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Zu der Zeit, wo Hagelschauer oder Ungewitter der bevor­stehenden Ernte Schaden bringen konnten, wurden Not- und Schutzfeuer entfacht. Dies geschah häufig schon zur Sommer­sonnenwende oder zu Johannis. Alte Korngarben, die noch vom Jahre zuvor vorhanden waren, wurden geopfert und alles Vieh durch das verglimmende Feuer getrieben.

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In Tirol wurde an manchen Orten eine Getreidepuppe, auch Judas" genannt, verbrannt. Diese Verbrennung trat wohl im früheren Mittelalter an die Stelle der Opfer frühgermani­scher Zeit. Jm Indiculus" hießen die Ernteopfer sächsisch ,, Nodfyr"; noch früher, 742, friesisch Niedfyr, althochdeutsch, Notfiur. Im Eichsfelde loderten noch bis ins 5. Jahrzent des vorigen Jahrhunderts die Notfeuer( sog. wilde Feuer.) Hagelschauer wurden in einigen Gegenden auch durch Horn­blasen vertrieben. Elfen oder Huldern" schossen in Nor­wegen eine, Alfkula"( Elfenkugel) ins Vieh( es ist dies ein fester Haarballen, der häufig im Magen eines Rindes gefunden wird). Jn Tirol nennt man einen solchen Ballen Hagelstein"; Hessen sollen ihn dort zurechtkneten.

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Rosegger erzählt von der steirischen Habergeiß" oder Nacht­schwalbe, die leise durch's Schlüsselloch schwebt und sich unendlich lastend auf einen Schläfer legt, der dann Alpdrücken empfindet.

Draußen, auf den Saatfluren, machte die" Habergeiß" den Hafer schwarz. Auch zieht die Unholdin über den Roggen dahin und läßt von ihrem Anhang manche Aehre versengen, so daß das giftige, blauschwarze Mutterkorn daraus hervorschießt( seale cornutum, auch Hahnenkamm oder Hungerkorn genannt). Steht die Saat in reifender Vollkraft und wogt der Wind hindurch, so sollen allerlei Tiere hindurchlaufen, z. B. Roggenwölfe und Roggenhunde, Haferböcke, Kornkatzen und Roggensäue.

Jm Klettgau( Baden) nimmt die ,, Alte", die übers Feld wan­delt, ein Kind zur Mittagszeit fort und legt dafür ihr eigenes hin. Jm Aargau liegt mittags das Kornkind, auch Kornengel genannt, häufig ängstlich weinend oder gar schreiend im Korn. Aber wer das Kindlein aufhebt, muß alsbald sterben. In Grau­bünden sagt man, es sei schwer aufzuheben und kündige ein treff­liches, fruchtbares Jahr an. Mit der Alten" ist wohl das schnittreife Korn gemeint, mit dem Kinde der Ueberschuß, die Aussaat für das kommende Jahr.

Nach völliger Einheimsung der Ernte, nachdem das Vieh wie­der in den Stallungen untergebracht war, veranstaltete man ein Herbst- Dankfest, das, je nach dem Klima, in den einzelnen ger­manischen Gauen früher oder später fiel. Es waren dies Dank­feste, bei denen höchste Opferbräuche geübt wurden. Der Häupt­ling oder Herzog, lud seine Frilinge zum Opfermahl, bei dem es hoch herging. Dankbar wurde des Allvaters Wodan, des Spen­ders allen Segens, gedacht. Friedlich saßen die kraftstrogenden Mannen am Feuer bemmen. Die Mettufen waren gefüllt; die Hörner kreisten, und Priester und Sänger priesen den lau­schenden Manen die Güte des Segners der Fluren, der wiederum die Speicher und Scheunen wohlgefüllt hatte, den Menschen und Tieren zur Labung und Agung.

Statistisches über Brände in Hessen.

