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Nr. 23.

ints sehen.

Str. 2

ahn an den Haltestellen nicht auf dem Fa

dem Bürgersteig warten.

herankommenden Fahrzeug( oder Fahrt fen. Wenn feine Zeit mehr zum Ausweid eiben, damit das Fahrzeug sicher seinen

er vorbei nehmen kann.

einem haltenden Straßenbahnwagen icht vielleicht durch ein hinter ihm in e

htung tommendes Fahrzeug gefährdet

Serkehrsstraßen spielen lassen.

Fahrzeugen, Kraft- und Radfahrer. Straßenseite einhalten.

Olcher Geschwindigkeit fahren, daß jederz

Bflichten erfüllt werden können.

ungen und vor Straßeneinmündungen fahren.

lebten Straßen stets langjam fahren.

i Abbiegen, Berringerung der Geschwindig

r Verkehrspolizei, entgegentommende un

rzeuge.

in eine Straße ist nach rechts in fur

nts in weitem Bogen zu fahren.

traßen wenden.

n engen Straßen andere Fahrzeuge übe

at den Onkel Stuvkamp hier.­

e sagt ihm in die Ohren:

sel, das verdank ich Dir!

mich wie neu geboren!"

el aber spricht und lacht:

vkamp Salz" hat das gemacht!" veiblichen Herzen bewegende Frage

ist gelöst!

Die Antwort lautet:

TUVKAMP- SALZ unreinen Teint, schlaffe Gesichts­ität und Unlust sind meist die Folgen en Stoffwechsels. Nehmen Sie regel­Morgen eine kleine Messerspitze alz, welches für gute Funktion der gen Organe sorgt, Sie vor über­tt schützt und Ihnen auch im ge­Jugendfrische, Elastizität und stungsfähigkeit bewahrt.

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Sonnabend, den 5. Juni 1926.

9. Nicht unmittelbar an Straßeneden halten.

10. Beim Kreuzen von Fahrzeugen hat das Fahrzeug, welches das andere zu seiner Rechten hat, den Weg freizugeben oder zu halten,

ſte an Straßenbahnbaliteite

11. Halten, solange Fahrgäste an Straßenbahnhaltestellen ein­und aussteigen, sofern nicht soviel Raum zwischen der Stra ßenbahn und dem Fahrzeug ist, daß ohne Behinderung oder Gefährdung der Fahrgäste unter größter Vorsicht vorbeige­fahren werden kann.

Die Polizeibeamten find angewiesen, höflich aber beſtimmt auf Verstöße gegen diese Merfjäße aufmerksam zu machen und bei strafbaren Handlungen entsprechend einzuschreiten.

* Aushebung der Straßensperrung des Wiesederwegs. Die Aufbesserungsarbeiten im vorderen Wiesederweg find beendet. Un­sere unterm 3. ds. Mts. erlassene Sperrung des Wiesederwegs von der Marburgerstraße an bis zum Haus Nr. 40 wird daher aufgehoben.

Straßensperrung. Wegen Vornahme Don Wasserrohr­legung wird der Weglarer Weg zwischen Klint- und Glaubrechts­Straße vom 5. Juni ab für jeglichen Fuhrverkehr gesperrt.

* Aus der Polizeiverordnung zur morgigen Gießener Flug­veranstaltung. Bon nachmittags 1 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit wird die Kreisstraße Gießen Rödgen für jeden Durchgangsverkehr gesperrt.

