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bei ruhigem Verkehr behaupten. Für Gerste zeigte sich wenig Interesse; Hafer blieb infolge reger Nachfrage fest. Futterartikel waren ruhig. Das Erscheinen der Zollvorlage übte auf den Produktenmärkten keine feststellbare Wirkung aus. Eine wesent­liche Aenderung der Preise ist nicht eingetreten. Nach Auslands­ware bestand im Hinblick auf die geplanten Zölle trotz der hohen Preise rege Nachfrage.

Viehmarkt. Der Auftrieb an Schlachtvieh war auf den meisten Märkten wieder etwas höher. Der Handel verlief fast durchweg langsam. Die Preise waren bei Rindern auf den meisten Märkten durchschnittlich um 1-4 Pfg. niedriger und auch Schafe wurden fast durchwegs um 3-12 Pfg. je Pfund billiger. Nur vereinzelt zogen die Preise etwas an. Kälber wurden wie­der auf den meisten Märkten um 2-10 Pfennig teurer. Auch für Schweine fonnten auf einer Reihe von Märkten 2-5 Pfg. je Pfund mehr erzielt werden, während auf den übrigen Märkten etwas billiger bezw. unverändert notiert wurde.

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Berkehr. Die Einnahmen der Reichsbahn im März be= trugen 360,45 Mill. Mk., die Ausgaben 307,55. Die bisher vor­liegenden Ergebnisse für April zeigen, daß mit einem plan­mäßigen Verlauf der Betriebswirtschaft gerechnet werden kann. Die Reichsbahngesellschaft dementiert die Gerüchte von einer bevorstehenden Erhöhung der Gütertarife.

Arbeitsmarkt. Die Lage konnte sich auch weiterhin in der letzten Zeit bessern. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen weist sowohl für männliche und weibliche Unterstützungsemp­fänger eine merkliche Abnahme auf.

Ausland. Die steigende Passivität der polnischen Handels­bilanz läßt die Lage Polens immer ungünstiger erscheinen.- Die Zahl der Arbeitslosen beträgt in England gegenwärtig 1 184 200, das ist 158 062 mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahre.

bewillige solche lediglich nach wie vor für die sogenannten Chamados", d. h. die Anträge hier seßhaft gewordener Ansied­ler oder Landarbeiter auf kostenlose Herüberschaffung ihrer Fa­milienmitglieder.

Die jetzt in Scharen eintreffenden deutschen Einwanderer eignen sich im allgemeinen noch weniger als in früheren Jahren zum Ansiedler. Sie sind zum großen Teil Industriearbeiter oder Großstadtbewohner, die, das Beispiel der deutschen Bauern vor Augen, sich einbilden, durch Auswanderung nach Brasilien dem Nahrungsmittelmangel und körperlicher Not zu entrinnen. Sie mögen vielen guten Willen haben; sind sie aber erst im Lande und lernen die vielen Enttäuschungen kennen, die hier ( zu beginnen mit schwarzen Bohnen und Reis, dem dem deut­schen Gaumen wenig zusagenden Nationalgericht) ihrer warten, so schlägt ihre Stimmung, oft schon bevor sie an die Arbeits­stelle kommen, rasch um, und nicht wenige werfen nach kurzer Zeit schon die Flinte ins Korn. Porto Alegre, Blumenau, Florianopolis und Joinville sind angefüllt mit deutschen Rüd­wanderern, die einen Siedlungsversuch gemacht haben, die nötige Energie zum Durchhalten aber nicht besaßen und nur eines wünschen: Auf irgendeine Weise wieder nach Deutschland zurück­zugehen. Auch auf der deutschen Gesandtschaft sprechen täglich Dutzende von mittellosen Neuankömmlingen vor, die auf Kosten des Reichs nach Deutschland zurückgeschafft zu werden wünschen und regelmäßig darüber sehr erstaunt sind, daß sich die Fürsorge des Reichs für Auswanderer nicht auch darauf erstreckt, ihnen die Rückreise nach der verlassenen Heimat zu zahlen.

Die deutsche Konkurrenz.

Von Ferdinand Perkampus.

