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forderlich, eines Erbbauvertrages dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft vorzulegen. Ein Baudarlehensbescheid wird nicht erteilt. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft sett als= dann die Höhe des Baudarlehens endgültig fest und beauftragt die Landes- Hypothekenbank, das Darlehen auszuzahlen. Die Auszahlung geschieht erst nach erfolgter Eintragung der Hypo­thek und nach erfolgtem Baubeginn in Raten im Verhältnis zu den verfügbaren Staatsmitteln. Die zuständigen Stadt- oder Kreisbehörden haben die planmäßige und die rechtzeitige Fertig­stellung der Bauten zu überwachen.

Darmstadt, den 8. Juni 1925.

Hessisches Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. Raab.

Der wankende Vertrag von Versailles. Von Prof. Ferdinand Dreher, Friedberg( Hessen).

Die ungeheuerliche Lüge von Deutschlands alleiniger oder vornehmlicher Schuld am Weltkrieg ist die Rechtsgrundlage des Zwangsdiftates von Versailles. Mit der unhaltbaren Be­hauptung, Deutschland habe 1914 vorsätzlich die Brandfackel in das europäische Pulverfaß geschleudert rechtfertigen unsere Feinde ihre beispiellos dastehenden Strafmaßnahmen, den Raub deutschen Landes, die Wegnahme der Kolonien und die endlos dehnbaren Entschädigungsansprüche, um die Weltmarktkonkurrenz des hinterlistig entwaffneten deutschen Volkes für alle Ewig­feit lahmzulegen.

Wie der Sozialdemokrat Karl Kautsky auf Seite 37 seiner Schrift ,, Delbrück und Wilhelm II."( Berlin 1920) das Geständnis ablegen mußte:

Ich war sehr überrascht, als ich in die Akten Einsicht be­fam. Meine ursprüngliche Auffassung erwies sich mir als un­haltbar. Deutschland hat auf den Weltkrieg nicht planmäßig hingearbeitet. Er hat ihn schließlich zu vermeiden gesucht,"

so ist eben, besonders unter dem erschütternden Eindruck der Veröffentlichungen aus Rußland( Schriftwechsel Jswolskis 1911-14) und Serbien( Eingeständnis des Ministers Ljuba Jovanowitsch), eine völlige Umstellung der Weltmeinung zu­gunsten Deutschlands im Fluß, denn nirgends ließ sich ein Be­weis dafür erbringen, daß die deutsche Regierung der das deutsche Volk den Weltkrieg gewünscht oder im geheimen ge­plant hat. Vor wie nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand( 28. Juni 1914) waren die Absichten der Wilhelm­straße( Berlin) ebenso friedlich, wie ihre Politik ungeschickt war"( aus: G. P. Gooch, Germany". Ernest Benn, London 1925, Seite 110).

Die Ententestaaten hingegen, vorweg Frankreich, Rußland und Serbien, sind mittlerweile derartig bloßgestellt, daß es eine unentschuldbare, nie mehr wiedergutzumachende Unterlassungs­sünde wäre, wenn die deutsche Regierung noch weiterhin zögern wollte, die Kriegsschuldfrage aufzurollen und durch diplomatische Verhandlungen eine Revision des Todesurteils von Versailles zu erwirken.

Wie berichtete der serbische Geschäftstträger Gruitsch am 8. September 1911 von London nach Belgrad? Sowohl Frank­reich wie auch seine Bundesgenossen sind der Ansicht, daß der Krieg auf spätere Zeit, das ist auf die Jahre 1914-15 verschoben werden müsse."

Und was hatte Poincaré laut Jswolskis Telegramm vom 17. November 1912 erklärt? daß, wenn Rußland den Krieg macht, Frankreich ihn auch machen wird."

Den Anlaß bot schließlich das Attentat von Serajewo ( 28. Juni 1914), von dem die serbische Regierung bereits wochen­lang zuvor Kenntnis hatte, ohne daß man Wien warnte. Nach den neuesten Enthüllungen leitete Oberstleutnant Dimitrije= witsch, damals Chef der Nachrichtenabteilung im serbischen Großen Generalstab, den Mord, und zwar in Fühlung mit dem russischen Generalstab!

Und nachdem so die Art an Oesterreichs Stamm gelegt war, lief das Räderwerk der Ententemaschine verabredungsgemäß weiter.