Gießener Zeitung"

Spartasse selbst ausgefertigt werden kann, erforderlich. Das Guthaben des Kreditbriefinhabers bei der ausgebenden Epar fasse wird bis zum Tage der einzelnen Abhebungen verzinst. Der Reisende ist durch den Reisekreditbrief der Mitführung grö Berer Menge baren Geldes und aller damit verbundenen Unbe­quemlichkeiten und Gefahren( Verlust, Diebstahl) überhoben. Auch die hiesige Bezirkssparkasse ist Ausgabe und Einlösungs stelle dieser Reisekreditbriefe.( Siehe heutige Anzeige.) Die große Gewerbeschau anläßlich der Tagung des Rhein- Main- Gastwirte- Verbandes

* Kreisamt. Für die Gemarkungen Lauter, Ober Bessingen, Ettingshausen, Saasen, Göbelnrod und Geilshausen ist, wegen der festgestellten Maul- und Klauenseuche, ein Sperrgebiet ge­bildet worden. Ebenso für das Hofgut Mühlsachsen und Hausen. Die Gemeinden Großen Bused, Trohe und Wiesed sind aus dem Beobachtungsgebiet des Sperrgebiets Alten- Bused ausge schieben.

Dr. Ulsch& Co., Frankfurt am Main

09

Telefon Maingau 3017

* Hessische Staatsschuldenverwaltung. Die Rückzahlung der Dollarschaganmeisungen des Voltsstaates Hessen vom 20. Otto­ber 1923 erfolgt am 18. Oftober 1926 zu 120 v. H. des Nenn wertes in Reichsmart. Die Stücke der Reihe A der Dollaran­leihe des Volksstaates Hessen vom 1. Dezember 1923 werden am 1. Oftober 1926 mit einem Aufgeld von 15 v. 5. in Reichsmart zurüdgezahlt. Die Stücke der Reihe B der letztgenannten An­

zu Bingen am Rhein

vom 5.

14. Juni 1926.

Ein großer historischer Festzug findet am Sonntag, den 6. Juni ds. Js., nachmittags 2 Uhr, statt und wird, gutes Wetter vorausgesetzt, eine Glanznummer der Tagung und der Gewerbe­schau werden. Die Eisenbahndirektion Mainz wird auf den Streden Mainz- Bingen Sonderzüge einlegen, um die Gäste nach Bingen zu bringen. Wer morgen dem gastfrohen Bingen einen Besuch abstattet, wird das Wort des alten Hans Sachs in edelster Form verkörpert sehen:

Ehret Eure deutschen Meister,

Dann bannt Ihr gute Geister!"

haben, nicht genug gedankt werden kann. Dieser Dank sei ein­geschlossen in den hofnungsvollen Ruf: Auf Wiedersehen bei der 60. Jubelseier der Oberrealschule im schönen Grünberg.

Durch Sparen zum Eigentum! Immer mehr tauchten letzter Zeit neue Siedlungsunternehmungen auf, die für ihre Sache begeistern wollen. Es ist für einen Unkundigen sehr schwer, die Spreu vom Weizen zu sondern. Ein Wert, das man auf dem Gebiet der Eigenheim- Beschaffung bestens empfehlen kann, ist die Gemeinschaft der Freunde, die in furzer Zeit meh teren Dumbert Spazern insgesamt 5% Millionen Reidsmart für Eigenheime zur Verfügung stellte. Wer sich darüber näher unter­richten will, wende sich an die Gemeinschaft der Freunde, Wüsten­rot Witbg.

Ober- Rosbach. Der hessische Landtagsabgeordnete Rechtsan wali Sturmfels versuchte auf der Rüdjahrt von dem Gießener Reichsbannertag in Ober- Rosbach ein Fahrzeug mit seinem Auto zu überholen. Dabei überfuhr er den Landwirt Peter Georgi aus Ober Rosbach, der dabei lebensgefährliche Verlegungen er­litt und sofort dem Friedberger Krankenhause zugeführt werden mußte.

Frankfurter Musikfest. Am 9. und 11. Juni finden unter Kapellmeister Hermann Scherchens Leitung zwei Festkonzerte statt.

Aus Nah und Fern. 50jähriges Bestehen der jetzigen Oberrealschule Grünberg.

leihe werden zum 1. Ottober 1926 zur Rückzahlung gekündigt.riges Beſtehen

Am 31. Mai feierte unser bekannter Mitbürger, Ober­meister der Fleischer- Innung Ernst Ludwig Sad, sein 60. Ge­burtstag. Herr Sad hat sich außerordentliche Verdienste um die Organisation des Fleischerhandwerks in Gießen erworben. Neben diesem bearbeitet er noch viele andere Ehrenämter.

