drein; von Erwachsenen waren an der Krone nur etliche Leute zugegen und begrüßten Seine Erzellenz mit dünnem Heilruf. Der evangelische Teil der Bevölkerung hielt sich geflissentlich fern. Also trat der Zwiespalt in der Gemeinde offen zutage.
und durch das
anger der Vorlage des Kreditbri Lichtbilder versehener Ausweis, d Tein von dem Priester, der von Ob mar, verkündet, daß seine Exzellen Dietrich von Ingelheim, des heilig mergerichtes Präsident, den Plan ge fatholische Kirche zu bauen und e ftellen.
Fortsetzung
Mit dem Nade auf
Dem Wandern haben die de Lieder geweiht. Sie haben gesagt, Burschen Luft sei und derjenige in Dem Gott will rechte Gunst erweis Wandertrieb im Blute. Alt und heimat auf Wanderungen fennen was es im Auslande zu sehen und maten des Frühlings erwacht die
Sicht man an den ersten schönen Len lein und Weiblein aus der Stadt p Natur, losgelöst von den Alltag Freude und der Andacht zu verleben Die Begeisterung für den Sport schoben. Nach Millionen zählen Beringer ist die Anzahl der Radw Sauen. Die Verbände haben erfar hrer Kraft im Wanderfahren lieg Mitteln das Wanderfahren auf de Mit dem ersten schönen Frühlings für den Wandersport ein und noch Derfahren ungehört verhallt.
An der Krone" entstieg der Freiherr mit seiner Gemahlin dem Wagen. Die Art, wie er mit huldvoller Verneigung des Hauptes und majestätischer Handbewegung sein Volf begrüßte, hätte einem Ludwig dem Bierzehnten auch wohl angestanden. Am folgenden Tage, dem Sonntage vor Pfingsten, war feierliche Messe im Rathaus, wozu die ganze Gemeinde entboten wor den war. Der tatholische Schulmeister hatte von Haus zu Haus gehen und jeden Römischen laden müssen,
Für das Wandern zu Rade h fahrer stets eine umfaßende Propag Sem Ariege ist es ihm gelungen, di maße für den Wanderfahrgedanken Jugendabteilungen hat er die Klein türzeren und längeren Fahrten wen