,, Von Desterreich wird nichts übrig bleiben. Unsere Heere werden sich in Berlin vereinigen", jubelte die Großfürstin Anastasia, die Tochter des Königs von Montenegro, dem fran­zösischen Botschaften Paléologue zu, am 22. Juli 1914, in Kras­noje- Sjelo, bei dem Festessen zu Ehren Poincarés; ihr Vater habe telegraphiert, daß noch vor Monatsschluß der Krieg aus­brechen werde!

Heimtückisch riet die französische Regierung den Russen am 30. Juli 1914, die Kriegsvorbereitungen geheimzuhalten, was ,, nicht hindern würde, sie fortzusehen und sogar zu verstärken" ( Jswolskis Telegramm Nr. 209).

Ja, am 1. August um 1 Uhr früh, also 16 Stunden vor der Mobilmachung und Kriegserklärung Deutschlands an Rußland, konnte Jswolski in dem berüchtigten Telegramm Nr. 216 nach Petersburg drahten:

Der französische Kriegsminister eröffnete mir in gehobe­nem, herzlichem Tone, daß die( französische) Regierung zum Kriege fest entschlossen sei, und bat mich, die Hoffnung des französischen Generalstabes zu bestätigen, daß alle unsere An­strengungen gegen Deutschland gerichtet sein werden." Und England?

,, Die französische Armee wird in der Lage sein, am 12. Tage mit Hilfe der englischen Armee auf ihrem linken Flügel die Offensive gegen Deutschland zu ergreifen", hieß es in den von beiden Regierungen ratifizierten französisch- russischen General­stabsprotokollen vom August 1911. Von Maubeuge aus sollten die Engländer durch Belgien in das rheinisch- westfälische In­dustriegebiet einbrechen, um die deutsche Lebensader zu durch­schneiden.

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Aus derartigen Belegen serbischer, französischer und russi­scher Zunge, die sich beliebig vermehren lassen, sie stehen heute hundertweise zur Verfügung grinst uns zähnefletschend die Entente", der Völkerbund" und das Weltgewissen" ent= gegen, das heißt die in dem sog. Bersailler Vertrag behauptete Alleinschuld Deutschlands und die aus ihr für uns abgeleiteten unmenschlichen Verpflichtungen sind hinfällig. Die Wahrheit ist auf dem Marsch und nichts wird sie aufhalten.

Die Kriegsschuldfrage bleibt der Angelpunkt für die Zu­funft des deutschen Volkes. Von ihrer einmütigen Bekämpfung hängt das rechtliche, wirtschaftliche und moralische Wohl und Wehe von Kind und Kindeskind ab.

Europa wird nicht cher zur Ruhe kommen, bis das an Deutschland in Versailles begangene Verbrechen gesühnt und Deutschlands Ehre wiederhergestellt ist. Nicht Frankreich, son­dern Deutschland hat Sicherheit und Wiedergutmachung zu fordern.

Jeder kann sein Scherflein beitragen zur Erforschung der Wahrheit und damit zur Entgiftung und Versöhnung der Völker, wenn er die überparteiliche Monatsschrift Der Weg zur Frei­heit"( jede Nr. 20 Pfg.) bei dem Arbeitsausschuß deutscher Ver­bände bestellt( Berlin NW. 7, Schadowstraße 2) oder die inter­nationale bahnbrechende Zeitschrift Die Kriegsschuldfrage" von der Zentralstelle zur Erforschung der Kriegsursachen bezieht ( Berlin NW. 6, Luisenstraße 31a. Preis vierteljährlich 3 M). Bestellungen nimmt auch jede Buchhandlung und jede Postan­stalt entgegen.

Schließt die Reihen! Kein geringerer als Lloyd George verkündet am 3. März 1921 auf der Londoner Konferenz:

,, Die Alleinschuld Deutschlands ist die Grundlage, auf der das Gebäude des Vertrages von Bersailles errichtet ist. Fällt die Alleinschuld Deutschlands, so ist auch der ganze Vertrag nichtig."

Die Gegenbeweise sind erbracht, die Grundlagen des, Ver trages" von Versailles zusammengebrochen. Und nun muß es sich zeigen, ob die Schwärmer auf dem richtigen Wege sinu. welche auf die Menschheit, auf Weltmoral und Internationale" schwören, oder ob nur die Völker Daseinsberechtigung haben. die ihren Platz an der Sonne mit dem Schwert in der Hand zu wahren verstehen.

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