25jähriges Dienftjubiläum. Am 1. Juni ds. Js. konnte der Herr Polizei- Verwaltungsinspektor Beate auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeiverwaltungsdienst zurüdbliden. Nachdem er bis zum 8. Dezember 1924 beim Polizeiamt Darmstadt tätig war, wurde er zum Polizeiamt Gießen versetzt. Er hat sich auch hier durch seine Kenntnisse, seine Pflichttreue und sein entgegen­kommendes Wesen das Vertrauen seines Vorgesetzten und seiner Untergebenen sowie des Publikums in vollem Maße erworben.

Selegenheit zu haben hoffe, sich günstig zu Sybillens wahre Kleinode und das Ent burden, wird nur nebenher bemerkt, ebenso en und jungen Ehefrauen des Dorfes in itern oder Männern klar machten, daß man sei, daß man am Sonntag nicht mehr auf

Te.

Ungegangenen kein Verständnis für dies

Kampfspiellotterie. Der Minister des Innern hat die Wertlotterie zu Gunsten der Deutschen Kampfspiele 1926 in Köln am Rhein als Vertriebsgebiet für ganz Hessen zugelassen. 1. Ziehung am 17. und 19. Juli 1926. 2. Ziehung am 26, 27, 28., 30. und 31. August 1926. * Sparkassen

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Hierzu wird uns aus Würzburg geschrieben:

Marburg. Der diesjährige Parteitag der Demokratischen Partei für den Wahlkreisverband Hessen- Nassau, Walded und Weglar findet am 12. und 13. Juni in Marburg statt. An die geschäftlichen Verhandlungen am Samstag wird sich eine öffent­liche Versammlung anschließen.

Homberg. Hier fand in Anwesenheit einer stattlichen Anzahl von evangelischen Geistlichen des Bezirks Kassel die diesjährige Frühjahrs- Hauptversammlung des Evangelischen Pfarrervereins Hessen Kassel statt.

Oberlahnstein. Der Neubau der Lahnbrüde zwischen den Städten Ober- und Niederlahnstein im Zuge der Rheinuferstraße ist nach eingegangener ministerieller Genehmigung gesichert. Mit den Arbeiten wird in aller Kürze begonnen.

Auerbach a. d. B. In einer Sigung des Verkehrsausschusses der Bergstraße wurde mitgeteilt, daß die Hessische Eisenbahn­A.-G. sich dafür einsetze, den Bau der geplanten elektrischen Bahn von Darmstadt nach Weinheim möglichst bald zu beginnen.

Vom 23.- 25. Mai 1926 fand in Grünberg die Feier des 50jährigen Bestehens der jegigen Oberrealschule statt. Es waren Tage heller Festesfreude, noch mehr aber Tage strahlender Her­zensfreude. Von weit her hatte sich eine große Schar früherer Schülerinnen und Schüler eingefunden. Wer kann die Wieder­sehensfreude aller dieser vielen ermessen, wer war nicht gerührt. wenn er jah, wie Männer, die als Jünglinge auseinanderge­gangen waren, nun nach 30 und mehr Jahren als ergraute Män­ner sich freudeerschüttert in die Arme fielen. Und nun saßen sie beisamen, tauschten Erfahrungen und Erlebnisse aus, fehrten aber immer wieder zurück zu den Erinnerungen alter Tage im schönen Grünberg. Vergessen war, was dazwischen lag. Jeder glaubte wieder als junger Pennäler die Straßen Grünbergs zu durchwandern, und gar mancher hätte Lust gehabt, die Losen Streiche einer alten, lieben Vergangenheit zu wiederholen. Schäumende, übermütige Freude zeigte sich denn auch gerade bei besonders Ge­

Bücherbesprechung.