Uebergroße Einwanderung Deutscher in Brasilien. über die Vergebung von ausländischen Aufträgen an deussche

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Die Einwanderung von Deutschen nach Brasilien hat neuer­dings eine Wendung genommen, die zu ernsten Besorgnissen An­laß gibt. Die genaue Zahl der deutschen Einwanderer in den letzten Monaten hat sich bisher nicht feststellen lassen. Nach einer Mitteilung des Einwanderungsverwalters" sollen vom 1. Januar bis 15. März auf der Blumeninsel 2707 Deutsche aufgenommen worden sein. Hierzu kommt die große Menge der in Rio Landenden, die nicht diese ihnen von den Einwanderungs­behörden gebotenen Vorteile in Anspruch nehmen, sowie der= jenigen Einwanderer, welche direkt nach Santos oder weiter nach Süden reisen. Die deutschen Geschäfte werden von Stellung suchenden Neudeutschen überlaufen und sind kaum mehr in der Lage, irgend jemanden anzustellen. Auch die Gesandtschaft wird täg­

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lich von Einwanderern aufgesucht, die um jeden Preis irgend= einen Posten zu erhalten suchen. Nach den aus anderen Staa­ten vorliegenden Nachrichten liegen die Verhältnisse dort ähn= lich. Sollte der Einwandererstrom nicht bald nachlassen, so muß man damit rechnen, daß die Mehrzahl der mittellos in Bra­filien Ankommenden trotz der Bemühungen aller beteiligten Stellen arbeitslos bleiben und einem überaus traurigen Schick­sal verfallen.-

Auch der brasilianische Intendent" der Einwanderung hat sich dahin geäußert, daß die übermäßig starke deutsche Einwan­derung, so begrüßenswert sie eigentlich sei, wegen Mangels an vermessenen Regierungsländereien auf die größten Schwierig­teiten stoßen würde. Die sämtlichen vermessenen Regierungslose seien abgegeben worden. Wenn auch auf den Regierungskolo­nien Vermessungsarbeiten im Gange seien, so sei vor Ablauf von längerer Zeit nicht damit zu rechnen, daß Land an mittel­lose Einwanderer zugeteilt werden könne. Als Fazentaarbeiter fönnten Einwanderer noch unterkommen. Der Intendent er­wähnte, daß an Regierungskolonien in der letzten Zeit lediglich eine Kolonie im Staate Espirito Sonto mit dem Namen Santos Neves im Munzip S. Matheus errichtet sei, mit deren Fertig­stellung erst innerhalb der nächsten sechs Monate gerechnet werden könne; er erklärte ferner, daß die brasilianische Regie­rung zurzeit Freifahrten für Neueinreisende nicht gewähre; sie

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In den letzten Wochen werden auffallend viel Meldungen Industrieunternehmungen verbreitet, so daß tatsächlich heute in weitesten Kreisen des deutschen Volkes die Ansicht vorherrscht, als sei der deutsche Unternehmer schon wieder Herr seiner frühe­ren Absatzgebiete und deutsche Erzeugnisse am begehrtesten. Das eine ist so falsch wie das andere, alle Meldungen von einer starken Betätigung des deutschen Produzenten auf dem Welt­markt sind absichtlich übertrieben und verfolgen zwei ganz be= stimmte Ziele, die sich schon heute klar erkennen lassen. Einmal wollen die ausländischen Industriellen die oben skizzierten Meldungen werden nämlich fast ausschließlich aus der aus= ländischen Presse in die deutsche übernommen ihren eigenen Volksgenossen systematisch und überzeugend die sogenannte | ,, deutsche Gefahr" zu Gemüte führen, dann aber wollen sie nach bekanntem Vorbild aus der Kriegszeit im deutschen Volke die Stimmung hervorrufen, als gehe es der mit ausländischen Auf­trägen reichlich ausgestatteten deutschen Wirtschaft glänzend, so­| daß es ihr außerordentlich leicht sein müsse, Lohn- und Gehalts­wünsche und sonstige Forderungen der Arbeiterschaft zu erfüllen. Mit anderen Worten will man also durch die Vortäuschung wirtschaftlichen Wohlstandes den Boden für Auseinander segungen zwischen dem deutschen Unternehmer und seinen Ar­beitern vorbereiten und aus dem dadurch entstehenden Produk­tionsausfall den Nutzen ziehen. Wir sehen also, daß wir es hier mit einem ganz gefährlichen Kampfmittel zu tun haben, das die Siegerstaaten in dem vorausgesagten und jetzt mit aller Hef­tigkeit tobenden sogenannten Kriege nach dem Kriege", dem Wirtschaftskrieg, anwenden.

Tatsächlich ist es aber um die deutsche Gefahr", die deut­sche Konkurrenz, zur Zeit ganz anders bestellt. Bekanntlich herr­schen in allen Industriestaaten sehr ernste Wirtschaftskrisen, die eine Folge des Krieges sind. Ueberall haben die Haupt­industrien ihre Betriebe erweitert, sich ganz auf allerstärksten Verbrauch eingestellt, Staaten, die früher so gut wie gar feine Industrie besaßen, haben sich während des Krieges groß­artige Anlagen eingerichtet, die sie natürlich nicht stillegen wol­len, sondern weiter ausbauen, um sich von ausländischer Ein­fuhr zu befreien. Auf der anderen Seite ist die Kaufkraft aller Völker erheblich zurückgegangen, sodaß die Nachfrage und der

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