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Für die Tagung der Hessischen Schornsteinfegermeister hatte Obermeister Karpfinger Darmstadt eine Zusammenstellung über die Brände in Hessen und deren Ursachen bekanntgegeben. Recht interessant ist, daß die Schornsteinbrände etwa 200 Prozent gegen die Vorkriegszeit zugenommen haben. Es waren zu ver­zeichnen in Darmstadt 1914, 11 Schornsteinbrände, 1923 deren 33, Offenbach 7:21, Mainz 10:40. Die Zunahme dieser Brände ist in erster Linie auf die schlechtere Beschaffenheit der Brenn­materialien, dann aber auch auf die geringeren Reinigungster­mine der Schornsteine zurückzuführen. Im Jahre 1918 fanden in Hessen 487 Brände statt, davon wurden betroffen 274 Wohn­gebäude, 56 Scheunen, 26 Ställe, 51 Nebengebäude, 9 Kirchen und Schulen, 8 öffentliche Gebäude, 63 gewerbliche Gebäude. 1920 waren 534, im Jahre 1921 613 Brände zu verzeichnen, und

zwar 1920 an Gebäuden 311, 1921 350, Scheuern 58: 73, Ställe 16:24, Nebengebäude 51: 49, Mühlen 2: 3, Kirchen und Schu­Ien 6:12, öffentliche Gebäude 11: 13, gewerbliche Gebäude 79 89. Die Entstehungsursachen bei den Bränden im Jahre 1918 waren bewiesene Brandstiftungen 2, mutmaßliche Brandstiftung 144, mangelhafte Feuerungsanlagen 53, feuergefährliche Betriebe 4, Blitzschlag 81, Explosionen 28, Selbstzündung 5, sonstige be= Tannte Ursachen 18, unbekannte Ursachen 148. In den Jahren 1920 und 1921: bewiesene Brandstiftung 1920: 0, 1921: 8, mut­maßliche Brandstiftung 16: 12, fahrlässiger Umgang mit Feuer und Licht 106: 88, mangelhafte Feuerungsanlage 72: 79, feuer­gefährliche Betriebe 5: 7, Blitzschlag 46: 67, Explosion 29: 32, Selbstzündung 2: 5, elektrische Anlagen 0: 8, bekannte Ursachen 13:14, unbekannte Ursachen 245: 293. Jn Hessen werden für Brandschäden jährlich etwa 1 und einhalb bis 2 Millionen Mark ausgegeben.

Die große Zahl von Bränden ist in erster Linie auf die mangelhafte Bauart der Schornsteine zurückzuführen, vielfach auch auf die Feuerungsanlagen. Eine wesentliche Abnahme der Brände, die alljährlich sehr bedeutende Werte vernichten, dürfte zu erreichen sein, wenn bei der Bauabnahme der Schornsteinfeger mitwirkt, und ferner in angemessenen Zeitabschnitten durch diese sogenannte Brandschauen( Feuervisitation) abgehalten würden. Jn Bayern, Württemberg, Baden, Berlin, Brandenburg u. a. hat man die Schornsteinfeger als Feuervisitatore obligatorisch verpflichtet. Im Jahre 1922 wurde in einer Vorstellung beim Landtage die Schaffung eines Brandschaugesetzes angeregt. Die Vorstellung ist der Regierung als Material überwiesen worden. So steht zu erwarten, daß eines Tages auch Hessen, das in Bezug auf die Zahl der Brände mit an erster Stelle steht, im Deutschen Reiche, in ähnlicher Weise vorgehen wird. Das wäre auch in­sofern zweckmäßig, als die meisten Schornsteinfeger und dies irifft besonders auf dem Lande zu, sich als Brandmeister u. dgl. bei der freiwilligen Feuerwehr betätigen.

Ehre der Arbeit.

Wer den wucht'gen Hammer schwingt, Wer im Felde mäht die Aehren, Wer ins Mark der Erde dringt, Weib und Kinder zu ernähren, Wer stroman den Nachen zieht, Wer bei Woll und Werg und Flachse Hinterm Webestuhl sich müht, Daß sein blonder Junge wachse:- Jedem Ehre, jedem Preis! Ehre jede Hand von Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre feder nassen Stirn

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Hinterm Pfluge! Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen.

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Walküre.

Ferdinand Freiligrath.

Die vielen, vielen Getreuen, Die faum ein Mund noch nennt,

Für die kein Lebensmaien

Mehr blüht, kein Herz mehr brennt: Im Felde stumm gestorben, Versenkt auf hoher See,

Im Feindesland verdorben, Voll Wunden tief und weh, Von Möwen überflogen, Von Stürmen überjagt, Vom Siegestraum betrogen, Verschollen, totgesagt: Schwing auf dich, Lied, und grüße Die heiligen Helden all Und füsse, tüsse, tüsse Ein jedes Wundenmal..

F. Schrönghamer- Heimdal.