,, Wissenschaft und Spiritismus" betitelt sich ein außerordent Tich interessanter Aufsatz von Kurt Aram im Juniheft von ,, Westermanns Monatsheften". Der Aufsak zeigt die Entwicklung der wissenschaftlichen Anschauungen. Ferner enthält das viel seitige und interessante Heft Rundschauen über die jüngsten Er­eignisse und Schöpfungen der geistigen Welt. * Kleinwohnungshäuser.

Kleinwohnungen, Heimstätten und Rentengüter. Praktische Anleitung und Musterbeispiele für den Bau billiger Ein- und Mehrfamilienhäuser durch Private, Bauvereine und Genossenschaften. Herausgegeben von Baurat Max Beeg. Mit 56 Bildertafeln und Ansichten sowie Grundrisse. Preis R.-Mt. 3.-, geb. R.-Mt. 4,50( Porto 20 Pfg.) Heimkultur­Verlag, G. m. b. H. Dich Leipzig, Schließfach Nr. 20. Poſt­schecktonto Frankfurt a.

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die Sparkassen des Deutschen Rei seit einer Reihe von Jahren einheitliche Reisekreditbriefe aus. Die Vorzüge dieser Spar­kassenreisekreditbriefe find von dem reisenden Publikum in den Jenigen Jahren seit ihrer Einführung allgemein erkannt wor­den. Die Kreditbriefe gewinnen bei den jetzigen stabilen Zah­lungsmitteln erneut an Bedeutung. Ausgabe und Einlösung der Reisekreditbriefe erfolgt durch fast sämtliche Spar- und Giro­fassen, Stadt- und Kreisbanken und Girozentralen. Die technische Handhabung ist die denkbar einfachste. Für die Abhebung ist außer der Vorlage des Kreditbriefes noch ein amtlicher, mit Lichtbilder versehener Ausweis, der auch von der ausgebenden

hartleibig und zähe blieben, wurden fie eschlagen durch die Drohung, man werde d zur Schande solch unerhörten Geizes bar en. Und wenn diese und ähnliche Rede vom ie ein Landregen niederging, so wurde aud inn butterweich.

lein von dem Priester, der von Obererlenbach herübergekommen war, verkündet, daß seine Exzellenz, der Freiherr Franz Adolf Dietrich von Ingelheim, des heiligen Römischen Reiches Kam­mergerichtes Präsident, den Plan gefaßt habe, in Holzhausen eine fatholische Kirche zu bauen und einen eigenen Priester zu be= stellen.

( Fortsetzung folgt.)

Mit dem Nade auf der Wanderschaft.

lang verschollen waren und nunmehr plöglich sich in einen Kreis alter und lieber Jugendfreunde und Freundinnen versezt sahen. Hätte jemand eine solche Freude mißverstehen oder gar miß­gönnen fönnen? Nein, wahrhaftig nicht, im Gegenteil alle be­mühten sich, gerade diesen ,, Wiedergefundenen" die Heimkehr und das Wiedersehen techt herzlich zu gestalten. Nun haben die frohen Gäste tränenfeuchten Auges die Mauern Grünbergs ver­lassen und sind wieder in alle Welt zerflattert. Etwas aber haben sie mitgenommen und auch bei ihren Grünberger Freun den zurüdgelassen: Die liebe Erinnerung an herzlichfrohe Tage, für die allen, die zu dem Gelingen des schönen Festes beigetragen

Dem Wandern haben die deutschen Dichter ihre schönsten Lieder geweiht. Sie haben gesagt, daß das Wandern des freien Burschen Luft sei und derjenige in die weite Welt geschickt werde, dem Gott will rechte Gunst erweisen. Dem Deutschen liegt der Wandertrieb im Blute. Alt und Jung sehnt sich darnach die Seimat auf Wanderungen kennen zu lernen und zu erfahren, was es im Auslande zu sehen und zu hören gibt. Mit dem Er­wachen des Frühlings erwacht die Wanderlust und in Scharen sieht man an den ersten schönen Lenztagen alt und jung, Männ lein und Weiblein aus der Stadt pilgern, um in Gottes freier Natur, losgelöst von den Alltagssorgen einige Stunden der Freude und der Andacht zu verleben.

ihrer Heimat bekanntgemacht. Die begeisterungsfähige Jugend ist dem Rufe des Bundes freudig gefolgt und mit großen Plänen ist der Bund daher an die Oeffentlichkeit getreten.

