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wieder ein ziemlicher Mangel. Das Bestreben des weiblichen Personals geht heute häufig wieder dahin, in der Industrie unterzukommen.

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Ausland. In Rumänien wurde im Vorjahre um 400 000 Hektar weniger Weizen angebaut als 1923. Ungarn hat die Zölle für Weizen- und Roggenmehl von 13 auf 3,25 Kr. herab­gesetzt. In Frankreich befürchtet man die Einführung der Ge­treidezwangswirtschaft. Bulgarien will für Mais kein Aus­fuhrverbot erlassen. Mit Rücksicht auf den sehr großen Wei­zenbedarf der Welt beabsichtigt Argentinien, die Weizenproduk­tion noch bedeutend zu erhöhen. Der Bericht des Ackerbau­Amtes in Newyork erklärt die allgemeinen Aussichten der Land­wirtschaft für 1925 als ziemlich ermutigend, gegenüber dem Vor­jahre.

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Vor 10 Jahren.

Belohnter Mut.

Skizze non Karl Wizel.

Hans Müller war im Vollgefühl seiner Freude, genährt von starker Vaterlandsliebe, in den Kampf gezogen. Es war ihm flar, daß hier die Gelegenheit gegeben war, seine Kalt­blütigkeit, von der er eine große Menge sein eigen nennen durfte, zu bezeigen. Die Tore eines weiten Arbeitsfeldes, dessen Lohn unvergänglicher Ruhm hieß, waren ihm aufgetan und harrten seines Durchganges. Er brannte vor Eifer, sich zu betätigen.

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,, Der Abschnitt von D. bis A. ist aufzuklären, das 1. Batail­Ion, 1.... stellt 24 Mann, darunter einige Unteroffiziere und 4 Offiziere". So lautete der Divisionsbefehl. Als der Haupt­mann seine Kompagnie zusammenrief, da kreiste sein Blut schon lebhafter. Es schien ihm bewußt zu sein, daß etwas Besonderes bevorstand. Rasch war er demgemäß zur Stelle. Als der Be­fehl bekanntgegeben war, fügte der erste Offizier daran: Frei­willige vor!" Die ganze Masse setzte das Gesicht eines Ameisen­haufens auf und strömte vor, um der Erledigung des Auftrages näherzutreten. Da die ganze Kompagnie willig war, mußte eine Auswahl getroffen werden. Der Hauptmann las die, denen Beherztheit in großen Buchstaben in den Augen geschrieben stand, heraus. Unteroffizier Müller, dem ein geheimnisvolles Leuch­ten im Antlitz lag, fehlte selbstverständlich darunter nicht. Der Mut, der noch nicht zum Durchbruch gekommen war, ließ seine Glieder schwellen. In seinem regen Geiste gaukelten schon die Bilder, die er vielleicht zu sehen hatte. Der Leutnant mit seinen sechs Mann es war befohlen worden, Mützen aufzusetzen, um die Unerkenntlichkeit zu erhöhen war marschbereit und rückte vor. Er selbst nahm zwei Mann, Müller einen und ein Ge­freiter einen Mann. ,, Viel Glück! Auf Wiedersehen bei den Unsern!" verabschiedete sich der leutselige Offizier, um den in der Heimat Frau und Kind bangte. Müller kroch auf Händen und Füßen vor, da in dem an Unterholz reichen Wald der Feind vermutet wurde, während der beigegebene Mann ihm in ge= schickter Weise folgte. So hatten sie sich einige Hundert Meter vorgearbeitet, als sie an eine Stelle gerieten, wo ein fast vier­ediger Pflanzgarten gelegen war. Das Glas mußte mehr denn je seine Schuldigkeit tun, da genaues Beobachten der Erhaltung des Lebens die Wage hielt. Die beiden Tapferen schlichen laut­los dahin, als ein leicht bewegter Wind Laute an ihr Ohr schla­gen ließ. Noch schwankten sie in der Annahme, ob sie von Men­schen oder von dem flüsternden Laub herrührten. Müller jedoch mit seinem scharfen Gehör wollte eine menschliche Stimme ver­nommen haben. Noch einige Menschenlänge vorgeschlängelt, war Vorsicht am Plaze, sonst hätte die aufgebaute Arbeit über den Haufen fallen können. Einen dicken Baum als Deckung be­nugend, wuchs er in die Höhe. Halt, was sah er da? Erstau­nen und heimliche Freude erfaßten ihn. Kaum traute er seinen Augen. Da drüben an der Waldecke, wo der schmale Waldweg vorbeiläuft, etwa 150 Meter von seinem Stand, schritt in aller Gemütsruhe eine feindliche Patrouille. Er ließ sie ruhig ihre Wege ziehen, bog nach links aus, um ungesehen auf die andere Seite des Pflanzstückes zu gelangen, denn sie abzuschießen, hielt er für verfrüht, da die Meldung, die er dann hätte überbringen müssen, ihn nicht befriedigt hätte. Langsam, mit Anstrengung