Die Begeisterung für den Sport hat die Freude am Wandern gehoben. Nach Millionen zählen die Wandervögel" und nicht geringer ist die Anzahl der Radwanderer in unseren deutschen Gauen. Die Verbände haben erkannt, daß die starken Wurzeln ihrer Kraft im Wanderfahren liegen und sie fördern mit allen Mitteln das Wanderfahren auf dem Rade bei Jung und Alt. Mit dem ersten schönen Frühlingstage sette die Propaganda für den Wandersport ein und noch nie ist der Ruf zu den Wan­derfahren ungehört verhallt.

gnis für Holzhausen war am Samstag vor ug Seiner Exzellenz, des Freiherrn von von vier Füchsen gezogenen Prachtkutsch mit seiner Gemahlin angefahren. Zwei ammerjungfern folgten in einem andern zu Pferde, umschwärmt von einer Meute ht. Am Obertor wurden die hohen Herr tmann Stubenrauch, dem Schultheiß Peter den katholischen Gerichtsschöffen Gerhard -Michel Kunz erwartet und durch das rlich liefen die Kinder hinter den Wagen en waren an der Krone nur etliche Leute n Seine Exzellenz mit dünnem Heilruf. Der Bevölkerung hielt sich gefliſſentlich ſern. alt in der Gemeinde offen zutage. entstieg der Freiherr mit seiner Gemahlin rt, wie er mit huldvoller Verneigung des itischer Handbewegung sein Volf begrüßte, dem Vierzehnten auch wohl angestanden. ge, dem Sonntage vor Pfingsten, war feier us, wozu die ganze Gemeinde entboten wor ische Schulmeister hatte von Haus zu Haus iſchen laden müſſen.

Auf den Wanderfahrten soll den Knaben und Mädchen in­dessen nicht nur die Natur gezeigt und alles das vor Augen ge­führt werden, was Deutschland an Schönheiten u. Sehenswürdig­teiten bietet, sondern es soll auch der Kameradschaftsgeist und die Selbständigkeit gefördert werden. Innerhalb der Trupps haben die Wanderfahrer sich zu unterstützen und zu helfen, wenn Not am Mann ist, d. h. wenn ein unerwartetes Hindernis auftritt, Schwierigkeiten in der Beschaffung von Quartieren und Lebens­mitteln auftreten oder andere Dinge den ungehinderten Ver­lauf der Fahrt beeinträchtigen. Mit erstaunlicher Geschicklichkeit haben die Knaben technische Schwierigkeiten in den Rädern überwunden und mit einer nicht minder bewundernswerten Ge­schicklichkeit sind die Mädchen innerhalb ihrer Trupps mit ,, Haus­frauenfragen fertig geworden. Begeisterte Schilderungen in den Fachzeitungen haben gezeigt, wie erfrischend für Körper und Geist diese Wanderfahrten der Jugend gewesen und wie stark die Selbständigkeit und Unabhängigkeit durch diese Fahrten geför­dert worden sind. 2322310

Für das Wandern zu Rade hat der Bund deutscher Rad­fahrer stets eine umfaßende Propaganda entfaltet, aber erst nach dem Kriege ist es ihm gelungen, die Jugend in weitestem Aus­maße für den Wanderfahrgedanken zu gewinnen. In eigenen Jugendabteilungen hat er die Kleinen zusammengefaßt und auf fürzeren und längeren Fahrten werden sie mit den Schönheiten

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zum Ausgleich das Versprechen, des gleichen Dienstes, wenn er in die Heimat seines Quartiegastes tommen sollte. Heute hat jeder kleine Gasthof einen Unterstellraum für Fahrräder und jedes Kleine Nest verfügt über einen Fahrradreparateur. Die Sorge um den Wetterschutz und um die Gepäcbeförderung hat die Technik gelöst. Regenpelerinen und Schmutzfänger schützen den Radler gegen das Naß von oben und von unten. Gepäckträger am Hinterrad, am Vorderrad oder auf dem Lenker bieten ihm Gelegenheit zur Beförderung seiner Bagage.

Der Rudsad ist nicht nur für den Fußwanderer, sondern auch für den Radwanderer ein unentbehrliches Möbel geworden. Bei kleineren Fahrten führt der Radler den Rucsac auf dem Rüden oder auf dem Gepädhalter mit sich, aber bei größeren Fahrten und schwerem Inhalt sendet er ihn mit der Eisenbahn nach dem Zielort poraus. Man wird nun fragen, woher das schwere Gewicht eines Wanderradlers- Rudjad tommen fann. Der passionierte Wanderradler sieht in seinem Fahrrade einen Er­satz für die Eisenbahn. Er reist also auf dem Stahlroß genau so, wie der Ferienreisende mit der Eisenbahn und so will er auch Mensch unter Menschen sein, wenn er das Ziel erreicht hat. Zu diesem Menschsein" gehört ein guter Anzug, Stiefel, Wäsche, etc. und diese Kleidungsstüde beschweren das Gepäd. Man könnte etwas von Eitelteit jagen, aber das Tummeln auf staubiger Landstraße geht nicht ohne Einfluß auf den äußeren Menschen ab und wie der Automobilist gezwungen ist, eine Menschen­werdung" nach langer Fahrt vorzunehmen, so muß es auch der Radler, der längere Zeit an einem Orte verweilen, aber nicht in seiner Arbeitskleidung" herumlaufen will.

In früheren Jahren hatte das Wandern zu Rad seine Be­denken. Die Schwierigkeiten beim Unterbringen des Rades, bei Defekten und bei der Quartierbeschaffung, der unzulängliche Schutz des Radfahrers gegen Witterungseinflüsse und die Schwierigkeit im Unterbringen von Gepäd haben viele Radler vom Wanderfahren abgehalten; heute können diese Bedenken im Zeitalter des Verkehrs teinen Radfahrer mehr von einer Wan­verfahrt zurüdschreden. Der Radwanderer ist heute im Inland und im Auslande eine alltägliche Erscheinung. Man tennt ihn im Norden und im Süden, im Osten und im Westen und überall tommt man ihm als Träger einer neuen Kultur entgegen. In­nerhalb der Verbände hat sich ein System der Quartierbeschaf fung herausgebildet. Der Wanderfahrer hat als Mitglied des Bundes Deutscher Radfahrer z. B. in vielen Städten nicht nötig einen Gasthof aufzusuchen. Ein Kamerad stellt ihm eine soge= nannte ,, Kameradschaftsbleibe" zur Verfügung und erhält dafür Nach dem Gottesdienste wurde dem aufhorchenden Gemeind

Für die kürzeren Wanderfahrten( 200 bis 300 Kilometer) tommt die Garderobenfrage" nicht in Betracht. Leicht ist das Blut und leicht ist das Gepäd, des von den Gorgen des Alltags gelösten Wanderjahrers und noch unbeschwert eilen die Jugendwanderer durch die Landschaft. Wasser zum Waschen und eine Bürste zum Reinigen der Kleider ist überall zu haben und man nimmt in Wanderfahrerkreisen mit diesen geringen Mit­teln zur Gäuberung und Auffrischung um so lieber zufrieden, als das Behelfen mit primitiven Mitteln den Zauber der Romantit erhöht.