aller Kräfte schraubten sie sich vorwärts. In angestrengter Tätigkeit, hier und da wie Hasen, die dem Wetter nicht trauen, Umschau haltend, hatten sie den jenseitigen Waldsaum erreicht, und waren nun in einer Höhe mit den Abgesandten des Feindes. Das Waldgelände fiel abwärts und ging in einen jungen Forst über den eine weite Ebene ablöste. Hier war das feindliche Lager das Herz hüpfte ihm vor Freude, in dem geschäftig­tes Treiben herrschte. Stärke, Waffengattung waren erspäht, eine kleine Skizze hing im Kopfe fest. Nun zurück zur Kompag­nie. Sie nahmen denselben Weg, da sie ihn sicher wähnten. Jetzt wurden ihre Kollegen" gesichtet. Da sie das Schießen nicht lassen konnten, feuerten sie gleichzeitig. Zwei legten sich ins Gras. Sie traten näher und gewahrten, daß ein Offizier darunter war, wie Müller schon durch das Glas wahrgenommen haben wollte. Die Gradabzeichen waren rasch abgenommen, und weiter gings., die frohe Botschaft zu überbringen. Die drei Stunden, die sie unterwegs gewesen sind, hatten reiche Früchte gezeitigt. Besonders der Kompagnieführer freute sich, diese wich­tige Erkundung dem Bataillon weitergeben zu können. Er ließ es sich nicht nehmen, Müller und seinem Begleiter vor versam­melter Kompagnie Dank auszusprechen und ihn als leuchtendes Beispiel von Mut, Ueberlegung, Klugheit und Entschlossenheit darzustellen. Später nahm er beide zur Seite und drückte jedem eine glänzende Münze in die Hand. Müller aber meinte: Herr Hauptmann, wir haben ja nur unsere Pflicht getan!"

Alte und neue Erntebräuche.

Von Hans Runge.

Das Erntefest der alten Germanen. Mittelalterliche Ernte: bräuche. Tiroler und Schweizer Aberglauben.

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Bei den alten Germanen waltete Allvater Wodan, der höchste Gott, über der gesamten Ernte. Zu ,, Wauden" beteten in bestimmten Versen in vielen deutschen Geuen die Schnitter. In Niedersachsen ließen die mit der Einheimsung der Aehren­früchte Beschäftigten dem Pferde Wodans, dem wilden Schim­mel, eine Garbe auf dem zuletzt abgegernteten Felde zurück. Das Erntebier heißt heutzutage noch in einigen Teilen Niedersachsens Wodelbaer, d. i. Wodansbier.

Nerthus, die Erdenmutter, nahm die sprießende und der Reife entgegengehende Saat unter ihre Obhut; Kornfrauen und Elfen wurden geopfert, letzteren mußten unschuldige Kinder Mehl darbringen, den ersteren Aehren schneiden und mit Seidenfaden zum Büschel binden. Auch gastlich bewirteten die Germanen die Kornelfen. Nach Berthold von Regensburg wurde den ,, seligen Fräulein"( felices Dominae) sogar ein Tisch mit allerlei Spei­sen und Trank gedeckt. Noch heute bindet man den Kühen im bayerischen Hochland für die ,, Fräulein" Erdbeerenkörbchen, um­wunden von Alpenblumen, zwischen die Hörner. Aus wilden Bergen, zerrissenen Klüften und Felshöhlen kommen die Elfen in die Ackerfluren und scheuen sich nicht, die Gärten in den Dör­fern aufzusuchen. Und zur Zeit der Getreideernte wimmeln die Fluren von Weide- und Feldelfen. Aber fast alle Elfen waren den Menschenwerken abhold; deshalb mußten die kleinen Wesen besänftigt werden, entweder durch Opfer, oder, falls dies nicht gelang, durch Beschwörung, nötigenfalls unter Anrufen des wil­den Mannes vertrieben werden. In Oberfranken läßt man beim Einfahren auf den Wiesen ein Häuschen Heu, auf den Getreide­feldern ein Aehrenbündel zurück.

In Südwestdeutschland wird von einem unschuldigen Mädchen unter Niederknien und Beten der versammelten Schnitter ein sogenannten, Glückshämpfli" geschnitten, mit einem Bande um­wunden und im Hause oder in der Scheune aufgehängt und ein Jahr land bewahrt.

In vielen Gegenden Deutschlands herrschen noch heute gleich­artige und ähnliche Bräuche. Man windet Erntekronen und Erntekränze, die mit bunten Blumen und Bändern geschmückt sind und von den Besitzern der Felder bewahrt und behütet werden. Man fertigt aus Getreideähren ein menschenähnliches Bündel, versieht es hier und da sogar mit einem Antlitz oder einer Maske und bringt es nach geschehener Ernte, nachdem das letzte Getreide in den Scheunen Platz gefunden hat, in feier­

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